Wir haben verloren, alles ist schlecht

Wir haben gestern verloren. Lese ich mir die Kommentare der Fans durch, dann geht bei vielen HSVern anscheinend die Welt unter … mal wieder … eigentlich wie immer, wenn wir verloren haben.

Mir persönlich, und das versuche ich eigentlich immer wieder allen klar zu machen, war von Anfang an bewusst, daß wir nur um den Klassenerhalt spielen. Nach den Verpflichtungen der Sommerpause meinten einige ja, wir würden um das internationale Geschäft mitspielen können, aber auch damals war doch im Grunde ersichtlich, alles was besser als Platz 10 ist, wäre eine Sensation.

Warum wir uns meiner Ansicht nach so schwer damit tun, die Mannschaft in vernünftige Bahnen zu führen, habe ich hier ja schon dargestellt

Was ist gestern geschehen? Wir waren im Spiel ein ebenbürtiger Gegner zur Eintracht. Und bevor jetzt irgendjemand mit einer Ballbesitz- oder Chancenstatistik kommt, wir haben aufgrund unserer momentanen Spielweise weniger Ballbesitz, das Spiel findet in unserer Hälfte statt und wir bekommen auch mehr Bälle aufs Tor. Bekommen wir den Elfer nicht, der alles andere als klar war, oder bekommt Beister auf der anderen Seite den Elfer, der nach den Maßstäben, die Meyer mit dem ersten Elfmeter gesetzt hat, berechtigt gewesen wäre, dann geht das Spiel unentschieden aus. Und das wäre auch das gerechte Ergebnis gewesen.
Es wäre aber kein Unentschieden der Marke „Not gegen Elend“ gewesen, sondern es war ein gutes Spiel von beiden Seiten.

Und auch letzte Woche gegen Borussia Mönchengladbach haben wir gut gespielt.
Die Qualität unserer Spiele nimmt langsam aber sicher zu.

Schauen wir uns die Konkurrenten an:
Unter uns stehen in der Tabelle Stuttgart, Freiburg und Paderborn. Meiner Meinung nach werden diese Mannschaften auch am Saisonende dort stehen. Warum? Weil sie schlecht spielen.

Stuttgart befindet sich in der Situation, in der wir letzte Saison waren. Finden sie nicht zwei Mannschaften, die noch schlechter sind und gewinnen sie die Relegation, dann steigen sie ab. Huub wird nicht mehr lange Trainer sein. Er hat gestern sehr offensiv spielen lassen. Das ist nicht das Spiel, von dem er überzeugt ist, sondern das ist Verzweiflung. Das Unentschieden gegen Hannover hat die Entlassung nur hinausgezögert. Neuer Trainereffekt? Fehlanzeige. Erstens verschleisst Stuttgart die Trainer in etwa so wie wir und mit jedem neuen Trainer vermindert sich der Effekt etwas mehr, zweitens ist der Kader nicht gut zusammengestellt und drittens ist Dutt der SpoDi. Dort erwarte ich nicht viel.

Freiburg spielt keinen guten Fußball und es fehlt auch das Potential das zu ändern. Die Tendenz geht auch nach unten.

Paderborn steht dort, wo sie hingehören, die Aufstiegseuphorie ist verblasst, sie sind in der Bundesliga angekommen.

Dann sind für mich noch die Hertha und auch Hannover Abstiegskandidaten. Die Hertha ist Punktgleich mit uns, aber selbst der Trainerwechsel hat nicht dafür gesorgt, daß sie besser spielen. Augsburg zB war gestern schlecht. Der Sieg ging in erster Linie auf die Kappe von Augsburg, denn auf die von Berlin.

Und Hannover hatte vor einigen Wochen nur eine Ergebniskrise, inzwischen ist da aber eine echte Krise draus geworden. In diesem Jahr fehlt ihnen aber der HSV als Aufbaugegner und auch gegen Stuttgart hat es nicht geklappt.

Drei dieser Fünf Mannschaften, davon bin ich überzeugt, werden am Ende hinter uns stehen.

Und damit ich soetwas in der nächsten Woche nicht wieder schreiben muß: Ich glaube nicht, daß wir Dortmund schlagen werden. Die haben wieder voll in die Spur gefunden und werden bis Saisonende nicht mehr viele Punkte abgeben. Für mich sind sie sogar ein ernsthafter Kandidat für Platz 6 in der Tabelle, 7 Punkte Rückstand auf Augsburg sind machbar. Aber auch das ändert nichts daran, daß wir am Ende die Klasse halten werden

Unterm Strich mache ich mir keine, oder vielmehr nur sehr geringe, Sorgen um den Klassenerhalt, der unser einziges Ziel in dieser Saison ist. Panik ist nicht angebracht, ein Trainerwechsel erstrecht nicht. Es ist also doch nicht alles schlecht. (fb)