Vorschau #SCFHSV

Puuh, gerade erst gespielt, jetzt schon wieder dran. Man kommt mit dem Bloggen kaum hinterher.

Am Sonntag haben wir klar gegen Hoffenheim gewonnen. Klar und verdient.
Die TSG war angeschlagen und wie ich im letzten Blog vorrausgesagt hab, es fehlt bei ihnen der „Flow“, der sie im letzten Jahr stark gemacht hat.
Sie litten auch noch unter der Niederlage vom EL-Spiel gegen Braga. Körperlich und psychisch.
Und man merkte ihnen, vor allem Trainer Nagelsmann, an, daß die Nerven blank liegen.

Unserer Mannschaft dagegen war die Lust aufs Spiel deutlich anzusehen, was dazu führte, daß man bereit war, große Wege zu gehen.
Gerade in der ersten Halbzeit waren wir immer mit mehreren Leuten beim Angriff vor dem Ball und bei der Abwehr hinter dem Ball.
Das Umsschalten klappte gut und die Laufbereitschaft stimmte auch.

Mir gefällt die Körpersprache unserer Mannschaft, die immer besser wird.
Ich hab den Eindruck, man lässt sich von den jungen Spielern anstecken, die unbekümmert ihr Spiel aufziehen.
Gut so.
Mathenia war ein sicherer Rückhalt.
Santos zeigte, warum man ihn geholt hat (ich bin froh, daß er uns im Sommer nicht verlassen hat).
Diekmeier ist in der Form seines Lebens (er führt mit drei Assists die Scorerliste an). Papa hatte, das war richtig interessant anzusehen, Sandro Wagner an die Kette gelegt, das IV-Duo hat gut harmoniert und als wir auf Dreierkette unmgestellt haben, funktionierte van Drongelen sofort.
Jung und Sakai haben ein solides Spiel abgeliefert, Jung hat sogar sein erstes Bundesligator gemacht.
Kostic kommt immer besser in Fahrt. Vergleicht man den jetzigen Kostic mal mit dem, den wir aus Stuttgart befreit haben, erkennt man einen Riesenunterschied. Gisdol hat ihm beigebracht, defensiv zu arbeiten und er hat unwahrscheinlich an Körper zugelegt. Nun muß er nur noch am rechten Fuß arbeiten.
Hunt spielte mal nicht auf der Zehn, sondern wich auf die rechte Seite aus. Auch wenn er in der Zentrale effektiver ist, war der Schachzug genau der richtige. Denn in der Mitte hat Bobby Wood als hängende Spitze gespielt, der mit seiner intensiven Spielweise die Hoffenheimer sehr beschäftigte.
Damit haben sie Körner gelassen und Wood hat immer wieder Lücken für seine Mitspieler gerissen. Ich wünschte, er hätte sich mit einem Tor belohnen können, die Chancen waren da.
Und vorne in der Spitze Fiete Arp.
Wie er läuft, wie er sich bewegt, wie er taktisch denkt, wie er den Ball führen kann, ohne draufzugucken … seufz, ich bin verliebt.
Taktisch hat Gisdol genau die richtige Lösung für das Spiel gefunden.
Und hier noch ein Lob an unseren Trainer: Die Mannschaft hat spielerisch einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und das liegt nicht nur an den Youngstern, auch die „Alten“ haben sich entwickelt.
So variabel, wie der HSV jetzt auftritt, habe ich ihn zuletzt unter Jol gesehen.
Und nicht nur, daß wir uns taktisch auf den Gegner einstellen können, wir können die Taktik auch im Spiel ändern.
Daß ich das noch erleben darf…

Der HSV macht im Moment einen großen Schritt zu einem „normalen“ Verein.

Freiburg
Am Freitag spielen wir unser viertes Freitagsspiel auf Eurosport.
Mehr als jeder andere Verein, wahrscheinlich sogar mehr als die meisten anderen Vereine in der gesamten Saison noch spielen werden.
Freiburg ist direkter Konkurrent, steht mit 11 Punkten nur zwei hinter uns.
Wollen wir auch nach dem Spiel noch vor Freiburg stehen, dürfen wir nicht verlieren.

Ich gehe aber noch weiter, wir sollten tunlichst alles daran setzen, daß wir das Spiel auch gewinnen.
Ich sprach vom nicht vorhandenen Flow der Hoffenheimer.
Hier könnten wir mal selber in den Fluss kommen, die Brust würde breiter werden und wir würden mit einem gewissen Selbstvertrauen und Spaß die wichtigen nächsten Spiele bestreiten.
Selbstvertrauen, bisher war ich immer etwas skeptisch, wenn ich das Wort mit unseren Jungs in Verbindung gebracht hab.
Irgendwie gab es in den letzten Jahren diesen Aggregatzustand nicht so wirklich. Entweder waren wir verunsichert oder wir waren überheblich.
Dazwischen gab es kaum was.
Das sehe ich bei der Truppe jetzt nicht.
Und auch dafür möchte ich Gisdol danken. Ein Teil des Dankes geht auch an Jens Todt, der mit seiner Personalpolitik und dem Fokus auf Mentalität gute Weichen gestellt hat.
Mentalität ist in gewissem Maß ansteckend. Es wurden mental nicht so gute Spieler abgegeben und dafür mental gute Spieler geholt.
Die Mannschaft hat es verbessert.

Freiburg hat sich diese Saison auch noch nicht gefunden. Man hat einige Leistungsträger abgeben müssen und nicht ersetzen können.
Man hat im Moment sieben Verletzte, unter ihnen so namhafte Spieler wie Niederlechner, Frantz und Kempf.
Streich findet mit der jeweils agierenden Mannschaft nicht so recht die Balance.
Das erklärt, warum sie dort unten in der Tabelle zu finden sind. Auch wenn sie gegen Mainz gewonnen haben, gut waren sie nicht.
Aber gerade weil Streich seine Mannschaft noch nicht gefunden hat, sind sie schwer auszurechnen.
Weil die Punkte nicht nur für uns, sondern auch für Freiburg sehr wichtig wären, wird es, wie man so schön sagt, ein intensives Spiel werden.

Aber auch wenn Freiburg zu Hause, im Dreisamstadion kickt, da bin ich mir sicher, wird Streich den HSV das Spiel machen lassen.
Von daher würde ich Hunt wieder in die Mitte ziehen und Ito in die Startelf beordern. Das schafft ein Maximum an Durcheinender und eine nichteingespielte Abwehr kann man so am besten knacken.
Am DM würde ich nichts ändern, selbst wenn Ekdal wieder fit sein sollte.
Zudem würde ich mit der Viererkette anfangen, die auch gegen Hoffenheim auf dem Platz stand.

Hoffen wir also, daß die Mannschaft heiß ist, so heiß, daß wir in Freiburg drei Punkte holen. Ich bin zuversichtlich (fb)

 

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