Vorschau #HSVFCB

Um es mit den Worten der Presse zu sagen: Das war ein Paukenschlag!
 
Am Mittwoch Abend tagte, ohne daß die Presse es wusste (zumindest hat man nicht vorher drüber berichtet), der Aufsichtsrat der HSV-AG.
Heimlich still und leise wurden einige weitreichende und überraschende Entscheidungen getroffen.
Während man vor einigen Wochen noch Michael Krall im Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden bestätigt hatte und den neuen Präsidenten des eV nur zum Stellvertreter machte, hat man diese Entscheidung jetzt schon wieder kassiert.
Bernd Hoffmann ist nun Vorsitzender und Max-Arnold Köttgen wurde sein Stellvertreter.
Das ist gut so, denn es stehen Personalentscheidungen an, die am besten vom Vorsitzenden gestaltet werden sollten.
Und Bernd Hoffmann ist derjenige, der über das meiste Know how und auch über die nötige Zeit verfügt, um auf diesem wichtigen Weg vorauszugehen.
Entscheidungen wird der Aufsichtsrat weiterhin gemeinsam fällen, da ändert sich nichts dran.
 
Heribert Bruchhagen wurde vom AR freigestellt.
Für ihn muß jetzt auch vom AR ein Nachfolger gesucht und gefunden werden.
Solange bleibt Frank Wettstein alleiniger Vorstand.
Und der Aufsichtsrat wird auch einen Sportdirektor suchen und finden müssen, der die Nachfolge von Jens Todt antritt, der wiederum seine Freistellung von Frank Wettstein mitgeteilt bekam.
Dessen Nachfolger wird allerdings nicht mehr nur SpoDi unterm Vorstand. Er wird direktes Vorstandsmitglied Sport.
Für beide Positionen sucht Bernd Hoffmann Personen, die eine gewisse Qualität mitbringen. Auf dieser Entscheidungsebene müssen sehr gute, starke Leute hin, damit dort auch sehr gute Entscheidungen getroffen werden können.
Daran wird sich Bernd Hoffmann anschließend messen lassen müssen.
Er wird die Suche federführend leiten, aber letztlich entscheidet, wie gesagt, der gesamte Aufsichtsrat.
 
Der Schritt war abzusehen, denn das war es schließlich, was Bernd Hoffmann in seinen Interviews im Wahlkampf zwar nicht gesagt, aber doch angedeutet hat.
Was mich überrascht hat, war der Zeitpunkt. Hatte ich doch überschlagen, daß es wohl mindestens ca 4 Wochen dauern würde, um vernünftige Kandidaten zu suchen, zu finden, zu überzeugen und ihnen ein nach vorn gerichtetes Konzept zu präsentieren.
In der Personengruppe, in der wir suchen, werden die wenigsten dem HSV Bewerbungsschreiben schicken, sondern der erste Schritt wird wahrscheinlich vom HSV ausgehen.
Das heißt auch, der HSV muß die Kandidaten überzeugen, daß es eine durchaus interessante Aufgabe ist, den Neuanfang des HSV zu planen und durchzuführen.
Und diese veranschlagten 4 Wochen sind man grad mal zur Hälfte um.
Es sind noch keine Kandidaten in Sicht (wenn man mal vom üblichen Namedropping der Medien absieht).
Trotzdem trennt man sich jetzt schon von den Beiden.
Aber auch das hat seinen Grund. Eigentlich wusste ja bereits jeder in und um Hamburg, daß das berufliche Engagement von Bruchhagen und Todt beim HSV dem Ende zugeht.
Es war nur noch eine Frage der Zeit. Bruchhagen und Todt waren zu „lame ducks“ verkommen. Also kann man sich auch von ihnen trennen.
Den wichtigen sportlichen Bereich werden Bernhard Peters und Johannes Spors leiten. Spors ist eh der neue Kaderplaner und Peters ist das Mastermind der Jugendarbeit. Das neue sportliche Konzept sollte eh an unser Jugend ausgerichtet werden.
 
Also, der Zeitpunkt hat mich überrascht, aber grundsätzlich begrüße ich die Maßnahme. Es ist der erste Schritt, um den HSV vollkommen neu aufzustellen. Und gerade im sportlichen Bereich ist das sowas von notwendig, egal in welcher Liga.
 
Kommen wir noch kurz zum Mainz-Spiel. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die will, ich habe eine Mannschaft gesehen, die alles mögliche unternommen hat,um das Spiel zu gewinnen und die Fans waren auch da.
Waldschmidt für Hunt zu bringen, war die goldrichtige Idee, er hat nochmal richtig Schwung nach vorne gebracht und einmal konnte er im Strafraum nur durch ein Foul gestoppt werden.
Elfmeter und Gelbrot für Mainz. Mit Kostic hat der Spieler geschossen, der wohl das meiste Selbstvertrauen haben sollte.
Aber nicht genug, um ihn zu verwandeln. Das zeigt, wie verunsichert die Manschaft ist.
Und auch die Überzahl wurde schlecht ausgespielt.
Und hier richte ich meine Kritik an den Trainer, der ideenlos nur einfach zwei weitere Stürmer eingewechselt hat. Wir brauchten den Sieg mehr als Mainz.
Also mussten WIR das Tor schießen. Torchancen müssen vorbereitet werden. Also hilft es relativ wenig, wenn man einfach mehr Stürmer einsetzt, die sich vorne auf den Füßen stehen. Man muß Bewegung in das Abwehrbollwerk bringen, damit Lücken entstehen, die unsere Spieler nutzen können.
Jung raus, war eine gute Entscheidung. Und er ist auch vom Platz gesprintet, nicht wie Bakery Jatta in der Woche zuvor.
Aber anstelle eines Stürmer hätte Holler Salihovic bringen sollen, der mit klugen Pässen die Spieler vorne füttern und auch den einen oder anderen Standard treten kann. Und anstelle von Hahn, einem recht eindimensionalen Stürmer, der seine Stärke zeigen kann, wenn er Platz vor sich hat, hätten wir den kleinen quirrligen Ito gebrauchen können.
Ein Spieler, der eben mal einen stehen lassen kann, der so flink ist, daß die Mainzer Defensivspieler auch mal das eine oder andere Foul begehen, schließlich gelten sie eh nicht als die flinkesten. Aber der war ja noch nichtmal im Kader.
 
Kommen wir zum Spiel gegen die Bayern. Wir werden verlieren. Ich hoffe, wir verlieren nicht zu hoch. Schau ich mir den Kader für morgen an, dann fehlen Wood und Arp, Ito ist eh nicht dabei, also wieder mal alles voll auf Defensive ausgelegt. Mauern, das kann Holler.
Ganz kann man es nicht verhindern, daß Bayern ein Tor schießt, ich erwarte also ein Spiel mit 2-4 Gegentoren bei 0 geschossenen Toren. Alles andere würde mich überraschen.
Falls die Niederlage höher ausfällt, lassen sich einige Spieler hängen. Und dann sieht es selbst für den Rest der Saison ganz, ganz bitter aus.
 
Ansonsten gehöre ich, wie ihr mich kennt, zu denen, die den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben haben. Die Wahrscheinlichkeit sinkt, aber hey, wir haben den anderen schon oft gezeigt, daß wir in der Lage sind, das Unmögliche möglich zu machen. Totgesagte leben länger und wir haben bisher so ziemlich alle Negativstatistiken gebrochen und es doch immer noch geschafft.
Aber ich will ehrlich sein. So nah dran waren wir noch nie. Und wenn wir es schaffen wollen, dann plädiere ich für einen Trainerwechsel am Sonntag. Mit Holler wird das nichts.
 
Und wenn es runter geht, ich gehe mit. Ich schau bestimmt auch bald mal nach, wo Sandhausen liegt (fb)