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MATCHDAY – HSV gegen FC Ingolstadt

Endlich wieder Bundesliga. Die scheinbar nicht endende Sommerpause ist vorbei. EM und Olympia haben wir überstanden. Es kann wieder losgehen.

Bereits gestern fand das Eröffnungsspiel in der Allianzarena in München statt. Weltweit mehr als 200 Länder haben das Spiel übertragen. Die DFL sollte sich mal überlegen, ob so ein Spiel wirklich Werbung für die Bundesliga ist. Der Meister gegen einen Verein, der in der vergangenen Saison nur knapp der Relegation von der Schippe gesprungen ist. Werbung? Gab es nur für den FCB…

Kommen wir jetzt aber zum Wichtigen. Unserem HSV.
Dank freundlicher Unterstützung von HSV Gönner Klaus Michael Kühne konnte der HSV auf dem Transfermarkt zuschlagen. Bisher steht ein Transferminus von ca. 23,30 Mio Euro zu buche.
Hier in der Übersicht:

Neuzugänge:

Filip Kostic – 23 Jahre – VFB Stuttgart Ablöse: 14 Mio
Alen Halilovic – 20 Jahre – FC Barcelona Ablöse: 5 Mio
Bobby Wood – 23 Jahre – Union Berlin Ablöse: 3,5 Mio
Luca Waldschmidt 20 Jahre – Eintracht Frankfurt Ablöse: 1,3 Mio
Arianit Ferati – 18 Jahre – VFB Stuttgart Ablöse 0,85 Mio
Christian Mathenia – 24 Jahre – SV Darmstadt 98 Ablöse: 0,8 Mio
Mats Köhlert – 18 Jahre – eigene Jugend Ablöse: 0 Mio
Frank Ronstadt – 18 Jahre – eigene Jugend Ablöse: 0 Mio
Bakery Jatta – 18 Jahre – vereinslos Ablöse: 0 Mio

Summe: 25,45 Mio Euro

Abgänge:

Kerem Demirbay – 23 Jahre – TSG Hoffenheim Ablöse: 1,7 Mio
Zoltan Stieber – 27 Jahre – 1. FC Kaiserslautern Ablöse: 0,25 Mio
Batuhan Altintas – 20 Jahre –Kasimpasa Leihgebühr: 0,1 Mio
Jaroslav Drobny – 36 Jahre – Werder Bremen Ablösefrei
Philipp Müller – 21 Jahre – Wehen Wiesbaden Ablösefrei
Gojko Kacar – 29 Jahre – FC Augsburg Ablösefrei
Ivo Ilicevic -29 Jahre – Anzhi Ablösefrei
Artjoms Rudnevs – 28 Jahre – 1. FC Köln Ablösefrei
Matti Steinmann – 21 Jahre – FSV Mainz 05 II – Ablösefrei
Ivica Olic – 36 Jahre – 1860 München – Ablösefrei
Arianit Ferati – 18 Jahre – Fortuna Düsseldorf Leihgebür: 0,05 Mio
Mohamed Gouadia – 23 Jahre – FC St. Gallen Leihgebür: 0,05 Mio
Sven Schipplock – 27 Jahre – SV Darmstadt 98 – Leihgebür: 0 Mio
Josip Drmic – 23 Jahre – Borussia Mönchengladbach – Leihende

Summe: 2,15 Mio Euro

Wenn man nur von den Spielern ausgeht, die in der vergangenen Saison auch beim HSV zum Einsatz kamen, muß man differenzierter vergleichen:

Stammpersonal:

Filip Kostic für Ilicevic
Bobby Wood für Sven Schipplock
Christian Mathenia für Jaroslav Drobny
Luca Waldschmidt für Artjoms Rudnevs

Ergänzungsspieler:

Alen Halilovic, Mats Köhlert, Frank Ronstadt, Bakery Jatta für Josip Drmic, Batuhan Altintas, Gojko Kacar, Ivica Olic

Als Fazit kann man sagen, dass man den Kader gerade in der Offensive sehr gut verstärkt hat und vor allem auf entwicklungsfähige Spieler baut.
Einzig im defensiven Bereich ist gerade die Innenverteidigung etwas dünn besetzt. Hier soll nach Möglichkeit noch ein „junger, weniger verletzungsanfälliger Kacar“ verpflichtet werden. Auch auf der linken Verteidiger Position könnte noch eine Ergänzung / Verstärkung folgen. Bis kommenden Mittwoch ist das Transferfenster noch geöffnet.

Zum aktuellen Spiel:

Anstoß: 27.08.2016 – 15.30 Uhr – Hamburg, Volksparkstadion

Beim HSV fehlen aufgrund verletzungsbedingtem Trainungsrückstand Albin Ekdal und Lewis Holtby.
Emir Spahic dagegen kann schon wieder eine Alternative sein und zur Not mit Gesichtsmaske spielen.
Der Kader ist derselbe wie beim Pokalerfolg in Zwickau:

Adler, Mathenia – Sakai, Cleber, Djourou, Diekmeier, Spahic, Ostrzolek – Jung, Hunt – Müller, Gregoritsch, Kostic, Bahoui, Halilovic – Wood, Lasogga, Waldschmidt

Dem FC Ingolstadt, mit seinem neuen Trainer Kauczinski, stehen folgende Spieler zur Verfügung:
Nyland, Hansen – Levels, Matip, Wahl, Suttner, Roger, Groß, Morales, Hartmann, Leckie, Lezcano, Bregerie, Hadergjonaj, Jung, Christiansen, Cohen, Multhaup, Rinderknecht, Hinterseer, Leipertz, Lex

Schiedsrichter: Fritz, Assistenten: Schaal, Pelgrim, 4. Schiedsrichter: Rohde

Einschätzung zum Spielverlauf:

In meinen Augen wird es ein ähnliches Spiel wie im Pokal gegen Zwickau werden.
Der HSV wird versuchen, das Heft in die Hand zu nehmen und möglichst früh ein Tor zu erzielen. Ingolstadt erwarte ich eher defensiv und eher darauf bedacht, das Spiel zu „zerstören“. Mit einem „Fußball Leckerbissen“ sollte man lieber nicht rechnen.
Auch erwarte ich nicht viele Tore.
Hoffen wir, dass die Mannschaft hinten sicher steht und vorne mit dem nötigen Quentchen Glück INS Tor trifft.
Die Zuschauer werden sicher mit sehr viel Vorfreude ins Stadion gehen und ihren HSV lautstark unterstützen. Gespannt darf man sein, wie sich die neue Ultragruppierung „Cast away“ einbringen wird.

Meine Wunschformation:
Adler –Ostrzolek, Spahic, Djourou, Sakai – Hunt, Jung – Müller, Kostic, Gregoritsch – Lasogga
Mein Tipp: 1-0

Ich freue mich, dass es endlich losgeht.
Nur der HSV
(CM)

Achterbahnfahrt im Volksparkstadion

Um 14.20 Uhr twitterte der HSV die Aufstellung. Entgegen meiner Hoffnung, dass Diekmeier für Sakai & vorne weiter Lasogga spielen wird, hat Bruno die Mannschaft ordentlich durcheinander gewirbelt. Cleber für Djourou, Rudnevs für Lasogga, Jung für Kacar. Und weg war es, mein gutes Gefühl. Das konnte nur in die Hose gehen!
Die ersten Minuten nach Anpfiff wirkte der neuformierte HSV sehr nervös, fabrizierte dementsprechend viele Fehlpässen. Eine Grundordnung schien nicht vorhanden. Ideen? Fehlanzeige.
Wie aus dem Nichts dann, in der 13. Minute, die Großchance für Drmic. Leider konnte Sommer klären. Nur 17 (!!!) Sekunden später trifft, nach einem schnellen, direkten Konter, Fabian Johnson zur 1-0 Führung…
Kurz zuvor hatte ich noch eine FB Nachricht bekommen: „Das gibt ne Klatsche“. Ich konnte dem nichts entgegensetzen. Diese ersten 15 Minuten waren grausam. Und wenn man sich an die letzten Wochen und Monate erinnert, hat der Eindruck in den ersten Minuten meistens bereits Rückschlüsse auf das Endergebnis erlaubt…
Gladbach lieferte zwar bis zu diesem Zeitpunkt keine Glanzleistung, aber wir waren auch nicht in der Lage, diesen Umstand auszunutzen und ins Spiel zu finden. Die Chancen waren Zufallsprodukte und resultierten aus Unachtsamkeiten der Borussia.
Aber nach dem Gegentreffer erwachte beim HSV wenigstens sowas wie Kampfgeist. Nach 18 Minuten dann die Riesenchance von Holtby. Leider wollte er es zu gut machen. Er versuchte, auf Aaron Hunt aufzulegen. Vielleicht damit dieser endlich auch regulär zu seinem ersten Tor für den HSV kommt? Jedenfalls hätte er es lieber lassen sollen. In der 38. Minute dann das Eigentor von Hinteregger und damit der Ausgleich zum 1-1. Kurios, diese Entstehung: Nach einer Ecke von Hunt, auf den Kopf von Cleber, ging der Kopfball noch an die Latte, den Abpraller kann Spahic mit dem Kopf auch nicht über die Linie bringen. Der Ball landet bei Gideon Jung, der einfach abzieht. Der Ball wäre meterweit neben das Tor gegangen. Aber zum Glück für uns wird er von Hinteregger unglücklich ins eigene Tor abgefälscht. Puh… 1:1.
Etwas glücklich, aber egal. Kämpferisch war der HSV jetzt in der Partie und konnte sich dadurch immer wieder Chancen erarbeiten. Bereits 3 Minuten nach dem Ausgleich landet ein Abschlag von Adler bei Rudnevs, der in bester Torjägermanier zum 2:1 aus 12 Metern abzieht. Sommer hatte keine Chance. Was für eine verrückte 1. Halbzeit…

Nach dem Wechsel kam der HSV noch besser ins Spiel und hatte diverse Chancen, es für sich zu entscheiden. In der 80. Minute folgte dann der Wechsel. Rudnevs wurde mit großem Applaus verabschiedet, für ihn kam Dennis Diekmeier. Der holte mit seiner ersten Ballberührung einen Eckball für uns heraus. Wiederum Aaron Hunt brachte die Ecke herein und Spahic konnte auf den sträflich alleingelassenen Ilicevic, per Kopfball verlängern. Aus ca. 3 m Entfernung war es dann kein Problem zum 3-1 einzunetzen.

80. Minute. 3-1. Drops gelutscht? Denkste…
Gladbach machte noch mal Druck und kam in der 88.Minute zum 2-3 Anschluss durch Raffael. Nach gefühlt endlosen 3 Minuten Nachspielzeit pfiff Schiri Aytekin ab. Heimsieg! Endlich mal wieder!
Apropos: Aytekin gehörte in diesem Spiel mit 3 Ballkontakten zu den auffälligen Akteuren auf dem Rasen „wink“-Emoticon

Fazit:
Mit viel Kampf konnten wir das Spiel vom Krampf in Kampf umwandeln. Zwar mit etwas Glück, letztendlich aber verdient, gingen wir als Sieger vom Platz und machen einen Sprung auf Platz 11. Aus den noch verbleibenden 13 Spieltagen fehlen jetzt noch 14 Punkte zur „magischen 40“. Ich hoffe, dass dieser Sieg der Mannschaft Selbstvertrauen gibt, die nächsten Aufgaben selbstbewusst aber auch mit der notwendigen Konzentration anzugehen. Mit dem wiedergenesenen Ekdal steigt auch die Qualität, ebenso wie die Möglichkeiten, aus dem Spiel heraus von außen zu reagieren.
Auffällig war die Laufleistungen der Teams. Der HSV hat in diesem Spiel 126,57km zurückgelegt. Gladbach immerhin noch 122,42km. Damit lagen sowohl der HSV als auch Gladbach an diesem Spieltag, im Vergleich mit den anderen Mannschaften, weit vorne. Auf Platz 3 folgt mit 121,18km Hannover 96. Das widerlegt zumindest die Mär der fehlenden Kondition.

Noch ein paar Worte zum, gerade in den letzten Tagen, häufig kritisierten Aaron Hunt: Gestern hat er gezeigt, wie wichtig er als Schnittpunkt zwischen Mittelfeld und Angriff ist. Er war Dreh- und Angelpunkt des HSV und hat in meinen Augen sein bisher bestes Spiel für die Rothosen gezeigt. 2 Tore hat er mit seinen Ecken eingeleitet und er war auch an der ein oder anderen gefährlichen Situation beteiligt. Im übrigen: Wenn sich Werder Fans während des Spiels einen Aaron Hunt nach Bremen zurück wünschen, kann er nicht schlecht gewesen sein.

Bei Rudnevs habe ich mich ein wenig getäuscht. Ich war der Meinung, dass er unserem Spiel zur Zeit nicht helfen kann, wenn er in der Startelf einen Platz einnimmt. Doch er kann. Er hat mich positiv überrascht. Mit seiner teils unorthodoxen Art, sorgt er vorne immer wieder für Unruhe. Seine technischen Mängel kann er zur Zeit durch seinen unermüdlichen Einsatz und seinen Toren wett machen. Da gebe ich es gerne zu, mich getäuscht zu haben. Trotzdem sehe ich in Rudi auf längerer Sicht nicht den Stürmer für unser Spiel. Sorry…

Es war Sonntag ein erkämpfter Sieg. Ein Sieg des Willens. Auch hier hat Bruno immer wieder darauf hingewiesen, dass die Mannschaft für einen Sieg immer an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen muss. Wie recht er damit hat, hat sich gestern mal wieder gezeigt.

‪#‎NurderHSV‬

(CM)