Spätestens seit dem letzten Wochenende …

… sollte auch dem letzten klar geworden sein, daß Kai-Uwe Hesse und Babak Milani von der Bild-Zeitung dem HSV unbedingt schaden wollen.

Anders sind ihre hirnverbrannten Artikel nicht mehr zu erklären.
Immer wieder schüren sie mit hanebüchenen Storys Unruhe beim HSV, nur um Klicks zu generieren. Im Sommer haben sie die ganze Zeit davon berichtet, daß Fiete zu den Bayern geht, es sei nur noch die Frage, ob sofort oder erst 2019.
Sie provozierten die Fans mit einer lächerlichen Ablösesumme … und am Ende zeigte sich: Sie hatten mal wieder keine Ahnung, sie haben nur blind im Nebel gestochert.
So provoziert man, so generiert man mit Gerüchten Klicks!

Und nun machen die selben Leute, die in der Woche vorher noch die Tabellenführung gefeiert haben, ne Trainerdebatte auf.
Man könnte über den Schwachsinn lachen, wenn nicht so viele drauf anspringen würden

Nach dem zweifelsfrei schlimmen 0:5 gegen Regensburg hagelte es Kritik an unserem Trainer.
Mir scheint, viele haben vergessen, wie der HSV in der Zeit vor Titz gespielt hat.
Und damit meine ich nicht nur die dunkle Zeit unter Hollerbach, sondern auch die zu Spielweise unter Gisdol.

Sicher, auch Christian Titz hat am Sonntag gegen Regensburg Fehler gemacht, wer ist schon fehlerfrei?
Aber meiner Ansicht nach waren seine Fehler nicht ausschlaggebend für die Niederlage.
Die ganze Mannschaft hatte am letzten Sonntag einen gebrauchten Tag. Ob ein Pass über 5m den Empfänger findet, hat nichts mit System, Taktik oder ähnlichem zu tun. Die Mannschaft war nicht mit dem Kopf voll bei der Sache.
DAS ist der absolute Hauptgrund für die Niederlage. Später kam noch Verunsicherung dazu.

Das hohe Torwartspiel: Wir ziehen das eh nicht bei jedem Gegner durch, mitunter spielt Polle auch ganz „normal“.
Es birgt Vorteile und Risiken.
Von den Vorteilen haben wir im Spielaufbau schon profitieren dürfen, aber Nachteile haben wir noch nicht gehabt. Der Patzer von Polle gegen Regensburg war nicht das Ergebnis des taktischen Systems, sondern er ist zu sehr ins Risiko gegangen, hat seinen Gegenspieler ausspielen wollen und das ist schief gegangen.
Hätte er höher gestanden, wäre für seine Mitspieler vielleicht sogar noch die Chance dagewesen, den Patzer auszubügeln.

Die Rotation: Ja, es leidet an Eingespieltheit.
Aber der Trainer hat nicht nur das nächste Spiel zu sehen, sondern muß durch die gesamte Saison kommen.
Das heißt, er muß die Kräfte der Mannschaft einteilen, er möchte gerne, daß sich alle in das System einspielen, das dauert dann eben etwas länger und er muß auch die Leute, die auf der Bank sitzen, immer wieder bei Laune halten.
DEN EINEN WEG gibt es da nicht und ich persönlich hüte mich davor zu sagen, dieser oder jener Weg ist der einzig wahre. Auch wenn ich persönlich auch der Ansicht bin, etwas weniger Wechseln wäre die bessere Alternative gewesen.

Hunt: An ihm scheiden sich ja mal wieder die Geister.
Einige fragen sich, was er überhaupt im Kader macht und andere sehen in ihm den Leistungsträger schlechthin.
Was mir auffällt: Die Gegner stehen ihm meistens auf den Füßen, er hat oft recht wenig Platz.
Um da rauszukommen, muß er mehr laufen, aber auch seine Mitspieler müssen sich ohne Ball mehr bewegen.
Was meiner Ansicht aber nicht gut ist, ist wenn Titz ihn auf Linksaussen einsetzt. Das ist nicht die optimale Position für ihn, da haben wir bessere Alternativen im Kader.
Was seine Elfer angeht: Bevor er zum HSV kam, hat er seine Elfer serienweise sicher versenkt. Bei uns fehlt ihm so ein bisschen die Fortune. Er wollte den Keeper ausgucken, aber das hat nicht funktioniert.
Gerade in der zweiten Liga bin ich der Ansicht, daß man den Ball mit Wucht ins Tor hämmern sollte.
Topkeeper halten die unter Umständen doch noch, aber in der zweiten Liga muß man den Keeper schon fast anschießen.

Noch kurz was zu Fürth: Zu Anfang waren wir sehr nervös, wurden aber immer besser. Unterm Strich hab ich uns als die bessere Mannschaft gesehen.
Wir hatten die besseren Chancen und meiner Ansicht nach auch ein reguläres Tor erzielt.
Bates geht zum Ball und es ist eher der Torhüter, der das Foul begeht. Er versucht Bates zu schubsen, allerdings steht der wie ne schottische Eiche und der Torhüter rennt dann halt gegen ihn.
Ich hab da kein regelwidriges Verhalten entdecken können.
Aber Sascha Stegemann ist halt ein Schiedsrichter, der konsequent bei seinen Linien bleibt.
Eine Linie für normale Mannschaften und dann seine HSV-Linie, in der nur glasklare Entscheidungen für uns getroffen werden und alles andere gegen uns ausgelegt wird.
Ich erinnere da auch an das Halten gegen Lasogga. Er will im 16er zum Ball, wird deutlich am Trikot gezogen, so daß er nicht zum Ball kommt,
Stegemann stand bestens, hätte es sehen müssen und hat es mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit auch gesehen.
Aber einen Elfer gibt es nicht. Und all das zog sich durch das ganze Spiel. Nicht zum ersten Mal.
Ich empfinde es als Skandal, daß der uns immer wieder verpfeifen darf.
Wir haben defensiver als normal gespielt. Darunter hat auch der Spielaufbau gelitten. Würden unsere Jungs konzentriert spielen, dann täte diese Umstellung nicht nötig.

Und deshalb möchte ich noch ein paar Worte zur Spielweise von Titz sagen.
Das Spiel ist intensiv und verlangt nach einem hohen Konzentrationslevel.
Ist der vorhanden, dann ist dieses System nicht weit vom perfekten Fußball entfernt. In der Sommerpause haben wir all das sehr gut eingeübt.
Dann ist Jung ausgefallen, der die Abwehr leiten sollte, dann haben wir Mangala und Hwang geholt, die beide eine sehr hohe Qualität haben, aber mit denen das Zusammenspiel im Sinne des Systems noch hapert.
Die eine 6, mit der wir häufig spielen, erfordert auch einiges von der Mannschaft.
Der Schwachpunkt liegt in der Defensive, die die Halbräume nicht anständig besetzt. Also müssen die Aussenverteidiger auch dort Räume übernehmen. Sind die Aussenverteidiger mit in den Angriff eingebunden, dann müssen die 8er die Halbräume mit abdecken, oder die letzte Reihe drängt so weit nach vorne, daß es keinen Platz zwischen den Linien gibt.

Und wenn man gegen tiefstehende Gegner spielt, dann müssen sich die Spieler in den vorderen Linien mehr bewegen.
Wir wollen eigentlich über das Paßspiel Lücken erzeugen, die wir dann nutzen können.
Aber dazu muß man Dreiecke bilden, damit der ballführende Spieler immer zwei Optionen zum Spielen hat.
In den letzten Spielen bewegen wir uns zu wenig ohne Ball, das Spiel wird statisch und der ballführende Spieler hat keine Möglichkeit, den Ball vorne an den Mann zu bringen.
Also muß er wieder nach hinten spielen und neu aufbauen.

Wir kommen von einer ganz anderen Art Fußball, das sollten wir nicht vergessen.
Ich vergleiche das immer wieder gerne mit Streichs Freiburgern.
Von ihnen wird behauptet, daß ein Spieler, der Streichs System lernen soll, ein halbes Jahr braucht.
Bei uns wird es nicht viel anders sein. Wir haben einen Weg eingeschlagen, an dessen Ende ein sehr guter Fußball steht.
Aber der Weg geht nicht nur vorwärts, er wird auch immer wieder hier und da einen Rückwärtsgang haben. Gegen Regensburg war es ein solcher Rückwärtsgang.
Es wird auch wieder vorwärts gehen.

Und noch ein paar Worte zu dem Namen, der letzte Woche durch den Volkspark schwirrte: Roger Schmidt. Wir haben nicht das Geld für Schmidt, wir haben nicht die Mannschaft für sein Spiel, sein Spiel ist „entschlüsselt“, jeder Trainer hat inzwischen gute taktische Mittel gegen ihn im Köcher.
Mal abgesehen davon, daß er unsymphatisch ist, wäre er für uns der grundlegend falsche Trainer. Ich wüsste also nicht, was für ihn sprechen sollte.
Von daher, lasst euch nicht wild machen.
Titz wird bleiben. Ja, hier und da macht er auch Fehler. Aber das ist nunmal so, jeder lernt mit der Zeit und in der Regel durch Fehler. Optimalerweise durch die Fehler der anderen, aber eben mal auch durch eigene Fehler.
Jeder Fehler ist eine Investition in die Zukunft, wenn man draus lernt. Und Titz lernt.

Also nochmal zusammengefasst: Wir machen eine Transformation von einer reinen Kontermannschaft zu einem Team, das auch sehr gut mit dem Ball umgehen und das Spiel machen kann. Und bis wir die Metamorphose vollendet haben, wird es immer Unsicherheiten geben, um letztlich auch die Balance zu finden. Wir sollten als Fans ruhig bleiben und den Weg der Mannschaft unterstützen.

Unsere Mannschaft muß konzentrierter spielen, muß sich mehr bewegen und sollte vielleicht auch ein wenig körperlicher spielen.
Dann kommen auch die Erfolge wieder.
Köln führt dank Terodde in Bestform die Tabelle deutlich an, aber dort ist auch nicht alles Gold, was glänzt.
Stuttgart vor zwei Jahren stand schlechter da, als wir zu diesem Zeitpunkt und hatte sich noch lange nicht gefunden.
Am Ende waren sie klarer Zweitligameister. Sieht man mal von Köln ab, bei denen zwar auch nicht alles läuft, aber deren individuelle Klasse auf allen Positionen die Creme de la Creme der zweiten Liga darstellt, sehe ich kein Team, das in dieser Linie dauerhaft gewinnen wird.
Auch wenn wir gegen St Pauli verlieren, geht die Welt nicht unter und die Chancen aufzusteigen, sind immer noch sehr gut.
Hektik, Panik, Unruhe, Trainerwechsel werden den Weg in die erste Liga nicht beschleunigen. Von daher ruhig bleiben.

Über das Spiel gegen St Pauli sag ich nicht viel. Es wird ein intensives Spiel, niemand wird groß ins Risiko gehen, denn niemand wird dieses Spiel verlieren wollen.
Allen ist die Brisanz bewusst. Von daher erwarte ich ein Spiel, das wenig Tore haben wird. Und ich denke, die individuelle Klasse wird entscheiden. Also ein dreckiges 1:0 für den HSV.
Nur der HSV (fb)