Déjà vu?

Sommer 2014. Der HSV hat mit Mühe, Not und Glück den Klassenerhalt geschafft.
Ein Umbruch innerhalb der Mannschaft sollte erfolgen.
Um den Hoffnungsbringer Hakan Calhanoglu sollte ein neues, schlagkräftiges Team aufgebaut werden, hörte man aus Vorstandskreisen.
In der Winterpause 2013/14 hatte Hakan, mit mächtig großen Treueschwüren dem Hsv gegenüber, seinen Vertrag verlängert, in dem sich auch der damalige Spodi, Oliver Kreutzer, sonnte.
Doch kaum war die Saison vorbei, da kam die Kehrwende. Entgegen seinen großspurigen Ankündigungen wollte Hakan schnell groß rauskommen und sofort CL spielen.

Das Angebot von Bayer 04 kam da gerade recht. Nachdem sein mehrfach vorgetragener Wunsch intern beim HSV auf taube Ohren stieß, und er nicht mehr weiter wusste, suchte und fand er einen anderen Weg. Er ließ sich krankschreiben.
Entweder Wechsel oder Gelber Zettel. Hakan begann, den HSV zu erpressen.
Unter den Fans traf diese Maßnahme natürlich auf wenig Gegenliebe, er wurde schnell zum Feindbild und, meiner Meinung nach, für den HSV nicht mehr tragbar.
Seine Erpressung hatte am Ende Erfolg. Er wechselte für etwa 14 Mio Euro zu Bayer Leverkusen…

Sommer 2015 – Der HSV hat mit Mühe, Not und Glück, aber am Ende verdient, den Klassenerhalt, in einem dramatischen Finale gegen den KSC, geschafft.
Wieder einmal soll im Sommer ein Umbruch erfolgen.
Spieler wie VDV und Jansen haben den Verein bereits verlassen. Weitere 4 Verträge laufen aus, von denen vermutlich 1-2, stark leistungsbezogen, doch noch verlängert werden sollen.
Um die Rückkehrer Tah und Demirbay, so war aus der Führungsetage zu vernehmen, soll eine neue, schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden. Das Ziel: nie wieder Relegation!

Jetzt kommt abermals ausgerechnet Bayer Leverkusen um die Ecke und will Tah verpflichten. Daran scheiden sich momentan die Geister.
Einige meinen, 6/7/8 Mio Euro seien sehr gutes Geld , damit könne die Mannschaft sinnvoll verstärkt werden. Andere wiederum sagen, er darf nicht verkauft werden.
Und zu denen gehöre ich auch. Warum?

Wir, der HSV, haben uns im vergangenen Jahr erpressen lassen.
Erpressen von einem Spieler mit langfristigem Vertrag!
Will der HSV nicht zum Selbstbedienungsladen der Liga werden und weiterhin (für Spieler, Berater und/ oder Konkurrenten) erpressbar bleiben, darf er einem Transfer in diesem Sommer NICHT zustimmen.
Es gab / gibt eine Ausstiegsklausel von 15 Mio (mit Vetorecht und Anpassung des Gehalts), und von 25 Mio ohne Vetorecht. Egal ob diese Fristen jetzt abgelaufen sind oder nicht. Diese Beträge müssen in meinen Augen unbedingt erzielt werden, so man sich doch für einen Verkauf entscheidet. Alles andere würde einen weiteren Gesichtsverlust bedeuten: Der HSV hätte ein zusätzliches, riesengroßes Imageproblem!

‪#‎NurderHSV‬

(CM)

Gibt es überhaupt einen Plan A

n meinem engsten Freundeskreis herrscht die Meinung vor, das sei normal.
Es sei normal, dass sich um uns herum fröhlich das Wechselkarussel dreht, Spieler kommen, Spieler gehen, während man das Gefühl hat, der HSV hat mal wieder ne Runde Baldrian geschmissen und die gesamte Führungsriege hockt nun, mit erweiterten Pupillen vor der Spielekonsole. Fifa 16? Oder wie heißt das Ding, was kleine wie große Jungs gerne zocken. Bei dem man sich Wunschspieler kaufen und aufstellen kann. Bei dem der HSV gerne auch mal 16 : 0 gegen die Bayern gewinnt.

Wenn ich ehrlich bin (und das bin ich meistens) dann glaube ich, bevor wir jemals wieder überhaupt nur an einen Sieg gegen die Norditaliener träumen dürfen, werden noch Jahre vergehen.

Besagter, enger Freundeskreis mahnt ständig Geduld an und fordert Vertrauen und Hoffnung.
Geduld, weil Didi noch nie der Schnellste war, was Verpflichtungen angeht und Hoffnung, dass man wisse, was man tue. Schlecht sei eben die Ausgangsposition. Kein Geld, kein Image, keine Spieler. So isses nu ma.

Was mich aber richtig und WIRKLICH wuschig macht ist das Gefühl, dass ich inzwischen nicht mal mehr daran glaube, dass man in der baldrianbeseelten Führungsriege überhaupt einen Plan hat. Weder einen A geschweige denn einen B – Plan.
Wenn ich lese, dass sich Knäbel JETZT auf den Weg macht, um bei der EM der U21 zu sichten und beobachten, ja spätestens dann, Kinners, geht mir der Schnürsenkel auf!

Denke ich daran, dass man nicht mal in der Lage ist, mehr als 2 Wochen nach der Relegation den ausgelaufenen Altverträgen zu sagen: „du bleibst, du gehst!“, fehlt mir jegliches Verständnis!
Klar kann man warten, bis andere Vereine Interesse zeigen und sich zumindest dieses Problem von alleine löst. So ist es wohl, zumindest was Westermann angeht. Dann braucht man eben keine Entscheidungen treffen. Wie bequem ist das denn?
Sorry, Jungs, das kanns nicht sein!
Bisher sitzen wir auf einem Kader, der keinen Deut besser ist, als in der vergangenen Saison. Und mit Ivo und Kacar sollen ja wohl (so hört man, entschieden ist ja wie gesagt noch nichts) zwei der Abstiegsgesichter bleiben. Verstehen muss ich das nicht. Aber bitte: fordert nicht noch mehr Geduld oder Hoffnung dafür ein, dass es mit denselben Nasen, in der kommenden Saison hoffentlich besser läuft!

Dabei nicht mal berücksichtigt, dass uns mit Tah wohl ein weiterer hoffnungsvoller Nachwuchsspieler und dann auch noch mal wieder Richtung Leverkusen verlässt! Ich kanns schon nicht mehr hören! Leverkusen!!! Da, wo Son, Prinz Psycho und bald wohl auch Tah sich zu Weltklassespielern mausern! Da kann man gar nicht so viel essen, wie man kotzen mag!

Was ich erwarte? Ganz einfach!
Keine Namen, keine Bestätigungen von Gerüchten, Zu – oder Abgängen, sondern einfach eine kleine Pressemitteilung vom HSV.
Inhalt: Liebe Leute macht euch keine Sorgen! Wir haben einen Plan und liegen im abgesteckten Zeitrahmen!
Das wär doch mal was für schwer beschädigte HSV – Seelen!
Dann wäre ich sogar bereit dazu, nochmal ein klitzekleines Stück Geduld und Hoffnung zu investieren!
(mg)

Ich hab da mal ne Frage.

Liebe Leser,

Nach der geglückten Relegation sind schon wieder fast 2 Wochen ins Land gegangen. Zur Zeit wird in vielen Foren / Gruppen / Seiten etc. das Thema „Umsetzung HSVplus – Was ist davon übrig geblieben“ diskutiert.

Was ich mich seit Wochen, oder eigentlich seit Monaten Frage:

Was wird denn konkret kritisiert? Welche Punkte sind nicht umgesetzt worden? Welche Punkte sind heute eher das Gegenteil von dem, was im Konzept stand?

Was ich den verschiedenen Beiträgen immer wieder entnehme sind Argumente wie:

Anstatt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen oder in junge Talente zu investieren, wurden ca.33 Mio (Ca. 10 Mio netto) für „fertige Spieler“ bezahlt.

Aber stand etwas anderes in HSVplus? Und: Wäre Euch ein Abstieg lieber gewesen?

Bitte helft mir und gebt mir ganz konkrete Beispiele, was HSVplus „versprochen“ hat und was genau falsch umgesetzt wurde.

Freue mich auf sachliche Diskussionen! (CM)

Fietes Saisonrückblick V

Dies ist der letzte Teil des Saisonrückblicks.

Zeit, um ein (persönliches) Resümee zu ziehen.

Fassen wir zusammen: Vor gut einem Jahr haben wir, mit der Wahl von HSVPlus, die Weichen für unseren Verein vollkommen neu gestellt. Die Satzungsänderung war, wenn ich diesen Begriff auch ungern verwende, alternativlos. Allerdings ist HSVPlus nicht frei von Fehlern. Es gibt Schwächen in der Satzung, an denen wir arbeiten müssen. Der Aufsichtsrat ist sicherlich auch nicht das Gelbe vom Ei, aber es ist meiner Ansicht nach ein AR, mit dem wir leben können. Karl Gernandt sollte aber, zumindest in Sachen Öffentlichkeitsarbeit noch dazulernen. Nicht in jedes Mikro, das am Weg steht, muss man reinsprechen. Beherzigt er das in Zukunft nicht, sollte er an der Spitze des ARs abgelöst werden.

Was den Vorstand angeht… Ich bin mir nicht sicher. Sportliche Kompetenz ist gegeben, aber um ein Unternehmen wie den HSV zu leiten, braucht es mehr. Ob Didi mit seinen Kollegen dieses „mehr“ leisten können? Ich bin mir nicht sicher. Frank Wettstein kenne ich nicht, von ihm hört man auch nichts. Was ja nicht unbedingt etwas Schlechtes heißen muss. Er fliegt für die Öffentlichkeit unbemerkt unter dem Radar. Insofern kann man seine Qualität schlecht beurteilen.

Joachim Hilke war schon Bestandteil des Vorstands vor der Strukturänderung. Ich hätte auf dem Posten des Marketingchefs lieber einen neuen Mann gesehen, der frischen Wind mitbringt. Allerdings… bei dem sportlichen Erfolg und dem ganzen Chaos im Verein, haben wir doch noch recht gute Sponsoringverträge … wegen ihm? Trotz ihm? Auch das ist nur schwer zu beurteilen.

Didi halte ich, wie bereits erwähnt, für einen guten Sportchef, weniger für einen guten Vorstandsvorsitzenden. Ich bin noch immer der Ansicht es fehlt ihm an Entscheidungsfreude. Besonders dann, wenn Chefqualitäten gefordert sind. Also zum Beispiel, wenn es um unangenehme Entscheidungen geht. Für einen Chef ist Didi einfach zu nett, zu lieb und zu ehrlich.

Apropos Entscheidungsfreude. Didi wollte, so jedenfalls mein Eindruck, Tuchel unbedingt. Er konnte ihn aber nicht kriegen und hätte fast den Zeitpunkt verpasst, auf Plan B umzusatteln! Wir sind dem Abstieg nur um Haaresbreite entronnen. Die Verantwortung dafür trägt unser Vorstandsvorsitzende, Dietmar Beiersdorfer, der nicht in der Lage war, früher von Plan A auf Plan B umzuschalten! Was mich zudem stört: Er stärkt seinem Team nicht den Rücken, gibt Spielern keinen Rückhalt, verteidigt den Verein nicht in der Öffentlichkeit.

Die Frage ist, welche Konsequenz zieht man aus dieser Erkenntnis?

Ich für mich bin zu dem Schluß gekommen, wir brauchen einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Dietmar Beiersdorfer kann meinetwegen im Vorstand bleiben, aber unter einer anderen Führungsperson.

Der Sportchef, oder auch Direktor Profifußball, Peter Knäbel, hat noch nicht zeigen können, ob er eine erfolgreiche Mannschaft zusammenstellen kann. Was er aber gezeigt hat, ist, dass er ne Plaudertasche ist, die kaum einem Mikro aus dem Weg gehen kann und dass er ein schlechter Trainer ist. Was ich ihm aber richtig krumm nehme ist die Tatsache, dass er als Trainer die Spieler in der Öffentlichkeit schlecht gemacht hat. Nicht nur kein Rückhalt, sondern Spieler in der Öffentlichkeit in die Pfanne hauen. Für mich ein absolutes NoGo. Ich denke wir sollten uns, bei aller Fachkompetenz, die er ev haben mag, von ihm trennen. Didi wird SpoDi, da wird er ja auch nicht unbedingt mehr gebraucht.

Nächster Punkt: Die Öffentlichkeitsarbeit. Viele schießen sich dabei auf unseren Mediendirektor Jörn Wolf ein. Für mich trifft man damit nicht ganz den Kern. Jeder im Verein muß sich Gedanken darüber machen, wie er in der Öffentlichkeit rüberkommt. Unser Image ist negativ? Dann müssen sich unter Umständen alle im Verein einem gesamtheitlichen Coaching unterziehen. Ein Eindruck beginnt damit, dass Didi, also der Chef vom Ganzen, nur am Stammeln ist, wenn er ans Mikro geht. Klingt sympathisch, wenn jemand eine Schwäche hat, ist aber nicht zielführend. Sicheres Auftreten und flüssiges Reden kann man lernen. Wenn nicht, ist man falsch auf dieser Position. Hinzu kommen solche Dinge, wie das gestrige Interview von Hilke im Abendblatt. Ein absolutes Armutszeugnis. Es sollte ein Interview sein, das einen positiven HSV zeigt. Alles in Ordnung, Planungen im Soll. Was dabei rauskam: der HSV will den Dino und die Uhr abschaffen, Shitstorm inklusive. Die Erhöhung der Preise für Dauerkarten der Kinder und Behinderten wurden nach außen mindestens genauso desolat kommuniziert! Nach dem Relegationsspiel hat sich die gesamte Führungsriege des HSV dem Shitstorm der Öffentlichkeit ergeben. Alle sind abgetaucht, anstatt auch da mal gegenzuhalten. Andere Vereine machen es vor, wie sowas geht! Allen voran unser Erzrivale von der Weser. Auch hab ich den Eindruck im Verein hat man noch immer nicht die sozialen Netzwerke verstanden. Seien es die Foren, Facebook oder Twitter. Ist schon so’ne Sache mit dem Internetz. Immerhin haben wir ne anständige HP Ok, bedenkt man woher wir kommen, dann mag das ja alles ein riesen Fortschritt sein, aber verglichen mit anderen Vereinen ist unsere Öffentlichkeitsarbeit einfach nur Mist. Professionell sieht anders aus!

Unterm Strich: 1) Wir brauchen jemanden an der Spitze des Vereins, der Entscheidungen treffen kann. 2) Wir müssen mehr zusammenstehen. Beginnen muss das an der Führungsspitze. Intern kann man sich zoffen, nach außen muss man wie eine Familie zusammenstehen. 3) Es sollte nicht mehr so viel gesabbelt werden, aber wenn, dann richtig. 4) wir alle sollten unser Auftreten in der Öffentlichkeit überdenken! Denn nicht nur was man sagt, sondern auch das was man tut, wird beobachtet.

Und wenn wir schon beim Thema sind: Wir kuschen meiner Ansicht nach viel zu sehr vor den anderen. Auch wenn es im Moment sportlich nicht so läuft, sind wir immer noch der HSV, einer der größten Fußballvereine Deutschlands mit 70.000 Mitgliedern. Der Verein, der bei den Zuschauerzahlen in Europa an achter Stelle steht und der die zweitmeisten Auswärtsfans der Liga stellt. Demut ja, was die Erwartungen an die sportlichen Erfolge angeht. Aber nicht, was unser Ansehen in der Öffentlichkeit betrifft. Da dürfen wir schon aufrecht durch die Gegend laufen.

Ich hoffe euch hat mein Saisonrückblick gefallen. Selbst dann, wenn ihr hier und da meine Meinung vielleicht nicht teilt. Ich habe versucht direkt und ehrlich zu sein, ohne beleidigend zu werden. Wenn ihr einiges anders seht, wir können gerne drüber diskutieren. Vielen Dank für’s Lesen und auch für die bisherigen Rückmeldungen (fb)

Die anderen Teile findet Ihr hier:

Fietes Rückblick Nr. I

Fietes Rückblick Nr. II

Fietes Rückblick Nr. III

Fietes Rückblick Nr. IV

Fietes Saisonrückblick als .pdf Datei in kompletter Ausführung zum lesen oder ausdrucken

 

 

Fietes Saisonrückblick IV

Mit Didi haben wir einen VV der sportlich zwar sehr kompetent ist, aber nicht sehr entscheidungsfreudig.

Ihm zur Seite stehen im Vorstand Joachim Hilke für das Marketing, seit dem 15.November. Frank Wettstein für die Finanzen und bis zum 15. Mai noch Carl Jarchow.
Unter dem Vorstand sind Didis sportliche „Partner“. Seit dem 1.August Bernhard Peters, als „Direktor Sport“, und seit dem 1.Oktober Peter Knäbel, als „Direktor Profifußball“.
Ihr fragt euch sicherlich, warum ich die Daten so genau nenne. Es geht mir darum darzustellen, dass Didi die Mannschaft 2014/15 so wie sie ist, ziemlich alleine zu verantworten hat. Einen Grossteil hat er übernommen, zudem haben, zumindest anfangs, noch Slomka und Kreuzer Einfluss genommen.
Die beiden Verpflichtungen im Winter sind das Ergebnis des o.g neuen Teams.

Slomka peilte ein System an, dass er schon immer bevorzugt hat: den Ball in der eigenen Hälfte erobern und dann schnell umschalten und schnell nach vorne spielen.
So wurde die Mannschaft zusammengestellt.
Das klappte aber leider absolut nicht, folgerichtig musste der Trainer gehen.
Da ich der Ansicht bin, dass Didi von Anfang an nicht von Slomka überzeugt war, war es falsch, aus welchen Gründen auch immer, an ihm so lange festzuhalten.
Das war für mich der Anfang einer Fehlerkette, die letztendlich Schuld daran war, dass wir uns plötzlich erneut im Tabellenkeller wiederfanden. Es mag gut sein, dass Didi immer sehr weit voraus denkt… leider vergisst er dabei mitunter etwas die Gegenwart.
Slomka sollte, davon bin ich überzeugt, die Übergangssaison leiten, bis zur neuen Saison Tuchel kommt. Ich denke, das war schon damals der große Plan, der hinter allem stand.
Aus Mainz munkelte man, dass der HSV sich mit Tuchel bereits zu diesem Zeitpunkt wohl weitestgehend einig war. Ja, es hieß sogar, man habe über eine vorzeitige Vertragsauflösung geredet.
Die Transfers untermalten diese These.
Müller und Holtby gehören zu den Spielern, die Tuchel immer sehr gefördert hat. Besonders die Verpflichtung Holtbys hat mich gewundert. Was man bei unserer angespannten Finanzlage bereit war zu investieren, nur um ihn zu verpflichten! Wow!
Nachdem man nun Spieler hatte, die halb auf Slomka, halb auf Tuchel ausgerichtet waren, kam es, wie es kommen musste: es ging in die Hose.

Auch als Slomka gehen musste, blieb Tuchel erste Wahl.
Labbadia, mit dem man damals schon Kontakt hatte, sagte man ab. Ich vermute, und bitte dies auch nur als Vermutung meinerseits anzusehen, dass Tuchel sich damals wie auch vor ein paar Wochen einfach nicht entscheiden konnte (oder wollte).
Also wurde kurzfristig Joe Zinnbauer „bis auf Weiteres“ zum Trainer gemacht. Man hatte wohl die Hoffnung auf Tuchel noch nicht aufgegeben, und Joe als Provisorium auf dem Trainerstuhl, installiert.
Solange bis es nicht mehr ging. Nein, eigentlich noch ein wenig länger. Ich gebe zu ich habe immer gehofft, dass Joe der Mannschaft nochmal den Kick geben kann, dass wir uns mit ihm retten. Ich mag ihn halt.
Anstatt nun Nägel mit Köpfen zu machen, installierte man mit Knäbel das nächste Provisorium. Wie am Tag der Legenden durchzuhören war, hatte Bruno damals noch immer ein gewisses Interesse am Job. Aber Bruno wollte, wie auch andere Trainer, nicht nur bis zum Saisonende bleiben … verständlich.
Und Didi wollte noch immer Tuchel. Der zierte sich aber immer noch.
Tuchel wäre, so sehe ich das, nur zum Erstligisten HSV gekommen, und auch die komplette Planung für die neue Saison sollte seine sein.
Den Abstiegskampf hat er sich ganz einfach nicht zugetraut.
Ich glaube tief im Innersten wusste er, dass der HSV, mit all seinen komplexen Problemen, eine Nummer zu groß für ihn gewesen wäre. Daraus resultierte die Hinhaltetaktik, auf die Didi und (leider am Mikro der Medien) auch Karl Gernandt reingefallen sind. Diesem Klammern an eine Vision hätte Didi denn auch fast die Erstliga geopfert!
Gerade noch rechtzeitig zog man die Reissleine und holte Bruno Labbadia.
Man mag sich nicht ausdenken, wo wir heute stünden, wenn Bruno schon im Herbst (oder sogar Sommer) gekommen wäre.

Im Grunde genommen hat Didi Kompetenz und weiß, was gut ist. Leider schafft er es manchmal nicht rechtzeitig, sich von Gedankengängen zu trennen, wenn es nicht läuft wie geplant. Das war schon immer sein Manko. Schon in seiner ersten Amtszeit beim HSV war es immer eher Bernd Hoffmann, der letztlich mit der Faust auf den Tisch hauen musste, um Entscheidungen zu fällen. Oft auch unangenehme Entscheidungen, die ihn dann bei vielen Fans als Buhmann erscheinen ließen.

Ein weiteres Manko unseres Vereines ist der fehlende Rückhalt nach außen, für Spieler und Angestellte. Das ist nicht neu, das hat leider Tradition.
Didi hat sich nie klar zu Slomka bekannt, und auch nicht zu Joe. Und wo war der Rückhalt für die Mannschaft, als der HSV wegen des harten Spiels gegen Leverkusen als Tretertruppe abgestempelt wurde?
Man hat sich nie öffentlich dagegen gewehrt! Man stellte sich auch nicht schützend vor die Spieler, als ein Toprak in einer abgepfiffenen Situation Jansen von hinten umgrätschte!
Das war ne klare rote Karte, jeder hat es gesehen! Rudi Völler nahm seinen Spieler in Schutz, betitelte ihn als einen der fairsten Abwehrspieler der Liga. Und vom HSV?? Da kam gar nichts.
So ein Signal gegenüber der Mannschaft ist verheerend! Die Signale gegenüber der Öffentlichkeit sind: „Mit dem HSV kann man es ja machen“, „So schlimm war es nicht, wenn selbst der eigene Verein nicht widerspricht“, und „der HSV IST ne Tretertruppe“.

Dasselbe Bild nach dem zweifelhaften Freistoß in Karlsruhe, vor dem 1:1.
Ein Shitstorm sondergleichen bricht über den HSV herein.
Und was kommt als Reaktion vom HSV? Nix!!!
Da erwarte ich, dass man klar Stellung bezieht und sagt, wie es ist: Man kann den Freistoß geben, es war keine Fehlentscheidung, Gräfe hat gut gepfiffen. Aber es kommt nichts und ganz Fußballdeutschland stellt sich auf die Seite der Karlsruher. Mit dem HSV kann man es ja machen.
Und wir setzen noch einen drauf: Knäbel hat während seiner Zeit als Trainer über seine Spieler hergezogen … und von denen erwartet er dann, dass sie sich für den HSV zerreißen?

Das sind alles nur Beispiele, man könnte noch viel mehr nennen.

Natürlich wirkt sich das alles auch auf die Fans aus.
Die Fans, die so sagenhaft den Verein unterstützt haben!
Es sind zu einem Teil dieselben, die im nächsten Moment einen Heiko Westermann mobben, einen van der Vaart beleidigen und einen Behrami sofort vom Hof jagen wollen. Darf die Vereinsführung so mit Spielern umgehen, dann dürfen die Fans das doch erst recht, oder? Viele Fans denken so, zumindest unbewusst!

Wir erwarten, dass die Spieler füreinander und auch für den Verein kämpfen, aber wir leben ihnen etwas anderes vor. Das muß besser werden, von uns allen. Und beginnen muss diese Veränderung bei der Vereinsführung!
Wir wollen eine große HSV-Familie sein.
In einer Familie zofft man sich vielleicht, nein, ganz bestimmt, ab und zu mal.
Aber wenn es nach aussen geht, dann hält man zusammen wie Pech und Schwefel. Das ist Familie. Kommt jemand von aussen, dann darf kein Blatt Papier zwischen Fans, Führung und Spieler passen und das muß man allen klar machen.
Leg dich mit einem HSVer an, dann legst du dich mit dem gesamten HSV an. Aber wie gesagt, das muß die HSV-Führung vorleben! Tut sie aber bislang nicht!
(fb)

Fietes Rückblick Nr. I

Fietes Rückblick Nr. II

Fietes Rückblick Nr. III

Fietes Rückblick Nr. V

Fietes Saisonrückblick III

In diesem Teil widme ich mich der Hin- und Rückrunde

Köln 0:0, Paderborn 0:3 im eigenen Haus und Hannover 0:2 und die Bayern vor der Brust. 6 Punkte aus diesen drei Spielen war eigentlich das, was ich erwartet hatte, Didis Erwartungen waren wohl nicht viel anders, also wurde Slomka freigesetzt und Joe Zinnbauer „bis auf weiteres“ als Cheftrainer engagiert. Das „bis auf Weiteres“ zeigt mir, Joe sollte anscheinend nur für den Übergang Trainer sein.
0:0 gegen die Bayern, ein guter Start, überhaupt, Joe hat die Defensive dicht gemacht und nach vorne, das würde wohl noch kommen, so war damals meine Meinung und auch die vieler anderer.
Gladbach nur mit Pech verloren, gegen Frankfurt durch nen Sonntagsschuß von Piazon, Dortmund gewonnen, Hoppendorf ein gutes Unentschieden, es lief gar nicht sooo schlecht. Berlin war ein grausamer Rückfall in alte Zeiten. Gegen Bayer und Bremen haben wir dreifach punkten dürfen, wenn wir nicht zuhause gegen Stuttgart mit unserem grottigen Spiel verloren hätten, dann wäre die Hinrunde trotz der Probleme in der Offensive und den Leistungsschwankungen durchaus in Ordnung gewesen. So hatten wir 17 Punkte, wie gesagt, mit einem Sieg gegen Stuttgart wären es 20 Punkte gewesen, man war durchaus im Plan.

Die Winterpause sollte dazu genutzt werden, die Schwächen aufzuarbeiten, also das Passspiel und den Torabschluß verbessern. Dazu verstärkte man sich auch noch mit Ivica Olic (Mit Lasogga, Rudnevs und dem immer noch verletzten Beister als einzige Stürmer in die Saison zu gehen, war eh knapp)
Und man holte mit Marcelo Diaz einen Spieler, der 90 Minuten aktiv war, der das Spiel aus dem DM leiten konnte und der selbst unter Druck nicht die Nerven verlor und ball- und passsicher blieb, selbst wenn der Gegner intensiv presst (die Nervenstärke sollte sich noch auszahlen)
Schade nur, daß die beiden erst auf den letzten Drücker kamen. Beide waren in der Vorbereitung nicht dabei und auch nicht beim ersten Rückrundenspiel.

Die Rückrunde begann mies. Statt gegen den Aufsteiger im eigenen Stadion den Grundstock für eine ordentliche Rückrunde zu legen verloren wir 0:2. Schnell wurde klar, wir haben weiterhin große Probleme, spielerisch Lösungen zu finden. Also gegen Paderborn und Hannover wieder hinten dichtmachen und vorne hilft der liebe Gott. Es funktionierte. Joe wurde mutig und probierte es wieder spielerisch … gegen die Bayern … und ließ damit seine Spieler ins offene Messer rennen. Das Spiel war eindeutig vercoacht, wir verloren 0:8! Irgendwie war das der Anfang vom Ende. Spielerisch entwickelten wir uns rückwärts, also das Spiel gegen Hertha kam, war klar, das ist ein vorgezogenes Endspiel, ein Spiel, das man gewinnen MUSS. Und wie fast immer, wenn solche Spiele kamen, verloren wir.
Daß Joe zu dem Zeitpunkt seinen Hut nehmen musste, war eine Entscheidung, die viele nachvollziehen konnten. Ein Schritt, der im Grunde zu spät kam, die Mannschaft hatte nach dem Bayernspiel das Vertrauen zu Joe verloren, die Mannschaft fiel auseinander.
Den nun folgenden Schritt hat wohl so wirklich kein Mensch begriffen: Peter Knäbel, unser Direktor Sport, sollte die Mannschaft bis zum Saisonende führen.
Auch wenn ich diese Entscheidung versucht hab zu verteidigen … wenn ich ehrlich bin, ich war geschockt! Ein Mann mit dem Charisma einer Schlaftablette (sorry), der vor etlichen Jahren mal als Spielertrainer einen schweizer Drittligisten trainiert hat, sollte in dieser extrem schwierigen Phase den Klassenerhalt retten? Das konnte nur in die Hose gehen und es ging auch prompt in die Hose. Peter Knäbel ist als Trainer grandios gescheitert. So sehr, daß er auch als Sportdirektor Schaden genommen hat!

Aber dann hatte der Fußballgott ein Einsehen mit uns HSV-Fans und Bruno Labbadia wurde der neue Trainer.
Ein Sieg im ersten Spiel blieb uns verwehrt, aber es war schon mehr Struktur im Spiel zu sehen, als vorher. Die Spieler guckten nicht mehr so hilflos, wie unter Peter Knäbel, Bruno gab ihnen Sicherheit.

Zeitgleich hat der SC viel dafür unternommen, um die Fans hinter die Mannschaft zu bringen (dranglauben/AlleMannanBord). Mit der beispiellosen Unterstützung der Fans und Bruno Labbadia als Trainer gelang das, woran viele nicht mehr geglaubt haben, man erreichte noch die Relegation.
Tendenziell wurde das Spiel unserer Mannschaft immer besser, wir entfernten uns vom „Joe-Zinnbauer-Style“
Bruno setzte auch zunehmend auf Spieler, die im Grunde keine Zukunft mehr bei uns haben sollten: Kacar, Ilicevic usw. Sie dankten es ihm mit Leistung. Behrami der sich beim Wolfsburgspiel noch in der Halbzeitpause heftig mit Djourou gezofft hatte, war ganz aussen vor, man munkelt aber, daß das wenig mit seiner Oberschenkelzerrung zu tun hat.

Unter Bruno spielte man gegen Bremen gut, gegen Augsburg und Mainz sehr gut, aber man verpasste es, den Sack gegen Freiburg und Stuttgart zuzumachen. Gerade gegen Stuttgart war es eigentlich unerklärlich. Man hatte nach einer Viertelstunde das 1:0 geschossen und brach dann ein, anstatt mit dem Selbstbewusstsein des Führenden das Spiel zu dominieren. In diesem Spiel hätten wir den direkten Abstieg schon vermeiden können und es hätte nur ein Punkt, unabhängig von den anderen Spielen, am letzten Spieltag gereicht, um die Klasse sicher zu halten. Aber die Mannschaft wollte es lieber spannend. Ich verstehe bis heute nicht, warum sich die Mannschaft nicht mehr gewehrt hat. So musste heftigst gezittert werden.

Die Relegation gegen den KSC begann nicht gut. Rouven Hennings hat mit einem Glücksschuß schon nach 4 Minuten das Tor getroffen. Das schockte unsere Mannschaft sichtlich. In der Folge steckte man zwar nicht auf, aber es gelang wenig. Erst in der zweiten Halbzeit erholten wir uns davon und wurden immer etwas besser. Nachdem Ivo den Ausgleich schoss, dominierten wir das Spiel. Unterm Strich ein gerechtes Unentschieden.
In Karlsruhe lief es dagegen anders. Der HSV war über weite Strecken des Spiels eindeutig die bessere Mannschaft. Man gönnte sich nur eine kleine Phase, in der man den Druck etwas heraus nahm. Karlsruhe nutzte das, um in Führung zu gehen. Von da ab gab es Powerplay von Seiten des HSV. Nach einem strittigen Freistoßpfiff versenkte Marcelo Diaz den Ball direkt im Tor … Verlängerung. Bemerkenswert war, daß eigentlich Rafa den Ball selber schießen wollte. Alles konzentrierte sich auf Rafa, aber Diaz reagierte nach dem Pfiff am schnellsten. Der Mann hat Nerven aus Stahl. In der Verlängerung hatte der KSC dem Drängen des HSV kaum noch etwas entgegenzusetzen. Der schon fast geniale Schachzug von Bruno, Cléber als, tja, als was eigentlich? Als Mann für alle Fälle aufs Feld zu schicken, zeigte Wirkung. Cléber brachte den Pass so in den Strafraum, daß Müller ihn nur noch einnetzen brauchte. Nun war der Widerstand gebrochen, der KSC hätte in 5 Minuten noch zwei Tore schießen müssen. Da änderte der strittige Elfmeter in den Schlußminuten auch nichts dran.

Dies ist sicherlich nicht der interessanteste Teil meines Saisonrückblicks, aber ich finde das gehört dazu. Morgen geht’s weiter (fb)

Fietes Rückblick Nr. I

Fietes Rückblick Nr. II

Fietes Rückblick Nr. IV

Fietes Rückblick Nr. V

Fietes Saisonrückblick II

Im zweiten Teil des Saisonrückblicks widme ich mich den Transfers. Wie man allgemein lesen kann, haben wir ja über 30 Mio investiert … und trotzdem nur Abstiegskampf.
Fakt ist, wir haben über die gesamte Saison Spieler für 33 Mio geholt, aber auch Spieler für 23 Mio verkauft. Netto haben wir also 10 Mio investiert.
Bei den Verkäufen sticht Hakan IQ10 hervor. 14,5 Mio haben wir für ihn eingenommen, wir haben damit aber auch 14,5 Mio an Qualität verloren, das wird oft vergessen. Über seinen Charakter will ich mich hier nicht auslassen, aber Fußball spielen kann er.
Der nächstgrößere Posten bei den Verkäufen ist Milan Badelj. Er wurde verkauft, weil es für ihn ein gutes Angebot gab (4 Mio) und er uns gerade wenn es eng wurde, nicht sehr geholfen hat. Außerdem hatten wir mit ihm und Tolgay Arslan zwei recht ähnliche Spielertypen auf dem Platz.
Das meiste Geld haben wir für die Verpflichtung von Pierre-Michel Lasogga ausgegeben. Ein Spieler, der schon in der Saison vorher für uns gespielt hat, also nur zur Qualitätssicherung und nicht zur Verstärkung des Kaders. Für meine Begriffe haben wir zu viel für ihn bezahlt, aber ich kann durchaus die Gründe dafür verstehen. Er war der Spieler, der mit 15 Toren in nur 24 Spielen der Torgarant war. Und er hat nicht nur oft getroffen, sondern auch wichtige Tore geschossen, wie zB das eine Tor in der Relegation. Spieler, die zweistellig treffen, sind nunmal teuer. Und von ihm wusste man, daß er in Hamburg funktioniert.
Mit Nicolai Müller holte man sich einen Spieler, der in Mainz nicht nur 10 Tore und 4 Assists gemacht hatte, der auch alle drei Positionen im OM spielen kann. In Mainz hat er links, rechts, zentral hinter dem Sturm und sogar als Mittelstürmer. Er gilt auch als schneller Spieler, passt also in das Anforderungsprofil von Slomka. Ob man wirklich für ihn 4,5 Mio hätte ausgeben müssen, sei mal dahingestellt, richtig angekommen ist er in Hamburg auch noch nicht.
Ersatz für Milan Badelj sollte Valon Behrami sein. Ein Spieler, den Didi schon gerne in seiner letzten Zeit als SpoDi des HSV nach Hamburg gelotst hätte. Möglich war seine Verpflichtung nur, weil er Knieprobleme hatte und deshalb nicht immer trainieren konnte. 3,5 Mio wurde für ihn ausgegeben. Er sollte der Führungsspieler im DM werden, Teil der Achse Adler-Behrami-van der Vaart-Lasogga. Dumm nur, daß trainingsfaule Spieler, die dazu noch Probleme mit der Autorität haben, nicht als Führungsspieler taugen. Ich frage mich, ob man das nicht hätte besser wissen können, aber dazu fehlte vielleicht ja die Zeit.
Matthias Ostrzolek kam von Augsburg und wollte sich verbessern … hmm, hat nicht so ganz geklappt. Daß es nicht geklappt hat, lag zum Teil auch an ihm, denn so richtig überzeugen konnte er auch nicht und wurde teilweise durch Ronny Marcos ersetzt. Ronny ist ein feiner Kerl, aber kein Erstligaspieler, das sagt also einiges über die Leistung von Matze aus.
Mit Lewis Holtby kam einer der Bruchwegboys nach Hamburg, aber sein Können hat er leider nur am Bruchweg zeigen können. Seither läuft er seiner Leistung hinterher, wechselt oft die Vereine, kommt nie richtig zur Ruhe. Hochmotiviert schafft er es auch nicht beim HSV, der Mannschaft den Stempel aufzudrücken. Vielleicht kommt es ja noch, er wird wohl bleiben und seit langer Zeit mal bei einem Verein in die zweite Saison gehen.
Zoltán Stieber galt von Anfang an als unerwünscht (Danke Karl Gernandt), war aber letztlich ein guter Ergänzungsspieler, der durchaus mit den als Leistungsträger geholten Spielern mithalten konnte. Ein Spieler, der Spaß am Fußball hat und damit auch die Mannschaft belebt.
Cléber Reis wurde offensichtlich als Vorgriff auf die Zukunft geholt. Als Brasilianer hat er erwartungsgemäß Anpassungsschwierigkeiten, aber wenn er gebraucht wurde, war er da. Ich denke, er wird sich noch weiter entwickeln.
Über Julian Green decken wir lieber den Mantel des Schweigen, zum Glück war er nur geliehen

Aufgrund der Probleme der Hinrunde und des Abgangs von Tolgay Arslan wurden in der Winterpause Ivica Olic und Marcelo Diaz geholt.
Olic hatte in der ersten Saisonhälfte 5mal für Wob getroffen, wusste also durchaus, wo das Tor steht. Ausserdem ist er jemand, der nie stillsteht (im Gegensatz zu einigen seiner Mannschaftskameraden) und auch in seiner Trainingsauffassung ein Vorbild für die jungen Spieler ist. Er wird nicht jünger, das merkt man ihm schon an, aber eine Saison schafft er noch. Danach soll er im Jugendbereich des Vereins arbeiten, ich vermute, im Trainerteam. Vermutlich eine gute Entscheidung, einen so engagierten Spieler dort einzubinden.
Die Verpflichtung von Marcelo Diaz war ein Zeichen dafür, daß man erkannt hat, woran es in der Mannschaft fehlt. Er ist ein Spieler, der sehr engagiert ist, der von hinten das Spiel leiten und aufbauen kann und der selbst unter Druck nicht die Nerven verliert, sondern den Gegner noch ausspielen kann. In Zeiten intensiven Pressings ist das Gold wert. Schade, daß er so lange in der Rückrunde verletzt war. Wie nervenstark er ist, haben wir ja auch in Karlsruhe erfahren dürfen.

Auffällig, aber typisch für Dietmar Beiersdorfer, viele der Transfers wurden erst in letzter Minute getätigt. Wie soll sich eine Mannschaft einspielen, wenn die Spieler nicht die Vorbereitung mitmachen können?

Unterm Strich: Ich denke, man hat größtenteils die richtigen Spieler geholt, daß es in dieser Saison nicht lief, lag meiner Ansicht nach nicht an der Qualität der Spieler. Oftmals wurde meiner laienhaften Ansicht nach zuviel bezahlt und die Spieler kamen zu spät. Sorry, wenn man schon keine Schnäppchen holt, dann doch bittesehr rechtzeitig. (fb)

Fietes Rückblick Nr. I

Fietes Rückblick Nr. III

Fietes Rückblick Nr. IV

Fietes Rückblick Nr. V

Fietes Saisonrückblick I

Uff, ich bin immer noch feddisch.
Diese Saison hat uns Fans mal wieder alles abverlangt, dabei sollte doch
alles besser werden.

Ich möchte die Saison in meinen persönlichen Saisonrückblick packen. Da dieser etwas ausführlicher wird, verteile ich ihn auf mehrere Teile. Da es mein persönlicher Rückblick ist, wird sich nicht jeder in allen meinen Äusserungen wiederfinden, aber in den Kommentarfunktionen können wir ja gerne darüber diskutieren.

Im letzten Jahr haben wir am 25.05. die Satzungsänderungen nach HSVPlus beschlossen. Das war ein großer Akt, wir brauchten minimum 75% der abgegebenen Stimmen und die Gegner von HSVPlus waren sehr aktive Vereinsmitglieder mit der Unterstützung der aktiven Fanschaft. Um viele Stimmen zu bekommen, mussten Kompromisse eingegangen werden, durch die chaotische Führung des Vereins unter Ertel, Hunke & Co war der HSV in extreme Schieflage geraten, es war also keine Zeit zu verschenken.

Die Kompromisse, die ich persönlich eingegangen bin, waren die Möglichkeit für Anteilsverkäufe (ich denke auch heute noch, man hätte es anders regeln können) und auch die Sache mit dem Beirat. Das wird über kurz oder lang zu Ärger führen, einen Vorgeschmack gab es bei der letzten MV ja schon. Allerdings muß ich zugeben, ich weiß selber nicht, wie man das besser gestalten kann.

Trotz dessen, war HSVPlus alternativlos und ich freue mich noch immer, daß wir es geschafft haben. Der 25.05.14 bleibt für mich immer noch ein Feiertag für den HSV.

Bei der Kandidatenvorstellung für den Aufsichtsrat wurde von Karl Gernandt betont, man solle vom Aufsichtsrat nichts mehr hören und sehen. Wäre schön gewesen, er hätte sich an diese Worte gehalten. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn sich der AR-Vorsitzende mal zu Worte meldet, aber dann zu den Themen, die ihm zustehen. Das operative Geschäft ist Sache des Vorstands. Trainer, Spieler, Neuverpflichtungen usw sind nicht seine Verantwortlichkeit, ich wünsche und erwarte in Zukunft darüber aus dem AR nichts mehr zu hören.

Bei dieser Kandidatenvorstellung wurde auch ein Name genannt, der mich enttäuscht hat: Dietmar Beiersdorfer. Als SpoDi hätte ich seine Verpflichtung verstanden, als Vorstandsvorsitzenden, oder CEO, wie es neudeutsch ja heißt, halte ich ihn für eine Fehlbesetzung. Da hätte ich mir jemanden gewünscht, der keinen Stallgeruch hat, der entscheidungsfreudiger ist. Es muß keiner sein, der bei jedem beliebt ist, er soll einfach nur gute Entscheidungen treffen. Von Didi wissen wir, er ist keiner, der gerne Entscheidungen trifft.
Trotzdem war HSVPlus der richtige Weg

Die Amtszeit unseres neuen AR war noch nichtmal angefangen, da gab es schon den ersten Ärger: Kreuzer, der seinen Job gemacht und Zoltán Stieber verpflichtet hat, bekam einen öffentlichen Rüffel vom neuen AR-Vorsitzenden: „Diesen Transfer hätten wir so nicht getätigt“. Wow, noch nicht im Amt und schon den ersten Fettnapf zielsicher getroffen … toll.

Die HSVPlus-Gruppe versuchte einzugreifen und scheiterte. Man hatte den Einfluss verloren. Das hatten sich anscheinend einige anders vorgestellt. In der Sache gebe ich der HSVPlus-Gruppe Recht, denn Karl Gernandt hat sich nicht gerade gut verhalten. Auf der anderen Seite wollten wir einen Aufsichtsrat, der sich nicht von den vielen verschiedenen Gruppierungen beeinflussen lässt. Weder von der Hunke-Gruppe, noch der Delta-Loge oder der der cfhh, die den SC damals fest im Griff hatte. Der AR sollte von all diesen verschiedenen Gruppierungen autonom agieren. Sachen, wie zB die Abberufung eines Sportdirektors, weil er von „interessierten Kreisen“ zur lame Duck verbrannt wurde, sollte es nicht mehr geben. Und das traf jetzt eben auch die HSVPlus-Gruppe.
Was diese darauf versuchte, war ein Rückfall in alte HSV-Zeiten. Weil man den AR-Vorsitzenden nicht direkt beeinflussen konnte, wählte man den Schritt an die Öffentlichkeit. Karl Gernandt wurde systematisch diskreditiert …. Pfui!
Auch Wenn Karl Gernandt und der Rest des Aufsichtsrats nicht immer gute Entscheidungen getroffen haben, es ist gut für den HSV, daß sie autonom geblieben sind.

Sagt euch der Name Klaus Meetz noch was? Niemand würde seinen Namen noch kennen, wenn er nicht versucht hätte, auf juristischem Weg den Willen von 87% der anwesenden Mitglieder zu verhindern. Letztlich hat es dazu geführt, daß die neue HSV-Führung später das Amt übernehmen konnte und in der wertvollen Transferperiode und Vorbereitungsphase auf die neue Saison, Zeit verloren hat.

Didi musste sich, noch nicht mal im Amt, auch schon mit dem allgegenwärtigen Kühne herumärgern. Didi hatte angekündigt, mit jedem Angstellten Gespräche zu führen, angefangen beim Trainer. KMK hat daraufhin klargestellt, daß er eine Entlassung Slomkas erwartet. Wie verhält man sich da? Ich bin überzeugt, daß am Ende des Gespräches die Entlassung Slomkas gestanden hätte. Aber wenn er das gemacht hätte, wäre Didi in der Öffentlichkeit eine Marionette Kühnes gewesen. Und viel schlimmer noch, Kühne hätte gedacht, daß er damit durchkommt, wenn er sich über Interviews ins Geschäft des HSV einmischt. Egal wie Didi sich entscheidet, es war ein denkbar schlechter Start in den neuen Job. (fb)

Fietes Rückblick Nr. II

Fietes Rückblick Nr. III

Fietes Rückblick Nr. IV

Fietes Rückblick Nr. V

Die Uhr – pro und contra

Die Uhr

In den letzten Tagen und Wochen wird vieles beim HSV kontrovers diskutiert, das ist gut so.
Unter anderem redet man auch viel über unsere Uhr. Deshalb muß sie auch ein Thema bei den Blog-Perlen sein.

Pro:
René Adler sagte über die Uhr: „Baut die Uhr ab, stellt sie ins Museum. Hauptsache, wir spielen 1. Liga.“
Philipp Max vom KSC meinte: „Es ist an der Zeit, daß wir dem Dino die Uhr abstellen“

Was sagt uns diese Uhr? Sie sagt uns und aller Welt, der HSV ist der Dino, der HSV ist der Verein, der von Anfang an dabei war. Nicht die Bayern oder der BvB, nicht Wob oder gar Rasenballsport Leipzig, sondern der HSV.

Und wie ist diese Aussage zu betrachten:
Erstens ist es ein Alleinstellungsmerkmal. Für’s Marketing sind solche Alleinstellungsmerkmale ein Segen.
Diese Aussage zeigt aber auch die ganze Tradition, die dieser große Club zu bieten hat. Wir Fans sind stolz darauf, Fan vom Dino zu sein. Auch der Fan, der sagt „Mir ist die Tradition egal, Hauptsache, wir spielen erfolgreich“ ist ein wenig stolz auf diese Uhr und auf das, wofür sie steht. So banal und unpragmatisch das auch klingt, es ist so. Der Fußball lebt von Emotionen, die Uhr ist ein Teil der Emotionen dieses Sports.

„Baut die Uhr ab, stellt sie ins Museum. Hauptsache, wir spielen 1. Liga.“ sagt René Adler. Klar, die Hauptsache ist, daß wir erste Liga spielen. Aber hindert uns, oder vielmehr die Spieler, die Uhr daran? Ich denke nein. Wenn jemand sich durch die Uhr gehemmt fühlt, dann geht er falsch an die Sache ran. Die Uhr ist keine Belastung, vielmehr sollte sie für die Spieler ein Ansporn sein. Es muß einen Spieler doch mit Stolz erfüllen, für einen so traditionsreichen Verein, wie den HSV, die Stiefel zu schnüren, egal wie chaotisch es in den letzten Jahren zuging. Diesen Stolz kann man durchaus in positive Energie umwandeln. Diese Tradition, die die Uhr verkörpert, ist eine Stärke, die man hervorheben kann.
Und ich bin überzeugt, daß im Abstiegskampf der eine oder andere noch ein wenig mehr gelaufen ist, weil er nicht derjenige sein möchte, der die Uhr zum Stillstand gebracht hat. Absteigen ist nicht schön, aber die Uhr zum Stehen zu bringen, diesen Makel möchte niemand in seinem Lebenslauf stehen haben.

„Es ist an der Zeit, daß wir dem Dino die Uhr abstellen“ meinte Max vollmundig vor dem Spiel gegen den HSV. Die Uhr ist sicherlich eine Kampfansage und auch Provokation des HSV an die anderen Vereine. Aber lebt der Fußball nicht auch von den Frozzeleien mit den anderen Fans? Die Uhr ist bildgewordene Frozzelei des HSV gegen die anderen Mannschaften, aber eine harmlose, nicht auf Beleidigungen basierende Frozzelei. Es wird niemand herabgewürdigt, es wird nur auf unsere Tradition, auf unsere Leistung in der Vergangenheit hingewiesen. Das gehört zum Fußball dazu.

Wie ich schrieb, die Uhr ist ein Zeugnis der Leistungen in der Vergangeheit. Im Grunde können wir uns nichts dafür kaufen, daß wir so lange in der ersten Liga sind (nimmt man mal den Marketingeffekt aus). Aber sie hindert niemanden daran, seine Leistungen im Hier und Jetzt zu bringen. Sie ist nicht die Ursache dafür, daß es in den letzten Jahren bei uns nicht läuft, wie gewünscht.

Die Uhr ist ein positiver Ausdruck unserer Tradition und beim Thema Tradition halte ich es wie Georg Bernard Shaw: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.“ Lasst uns unsere Uhr, damit sie uns den rechten Weg leuchten kann(fb)

Contra:
Die Uhr muss weg! Alles auf Null, Neuanfang, Umbruch (der gefühlt 87te!). Und bei der Gelegenheit auch gleich weg mit der Uhr, die uns bei jedem Heimspiel darauf hinweist, wie lange wir schon in der Bundesliga sind! Alles weg, das ist momentan in beim HSV. Also, zumindest wenn es nach den meisten Medien und einer Menge an Stimmen inner- und vor allem außerhalb des Vereins geht. Und womit sind sie der Meinung? Mit Recht! Zum zweiten Mal hintereinander sind wir dem Abstieg von der Schippe gesprungen. Zeit, etwas zu ändern! Zeit, die Spielern, denen man mit dieser Uhr ständig ein mahnendes Relikt vor die Nase hält, zumindest von diesem Druck zu befreien! Zeit, Fussball- Deutschland zu zeigen, dass wir uns nicht nur auf die Uhr reduzieren lassen und gut und gerne auf sie verzichten können! Und nicht zuletzt Zeit, das Symbol für den Beginn des Niedergangs erfolgreicher Spielzeiten endgültig einem Neustart zu opfern. Schließlich hängt die Uhr seit 2001, dem Anfang vom (fast) Ende… Mir fallen spontan zwei sehr gute Standorte für die TickTack, die uns HSVer wie nichts anderes in Pro und contra spaltet, ein: bringt sie ins Museum! Dort kann sie, neben Pokalen und Meisterschalen, meinetwegen einen Ehrenplatz erhalten! Oder baut ihr ein neues Zuhause im Rahmen des Campusses, wo die vielen Nachwuchssportler mit einem Blick wissen, in welch geilem Verein sie doch gelandet sind, sobald sie draufschauen! Alles, nur nicht im Stadion brauch ich diesen „uhrzeitlichen“ Mahner! Wir HSVer haben doch nun wirklich viel mehr zu bieten! Wir haben ein geiles Stadion, „Hamburg unsere Perle“ und ab dem kommenden Jahr dann auch hoffentlich wieder eine Mannschaft, die mit gutem Fußball begeistert und junge Spieler, die die Raute in ihrem Herzen tragen! Und wie sang schon Herbert Grönemeyer vor Jahren so schön: „Zeit, dass sich was dreht!“ PS: Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich bin durchaus stolz darauf, dass wir als einzige Mannschaft noch nie abgestiegen sind. Ich bin auch stolz, dass wir der DINO sind. (cm)

Von Demut und Dankbarkeit!

Näääääää, liebe Leute! Aber nicht von mir! Hätte jetzt sicherlich auch niemand erwartet, denn wer mich und meine Statements die letzten Tage ein wenig verfolgt hat der weiß, dass ich bei dem Thema inzwischen einen riesen (sorry) Kotzeimer neben dem PC stehen habe 😉

Also, nochmal von vorne:

Von Tränen und dicken blauen Kissen!

Schon besser!
Wobei wir zunächst festhalten, dass es sich um meinen ureigensten Augenüberfluss und bei dem dicken blauen Kissen NICHT um meinen Mann handelt, wie man mir jüngst schon mal unterstellen wollte.
Aber fangen wir am Anfang an.
Normalerweise schlafe ich bei Vollmond gute drei Tage vorher bis drei Tage danach, miserabel. La Luna und ich, das will so gar nicht zusammen!
In der Nacht von Mittwoch auf vergangenen Donnerstag störte nichts mein Gebubel. Was beim anschließenden Fußballspiel rauskam, wissen wir ja inzwischen. Mein HSV stümperte sich zu einem gequälten 1:1, gegen verdammt starke Karlsruher.
Und so stand ich am Montag, gegen 9Uhr, mit schreckensgeweiteten Augen senkrecht im Bett. Ich hatte durchgeschlafen!
Der Tag war gelaufen, der HSV abgestiegen! Ich war fest davon überzeugt und nervte meine bessere Hälfte (ja, ja, nicht nur die!) mindestens jede 30 Minuten mit einem entsprechenden Beitrag und dem dazu passenden Gesichtsausdruck. Irgendwann ging er einkaufen (macht er sonst fast nie!) und ließ mich mit meinem Gesichtsausdruck allein!

Ich hatte leider keine Zeit, beleidigt zu sein und rettete mich mit mehr oder weniger sinnvollen Beschäftigungen über den Tag.
Essen? Überbewertet! Trinken? Ein Bier für die Ruhe und nen Schnaps für die Nerven.
Anpfiff.
Ich saß regungslos, einem Standbild gleich, auf dem von der Saison malträtierten Sofa. Nur meine linke Hand langte ab und zu zum Bierglas, in dem irgendwie ein Loch sein musste, da es ständig leer war!
Zwischendurch sah ich irgendwas, das wirklich wie Fußball aussah! Wieder sah man das eigentlich in den Spielern schlummernde Potential. Wie immer dann, wenn der Druck am größten war!

Ich überlebte die 1. Hälfte mehr oder weniger unbeschadet. Allerdings wuchs die Angst vor einem endgültigen 0:0, mit dem die Karlsruher auf- und wir abgestiegen wären.
Doch nix mit 0:0, es ging noch schlimmer! Nach der Pause drehten die Karlsruher auf! Mein Mann hatte inzwischen die Korn-Gemisch-Flasche an den Tisch geholt. Wahrscheinlich lag es an unserem Konsum, dass die Karlsruher meinten, dem Korn müsse jetzt mal ein Tor folgen. In der 78. Minute netzten sie, zu meinem größten Entsetzen, ein!

Das war der Moment für das dicke, blaue Kissen! Ab der Minute öffneten sich meine Schleusen, das Kissen fing den Tränenfluss auf und musste einen ständig wachsenden Druck meiner es fest umklammernden Arme ertragen!
Ich war durch! Durch mit mir, durch mit dem Tag, durch mit dem HSV, der war abgestiegen! Ich versuchte krampfhaft mir vorzustellen, wie sich 2. Liga anfühlt. Ich schaffte es nicht!
Dermaßen in Gedanken entging mir selbst der von Gräfe (zu Recht oder Unrecht, mir sowas von Latte) gepfiffene Freistoß in der 90. Minute. Auch egal. Durch den nicht enden wollenden Tränenschleier hätte ich eh nichts gesehen…
Ein Jubelschrei vom benachbarten Sessel und eine dementsprechende Geräuschkulisse aus dem Fernseher ließ mich aufschrecken!

Diaz, du Fußballgott! Wie, bitte wie hat er das gemacht???
Seit wann kann Diaz Freistöße á la Schaladingens?
Meine Anspannung entlud sich in einem Urschrei! Eigentlich hätten sämtliche Nachbarn in dem Moment die Feuerwehr rufen müssen. Taten sie aber nicht, sie kennen das schon.
Ich schrie, ich heulte, ich trommelte auf dem Tisch herum! Alles auf einmal! Jaha Leute, ich bin Multitasking fähig!!!

Der Rest ist schnell erzählt, wir haben am nächsten Tag einfach ein Abpumpkommando bestellt, der das Wohnzimmer wieder trocken legte, denn besser wurde das mit den Schleusen auch beim 1:2 nicht wirklich. Und der Elfmeter für Karlsruhe wurde durch den nicht enden wollenden…. Ach, ihr wisst schon… 😉

Relegation 2014? Kinderkram, Leute!
Das, was uns der HSV in diesem Jahr zumutete, war Folter und gehört eigentlich völkerrechtlich zumindest negativ erwähnt!

Aller guten Dinge sind 3? Nicht mit mir, ihr Lieben! Sollte man aus den vergangenen zwei grottenschlechten Saisons nichts gelernt haben, wandere ich zur nächsten Relegation ganz einfach aus! Und das dicke, blaue Kissen kommt mit!
(mg)

P.S. Bevor Fragen kommen: der Cent ist beim Juwelier 😉

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