Von roten Trauben und Bierzeltgarnituren!

Trainingslager – Tagebuch
Tag 1 in Harsewinkel

Man, man, man, traue niemals einem Navi!
Zumindest keinem, das dich von Bremen aus (wo ich eine liebe Beifahrerin einsammelte) über Hannover nach Harsewinkel lotst. Und das auch noch an dem Tag, wo gefühlt halb Hannover, wegen eines Bombenfundes, evakuiert und gesperrt, den Nachmittag auf der Autobahn verbracht hat!
Nach 5 1/2 (fünfeinhalb!) Stunden endlich angekommen! O-ber-ab-genervt vom Rumstauen und Umleitungen fahren, begrüßt uns das Hotel Klosterpforte mit einem kräftigen Regenschauer. Na super! Das fehlte auch noch! Auch unser Parkplatz lag, dank regem Auflauf zum öffentlichen Training, gefühlte 500m vom Haupteingang, wohin wir nun mit Taschen und Koffern flüchteten.

Eine schnelle Dusche ein erstes „komm mal runter Bier“. Dabei die Karawane beobachten, die unablässig auf das Hotelgelände strömt.
Das öffentliche Training war in vollem Gang, mit geschätzten 600 Zuschauern, die sich nach knapp 90 Minuten Mannschafts – Sichtung aufmachten, Richtung Fanabend.
Auf einem separaten Teil des insgesamt ca 100.000qm Areals des ehemaligen Klosters standen (ich muss es leider sagen) lieblose 4 Bierzeltgarnituren, ein Grill- und ein Bierwagen. Von Atmosphäre, so wie ich sie aus dem Zillertal gewohnt war, leider keine Spur…

Recht pünktlich, kurz nach 20 Uhr rollte der „rote Tross“ unserer Jungs an. Jeder Einzelne war kurz danach im Gewühl der Fans verschwunden.
Die größten Trauben? Natürlich um Holtby, Lasogga und unseren Trainer, Bruno Labbadia.
Außer Olic, der auf mich einen leicht entnervten Eindruck machte (er hatte schon ein mächtig gequältes Lächeln drauf, unterwarf sich aber trotzdem klaglos dem Ansturm), waren sie alle erstaunlich gut drauf.
Ich würde wohl eher ne (weitere) Meise kriegen, angesichts der Mengen, die die Spieler teilweise umdrängelten…
Besonders locker drauf?
Cleber Reis (der wirklich jeden Scherz mitmachte. Er ist, so macht es den Eindruck, angekommen im Team) und unsere Nr. 1, Drobny. (Man, ist der riesig 😉

Mit irgendwas um die 15 Unterschriften und den dazu passenden Fotos, machte ich mich nach 30 Minuten „vom Acker“. Der Trubel nahm irgendwie kein Ende. Zudem vermisste man die Möglichkeit, irgendwo mal zwei, drei Sätze mit einem Spieler wechseln zu können. Oder selbiges mit den anderen HSVern.
Nach gut einer Stunde verließen auch die Spieler das „Schlachtfeld“, um den verdienten Feierabend einzuläuten. Erneut zog der „rote Tross“ an uns vorbei.
Auch die Fanmassen lösten sich erstaunlich schnell auf. Liebes Team vom Hotel Klosterpforten, da wäre mehr drin gewesen!
Wir beendeten den Abend bei ein, zwei Bierchen und freuten uns auf Tag 2, der mit dem Kiebitzen beim (nicht öffentlichen) Training beginnen sollte. Was daraus wurde, lest ihr morgen. Im Blog-Perlen Traininingslager – Tagebuch. Soviel kann ich jetzt schon verraten: Es bleibt spannend! 😉
#HSVinHarsewinkel
(mg)

Was spielen wir eigentlich für ein System – der Taktiktisch

In der letzten Saison haben wir ja das 4-5-1 bis zum Erbrechen durchgenudelt und das nicht unbedingt in seiner schönsten Art. Wie werden wir in Zukunft spielen?

Nun kann man das noch nicht so genau sagen, dazu ist es eigentlich noch zu früh. Aber der Telekom-Cup und die (potentiellen) Neuzugänge sagen doch schon etwas aus. Meiner Ansicht nach werden wir in Zukunft mit einem 4-3-3 rechnen können, zumindest bei eigenem Ballbesitz. Die 4er-Kette hat dabei ihre altbekannten Aufgaben zu erfüllen. erste Spieleröffnung und einer der AV geht mit nach vorne, mitunter auch mal beide, je nach Situation. Mit Spahic haben wir einen Spieler, der die Spieleröffnung auch spielen kann. Das Abfallen lassen der 6er haben wir vorgestern nicht mehr gesehen.
Dann spielen wir mit einem 3er-Mittelfeld, das fast unbegrenzt rotieren kann. Kein klassischer 6er, kein klassischer 10, sondern drei Spieler, die von box to box spielen können. Das erklärt auch, warum Ekdal den Vorzug vor Maxim erhält, Maxim arbeitet nicht gerne hinten. Dieses Dreigestirn kann dann je nach Situation variieren und bedeckt die gesamte Zentrale. Die Aufgabe ist es, das Spiel zu eröffnen und auch die Defensivarbeit gemeinsam zu leisten. im Mittelfeld gibt es auch keine reinen Flügelspieler (LM/RM), im Grunde drei 8er. Das Herz des gesamten Spiels. Für dieses Mittelfeld haben wir Diaz, Kacar, Jiracek, Steinmann, Demirbay, Holtby und wahrscheinlich noch Albin Ekdal.

Vorne spielen wir dann mit einem Dreiersturm. Ein Mittelstürmer und zwei Aussenstürmer. Diese Aussenstürmer haben nicht mehr so viel mit den Defensivaufgaben zu tun, wie noch im 4-5-1 und können sich mehr aufs Toreschiessen konzentrieren, bzw darauf, den Mitspieler in Szene zu setzen. An Gouaida konnte man gestern schon sehen, daß es ihm gut bekommt, wenn er nicht so viel nach hinten arbeiten muß. Er ist richtig aufgeblüht.

Schaffen wir es, oder vielmehr, schafft Bruno es, der Mannschaft beizubringen, daß jeder Spieler mehr für den anderen da sein muß, als es bisher der Fall war, dann könnte diese offensivere Ausrichtung der Mannschaft auch ohne Verlust unserer Defensivstärke funktionieren.

Die neue Saison wird torreicher als die letzte, soviel scheint klar zu sein. Hoffentlich findet Bruno auch die richtige Balance.
Entscheidend wird aber sein, wie gut das neue Mittelfeld harmoniert und agiert (fb)

Kinners, bleibt auf dem Teppich!

„Jetzt werden wir Meister!“
„Europapokal!“
„Die Bauern neiden uns den Sieg!“
Das ist nur ein kleiner Auszug der Kommentare, die momentan durch Facebook und Twitter wandern.
Ja, viele davon mögen humorvoll gemeint sein oder drücken eine kleine Erleichterung aus, dass das, was wir da gestern, beim Telekom Cup, von unseren Jungs gesehen haben, nach mehr Fußball aussah, als wir es oft in der abgelaufenen Saison von Ihnen gewohnt waren.
Ich habe aber den Eindruck, dass mindestens 50% derer, die derartige Sprüche ablassen, es auch wirklich ernst meinen!
Damit bauen sie bereits vier Wochen vor Beginn der neuen Saison eine schier unüberwindbare Drohkulisse auf, die nur nach hinten losgehen kann und nicht nur von persönlichen Enttäuschungen geprägt sein wird!
Denn wer gestern die Mannschaften von Bayern und auch Gladbach gesehen hat wird festgestellt haben, dass es lediglich Rumpfmannschaften waren, die einen teilweise sehr unansehnlichen Rumpelfussball abgeliefert haben. Bei Gladbach lag es an den zahlreichen Verletzungen und wohl auch Urlaubern, die noch nicht zur Mannschaft gestoßen sind, bei den Bayern zeigt es mir einfach den Stellenwert, den man dem Cup einräumt. Nämlich gar keinen. An Stelle des Sponsors würd ich mal ein ernsthaftes Wort mit Pep und Konsorten suchen.
Entgegen Gladbach und Bayern, konnten wir (fast) in Bestbesetzung auflaufen. Auch wenn der ein oder andere Neuzugang vielleicht noch fehlt. Und unser Spiel gegen Augsburg war leider nicht so überzeugend, wie das Spiel im Finale. Elfmeter bleiben eben immer ein wenig Glückssache.
Ich will die 2×45 Minuten Fußball sicherlich nicht schmälern, und auch der Trainer mag gesehen haben, woran es noch mangelt und welche Spielzüge schon ganz nett aussehen. Ich warne aber dringend davor, diesen Pott überzubewerten.
Denn das Letzte, was unsere Jungs bei Beginn der neuen Saison gebrauchen können, ist Druck von außen!
Trotzdem muss ich zugeben, dass mich (beim 2. Spiel) der ein oder andere Pass schon positiv überrascht hat. Man sieht, dass Labbadia viel „mit dem Spielgerät“ trainieren ließ. Und meine ich auch, ein anderes Mannschaftsgefühl mitbekommen zu haben. So arbeitete der Sturm auch mit nach hinten und das Spiel ohne Ball funktionierte ebenso schon besser. Auch das würde für Brunos Art des Trainings und erste Erfolge der Teambildungsaktionen sprechen.
Also Leute. Lasst uns davon ausgehen, dass bis zum Anpfiff gegen (ganz anders auf-und eingestellte) Bauern weiter so intensiv und erfolgreich gearbeitet wird. Lasst uns hoffen, dass (nach Tahs Abgang, von dem ich fest ausgehe) noch die ein oder andere Ergänzung im Kader aufschlägt (insbesondere eine offensive Verbindung zwischen MF und Sturm wäre klasse!). Und gehen wir mal davon aus, dass die Saison 15/16 nicht wieder mit Zittern und Relegation einhergeht! Wenn wir dann noch eine Mannschaft erleben, die siegen will und die gemeinsam den Weg auf dem Platz geht, die endlich wieder sowas wie Spaß am Fußball hat…
Das würde mir schon reichen!
(mg)

Das trojanische Pferd

Ab 1.8. gibt es beim HSV eine OFC-Reform. Dazu hat der HSV ein Rundschreiben veröffentlicht ( http://service.hsv.de/…/125734a54eb0683624bab773b6501ddb080… ). Dort stehen einige sehr interessante Dinge drin. Zum Beispiel folgender Passus:
„Eine Mitgliedschaft von Fanclubmitgliedern im HSV bzw. im Supporters Club ist wünschenswert, aber keine Voraussetzung für das Erheben von Beiträgen oder das Bestellen von z.B. Eintrittskarten durch OFCs! Alle OFCs werden von uns gleich behandelt, unabhängig davon, wie viele Mitglieder im HSV organisiert sind. Damit schaffen wir die Koppelung OFC/HSV-Mitglied ab, an den mit einer HSV-Mitgliedschaft verbundenen Vorteilen (z.B. Rabatt auf Dauerkarten, Verkauf von Tickets an Mitglieder) ändert sich natürlich nichts.“

Das hört sich auf den ersten Blick ja ganz nett an. Aber denken wir mal dran, was wir im letzten Jahr beschlossen haben. Der HSV eV finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge. Schafft man die Koppelung OFC/HSV-Mitglied ab, dann gibt es für viele weniger Anreiz Mitglied zu sein. Das kann den eV mittel- und langfristig empfindlich treffen. Nun mag es einige Kurzsichtige geben, die sagen „was geht mich der eV an?“. Der eV geht uns alle ne ganze Menge an. Der eV ist die Mutter der AG. Ist der eV nicht auf solide finanzielle Füße gestellt, dann kann das Fundament auch für die AG zusammenbrechen. Der AG kann es nur gut gehen, wenn es dem eV auch gut geht und umgekehrt. Dieser Passus ist gefährlich … auch wenn er auf den ersten Blick so harmlos scheint.

Es sind aber noch mehr Sachen, die dort erst auf den zweiten Blick eine Gefahr in sich bergen. ZB die Absenkung der Mitgliederzahl auf 4 Personen. Mal abgesehen davon, daß ich den Sinn nicht sehe, denn 4 Personen sind für mich noch kein Club, bei Spielen mit starker Ticketbegrenzung kann es durchaus sein, daß kleine Fanclubs relative Vorteile haben. Also daß die Chance größer ist, an Tickets zu kommen, wenn man zwei kleine Clubs hat, als einen großen. Das ist nicht gerecht.

Und mit der Entkoppelung von Mitglied und OFC schafft man zudem noch eine Kontrollmöglichkeit ab. Bisher konnte man bei Kartenbestellungen die Personen mit den Mitgliederlisten abgleichen. Das geht in Zukunft nicht mehr. Findige OFCs könnten dann auf die Idee kommen und Karten für Personen bestellen, die es nicht gibt, wer soll das kontrollieren. Schwarzmarkt?

Mir scheint, diese Reform ist zwar gut gemeint, aber nicht gut ausgeführt, weil nicht zuende gedacht. Es bedarf dringend einer Reform der Reform!(fb)

Ich möchte aber noch auf einen Punkt hinweisen, der für viele Fanclubmitglieder interessant sein kann:
-Gewährung eines Rabattes bei Fanartikelbestellungen in Höhe von 10% ohne Mindestbestell.
Bisher gab es die Regelung auch, aber mit Mindestbestellwert von 250,-€

Der HSV verpflichtet Emir Spahic

Hmm, soll ich das nun gut finden, oder doch eher schlecht?

Was gegen ihn spricht: Sein Ausraster, bei dem er die Ordner des eigenen Vereins geschlagen hat, zeigt, daß er sich anscheinend nicht immer im Griff hat. Bei einem 34jährigen kann man auch nicht erwarten, daß sich das noch gravierend bessert.
Ausserdem wirkt sich das mal wieder negativ auf die Aussendarstellung des HSV aus.

Was für ihn spricht: Er ist ein guter „mit allen Wassern gewaschener“ IV. Er kann unserer IV, die immer mal wieder mit Aussetzern zu kämpfen hat, die nötige Stabilität bringen. Ob sein Nebenmann nun Djourou oder Cléber heisst, beide neigen dazu ins Schwimmen zu geraten, wenn es nicht läuft. Sprich: Wenn es nicht läuft, dann ist es bei uns gerade die IV, die noch zusätzlich Unsicherheit ins Spiel bringt. Das sollte mit Emir besser werden.
Nun hängt aber viel davon ab, welches Standing er in der Mannschaft bekommt. Akzeptiert die Mannschaft ihn als Führungsspieler, dann bringt er viel Sicherheit in unser Spiel.

In Leverkusen hatte er zumindest bei den Fans ein hervorragendes Standing, weil er, wie oft zu hören war, eine Siegermentalität mit sich brachte

Weiterhin empfinde ich es als gut, daß er nur einen 1-Jahresvertrag bekommt

Wir verpflichten einen Spieler, der ablösefrei ist und mit großer Wahrscheinlichkeit Stabilität in unser Spiel bringt, aber den Nachteil des unberechenbaren Charakters in sich trägt. Eine Verpflichtung, die gut sein kann, aber Risiken birgt.(fb)

Kein Grund zur Panik

Heute fängt die Vorbereitung an. Auch wenn noch nicht alle Spieler da sind (Nationalspieler, Verletzte und Neuzugänge fehlen noch), so geht es zumindest wieder los.

Schauen wir auf unseren Kader:
-Im Tor haben wir keine Sorgen. Adler, Drobny und Brunst

-In der Abwehr haben wir in der IV Djourou, Cléber und Tah. Ausserdem noch Jung, der aber eventuell noch verliehen wird. Rechts Diekmeier und den verletzten Götz und links Ostrzolek und Marcos.
Für die Abwehr ist der HSV gerüchteweise an einem 18jährigen Nigerianer dran (der wahrscheinlich schon 20 ist ^^ ). Muhammend Musa, so sein Name, ist in erster Linie RV, kann aber zur Not auch LV spielen. Schaun mer mal, was draus wird.

-im Mittelfeld haben wir Diaz, Jiracek, Demirbay, Holtby, Stieber, Ilicevic, Müller, Gouaida und Olic (ich hoffe, ich hab niemanden vergessen). Valon Behrami wird sehr wahrscheinlich den Verein verlassen, der Verein will, der Spieler will. Steinmann soll verliehen werden, Gojko Kacar liegt ein Angebot zur Vertragsverlängerung vor, aber er will noch erst ein Gespräch mit Bruno führen, bevor er es annimmt, so zumindest die Presse. Sollte Gojko bleiben, dann wird wahrscheinlich niemand mehr für’s defensive Mittelfeld kommen. Die Doppel6 mit Kacar/Jiracek und Diaz/Demirbay ist ausreichend besetzt. Wenn man gutes Geld für Valon bekommt, könnte ev noch was passieren, aber ich persönlich denke eher nicht.
Vorne soll der Österreicher Gregoritsch kommen, 7 Spieler für drei Positionen, das langt, wenn man nicht international spielt.

-Im Sturm haben wir Lasogga, Rudnevs, Altintas und Müller, Olic und Gregoritsch können dort auch spielen.

Insgesamt sind das 25 Spieler, damit kann man in die neue Saison gehen.

Wenn also Kacar verlängert und die beiden anderen Neuzugänge (Gregoritsch und Musa) kommen, haben wir einen Kader, der funktionieren kann. Kein Kader, um Europa anzugreifen, aber das erwarten wir ja auch nicht.

Wenn das Geld stimmt, könnte ich mir vorstellen, daß wir uns vielleicht noch den einen oder anderen weiteren Neuzugang leisten, jung, perspektivisch, aber das ist kein Muß.

Also kein Grund zur Panik (fb)

Eine Ode an Heiko Westermann

Mit Heiko Westermann geht der wohl umstrittenste Spieler des HSV seit vielen Jahren den Verein.
Auf der einen Seite hat er den Ruf, oftmals entscheidende Fehler zu machen.
Auf der anderen Seite ist er ein Kämpfer, der immer alles für den Verein gegeben hat. Bei ihm stand nie das ICH im Vordergrund, sondern immer das WIR. Eine Eigenschaft, die ihn auch zum Mannschaftskäpt’n werden liess. Es gibt sicherlich bessere Fußballer in der Liga, aber es gibt nicht viele bessere Menschen. Er hat da gespielt, wo er hingestellt wurde, ohne sich zu beschweren. Er hat überall sein möglichstes versucht, auch wenn es nicht seine Optimalposition war. Er war in erster Linie Innenverteidiger. Einer derjenigen, die keine Fehler machen dürfen, denn sonst ist nur noch der Torhüter da, um das Tor zu verhindern. Er war nicht fehlerfrei, aber seien wir mal ganz ehrlich: Wer ist das schon. Selbst welcher IV ist das schon. Selbst die Guten seiner Zunft machen ab und an mal Fehler und auch seine Mitspieler machen Fehler. Und er hat nie gezögert, zu versuchen, diese Fehler auszubügeln. Er hat sich nie versteckt. Während Mitspieler sich mitunter schön nah an den Gegenspieler gestellt haben, damit der Ball nicht zu ihnen kommt, war er immer anspielbar.
Und auch nach verlorenen Spielen hat er sich den unangenehmen Fragen der Journalisten gestellt, wenn andere mit gebeugtem Kopf an den Mikrofonen vorbeigegangen sind.

Ich bin traurig, daß er geht.

Trotzdem ist es richtig, daß er geht. Die Mannschaft des HSV muß ein vollkommen neues Gesicht bekommen, es muß ein neuer Geist in die Mannschaft installiert werden. Die jetzigen Spieler sind es zu sehr gewohnt, zu verlieren, sie sind auch den Trott des HSV zu sehr gewohnt. Und Heiko Westermann steht in gewisser Weise, auch wenn es nicht seine Schuld ist, für den Niedergang des HSV. Er kam, als es begann bergab zu gehen.
Wenn es nach mir ginge, würden auch Ivo ilicevic und Gojko Kacar kein neues Vertragsangebot bekommen. Aus genau dem selben Grund, sie stehen für die Zeit des Niedergangs, auch wenn ich sie ebenfalls nicht als Schuldige sehe.

Wir brauchen frischen Wind in der Mannschaft, deshalb ist es gut, daß Heiko geht. Auch wenn ich traurig bin.
Für mich bleibt Heiko immer einer der großen HSVer, auch wenn sein Name nicht für Erfolg steht. (fb)

ps: Teilweise liest sich das schon fast wie ein Nachruf. Liegt vielleicht dran, daß mir die Tränen in den Augen standen, als ich das geschrieben hab.
pps: Heiko, ich wünsche dir alles Gute! Ich hoffe, du findest einen Verein, in dem du noch lange glücklich spielen kannst. Wenn es geht im Ausland, damit wir nicht gegen dich spielen müssen, denn das würde sich falsch anfühlen.
Und hoffentlich kommst du dann zu uns zurück.

Wie am Fleischtresen: „Darfst ein Bisschen mehr sein?“

Liebe Leser der BlogPerlen. Es passiert nicht oft, aber es kommt durchaus vor, dass einige Perlen derselben Meinung sind.
Dieser Tage ist es aus unserer Sicht allerdings auch nicht besonders schwer, einer Meinung zu sein. Wären wir Uwe Seeler, wir würden uns ernsthaft sorgen…
Denn sollten die Gerüchte nur annähernd wahr sein, bahnen sich gefährliche Vorgänge an, die sich schnell verselbständigen könnten.
So, wie die nette Dame hinter dem Fleischtresen, erschallt aus den Tiefen der Sylvesterallee die fröhliche Frage: „Darfs ein Bisschen mehr sein?“
Während man, mit ein wenig Good Will, noch Verständnis dafür aufbringen könnte, dass man Lasse Sobiech zum Kiezclub ziehen ließ, ihn dafür gar mit einer netten Abfindung ausstattete, damit er seinen Vertrag auflöst und wir ihn von der Gehaltsliste bekommen, fehlt uns bei Maxi Beister, sollte ihm dasselbe Prozedere drohen, vollends das Verständnis.

Immer mehr kann man nachvollziehen, dass es gute Gründe gab, dass seiner Zeit Bernd Hoffmann die Finanzen in den Händen hatte und somit er die Verhandlungen, bei Spielerkäufen und –abgängen führte.
Nicht jeder ist fürs Handeln, schon gar nicht fürs harte VERhandeln geboren!

Mehr als anfangs gedacht, haben wir daran zu knabbern, mit Maxi Beister ein weiteres Eigengewächs ziehen zu lassen. Erst recht als zu lesen war, dass auch er wohl mit einem Geldrucksack sogar für den Abgang noch bezahlt werden soll!
Wie stand heute in einigen Posts so richtig zu lesen: vielleicht brauchts der Hilfe des Trödeltrupps, der auf RTL2 sogar aus vermeintlich Wertlosem noch Geld macht!
Gut, man hat jetzt in beiden Fällen keine mega Ablösesummen erwartet. Aber ein paar 100.000 zu bekommen, anstatt sie auch noch draufzulegen, sollte machbar gewesen sein! Zumal es für beide interessierte Vereine gab.

Und der Ausverkauf geht wohl munter weiter. Wir wissen, dass in unserer momentanen finanziellen Lage kein Spieler unverkäuflich ist.
Aber Tah ist einer unser Jungs und noch dazu eines der größten Talente auf der IV in Deutschland, auch wenn er eine durchwachsene Rückrunde gespielt hat. Man darf nicht vergessen: der Junge ist 19 Jahre alt und längst noch kein fertiger Spieler.

Wollten wir in Zukunft nicht auf unsere eigene Jugend setzen? Bauen wir dafür nicht sogar für viel Geld einen Campus?
Langsam muss man sich fragen: für wen eigentlich?
Für Bayer Leverkusen vielleicht, die sich nicht die Mühe machen, Jugendliche auszubilden, sondern sie lieber mit den Millionen, die der Konzern ihnen in den Arsch schiebt, von fremden Vereinen abwirbt?
Sorry, bei der jetzigen Politik wäre es wohl besser, wir sparen uns das Geld für den Campus, für die zig Jugendtrainer, für Bernhard Peters usw und kaufen uns ebenfalls die Spieler zu.
Das Signal, das wir in Richtung der gesamten Liga senden ist fatal!
Kommt, bedient euch, keiner ist unverkäuflich! Und wenn ihr lange genug wartet, zahlen wir euch vielleicht sogar noch was dafür, dass ihr eure Wunschspieler bekommt!
Das mag ein wenig überzogen sein, trifft aber das Gefühl, das uns umtreibt schon relativ gut.

Wir kaufen zu teure Spieler, siehe Behrami, Müller, Holtby und Lasogga und schmeißen ihnen nach kurzer Zeit Geld hinterher, damit wir sie wieder loswerden? Das passt von vorne bis hinten nicht!
Früher war es das Team aus Hoffmann und Beiersdorfer, das erfolgreich war. Jeder hat das gemacht, was er konnte. Didi hat gesagt, welche Spieler er haben wollte und Bernd hat alles Finanzielle geregelt. Wir haben vor einigen Jahren festgestellt, dass Bernd Hoffmann kein guter SpoDi ist. Sollten sich die Medienberichte bewahrheiten müssten wir feststellen, dass Didi nicht der Mann für Finanzen ist.

Eure BlogPerlen (fb & mg)

P.S.: und vielleicht war der mündliche Rausschmiss für Maxi ja auch ein Schlüsselerlebnis, das ihn dazu anspornt, jetzt noch ne Schippe draufzulegen!

Von HSVPlus, Rautenherz und anderen „Beratern“ des HSV

Die Saison ist schlecht gelaufen, da brauchen wir nichts schönreden, und nun stehen sie wieder alle auf der Matte: Die Möchtegernberater des HSV.

Mit den Machern von HSVPlus ist unsere gegenwärtige HSVFührung ja schon seit der Wahl auf Kriegsfuß. Diese agiert nicht so, wie die Initiatoren von HSVPlus es gerne hätten. Schon früh hat man „seine Hilfe angeboten“ und diese wurde abgelehnt. Das führte prompt dazu, daß im Juni letzten Jahres eine konzertierte Aktion gegen unseren neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gefahren wurde … mit zweifelhaftem Erfolg. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist angeschlagen, aber ansonsten hat man gar nichts erreicht. Im Gegenteil, durch diese Aktion hat man das Tischtuch gänzlich zerschnitten. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Möglichkeit so oft und so viel wie möglich gegen die HSV-Führung zu ätzen, um diese zu schwächen, damit sie irgendwann mal abgelöst wird. Tolle Strategie! Man schädigt den HSV, damit man selber alles besser machen kann? Dabei haben sie es ja noch nicht mal geschafft, einen Aufsichtsrat inklusive Vorsitzenden auszusuchen, der ihre Ziele vernünftig umsetzt.
Ich will nicht behaupten, daß die Intitiatoren von HSVPlus dem Verein nicht hätten helfen können. Ich behaupte auch nicht, daß sie es nicht vielleicht hätten besser gemacht. Das kann und will ich nicht bewerten. Aber ich gebe zwei Dinge zu bedenken:
-Otto Rieckhoff hat als AR-Vorsitzender schon in der Personalie Carl Jarchow ein nicht besonders gutes Händchen bewiesen. Mit der Personalie Karl Gernandt ist ihm anscheinend auch nicht der große Glücksgriff gelungen. Unfehlbar sind die Macher von HSVPlus also auch nicht.
-Und der zweite Punkt ist: Die permanenten Einmischungen von aussen haben dazu geführt, daß wir seit Jahren eine Führungskrise beim HSV haben. Jeder meint, er müsse mitmischen, jeder mischt mit und das Chaos ist das Resultat

Von daher stehe ich hier eindeutig auf der Seite der HSV-Führung … auch wenn sie Fehler macht, die ich ja auch anspreche.

Der nächste Fall ist die Einmischung der Rautenherzen, die ja ein ganz tolles revolutionäres Konzept zur Nachwuchsförderung erarbeitet haben, daß der HSV so nicht übernehmen will. Es geht sogar so weit, daß man die Gerichte einschalten musste.
Jedem steht es frei, Ideen zu haben. Jedem steht es frei, sie dem HSV mitzuteilen. Es steht aber nur dem HSV, bzw der HSV-Führung, zu, zu entscheiden, ob man diese Ideen übernimmt oder auch nicht. Auch, ob man vielleicht Teile dieser Ideen umsetzt und andere nicht. Niemand anderes hat das zu entscheiden! Sonst haben wir bald wieder Zustände, wie vor HSVPlus und das wollen wir alle nicht wirklich. (fb)

Déjà vu?

Sommer 2014. Der HSV hat mit Mühe, Not und Glück den Klassenerhalt geschafft.
Ein Umbruch innerhalb der Mannschaft sollte erfolgen.
Um den Hoffnungsbringer Hakan Calhanoglu sollte ein neues, schlagkräftiges Team aufgebaut werden, hörte man aus Vorstandskreisen.
In der Winterpause 2013/14 hatte Hakan, mit mächtig großen Treueschwüren dem Hsv gegenüber, seinen Vertrag verlängert, in dem sich auch der damalige Spodi, Oliver Kreutzer, sonnte.
Doch kaum war die Saison vorbei, da kam die Kehrwende. Entgegen seinen großspurigen Ankündigungen wollte Hakan schnell groß rauskommen und sofort CL spielen.

Das Angebot von Bayer 04 kam da gerade recht. Nachdem sein mehrfach vorgetragener Wunsch intern beim HSV auf taube Ohren stieß, und er nicht mehr weiter wusste, suchte und fand er einen anderen Weg. Er ließ sich krankschreiben.
Entweder Wechsel oder Gelber Zettel. Hakan begann, den HSV zu erpressen.
Unter den Fans traf diese Maßnahme natürlich auf wenig Gegenliebe, er wurde schnell zum Feindbild und, meiner Meinung nach, für den HSV nicht mehr tragbar.
Seine Erpressung hatte am Ende Erfolg. Er wechselte für etwa 14 Mio Euro zu Bayer Leverkusen…

Sommer 2015 – Der HSV hat mit Mühe, Not und Glück, aber am Ende verdient, den Klassenerhalt, in einem dramatischen Finale gegen den KSC, geschafft.
Wieder einmal soll im Sommer ein Umbruch erfolgen.
Spieler wie VDV und Jansen haben den Verein bereits verlassen. Weitere 4 Verträge laufen aus, von denen vermutlich 1-2, stark leistungsbezogen, doch noch verlängert werden sollen.
Um die Rückkehrer Tah und Demirbay, so war aus der Führungsetage zu vernehmen, soll eine neue, schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden. Das Ziel: nie wieder Relegation!

Jetzt kommt abermals ausgerechnet Bayer Leverkusen um die Ecke und will Tah verpflichten. Daran scheiden sich momentan die Geister.
Einige meinen, 6/7/8 Mio Euro seien sehr gutes Geld , damit könne die Mannschaft sinnvoll verstärkt werden. Andere wiederum sagen, er darf nicht verkauft werden.
Und zu denen gehöre ich auch. Warum?

Wir, der HSV, haben uns im vergangenen Jahr erpressen lassen.
Erpressen von einem Spieler mit langfristigem Vertrag!
Will der HSV nicht zum Selbstbedienungsladen der Liga werden und weiterhin (für Spieler, Berater und/ oder Konkurrenten) erpressbar bleiben, darf er einem Transfer in diesem Sommer NICHT zustimmen.
Es gab / gibt eine Ausstiegsklausel von 15 Mio (mit Vetorecht und Anpassung des Gehalts), und von 25 Mio ohne Vetorecht. Egal ob diese Fristen jetzt abgelaufen sind oder nicht. Diese Beträge müssen in meinen Augen unbedingt erzielt werden, so man sich doch für einen Verkauf entscheidet. Alles andere würde einen weiteren Gesichtsverlust bedeuten: Der HSV hätte ein zusätzliches, riesengroßes Imageproblem!

‪#‎NurderHSV‬

(CM)