Lieber Hannes Wolf.

Ich habe Sie bisher für Ihre Offenheit und Ehrlichkeit geschätzt. Mit einer gesunden Portion Realismus warnten Sie auch vor dem Spiel gegen Darmstadt. Sie sagten, dass das sehr eng werden könne und die volle Leistung abgerufen werden müsse.

Zu gerne würde ich dann wissen, was die Spieler im Pausentee hatten und welche Worte Sie an die Mannschaft gerichtet haben.

Wir haben nämlich gestern zwei verschiedene Teams in den beiden Halbzeiten auf dem Rasen gesehen.

Nach 16 Minuten führte der HSV bereits mit 2:0 gegen paralysiert wirkende Darmstädter. Spritzig, kampfbetont und mit dem Zug nach vorne begeisterte Ihre Elf die Fans. Es sah danach aus, als nehme man die Euphorie aus dem Derbysieg mit in den Volkspark.
Was habe ich mich für Bakery Jatta gefreut, als er in der 5. Minute, nach einem Freistoß von Özcan, den Ball ins Tor köpfte!
Für alle Zweifler an seiner Bundesligatauglichkeit: seine statistischen Werte sind beileibe nicht so schlecht, wie uns manch einer glauben machen will. Minimale Unterschiede in der Passgenauigkeit (79%) und eine mit seinen Kollegen ausgeglichene Zweikampfquote (50%) sind da zu finden.

Ein berechtigter Elfmeter, nach Foul am schnellen Narey, verwandelte Lasogga in der 16. zum 2:0. Der Strafstoß untermauerte den Eindruck, dass den Darmstädtern das Spiel zu diesem Zeitpunkt einfach zu schnell ging.

Nach 20 Minuten sind die Darmstädter aufgewacht und brachten ihren ersten gefährlichen Schuss aufs Tor.
Nach 30 Minuten hätten bei Ihnen, Herr Wolf, bereits die Alarmglocken angehen müssen. Denn beim HSV verlegte man sich auf die Defensive, schaltete offensiv einen deutlichen Gang zurück. Man verpasste es, das 3:0 aufzulegen.

Dann ging es in die Kabine. Zu gern würde ich wissen… aber das hatten wir ja schon.

Vielleicht hatte man die Ingridenzien für den Pausentee aber auch ganz einfach nur verwechselt.
Denn statt eines siegwilligen HSV kamen die Darmstädter mit breiter Brust aus der Umkleide.
Unsere Defensive lag noch in der 52. Minute im Tiefschlaf.
Anschlusstreffer.
Wieder einmal sah es nach einem Herzschlagsieg aus.
Doch Pustekuchen.
Bei uns fehlten plötzlich Tempo und Präzision.
Die Bestrafung folgte in der 82. Minute, mit dem Ausgleich.
Beide Tore kamen übrigens mit Ansage.

Die Wirkung des Pausentees ließ nach, die Mannschaft schien mit einem „Huch-Effekt“ wieder wach. Bisschen spät vielleicht.
Mangala (87.) und Jatta (89., 90.+2) verpassten es dann auch, den Deckel draufzumachen.
Das taten die Hessen in den letzten Sekunden der Nachspielzeit. Nach zehn (!) sieglosen Auswärtspartien, bewiesen sich die Rothosen als gute Gastgeber und mal wieder als Aufbaugegner.
Tolle Wurst!

Lieber Hannes Wolf.
Ich weiß, so ein Trainerleben in Hamburg ist nicht leicht.
Ständig beobachtet von der Medienlandschaft, unter Druck gesetzt durch die Lage, in die sich der Verein in den vergangenen Jahren hineingeschippert hat.
Zum Siegen verdammt.
Und, ja, ja, ich weiß, die jüngste Mannschaft ever.
Aber all das reicht mir nicht, um das gestrige Ergebnis unter der Kategorie „Mund abputzen und weiter“ abzulegen.
Oder, dass Narey lapidar nach dem Spiel was von „intensiv aufarbeiten“ phrast. Ich kann es nicht mehr hören!
Und Sie, Herr Wolf, meinten: „Mit der letzten Aktion das Spiel zu verlieren ist für uns bitter und tut extrem weh.“
Sie haben das Spiel nicht mit der letzten Aktion verloren, Herr Wolf. Die Mannschaft hat Sie (so es denn keine anderen Ansagen in der Pause gab) fast eine komplette Halbzeit einfach im Stich gelassen und pomadig gedacht, die Punkte wären schon im Sack!
Jugend hin oder her. Die Jungs haben gezeigt, dass sie es können. In den zweiten 45 Minuten sah es nicht danach aus, als ob sie es wirklich WOLLEN.
Da nutzt es dann auch nichts, dass der ein oder andere selber feststellt, dass man doch in der zweiten Halbzeit hätte so weiterspielen müssen, wie in der ersten.
Ach! Ehrlich?

Mit einem Sieg wäre man sechs Punkte von Union und bis zum Kölner Nachholspiel, erneut Tabellenführer gewesen.
Doch noch viel wichtiger: man hätte den Fans und allen Kritikern beweisen können, dass der Derbysieg nicht nur ein kurzes Leistungsaufflackern war.
Erneut wurden schön traditionsgemäß, trotz Vorlage von Union, drei wichtige BigPoints liegen gelassen.
So geht das Zittern weiter.
Und die wirklich schweren Spiele kommen noch.
Viel Mut auf den direkten Aufstieg hat das gestrige Match jedenfalls nicht gemacht. Und an eine mögliche Relegation mag ich erst gar nicht denken.

Lieber Hannes, ich beneide Sie nicht um Ihren Job. Es liegt jetzt auch ein großer Teil an Ihnen, denen, die es immer noch nicht begriffen haben, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, die nötige Einstellung zu vermitteln.
Denn nur im Team könnt ihr es vielleicht doch noch schaffen!
(mg)

Who the Fuck Is Alex Meier?

Ja, ja, ich weiß. Dieser Sieg ist nur einer auf dem noch weiten Weg Richtung Aufstieg.
Aber heute darf man doch nochmal, oder?
DÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖRBYSIIIIIIIIIEEEEEG!
Ein Sieg…
Und WAS für einer!
Wir haben am Millerntor von Anfang an eine geschlossene Mannschaftsleistung gesehen. Wir haben den geforderten Kampf -und Teamgeist und endlich mal wieder den Siegeswillen gespürt.
Und wir haben einen Lasogga erlebt, der genau das tat, wofür er da ist: Tore schießen!

Dazu hat sich unsere Abteilung Defensive, van Drongelen, Bates, Santos und auch der so oft kritisierte Sakai, mit herausragenden Passquoten von bis zu 90%, einige Fleißsternchen erarbeitet.
Insbesondere unsere beiden IVs haben den selbsternannten Stadtteil-Fußballgott, Alex Meier, von seinem Thron gehauen. Herausragende Aktionen? Fehlanzeige. Gruselig seine Passquote, von gerade mal 54 %.
Ok, weiß einer zufällig genau, ob er überhaupt auf dem Platz stand?
Apropos Gott.
Der des Fußballs hat jedenfalls gestern seinen Job gemacht und nicht auf die unnötige Aufforderung seines Fast-Namenspartner vom Millerntor reagiert. Ein Fußballgott lässt sich eben nicht zu Blödsinn auffordern .

Spaß beiseite.
Die Statistik der vergangenen Woche ist Vergangenheit. Die aktuelle liest sich zudem viel besser.
80% Passquote, bei 62 % Ballbesitz.
Als Santos, in der 88. Minute, sein Zuckerschüsschen im rechten Eck von Himmelmanns Tor ablegte, war es das Sahnehäubchen auf einem Spiel, auf das die Braun-Weißen eigentlich selten Zugriff hatten.
4:0 schossen die Rothosen St. Pauli aus dem eigenen Stadion.

Balsam für uns geschundene HSV-Seelen, die sich im Vorfeld des Derbys gefühlt noch 1887mal das Tor zum 1:0 Sieg des Stadtteilvereines, aus dem Jahr 2011 anschauen mussten.
Tom Mickel markierte gleich mal das Revier, indem er seinem damaligen Torwartkollegen Piquet, mit einem herzhaften Tritt gegen die Eckfahne nacheiferte.
Die Spieler waren heiß wie Frittenfett. Das merkte man auch Lewis Holtby an, der sich anfangs auf der Bank wiederfand und erst in der 81. Minute ins Geschehen eingreifen durfte. Mit seinem Freistoß, der anschließend zum Endstand führte, fügte er sich nahtlos in die gute Mannschaftsleistung ein.
Die Startelfpause hat ihm wohl gut getan.

Lustige Kabinenvideos, die sich kurz nach dem Spiel auf den Weg ins World Wide Web machten, beweisen: auch bei den Spielern ist wohl der ein oder andere Stein vom Herzen geplumpst.

Ob der Knoten nun geplatzt ist, das wird sich allerdings erst in den nächsten Wochen beweisen.
Denn von diesen verdient gewonnenen und auch mit einer vorzeigebaren Tordifferenz abgeschlossenen Spielen brauchen wir noch mehr.
Wie wichtig auch die Tordifferenz ist, haben wir gerade schmerzvoll erlebt. Union Berlin stand plötzlich über uns, auf Rang 2 der Tabelle. Trotz Punktegleichheit.

Liebe HSV- Spieler. Ich hoffe, ihr habt gestern so VIEL Selbstbewusstsein tanken können, um euch in den kommenden Partien auch gegen hochstehende Teams besser durchsetzen zu können. Aber auch nicht ZU viel, um in die in Hamburg so beliebte Arroganz zu verfallen, Gegner nicht ernst zu nehmen und damit wichtige Punkte liegen zu lassen.
Mein Herz und ich, und ich nehme an, mit mir alle HSVer, können sehr gut auf ein weiteres Relegationsspiel verzichten!
„Wir haben endlich unser wahres Gesicht gezeigt“, sagte Lasogga nach dem Spiel. Ich würde ihn gerne beim Wort nehmen!

Was gab es noch zu sagen?
Den Pyrovollpfosten auf beiden Seiten, mit mehr als ein paar Zeilen Aufmerksamkeit zu zollen, wäre zu viel des Guten.
Die Aktionen beider Fanlager waren einfach nur daneben und haben dem Spiel alles andere als gut getan. Und wenn sogenannte Pauli-Fans ihre eigenen Leute mit Pyros beschießen, dann spricht auch das Bände.

Last but not least: wer kritisieren kann, der sollte auch loben: ein fettes Like geht in dieser Woche an den Schiri, Dr. Brych, der im gesamten Spiel ein feines Händchen mit seinen Entscheidungen bewies.
Wer weiß, was z.B. ein Spielabbruch nach dem Abpfiff noch für Auswirkungen gehabt hätte?

Einen Wermutstropfen gibt es dann aber doch. In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit musste unser Kapitän, Aaron Hunt, verletzt die Segel streichen.
Was genau ist und ob wir erneut länger auf den Mittelfeldregisseur verzichten müssen, zeigt sich erst im Laufe des Tages. Hunt muss noch in die Röhre…
Wir wünschen ihm von hier aus schon mal alles Gute, dass es nichts Schlimmeres ist.
(mg)

Druck

Es war der 21. Spieltag der Bundesliga, in der Saison 2017/18.

Der HSV kam bei seinem zweiten Spiel unter Neutrainer Bernd Hollerbach, gegen Hannover, nicht über ein 1:1 hinaus.

Mit mageren 17 Pünktchen stand man auf dem vorletzten, also auf einem direkten, Abstiegsplatz.

Fünf Spieltage später war das Punktekonto gerade mal um einen Zähler gestiegen.

Nach einem desaströsen 6:0 gegen die Bayern durfte der zweite Trainer der Saison seine sieben Sachen, nach ebenso vielen Spielen, insgesamt drei Unentschieden und vier Niederlagen, packen.

Der wohl größte Fehlgriff des sportlichen Gespannes, Bruchhagen und Todt, Bernd Hollerbach, war bestimmt irgendwie erleichtert.

Zu groß die Altlasten seines Vorgängers Gisdol, zu hoch die Erwartungen vonseiten der Verantwortlichen und Fans.

Er hatte sich am Dino der Bundesliga sichtlich überhoben.

Der Druck auf alle Beteiligten war immens.

Der damalige, frischgebackene Aufsichtsrat Bernd Hoffmann, hatte kurz zuvor bereits das Duo Bruchhagen/Todt freigestellt. Hollerbach machte das Trio innerhalb von nur fünf Tagen komplett. Der HSV schlingerte in einem angeschlagenen Boot direkt auf den Abstieg zu.

Was danach kam, bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Christian Titz wurde nicht nur zum neuen Hoffnungsträger, er startete auch eine immense Aufholjagd, die am Ende jedoch nicht mehr reichte.

Am vergangenen Montag fand der 21. Spieltag der 2. Liga in der Saison 18/19 statt.

Mit einem knappen 1:0 (auch dank einer tollen Parade von Julian Pollersbeck) gingen die Jungs von Trainer Hannes Wolf vom Grün. Es war kein glanzvolles Spiel. Es war mehr Krampf. Gegen tiefstehende, gut sortierte Dresdner hatten die Rothosen häufig Schwierigkeiten, die Bälle nach vorne durchzustecken und somit überhaupt abzuschließen. Hinten wackelte es bei schnellen Kontern der Dresdner oftmals in der Abwehrabstimmung.

Bis uns Lewis Holtby, nach einem slapstickreifen Patzer von Rechtsverteidiger Wahlqvist und Torwart Schubert, in der 84. Minute erlöste, dürfte so manch einer herzinfarktgefährdet gewesen sein.

Immerhin wurde mit diesem Arbeitssieg vorerst die knappe Tabellenführung des HSV gehalten. Zwar beträgt sie gerade vier Punkte, aber der 1. FC Köln hat ein Spiel weniger als die Konkurrenz.

Was bleibt ist der Druck.

Ob du unten in der Liga 1 stehst oder oben in Liga 2.

Du bist zum Siegen verdammt.

Stopp. Einen Unterschied gibt es. Nämlich den, dass man mit einem Aufstieg einem positiven, mit einem Abstieg einem negativen Ereignis entgegensieht.

Das sollte allen unseren Spielern einen zusätzlichen Schub Antrieb verleihen.

Zumal jeder auch weiß, dass sich der HSV eigentlich kein zweites Jahr im Unterhaus der Bundesliga leisten kann.

Irgendwie ist eben alles anders. Und irgendwie ist es doch alles gleich…

Zumindest einer, nämlich Hannes Wolf, ist für mich der, der für ein kleines Quentchen Ruhepuls sorgt.

Seine Aussagen sind klar, sind deutlich und sind wohltuend realistisch.

Es mag eine Phrase sein, aber „von Spiel zu Spiel zu denken“ ist wohl nicht nur gesünder für unser aller Nerven, es ist genau das, was die Mannschaft braucht und was die Fans tun sollten.

Also schauen wir jetzt auf den nächsten Samstag, wo unser HSV auf den Tabellenvierten Heidenheim trifft. Die Heidenheimer sind punktgleich mit Union Berlin und St Pauli. Erneut wird es kein leichtes Spiel und der Druck auf das Team immens sein.

(mg)

P.S.: Ein dickes Lob geht an unsere Fans, die Jann – Fiete Arp, bei seiner Einwechslung fair und mit Applaus, statt wie befürchtet mit Pfiffen, begrüßten. Eine bewusste und gute Entscheidung von Wolf, den Youngster, nach den schlagzeilenträchtigen Tagen rund um seinen Wechsel zu den Bayern, auflaufen zu lassen.

P.P.S.: Leider glänzten einige der Dresdner Fans nicht unbedingt mit fairem Verhalten. Ihre Störungen bei unserer Stadionhymne, das Zünden von zahlreichen Bengalischen Feuern und eine eher geschmacklose Choreo zerstörten das doch positive Bild, das man von ihnen, nach der Absage des Hinspieles, erhalten hatte.

Kaltstart mit Bus im Tor

Nach der gemeinsamen Barkassenfahrt, zu der die Hamburger Supporters ihre Sandhausener Gästefans, im Vorfeld auf das Zusammentreffen ihrer beiden Profimannschaften, einlud, war die Stimmung gut.
Man verstand sich. Wie eigentlich schon seit dem Hinspiel, als die Sandhausener mit ihren originellen Wegbeschreibungen im Hamburger Hauptbahnhof auf sich aufmerksam machten.
Klar ging die Fanfreundschaft dann doch nicht so weit, dass man sich gegenseitig die 3 Punkte der Partie gönnte.

Für den HSV ging es bei eisigen Temperaturen und Schneefall (mal wieder) um Big Points.
Die Sandhausener dagegen erwarteten sich Entlastung im Tabellenkeller, in dem sie auf Platz 16, mit 13 Punkten nach 19 Spielen festhängen.

Mal wieder zum Siegen verdammt.

Um es vorweg zu nehmen: das wird in jedem Spiel so sein. Denn geschenkt wird einem in Liga 2 nichts.
Zwar konnten wir unseren Vorsprung zu Platz 2 auf 4 Punkte ausbauen, da auch Köln gestern, gegen Union Berlin patzte. Aber was sind schon vier Punkte?
Neben Köln hängen uns auch Union Berlin und Pauli, mit 6 Punkten Abstand, im Nacken.

Woran Hannes Wolf arbeiten muss? Ganz klar an der Chancenverwertung. Denn bereits nach zehn Minuten hätte es, nach einem Zuckerpass von Santos auf Holtby, 1:0 stehen müssen.
Die Chancen kamen anschließend fast im Minutentakt. Khaled Narey (14.), Tatsuya Ito (18.) und zweimal Lasogga (15., 34.) hatten es auf dem Fuß.
Trotzdem dauerte es bis zur 45. Minute, bis die Hamburger jubeln durften.
Ob Jatta bei seinem Pass auf Lasogga hauchdünn im Abseits stand? Mag sein. Mir ist es allerdings lieber, nach Toren nicht erst minutenlang zittern zu müssen, weil der Schiri vom Feld aus Köln zurückgepfiffen wird.
Im Laufe der Saison gleicht sich alles aus. Auch das mit der knappen Abseitsposition.

Nehmen wir doch ganz einfach den von Dennis Diekmeier herausgeschundenen Elfer, der den Gästen, knapp 20 Minuten nach Wiederanpfiff, das 1:1 bescherte, als Ausgleich.
Er stellte seinen Körper vor Jatta rein und wartete darauf, dass der versuchen würde, den Ball zu spielen. Dann fiel Dennis um und bekam den Pfiff…
Nicht wirklich fair.
Dennis Diekmeier. Arbeitslos seit Mai, nun bei Sandhausen und auch sofort in der Startelf gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Für meine Begriffe hat er mit dieser Aktion auch ein gutes Stück Frust abgebaut. Denn gegen Jatta sah er oftmals nicht wirklich gut aus. Der pfeilschnelle, frisch „verlängerte“ Rechtsaußen, zeigte, was aus ihm werden kann, wenn er weiterhin hart arbeitet und Selbstbewusstsein tankt. Toll sein Solo-Sprint, vom eigenen auf das gegnerische Tor. Leider mit schwachem Abschluss. Aber das mit den Abschlüssen hatten wir ja schon …

Insbesondere in der 1. Halbzeit hätte man sich die Sandhausener eigentlich „zurechtlegen“ können. Die Tatsache, dass der Elfmeter die erste gute Torchance der Sandhausener war, spricht Bände.
In die Pause ging man laut Statistik mit 10:0 Torschüssen für den HSV!

Gut für die Spielerpsyche und natürlich die Punkteausbeute: bereits drei Minuten nach dem Ausgleich sorgte ein Zusammenspiel von Holtby und Lasogga für die erneute Führung der Gastgeber, bei der es dann auch blieb.

Durchschnaufen ist allerdings nicht. Schon morgen geht es, um 13 Uhr, gegen den Tabellen 14ten, Bielefeld.
Ein Selbstgänger, sollte man meinen, ging doch auch das Hinspiel mit einem 3:0 für die Hamburger aus.
Für mich ist es alles andere als ein Selbstgänger. Denn wie bereits oben erwähnt, wird niemand uns etwas schenken.
Dass die Bielefelder kämpfen können, bewiesen sie nicht zuletzt am Mittwoch, als sie einen 3:1 Rückstand mit viel Willen noch in einen 4:3 Sieg gegen Dresden gedreht haben. Herausragend dabei: Fabian Klos, der nach der Pause allein auf drei Assists und einen Treffer (FE) kam.
Auf ihn wird aufzupassen sein.

Und ändert sich nichts an der Chancenverwertung, dann wird es insbesondere gegen Mannschaften wie vorgestern gegen Sandhausen, die sich gerne mit einem Punkt zufriedengeben, und dafür einen Bus ins Tor stellen, enorm schwer.
Ja, ja, ich weiß. Noch vor ein paar Monaten hatten wir nicht mal diese Chancen. Aber Fakt ist nun mal, dass nur Bälle zählen und zu Punkten führen, die IM Netz zappeln.

Wir alle, Fans, Mannschaft und Führungsteam, sollten aufhören, schon vom Rathausbalkon zu träumen. Denn wie sang schon Xavier Naidoo vor ein paar Jahren: „Dieser Weg wird kein leichter sein…“
Und ich bin sehr froh, dass Hannes Wolf ähnlich denkt.

Wir haben gesehen, wie eng es in jedem Spiel werden kann, wenn die Konzentration nicht zu jeder Zeit bei 100 Prozent liegt. Zudem haben wir die härtesten Nüsse in der Rückrunde auswärts.
Gespannt bin ich darauf, wie wir uns im Pokalspiel am Dienstag gegen Nürnberg schlagen. Ein Erstligist aus den unteren Tabellenregionen kommt in den Volkspark. Wird man den Klassenunterschied sehen?

Was ich grundsätzlich von diesem Gedanken halte, den eventuellen Aufstieg auf dem Hamburger Rathausbalkon zu feiern, und ob dieser Kader meiner Meinung nach erstligatauglich ist, davon erzähle ich euch später mal 😉
(mg)

Es geht wieder los

Ja, ich weiß, ich bin reichlich spät dran, aber es ging leider nicht anders.

Ein paar Worte noch zur MV. 10 Tage ist sie erst her, aber trotzdem haben die meisten das Thema schon abgehakt.
Marcel Jansen ist jetzt unser Präsident, und er geht mit viel Elan an den Job.
Er hat einen sehr großen Vorteil: er gehört keiner Gruppe, keiner Seite an, hat also das Potential, den Verein näher zusammenzubringen.

In den Beirat sind meine Wunschkandidaten gekommen. Patrick Ehlers war ja schon vorher drin und für Jan Wendt, der ein Überbleibsel der alten Zeit mit allen Nachteilen war, ist Mike Schwerdtfeger gekommen. Gut so. Von sechs Kandidaten sollten fünf in den Ehrenrat gewählt werden. Der eine, der es nicht geschafft hat, ist Peter Gottschalck. Auch gut so.

Auch bei den Anträgen lief fast alles vernünftig ab. Es wurde der Vorstand beauftragt, dafür zu sorgen, daß die 24,9% in die Satzung kommen. Und es wurde der „Antirassismus- und -diskriminierungsantrag“ beschlossen. Einstimmig, was ich klasse finde, aber leider nur noch von 400 Mitgliedern von über 1300, die in der Spitze da waren.

Auffällig war der ruhige besonnene Umgang miteinander. Es gab durchaus strittige Szenen, aber alle haben sich anständig benommen. So wie es sein soll. Kai Esselsgroth hat die Versammlung sehr gut geleitet. Ich betone das jetzt so sehr, weil ich ihn im letzten Jahr noch kritisiert habe.

Zum Fußball:
In der Winterpause haben wir nochmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Berkay Özcan ist vom VfB Stuttgart gekommen. Ich würde sagen, er ist ein Aaron Hunt in jung. So ganz grob gesehen.
Ansonsten haben wir eher interne Zugänge, Lasogga und vor allem Jung sind wieder dabei. Das ist schon ein Qualitätsgewinn.
Papa kommt auch demnächst wieder, deshalb stehen bei Lacroix die Zeichen auf Trennung.

Wo stehen wir und wo stehen die anderen?
Köln hat sich in der Winterpause wieder mal verstärkt. Das fällt aber bei deren Kader eh nicht mehr auf.
Union hat sich mit Carlos Mané für die Flügel verstärkt. Viele kennen ihn sicherlich, er war schon in Stuttgart und wir waren auch mal an ihm dran.
St Pauli hat sich unter anderem mit Alex Meier verstärkt. Er ist immer mal wieder für ein Tor gut, auch wenn er ins Alter gekommen ist.
Kiel hat auch ne Menge gemacht, unter anderem Bénes von Gladbach geliehen, um Kinsombi zu ersetzen, der sich langfristig verletzt hat.

Wir sehen also, alle haben noch etwas unternommen, um uns das Leben schwer zu machen.

Unser nächster Gegner hat sich mit unserem guten alten Dennis Diekmeier verstärkt. Das macht durchaus Sinn.

Das Spiel heute Abend wird eh spannend.
Wie kommen die Mannschaften aus der Winterpause?
St Pauli hat gestern schon mal Punkte liegen gelassen, wir sollten gewarnt sein. Sandhausen ist auch nicht mehr der schwache Gegner aus der Hinrunde. Ich bin gespannt.
Schlagen können wir uns nur selber. Wir haben genügend Qualität um klar zu gewinnen, aber zB Kiel hat uns gezeigt, daß es nur geht, wenn wir auch mit ganzer Kraft agieren. Lassen wir auch nur ein bisschen nach, gewinnen wir nicht.

Wo stehen wir am Ende?
Aufgrund der enormen Qualität ist Köln für mich der Meisterschaftsfavorit.
Berlin, St Pauli, Kiel und Heidenheim sind auch stark.
Wollen wir aufsteigen, müssen wir in jedem Spiel Vollgas geben und nicht mit einer Leistung, wie gegen Kiel, aufwarten.
Ich bin aber zuversichtlich. Es herrscht wieder zunehmend eine Kultur im Verein, die Leistung fordert und fördert.
Und obwohl nicht alles rund gelaufen ist, stehen wir immer noch an der Spitze. Wir haben noch Luft nach oben und das werte ich positiv.
Ob Rathausmarkt oder nicht ist mir im Moment wurscht. Erstmal den Bären erlegen, bevor wir das Fell verteilen.

Endlich geht es wieder los (fb)

Die Dinos treten ab und der Vorstand muss jetzt liefern

Einige waren gekommen, um Jürgen Hunke scheitern und Marcell Jansen siegen zu sehen oder dafür zu sorgen, dass die 24,9% – Anleihenveräußerung in der Satzung verankert und somit ein weiterer Verkauf von Anteilen ausgeschlossen wird. Andere wiederum saßen auf den wenig bequemen Stühlen in der Arena in Wilhelmsburg solange, bis die Fernwahlanträge mal wieder ins Nirwana befördert waren.

Leute, Leute. Mit dieser Mitgliederversammlung ist der HSV ein Stück weit in dunkle Zeiten zurückgetaucht. Damals, als in jedem Jahr bis in die späten Abendstunden debattiert und diskutiert wurde.
Damals, als sich unwichtige Menschen plötzlich wichtig fühlten, die Geschicke des Vereines fast ausschließlich in den Händen der Mitglieder lag und damals, als wir wohl der einzige Verein waren, der sich bemüßigt fühlte, eine zweite ordentliche MV im Jahr einzuberufen, weil ansonsten eine Übernachtung am Austragungsort hätte angesagt werden müssen.

Und damals, als bereits mehrere Fernwahl-Anträge, unter großem Getöse abgelehnt wurden, da sich viele stimmberechtigte Mitglieder bereits auf dem Heimweg befanden. Befinden MUSSTEN, weil der letzte Zug, die letzte Fähre oder das letzte Flugzeug startete.
Für mich ist und bleibt dieser Tagesordnungspunkt ein Makel, der wie eine dicke schwarze, tote Fliege auf allen Protokollen liegt. Die erneute Ablehnung ist (sorry) ein Arschtritt. Ausgeteilt an alle Mitglieder, die nicht aus Hamburg oder Umgebung kommen.

In Zeiten von Livestreams, Online-Abstimmungen und Briefwahlmöglichkeiten dem Verein nicht mal die Möglichkeit zu geben, verschiedene Modelle zu PRÜFEN, um danach sachlich darüber zu diskutieren, ist für mich ein No-Go!

Schade in dem Zusammenhang war wirklich, dass fast 1000 Leute, bereits nach der Präsidentenwahl fast fluchtartig den Saal verließen.
Ebenso schade aber auch, dass die Fernwahlanträge wieder mal erst ganz am Schluss der MV, nämlich nach neuneinhalb Stunden (!) auf der Agenda erschienen.
Ernsthaft, wer nach dieser Zeit noch 100%ig aufnahmefähig ist, der ist Sitzungsmarathons entweder gewohnt oder hat die Hälfte der Zeit nicht aufmerksam zugehört.

Ich weiß, dass eine Diskussion über dieses Thema so gut wie aussichtslos ist. Die Pro-und Contraseiten sind verhärtet.
Für mich ist und bleibt die Ablehnung das letzte Machtspielchen der Ewig-Gestrigen. Wenn man ihnen, durch HSVplus schon so viel an Entscheidungsbefugnissen abgenommen hat, dann wollen sie wenigstens vermeiden, auch noch das letzte Quentchen zu verlieren. Hamburger stimmen für Hamburg. So und nicht anders.

Lasst uns eine Gruppe bilden, mit Leuten, die sich im Satzungsrecht auskennen (für die richtige Formulierung) und die wissen, wie man auf der nächsten Sitzung diesen TOP ganz nach oben bringt!
Denn ehrlich: mir ist es langsam müßig, jedes Jahr aufs Neue stundenlang auf etwas zu warten, was aus formalen oder anderen Gründen anschließend abgelehnt wird. Zudem wird es immer schwieriger, die Mitglieder von außerhalb in Scharen zu motivieren, genau dieses Vorhaben durch ihre Stimme zu unterstützen. Meine Meinung!

Was war noch?
Dass Marcell nun unser Präsi ist und Jürgen Hunke schauspielreif erst Zeit stahl und dann Ralph Hartmann mit seinem Rückzug puschen wollte, wissen inzwischen alle.
Für mich ein durchschaubarer Akt, den es wirklich nicht gebraucht hätte und Hartmann, der eine wirklich gute Rede hielt, wohl auch Stimmen gekostet haben mag.

Gut, dass der unsägliche Antrag auf Abwahl des „Restpräsidiums“ Schäfer, Schulz krachend gescheitert ist und Mike Schwerdtfeger ab sofort Jan Wendt im Beirat ablöst. Zu viele Internas sind in den letzten Wochen wieder ex-statt intern aufgeploppt und die Auswahl der Kandidaten für das Präsidentenamt war alles andere als transparent oder nachvollziehbar.
Ich begrüße auch die Wahl von Patrick Ehlers im Beirat und dass Peter Gottschalk NICHT im neuen Ehrenrat sitzt.
Gemeinsam mit Jürgen Hunke haben sich damit wohl zwei weitere „Dinos“ hoffentlich von der öffentlichen Bühne verabschiedet und einer neuen Generation, mit dem jüngsten Präsidenten der Vereinsgeschichte, die Tür geöffnet.

Der muss jetzt, gemeinsam mit dem Vorstand der AG aber auch liefern.
Man sagt Jansen eine Nähe zum Vv Hoffmann nach. Sollte Thomas Schulz dauerhaft in den AR nachrücken, sind die Wellen des ehemaligen Haifischbeckens AG sehr glatt.

Auf mich machte zudem das Gespann Schäfer, Schulz und auch Wettstein einen harmonischen Eindruck.
Und auch wenn viele jetzt sicherlich mit dem Einwand kommen, dass man mit den vorgelegten Zahlen und Wortbeiträgen des Finanzvorstandes versucht habe, die Mitglieder zu beruhigen, so frage ich mich auf der anderen Seite: wäre es besser, man hätte uns mit einem kurzfristig nicht zu ändernden Horrorszenarion nach Hause geschickt?

Es wurde viel versprochen, nun muss hart und am besten erfolgreich gearbeitet werden.

Dafür die Fananleihe erneut aufzulegen halte ich persönlich für alles andere als verwerflich. Es ist durchaus üblich, dass sich angeschlagene Unternehmen damit behelfen. Und nichts anderes ist unser HSV: ein Unternehmen und angeschlagen.
Durch jahrelange Misswirtschaft, die die aktuell amtierenden Mitglieder von der Schieflage wieder in die Senkrechte bringen müssen.

Aber auch hier war es am Wochenende wie anderswo üblich: der Überbringer der schlechten Nachrichten wird an den Pranger gestellt. Jeder sollte mal darüber nachdenken, dass verschiedene Mächte jahrelang an diesem langsamen Sinken des HSV-Schiffes „gearbeitet“ haben.
Dass für einen dringend notwendigen Aufstieg gerade auch die Mannschaft ihr Scherflein hinzufügen muss, wissen die Jungs hoffentlich genau.
Denn nur alle gemeinsam werden wir das Unmögliche möglich machen!

Diese Gemeinsamkeit herzustellen und damit konstruktiv zu arbeiten, dafür steht seit Samstag auch Marcell Jansen, dem wir BlogPerlen an dieser Stelle alles Gute für seine Amtszeit wünschen.
(mg)

Mitgliederversammlung 2019

Moin
Morgen ist wieder Mitgliederversammlung. Ein neuer Präsident soll gewählt werden und wir haben wieder Wahlkampf und es ist wieder mal nicht alles nett, was so in den letzten Tagen passiert ist, was an Dingen „geleakt“ wird. Alles, um Stimmung zu schüren. Warum kann man beim HSV nicht einfach mal einen anständigen Wahlkampf machen? Egal wer es letztlich wird, jeder wird leicht beschädigt sein Amt antreten. Damit schadet man also nur dem HSV. Es geht aber nicht nur um den Präsidenten, sondern auch um den Beirat, den Ehrenrat und einige sehr interessante Anträge.

Die Präsidentenwahl:
Drei Kandidaten stehen zur Auswahl: Marcell Jansen, Dr Ralph Hartmann und Jürgen Hunke.
Ein junger ehemaliger Sportler, der immer noch bei den Amateuren Fußball spielt, also „Kabinenluft schnuppert“, wie man so sagt. Dann einen im mittleren Alter, der wirtschaftlich und vereinspolitisch seine Stärken hat. Und dann noch Jürgen Hunke, der alte Märchenonkel.
Ich weiß noch nicht, wen ich wählen werde.

Marcel Jansen:
Für ihn spricht, er ist jung und kann Krusten aufbrehen, er ist ein „Gesicht“, kann den Verein also prominent vertreten. Davon profitiert der Verein. Er ist hochmotiviert und was er anfasst, macht er ordentlich. Er hat Ehrgeiz, er will was bewegen. Nachteilig sehe ich bei ihm, daß er sich für meinen Geschmack anscheinend zu sehr ins operative Geschäft der AG einmischen möchte. Das ist nicht die Aufgabe des Präsidenten. Natürlich ist es gut, wenn der Präsident die AG begleitet, immer nah am Puls ist, aber mehr eben nicht. Er ist nicht Vorstand, er ist Aufsichtsrat und Vertreter des Hauptaktionärs. Ich hoffe, er kennt seine Grenzen, wenn er gewählt wird.

Dr Ralph Hartmann:
Ralph ist etwas älter, etwas erfahrener, hat sich seine Hörner schon abgestoßen. Er ist gut im Verein vernetzt, ist keinem Lager zuzuordnen und galt im letzten Präsidium als einer der Leistungsträger. Er hat seinen Job sehr gut gemacht. Die AG war damals nicht sein Aufgabengebiet und er hat aus den letzten Jahren gelernt, eine Vernachlässigung der AG wird es nicht wieder geben.

Jürgen Hunke:
Oben hab ich ihn Märchenonkel genannt. Warum? Wenn Hunke erzählt, dann hat das immer ein bisschen was von „Oppa erzählt vom Krieg“. Jedesmal wird die Geschichte blumig etwas mehr ausgeschmückt und die eigenen Heldentaten werden größer und größer. Die Wahrheit bleibt da doch etwas auf der Strecke oder liegt irgendwo dazwischen. Ihm wird eine große Nähe zu den Medien nachgesagt, seine Art Politik zu machen geht meist über das Durchstecken von sogenannten Internas. Was er selber (unbewusst?) zugegeben hat war, daß er treibende Kraft bei der damaligen Absetzung Hoffmanns war. Wie heute hat er immer betont, er hätte kein Problem mit ihm und wolle ihn auch nicht absetzen. Kaum im Amt hatte er nichts Schnelleres zu tun, als genau das nach vorne zu treiben. Und dann? Sein Plan war „Hoffmann raus“, was aber anschließend passieren sollte, davon hatte er keinen blassen Schimmer. Heute müssten wir mit demselben rechnen. Er will nicht in den AR? Der Präsident ist Kraft Amtes im AR. Das hat er nicht zu entscheiden. Und dafür, daß er keine Anteile verkaufen will, macht er sich sehr viel Gedanken darüber, was er in dem Fall machen will. Er will neu verhandeln, so daß der eV im Vergleich zur AG gestärkt wird. Dem eV geht es blendend, der AG nicht. Die Entwicklung des Vereins will er auf Kosten der AG durchziehen. Jansen zB will versuchen, zusätzliche Sponsoren an den eV zu binden.

Ich werde Marcell Jansen oder Ralph Hartmann wählen. Beide, da bin ich mir sicher, werden einen guten Job machen, sollten sie gewählt werden. Beide sind aber unterschiedlich, werden unterschiedlich arbeiten. Jürgen Hunke ist für mich keine Alternative. Er würde dem HSV nicht gut tun.

Beirat
Es werden die Delegierten der Amateure und Supporters für den Beirat gewählt werden. Daß der Beirat wichtig ist, hat ja wohl inzwischen jeder mitbekommen. Es gibt Leute, die sehen hier das Machtzentrum des Vereins. Für die Amateure gehen Jan Wendt und Mike Schwerdtfeger ins Rennen, für die Supporter Patrick Ehlers und Sven Kröger.
Ich bin für Mike Schwerdtfeger und Patrick Ehlers. Für Mike spricht, daß er nicht Jan Wendt ist. Ok, für ihn spricht sicherlich noch mehr, aber ihn kenn ich nicht zu sehr. Jan Wendt ist allerdings ne Plaudertasche, spricht viel mit den Medien, haut Sachen raus, die ihm meiner Ansicht nach nicht zustehen. Auch fand ich seinen Spruch befremdlich, daß der Präsident nicht mit den Vizepräsidenten harmonieren müsse. Zudem wurden die Ergebnisse der Auswahl geleakt und nicht zuerst auf hsv.de veröffentlicht. Ich denke, auch dafür ist er verantwortlich.
Für die Supporter würde ich gerne weiterhin Patrick Ehlers im Beirat sehen. Er hat seinen Job die letzten Jahre gut gemacht und hat sehr vernünftige Ansichten darüber, wie dieser Job ausgefüllt werden sollte. Ich mag und schätze Sven Kröger sehr, aber halte Patrick für den besseren Beirat.

Michael Kiefer hat seine Kandidatur zurückgezogen.

Ehrenrat:
So ganz überzeugt bin ich nicht unbedingt von allen Kandidaten des Ehrenrats. Aber ein Kandidat ist für mich ein NoGo: Peter Gottschalck. Er intrigiert, er rastet auf Mitgliederversammlungen aus, er wird beleidigend, er dehnt das Regelwerk, wie es ihm gerade passt … so ein Mensch hat im EHRENrat nichts zu suchen.

Anträge:
Es wird einen Antrag geben, der die Abwahl der Vizepräsidenten fordert. Warum? Ich weiß es nicht. Der Antragsteller will den Antrag auch erst auf der MV begründen, eine Unart.
Ich vermute, so dolle sind die Argumente nicht,und man muß Stimmung machen, eventuell mit Anschuldigungen, die nicht im Rahmen der MV aufzuklären sind, was man bei schriftlicher Begründung hätte machen können.
Die beiden Vizepräsidenten machen einen guten Job.

Es wird einen Antrag geben, der die Schwelle zur Abwahl des Präsidiums von 50% auf 2/3 erhöht. Gut so. zustimmen, denn das bringt eher Ruhe in den Verein.

Es wird einen Antrag geben, der eine Begrenzung des Verkaufs der Anteile auf höchstens 24,9% beschränkt. Ich bin dafür
Ein weiterer Antragsteller will eher das Gegenteil und möchte einen Verkauf bis 48% ermöglichen. Ich bin dagegen.

Dann kommt ein Antrag, der die Vorauswahl der Kandidaten für das Präsidium durch den Beirat abschaffen will.
Ich bin dafür, daß der Antrag abgelehnt wird. Stellt euch mal vor, wie lange eine MV dauern würde, wenn 10 Kandidaten sich zur Wahl stellen. Dann kann man die MV mehrtägig planen. Eventuell muß man sich für die Zukunft etwas überlegen, was die Zusammensetzung des Beirats angeht. Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Nächster Punkt ist das Thema Fernwahl. Hier wird der Antrag gestellt, daß der Vorstand bis zur nächsten MV ein funktionierendes Fernwahlsystem satzungskonform erarbeiten soll.
Über die nötige Satzungsänderung würde dann bei der nächsten MV abgestimmt werden. Hier unbedingt mit Ja abstimmen. Selbst wenn man Zweifel an der Durchführbarkeit hat, vielleicht kommt ja ne gute Lösung dabei heraus. Klare Zustimmung!

Im nächsten Antrag geht es darum, daß der Seniorenrat einen festen Sitz im Beirat will. Nein! Die Mitgliederversammlungen des HSV zeigen immer wieder, daß die „Alten“ mitunter sehr wunderliche Ansichten haben, wie man einen Verein führen soll. Alles soll am besten so bleiben, wie es in ihren jungen Jahren war. Von der Vorstellung, daß alte Leute weise sind, hab ich mich schon lange verabschiedet. Die Welt, das Geschäft, ist so schnelllebig geworden, da kommen die Älteren nicht mehr mit. Von daher eine klare Ablehnung.

Der „Antidiskriminierungsantrag“ muß auf jeden Fall genehmigt werden. Viele behaupten, Politik hat nichts im Fußball zu suchen. Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Werten. Diese Werte haben wir im Leitbild beschlossen, der HSV lebt diese Werte und mit diesem Antrag kann man auch handeln, wenn Mitglieder des HSV diese Werte nicht vertreten und damit dem Ansehen des HSV schädigen.
Also gibt es da keine Frage, dem Antrag muß zugestimmt werden. und zwar als klares Zeichen nach aussen am besten zu 100%

Dann kommt noch ein Antrag des Präsidiums wegen der Entsendung des Präsidenten in den AR. Das ist meines Wissens ne Formalie , also zustimmen.

Und die beiden nächsten Anträge von Dieter Grzesik kann man guten Gewissens ablehnen.

Das ist ein kurzer Abriss zur MV mit den Wahlen und Anträgen. Ja, ich weiß, das ist ne Menge zu lesen, aber eben doch nur ein kurzer Abriss.
Denkt bitte an Personalausweis und Mitgliedskarte.
Zur Not kommt man auch so rein, wenn man 500km gefahren ist und feststellt, die liegen noch auf dem Küchentisch, muß man nicht umkehren, aber es erleichtert das Ganze sehr. Und vor allem hat man kein Anrecht drauf, ohne reinzukommen und abzustimmen.
Viel Spaß morgen und wer uns sieht, darf uns gerne mal anschnacken ?

 

Ihr Kinderlein, kommet…

Die Festtage sind vorbei, die Braten verspeist.
Wir rasen mit riesigen Schritten auf das Ende des Jahres hin. Eines Jahres, das schmachvoll in die Annalen des Hamburger Sportvereines eingehen wird, in dem der HSV erstmalig die 1. Bundesliga verlassen musste, in das Unterhaus abstieg und nun versucht, diesem möglichst schnell wieder zu entfliehen.
Klar ist, dass das mit einer Leistung, wie man sie im letzten Spiel 2018 gegen Kiel zeigte, nicht funktionieren wird. Und so rieben sich einige auch verwundert die Augen, ob der Spielart und –weise, die Kapitän Hunt und Co auf den Rasen brachten.

So gut wie alle statistischen Werte untermauern Trainer Hannes Wolfs Aussagen, bereits die letzten Trainingsleistungen hätten wohl nicht so wirklich Gutes hoffen lassen.
Nur knapp 46 Prozent der Zweikämpfe konnten gewonnen werden, die Passquote in der gegnerischen Hälfte lag bei 74 Prozent (so man dort überhaupt mal durchdringen konnte). Und auch die Anzahl der Ballkontakte, deren Liste Sakai, Santos, van Drongelen und Bates anführen, spricht Bände.
Die Kieler waren spritziger, aggressiver und wollten einfach mehr diese so wichtigen drei Punkte. Mit denen hätte sich der HSV, mit vier Punkten Vorsprung, weiter vom Verfolger aus Köln absetzen können.

Aber eigentlich war es wie immer. Wenn man eine Chance auf wesentliche Verbesserung vor sich sah, ging es meist nach hinten los.
Und so schickten die Sprotten die Hamburger mit einem 3:1 nach Hause, unter den Tannenbaum, wo einige Spieler mit dem Kopf eh die vergangenen 90 Minuten verbracht zu haben schienen.

Dieser Eindruck ist für mich mit ein Grund dafür, dass nach einer zugegeben tollen Serie unter Hannes Wolf, ein Spiel genügt, um viele Zweifler aus ihrem Winterschlaf zu holen: Die Misserfolge der vergangenen Jahre sitzen tief, schwappen in solchen Momenten wieder hoch und die schlechten Erfahrungen sorgen dafür, manches Spiel noch schlechter zu reden, als es eigentlich war.

Dabei war klar, dass Siege keine Selbstläufer werden.
Es war klar, dass ein Rückschlag folgen würde.
Und es war klar, dass kein Tag wie der andere ist, man auch mal einen gebrauchten erwischen könnte.
Dass das nun unbedingt gegen die Kieler passieren musste… doof gelaufen. Denn eigentlich hatten wir mit denen ja noch eine Rechnung offen. Was nutzt´s. Es ist passiert. Vielleicht haken wir das Ding einfach unter „rechtzeitigem Weckruf“ oder so ab.
Denn es bleibt dabei: der Wiederaufstieg ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Erfrischend ehrlich diagnostizierte Hannes Wolf nach dem Schlusspfiff: „Wir haben verdient verloren.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Hinzuzufügen bleibt mir an dieser Stelle ebenfalls eine Art Weckruf. Denn ich hoffe, gaaaaanz viele von euch am 19. Januar zu sehen.
Am Sonnabend, den 19. Januar 2019, findet um 11 Uhr in der edel-optics.de Arena in Wilhelmsburg (Kurt-Emmerich-Platz 10-12, 21109 Hamburg) die ordentliche Mitgliederversammlung des Hamburger Sport-Verein e.V. statt. Jedes Mitglied hat eine entsprechende Einladung, inklusive der Tagesordnung, erhalten.
Sollte TOP 12, der Antrag von Dieter Grzesik auf Abwahl des Präsidiums, nicht die erforderliche Mehrheit erhalten (worauf ich wirklich hoffe), wird ein neuer Präsident gewählt. Allein dieser Antrag zeigt, dass das Feuer des Ränke-und Intrigenspieles innerhalb des Vereines noch lange nicht erloschen ist. Im Gegenteil. Was bisher unter der Decke geglimmt hat, ist dabei, eine neue Flamme zu entfachen.

Die Annahme des Antrages würde die Abwahl von Thomas Schulz und Moritz Schaefer, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit Bernd Hoffmann angetreten und gewählt wurden, bedeuten.
Zeitgleich würde eine Außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt werden müssen, auf der das Gesamtpräsidium neu gewählt würde.
Das könnte der Zukunft des HSV, insbesondere der AG, im schlimmsten Fall plötzlich wieder eine völlig neue Richtung verpassen.
Zudem wäre das ein weiterer Schlag ins Gesicht derer, die sich an dem Tag auf teils lange Wege gemacht haben, um ihrer persönlichen Anwesenheitspflicht nachzukommen.

Übrigens steht im weiteren Verlauf der Tagesordnung auch das Thema Fernwahl. Als Auftrag an den Vorstand einen Antrag zu erarbeiten, der eine Satzungsänderung zum Inhalt hat, die eine Briefwahl ermöglicht.
Dieser Antrag am 19. ist nur der erste Schritt, abgestimmt werden muss dann im nächsten Jahr.
Lasst uns den Grundstein dafür legen!

Da ich davon ausgehe, dass sich die Taktik der Fernwahlgegner nicht großartig verändert hat, bitte ich alle Auswärtigen: bringt genügend Zeit mit.
Das für 14h angesetzte Ende der Versammlung halte ich persönlich für reichlich ambitioniert. Es MUSS sich endlich etwas drehen, die Fernwahl muss kommen und ALLEN Mitgliedern, egal wo sie wohnen die Möglichkeit geben, ihre Stimme im Verein einzubringen.

Deshalb bitte ich euch: kommt reichlich! Lest euch die Anträge in einer stillen Stunde durch und votet mit. Momentan wird im Verein ruhig und besonnen gearbeitet. Das war lange Zeit nicht der Fall und hat uns dorthin gebracht, wo wir gerade stehen und versuchen, uns mühsam wieder rauszukämpfen. Noch sind längst nicht alle Steine geschleppt. Es liegt noch ein weiter, harter Weg vor uns, um unseren Verein wieder in die Spur zu bringen.

Wem all das als Anwesenheits-Argument noch nicht reicht, mein Tipp: werft einen Blick auf die Kandidatenliste für das Präsidentenamt. Ich meine, es darf nicht sein, was da geschehen könnte.

Wer ein weiteres Überredungsinstrument benötigt:
Es gibt Erbsensuppe

Wir sehen uns?
(mg)

Manus Hinrundensenf

Herbstmeister.
Der HSV ist Herbstmeister.
Mit einem knappen 1:2 gegen Duisburg sicherten sich die ‪Rothosen Platz 1‬. der Tabelle.
Wer danach sucht, wann das letzte Mal dieser inoffizielle Titel in der Hansestadt „gefeiert“ werden konnte, muss tief graben.
Nach meinen Recherchen war das in der ersten Saison des HSV in der der Hamburger Liga, 1919/20, nach einem 8:0-Sieg über den SC Concordia. Danach dreimal zwischen 1980 und 90: (80/81, 82/83, 86/87).

So wie es aussieht, ist es dem Dino danach nicht wieder gelungen, in der höchsten Deutschen Fußballliga, zum Ende der Hinrunde von der Tabellenspitze zu grüßen.

Anzumerken ist natürlich, dass es in diesem Jahr die 2. Liga ist, in der man am 3. Adventswochenende als Anführer der 17 anderen Mannschaften fungiert.

Nach jetzt 17 Spielen kann man feststellen, dass der HSV im Unterhaus der Bundesliga angekommen ist.
Das sah am Anfang anders aus.
Wir erinnern uns schmerzlich an das 0:3, mit dem uns der Vorjahresdritte, Kiel, am 1. Spieltag aus dem eigenen Stadion schoss.
Und alle so…. „och nö. Nicht schon wieder…“

Gebeutelte HSV-Fans, die den lange vorbereiteten Abstieg ihrer Mannschaft in den letzten Jahren mitgelitten hatten, sehnten sich nach endlich besseren Spielen, Erfolgen, Toren und vor allem Punkten.

Gegen Sandhausen, Bielefeld, Dresden, und Heidenheim sah es schon etwas besser aus.
Man nahm das Spiel der Liga an, ging näher an die Gegner und scheute auch den Gang in die härter geführten Zweikämpfe nicht.
Oft blieb man trotzdem im Mittelfeld hängen, weil Pässe ihren Weg nicht zum eigenen Mann fanden oder der Gegner sich einfach aufs Mauern verlegte, und auf schnelle Konter setzte.

Weiterhin umstritten blieb in diesem Zusammenhang die eigenwillige Taktik von Trainer und Fanliebling Christian Titz, der Torwart Pollersbeck zum Libero umfunktionierte und den Spielaufbau über ihn und die Innenverteidiger forcierte.
Auch seine Rotationen in der Aufstellung der jeweiligen Startelf stand bald zur Diskussion.

Ende September begann der Anfang vom Ende der Ära Titz beim HSV.
Mit einem 0:5 deklassierte Jahn Regensburg den Absteiger. Erneut im eigenen Stadion.
Es folgten zwei glanzlose, torlose Unentschieden gegen Fürth und den Stadtrivalen St. Pauli.
Das System Titz schien entschlüsselt. Plan B war nicht in Sicht.
Zusätzlicher Streitpunkt: Strafraumstürmer Lasogga saß meistens nur die Ersatzbank warm, anstatt Bälle im Netz des Gegners zu versenken.
Vorne wehte ein laues Lüftchen, die zahlreichen Chancen wurden nicht verwandelt und hinten wackelte es immer wieder in der Abwehr.

Auch ein knapper Sieg in Darmstadt und ein erneutes Unentschieden gegen Bochum änderte nichts am Plan des Vorstandes, IHREN Plan B um-und Titz abzusetzen.
‪Trotz Platz 5, wegen eines schlechteren Torverhältnisses, mit 18 Punkten nur zwei vom Tabellenführer Köln entfernt, musste Christian Titz seine Koffer packen.‬
Für die Fans quasi von heute auf morgen wurde er gegen Hannes Wolf ausgetauscht.

Abgesehen von einem unglücklichen Unentschieden gegen Union marschiert Wolf mit seinem Team seitdem von Sieg zu Sieg. Inklusive Pokalspiel gegen Wiesbaden konnte der HSV achtmal ungeschlagen vom Platz gehen und mit den Fans feiern.

Wermutstropfen: außer gegen Erzgebirge Aue, am 13. Spieltag, waren die Ergebnisse so knapp, dass die letzten Minuten regelmäßig zu Zitterpartien mutierten.
So, wie auch gestern wieder, gegen Duisburg.
In der 12. Minute führte man durch ein schönes Tor von Narey, nahm 120 Sekunden später den Ausgleich zur Kenntnis und Kapitän Hunt (der erneut ein gutes Spiel machte) zauberte einen Zuckerfreistoß in der 19. Minute zum 2:1 ins Netz.
Mit angezogener Handbremse ging man dann in die 2. Halbzeit, in der es auf beiden Seiten nichts mehr zu feiern gab.
Ob es nun ein Anfall von Arroganz oder doch noch vorhandenes Unvermögen war, dass man erneut mit nur einem Tor Vorsprung vom Platz ging? Diese Frage kann nur der Trainer wirklich beurteilen.
Fakt ist: mit einem Torverhältnis von 24:16 ist weiterhin zum Siegen verdammt, um den Platz unter den ersten drei zu halten.

Die Freude über den inoffiziellen Titel währt übrigens nicht lange, da die Rückrunde noch vor Weihnachten startet.
Wir haben noch eine Rechnung offen mit Kiel, in deren Stadion es ‪am kommenden Sonntag‬ erneut um wichtige Punkte geht.
Auf dem Weg zurück in die Bundesliga.

Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor Mannschaft und Trainer. Und natürlich vor dem Vorstand. Denn der muss zusehen, dass bereits jetzt für die nächste Saison, egal in welcher Liga, geplant wird, wenn uns einige Leistungsträger verlassen und eigentlich kein Geld da ist, um gestandenen Ersatz zu verpflichten.
Ob man mit dieser Mannschaft in der 1. Liga bestehen würde? Ich wage es zu bezweifeln. Und nichts würde ich weniger wiederbeleben wollen, als den ständigen Kampf um den Ligaerhalt.

Mein Fazit: im Nachhinein betrachtet ist es nachvollziehbar, sich von Titz getrennt zu haben. Wobei ich schon gerne ein persönliches Gespräch mit ihm geführt hätte, ob da nicht doch noch ein Pfeil im Köcher war.
Titz hat jedoch saubere Vorarbeit geleistet, so dass Hannes Wolf lediglich an einigen Stellschrauben zu drehen hatte, um auch mal einen Plan B erkennen zu lassen.
Noch sind nicht alle Schrauben fest. Und ich bin insbesondere gespannt auf das Pokalspiel gegen Nürnberg, wenn wir uns mit einem Erstligisten messen müssen.
Bis dahin ist aber noch knapp zwei Monate Zeit.
Zunächst mal allen einen gemütlichen 3. Advent, genießt die Zeit als Herbstmeister!
(mg)

„…mach ein Bier auf und den Kopp zu…“

So, wie man Wetten darauf abschließen kann, dass im HSV immer irgendein Klüngel Unruhe vorbereitet, so ist es Tatsache, dass es Leute gibt, die zwischen „guten und schlechten“ Fans unterscheiden.

Die „guten“ sind wohl die, die (fast) jedes Auswärtsspiel auf sich nehmen. Die, die keine Kosten und Mühen scheuen, Wochenende für Wochenende in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Natürlich haben sie auch eine Dauerkarte, denn die gilt ja eh als notwendiges Zeichen dafür, ein „echter“ Fan zu sein.

Die „schlechten“ setzen sich einfach vor die Glotze und beobachten das Geschehen auf dem Rasen vom Sofa aus.

Oft auch die Spiele, die im heimischen Volkspark ausgetragen werden.

Nun ist es aber so, dass es meistens Leute aus der ersten Gruppe sind, die Mitmenschen der zweiten Gruppe, ohne auch nur einen davon persönlich zu kennen, abstempeln und nur sich selber als „wahren Fan“ erkennen.

Erst gestern brandete die Diskussion um echte und schlechte Fans neu auf.

Im Zusammenhang mit dem Stimmungsboykott, hinsichtlich der Absetzung der ungeliebten Montagsspiele.

Originalzitat (auf Twitter): „Heul nicht rum. Du glotzt doch eh nur vor der Mattscheibe. Klar ist dann ein Protest, wo es darum geht, montags nicht durch halb Deutschland zu gurken, dich nicht interessiert. Also setz dich in deinen Sessel, mach n Bier auf und Kopp zu.“

Als dann darauf hingewiesen wurde, dass man doch ne Dauerkarte besäße, und zudem Montagsspiele als Verlängerung des BuLi-Wochenendes sehe, kam: „Glückwunsch. Montags Zeit, 500 km auswärts zu fahren? Lieblingstag? Ich tippe auf arbeitslos.“

Echt jetzt?

Leute, Leute!

Wer gibt euch das Recht, eure Mitmenschen so zu deklassieren und derart zu beleidigen?

Es gibt 1000 und einen guten Grund, warum man eben NICHT jedes Wochenende dem Reisen und dem Fußball unterordnet.

Neben dem fehlenden Kleingeld kann das durchaus auch die Familie sein, auf die man eben nicht zwei von sieben Tagen verzichten möchte. Es mag jobbedingt sein oder daran liegen, dass man krank ist, dass es dem Partner schlecht geht, man nicht mobil ist oder auch, es einfach nur als anstrengend empfindet, alle 14 Tage viele Stunden auf überfüllten Straßen zu verbringen.

Macht all das oder auch nur ein Grund davon jemanden zum „unechten oder schlechten“ Fan?

Nein!

Man ist ein echter Fan, wenn man zum HSV hält. Wenn man die Farben Blau-Weiß-Schwarz mit Stolz trägt. Egal in welcher Liga der HSV gerade spielt und egal ob ein Spiel eben mal einfach nur schlecht war!

Man ist ein echter Fan, wenn man mitfiebert. Egal ob im Stadion oder vor dem Fernseher. Man ist ein echter Fan, wenn man bei Toren jubelt und sich bei Gegentoren ärgert.

Man ist ein echter Fan, wenn man das Beste für seinen Verein will. Wenn man sich informiert, mitdiskutiert, wenn man die eigene Meinung, von der man überzeugt ist, auch (sachlich) gegenüber anderen vertritt.

Und das gilt nicht nur für das Geschehen auf dem Rasen!

Das Motto lautet „leben und leben lassen“. Egal wo und egal wann.

Es gibt schließlich auch noch ein Leben außerhalb des Fußballs.

Ich weigere mich, all diejenigen, die zum HSV halten, in zwei Klassen einzuteilen. Wir alle sind HSV! Ob zu Hause auf dem Sofa, in der Kneipe mit Freunden oder im Stadion!

Es gibt nichts, was den einen besser oder den anderen schlechter macht. Respekt heißt das Zauberwort. Respekt dem anderen gegenüber. Dem, der gute Gründe hat, sein Fanleben anders zu gestalten, als man selber es tut.

Wenn das nicht mal unter Fußballfans funktioniert, wie soll das dann auch nur ansatzweise im Alltag klappen?

Ach ja, gespielt haben wir ja gestern auch noch.

Es war ein dreckiger, es war ein Arbeitssieg. Und soooo wichtig. Denn gerade in den letzten Spielzeiten waren es gerade potentielle „schwächere“ Gegner, also Abstiegskandidaten, gegen die wir ganz schlimm aussahen und versagten.

Hinzu kam der Trainerwechsel der Schanzer, der im Vorweg viele Spekulationen offen und potentielle Unsicherheitsfaktoren, nicht nur in der Startelf, auftauchen ließen.

Ingolstadt spielte für mich nicht wie ein Abstiegskandidat. Im Gegenteil. Sie hielten mit, präsentierten die ein oder andere schöne Kombination nach vorne. Nur am Abschlussglück mangelte es.

Sie hatten eine bessere Zweikampfquote und eine höhere Schussgenauigkeit.

Was sie zusätzlich unbequem machte, war ihr teilweise recht unfaires Spielverhalten. Da wurde schon mal geschwalbt oder sich recht robust in die Zweikämpfe geworfen.

Dafür kassierten sie im Spielverlauf auch zu Recht fünf Gelbe Karten.

Ein super Freistoß von Hunt, aus 25 Metern (für den HSV das erste direkte Freistoßtor seit November 2017)  und ein tolles Zusammenspiel von Jatta, Holtby und einem starken Hwang brachten den Hamburgern die beiden Tore ein, die zum Sieg reichten. Für Hwang freut es mich besonders, dass er sich für seine unermüdliche Laufarbeit endlich mal wieder belohnt hat.

Das Gegentor, in der 54. Minute, bei der unsere Abwehr mal wieder nicht besonders gut aussah, machte das Spiel dann noch unnötig spannend.

Jatta hat mir gestern wieder gut gefallen. Auch Santos zeigte endlich wieder, was in ihm steckt. In Halbzeit 1 waren wir, aus dem Spiel heraus, vor dem Tor wieder nicht konsequent genug. Zudem fehlte vorne sichtlich eine direkte Anspielstation.

Trotzdem wirkte der HSV vor allem in den ersten 45 Minuten reifer, schneller, sicherer und hatte die bessere Kondition. Das zeigte sich zum Ende der ersten Halbzeit auch kräftemäßig bei den Ingolstädtern.

Leider verpassten wir es in dieser Phase, den Torvorsprung auszubauen.

Viel Zeit zum Freuen über Platz 1 in Liga 2 bleibt dem HSV allerdings nicht.

Die Verfolger stehen uns auf den Füßen. Köln und auch Union gewannen gestern ihre Spiele souverän.

Bereits am kommenden Freitag eröffnen wir, um 18.30 Uhr, den 16. Spieltag, gegen Paderborn und das Rennen um die Spitzenplätze geht weiter.

Paderborn steht mit 22 Punkten auf Platz 7 und auch der wird alles dafür tun, drei Punkte aus dem Volkspark zu entführen.

Auf geht’s Jungs, auf geht’s, Fans, ob auf dem Sofa oder im Stadion, nur gemeinsam sind wir stark…

(mg)

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