Spätestens seit dem letzten Wochenende …

… sollte auch dem letzten klar geworden sein, daß Kai-Uwe Hesse und Babak Milani von der Bild-Zeitung dem HSV unbedingt schaden wollen.

Anders sind ihre hirnverbrannten Artikel nicht mehr zu erklären.
Immer wieder schüren sie mit hanebüchenen Storys Unruhe beim HSV, nur um Klicks zu generieren. Im Sommer haben sie die ganze Zeit davon berichtet, daß Fiete zu den Bayern geht, es sei nur noch die Frage, ob sofort oder erst 2019.
Sie provozierten die Fans mit einer lächerlichen Ablösesumme … und am Ende zeigte sich: Sie hatten mal wieder keine Ahnung, sie haben nur blind im Nebel gestochert.
So provoziert man, so generiert man mit Gerüchten Klicks!

Und nun machen die selben Leute, die in der Woche vorher noch die Tabellenführung gefeiert haben, ne Trainerdebatte auf.
Man könnte über den Schwachsinn lachen, wenn nicht so viele drauf anspringen würden

Nach dem zweifelsfrei schlimmen 0:5 gegen Regensburg hagelte es Kritik an unserem Trainer.
Mir scheint, viele haben vergessen, wie der HSV in der Zeit vor Titz gespielt hat.
Und damit meine ich nicht nur die dunkle Zeit unter Hollerbach, sondern auch die zu Spielweise unter Gisdol.

Sicher, auch Christian Titz hat am Sonntag gegen Regensburg Fehler gemacht, wer ist schon fehlerfrei?
Aber meiner Ansicht nach waren seine Fehler nicht ausschlaggebend für die Niederlage.
Die ganze Mannschaft hatte am letzten Sonntag einen gebrauchten Tag. Ob ein Pass über 5m den Empfänger findet, hat nichts mit System, Taktik oder ähnlichem zu tun. Die Mannschaft war nicht mit dem Kopf voll bei der Sache.
DAS ist der absolute Hauptgrund für die Niederlage. Später kam noch Verunsicherung dazu.

Das hohe Torwartspiel: Wir ziehen das eh nicht bei jedem Gegner durch, mitunter spielt Polle auch ganz „normal“.
Es birgt Vorteile und Risiken.
Von den Vorteilen haben wir im Spielaufbau schon profitieren dürfen, aber Nachteile haben wir noch nicht gehabt. Der Patzer von Polle gegen Regensburg war nicht das Ergebnis des taktischen Systems, sondern er ist zu sehr ins Risiko gegangen, hat seinen Gegenspieler ausspielen wollen und das ist schief gegangen.
Hätte er höher gestanden, wäre für seine Mitspieler vielleicht sogar noch die Chance dagewesen, den Patzer auszubügeln.

Die Rotation: Ja, es leidet an Eingespieltheit.
Aber der Trainer hat nicht nur das nächste Spiel zu sehen, sondern muß durch die gesamte Saison kommen.
Das heißt, er muß die Kräfte der Mannschaft einteilen, er möchte gerne, daß sich alle in das System einspielen, das dauert dann eben etwas länger und er muß auch die Leute, die auf der Bank sitzen, immer wieder bei Laune halten.
DEN EINEN WEG gibt es da nicht und ich persönlich hüte mich davor zu sagen, dieser oder jener Weg ist der einzig wahre. Auch wenn ich persönlich auch der Ansicht bin, etwas weniger Wechseln wäre die bessere Alternative gewesen.

Hunt: An ihm scheiden sich ja mal wieder die Geister.
Einige fragen sich, was er überhaupt im Kader macht und andere sehen in ihm den Leistungsträger schlechthin.
Was mir auffällt: Die Gegner stehen ihm meistens auf den Füßen, er hat oft recht wenig Platz.
Um da rauszukommen, muß er mehr laufen, aber auch seine Mitspieler müssen sich ohne Ball mehr bewegen.
Was meiner Ansicht aber nicht gut ist, ist wenn Titz ihn auf Linksaussen einsetzt. Das ist nicht die optimale Position für ihn, da haben wir bessere Alternativen im Kader.
Was seine Elfer angeht: Bevor er zum HSV kam, hat er seine Elfer serienweise sicher versenkt. Bei uns fehlt ihm so ein bisschen die Fortune. Er wollte den Keeper ausgucken, aber das hat nicht funktioniert.
Gerade in der zweiten Liga bin ich der Ansicht, daß man den Ball mit Wucht ins Tor hämmern sollte.
Topkeeper halten die unter Umständen doch noch, aber in der zweiten Liga muß man den Keeper schon fast anschießen.

Noch kurz was zu Fürth: Zu Anfang waren wir sehr nervös, wurden aber immer besser. Unterm Strich hab ich uns als die bessere Mannschaft gesehen.
Wir hatten die besseren Chancen und meiner Ansicht nach auch ein reguläres Tor erzielt.
Bates geht zum Ball und es ist eher der Torhüter, der das Foul begeht. Er versucht Bates zu schubsen, allerdings steht der wie ne schottische Eiche und der Torhüter rennt dann halt gegen ihn.
Ich hab da kein regelwidriges Verhalten entdecken können.
Aber Sascha Stegemann ist halt ein Schiedsrichter, der konsequent bei seinen Linien bleibt.
Eine Linie für normale Mannschaften und dann seine HSV-Linie, in der nur glasklare Entscheidungen für uns getroffen werden und alles andere gegen uns ausgelegt wird.
Ich erinnere da auch an das Halten gegen Lasogga. Er will im 16er zum Ball, wird deutlich am Trikot gezogen, so daß er nicht zum Ball kommt,
Stegemann stand bestens, hätte es sehen müssen und hat es mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit auch gesehen.
Aber einen Elfer gibt es nicht. Und all das zog sich durch das ganze Spiel. Nicht zum ersten Mal.
Ich empfinde es als Skandal, daß der uns immer wieder verpfeifen darf.
Wir haben defensiver als normal gespielt. Darunter hat auch der Spielaufbau gelitten. Würden unsere Jungs konzentriert spielen, dann täte diese Umstellung nicht nötig.

Und deshalb möchte ich noch ein paar Worte zur Spielweise von Titz sagen.
Das Spiel ist intensiv und verlangt nach einem hohen Konzentrationslevel.
Ist der vorhanden, dann ist dieses System nicht weit vom perfekten Fußball entfernt. In der Sommerpause haben wir all das sehr gut eingeübt.
Dann ist Jung ausgefallen, der die Abwehr leiten sollte, dann haben wir Mangala und Hwang geholt, die beide eine sehr hohe Qualität haben, aber mit denen das Zusammenspiel im Sinne des Systems noch hapert.
Die eine 6, mit der wir häufig spielen, erfordert auch einiges von der Mannschaft.
Der Schwachpunkt liegt in der Defensive, die die Halbräume nicht anständig besetzt. Also müssen die Aussenverteidiger auch dort Räume übernehmen. Sind die Aussenverteidiger mit in den Angriff eingebunden, dann müssen die 8er die Halbräume mit abdecken, oder die letzte Reihe drängt so weit nach vorne, daß es keinen Platz zwischen den Linien gibt.

Und wenn man gegen tiefstehende Gegner spielt, dann müssen sich die Spieler in den vorderen Linien mehr bewegen.
Wir wollen eigentlich über das Paßspiel Lücken erzeugen, die wir dann nutzen können.
Aber dazu muß man Dreiecke bilden, damit der ballführende Spieler immer zwei Optionen zum Spielen hat.
In den letzten Spielen bewegen wir uns zu wenig ohne Ball, das Spiel wird statisch und der ballführende Spieler hat keine Möglichkeit, den Ball vorne an den Mann zu bringen.
Also muß er wieder nach hinten spielen und neu aufbauen.

Wir kommen von einer ganz anderen Art Fußball, das sollten wir nicht vergessen.
Ich vergleiche das immer wieder gerne mit Streichs Freiburgern.
Von ihnen wird behauptet, daß ein Spieler, der Streichs System lernen soll, ein halbes Jahr braucht.
Bei uns wird es nicht viel anders sein. Wir haben einen Weg eingeschlagen, an dessen Ende ein sehr guter Fußball steht.
Aber der Weg geht nicht nur vorwärts, er wird auch immer wieder hier und da einen Rückwärtsgang haben. Gegen Regensburg war es ein solcher Rückwärtsgang.
Es wird auch wieder vorwärts gehen.

Und noch ein paar Worte zu dem Namen, der letzte Woche durch den Volkspark schwirrte: Roger Schmidt. Wir haben nicht das Geld für Schmidt, wir haben nicht die Mannschaft für sein Spiel, sein Spiel ist „entschlüsselt“, jeder Trainer hat inzwischen gute taktische Mittel gegen ihn im Köcher.
Mal abgesehen davon, daß er unsymphatisch ist, wäre er für uns der grundlegend falsche Trainer. Ich wüsste also nicht, was für ihn sprechen sollte.
Von daher, lasst euch nicht wild machen.
Titz wird bleiben. Ja, hier und da macht er auch Fehler. Aber das ist nunmal so, jeder lernt mit der Zeit und in der Regel durch Fehler. Optimalerweise durch die Fehler der anderen, aber eben mal auch durch eigene Fehler.
Jeder Fehler ist eine Investition in die Zukunft, wenn man draus lernt. Und Titz lernt.

Also nochmal zusammengefasst: Wir machen eine Transformation von einer reinen Kontermannschaft zu einem Team, das auch sehr gut mit dem Ball umgehen und das Spiel machen kann. Und bis wir die Metamorphose vollendet haben, wird es immer Unsicherheiten geben, um letztlich auch die Balance zu finden. Wir sollten als Fans ruhig bleiben und den Weg der Mannschaft unterstützen.

Unsere Mannschaft muß konzentrierter spielen, muß sich mehr bewegen und sollte vielleicht auch ein wenig körperlicher spielen.
Dann kommen auch die Erfolge wieder.
Köln führt dank Terodde in Bestform die Tabelle deutlich an, aber dort ist auch nicht alles Gold, was glänzt.
Stuttgart vor zwei Jahren stand schlechter da, als wir zu diesem Zeitpunkt und hatte sich noch lange nicht gefunden.
Am Ende waren sie klarer Zweitligameister. Sieht man mal von Köln ab, bei denen zwar auch nicht alles läuft, aber deren individuelle Klasse auf allen Positionen die Creme de la Creme der zweiten Liga darstellt, sehe ich kein Team, das in dieser Linie dauerhaft gewinnen wird.
Auch wenn wir gegen St Pauli verlieren, geht die Welt nicht unter und die Chancen aufzusteigen, sind immer noch sehr gut.
Hektik, Panik, Unruhe, Trainerwechsel werden den Weg in die erste Liga nicht beschleunigen. Von daher ruhig bleiben.

Über das Spiel gegen St Pauli sag ich nicht viel. Es wird ein intensives Spiel, niemand wird groß ins Risiko gehen, denn niemand wird dieses Spiel verlieren wollen.
Allen ist die Brisanz bewusst. Von daher erwarte ich ein Spiel, das wenig Tore haben wird. Und ich denke, die individuelle Klasse wird entscheiden. Also ein dreckiges 1:0 für den HSV.
Nur der HSV (fb)

Ich mag Sascha Stegemann

Jaha! Ich mag Menschen, die konsequent ihrer Linie treu bleiben und das aus vollster Überzeugung, immer und immer wieder.
Sollten wir unter Stegemanns Regie irgendwann mal wieder einen Elfmeter bekommen, wird der gefoulte HSV-Spieler wohl mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden müssen.
Wir denken da an Spiele wie das im Februar dieses Jahres, gegen Hannover, wo Sané Kostic im Strafraum umsemmelte und kurz zuvor ein Handspiel von Schwegler nicht geahndet wurde. Nix mit Elfmeter, liebe Hamburger. Ich, der Sascha, entscheide das. Und niemand anderes.
Auch gestern hatte meine gerade frisch gekürte FIFA-Pfeife wieder einen tollen Einfall. Er pfiff das Führungstor des HSV, in der 56. Minute (nach einem tollen Freistoß von Janjicic) einfach weg.
Puff.
Torwartbehinderung durch Bates, so das Votum des „Unparteiischen“.
Ok, Bates hatte den im Rücken angeflogen kommenden Burchert nicht gesehen und sich nicht schnell genug in Luft aufgelöst. Selber schuld also…

Äh. Stopp mal. Dabei gibt es für Torwarte keinen besonderen Schutz mehr. Selbst im Fünfmeterraum nicht.
Im Regelwerk des DFB heißt es dazu: „Eine weit verbreitete Meinung auf nahezu jedem Fußballplatz der Republik ist, dass der Torwart in seinem Torraum einen besonderen Schutz genießt. Blickt man ins Regelwerk, stellt man fest, dass dem gar nicht so ist. Neben dem Schutz, dass der Torwart nicht angegriffen werden darf, wenn er den Ball hält, gibt es keine weiteren Bestimmungen dazu.“
Fazit: das Tor hätte durchaus gegeben werden können.
(Wer im oberen Absatz Ironie findet, darf sie behalten 😉

Nun bin ich allerdings die letzte, die das gestrige Unentschieden nur dem Schiedsrichter zuschieben will.
In den ersten 20 Minuten merkte man den Hamburger deutlich an, dass da sehr viel Verunsicherung mit auf den Platz getragen wurde.
Fehlpass reihte sich an Fehlpass und bereits in der 3. Minute klatschte ein klasse von Wittek getretener Freistoß glücklich nur an unsere Torlatte.
Die insgesamt gut 85 Prozent betragene Passquote der Rothosen hat man nicht zuletzt dem Dreiergespann Pollersbeck, van Drongelen und Bates zu verdanken. Die ließ man lustig den Ball in der eigenen Hälfte hin-und herkicken.
Sobald man jedoch die Mittellinie überwunden hatte, standen die Fürther gut gestaffelt und waren ein ums andere mal nur allzu schnell und oft genug wieder im Ballbesitz.

Die Zweikampfquote lag zu diesem Zeitpunkt bei 55 Prozent. Allerdings kam trotzdem nichts Zählbares dabei heraus, weil es für den Abschluss oft genug an Präzision fehlte.
Für mich die Verlierer der 1. Halbzeit: Lasogga (hatte irgendwie 8x Ballkontakt) und Hunt, der neben Passschwächen auch im Sprint nicht immer gut aussah.
Gewinner, einmal mehr: Douglas Santos und auch Orel Mangala und Janjicic wussten mit guten Aktionen zu gefallen.

Santos musste allerdings, weil Gelb-Rot-gefährdet, nach der Halbzeit in der Kabine bleiben. Für ihn kam Tatsuya Ito, dem ich das 1:0 für die Gäste in der 55 Minute von Herzen gegönnt hätte.
Abgefälscht landete der Ball allerdings nicht im, sondern überm Tor.
In der 62. Minute holte Titz den schwachen Kapitän vom Feld und schickte Whang ins Rennen. In der 78. ging er all in und brachte Arp für Lasogga.

Die Partie blieb aber weiterhin torlos. Weder Fürths Ruel-Keita noch Hamburgs Lasogga (beide fünf Saisontore) konnten erfolgreich abschließen. Und vielleicht sollte man Lasogga mal zu einer Nachschulung über die Abseitsregeln anmelden. Auffällig, wie oft er hinter der gegnerischen Abwehrreihe rumturnte.

Ab der 85. Minute hatten sich die Fürther wohl mit der Punkteteilung angefreundet. Für Christian Titz ist es somit das erste 0:0 seiner Amtszeit, als Profitrainer beim HSV.

Mein Fazit: Es war kein schönes Spiel. Da war zwar viel Wille aber oft zu wenig Können. Noch immer habe ich das Gefühl, das die Hamburger die in Liga 2 herrschende Robustheit nicht verinnerlicht haben.
Ich wünsche mir ein kürzeres Ballgeschiebe hinten und mehr schnelle Kreativität nach vorne. Irgendwie sehen die Angriffsversuche immer gleich aus und man läuft oft an den gleichen Stellen in gefährliche Konter.
Warum Christian Titz weiterhin versucht, aus Hunt einen Stürmer zu machen, entzieht sich meiner Phantasie.
Mit Ito, Whang und auch Arp kam mehr Bewegung ins Spiel. Unsere Abwehr hat etwas solider agiert. Weiter so!
Allerdings war es erneut mal wieder ein Spiel, das hätte auch anders ausgehen können. Für Fürth und für Hamburg.
Mit dem 0:0 kann keine der beiden Mannschaften zufrieden sein. Schon gar nicht im Hinblick auf das Derby.
In der Statistik hatte der HSV allerdings die Nase vorn: 14:8 Torabschlüsse, 70:30 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 53:47 Prozent stehen da zu Buche. Die wenigen Chancen, die man auf beiden Seiten gesehen hat, konnten jedoch nicht genutzt werden.
Das muss am Sonntag anders werden!

Wobei… ganz ehrlich. Ich habe ein wenig Angst vor dem Stadtderby. Zu viel Hass und Gewaltandrohungen sind da von beiden Seiten unterwegs.
Ganz übel, zu was einige Vollpfosten die schönste Nebensache der Welt gerade verkommen lassen.
Ich mag mir fast gar nicht vorstellen wie es sein wird, wenn eine der beiden Mannschaften die andere aus dem Stadion schießt. Für die Ruhe wäre ein Unentschieden wahrscheinlich das Beste. Für die Tabelle allerdings nicht.
Um dem erklärten Klassenziel näher zu kommen, braucht der HSV diesen vermaledeiten Dreier.
Ich würde es ja mal mit der Elf der zweiten Halbzeit gegen Fürth versuchen.
Meine Meinung. Und die muss man ja nicht teilen.

Einen werde ich jedoch übermorgen vermissen: meinen Freund, Sascha Stegemann…. Nicht… 😉
In dem Sinne: auf ein ruhiges, faires aber spannendes Derby gegen den Stadtteilverein!
(mg)

P.S.: Eins noch: wer an dieser Stelle das Trainerfass aufmacht, hat den Fußball nie geliebt…

Hoffmann raus…

…Titz am besten gleich hinterher!

Und wenn wir gerade dabei sind, Lacroix zurück nach Saint-Étienne, Steinmann in die U21 verfrachten und Hunt soll die Kapitänsbinde am besten als Grillanzünder ins Feuer schmeißen, auf dem die Würstchen brutzeln, die der HSV den geschundenen Fans natürlich am kommenden Wochenende kreieren darf! Allerdings erst, wenn sie alle ihr Eintrittsgeld zurückerhalten haben.

Liebe Leute!

Letzte Woche war es der Aufstieg, der greifbar nah schien, ja, für einige sogar schon feststand.

Diese Woche werden alle zum Abschuss freigegeben, die kurz zuvor noch gefeiert wurden.

Das ist der HSV, wie er leibt und lebt.

Natürlich hat Pollersbeck sich mit seinem laxen, ja arrogant wirkenden Spielgeplänkel das 0:1 persönlich verpackt.

Aber hat er uns nicht vor wenigen Tagen den Sieg gegen Dresden, mit einigen tollen Paraden gerettet?

Ja, unser Trainer hat mächtig rotiert. Insgesamt sechs Neue erhielten das Startelftrikot, im Vergleich zum Nachholspiel gegen die Sachsen.

Vielleicht ein wenig zu viel der Rotation. Denn wir sind halt nicht die Bayern, dessen zweite Garde nahtlos das zeigen kann, was die vermeintliche A-Mannschaft auf den Rasen zaubern kann.

So, wie ich den Trainer kennengelernt habe dürfte er gestern der erste gewesen sein, der seine Entscheidungen, mit Groll im Bauch, zumindest auf den Prüfstand gestellt hat.

Und: wurde Christian Titz nicht in den vergangenen Wochen, ach was sag ich, MONATEN, gerade für sein mutiges Spielsystem mit dem Tor-Libero gelobt und die Mannschaft insgesamt für ihre Lauf-und Kampfbereitschaft bewundert?

Haben nicht die meisten von euch beklatscht, dass Hunt zum Kapitän gewählt wurde? Einer mit Erfahrung. Einer mit Führungsqualitäten und, wenn er gute Tage erwischt, auch einer, der mit Taktik ein Spiel entscheidend führen kann.

Er hatte gestern einen gebrauchten Sonntag erwischt. Und, ja, sein Elfmeter war eigentlich eine Frechheit für den gegnerischen Torwart.

Achtung, es folgt erneut ein Konjunktiv: hätte er diesen vermaledeiten Elfer versenkt, wer weiß schon, wie das Spiel geendet hätte.

Ich werde sie jetzt nicht alle durchgehen, die am gestrigen Sonntag letztendlich dafür sorgten, dass wir sang-und klanglos, mit dem höchsten aller Zweitliga-Heimniederlagen vom Grün schlichen.

Da waren zu viele individuelle Fehler zu beklagen.

Da gab es wieder die so bekannte Eskorte, die man dem Gegner bot, wenn dieser auf das Tor zueilte. Manndeckung? Fehlanzeige! Konzentration? Reichte gerade für die ersten 20 Minuten.

Da war mannschaftlich zu wenig Bewegung auf dem Platz und da war vor allem zu wenig Plan, den gut gestaffelten Jahnern aus Regensburg, mit schussgenauen Pässen (40 Prozent!), Tore abzuluchsen.

Und wer gedacht hatte, dass mit der Einwechselung eines Lasoggas jedes Spiel die Wende bringt, der plumpste spätestens gestern mit seinem Hinterteil auf den harten Boden der Realität.

Also gilt für das gesamte Team und den Trainer: Setzen, 6!

Was mir ein bisschen Sorgen macht ist die Aussage Hunts, nach dem Spiel, dass sich diese Niederlage angedeutet habe, da die Regensburger eben die Chancen die man ihnen anbot, ausnutzten. Im Gegensatz zu den Gegnern, die man davor bespielte.

Mit diesem Wissen ausgestattet, hätte man eigentlich einen anderen Ansatz auf dem Rasen erwarten dürfen.

Die 2. Liga spielt harten Fußball. Manchmal sehr harten Fußball, der auch mal direkt gegen den Mann geht. Daran muss man sich schnellstens gewöhnen und dagegenhalten. Auch wenn man dafür dahin muss, wo es wehtut.

Was mir noch mehr Sorge bereitet ist die Null, die auf der anderen Seite der Fünf steht.

Es ist den Hamburgern nicht einmal gelungen, das Runde im Eckigen zu versenken. Im Heimstadion! Vor einer tollen Fankulisse!

Gegen Jahn Regensburg!

Mit dem Zuckerli im Rücken, erneut die Tabellenführung übernehmen zu können!

Was strapazierte man noch vor dem Saisonstart gebetsmühlenartig rauf und runter?

„Auch in der 2. Liga gibt es keine schwachen Gegner“ und der HSV wird IMMER der Gejagte sein.

Für die Regensburger war es gestern das Spiel des Jahres.

Das für Fürth folgt am Donnerstag, auf das Spiel ALLER Spiele warten die Paulianer am kommenden Sonntag.

Und so wird es weitergehen. Woche für Woche, Spieltag für Spieltag.

Ginge es nach mir, dann würde sich Titz schnellstens für eine Stammelf entscheiden, die dann, egal gegen wen wir antreten, von Anfang an auf dem Platz stehen würde. Soweit keiner angeschlagen ist, versteht sich. Wenn man dann den ein oder anderen für ein Spiel reinrotiert, trifft er auf ein gestärktes System, das ihn mitnehmen kann.

Insbesondere unsere Defensive braucht endlich jemanden, der den Ton angibt und sich verantwortlich für seine Vorderleute fühlt.

Jedes Spiel ist gleich wichtig. Und jeder Gegner wird sich die Zunge aus dem Hals rennen, um dem HSV Punkte abzuluchsen.

Hoffentlich jedoch nie wieder so erfolgreich wie am gestrigen Tag.

Verlieren wird man immer mal wieder. Keiner kann ernsthaft einen Durchmarsch erwarten. Es kommt nur auf das WIE an.

Und das war gestern einfach unter aller Kanone. Punkt.

Leider.

Aber so, wie die Spieler sich heute an die eigene Nase fassen müssen, sollten auch wir Fans es halten und nicht gleich die Stühle sämtlicher Beteiligten fordern.

Alles braucht Zeit für Entwicklung.

Allerdings ist diese Zeit eben nicht grenzenlos.

Auch leider.

Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, Fehler festmachen und bestenfalls schon am kommenden Donnerstag das zeigen, was man kann und WILL.

Ich hätte da zudem mal einen Vorschlag für den Spruch an der Kabinentür: „Konzentriert euch. Und zwar 90 Minuten plus X!“

(mg)

Turnvater Jahns Fußlümmelei

Puuh, das war ein hartes Stück Arbeit gegen Dynamo Dresden.
Als Mike Walpurgis Trainer wurde, hab ich noch die Frage gestellt, wer sich wohl anpassen müsse: die Mannschaft mit ihrem mitspielenden System oder der Trainer mit seinem „Beton anrühren und Kontern“.
Inzwischen wissen wir, der Trainer hat sich mit seinem System durchgesetzt.

Dynamo hat sehr gut und sehr tief gestaffelt gestanden, was es uns als angreifende Mannschaft schwer gemacht hat. Normal lässt man dann den Ball geduldig laufen und wartet darauf, daß sich die Gegner müdegelaufen haben.
So sehr müdegelaufen haben sich die Dresdner aber nicht, denn sie sind einfach gut gestaffelt stehengeblieben und haben die Spieler übergeben.
Und der HSV hat versucht, den Gegner zu locken, indem sich Bates, van Drongelen und Pollersbeck den Ball hin- und herschoben. Die Dresdner blieben jedoch diszipliniert hinten und haben den HSV machen lassen.
Ein Punkt gegen den Dino wäre für Dynamo ja durchaus in Ordnung gewesen.
Christian Titz hat in der 2. Halbzeit mit Mangala und Hwang zwei Spieler eingewechselt, die durchaus in der Lage waren, sich auch mal im eins gegen eins durchzusetzen und den Gegner einfach stehen zu lassen.
So kam die Abwehr in Bewegung und es entstanden Lücken, es entstand Unordnung. Und einmal konnten wir diese Unordnung ausnutzen.
Hwang hat ein sehenswertes Tor gemacht. Danach änderte sich das Spiel. Dynamo übernahm das Zepter, rannte gegen unser Tor an, aber die Null blieb bestehen.

Viele halten den Sieg für unverdient, aber ich sehe das anders.
Wir werden des Öfteren in dieser Liga solchen tiefstehende Gegner gegenüberstehen und es wird immer ein Geduldsspiel.
Stehen Ito und Holtby zur Verfügung, dann wird es für uns leichter. Beide sind in der Lage, die generische Abwehr in Bewegung zu bringen.

Gegen den Jahn aus Regensburg wird es ein anderes Spiel.
Die Spielweise der Oberpfälzer geht eher in die Richtung der Bielefelder. Das heißt, sie werden nicht so dicht stehen und höher pressen. Normal sollten wir das Spiel gewinnen.

Am Donnerstag spielen wir dann auswärts in Fürth. Das wird sehr schwer. Vor der Saison haben die meisten den Kleeblättern nichts zugetraut und sie im Abstiegskampf vermutet.
Im Moment stehen sie auf Platz drei, wobei Köln ein Spiel mehr hat.
Es wird also das absolute Spitzenspiel des Spieltags. Und sie stehen dort nicht aus Zufall, sondern sie spielen auch recht gut.
Zuletzt haben sie Kiel mit 4:1 aus dem Stadion geschossen und mit Keita-Ruel einen reinen Vollstrecker in ihren Reihen, der auch schon, wie Lasogga, 5 Tore auf dem Konto stehen hat.
Ein Spieler mit einer interessanten Vita: Er ist ein in Wuppertal geborener Franzose mit senegalesischen Wurzeln. Von 2011-2014 saß er im Knast, wegen Raubüberfalls.
In der Mannschaft ist zudem ein alter Bekannter, mit dem wir nicht so gute Erfahrungen gemacht haben: Julian Green.

Offiziell an der Spitze

Bernd Hoffmann ist jetzt offiziell vom kommissarischen zum Vorstandsvorsitzenden mit Vertrag befördert worden.
Unterm Strich sehe ich das positiv, denn ich traue ihm am ehesten zu, den Verein aus der Krise zu holen.
Denn auch wenn, wir im Moment die Tabelle anführen, ob es am Ende so ist, wissen wir nicht.
Und die wirtschaftlichen Probleme sind noch immer groß.
Die Präsidentschaft des eV muß er abgeben. Das Präsidium führen Moritz Schäfer und Thomas Schulz bis zur nächsten MV alleine.

Last but not least: es wird gemunkelt, daß Peters den Verein verlassen wird. Bislang ist aber die Ursprungsquelle die Bild und laut der spielt Fiete schon bei den Bayern. Schaun mer mal, ich fände es schade.

Hoffen wir auf sechs Punkte in den nächsten beiden Spielen. Nur der HSV (fb)

 

Kaugummi im Tal der Ahnungslosen

Man braucht Geduld. Das gilt für fast jede Lebenslage.
Das galt auch gestern, als der HSV in seinem Nachholspiel des 4. Spieltages auf Dresdens angerührte Kaugummimasse traf.
Geduldig ließ man die Gäste, im frisch getauften Rudolf-Harbig-Stadion, ihr Liberospielchen mit Pollersbeck, Bates und van Drongelen durchziehen und wartete auf Konter. Die bekam man auch des Öfteren, weil die Rothosen in den ersten 45 Minuten, meist im Mittelfeld, zu leichtfertig den Ball verloren.

Hinten war kein Durchkommen, Dresden staffelte geschickt und stand stabil. Damit war es auch fast unmöglich, einen Lasogga zu bedienen, der somit wirkungslos in der Startelf blieb. Bester Mann der 1. Halbzeit: Santos, der immer und immer wieder den Drang nach vorne hatte (seine tolle Eckbanane war super gedacht, der Treffer wurde leider von Torwart Schubert verhindert), ohne seine defensive Aufgabe zu vernachlässigen.
Titz muss sein teils hilflos wirkendes Team in der Halbzeitpause wohl mit deutlichen Worten geweckt haben.
Und mit Hwang, der in der 46. Minute Vagnoman erlöste, und Mangala für Hunt (57.) kam deutlich mehr Schwung in die Partie.
Hwang belohnt das Vertrauen seines Trainers mit einem Traumtor, in der 67. Minute.
Pollersbeck rettet erneut mit ein paar tollen Reflexen den knappen Vorsprung.

Über den verschossenen Elfer von Lasogga in der Nachspielzeit, decken wir schnell den Mantel des Vergessens.
Nach der langen Verzögerung, mit der er nicht nur die Dresdner, sondern anscheinend sich selber entnervte, war es absehbar, dass der Ball überall hin, nur nicht ins Tor gehen würde.
Egal. Mit drei glücklichen Punkten fuhren die Hamburger nach Hause.
Im Gepäck: Die Tabellenführung (die erste nach Ende eines Spieltages seit 2009!). Zumindest bis zum kommenden Wochenende.

Christian Titz, der nach eigener Aussage nicht auf die Tabelle, sondern sein Augenmerk lieber auf jedes einzelne Spiel legt („Die Tabellenführung ist eine nette Begleiterscheinung. Man sieht, wie schwer die Partien in der Zweiten Liga sind“), analysierte glasklar: „Wir müssen lernen, besser zu verteidigen.“ Auch ein Mangel an konstanter Konzentration hat er bei einigen seiner Spieler ausgemacht.
Richtig so!
Fünf Siege in den letzten fünf Pflichtspielen scheinen bei dem ein oder anderen den Kopf-Schlendrian einziehen zu lassen.
Die erste Halbzeit wirkte behäbig. Man wurde das Gefühl nicht los, irgendwo lähmt die Angst vor Verletzungen in den Zweikämpfen die Beine.
Zu wenig Bewegung ohne Ball und eben Konzentrationsmängel forderten Pollersbecks ganzes Talent und führten gar zu lautstarken Rüffeln von ihm an seine Vorderleute.

Und unter den Fans? Da geht sie schon wieder los, die in Hamburg so bekannte Euphorie. War es in den vergangenen Jahren eher die Qualifikation zur Europaleague, so ist es 2018 eben die des klassischen Aufstiegstraums.
Lustige Kartoons machen die Runde. Jagte der steinzeitliche Fred Feuerstein vor Anpfiff des Spiels choreografisch noch den Dino aus Hamburg, so erlegt der Dino aktuell das „Tal der Ahnungslosen“.
Siegesparolen und Termine für Aufstiegsfeiern machen die Runde.
Leute. Bleibt auf dem Teppich! Wir hätten uns wahrlich nicht beschweren dürfen, wäre das Spiel unentschieden oder gar andersherum ausgegangen.
Klar ist, wir Hamburger Fans sind mehr als gebeutelt. Auch ich hätte vor dem Spiel nicht wirklich daran geglaubt, dass wir das Ding nachhause schaukeln. Viel zu oft standen wir, gerade bei solchen Tabellensituationen, hinterher mit leeren Händen da.
Aber: es sind mal gerade fünf Spiele der noch jungen Saison gespielt.
Es liegen noch harte Brocken vor uns.

Was mir, momentan unter den Fans fehlt, ist ein realistischer Blick nach vorne.
Es wird noch Rückschläge geben.
Rückschläge, die diese junge Mannschaft auch kopfmäßig wegstecken muss.
Dann wünsche ich mir weiterhin bedingungslose Unterstützung unserer Fans, diesen Support, der das Team bisher nicht nur im Volkspark, sondern auch auswärts, getragen hat.

Und zwar gewaltlos.
Auf allen Ebenen.
Das, was gestern anscheinend noch nach dem Spiel in Dresden mit gegnerischen Fahnen und Schals gemacht wurde, ist des Fußballs und jedes Fans unwürdig.
Es gibt so viele, die sich gerade im Jahr 2018 gegen jede Form des Rassismus wenden. Ginge es nach mir, würden alle ihre überschüssige Energie lieber in solche Aktionen legen, als die Anhänger anderer Vereine zu beklauen oder ihnen gar mit Gewalt zu drohen.
Das gilt übrigens für jeden Fan. Auch für uns HSVer, wenn es in gut einer Woche gegen den Stadtrivalen geht.
Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Momentan auch für die Hamburger, wenn auch in der 2. Liga.
Sonntag geht es gegen Regensburg. Die warten seit sechs Wochen auf einen Sieg, was wirklich alles andere als ungefährlich ist.
In diesem Sinne: schön locker bleiben. Auch, wenn das Geduld erfordert. Wie fast alles im Leben.
(mg)

Hattrick

Moin, ich hab es nicht geschafft, vor dem Heidenheimspiel eine Vorschau zu erstellen. Also mach ich jetzt den Spielbericht und gleichzeitig auch die Vorschau für Dresden.
Manu kommt dann nach Dresden wieder mit dem Spielbericht.

Es war eine lange Pause und über die gab es nicht viel zu berichten.
Also interviewt man als Journalist die ganzen Altvorderen und Kühne und schon gibt es wieder Unruhe.
Kühne will seine Anteile verkaufen.
Nichts Neues.
Interessiert uns auch kaum, weil wir da die Zügel in der Hand haben.
Was man dazu wissen muss: die Aktien sind vinkulierte Namensaktien, er kann also nur an jemanden verkaufen, der uns genehm ist.
Magath will Anteile kaufen.
Jo, das hat er im Winter mal gesagt. Für alle Kühne-Anteile hat er nicht das Geld, er würde eventuell aber die Finanzen für ein Konsortium haben, das unter seiner Führung dann die Anteile kaufen würde. Wenn man ihn lässt.
Und dann? Dann sind seine Möglichkeiten, entscheidend auf den HSV einzuwirken in etwa so groß, wie die von Kühne.
Mit einem vernünftigen starken Vorstand hat dazu aber niemand eine Chance.
Und das ist wohl auch der Grund, warum Kühne verkaufen will.
Bei Beiersdorfer hatte er die Möglichkeit einzugreifen, weil der es mit sich hat machen lassen.
Bernd Hoffmann verhält sich anders. Und nur weil sich Struth bei Kühne darüber ausweint, daß sein Mandant der Liebling von Frau Kühne (Dennis Diekmeier) keinen Anschlußvertrag beim HSV bekommen hat, knickt trotzdem keiner ein.
Und ob jemand, der sich so oft über die Presse ins Spiel bringt, wie Felix Magath, vom Aufsichtrat und Vorstand als Wunschkandidat gilt, die Kühne-Anteile zu übernehmen, wage ich zu bezweifeln.
Unterm Strich: Viel Wind um nichts.

Heidenheim.
Vorweg, ich war im Stadion und wir haben trotzdem gewonnen. Das gab es das letzte Mal vor vielen vielen Jahren. Der Fluch ist besiegt 😉

Christian Titz hatte sich entschieden mit einem 4-1-3-2 anzufangen, das schon fast an das 4-4-2 mit Raute erinnerte, das wir in den 2000ern gespielt haben.
Dem gegenüber hat Frank Schmidt ein recht defensives 4-3-3 aufgestellt.
Bei Ballbesitz Hamburg wurde daraus schon fast ein 6-3-1.
Lecroix machte sein erstes Spiel für den HSV und ersetzte Bates. Ebenso debütierte unser Neuzugang Hee-Chan Hwang. Ihn hatte Titz vorne neben Narey in die Spitze beordert, aber beide spielten leicht zurückgezogen, um mit ihrer Schnelligkeit in die gefährlichen Räume starten zu können.
Zumindest so in der Theorie.
Dahinter spielten Janjicic und Mangala. Während Janjicic dabei etwas defensiver agierte, war Mangalea ein wenig offensiver.
Die Position auf dem offensiven rechten Flügel teilten sich Sakai und Narey, auf der linken Seite spielte Hunt den reinen Linksaußen. Eine Position, die ihm nicht liegt, wie man feststellen konnte.
Zur Halbzeit brachte der Trainer Lasogga für van Drongelen und Moritz für Janjicic. Damit stellte er auf das bekannte 4-1-4-1 um und die IV vollkommen um, mit Lacroix und Mangala, der eher gelernter Offensiver ist, als IV.
Das sollte man nachher auch merken. Auf der 6 spielte zunächst Steinmann, wie auch in der ersten Halbzeit. Im offensiven Mittelfeld spielten dann Hwang (rechts), Narey (links) auf den Aussen, Moritz und Hunt in der Zentrale.
Lasogga lief vorne als alleinige Spitze.
Als Fiete Arp für Matti Steinmann kam, ging Moritz auf die 6 und wir spielten mit zwei Stürmern.
In der ersten Halbzeit hatten wir arge Probleme gegen die defensiv gut geordneten Heidenheimern.
Wir kamen einfach kaum vors Tor.
Zudem konnten die Heidenheim über die starken Schnatterer und Dovodan Nadelstiche setzen.
Mit 0:0 ging es in die Pause.
In der zweiten Halbzeit hebelte der FCH die uneingespielte Defensive das ein oder andere mal aus und konterte.
In der 52. Minute gelang es Sakai noch, mit einem Wahnsinnstackling den Ball von Dovodans Fuß zu spitzeln. Damit verhinderte er zunächst mal das 1:0 für die Gäste.

In der 64. Minute fiel dann das Tor trotzdem, durch ein kurzes Durcheinander bei einer Ecke. Fünf Minuten später hatte Heidenheim wieder eine sehr gute Chance, dann hatten wir den Schock des Rückstands verdaut.
Moritz chipte den Ball zu Santos, der chipte ihn in die Mitte und dort lasoggerte unsere Nr10 ihn ins Tor.
Er weiß halt, wo er zu stehen hat und in diesem Moment wollte er mit aller Macht das Tor machen.
Kurze Zeit später setzte sich Fiete wunderbar auf der rechten Seite durch und flankte den Ball hoch in den Strafraum zu Lasogga, der ihn einköpfte.
Die Stimmung explodierte auf den Rängen und auch auf dem Feld.
Wie sich die Spieler in den Armen lagen, und hier möchte ich vor allem den jungen Fiete nennen, das zeigt den Zusammenhalt.
Für viele war die Art sich gegen seine Gegenspieler durchzusetzen die Szene des Spiels. Ganz stark.
Kurz darauf trat Santos einen Eckball. Er macht das besser, als Hunt in den letzten Jahren, das muß ich schon sagen.
Er zirkelte den Ball auf den kurzen Pfosten, wo Lacroix stand, der den Ball auf Lasogga verlängerte. Kopfball…Tor.
Ein lupenreiner Hattrick! Eines möchte ich noch anmerken: Die Flanken auf Lasogga waren keine Zufälle. Sie sind genau dorthin gekommen, wo sie hinsollten. Und wenn Lasogga den Ball nicht hätte erreichen könne, standen immer noch zwei Spieler von uns hinter ihm, einschußbereit.
Kurz vor Schluß gelang den Heidenheimern noch ein Konter, den sie zum 3:2 Endstand versenken konnten.
Dabei stimmte die Abstimmung der Abwehr nicht so ganz. Aber wie soll sie auch, mit zwei Neulingen in der IV.

Was auffällt: Bielefeld hat gegen uns einen Torschuß nach dem anderen gehabt. Aber fast alle von ausserhalb des 16ers.
Sie haben kein Tor geschossen. Wir sehen zu, daß unsere Torschüsse möglichst alle aus dem 16m-Raum, besser noch aus dem 5m-Raum kommen (so wie die drei am Sonnabend). So bekommt man zwar nicht so viele Chancen, aber die Chancen, die man hat, sind viel besser.

Und nun noch eine kurze Vorschau für das Nachholspiel gegen Dresden.
Die Voraussetzungen sind vollkommen anders, als noch vor zweieinhalb Wochen.
Christian Fiél ist nicht mehr Interimstrainer, man versucht nicht mehr den Ballbesitz zu suchen. Der neue Trainer Mike Walpurgis wird hinten dichtmachen und versuchen, zu kontern.
Das Krankenlager hat sich inzwischen auch ein wenig gelichtet, Es wird das erste Spiel der Saison, in der die HSVer im Stadion nicht den Ton angeben.
Mal schauen, wie unsere junge Mannschaft darauf reagiert.
Ito fällt weiterhin mit Magen-Darm-Grippe aus, Holtby wird erst Mitte der Woche ins Training einsteigen.
Ausser den Langzeitverletzten war es das, mit den Ausfällen, Stand Sonntag.
Die beiden ausgewechselten und angeschlagenen, van Drongelen und Janjicic, sollen heute wieder trainieren und Dienstag spielen können.
Dank der Niederlage Kölns haben wir Dienstag die Chance, die Tabellenspitze zu erobern.

Ich habe allerdings kein gutes Gefühl. Ich schätze Dynamo als einen sehr unangenehmen Gegner ein.
Das gilt sowohl für die Mannschaft als und auch für die Fans.
Im Stadion wird die Hölle los sein.
Halten wir dem Druck stand und gehen in Führung, dann kann sich das allerdings auch zu unseren Gunsten entwickeln.
Das Dresdner Publikum ist sehr emotional. Diese Emotionen können sich dann auch mal gegen die eigene Mannschaft richten.
Also wäre es schön, wenn auch unwahrscheinlich, wenn wir früh in Führung gehen. Ansonsten seh ich schwarz. Die mauern das Tor dicht, es wird kein Durchkommen sein. Somit müsste man versuchen, Standardsituationen zu provozieren.
Da herrscht dann wieder Chancengleichheit.
Daß Ito fehlt, ist ein Verlust. Er kann durchaus 2-3 Spieler stehen lassen und unter Umständen nur noch durch ein Foul gestoppt werden, das zu Freistößen führen würde.

#Auswärtsbett
Eine geile Aktion! Nachdem sich viele Hamburger vor 14 Tagen ja umsonst auf den Weg nach Dresden gemacht hatten, wurde von Dresdner Fans die Aktion Auswärtsbett geboren. Hier bieten Dresdner den HSV-Fans Übernachtungsmöglichkeiten an, oft auch mit Transfer zum Stadion und wieder zurück.
Das ist eine unheimlich sympathische Aktion, ich hoffe, daraus entsteht die ein oder andere Fanfreundschaft.
So sollen Fans miteinander umgehen, das ist vorbildlich. Ich finde das toll.
(fb)

Nachtreter

Mal ehrlich, welcher Chef stellt neue Mitarbeiter ein, die öffentlich über ihre alten Arbeitgeber herziehen?

Also, aufgepasst in Frankfurt, Genua oder Augsburg.
Aufgepasst an alle, die jemals daran denken sollten, ehemaligen Vorstandsmitgliedern oder Trainern des HSV einen neuen Job anzubieten.
Denn gerade in den letzten Wochen hat dieses „fröhliche Halali zum Nachtreten“ wieder Fahrt aufgenommen.

In den letzten Jahren machten bereits Slomka („Der HSV hat mich ausgesaugt“) als auch sein Kollege van Marwijk („da ging vieles drunter. So was habe ich noch nie erlebt. Die Konzentration auf den Fußball war fast nicht möglich“), nach ihrem Abgang, ihrem Unmut öffentlich Luft.
Dass von Gisdol und Hollerbach noch nichts kam mag daran liegen, dass sie offiziell noch beim HSV unter Vertrag stehen.
So fließen, laut Medien, bis 2019 etwa drei Millionen Euro in die Portemonnaies der beiden Ex-Trainer, sowie ihren Assistenten.
Übrigens auch nach dem Abstieg, da Bruchhagen und Co. es verpassten, das Arbeitspapier für den Fall der Fälle entsprechend anzupassen.
Rühmliche Ausnahme (wenigstens bisher) Didi Beiersdorfer, der seinen Abgang, 2016, allerdings auch fürstlich, mit kolportierten drei Millionen Euro vergoldet bekam. Vielleicht war ja auch eine Schweigeklausel mit dabei…

Was mich dieser Tage am meisten geärgert hat, ist DER „Umfaller“ der Woche.
„Was für den HSV das Richtige ist, ist auch für mich das Beste“, sagte ein Heribert Bruchhagen nach seiner Entlassung als Vorstandsvorsitzender, im März dieses Jahres. Auf Nachtreten, so verkündete die Presse großspurig, verzichte er.

Peng! Was bitte ist dann in den letzten Monaten passiert?

Anfang der Woche lederte der jetzt 70-Jährige über seinen Nachfolger, Bernd Hoffmann und über die Mannschaft, Lewis Holtby im Speziellen.
Einigermaßen fassungslos hat mich der Satz „Wenn Spieler wie Lewis Holtby sagen, „Jetzt macht Fußball wieder Spaß“, dann fällt einem dazu nichts mehr ein. …sie haben Beiersdorfer…Gisdol…Hollerbach den Job gekostet und am Ende auch noch mir“, zurückgelassen.
Das, Herr Bruchhagen, ist ganz schlechtes Kino!
Denn während Sie im Frühjahr 2018 noch so selbstreflektiert waren und sich nicht gänzlich aus der Schuld am schlechten Stand der sportlichen Situation herausstahlen („als Vorstandschef liegt die Verantwortung sicherlich auch bei mir“), sehen Sie sich heute nur noch als Opfer einer Machtintrige, zusammengebraut aus dem Hause Hoffmann („er hatte einen Masterplan…das war alles vorhersehbar“) und dann gleich noch der kompletten Mannschaft.

Sie, Herr Bruchhagen, haben damals Bernd Hollerbach eingestellt, der den Abstieg des HSV besiegelte, da er mit einer solchen Mammutaufgabe sichtlich überfordert war!
Sie haben Verträge mitunterzeichnet, die heute für Kopfschütteln in der aktuellen Führungsetage sorgen (siehe die Weiterzahlungen an Gisdol und Hollerbach).
Sie haben im Winter 2017 an der Sparschraube gedreht und damit die Mannschaft geschwächt in eine aussichtslose Rückrunde geschickt.
Wie dicht waren Sie und ihr Team eigentlich an den Spielern und Trainern dran? Haben Sie den Unmut, die Hilflosigkeit nicht bemerkt, und das ideenlose Gekicke nicht gesehen? Haben Sie sich im Gegenteil dazu mal die letzten Spiele des HSV angeschaut und einen Vergleich zur letzten Saison gewagt? Ich denke mal nicht. Denn wenn, dann bleibt mir nichts anderes übrig als anzunehmen, dass aus Ihnen die pure Verbitterung spricht. Was schade wäre, habe ich Sie doch bisher für einen wirklich fairen Sportsmann gehalten und auch als solchen kennengelernt.

Ja, und dann sind da noch Spieler, die uns jüngst verlassen haben und in ihren neuen Vereinen plötzlich feststellen, wie schlimm es doch in Hamburg war.
Erwähnt seien hier „nur“ ein André Hahn, der in bester „mimimi“-Manier mangelnden Zusammenhalt und eine geteilte HSV-Mannschaft beklagt, um gleich danach in Schwärmereien über den besonderen Teamgeist und einen Zusammenhalt „wie unter Freunden“ in Augsburg verfällt.
Lieber André. Ihr alle seid erwachsene Männer. Wenn etwas im Kreis der Arbeitskollegen nicht stimmt, dann spreche ich das an, bevor ich mich im Nachhinein, in der Öffentlichkeit darüber beklage.
Selbiges gilt für Nikolai Müller, der sich bei mir, mit seiner Beschwerde über mangelnde Kommunikation und Wertschätzung des Klubs, ins Abseits befördert hat.
Hallo?
Du bist fast die komplette Saison verletzt gewesen. Um dich herum hat sich in der Zeit ein neues Gebilde von Spielern, mit einem neuen Trainer und einer neuen Taktik gebildet. Da ist es doch völlig normal, dass du nach deiner Rückkehr nicht sofort wieder die erste Geige spielst!
Und auch dir, Nikolai, hat der liebe Gott einen Verstand und einen Mund zum Fragen gegeben. Gesprächswünsche sind keine Einbahnstraße!
Hätte dir ein Verbleib beim HSV am Herzen gelegen, dann mag ich nicht glauben, dass deine Gesprächsanfragen abgelehnt worden wären.
Enttäuschung 2.0: Albin Ekdal, der, vom Pech verfolgt, nie so wirklich ein Bein an den Mannschaftsboden bekam.
Sich nach seinem Abgang zu Sampdoria Genua allerdings über mangelnde Ruhe und wenig Struktur im Verein zu beklagen ist armselig. Denn das hat sich gerade in den letzten Monaten komplett verändert.
Seid doch wenigstens ehrlich, Jungs, und sagt, dass es beim HSV eben nicht mehr soviel Geld gibt, wie bei euren neuen Vereinen! Das kann dann zwar nicht jeder verstehen, aber man muss es eben akzeptieren.

Wenn es jemals ruhig war, beim HSV, dann jetzt!
Da mögen sie alle hetzten, die enttäuschten Magaths, Bruchhagens und wie sie alle heißen. Ich finde es erfrischend, dass wir Neuigkeiten über Verpflichtungen oder Verkäufe eben nicht mehr aus den Medien, sondern über unseren Verein, den HSV, direkt erfahren!
Sehr zum Unmut der Presse, wie es scheint. Denn denen bleibt eben nichts anderes übrig, als ihre Seiten mit Statements zu füllen, die in alte Hörner blasen. Aus Enttäuschung, Frust oder was auch immer die Befragten dazu bewegt. Ich mag Nachtreter nicht.

Ich mag Spieler wie Lewis Holtby, der nicht nur sein Herz auf der Zunge trägt, sondern auch Verantwortung auf dem Platz übernimmt. Oder Typen wie Fiete Arp, dem man seinen Respekt vor Spielerlegenden wie Uwe Seeler noch ehrlich ansieht und den es einfach sympathisch macht, dass er nicht nur dem schnellen Erfolg (und dem Geld) hinterherhechelt. Einfach ausgedrückt: Ich mag diesen neuen HSV!
(mg)

P.S: Wer es noch nicht mitbekommen hat: das Nachholspiel des HSV bei Dynamo Dresden findet am Dienstag, den 18. September, um 18.30 Uhr statt.

Scheiß Nazis!

Sorry, das musste mal raus und das soll auch das einzig Politische hier bleiben.

Nachdem ich gestern den Blog fast fertig hatte, wurde das Spiel gegen Dresden abgesagt.
Ok, alles verworfen und nun der zweite Anlauf.

Red Bull verleiht Flügel … lasst mich doch ausreden!
Red Bull verleiht Flügelstürmer.
Gestern am sogenannten „Deadlineday“ wurden wir nochmal aktiv und haben den Transfer von Hee-Chan Hwang verkündet.
Ja genau. Verkündet.
Laut Becker war der Deal schon länger in trockenen Tüchern, man wollte nur vor dem EL-Spiel keine Unruhe aufkommen lassen.
Und das alles kam nicht an die Öffentlichkeit … das ist nicht mehr mein HSV.

Hwang ist ein sehr dynamischer, schneller Flügelstürmer.
Schaut man auf TM.de, wird er zwar als Mittelstürmer geführt, was aber daran liegt, daß Salzburg ohne Flügel-, dafür aber mit zwei Mittelstürmern spielt.
Er ist Rechtsfuß, kann aber auf beiden Seiten spielen.
Salzburg verleiht ihn, weil sie noch 5 weitere Mittelstürmer für die beiden Positionen haben.
Und weil er leistungsmäßig wahrscheinlich hintendran bleiben würde.
Das ist auch der Grund, warum er bei uns in der 2. Liga landet und nicht bei irgendeinem Erstligisten, obwohl es auch von dort Angebote gab.
Er war bei der WM, jetzt ist er bei den Asienspielen und wahrscheinlich wird er im Januar auch bei den Asienmeisterschaften spielen.
Das heißt, er kommt ohne Urlaub und vernünftige Vorbereitung zu uns. Im Winter bekommt er auch keine Pause und wird uns auch noch einige Spiele fehlen, wenn seine Mannschaft nicht all zu früh ausscheidet.
Also, er hat Qualität, wird sie wahrscheinlich aber nicht in dem Maße gleich auf den Rasen bringen können.
Er kostet im Übrigen eine Leihgebühr von 1 Mio €, allerdings nimmt die mit jedem Einsatz ab.

Wenn ich nicht über Dresden berichten kann, dann eben, jetzt nach dem „Deadlineday“, kurz über unsere Transfers diesen Sommer:
Die nackten Zahlen: Wir haben 17 Spieler abgegeben und 22 Spieler verpflichtet.

Von den Zugängen sind 11 Spieler aus unserem Nachwuchs gekommen und drei verliehene Spieler zurückgekehrt.
Netto haben wir 16,4 Mio € eingenommen.
Schau ich mir den Kader an, dann sind alle Positionen anständig und ausreichend besetzt.

Natürlich haben wir Schwachstellen im Kader, die hat selbst der FCB, aber diese sind nicht so gravierend, als daß sie die Mannschaft insgesamt runterziehen würden.
Schau ich mir die Kaderstruktur an, dann denke ich, daß wir eine gute Mischung zwischen alt und jung haben.
Allerdings bewegen wir uns eher an der Grenze „zu jung“.
Mit 22,7 Jahren im Durchschnitt ist unser Kader 1,4 Jahre jünger, als der zweitjüngste Kader.
Das ist viel.

Wir haben die meisten Legionäre in unseren Reihen und von den Kosten her stehen wir an zweiter Stelle.

Drei der Spieler sind geliehen. Lacroix mit Kaufoption und Mangala und Hwang ohne.
Leihen ohne Kaufoption sind nicht das Optimum, aber sonst hätten wir Spieler mit Qualität finanziell nicht gewuppt bekommen.
Nicht vergessen, wir haben eben nicht viel Geld.
Der Spatz in der Hand ist besser, als die Taube auf dem Dach.

Kostic und Wood haben wir verliehen, beide haben eine Kaufoption mit im Gepäck. Ich hoffe inständig, man wird sie ziehen, vermute aber, Bobby steht im nächsten Sommer wieder auf der Matte.

Wir sind alle Spieler losgeworden, die wir loswerden wollten.
Allerdings mussten wir teilweise Abstriche bei den Ablösen machen.
Mavraj bekam sogar eine Abfindung.
Einen Spieler konnten wir nicht auf dem Transfermarkt unterbringen, das war unser Papa. Aufgrund seines Gehaltes gestaltete es sich eh schwierig und seine Verletzung hat einen Verkauf gänzlich unmöglich gemacht.

Verletzungen: davon haben wir in diesem Sommer drei schwerwiegende, langwierige zu verzeichnen.
Eine davon ist Papa, die anderen beiden Jung und Jairo, der sich in kürzester Zeit sehr gut in Hamburg und in der Mannschaft eingelebt hat.
Auf diese Verletzungen hat der Verein gut reagiert.
Für Gideon hat man Lacroix geliehen und für Jairo Hwang.
Man macht also nicht den gleichen Fehler wie im letzten Jahr, mit der Verletzung von Müller, auf die man nicht reagiert hat.

Alles in allem ein runder Kader, der zu unserer Spielweise passt. Die Qualität ist auch in Ordnung.
Allerdings ist der Kader durch seine Jugend, immer mal wieder anfällig in Hinsicht auf schwankende Form und eventuell auch Probleme mit den Nerven.
Es fehlt ein klein wenig die Erfahrung, falls es mal eng werden sollte.
Ich bin im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden.

Kommen wir noch kurz zum abgesagten Dresdenspiel: Das ist ganz blöder Mist für uns. Wir geraten total aus dem Spielrhythmus, in dem wir gerade nen Lauf hatten, während die Absage für Dresden optimal ist.
Man hat nen Negativlauf, gerade den Trainer vor die Tür gesetzt und viele Verletzte. Für die kommt die Pause gerade recht.
So angeschlagen bekommen wir Dresden nicht wieder „vor die Flinte“.

Das Spiel muß ja nachgeholt werden. Ich vermute, daß es entweder am 18./19.09. oder um den 3.10. geschehen wird.
Der zweite Termin würde meiner Ansicht nach besser passen, weil die HSV-Fans ja doch von weit anreisen müssen, und das in der Woche.
Soviel erstmal von mir.
Nur der HSV (fb)

Chancen

Jetzt mal ernsthaft.
Irgendwie ist es geradezu als „Glücksfall“ zu bezeichnen, dass der HSV in dieser Saison die 2. Bundesliga bespielen darf.
Ich bin mir fast sicher, dass wir mit dieser Mannschaft, die in meinen Augen einen echten Umbruch im Hinblick auf 2017/18 erfahren hat, im Oberhaus erneut mit dem Abstieg zu kämpfen gehabt hätten.

Das soll in keinster Weise eine Abwertung der Leistung, der Spieler oder gar des Trainerstabes darstellen.
Es ist ganz einfach Fakt, dass diese blutjunge Mannschaft die noch bevorstehenden 31 Spieltage als Chance nutzen kann.
Als Chance, die von den Medien so hoch gehypte „Titz-Technik“ zu trainieren, Fehler abzustellen, das System zu verinnerlichen und damit zu perfektionieren, um im besten Fall im nächsten Jahr Liga 1 damit zu begeistert.

Noch schleichen sich immer mal wieder Fehler ein, die bei treffsicheren, schnelleren Umschalt-Gegnern des Öfteren zu Gegentreffern und vielleicht sogar zu Niederlagen geführt hätten/führen würden.
Die Bielefelder Statistik zählte am 3. Spieltag der noch jungen Saison 17 Torschüsse, von denen kein einer im Netz von Pollersbecks Tor landete.
In Gedenken an unsere letzte Spielzeit hätten Montag wohl die Bielefelder noch drei Stunden weiterspielen können, ohne einen Ball zu versenken. Haste Scheiße am Schuh…. Ihr kennt das.

Eine Gefahr unseres Spiels ist zunächst noch immer der wackeligen Abwehr zu verdanken. Bates und auch van Drongelen hatten nicht ihren besten Tag. Auch eine Zweikampfquote von nur 43 Prozent spricht nicht für die Dominanz der Hamburger, die das Ergebnis letztlich vorgaukelt. Dass trotzdem am Ende die Null hinten stand, war auch ein paar super Paraden unserer Nr. 1 zuzuschreiben.

Der allerdings sorgte in der 42. Minute auch für den größten Aufreger des Spieles, als er einen von van Drongelen auf Voglsammer schlampig gespielten Pass, mit den Füßen an der Strafraumlinie, mit den Händen abwehrte.
Handspiel hinter dem 16er? Die Frage aller Fragen.
Denn selbst die langsamste Zeitlupe aller Sky-Kameras brachte nicht die letzte Gewissheit, ob der Ball vollständig hinter der Linie gehändelt wurde.

Leute, was bin ich froh, dass es keinen Videoschiedsrichter in der 2. Liga gibt! Denn auch das 1:0 durch Holtby hätte wohl im Kölner Fokus gestanden. Behinderung des Torwarts oder nicht?
Schiedsrichter Aarnink war schnell sicher, dass dem nicht so war, das Tor also regulär. Ich gehe davon aus, in der 1. Liga hätte man einen weiteren Grund gehabt, einen Schiri über einem Monitor hängen zu sehen.
Ich persönlich stehe inzwischen mit der Errungenschaft des VARs auf Kriegsfuß. Denn es ist mir immer noch lieber, eine schnell zu treffende Tatsachenentscheidung zu akzeptieren, als mehrere falsche Entscheidungen, die aus einem Videoraum kommen. Was zur Entlastung gedacht war, sorgt immer mehr für Verwirrung und Ärgernisse sowie Riesendiskussionen. Bei Fans, Spielern und Trainern.

Doch zurück zum Spiel.
Ich finde es gut und richtig, dass Titz den jungen Spielern, trotz ihrer Fehler weitere Chancen im nächsten Spiel gibt. Das ist nicht nur wichtig für das Selbstbewusstsein. Junge Spieler machen Fehler. Diese muss man ihnen zugestehen, ohne ihnen gleich die auferlegte Verantwortung zu entziehen. Nur so lernen sie.
Dieses Lernen könnte man sich in der 1. Liga kaum oder gar nicht leisten.
Ok, mit Papa und Jung fehlen zwei wichtige Defensivleute, die Titz sicher eingeplant hatte. Man wird sehen, wie er aufstellt, wenn die Beiden wieder zur Verfügung stehen.

Auch Ito braucht noch Zeit. Der kleine Dribbler vertanzt sich noch zu oft und versucht mit leichtem Starrsinn, seine Bälle noch ein Stück und noch ein Stück und NOCH ein Stück weiter in die Tornähe zu bringen. In ihm steckt ein großes Talent, das Entwicklung und Spielpraxis braucht.

Ein Wort zu „Bärchen“ Lasogga. In einigen Gruppen fand ich ironische Kommentare á la „jetzt, wo Lasogga wieder trifft, ist er euer Liebling, vorher war er nur überbezahlter Söldner“.
Also für mich sieht das ein bisschen anders aus. Pierre Michel tut einfach das, wofür er bezahlt wird. Tore schießen.
Dafür darf man ihn dann auch ein klein bisschen lieb haben. Denn auf dem Weg zurück in Liga 1 kann ein sicherer Strafraumstürmer eben Gold wert sein. Ok, ist er auch, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Ich gebe aber auch zu, dass ich ihn nach der 1. Halbzeit ausgewechselt hätte. Wie gut, dass ich eben doch kein verantwortlicher Trainer bin 😉

Last but not least: es weht ein neuer Wind in der kompletten Mannschaft. Es menschelt. Eine lange Seite des neuen Kapitels im Team des HSV gebührt eindeutig Christian Titz.
So wie ich ihn kennenlernen durfte, als natürlicher, besonnener aber sehr wohl wissen- was- er will – Typ, so ist er auch im Umgang mit seinen Spielern.
Papa, Freund aber auch Chef und damit Vorgesetzter in einem. Ich bin froh, dass die Vorstandsetage auch mit ihm Mut zu Neuem und ein glückliches Händchen bewiesen hat und hoffe, dass man ihm Zeit genug gibt, sein Können auf mehreren Ebenen eindrücklich und richtungsweisend unter Beweis zu stellen.

Für mich die Szene des Spiels war übrigens der Jubel nach dem 1:0, als Holtby sich das Trikot des schwer verletzten Jairo Samperio zuwerfen ließ und hochhielt. Das Tor, den Sieg wollte man ihm widmen.
Und das tat man dann auch.
Dem Frischoperierten schicken wir an dieser Stelle auch gleich mal ein herzliches „gute Besserung“ rüber.

Mit einem Elfmeter, den der von Börner gefoulte Lasogga gleich selber verwandelte, machte man in der 88. Minute den Deckel auf das zweite Heimspiel der Saison drauf.
3:0 gegen gute, aber letztendlich ineffektive Bielefelder.
Das kann sich sehen lassen und bedeutet zunächst mal für eine Woche den Relegationsplatz. Das 1. Mal seit unzähligen Jahren, dass wir uns über einen Relegationsplatz freuen dürften.

Vor der Mannschaft und dem Trainerstab liegt noch eine Menge Arbeit. Auf dem Rasen und mental. Das wissen alle.
Übrigens gibt es dabei wohl bald Unterstützung von Jairo , der seine Rehamaßnahmen in Hamburg absolvieren wird, wie Titz in den Medien bekannt gab: „Er bekommt Videoaufgaben von uns. Gerade bei Standardsituationen hat er gute Ideen und eine hohe Intelligenz. Deshalb werden wir ihn einbeziehen.“ Somit wird er während der kommenden Monate Teil des Trainerteams und bleibt dicht an der Mannschaft. Gab es sowas schon mal? Ich kann mich nicht daran erinnern, finde es super und es zeigt einmal mehr, wie wichtig jeder einzelne Spiel für Titz ist, bei der Chance in Liga 2.
(mg)

Die Bielefeldverschwörung

Die Bielefeldverschwörung ist nur eine Legende, also haben wir am Montag nicht spielfrei, sondern müssen gegen die Arminia ran.

Aber erstmal zum Spiel gegen Erndtebrück.
Ich persönlich hatte nie das Gefühl, daß wir das verlieren. Ich hatte immer das Gefühl, wir können noch nachlegen, wenn es ernst wird, nochmal das Tempo anziehen, denn mit Tempo bekommt man die „Kleinen“ meistens besiegt.

Geärgert hat mich, daß wir nicht einfach solange durchgespielt haben, bis wir so hoch führen, daß der Gegner sich keinerlei Hoffnungen mehr macht und quasi aufgibt.
Bremen führte zur Halbzeit 5:1 und in der 2. Halbzeit hat man das Spiel austrudeln lassen können.
Wir stacheln dagegen die TuS mit unserer laschen Abwehr noch an.

Aber wir sind eine Runde weiter und wenn wir im Mai im Olympiastadion spielen, interessiert das niemanden mehr, wie wir in der ersten Runde gespielt haben.
Ich bin gespannt, wen wir als Gegner für die nächste Runde zugelost bekommen. Mir sind die Namen recht egal (ok, Bayern muß es nun nicht unbedingt sein), Hauptsache ist, es wird ein Heimspiel.
Denn in der Woche ist es für die Fans blöd, zu reisen.

Die Transferpolitik hatte man mit dem Wechsel von Kostic zu Frankfurt ja eigentlich abgeschlossen.
Nun muß man das Paket nochmal aufschnüren, denn Jairo Samperio hat sich schwer verletzt.
Beide Kreuzbänder und ein Innenband im Knie sind kaputt.
Gute Besserung von dieser Stelle aus.
Ich vermute eine Ausfallzeit, wie die von Müller im letzten Jahr.
Also schaut man sich nochmal nach einem Ersatz um. Und das ist gut so.

Es gibt ja so einige, die der Ansicht sind, wir würden den Verlust mit eigenen Kräften ausgleichen können, aber da hab ich so meine Bedenken.
Erstens fehlt mir ein wenig die nötige Qualität beim Ersatz.
Für 1-2 Spiele lass ich mir das gefallen, aber nicht für ne halbe Saison oder länger…
Und ich hoffe, daß der noch zu erwartende Neuzugang ein wenig Erfahrung mitbringt. Unsere Mannschaft strotzt vor Jugend, die Erfahrung würde gut tun.

Was erwartet uns gegen die Arminia? Ich glaube nicht, daß man versuchen wird, uns so extrem zu pressen, wie in den letzten beiden Ligaspielen.
Die Arminia kommt in der Regel aus einer guten Ordnung. Sie präferieren ein 4-4-2 mit Klos und Voglsammer in der Spitze und mit Edmundsson auf dem rechten Flügel.
Als Linksfuß zieht er gerne in die Mitte und versucht von dort (auch oft erfolgreich) abzuschließen.
Ob wir hinten mit Bates oder Lacroix neben van Drongelen auflaufen, ist noch nicht klar. Aber auf jeden Fall fällt dem Duo eine wichtige Aufgabe zu.

Vorne werden wir wohl über die Flügel aufbauen, weil die Arminia das Zentrum gerne dichtstellt. Die Aussen besetzen bei uns wahrscheinlich Narey und Ito.

Gespannt bin ich, was die Spitze angeht. Lasogga sagte in einem Interview diese Woche, wir haben drei sehr gute Stürmer.
Ich vermute aber trotzdem, daß Hunt in der Spitze starten wird.
Ich würde ihn lieber in der Reihe dahinter sehen, wo er die Stürmer in Szene setzen kann.

Unterm Strich: Wir müssen konzentriert spielen. Damit steht und fällt alles.
Unser Spielaufbau verlangt es, daß die Pässe präzise gespielt werden.
Schaffen wir das, nehmen wir den Gegner auseinander (ok, kleiner Scherz, wir gewinnen). Schaffen wir es nicht, dann bekommen wir Probleme.
Die Offensive der Bielefelder sollte nicht zu viele Chancen bekommen.
Der HSV erwartet 47.000 Zuschauer. Das ist für ein Montagabendspiel ne ganze Menge. Hoffen wir das Beste.
Nur der HSV (fb)

 

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