„Müller und Sobiech wären ganz große, wenn sie die Elfer einfach verballert hätten“

Das sind die Worte eines Journalisten auf Twitter. Im ersten Moment ist der Reflex klar, er hat Recht. Anständige Menschen würden sowas machen. Auch mein erster Gedanke ging in diese Richtung.

Überdenkt man das Ganze aber mal etwas, dann muß man zu einem anderen Schluß kommen.

Als erstes ist es nicht die Aufgabe von Spielern, den Job der Schiedsrichter zu machen.

Und wenn, dann wäre es nicht Müllers Job, das zu korrigieren, sondern Costa hätte zum Schieri sagen können „Sorry, aber da war nichts, ich bin in ihn reingelaufen“. Aber von ihm werden wir garantiert nichts hören, denn seine Intention war es schliesslich, da gehe ich von aus, den Elfmeter zu schinden.

Ausserdem, das sollten wir in den letzen Wochen und Monaten gelernt haben, sieht man nicht aus jeder Perspektive die volle Wahrheit. Kemper stand bestens, hatte die freie Sicht auf die Situation. Das war ja letztlich auch der Grund, warum sich Kircher so anstandslos auf seinen Assistenten verlassen hat.

Und zu guterletzt, was wäre, wenn die Fernsehbilder in der Zeitlupe aus irgendeiner Perspektive gezeigt hätten, daß da was war, was allen anderen ausser Kemper im Eifer des Gefechts verborgen geblieben wäre? Wenn der Elfer berechtigt war? Dann wäre Müller, oder auch Sobiech gestern, nicht der Held, der Star, sondern sie wären die Deppen der Nation.

Nein, nicht Müller oder Sobiech, sondern der Schiedsrichterassistent hat sich falsch verhalten. Das zu korrigieren obliegt nicht den Spielern. (fb)