Lieber Relegationsplatz!

Lieber Relegationsplatz!

Einen „Running Gag“ nannte dich gestern der Sky-Moderator, während der HSV und die TSG Hoffenheim aufliefen. Denn mal wieder warst du von den Rothosen besetzt.

Eine Situation, die dir nicht fremd ist.Wir hatten ja nach dem 34. Spieltag, in den vergangenen drei Jahren, bereits zweimal das Vergnügen.

Und nach den Samstags-Spielen des aktuellen Spieltages war es mal wieder soweit. Mit 10 Punkten stand der HSV auf Platz 16.

Bloß weg hier. Du kennst das.

Gestern nun traf der HSV auf einen angeschlagenen Gegner, der in der Woche zuvor aus der EL gekegelt wurde und aus den letzten sechs BuLi-Spielen nur einen Sieg mitnahm.

Trotzdem steht Julian Nagelsmann mit seiner Mannschaft noch immer auf Platz 7!

Ein Abbild der aktuellen Bundesliga, die zwischen Platz 2 und 7 gerade mal 6 Punkte Unterschied bietet.

Unser Trainer hatte, im Gegensatz zum Spiel gegen Schalke, nicht viel verändert. Außer, dass Wood erstmalig in der Startelf neben Arp startete, Ito auf der Bank saß.

Ambitioniert und mit viel Tempo liefen die Rothosen an.

Nach bereits zwei Minuten waren sie gewarnt. Ein Querpass von Zuber konnte, dem Fußballgott sei Dank, von Demirbay nur knapp am Tor vorbei versenkt werden.

In der 7. Minute lief es, gut für uns, schlecht für unsere Gäste.

Ausgerechnet unser Außenverteidiger Santos ließ Zuber auf links stehen und versuchte, den im Strafraum lauernden Fiete Arp anzuspielen. Dort allerdings sorgte letztendlich Kevin Akpoguma dafür, seine eigene Mannschaft in Rückstand zu bringen.

Toooooor! Egal wie es zustande kam.

Aber in dem Moment waren wir dich, lieber Platz 16, los.

Trotz eines höheren Ballbesitzes von fast 63% gelang den Hoffenheimern in den nächsten 20 Minuten nichts Erwähnenswertes.

Der HSV spielte oft sauber nach vorne, Diekmeier setzte mit mehreren Sprints Akzente (er hatte mit 64 die meisten Aktionen am Ball!) und auch die Manndeckung funktionierte um Klassen besser, als in vielen anderen Spielen. Die Gäste entdeckten dagegen das Fehlpassspiel.

Nur knapp 64% ihrer Pässe gelangten an den eigenen Mann.

Die ansehnlichen Grätschen des Mentalitätsmonsters Papadopoulus waren ein ums andere Mal Stoppschild für gegnerische Bälle. Er nahm auch Sandro Wagner erfolgreich aus dem Spiel. Der wechselwillige Hoffenheimer blieb insgesamt blass.

Auffällig war auf der anderen Seite weiterhin Douglas Santos, der am Ende eine Zweikampfquote von 78% mit in die Kabine nahm.

Santos entwickelt sich klasse. War auf links erneut ein Fels in der Brandung.

Ich schätze mal, damit sind seine Abwanderungsgedanken erstmal auf brasilianisches Eis gelegt.

In der 49. Minute semmelte Wood einen volleygenommenen Ball an den linken Pfosten. In der 63. schenkte er Baumann einen sicheren Ball, indem er ihn, frei vor ihm stehend, direkt in die Arme schoss.

Das hätte jeweils das 2:0 sein können und zeitgleich eine willkommene Erleichterung für den so lange torlosen Amerikaner!

Gleiches gilt für Kostic, der in der 61. einen Steilpass von Sakai aus sechs Metern und extrem spitzem Winkel flach aufs Tor lenkte. Baumann erreichte den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen und spitzelte ihn am langen Pfosten vorbei.

Auch Arp versemmelte ein 2:0, als er, von links kommend an Akpoguma vorbei ins Zentrum gelang. Dort verzog er aber leider den Schuss auf das lange Eck. Baumann klärte zum Eckball.

20 Minuten vor dem Ende wachten die Hoffenheimer auf. Gisdol reagierte mit einem defensiven Wechsel. Van Drongelen kam für Hunt.

Noch in der gleichen Minute (75) fiel der Brustlöser für Kostic. Ein tolles Freistoßtor aus 30 Metern. Soooo wichtig für den HSV und soooo wichtig für Kostic selber.

In der 88. Minute durfte sich dann Dennis Diekmeier, wenn es denn auch dieses Mal wieder nicht zu einem Tor gereicht hatte, einen weiteren Scorrerpunkt auf den Deckel schreiben. Per Kopf bedient er Gideon Jung, der aus neun Metern erfolgreich einnetzte.

3:0! Sieg im Volksparkstadion.

Tschüss, Platz 16!

Wichtig wird es sein, am kommenden Freitag (juchuh, endlich mal wieder Eurosport…), gegen den direkten Konkurrenten, Freiburg, nachzulegen! Denn so wie oben, ist es auch unten in der Tabelle äußerst kuschelig. Auf Freiburg trennen uns nur zwei, auf Bremen fünf Punkte. Im Mittelfeld geht es mit nur einem Punkt Unterschied auf Wolfsburg (Gegner am 9.Dezember!) und zwei Punkten auf Mainz, die momentan Platz 13 belegen, nach oben.

Sorry lieber Relegationsplatz. Aber irgendwie habe ich so überhaupt keinen Bock auf dich.

Der Sieg gestern war eine Mannschaftsleistung. Eine souveräne noch dazu. Wir haben tolle Ansätze gesehen, zwei schöne Tore und es standen 11 Kämpfer auf dem Platz die wussten, um was es geht.

Wenn wir diese Leistung stabilisieren können, habe ich keine Angst vor dir.

Ich hoffe wir sehen uns nicht so bald wieder,

deine (mg)

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