„Jeheheja, hehe, auf geht’s Hamburg“!

Nicht allzu oft haben die Fans des HSV in den vergangenen Jahren dem Torjubel von Scooter, über dem Volksparkstadion lauschen dürfen.
Gestern durften sie schon mal üben, für eine hoffentlich torreichere Saison, als die letzten, in denen es eigentlich ständig nur um den Klassenerhalt ging.
Ganze dreimal drückte Lotto, in der Kabine des Stadionsprechers auf den entsprechenden Jingle-Knopf.

„Jeheheja…“ Nach einem schönen Zuspiel unseres neuen Kapitäns, Aaron Hunt, war es ausgerechnet der Neuzugang aus Fürth, Khaled Narey, der über rechts seinen Gegenspieler außer Gefecht setzte und mit einem sehenswerten Schuss den Ball aus 15 Metern, in der 29. Minute, zum 1:0 im Tor versenkte.
Als Auftakt zur neuen Saison lud der HSV zum traditionellen Volksparkfest. Rund um das letzte Testspiel, gegen den AS Monaco, hatten die Organisatoren ein buntes Programm aus Sport, Spaß und Musik geflochten, bei dem für jeden etwas dabei war.
Auch die Spieler mischten sich unter das Volk und erfüllten einmal mehr das Motto von Trainer Christian Titz, eine „Mannschaft zum Anfassen“ sein zu wollen.

Endlich geht es wieder los.
Nach dem bitteren Abstieg unseres Vereins, in die 2. Liga, geht es ab kommenden Freitag in diesem Jahr um den Aufstieg. Den Aufstieg ins Oberhaus der Bundesliga.
Und ich kann es gar nicht abwarten.

Was eigentlich erwarte ich?
Nun, zunächst mal eine Saison, in der wir uns endlich mal wieder über mehr schöne Tore freuen dürfen. Auswärtssiege, die Spaß machen, eine Mannschaft, die endlich wieder diesen Namen verdient. Die kämpferisch ist, läuferisch alles aus sich rausholt und auch mit besserem Fußball überzeugt, als wir inzwischen gewohnt waren.
Mein Motto lautet: Schauen wir nach vorne und nicht zurück.

Das, was in den vergangenen Testspielen (und auch im Trainingslager im österreichischen Bad Erlach) zu sehen war, macht Mut.
Mit Christian Titz an der Seitenlinie haben wir einen Trainer, der zwar Fehler erlaubt, aber sofort daran geht, diese möglichst schnell auszumerzen.

Klar wird es Rückschläge geben. Insbesondere gegen Mannschaften, die sehr defensiv aufgestellt sind und auf Konter lauern. Da sind wir noch sehr anfällig.
Wobei gestern sehr schön zu beobachten war, dass selbst ein Lasogga dazu angehalten ist, mit nach hinten zu arbeiten.
Mannschaftlich geschlossen lautet die Devise.
Dafür spricht auch das 2. Tor des Tages, das erneut durch den im rechten Mittelfeld „beheimateten“ Narey erzielt wurde. Übrigens wieder nach einer Vorlage von Hunt. Hier scheinen sich zwei gefunden zu haben 😉

Und es gab einen weiteren Scorrerpunkt für den Neukapitän.: in der 73. Minute war es Lasogga, der mit einem satten Schuss ins lange Eck den Endstand zum 3:1 erzielte.

Ach ja: die Monegassen schlossen in der 47. Minute zum 2:1 auf. Auch der Treffer war durchaus sehenswert. Und wäre das Tor ein paar Zentimeter breiter gewesen, hätten die Gäste glatt schon in der 1. Halbzeit aufgeschlossen. Der Pfosten aber hielt stand.
Und auch Pollersbeck zeigte einige Male mit tollen Paraden, warum er den Vorzug vor Tom Mickel im Titz´schen System erhalten hat.

Apropos Titz und Pollersbeck.
Der Spielaufbau über unseren Torhüter und seine IVs (gestern Bates und van Drongelen) sieht schon ganz gut aus. Andererseits wird einem als Zuschauer manchmal schon ein wenig schwummrig, wie verspielt und leger der Spielaufbau teilweise wirkt.
Die Gegner werden sich schnell darauf einstellen und dann kann bereits ein kleiner, zu kurzer oder langer Fehlpass reichen, um in einen gefährlichen Konter in der eigenen Hälfte zu geraten.
Auch muss aufgepasst werden, dass im Spiel durch das Mittelfeld nicht zu viel klein/klein gepasst wird.
Hier fehlt manchmal noch die Präzision der Laufwege und die nötige Routine.
Aber, die Saison ist ja lang und Titz sieht alles das, was wir versuchen zu analysieren, noch besser und professioneller.

Ein Wort noch zu unseren Neuzugängen, die mir ausnahmslos gut gefallen haben. So mag ich beispielsweise die „bulligen“ Einsätze eines Nareys und Kwartengs, wenn Opoku wieder fit ist, werden wir auch an ihm viel Spaß haben.
David Bates hat sich klasse in das Mannschaftsgefüge hineingearbeitet und übernimmt teils bereits Führungsaufgaben in der Abwehr.
Auch Samperio und Moritz haben ihren Platz schon gefunden. Und warum die Bayern haben Wintzheimer gehen lassen, wird wohl ihr ewiges Geheimnis bleiben.
Matti Steinmann wird an den Etablierten weiter wachsen. Gleiches gilt für Ito, der als Kleinster in dieser Saison ein ganz Großer werden kann.
Last but not least gehen die besten Genesungswünsche an unser Krankenlager. Papa, Jung und Opoku, werdet schnell wieder gesund, wir werden euch alle noch brauchen…
…beim Abenteuer 2. Bundesliga, das jetzt endlich beginnt.
Ich kann es gar nicht abwarten.
(mg)