Ihr Kinderlein, kommet…

Die Festtage sind vorbei, die Braten verspeist.
Wir rasen mit riesigen Schritten auf das Ende des Jahres hin. Eines Jahres, das schmachvoll in die Annalen des Hamburger Sportvereines eingehen wird, in dem der HSV erstmalig die 1. Bundesliga verlassen musste, in das Unterhaus abstieg und nun versucht, diesem möglichst schnell wieder zu entfliehen.
Klar ist, dass das mit einer Leistung, wie man sie im letzten Spiel 2018 gegen Kiel zeigte, nicht funktionieren wird. Und so rieben sich einige auch verwundert die Augen, ob der Spielart und –weise, die Kapitän Hunt und Co auf den Rasen brachten.

So gut wie alle statistischen Werte untermauern Trainer Hannes Wolfs Aussagen, bereits die letzten Trainingsleistungen hätten wohl nicht so wirklich Gutes hoffen lassen.
Nur knapp 46 Prozent der Zweikämpfe konnten gewonnen werden, die Passquote in der gegnerischen Hälfte lag bei 74 Prozent (so man dort überhaupt mal durchdringen konnte). Und auch die Anzahl der Ballkontakte, deren Liste Sakai, Santos, van Drongelen und Bates anführen, spricht Bände.
Die Kieler waren spritziger, aggressiver und wollten einfach mehr diese so wichtigen drei Punkte. Mit denen hätte sich der HSV, mit vier Punkten Vorsprung, weiter vom Verfolger aus Köln absetzen können.

Aber eigentlich war es wie immer. Wenn man eine Chance auf wesentliche Verbesserung vor sich sah, ging es meist nach hinten los.
Und so schickten die Sprotten die Hamburger mit einem 3:1 nach Hause, unter den Tannenbaum, wo einige Spieler mit dem Kopf eh die vergangenen 90 Minuten verbracht zu haben schienen.

Dieser Eindruck ist für mich mit ein Grund dafür, dass nach einer zugegeben tollen Serie unter Hannes Wolf, ein Spiel genügt, um viele Zweifler aus ihrem Winterschlaf zu holen: Die Misserfolge der vergangenen Jahre sitzen tief, schwappen in solchen Momenten wieder hoch und die schlechten Erfahrungen sorgen dafür, manches Spiel noch schlechter zu reden, als es eigentlich war.

Dabei war klar, dass Siege keine Selbstläufer werden.
Es war klar, dass ein Rückschlag folgen würde.
Und es war klar, dass kein Tag wie der andere ist, man auch mal einen gebrauchten erwischen könnte.
Dass das nun unbedingt gegen die Kieler passieren musste… doof gelaufen. Denn eigentlich hatten wir mit denen ja noch eine Rechnung offen. Was nutzt´s. Es ist passiert. Vielleicht haken wir das Ding einfach unter „rechtzeitigem Weckruf“ oder so ab.
Denn es bleibt dabei: der Wiederaufstieg ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Erfrischend ehrlich diagnostizierte Hannes Wolf nach dem Schlusspfiff: „Wir haben verdient verloren.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Hinzuzufügen bleibt mir an dieser Stelle ebenfalls eine Art Weckruf. Denn ich hoffe, gaaaaanz viele von euch am 19. Januar zu sehen.
Am Sonnabend, den 19. Januar 2019, findet um 11 Uhr in der edel-optics.de Arena in Wilhelmsburg (Kurt-Emmerich-Platz 10-12, 21109 Hamburg) die ordentliche Mitgliederversammlung des Hamburger Sport-Verein e.V. statt. Jedes Mitglied hat eine entsprechende Einladung, inklusive der Tagesordnung, erhalten.
Sollte TOP 12, der Antrag von Dieter Grzesik auf Abwahl des Präsidiums, nicht die erforderliche Mehrheit erhalten (worauf ich wirklich hoffe), wird ein neuer Präsident gewählt. Allein dieser Antrag zeigt, dass das Feuer des Ränke-und Intrigenspieles innerhalb des Vereines noch lange nicht erloschen ist. Im Gegenteil. Was bisher unter der Decke geglimmt hat, ist dabei, eine neue Flamme zu entfachen.

Die Annahme des Antrages würde die Abwahl von Thomas Schulz und Moritz Schaefer, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit Bernd Hoffmann angetreten und gewählt wurden, bedeuten.
Zeitgleich würde eine Außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt werden müssen, auf der das Gesamtpräsidium neu gewählt würde.
Das könnte der Zukunft des HSV, insbesondere der AG, im schlimmsten Fall plötzlich wieder eine völlig neue Richtung verpassen.
Zudem wäre das ein weiterer Schlag ins Gesicht derer, die sich an dem Tag auf teils lange Wege gemacht haben, um ihrer persönlichen Anwesenheitspflicht nachzukommen.

Übrigens steht im weiteren Verlauf der Tagesordnung auch das Thema Fernwahl. Als Auftrag an den Vorstand einen Antrag zu erarbeiten, der eine Satzungsänderung zum Inhalt hat, die eine Briefwahl ermöglicht.
Dieser Antrag am 19. ist nur der erste Schritt, abgestimmt werden muss dann im nächsten Jahr.
Lasst uns den Grundstein dafür legen!

Da ich davon ausgehe, dass sich die Taktik der Fernwahlgegner nicht großartig verändert hat, bitte ich alle Auswärtigen: bringt genügend Zeit mit.
Das für 14h angesetzte Ende der Versammlung halte ich persönlich für reichlich ambitioniert. Es MUSS sich endlich etwas drehen, die Fernwahl muss kommen und ALLEN Mitgliedern, egal wo sie wohnen die Möglichkeit geben, ihre Stimme im Verein einzubringen.

Deshalb bitte ich euch: kommt reichlich! Lest euch die Anträge in einer stillen Stunde durch und votet mit. Momentan wird im Verein ruhig und besonnen gearbeitet. Das war lange Zeit nicht der Fall und hat uns dorthin gebracht, wo wir gerade stehen und versuchen, uns mühsam wieder rauszukämpfen. Noch sind längst nicht alle Steine geschleppt. Es liegt noch ein weiter, harter Weg vor uns, um unseren Verein wieder in die Spur zu bringen.

Wem all das als Anwesenheits-Argument noch nicht reicht, mein Tipp: werft einen Blick auf die Kandidatenliste für das Präsidentenamt. Ich meine, es darf nicht sein, was da geschehen könnte.

Wer ein weiteres Überredungsinstrument benötigt:
Es gibt Erbsensuppe

Wir sehen uns?
(mg)