Hoffmann raus…

…Titz am besten gleich hinterher!

Und wenn wir gerade dabei sind, Lacroix zurück nach Saint-Étienne, Steinmann in die U21 verfrachten und Hunt soll die Kapitänsbinde am besten als Grillanzünder ins Feuer schmeißen, auf dem die Würstchen brutzeln, die der HSV den geschundenen Fans natürlich am kommenden Wochenende kreieren darf! Allerdings erst, wenn sie alle ihr Eintrittsgeld zurückerhalten haben.

Liebe Leute!

Letzte Woche war es der Aufstieg, der greifbar nah schien, ja, für einige sogar schon feststand.

Diese Woche werden alle zum Abschuss freigegeben, die kurz zuvor noch gefeiert wurden.

Das ist der HSV, wie er leibt und lebt.

Natürlich hat Pollersbeck sich mit seinem laxen, ja arrogant wirkenden Spielgeplänkel das 0:1 persönlich verpackt.

Aber hat er uns nicht vor wenigen Tagen den Sieg gegen Dresden, mit einigen tollen Paraden gerettet?

Ja, unser Trainer hat mächtig rotiert. Insgesamt sechs Neue erhielten das Startelftrikot, im Vergleich zum Nachholspiel gegen die Sachsen.

Vielleicht ein wenig zu viel der Rotation. Denn wir sind halt nicht die Bayern, dessen zweite Garde nahtlos das zeigen kann, was die vermeintliche A-Mannschaft auf den Rasen zaubern kann.

So, wie ich den Trainer kennengelernt habe dürfte er gestern der erste gewesen sein, der seine Entscheidungen, mit Groll im Bauch, zumindest auf den Prüfstand gestellt hat.

Und: wurde Christian Titz nicht in den vergangenen Wochen, ach was sag ich, MONATEN, gerade für sein mutiges Spielsystem mit dem Tor-Libero gelobt und die Mannschaft insgesamt für ihre Lauf-und Kampfbereitschaft bewundert?

Haben nicht die meisten von euch beklatscht, dass Hunt zum Kapitän gewählt wurde? Einer mit Erfahrung. Einer mit Führungsqualitäten und, wenn er gute Tage erwischt, auch einer, der mit Taktik ein Spiel entscheidend führen kann.

Er hatte gestern einen gebrauchten Sonntag erwischt. Und, ja, sein Elfmeter war eigentlich eine Frechheit für den gegnerischen Torwart.

Achtung, es folgt erneut ein Konjunktiv: hätte er diesen vermaledeiten Elfer versenkt, wer weiß schon, wie das Spiel geendet hätte.

Ich werde sie jetzt nicht alle durchgehen, die am gestrigen Sonntag letztendlich dafür sorgten, dass wir sang-und klanglos, mit dem höchsten aller Zweitliga-Heimniederlagen vom Grün schlichen.

Da waren zu viele individuelle Fehler zu beklagen.

Da gab es wieder die so bekannte Eskorte, die man dem Gegner bot, wenn dieser auf das Tor zueilte. Manndeckung? Fehlanzeige! Konzentration? Reichte gerade für die ersten 20 Minuten.

Da war mannschaftlich zu wenig Bewegung auf dem Platz und da war vor allem zu wenig Plan, den gut gestaffelten Jahnern aus Regensburg, mit schussgenauen Pässen (40 Prozent!), Tore abzuluchsen.

Und wer gedacht hatte, dass mit der Einwechselung eines Lasoggas jedes Spiel die Wende bringt, der plumpste spätestens gestern mit seinem Hinterteil auf den harten Boden der Realität.

Also gilt für das gesamte Team und den Trainer: Setzen, 6!

Was mir ein bisschen Sorgen macht ist die Aussage Hunts, nach dem Spiel, dass sich diese Niederlage angedeutet habe, da die Regensburger eben die Chancen die man ihnen anbot, ausnutzten. Im Gegensatz zu den Gegnern, die man davor bespielte.

Mit diesem Wissen ausgestattet, hätte man eigentlich einen anderen Ansatz auf dem Rasen erwarten dürfen.

Die 2. Liga spielt harten Fußball. Manchmal sehr harten Fußball, der auch mal direkt gegen den Mann geht. Daran muss man sich schnellstens gewöhnen und dagegenhalten. Auch wenn man dafür dahin muss, wo es wehtut.

Was mir noch mehr Sorge bereitet ist die Null, die auf der anderen Seite der Fünf steht.

Es ist den Hamburgern nicht einmal gelungen, das Runde im Eckigen zu versenken. Im Heimstadion! Vor einer tollen Fankulisse!

Gegen Jahn Regensburg!

Mit dem Zuckerli im Rücken, erneut die Tabellenführung übernehmen zu können!

Was strapazierte man noch vor dem Saisonstart gebetsmühlenartig rauf und runter?

„Auch in der 2. Liga gibt es keine schwachen Gegner“ und der HSV wird IMMER der Gejagte sein.

Für die Regensburger war es gestern das Spiel des Jahres.

Das für Fürth folgt am Donnerstag, auf das Spiel ALLER Spiele warten die Paulianer am kommenden Sonntag.

Und so wird es weitergehen. Woche für Woche, Spieltag für Spieltag.

Ginge es nach mir, dann würde sich Titz schnellstens für eine Stammelf entscheiden, die dann, egal gegen wen wir antreten, von Anfang an auf dem Platz stehen würde. Soweit keiner angeschlagen ist, versteht sich. Wenn man dann den ein oder anderen für ein Spiel reinrotiert, trifft er auf ein gestärktes System, das ihn mitnehmen kann.

Insbesondere unsere Defensive braucht endlich jemanden, der den Ton angibt und sich verantwortlich für seine Vorderleute fühlt.

Jedes Spiel ist gleich wichtig. Und jeder Gegner wird sich die Zunge aus dem Hals rennen, um dem HSV Punkte abzuluchsen.

Hoffentlich jedoch nie wieder so erfolgreich wie am gestrigen Tag.

Verlieren wird man immer mal wieder. Keiner kann ernsthaft einen Durchmarsch erwarten. Es kommt nur auf das WIE an.

Und das war gestern einfach unter aller Kanone. Punkt.

Leider.

Aber so, wie die Spieler sich heute an die eigene Nase fassen müssen, sollten auch wir Fans es halten und nicht gleich die Stühle sämtlicher Beteiligten fordern.

Alles braucht Zeit für Entwicklung.

Allerdings ist diese Zeit eben nicht grenzenlos.

Auch leider.

Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, Fehler festmachen und bestenfalls schon am kommenden Donnerstag das zeigen, was man kann und WILL.

Ich hätte da zudem mal einen Vorschlag für den Spruch an der Kabinentür: „Konzentriert euch. Und zwar 90 Minuten plus X!“

(mg)