Fietes Saisonrückblick V

Dies ist der letzte Teil des Saisonrückblicks.

Zeit, um ein (persönliches) Resümee zu ziehen.

Fassen wir zusammen: Vor gut einem Jahr haben wir, mit der Wahl von HSVPlus, die Weichen für unseren Verein vollkommen neu gestellt. Die Satzungsänderung war, wenn ich diesen Begriff auch ungern verwende, alternativlos. Allerdings ist HSVPlus nicht frei von Fehlern. Es gibt Schwächen in der Satzung, an denen wir arbeiten müssen. Der Aufsichtsrat ist sicherlich auch nicht das Gelbe vom Ei, aber es ist meiner Ansicht nach ein AR, mit dem wir leben können. Karl Gernandt sollte aber, zumindest in Sachen Öffentlichkeitsarbeit noch dazulernen. Nicht in jedes Mikro, das am Weg steht, muss man reinsprechen. Beherzigt er das in Zukunft nicht, sollte er an der Spitze des ARs abgelöst werden.

Was den Vorstand angeht… Ich bin mir nicht sicher. Sportliche Kompetenz ist gegeben, aber um ein Unternehmen wie den HSV zu leiten, braucht es mehr. Ob Didi mit seinen Kollegen dieses „mehr“ leisten können? Ich bin mir nicht sicher. Frank Wettstein kenne ich nicht, von ihm hört man auch nichts. Was ja nicht unbedingt etwas Schlechtes heißen muss. Er fliegt für die Öffentlichkeit unbemerkt unter dem Radar. Insofern kann man seine Qualität schlecht beurteilen.

Joachim Hilke war schon Bestandteil des Vorstands vor der Strukturänderung. Ich hätte auf dem Posten des Marketingchefs lieber einen neuen Mann gesehen, der frischen Wind mitbringt. Allerdings… bei dem sportlichen Erfolg und dem ganzen Chaos im Verein, haben wir doch noch recht gute Sponsoringverträge … wegen ihm? Trotz ihm? Auch das ist nur schwer zu beurteilen.

Didi halte ich, wie bereits erwähnt, für einen guten Sportchef, weniger für einen guten Vorstandsvorsitzenden. Ich bin noch immer der Ansicht es fehlt ihm an Entscheidungsfreude. Besonders dann, wenn Chefqualitäten gefordert sind. Also zum Beispiel, wenn es um unangenehme Entscheidungen geht. Für einen Chef ist Didi einfach zu nett, zu lieb und zu ehrlich.

Apropos Entscheidungsfreude. Didi wollte, so jedenfalls mein Eindruck, Tuchel unbedingt. Er konnte ihn aber nicht kriegen und hätte fast den Zeitpunkt verpasst, auf Plan B umzusatteln! Wir sind dem Abstieg nur um Haaresbreite entronnen. Die Verantwortung dafür trägt unser Vorstandsvorsitzende, Dietmar Beiersdorfer, der nicht in der Lage war, früher von Plan A auf Plan B umzuschalten! Was mich zudem stört: Er stärkt seinem Team nicht den Rücken, gibt Spielern keinen Rückhalt, verteidigt den Verein nicht in der Öffentlichkeit.

Die Frage ist, welche Konsequenz zieht man aus dieser Erkenntnis?

Ich für mich bin zu dem Schluß gekommen, wir brauchen einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Dietmar Beiersdorfer kann meinetwegen im Vorstand bleiben, aber unter einer anderen Führungsperson.

Der Sportchef, oder auch Direktor Profifußball, Peter Knäbel, hat noch nicht zeigen können, ob er eine erfolgreiche Mannschaft zusammenstellen kann. Was er aber gezeigt hat, ist, dass er ne Plaudertasche ist, die kaum einem Mikro aus dem Weg gehen kann und dass er ein schlechter Trainer ist. Was ich ihm aber richtig krumm nehme ist die Tatsache, dass er als Trainer die Spieler in der Öffentlichkeit schlecht gemacht hat. Nicht nur kein Rückhalt, sondern Spieler in der Öffentlichkeit in die Pfanne hauen. Für mich ein absolutes NoGo. Ich denke wir sollten uns, bei aller Fachkompetenz, die er ev haben mag, von ihm trennen. Didi wird SpoDi, da wird er ja auch nicht unbedingt mehr gebraucht.

Nächster Punkt: Die Öffentlichkeitsarbeit. Viele schießen sich dabei auf unseren Mediendirektor Jörn Wolf ein. Für mich trifft man damit nicht ganz den Kern. Jeder im Verein muß sich Gedanken darüber machen, wie er in der Öffentlichkeit rüberkommt. Unser Image ist negativ? Dann müssen sich unter Umständen alle im Verein einem gesamtheitlichen Coaching unterziehen. Ein Eindruck beginnt damit, dass Didi, also der Chef vom Ganzen, nur am Stammeln ist, wenn er ans Mikro geht. Klingt sympathisch, wenn jemand eine Schwäche hat, ist aber nicht zielführend. Sicheres Auftreten und flüssiges Reden kann man lernen. Wenn nicht, ist man falsch auf dieser Position. Hinzu kommen solche Dinge, wie das gestrige Interview von Hilke im Abendblatt. Ein absolutes Armutszeugnis. Es sollte ein Interview sein, das einen positiven HSV zeigt. Alles in Ordnung, Planungen im Soll. Was dabei rauskam: der HSV will den Dino und die Uhr abschaffen, Shitstorm inklusive. Die Erhöhung der Preise für Dauerkarten der Kinder und Behinderten wurden nach außen mindestens genauso desolat kommuniziert! Nach dem Relegationsspiel hat sich die gesamte Führungsriege des HSV dem Shitstorm der Öffentlichkeit ergeben. Alle sind abgetaucht, anstatt auch da mal gegenzuhalten. Andere Vereine machen es vor, wie sowas geht! Allen voran unser Erzrivale von der Weser. Auch hab ich den Eindruck im Verein hat man noch immer nicht die sozialen Netzwerke verstanden. Seien es die Foren, Facebook oder Twitter. Ist schon so’ne Sache mit dem Internetz. Immerhin haben wir ne anständige HP Ok, bedenkt man woher wir kommen, dann mag das ja alles ein riesen Fortschritt sein, aber verglichen mit anderen Vereinen ist unsere Öffentlichkeitsarbeit einfach nur Mist. Professionell sieht anders aus!

Unterm Strich: 1) Wir brauchen jemanden an der Spitze des Vereins, der Entscheidungen treffen kann. 2) Wir müssen mehr zusammenstehen. Beginnen muss das an der Führungsspitze. Intern kann man sich zoffen, nach außen muss man wie eine Familie zusammenstehen. 3) Es sollte nicht mehr so viel gesabbelt werden, aber wenn, dann richtig. 4) wir alle sollten unser Auftreten in der Öffentlichkeit überdenken! Denn nicht nur was man sagt, sondern auch das was man tut, wird beobachtet.

Und wenn wir schon beim Thema sind: Wir kuschen meiner Ansicht nach viel zu sehr vor den anderen. Auch wenn es im Moment sportlich nicht so läuft, sind wir immer noch der HSV, einer der größten Fußballvereine Deutschlands mit 70.000 Mitgliedern. Der Verein, der bei den Zuschauerzahlen in Europa an achter Stelle steht und der die zweitmeisten Auswärtsfans der Liga stellt. Demut ja, was die Erwartungen an die sportlichen Erfolge angeht. Aber nicht, was unser Ansehen in der Öffentlichkeit betrifft. Da dürfen wir schon aufrecht durch die Gegend laufen.

Ich hoffe euch hat mein Saisonrückblick gefallen. Selbst dann, wenn ihr hier und da meine Meinung vielleicht nicht teilt. Ich habe versucht direkt und ehrlich zu sein, ohne beleidigend zu werden. Wenn ihr einiges anders seht, wir können gerne drüber diskutieren. Vielen Dank für’s Lesen und auch für die bisherigen Rückmeldungen (fb)

Die anderen Teile findet Ihr hier:

Fietes Rückblick Nr. I

Fietes Rückblick Nr. II

Fietes Rückblick Nr. III

Fietes Rückblick Nr. IV

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