Fietes Saisonrückblick 2015/16 Teil 2

In diesem Teil widme ich mich den Spielen und dem Saisonverlauf.

In der Vorbereitung haben wir einen recht flüssigen Fußball gezeigt. Wir haben ein 4-3-3 gespielt in dem wir das Dreiermittelfeld ohne feste Positionen rotieren ließen. Ich hatte mich für die Saison schon auf dieses System gefreut, aber kurz bevor es losging stellte Bruno wieder auf ein System mit relativ festen Positionen für die Spieler um. Er traute ihnen wohl nicht so recht.

Motiviert durch die durchweg guten Testspiele freute ich mich auf den Saisonbeginn. Traditionell ging es mit dem Pokal los. Und da war die Vorfreude auch schon verschwunden. Das Pokalspiel war ein Rückfall in die alten Zeiten. „Es geht schon wieder los, das darf doch wohl nicht wahr sein“, mir fiel der alte Klassiker von Roland Kaiser ein. Es war grausam. Ich weiß nicht, was schlimmer war: Die Tatsache, daß wir in Runde 1 ausgeschieden sind, oder der grausame Fußball, der dazu geführt hat.

Eine Woche später beim Spiel gegen die Bayern sah es schon ganz anders aus. In der ersten Halbzeit konnten wir uns erfolgreich wehren. Das einzige Tor entstand aus einem Einwurf, den es gar nicht hätte geben dürfen. In der zweiten Halbzeit wollte Bruno offensiver spielen, das ging allerdings gewaltig in die Hose. Zeitweise wurden wir vorgeführt, aber das war ok. Bayern spielte in der zweiten Halbzeit richtig gut. Unterm Strich war ich zufrieden.

Danach kamen die Spiele, die man erfolgreich gestalten musste: Stuttgart und Köln. Gegen Stuttgart haben wir drei Punkte geholt und gegen Köln verloren wir wegen eines unberechtigten Elfmeters … und weil wir nicht diszipliniert gespielt haben. Gegen Gladbach lief es wie geschmiert. Danach kam eine Phase mit sehr engen Spielen (sieht man mal von der obligatorischen Klatsche in Berlin ab). Das Heimspiel gegen Hannover hätten wir gewinnen MÜSSEN, statt dessen standen wir nach 90 Minuten mit hängenden Schultern da. Aber dafür haben wir gegen Dortmund und in Bremen gewonnen.
Platz 7 und 21 Punkte (11 Punkte vor Platz 16), es loift. Die Rede ist vom Europapokal. Alle, die sich insgeheim darauf Hoffnungen gemacht haben, hatten eines vergessen: Mit Ekdal und Lasogga hatten sich zwei sehr wichtige Spieler langfristig verletzt. Deren Fehlen machte sich bemerkbar und wir haben bis Weihnachten nur noch einen Punkt geholt.

In der Hinrunde haben wir unsere besten Spiele gemacht, wenn wir uns hinten reinstellen konnten, auf Ballgewinn lauern und dann schnell umschalten. Mit Ekdal, Holtby und der Saisonüberraschung Jung lief dieses System wie geschmiert. Ohne Ekdal und Jung mussten wir anders spielen. Wir mussten klassisch das Spiel machen und das gelang uns nur selten erfolgreich.

Die Rückrunde lief nicht ganz so gut, was allerdings auch so zu erwarten war. Nach der obligatorischen Niederlage gegen die Bayern folgte eine verdiente gegen Stuttgart. Das tat weh. Weniger, weil weil wir verloren haben, sondern in erster Linie wie wir verloren haben. Hier zollten wir Tribut für die nicht sehr erfolgreiche Vorbereitung. Immer wieder wurden Spieler von Verletzungen geplagt, so daß sie nicht an der Vorbereitung teilnehmen konnten. Einer der wenigen, die positiv aufgefallen sind, war Finn Porath, der sich allerdings auch bald wieder verletzte. Erst ein Muskelbündelriss und als der überstanden war folgte ein Kahnbeinbruch und damit das Saisonaus.

Lasoggas Schulter war zwar offiziell wieder ok, aber man merkte ihm deutlich an, daß er noch nicht bereit war, dorthin zu gehen, wo es auch mal weh tut. Fatal für einen Stürmer wie ihn.
Ekdal konnte erst am 25. Spieltag wieder mitmischen, aber auch nur, weil uns die Leute ausgingen. Im Grunde war er noch nicht so weit.
Jung hatte seit Weihnachten mit Rückenproblemen zu kämpfen. Sebst wenn er spielte, war er weit von seiner Form aus der Hinrunde entfernt.
Hunt war auch dauerverletzt/dauernichtfit. Irgendwas stimmt mit seinem Körper nicht. Immer wieder muskuläre Probleme. Mal Oberschenkel, mal Rücken, mal … jetzt hat er die Mandeln rausbekommen, vielleicht waren sie ja die Ursache. Auf jeden Fall war er die gesamte Rückrunde angeschlagen und fehlte der Mannschaft, selbst wenn er auf dem Spielfeld stand.
Und zu guterletzt verletzte sich unsere Leihgabe Drmic auch noch am Knie. Knorpelschaden und damit Saisonaus.

Die Mannschaft verfügt nicht über genügend Breite, um das alles auffangen zu können. Die Leistungen wurden dürftiger, die Ergebnisse blieben aus.
Richtig eng wurde es zwar nicht mehr, aber die Tendenz war nicht gut. Das führte dazu, daß es nochmal spannender wurde, als man es lange Zeit gedacht hat. Mehrere Matchbälle wurden nicht verwandelt. Erst der 38ste Punkt nach dem Unentschieden in Mainz brachte soetwas wie Sicherheit, daß man die Klasse halten würde … ohne Relegation. (fb)