Es ist (zu) kuschelig, dort unten!

Was für ein Gedrängel. Auf den Plätzen 14, 15 und 16 der Bundesligatabelle stehen drei Mannschaften mit je 26 Punkten. Allein das Torverhältnis unterscheidet den HSV auf dem Relegationsplatz von den beiden darüber liegenden Vereinen, Wolfsburg und Bremen.
Der HSV hat sich, trotz des Sieges gestern gegen Mönchengladbach, nicht von seinem, man könnte ihn fast „Stammplatz“ nennen, weg bewegen können. Mit -22 Toren liegt man weit hinter der direkten Konkurrenz. Die acht kassierten Treffer in München wiegen dabei schwer…

Und weil der FC Augsburg auch „nur“ zwei Punkte mehr hat, aber damit auf Rang 13 steht, kann das 2:1 gar nicht hoch genug bewertet werden. Hätte Wood nicht, in der 80. Minute, mit der nötigen Ruhe im Fuß, für den Siegtreffer gesorgt, wären in Hamburg die Alarmglocken wesentlich lauter geworden.
Weitere Siege, damit weitere Punkte werden, angesichts der schlechten Torquote, dringend benötigt, um das Fußballjahr nicht wieder unnötig zu verlängern und vielleicht doch noch etwas rechtzeitiger als am letzten Spieltag Planungssicherheit zu erlangen. Irre wenn man sich in dem Zusammenhang überlegt, dass in der Saison 2013/14 mal 27 Punkte für Platz 16 ausgereicht haben! Dieses Jahr werden es wohl an die 40 werden müssen, um wirklich die Klasse zu halten.

Nun sollte man meinen, es bestünde kein Grund zur Sorge. Haben sich die Hamburger doch gestern wirklich nicht schlecht präsentiert. Einsatz, Kampf und Wille stimmten. Man ließ sich selbst von einem Rückstand, der in der 22. Minute, nach einem schönen Kopfball von Christensen fiel, nicht aus der Ruhe bringen. Papadopoulus hatte einen Fehlpass von Sakai versucht wieder gut zu machen und diesen Versuch mit einer Gelben Karte und dem anschließend torbringenden Freistoß bezahlen müssen.
Doch wie gesagt, die Hamburger blieben ruhig und auch drei (3!) Abseitstore, die Schiri Aytekin jedesmal gnadenlos wegpfiff, feuerten den Siegeswillen eher an, als dass man sich ergab. Die Belohnung folgte in der 36. Minute über den diesmal legalen Ausgleich, durch Filip Kostic, nach einer Zauberflanke von Diekmeier. Mit dem Jubeln begann man allerdings erst, nachdem man sich bei Aytekin über das rechtmäßiges Einnetzen rückversichert hatte.

Mindestens zweimal dürfen wir uns herzlich bei René Adler bedanken, der in der 1. Halbzeit eine höhere Führung der Gladbacher verhinderte. Und auch die Passquote, die bei den Hamburgern, mit 62% noch 8% niedriger war, als die der Gladbacher, verrät einiges über die spielerische Qualität der Partie.

In der 2. Halbzeit war dann allerdings von den Fohlen nicht mehr viel zu sehen. Nun gibt es einige die sagen, dass der Sieg der Hamburger ja kein so großes Wunder sei, fehlten auf der gegnerischen Seite doch Stindl und Ramos. Allerdings kann man eben den Hamburgern einen größeren Siegeswillen nicht absprechen.
Aus dem Grund gibt es für mich auch, mal wieder, keinen wirklichen Man of the Match. Der Sieg ist einer erneuten Teamleistung zuzuschreiben. Da war sich niemand für irgendeinen Weg zu schade und immer darauf bedacht, eventuelle Fehler der Mannschaftskameraden wieder auszubügeln. Nur so wird man auch weiterhin punkten können und nötige Punkte einfahren. Übrigens, für alle Statistiker unter euch: zur gleichen Zeit hatten wir in der vergangenen Saison zwei ganze Punkte mehr. Man mag sich nicht vorstellen wo man hätte stehen können, wäre die Hinrunde nicht dermaßen in die Hose gegangen!

Nächste Woche geht es nach Frankfurt. Die Eintracht hat sich am Wochenende die traditionelle Klatsche gegen München abgeholt. Trotzdem stehen die Hessen noch immer auf einem beachtlichen 6. Platz.
Da es im oberen Mittelfeld ähnlich kuschelig ist, wie am Tabellenende, werden die Frankfurter alles tun, um sich weiterhin auf den Europlätzen festzubeißen.
Somit wird es ein weiteres Kampfspiel geben, bei dem der eine für den anderen und alle zusammen im hanseatischen Team hoffentlich punkten.
Spannend für uns dürften die anstehenden, direkten Partien werden, bei denen sich die Kellerkinder untereinander die Punkte streitig machen werden.
Alle unsere direkten Konkurrenten spielen nächste Woche zuhause. Die Hamburger Wundertüte geht auf Reisen. Mal sehen, was sie uns in Hessen zu bieten hat…
(mg)