Brustlöser oder Ausrutscher? #HFCHSV

„Wenn man die letzten Wochen sieht, weiß man, wie wichtig es war, hier zu gewinnen“, sagte Pierre Michel Lasogga im Anschluss in der Presse: „Wir haben auch eine Reaktion auf die Kritik gezeigt.“
Auch richtig. Wobei ich mich wirklich frage, warum man das mit der Reaktion so betonen muss. Für mich ist das eher eine Art Schuldeingeständnis, vorher reichlich geschludert zu haben!
Wie dem auch sei. Für die geschundene HSV-Seele war das Spiel gegen Halle gestern Balsam. Endlich mal als Sieger vom Platz gehen! Ich für meinen Teil konnte lange nicht einschlafen, so sehr war ich erleichtert, dass die Mannschaft endlich ein Lebenszeichen von sich gegeben hat. Und eigentlich finde ich (ergebnistechnisch gesehen) die Null vorne genauso wichtig, wie die 4 hinten. Denn insbesondere die Defensive hat sich in den vergangenen Spielen ja nun wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert.
Gisdol machte für mich aus der Not eine Tugend, setzte erneut Ekdal in die Innenverteidigung und platzierte davor Jung und Sakai.
Ostrzolek durfte etwas offensiver außen auf links und Kostic rechts spielen. Wobei die beiden regelmäßig die Seiten wechselten, womit man sich ein wenig unberechenbarer machte.
Man of the match wurde aber Bobby Wood, der endlich mal wieder seine eigentliche Klasse zeigte und zunächst in der 8. und dann in der 43. Minute die Hamburger, nach gefühlt 10 Jahren, mal wieder in einen Torjubel ausbrechen ließ.
Lasogga, der erneut auch viel nach hinten arbeitete und auch beim 0:1 seine Füße im Spiel hatte, netzte sein 1. Saisontor ein und über ein tolles Jokertor durfte sich schließlich noch Luca Waldschmidt freuen.

Die Aufreger im Spiel: zum einen René Adler, der sich für seinen Ausflug gegen Marvin Ajani nicht darüber hätte beklagen dürfen, wenn der Schiri Rot zückt. Was das sollte, kann er mir gerne mal erklären!

Zum anderen glänzten die Hamburger mal wieder damit, verschiedene Vollpfosten, mitgebracht zu haben, die hemmungslos Pyros zündeten. Ich hätte nach der 1. Welle bereits den gesamten Block geräumt! Das kostet den Verein wieder Kohle, die er nicht hat! Nicht verwunderlich wäre auch, wenn der DFB endlich mal die Zügel anzieht und ein Geisterspiel verordnet. Beschweren dürfte sich darüber niemand!

Wie ordnen wir diesen Sieg aber nun eigentlich ein?
Zunächst möchte man natürlich sofort von einem Brustlöser sprechen. Doch allzu oft hat der HSV seine Fans, bereits im nächsten Spiel nach einem Sieg, erneut mächtig enttäuscht. Ich hoffe, dass auch diese Serie mal durchbrochen wird!
Nicht vergessen darf man, dass man „nur“ gegen einen (sehr wohl hoch motivierten) Drittligisten gespielt hat. Und auch gegen Halle traten wieder teilweise eklatante Abspielfehler und Fehlpässe zu Tage, die gegen einen Bundesligisten wohl zu dem ein oder anderen Gegentor geführt hätten. Und damit wären wir wieder am Anfang dieses Blogs.
Das Spiel war wichtig für das Selbstbewusstsein der Spieler. Ich hoffe trotzdem, sie bleiben auf dem Boden und arbeiten hart an ihren Schwächen! Gegen Köln, am Sonntag, müssen sie beweisen, dass sie wirklich Reaktion zeigen.

Der HSV ist, dank eines 0:4, gegen den Halleschen FC in die 3. Runde des DFB-Pokals eingezogen.
Soweit, so gut! Nicht mehr und nicht weniger.
(mg)

P.S.: Was mir noch auffiel gestern war, dass, hatte ein Spieler eine Stresssituation mit dem Schiri, blieb er damit oft alleine. Ich hoffe, das ist kein Zeichen dafür, dass es in der Mannschaft knirscht! Aber leider ist es wohl eher eines dafür, dass ein ordentlicher Leader auf dem Platz fehlt…