Alle Beiträge von Manuela Gerick

Jung und heiß. Ich könnt schon wieder…

Nun beginnt sie wirklich, die fußballlose Zeit.
Bis gestern hatte der hartgesottene Freund des Ballsportes noch Programm. Und während der ein oder andere mit einem mitleidigen Lächeln und großer Vehemenz die Spiele des Confed Cups in Russland erst gar nicht einschaltete, erfreuten sich andere von Spiel zu Spiel mehr an den jungen Wilden, die Jogi zum Turnier gebeten hatte.

Die Stammspieler sollten sich ausruhen. Müller, Boateng und Co durften also urlauben, während Draxler, Kimmich und der von vielen noch immer für seine Schwalbe ausgepfiffene Timo Werner das Warm Up für die WM im kommenden Jahr bestreiten durften. Ja, sie DURFTEN. Denn im Laufe des Turniers mag bestimmt so mancher „Stammspieler“ verwundert geschaut haben, läuft er doch inzwischen Gefahr, dass ihm der ein oder andere Bubi den Rang abgelaufen hat.
Dass Deutschland eine Turniermannschaft ist, das ist bekannt. Dass sich die bunt zusammengewürfelte und zudem mit einem Durchschnittsalter von 23,9 Jahren jüngste Mannschaft des Cups, durchaus harmonisch auf dem Feld präsentierte, damit hatten wohl die Wenigsten gerechnet (zum Vergleich: der gestrige Endspielgegner, Chile, schickte mit einem Durchschnittsalter von 30,9 Jahren, die älteste Mannschaft auf den Rasen).

Inzwischen betrachtet auch Trainer Jogi Löw, der mit sieben Neulingen im Team, bei seinem 6. Turnier den 2. Sieg einfahren konnte, diesen Confed Cup als Glücksfall. So bin ich mir sicher, dass eben dieser vielgeschmähte Timo Werner 2018 mit den deutschen Farben auflaufen wird und Löw vor einem Luxusproblem steht, wenn es um die Kaderauswahl geht.
Das war kein lockerer Test, wie ursprünglich gedacht. Das war Teamgeist, der sich da entwickelt hat, da war bedingungsloser Siegeswillen und da war ein Trainer, der endlich mal wieder Trainer sein durfte (was soll er einem Kedira oder Müller schon noch beibringen?).

Die übrigen Teilnehmer, ließen ihre besten Spielern auflaufen und verloren im Laufe des Turniers das müde Lächeln, mit dem man die „B-Elf“ der Deutschen Nationalmannschaft zuvor oft bedacht hatte.
Von der Presse viel zu schnell als Vorrundenausscheider ausgemacht, zum Confed Cup Sieger. Das schafft wirklich nicht jeder.
Deshalb für mich ein dicker Daumen hoch für Jogi Löw, der (vielleicht unbewusst) genau das Richtige tat, als er die „satten“ Weltmeister fast alle zuhause die Beine hochlegen ließ.
Auch die Auswahl passte. Die Jungs verstanden sich anscheinend prächtig und sie hatten alle ein Ziel vor Augen: am 2. Juli den Pokal in die Luft zu halten und im goldenen Lametta zu stehen. Ich freue mich für Spieler wie Joshua Kimmich, der im Luxuskader des FC Bayern München bisher nie groß zeigen durfte, was er kann. Ich hoffe, Ancelotti hat genau hingeguckt!
Timo Werners und Draxlers Gepäck dürfte auf der Rückreise noch ein Kilo schwerer sein. Denn den Torjägerschuh für den einen und die Auszeichnung als „Bester Spieler des Turniers“ wiegen eben ein paar Gramm. Ich freue mich für beide. Sie dürften nicht nur wegen der beiden Zusatzpreise in den letzten Wochen viel gelernt haben und ein Stück weit gereift sein. Ich gebe zu, ein bisschen Schadenfreude schwingt mit, wenn ich daran denke, dass der selbsternannte „beste Stürmer Deutschlands“ ohne den goldenen Schlappen nachhause fährt. Tja Herr Wagner, Sie hingegen dürften ein Stück weit geerdet sein. Gut so. Denn Diven braucht keine Mannschaft.

Mit einem Titel zu Ende gegangen ist am vergangenen Freitag ein weiteres Turnier. Die U21 schoss die favorisierten Spanier ab und darf sich, erstmals seit 2009, erneut Europameister nennen.
Dabei hatte es Trainer Stefan Kuntz noch einen Ticken schwerer, als sein Gegenüber, Jogi Löw. Denn da beide Turniere zeitgleich stattfanden, lud Löw einige potentielle U21 – Spieler nach Russland und Kuntz musste sehen, „was übrig bleibt“. Dass das bei Weitem nichts Schlechtes war, bewiesen die Youngsters in einem spannenden Turnier, bei dem sie nicht mal ein Elfmeterschießen gegen England ausließen. Mit kollektivem Willen zum Titel. Im Kader Namen wie Max Meyer, Mitchel Weiser und Marc-Oliver Kempf. Da mag der ein oder andere Trainer sich zu Hause wohl verwundert die Augen gerieben haben, während er stolz die Leistungen seiner Schützlinge in Polen verfolgte.

Nicht vergessen wollen wir, dass mit Gideon Jung und Neuzugang Julian Pollersbeck auch zwei HSVer im Kader und teilweise sogar in der Startelf standen. Ob Christian Mathenia den Sieg der Jungs und vor allem die Paraden seines direkten Konkurrenten wohl mit einem weinenden und einem lachenden Auge verfolgt hat? Man wird sehen, was Gisdol aus SEINEM Luxusproblem macht.
Wenn mir ein kleines Fazit erlaubt sei, so mache ich mir um die Zukunft des deutschen Fußballs keine Sorgen. Der Bundestrainer kann aus dem Vollen schöpfen. Und die Stammspieler im kommenden Jahr beweisen, dass sie mindestens noch genauso heiß auf Titel sind, wie es ihre jungen Kollegen vorgemacht haben.

Gleiches wünsche ich mir für den HSV. Natürlich träume ich nicht gleich vom Meistertitel. Aber diese Lust auf Fußball, den Willen zu siegen und alles für sein Team zu geben, das sollte drin sein.
Markus Gisdol seinerseits wird beweisen müssen, dass er aus den Spielern, die ihm zur Verfügung stehen, ein eben solches Team formen kann, wie auch immer das dann aussieht. Denn die Gerüchteküche steht ja noch lange nicht still. Und auch einige Abgänge, mit denen wir vielleicht noch gar nicht rechnen, dürften anstehen.
Es ist zu hoffen, dass bis zum Trainingslager im österreichischen Leogang, das Gros der Mannschaft steht und dass man an den bekannten Mankos, wie zum Beispiel der Eckenverwertung und dem Spielaufbau arbeitet.

Wir werden euch aktuell davon berichten, denn zwei BlogPerlen fahren mit nach Österreich. Freut euch auf viele schöne, hautnahe Berichte. Ich bin jedenfalls schon in Fußballstimmung. Meinetwegen kann es morgen wieder losgehen…
(mg)

Ab in die Sommerpause mit euch!

Na, wenn das man keinen Ärger mit Mama Lasogga gibt 😉
Nach dem Siegtreffer wollte Pierre-Michel eigentlich nur mitjubeln.
Abgehalten davon haben ihn einige Ordner, die den gut „beschirmten“ Lasse, wohl wegen seines Baseballcaps nicht so wirklich erkannten, ihn für einen gemeinen Fan hielten, der den heiligen Rasen betreten hatte und ihn kurzerhand abführen wollten. Ebenso erging es übrigens auch Aaron Hunt, Finn Porath und dem neuen Pressesprecher, Till Müller (ohne Worte!)

Böse Zungen behaupten, bei Lasogga lag es daran, dass man ihn, ob seiner wenigen Einsätze, inzwischen einfach nicht mehr erkannte. Andere waren sogar ein bisschen froh, dass der bullige Stürmer, weil verletzt, mal wieder nicht im Kader stand.
Hätte er, dann wäre wohl er, statt des 21jährigen Luca Waldschmidt, in der 87. Minute eingewechselt worden. Und dann …

Hätte, wäre, wenn. So aber konnte Waldschmidt, von den Wolfsburgern sträflich vernachlässigt, nach einer Kostic-Flanke, mit seinem sauberen Kopfball einnetzen und den Hamburgern damit den Sieg und 3 Punkte sichern und den dritten Gang, innerhalb von vier Jahren, in die Relegation ersparen.
Vorausgegangen waren 90 Minuten Zitterpartie.
Den Willen konnte man unseren Jungs dabei nicht absprechen. Es fehlte eher am Können. Die weiten Pässe nach vorne wollten auch am Samstag oft genug keinen eigenen Anspielpartner finden und beim 1:0 für die Gäste sahen drei Hamburger, die um Robin Knoche Spalier standen, dem Ball ziemlich ratlos hinterher, als dieser sich, über Mathenia hinweg, in den Torwinkel schraubte.
Unser Ersatztorhüter war es denn aber auch, der mit einigen sauberen Paraden eine weitere Führung der Niedersachsen ein ums andere Mal vereitelte.

Wie aus dem Nichts entstand dann der Ausgleich für Hamburg. Eine Gemeinschaftsarbeit von Lewis Holtby und Filip Kostic, in der 32. Minute.

Die 2. Halbzeit sah dann geringfügig besser aus. Versuchten sich die Rothosen jetzt doch auch ab und an mal an einem Spielaufbau und durchliefen auch das Wolfsburger Mittelfeld erfolgreich.
Wolfsburg schaltete dagegen einen Gang zurück. Ihnen reichte das Unentschieden, das merkte man ihnen an.
Dumme Entscheidung. Denn, wie bereits bekannt, schickte Luca Waldschmidt sie dann doch noch in die Relegation und Hamburg in den 7. Fußballhimmel. Die Fans waren nicht mehr zu halten. Sie stürmten den Rasen und feierten, als sei man gerade Meister geworden. Auch der Fangemeinde fielen tonnenweise Steine, während der gesamten Saison gesammelt, vom Herzen.

Welchem Druck die Mannschaft unter Gotoku Sakai ausgesetzt, sah man nicht allein am Tränenausbruch des Kapitäns, gleich nach dem Schlusspfiff. Auch Trainer Markus Gisdol betonte das, im sonntäglichen NDR Sportstudio noch einmal.
Man sei völlig ausgepowert und das nicht erst seit dem letzten Spiel. Wer ihm dabei ins Gesicht schaute, der glaubte ihm jedes Wort.

Die Bundesliga-Saison 2016/17 ist Geschichte (außer für den VFL Wolfsburg 😉 )
Die Planungen für die kommende Spielzeit laufen bereits. Man werde sich punktuell verstärken, verriet Gisdol. An vier bis fünf Positionen sei dabei gedacht.

Fakt ist wohl, dass man sich von einigen Großverdienern trennen muss, um die immensen Kaderkosten zu senken.
Ob man sich in diesem Zusammenhang einen Kauf von Papadopoulus leisten kann, sei jetzt mal dahingestellt. So ein bisschen erinnert mich die Personalie an eben diesen Pierre-Michel Lasogga, der seinerzeit auch sowas wie der Motivator und anschließend auch Relegationsheld wurde und mit 8,5 Millionen (!) von Hertha losgeeist werden musste.
Leverkusen wird ebenfalls Mondpreise aufrufen. Nur wird es hoffentlich in Hamburg niemanden mehr geben, der diese noch einmal bezahlt.
So gern ich den kantigen Griechen auch weiterhin beim HSV sehen möchte, den Spruch „um jeden Preis“ kann und darf es nicht mehr geben!
Der erwähnte Spargedanke wird meines Erachtens auch Pierre-Michel Lasogga treffen. Ob und wohin man ihn verkaufen kann, auch das bleibt abzuwarten.

René Adler hat heute verkündet, dass er seinen Vertrag in Hamburg nicht verlängert. Aber um weniger Torhüterqualität muss man sich, wie gesehen, trotzdem keine Sorgen machen.
Ansonsten wird sich das Gespann Bruchhagen, Todt und Gisdol wohl in der 2. Liga umschauen, oder die Scouts finden anderweitig junge, hungrige Spieler, die schon immer mal diese eine Raute auf der Brust tragen wollten. Und dann sind da ja noch die eigenen „jungen Wilden“ (wie Jatta und Janjicic) die im kommenden Jahr den Sprung in die A-Mannschaft endgültig schaffen könnten. Nicht vergessen wollen wir Jan-Fiete Arp, der langsam an die Profis herangeführt werden soll.

Ein Wort noch zum Schiedsrichtergespann um Manuel Graefe. Sollten die drei angespannt gewesen sein, man merkte es ihnen nicht an. Graefe hat gut gepfiffen, ohne sich von Nicklichkeiten oder anderen Einsprüchen, auch von den Trainerbänken, beeinflussen zu lassen. Ein Profi halt…

Unsere Mannschaft hat sich den Sieg verdient. Ebenso, wie die jetzige Sommerpause, in die wir BlogPerlen nun auch unsere Leser schicken.
Natürlich folgt von uns noch der übliche Saisonrückblick, es gibt die gesamte Sommerpause über wieder die beliebte Gerüchteküche und wenn etwas Berichtenswertes geschieht, halten wir euch natürlich auf dem Laufenden… Nach der Saison ist eben immer auch vor der Saison.
(mg)

Alles nur geklaut: Der Tag der Aluhutträger

Endlich hat die Nation wieder Futter. Futter um sich aufzuregen, über den HSV. Jede Menge Videos kreisen durch das Internet. Die Posts dazu sind mal freundlich, mal bestimmend, mal pro, mal contra. Die kommentierenden Beiträge darunter sind jedoch nicht selten empört und gehen teilweise hin bis zu derben Beleidigungen Andersdenkender.

Es geht um ein nicht gegebenes Tor für Schalke, in der 4. Minute der Nachspielzeit gegen den HSV.

Beim Stand von 1:1 gibt es noch mal Ecke für die Gelsenkirchener. Diesen Ball sieht der Schiri-Assistent Thorsten Schiffner im Aus und hebt die Fahne.

Wohl gemerkt: BEVOR das Runde von Kolasinac, per Kopf, ins Eckige befördert wurde.

Ganz vorne beim Orakeln mit dabei, ob oder ob das Tor nicht hätte zählen dürfen: die Fraktion der Aluhutträger, die eine Verschwörung der DFL hinter dem Schiripfiff vermutet.  Man wolle den HSV „mal wieder ungerechtfertigt“ in der Liga halten.

Kinder! Ist das euer Ernst?

Besonders penetrant versuchte gestern der Fernsehsender Sport 1, mit seinen, (sorry, is so) bayernaffinen „Experten“, dem HSV das Unentschieden abzusprechen. Allen voran der alles andere als neutrale Moderator, Thomas Helmer. Der sezierte den Ball, anhand einer Videoanalyse so lange bis er sich festlegte: der Schiedsrichter stand eindeutig falsch. Und deshalb sah es für ihn so aus, als sei der Ball im Aus gewesen.

Doch bevor besagter Thomas Helmer in seinen Stuhl beißen musste, weil ihm partout nicht alle seiner Gäste zustimmen wollten, sprach Calli Reiner Callmund ein Machtwort. Fussball, so der beleibte Herr Callmund sinngemäß, sei immer noch ein Spiel der Tatsachenentscheidung. Und nun sei nun mal so entschieden und basta.

Vielfach war man sich inzwischen auch im Netz einig, dass es in dem Fall wohl nie ein eindeutiges falsch oder richtig geben könne, da die Sicht wirklich von jedem Punkt der Linie eine andere ist.

Immerhin brach der DFL-Schiedsrichter-Manager Hellmut Krug in der WELT eine Lanze für seinen Linienkollegen: „Darauf zu achten, ob die Flugbahn eines Eckballs die Torauslinie überschreitet, das sind Basics für die Assistenten. Und Thorsten Schiffner ist einer unserer erfahrensten Assistenten. Ich habe keinen Zweifel, dass er mit seiner Entscheidung richtig lag.“

Und noch etwas bewegt heute die Gemüter der Fußballgemeinde mehr, als das eigentliche Spiel, das auf dem Rasen stattfand.

Anscheinend hatten sich, schon während des Spiels, einige Vollhonks beider Vereine nicht im Griff und gingen aufeinander los. Dabei waren ihnen wohl auch Frauen und Kinder sowie andere Unbeteiligte, die eigentlich nur ein Fußballspiel sehen wollten, egal. Die Polizei musste mit Pfefferspray eingreifen.

Den traurigen Höhepunkt erreichten die Gewaltausschreitungen dann, laut Medien, im Anschluss an das Spiel, sowohl im Umfeld des Stadions und danach noch im Gelsenkirchener Hauptbahnhof. Bei dieser Auseinandersetzung gab es zwei schwer verletzte Hamburger, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

 

Da fragt man sich doch, was haben solche Leute im Kopf, die aus einem Bundesligaspiel einen Kriegsschauplatz machen?

Fußball ist zwar die schönste Nebensache der Welt, aber er sollte alles andere als Gewalt auslösen!

Erschreckend daran ist, dass man solche Meldungen inzwischen immer und immer wieder lesen muss. Und zwar vereinsübergreifend.

Wenn dafür nicht bald eine Lösung gefunden wird, ist es niemandem mehr anzuraten, Auswärtsspiele zu besuchen oder alleine ins Stadion zu gehen…

Die Schuldigen müssen dingfest gemacht und noch an Ort und Stelle mit einem lebenslangen Stadionverbot belegt werden! Nur so erreicht man einen Abschreckungseffekt. Es kann doch nicht sein, dass man Angst um seine eigene Gesundheit haben muss, nur weil man das falsche T-Shirt trägt!

 

Kurz nochmal zurück zu der Gerechtigkeitsdiskussion vom Anfang dieses Artikels. Ich möchte nur daran erinnern, dass gerade wir in Hamburg in den letzten Spielen genug Grund hatten, eine Verschwörung zu wittern. Ich habe verdrängt, wie viele eindeutige Elfer uns verwehrt wurden!

Darüber wurde kurz (oder auch mal etwas länger) gemotzt, aber letztendlich musste man die Entscheidung dann doch akzeptieren!

Und eines noch: der kleine Diaz-Freistoß, im letzten Relegationsspiel möchte endlich in Frieden ruhen. Sonst müssen wir uns vielleicht dringend nochmal und nochmal und nochmal über die vielen getanzten Schwalben eines bekannten Holländers oder das Kießling – Tor durch die Hintertür unterhalten.

Es ist wohl wirklich so: im Laufe einer Saison gleichen sich die Ungerechtigkeiten irgendwie immer aus. Gewöhnt euch dran!

 

Ach ja, Fußball gespielt wurde trotzdem noch. Dank Lasogga (!) konnten wir aus Gelsenkirchen einen Punkt entführen. Es hätten mehr sein können. Wieder mal wurden viel zu viele Chancen nicht genutzt. Hier seien nur Holtby, Wood und auch Jatta erwähnt, die jeder für sich eine 100%ige auf dem Fuß hatten!

Letzterer und auch der 18jährige Vasilije Janijcic sollen nicht vergessen werden, sie machten einen super Job und lassen Hoffnung aufkeimen, für eine bessere Saison im Jahr 2017/18. Hoffentlich dann noch in der 1. Bundesliga. Denn dank unseres Unentschiedens und das von Wolfsburg gegen Gladbach, kommt es am Samstag zu einem richtigen Endspiel im Volkspark. Gehen wir als Sieger vom Grün, bleibt uns sogar die Relegation erspart. Der Fußballgott möge uns gnädig und die Jungs voller leidenschaftlichem Siegeswillen sein! Die Leidenschaft wünsche ich mir auch auf den Rängen. Allerdings gewaltlos bitte!

(mg)

Wenn der Gojko mit dem Kacar…

Bruno Labbadia benimmt sich an der Seitenlinie nicht viel anders, im Vergleich mit den meisten anderen seiner emotionalisierten Trainerkollegen. Gestikulierend kennen wir die Herren. Wild rufend, laut schimpfend, unruhig hin und her tigernd und… seit gestern gibt es den Bruno-Nicker.
Einmal, zweimal, dreimal den Oberkörper vor und zurück, und…. drin ist die Kugel!
Man könnte meinen, er habe ihn reinhypnotisiert, so entrückt sah er aus, der Bruno, bevor Gojko Kacar auf dem Rasen das tat, was Bruno ihm am Spielfeldrand mental vorlebte.
Erneut Gojko Kacar sorgte dafür, dass das Abstiegsduell gegen den FC Freiburg nicht der vorzeitige Todesstoß für den HSV wurde.

Doch fangen wir vorne an.

Es kam, wie es kommen musste. Der HSV wirkte in der 1. Halbzeit verängstigt, ja fast wieder so verunsichert, wie vor den Siegen gegen Augsburg und Mainz.
Bloß keinen Fehler machen, so die Devise, die übrigens auch für den Spielaufbau galt.
Wieder waren es meist lange Bälle, die von hinten nach ganz vorne gehen sollten, aber leider selten den eigenen Spieler fanden.
Hinzu kam ein überraschend schwaches Innenverteidiger Duo, das unbedrängt Bälle ins Nirwana-Aus schoss und so dem Gegner immer wieder einen Spielaufbau schon hinter der Mittellinie ermöglichte.
Auch das Gewinnen von Kopfball-Duellen wollte Djourou und Rajkovic gestern seltenst gelingen. Ein verlorenes davon sorgte dann auch für das zu der Zeit berechtigte 0:1 für die Gäste. Und das bereits nach 25 Minuten.
Wenn es ein Positivum zu diesem Zeitpunkt gab, dann nur, dass die Mannschaft nach dem Rückstand nicht, wie noch einige Wochen vorher, auseinander fiel. Der Wille den Ausgleich zu machen war da, die Abschlüsse jedoch (mal wieder) teilweise erschreckend harmlos.
Zu Beginn der 2. Halbzeit hatte man gar mehrmals das Glück, einen Mann wie René Adler im Tor zu haben.
Der wird beim Abspielen der Bälle (die zu gefühlt 90% beim Gegner landen) zwar kein Manuel Neuer mehr, er aber war es, der den Ausbau des knappen Gästevorsprungs mit einigen Weltklasseaktionen ein ums andere Mal verhinderte.

In der 58. Minute hatte Labbadia ein Einsehen und holte den eher harmlosen Holtby (was mit dem los ist, verstehe wer will…) vom Platz, tauschte ihn gegen einen offensiven Marcel Jansen.

20 Minuten später kam Rudnevs für Ostrzolek. Nun war klar: Bruno setzte alles auf eine Karte. Und das war gut so. Denn endlich kam Leben in die Bude, die Chancen fanden auf beiden Seiten des Rasens statt.

Und in der 90. Minute, als die Fans sich schon fast mit dem so bekannten Gefühl der Niederlage abfanden, kam er. Der Mann, den mal wieder niemand auf dem Zettel hatte, der mal wieder das gewisse Quentchen mehr wollte, als so manch anderer auf dem Platz: Gojko Kacar (und Bruno Labbadia ) netzten ein! 1:1!
Wenn ihr mich fragt, und nach dem vorhergegangenen Spielverlauf, ein mehr als glückliches Resultat!

Nicht das 1. Mal taten wir uns gegen einen Gegner „auf Augenhöhe“ schwer. Mir persönlich wurde die Woche über auch schon wieder mit zu vielen medialen Lorbeeren rumgeschmissen.

Ja, und natürlich längst auslaufende Verträge verlängert.
Leute! Alle wollen, egal wohin es geht, einen Neuanfang. Das funzt aber nicht, wenn man mit all denen, die gehen sollen, jetzt plötzlich wieder verlängern muss, weil der ein oder andere endlich geradeaus gegen den Ball treten kann.

Sollte Bruno nächstes Jahr mit jemandem direkt planen, ok, aber doch bitte nicht mit allen, die jetzt (berechtigter Weise) ihre Tasche packen müssen!
Apropos Tasche packen. Der Spieltag ist noch nicht vorbei. Noch können wir bis auf Platz 16 rutschen und das Spiel gegen Stuttgart wird ein noch heißerer Tanz auf Messers Schneide, als eh schon befürchtet!
Fußball ist ein Mannschafts- und vor allem Laufsport. Hast du keine Anspielstationen im Mittelfeld und vorne, wird das auch mit Toren nix. Also gilt es, noch mindestens zwei Schippen draufzulegen!
Leichter wird es jedenfalls nicht. Ich habe gegen die Schwaben ein noch dumpferes Gefühl im Bauch, als gegen Freiburg. Aber vielleicht baut Bruno bis dahin ja seine mentalen Fähigkeiten auf Freistöße, Ecken oder 25m Schüsse aus. Kacar macht bestimmt mit!
(mg)