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Druck

Es war der 21. Spieltag der Bundesliga, in der Saison 2017/18.

Der HSV kam bei seinem zweiten Spiel unter Neutrainer Bernd Hollerbach, gegen Hannover, nicht über ein 1:1 hinaus.

Mit mageren 17 Pünktchen stand man auf dem vorletzten, also auf einem direkten, Abstiegsplatz.

Fünf Spieltage später war das Punktekonto gerade mal um einen Zähler gestiegen.

Nach einem desaströsen 6:0 gegen die Bayern durfte der zweite Trainer der Saison seine sieben Sachen, nach ebenso vielen Spielen, insgesamt drei Unentschieden und vier Niederlagen, packen.

Der wohl größte Fehlgriff des sportlichen Gespannes, Bruchhagen und Todt, Bernd Hollerbach, war bestimmt irgendwie erleichtert.

Zu groß die Altlasten seines Vorgängers Gisdol, zu hoch die Erwartungen vonseiten der Verantwortlichen und Fans.

Er hatte sich am Dino der Bundesliga sichtlich überhoben.

Der Druck auf alle Beteiligten war immens.

Der damalige, frischgebackene Aufsichtsrat Bernd Hoffmann, hatte kurz zuvor bereits das Duo Bruchhagen/Todt freigestellt. Hollerbach machte das Trio innerhalb von nur fünf Tagen komplett. Der HSV schlingerte in einem angeschlagenen Boot direkt auf den Abstieg zu.

Was danach kam, bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Christian Titz wurde nicht nur zum neuen Hoffnungsträger, er startete auch eine immense Aufholjagd, die am Ende jedoch nicht mehr reichte.

Am vergangenen Montag fand der 21. Spieltag der 2. Liga in der Saison 18/19 statt.

Mit einem knappen 1:0 (auch dank einer tollen Parade von Julian Pollersbeck) gingen die Jungs von Trainer Hannes Wolf vom Grün. Es war kein glanzvolles Spiel. Es war mehr Krampf. Gegen tiefstehende, gut sortierte Dresdner hatten die Rothosen häufig Schwierigkeiten, die Bälle nach vorne durchzustecken und somit überhaupt abzuschließen. Hinten wackelte es bei schnellen Kontern der Dresdner oftmals in der Abwehrabstimmung.

Bis uns Lewis Holtby, nach einem slapstickreifen Patzer von Rechtsverteidiger Wahlqvist und Torwart Schubert, in der 84. Minute erlöste, dürfte so manch einer herzinfarktgefährdet gewesen sein.

Immerhin wurde mit diesem Arbeitssieg vorerst die knappe Tabellenführung des HSV gehalten. Zwar beträgt sie gerade vier Punkte, aber der 1. FC Köln hat ein Spiel weniger als die Konkurrenz.

Was bleibt ist der Druck.

Ob du unten in der Liga 1 stehst oder oben in Liga 2.

Du bist zum Siegen verdammt.

Stopp. Einen Unterschied gibt es. Nämlich den, dass man mit einem Aufstieg einem positiven, mit einem Abstieg einem negativen Ereignis entgegensieht.

Das sollte allen unseren Spielern einen zusätzlichen Schub Antrieb verleihen.

Zumal jeder auch weiß, dass sich der HSV eigentlich kein zweites Jahr im Unterhaus der Bundesliga leisten kann.

Irgendwie ist eben alles anders. Und irgendwie ist es doch alles gleich…

Zumindest einer, nämlich Hannes Wolf, ist für mich der, der für ein kleines Quentchen Ruhepuls sorgt.

Seine Aussagen sind klar, sind deutlich und sind wohltuend realistisch.

Es mag eine Phrase sein, aber „von Spiel zu Spiel zu denken“ ist wohl nicht nur gesünder für unser aller Nerven, es ist genau das, was die Mannschaft braucht und was die Fans tun sollten.

Also schauen wir jetzt auf den nächsten Samstag, wo unser HSV auf den Tabellenvierten Heidenheim trifft. Die Heidenheimer sind punktgleich mit Union Berlin und St Pauli. Erneut wird es kein leichtes Spiel und der Druck auf das Team immens sein.

(mg)

P.S.: Ein dickes Lob geht an unsere Fans, die Jann – Fiete Arp, bei seiner Einwechslung fair und mit Applaus, statt wie befürchtet mit Pfiffen, begrüßten. Eine bewusste und gute Entscheidung von Wolf, den Youngster, nach den schlagzeilenträchtigen Tagen rund um seinen Wechsel zu den Bayern, auflaufen zu lassen.

P.P.S.: Leider glänzten einige der Dresdner Fans nicht unbedingt mit fairem Verhalten. Ihre Störungen bei unserer Stadionhymne, das Zünden von zahlreichen Bengalischen Feuern und eine eher geschmacklose Choreo zerstörten das doch positive Bild, das man von ihnen, nach der Absage des Hinspieles, erhalten hatte.

Kaltstart mit Bus im Tor

Nach der gemeinsamen Barkassenfahrt, zu der die Hamburger Supporters ihre Sandhausener Gästefans, im Vorfeld auf das Zusammentreffen ihrer beiden Profimannschaften, einlud, war die Stimmung gut.
Man verstand sich. Wie eigentlich schon seit dem Hinspiel, als die Sandhausener mit ihren originellen Wegbeschreibungen im Hamburger Hauptbahnhof auf sich aufmerksam machten.
Klar ging die Fanfreundschaft dann doch nicht so weit, dass man sich gegenseitig die 3 Punkte der Partie gönnte.

Für den HSV ging es bei eisigen Temperaturen und Schneefall (mal wieder) um Big Points.
Die Sandhausener dagegen erwarteten sich Entlastung im Tabellenkeller, in dem sie auf Platz 16, mit 13 Punkten nach 19 Spielen festhängen.

Mal wieder zum Siegen verdammt.

Um es vorweg zu nehmen: das wird in jedem Spiel so sein. Denn geschenkt wird einem in Liga 2 nichts.
Zwar konnten wir unseren Vorsprung zu Platz 2 auf 4 Punkte ausbauen, da auch Köln gestern, gegen Union Berlin patzte. Aber was sind schon vier Punkte?
Neben Köln hängen uns auch Union Berlin und Pauli, mit 6 Punkten Abstand, im Nacken.

Woran Hannes Wolf arbeiten muss? Ganz klar an der Chancenverwertung. Denn bereits nach zehn Minuten hätte es, nach einem Zuckerpass von Santos auf Holtby, 1:0 stehen müssen.
Die Chancen kamen anschließend fast im Minutentakt. Khaled Narey (14.), Tatsuya Ito (18.) und zweimal Lasogga (15., 34.) hatten es auf dem Fuß.
Trotzdem dauerte es bis zur 45. Minute, bis die Hamburger jubeln durften.
Ob Jatta bei seinem Pass auf Lasogga hauchdünn im Abseits stand? Mag sein. Mir ist es allerdings lieber, nach Toren nicht erst minutenlang zittern zu müssen, weil der Schiri vom Feld aus Köln zurückgepfiffen wird.
Im Laufe der Saison gleicht sich alles aus. Auch das mit der knappen Abseitsposition.

Nehmen wir doch ganz einfach den von Dennis Diekmeier herausgeschundenen Elfer, der den Gästen, knapp 20 Minuten nach Wiederanpfiff, das 1:1 bescherte, als Ausgleich.
Er stellte seinen Körper vor Jatta rein und wartete darauf, dass der versuchen würde, den Ball zu spielen. Dann fiel Dennis um und bekam den Pfiff…
Nicht wirklich fair.
Dennis Diekmeier. Arbeitslos seit Mai, nun bei Sandhausen und auch sofort in der Startelf gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Für meine Begriffe hat er mit dieser Aktion auch ein gutes Stück Frust abgebaut. Denn gegen Jatta sah er oftmals nicht wirklich gut aus. Der pfeilschnelle, frisch „verlängerte“ Rechtsaußen, zeigte, was aus ihm werden kann, wenn er weiterhin hart arbeitet und Selbstbewusstsein tankt. Toll sein Solo-Sprint, vom eigenen auf das gegnerische Tor. Leider mit schwachem Abschluss. Aber das mit den Abschlüssen hatten wir ja schon …

Insbesondere in der 1. Halbzeit hätte man sich die Sandhausener eigentlich „zurechtlegen“ können. Die Tatsache, dass der Elfmeter die erste gute Torchance der Sandhausener war, spricht Bände.
In die Pause ging man laut Statistik mit 10:0 Torschüssen für den HSV!

Gut für die Spielerpsyche und natürlich die Punkteausbeute: bereits drei Minuten nach dem Ausgleich sorgte ein Zusammenspiel von Holtby und Lasogga für die erneute Führung der Gastgeber, bei der es dann auch blieb.

Durchschnaufen ist allerdings nicht. Schon morgen geht es, um 13 Uhr, gegen den Tabellen 14ten, Bielefeld.
Ein Selbstgänger, sollte man meinen, ging doch auch das Hinspiel mit einem 3:0 für die Hamburger aus.
Für mich ist es alles andere als ein Selbstgänger. Denn wie bereits oben erwähnt, wird niemand uns etwas schenken.
Dass die Bielefelder kämpfen können, bewiesen sie nicht zuletzt am Mittwoch, als sie einen 3:1 Rückstand mit viel Willen noch in einen 4:3 Sieg gegen Dresden gedreht haben. Herausragend dabei: Fabian Klos, der nach der Pause allein auf drei Assists und einen Treffer (FE) kam.
Auf ihn wird aufzupassen sein.

Und ändert sich nichts an der Chancenverwertung, dann wird es insbesondere gegen Mannschaften wie vorgestern gegen Sandhausen, die sich gerne mit einem Punkt zufriedengeben, und dafür einen Bus ins Tor stellen, enorm schwer.
Ja, ja, ich weiß. Noch vor ein paar Monaten hatten wir nicht mal diese Chancen. Aber Fakt ist nun mal, dass nur Bälle zählen und zu Punkten führen, die IM Netz zappeln.

Wir alle, Fans, Mannschaft und Führungsteam, sollten aufhören, schon vom Rathausbalkon zu träumen. Denn wie sang schon Xavier Naidoo vor ein paar Jahren: „Dieser Weg wird kein leichter sein…“
Und ich bin sehr froh, dass Hannes Wolf ähnlich denkt.

Wir haben gesehen, wie eng es in jedem Spiel werden kann, wenn die Konzentration nicht zu jeder Zeit bei 100 Prozent liegt. Zudem haben wir die härtesten Nüsse in der Rückrunde auswärts.
Gespannt bin ich darauf, wie wir uns im Pokalspiel am Dienstag gegen Nürnberg schlagen. Ein Erstligist aus den unteren Tabellenregionen kommt in den Volkspark. Wird man den Klassenunterschied sehen?

Was ich grundsätzlich von diesem Gedanken halte, den eventuellen Aufstieg auf dem Hamburger Rathausbalkon zu feiern, und ob dieser Kader meiner Meinung nach erstligatauglich ist, davon erzähle ich euch später mal 😉
(mg)

Es geht wieder los

Ja, ich weiß, ich bin reichlich spät dran, aber es ging leider nicht anders.

Ein paar Worte noch zur MV. 10 Tage ist sie erst her, aber trotzdem haben die meisten das Thema schon abgehakt.
Marcel Jansen ist jetzt unser Präsident, und er geht mit viel Elan an den Job.
Er hat einen sehr großen Vorteil: er gehört keiner Gruppe, keiner Seite an, hat also das Potential, den Verein näher zusammenzubringen.

In den Beirat sind meine Wunschkandidaten gekommen. Patrick Ehlers war ja schon vorher drin und für Jan Wendt, der ein Überbleibsel der alten Zeit mit allen Nachteilen war, ist Mike Schwerdtfeger gekommen. Gut so. Von sechs Kandidaten sollten fünf in den Ehrenrat gewählt werden. Der eine, der es nicht geschafft hat, ist Peter Gottschalck. Auch gut so.

Auch bei den Anträgen lief fast alles vernünftig ab. Es wurde der Vorstand beauftragt, dafür zu sorgen, daß die 24,9% in die Satzung kommen. Und es wurde der „Antirassismus- und -diskriminierungsantrag“ beschlossen. Einstimmig, was ich klasse finde, aber leider nur noch von 400 Mitgliedern von über 1300, die in der Spitze da waren.

Auffällig war der ruhige besonnene Umgang miteinander. Es gab durchaus strittige Szenen, aber alle haben sich anständig benommen. So wie es sein soll. Kai Esselsgroth hat die Versammlung sehr gut geleitet. Ich betone das jetzt so sehr, weil ich ihn im letzten Jahr noch kritisiert habe.

Zum Fußball:
In der Winterpause haben wir nochmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Berkay Özcan ist vom VfB Stuttgart gekommen. Ich würde sagen, er ist ein Aaron Hunt in jung. So ganz grob gesehen.
Ansonsten haben wir eher interne Zugänge, Lasogga und vor allem Jung sind wieder dabei. Das ist schon ein Qualitätsgewinn.
Papa kommt auch demnächst wieder, deshalb stehen bei Lacroix die Zeichen auf Trennung.

Wo stehen wir und wo stehen die anderen?
Köln hat sich in der Winterpause wieder mal verstärkt. Das fällt aber bei deren Kader eh nicht mehr auf.
Union hat sich mit Carlos Mané für die Flügel verstärkt. Viele kennen ihn sicherlich, er war schon in Stuttgart und wir waren auch mal an ihm dran.
St Pauli hat sich unter anderem mit Alex Meier verstärkt. Er ist immer mal wieder für ein Tor gut, auch wenn er ins Alter gekommen ist.
Kiel hat auch ne Menge gemacht, unter anderem Bénes von Gladbach geliehen, um Kinsombi zu ersetzen, der sich langfristig verletzt hat.

Wir sehen also, alle haben noch etwas unternommen, um uns das Leben schwer zu machen.

Unser nächster Gegner hat sich mit unserem guten alten Dennis Diekmeier verstärkt. Das macht durchaus Sinn.

Das Spiel heute Abend wird eh spannend.
Wie kommen die Mannschaften aus der Winterpause?
St Pauli hat gestern schon mal Punkte liegen gelassen, wir sollten gewarnt sein. Sandhausen ist auch nicht mehr der schwache Gegner aus der Hinrunde. Ich bin gespannt.
Schlagen können wir uns nur selber. Wir haben genügend Qualität um klar zu gewinnen, aber zB Kiel hat uns gezeigt, daß es nur geht, wenn wir auch mit ganzer Kraft agieren. Lassen wir auch nur ein bisschen nach, gewinnen wir nicht.

Wo stehen wir am Ende?
Aufgrund der enormen Qualität ist Köln für mich der Meisterschaftsfavorit.
Berlin, St Pauli, Kiel und Heidenheim sind auch stark.
Wollen wir aufsteigen, müssen wir in jedem Spiel Vollgas geben und nicht mit einer Leistung, wie gegen Kiel, aufwarten.
Ich bin aber zuversichtlich. Es herrscht wieder zunehmend eine Kultur im Verein, die Leistung fordert und fördert.
Und obwohl nicht alles rund gelaufen ist, stehen wir immer noch an der Spitze. Wir haben noch Luft nach oben und das werte ich positiv.
Ob Rathausmarkt oder nicht ist mir im Moment wurscht. Erstmal den Bären erlegen, bevor wir das Fell verteilen.

Endlich geht es wieder los (fb)

Die Dinos treten ab und der Vorstand muss jetzt liefern

Einige waren gekommen, um Jürgen Hunke scheitern und Marcell Jansen siegen zu sehen oder dafür zu sorgen, dass die 24,9% – Anleihenveräußerung in der Satzung verankert und somit ein weiterer Verkauf von Anteilen ausgeschlossen wird. Andere wiederum saßen auf den wenig bequemen Stühlen in der Arena in Wilhelmsburg solange, bis die Fernwahlanträge mal wieder ins Nirwana befördert waren.

Leute, Leute. Mit dieser Mitgliederversammlung ist der HSV ein Stück weit in dunkle Zeiten zurückgetaucht. Damals, als in jedem Jahr bis in die späten Abendstunden debattiert und diskutiert wurde.
Damals, als sich unwichtige Menschen plötzlich wichtig fühlten, die Geschicke des Vereines fast ausschließlich in den Händen der Mitglieder lag und damals, als wir wohl der einzige Verein waren, der sich bemüßigt fühlte, eine zweite ordentliche MV im Jahr einzuberufen, weil ansonsten eine Übernachtung am Austragungsort hätte angesagt werden müssen.

Und damals, als bereits mehrere Fernwahl-Anträge, unter großem Getöse abgelehnt wurden, da sich viele stimmberechtigte Mitglieder bereits auf dem Heimweg befanden. Befinden MUSSTEN, weil der letzte Zug, die letzte Fähre oder das letzte Flugzeug startete.
Für mich ist und bleibt dieser Tagesordnungspunkt ein Makel, der wie eine dicke schwarze, tote Fliege auf allen Protokollen liegt. Die erneute Ablehnung ist (sorry) ein Arschtritt. Ausgeteilt an alle Mitglieder, die nicht aus Hamburg oder Umgebung kommen.

In Zeiten von Livestreams, Online-Abstimmungen und Briefwahlmöglichkeiten dem Verein nicht mal die Möglichkeit zu geben, verschiedene Modelle zu PRÜFEN, um danach sachlich darüber zu diskutieren, ist für mich ein No-Go!

Schade in dem Zusammenhang war wirklich, dass fast 1000 Leute, bereits nach der Präsidentenwahl fast fluchtartig den Saal verließen.
Ebenso schade aber auch, dass die Fernwahlanträge wieder mal erst ganz am Schluss der MV, nämlich nach neuneinhalb Stunden (!) auf der Agenda erschienen.
Ernsthaft, wer nach dieser Zeit noch 100%ig aufnahmefähig ist, der ist Sitzungsmarathons entweder gewohnt oder hat die Hälfte der Zeit nicht aufmerksam zugehört.

Ich weiß, dass eine Diskussion über dieses Thema so gut wie aussichtslos ist. Die Pro-und Contraseiten sind verhärtet.
Für mich ist und bleibt die Ablehnung das letzte Machtspielchen der Ewig-Gestrigen. Wenn man ihnen, durch HSVplus schon so viel an Entscheidungsbefugnissen abgenommen hat, dann wollen sie wenigstens vermeiden, auch noch das letzte Quentchen zu verlieren. Hamburger stimmen für Hamburg. So und nicht anders.

Lasst uns eine Gruppe bilden, mit Leuten, die sich im Satzungsrecht auskennen (für die richtige Formulierung) und die wissen, wie man auf der nächsten Sitzung diesen TOP ganz nach oben bringt!
Denn ehrlich: mir ist es langsam müßig, jedes Jahr aufs Neue stundenlang auf etwas zu warten, was aus formalen oder anderen Gründen anschließend abgelehnt wird. Zudem wird es immer schwieriger, die Mitglieder von außerhalb in Scharen zu motivieren, genau dieses Vorhaben durch ihre Stimme zu unterstützen. Meine Meinung!

Was war noch?
Dass Marcell nun unser Präsi ist und Jürgen Hunke schauspielreif erst Zeit stahl und dann Ralph Hartmann mit seinem Rückzug puschen wollte, wissen inzwischen alle.
Für mich ein durchschaubarer Akt, den es wirklich nicht gebraucht hätte und Hartmann, der eine wirklich gute Rede hielt, wohl auch Stimmen gekostet haben mag.

Gut, dass der unsägliche Antrag auf Abwahl des „Restpräsidiums“ Schäfer, Schulz krachend gescheitert ist und Mike Schwerdtfeger ab sofort Jan Wendt im Beirat ablöst. Zu viele Internas sind in den letzten Wochen wieder ex-statt intern aufgeploppt und die Auswahl der Kandidaten für das Präsidentenamt war alles andere als transparent oder nachvollziehbar.
Ich begrüße auch die Wahl von Patrick Ehlers im Beirat und dass Peter Gottschalk NICHT im neuen Ehrenrat sitzt.
Gemeinsam mit Jürgen Hunke haben sich damit wohl zwei weitere „Dinos“ hoffentlich von der öffentlichen Bühne verabschiedet und einer neuen Generation, mit dem jüngsten Präsidenten der Vereinsgeschichte, die Tür geöffnet.

Der muss jetzt, gemeinsam mit dem Vorstand der AG aber auch liefern.
Man sagt Jansen eine Nähe zum Vv Hoffmann nach. Sollte Thomas Schulz dauerhaft in den AR nachrücken, sind die Wellen des ehemaligen Haifischbeckens AG sehr glatt.

Auf mich machte zudem das Gespann Schäfer, Schulz und auch Wettstein einen harmonischen Eindruck.
Und auch wenn viele jetzt sicherlich mit dem Einwand kommen, dass man mit den vorgelegten Zahlen und Wortbeiträgen des Finanzvorstandes versucht habe, die Mitglieder zu beruhigen, so frage ich mich auf der anderen Seite: wäre es besser, man hätte uns mit einem kurzfristig nicht zu ändernden Horrorszenarion nach Hause geschickt?

Es wurde viel versprochen, nun muss hart und am besten erfolgreich gearbeitet werden.

Dafür die Fananleihe erneut aufzulegen halte ich persönlich für alles andere als verwerflich. Es ist durchaus üblich, dass sich angeschlagene Unternehmen damit behelfen. Und nichts anderes ist unser HSV: ein Unternehmen und angeschlagen.
Durch jahrelange Misswirtschaft, die die aktuell amtierenden Mitglieder von der Schieflage wieder in die Senkrechte bringen müssen.

Aber auch hier war es am Wochenende wie anderswo üblich: der Überbringer der schlechten Nachrichten wird an den Pranger gestellt. Jeder sollte mal darüber nachdenken, dass verschiedene Mächte jahrelang an diesem langsamen Sinken des HSV-Schiffes „gearbeitet“ haben.
Dass für einen dringend notwendigen Aufstieg gerade auch die Mannschaft ihr Scherflein hinzufügen muss, wissen die Jungs hoffentlich genau.
Denn nur alle gemeinsam werden wir das Unmögliche möglich machen!

Diese Gemeinsamkeit herzustellen und damit konstruktiv zu arbeiten, dafür steht seit Samstag auch Marcell Jansen, dem wir BlogPerlen an dieser Stelle alles Gute für seine Amtszeit wünschen.
(mg)

Ihr Kinderlein, kommet…

Die Festtage sind vorbei, die Braten verspeist.
Wir rasen mit riesigen Schritten auf das Ende des Jahres hin. Eines Jahres, das schmachvoll in die Annalen des Hamburger Sportvereines eingehen wird, in dem der HSV erstmalig die 1. Bundesliga verlassen musste, in das Unterhaus abstieg und nun versucht, diesem möglichst schnell wieder zu entfliehen.
Klar ist, dass das mit einer Leistung, wie man sie im letzten Spiel 2018 gegen Kiel zeigte, nicht funktionieren wird. Und so rieben sich einige auch verwundert die Augen, ob der Spielart und –weise, die Kapitän Hunt und Co auf den Rasen brachten.

So gut wie alle statistischen Werte untermauern Trainer Hannes Wolfs Aussagen, bereits die letzten Trainingsleistungen hätten wohl nicht so wirklich Gutes hoffen lassen.
Nur knapp 46 Prozent der Zweikämpfe konnten gewonnen werden, die Passquote in der gegnerischen Hälfte lag bei 74 Prozent (so man dort überhaupt mal durchdringen konnte). Und auch die Anzahl der Ballkontakte, deren Liste Sakai, Santos, van Drongelen und Bates anführen, spricht Bände.
Die Kieler waren spritziger, aggressiver und wollten einfach mehr diese so wichtigen drei Punkte. Mit denen hätte sich der HSV, mit vier Punkten Vorsprung, weiter vom Verfolger aus Köln absetzen können.

Aber eigentlich war es wie immer. Wenn man eine Chance auf wesentliche Verbesserung vor sich sah, ging es meist nach hinten los.
Und so schickten die Sprotten die Hamburger mit einem 3:1 nach Hause, unter den Tannenbaum, wo einige Spieler mit dem Kopf eh die vergangenen 90 Minuten verbracht zu haben schienen.

Dieser Eindruck ist für mich mit ein Grund dafür, dass nach einer zugegeben tollen Serie unter Hannes Wolf, ein Spiel genügt, um viele Zweifler aus ihrem Winterschlaf zu holen: Die Misserfolge der vergangenen Jahre sitzen tief, schwappen in solchen Momenten wieder hoch und die schlechten Erfahrungen sorgen dafür, manches Spiel noch schlechter zu reden, als es eigentlich war.

Dabei war klar, dass Siege keine Selbstläufer werden.
Es war klar, dass ein Rückschlag folgen würde.
Und es war klar, dass kein Tag wie der andere ist, man auch mal einen gebrauchten erwischen könnte.
Dass das nun unbedingt gegen die Kieler passieren musste… doof gelaufen. Denn eigentlich hatten wir mit denen ja noch eine Rechnung offen. Was nutzt´s. Es ist passiert. Vielleicht haken wir das Ding einfach unter „rechtzeitigem Weckruf“ oder so ab.
Denn es bleibt dabei: der Wiederaufstieg ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Erfrischend ehrlich diagnostizierte Hannes Wolf nach dem Schlusspfiff: „Wir haben verdient verloren.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Hinzuzufügen bleibt mir an dieser Stelle ebenfalls eine Art Weckruf. Denn ich hoffe, gaaaaanz viele von euch am 19. Januar zu sehen.
Am Sonnabend, den 19. Januar 2019, findet um 11 Uhr in der edel-optics.de Arena in Wilhelmsburg (Kurt-Emmerich-Platz 10-12, 21109 Hamburg) die ordentliche Mitgliederversammlung des Hamburger Sport-Verein e.V. statt. Jedes Mitglied hat eine entsprechende Einladung, inklusive der Tagesordnung, erhalten.
Sollte TOP 12, der Antrag von Dieter Grzesik auf Abwahl des Präsidiums, nicht die erforderliche Mehrheit erhalten (worauf ich wirklich hoffe), wird ein neuer Präsident gewählt. Allein dieser Antrag zeigt, dass das Feuer des Ränke-und Intrigenspieles innerhalb des Vereines noch lange nicht erloschen ist. Im Gegenteil. Was bisher unter der Decke geglimmt hat, ist dabei, eine neue Flamme zu entfachen.

Die Annahme des Antrages würde die Abwahl von Thomas Schulz und Moritz Schaefer, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit Bernd Hoffmann angetreten und gewählt wurden, bedeuten.
Zeitgleich würde eine Außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt werden müssen, auf der das Gesamtpräsidium neu gewählt würde.
Das könnte der Zukunft des HSV, insbesondere der AG, im schlimmsten Fall plötzlich wieder eine völlig neue Richtung verpassen.
Zudem wäre das ein weiterer Schlag ins Gesicht derer, die sich an dem Tag auf teils lange Wege gemacht haben, um ihrer persönlichen Anwesenheitspflicht nachzukommen.

Übrigens steht im weiteren Verlauf der Tagesordnung auch das Thema Fernwahl. Als Auftrag an den Vorstand einen Antrag zu erarbeiten, der eine Satzungsänderung zum Inhalt hat, die eine Briefwahl ermöglicht.
Dieser Antrag am 19. ist nur der erste Schritt, abgestimmt werden muss dann im nächsten Jahr.
Lasst uns den Grundstein dafür legen!

Da ich davon ausgehe, dass sich die Taktik der Fernwahlgegner nicht großartig verändert hat, bitte ich alle Auswärtigen: bringt genügend Zeit mit.
Das für 14h angesetzte Ende der Versammlung halte ich persönlich für reichlich ambitioniert. Es MUSS sich endlich etwas drehen, die Fernwahl muss kommen und ALLEN Mitgliedern, egal wo sie wohnen die Möglichkeit geben, ihre Stimme im Verein einzubringen.

Deshalb bitte ich euch: kommt reichlich! Lest euch die Anträge in einer stillen Stunde durch und votet mit. Momentan wird im Verein ruhig und besonnen gearbeitet. Das war lange Zeit nicht der Fall und hat uns dorthin gebracht, wo wir gerade stehen und versuchen, uns mühsam wieder rauszukämpfen. Noch sind längst nicht alle Steine geschleppt. Es liegt noch ein weiter, harter Weg vor uns, um unseren Verein wieder in die Spur zu bringen.

Wem all das als Anwesenheits-Argument noch nicht reicht, mein Tipp: werft einen Blick auf die Kandidatenliste für das Präsidentenamt. Ich meine, es darf nicht sein, was da geschehen könnte.

Wer ein weiteres Überredungsinstrument benötigt:
Es gibt Erbsensuppe

Wir sehen uns?
(mg)

Manus Hinrundensenf

Herbstmeister.
Der HSV ist Herbstmeister.
Mit einem knappen 1:2 gegen Duisburg sicherten sich die ‪Rothosen Platz 1‬. der Tabelle.
Wer danach sucht, wann das letzte Mal dieser inoffizielle Titel in der Hansestadt „gefeiert“ werden konnte, muss tief graben.
Nach meinen Recherchen war das in der ersten Saison des HSV in der der Hamburger Liga, 1919/20, nach einem 8:0-Sieg über den SC Concordia. Danach dreimal zwischen 1980 und 90: (80/81, 82/83, 86/87).

So wie es aussieht, ist es dem Dino danach nicht wieder gelungen, in der höchsten Deutschen Fußballliga, zum Ende der Hinrunde von der Tabellenspitze zu grüßen.

Anzumerken ist natürlich, dass es in diesem Jahr die 2. Liga ist, in der man am 3. Adventswochenende als Anführer der 17 anderen Mannschaften fungiert.

Nach jetzt 17 Spielen kann man feststellen, dass der HSV im Unterhaus der Bundesliga angekommen ist.
Das sah am Anfang anders aus.
Wir erinnern uns schmerzlich an das 0:3, mit dem uns der Vorjahresdritte, Kiel, am 1. Spieltag aus dem eigenen Stadion schoss.
Und alle so…. „och nö. Nicht schon wieder…“

Gebeutelte HSV-Fans, die den lange vorbereiteten Abstieg ihrer Mannschaft in den letzten Jahren mitgelitten hatten, sehnten sich nach endlich besseren Spielen, Erfolgen, Toren und vor allem Punkten.

Gegen Sandhausen, Bielefeld, Dresden, und Heidenheim sah es schon etwas besser aus.
Man nahm das Spiel der Liga an, ging näher an die Gegner und scheute auch den Gang in die härter geführten Zweikämpfe nicht.
Oft blieb man trotzdem im Mittelfeld hängen, weil Pässe ihren Weg nicht zum eigenen Mann fanden oder der Gegner sich einfach aufs Mauern verlegte, und auf schnelle Konter setzte.

Weiterhin umstritten blieb in diesem Zusammenhang die eigenwillige Taktik von Trainer und Fanliebling Christian Titz, der Torwart Pollersbeck zum Libero umfunktionierte und den Spielaufbau über ihn und die Innenverteidiger forcierte.
Auch seine Rotationen in der Aufstellung der jeweiligen Startelf stand bald zur Diskussion.

Ende September begann der Anfang vom Ende der Ära Titz beim HSV.
Mit einem 0:5 deklassierte Jahn Regensburg den Absteiger. Erneut im eigenen Stadion.
Es folgten zwei glanzlose, torlose Unentschieden gegen Fürth und den Stadtrivalen St. Pauli.
Das System Titz schien entschlüsselt. Plan B war nicht in Sicht.
Zusätzlicher Streitpunkt: Strafraumstürmer Lasogga saß meistens nur die Ersatzbank warm, anstatt Bälle im Netz des Gegners zu versenken.
Vorne wehte ein laues Lüftchen, die zahlreichen Chancen wurden nicht verwandelt und hinten wackelte es immer wieder in der Abwehr.

Auch ein knapper Sieg in Darmstadt und ein erneutes Unentschieden gegen Bochum änderte nichts am Plan des Vorstandes, IHREN Plan B um-und Titz abzusetzen.
‪Trotz Platz 5, wegen eines schlechteren Torverhältnisses, mit 18 Punkten nur zwei vom Tabellenführer Köln entfernt, musste Christian Titz seine Koffer packen.‬
Für die Fans quasi von heute auf morgen wurde er gegen Hannes Wolf ausgetauscht.

Abgesehen von einem unglücklichen Unentschieden gegen Union marschiert Wolf mit seinem Team seitdem von Sieg zu Sieg. Inklusive Pokalspiel gegen Wiesbaden konnte der HSV achtmal ungeschlagen vom Platz gehen und mit den Fans feiern.

Wermutstropfen: außer gegen Erzgebirge Aue, am 13. Spieltag, waren die Ergebnisse so knapp, dass die letzten Minuten regelmäßig zu Zitterpartien mutierten.
So, wie auch gestern wieder, gegen Duisburg.
In der 12. Minute führte man durch ein schönes Tor von Narey, nahm 120 Sekunden später den Ausgleich zur Kenntnis und Kapitän Hunt (der erneut ein gutes Spiel machte) zauberte einen Zuckerfreistoß in der 19. Minute zum 2:1 ins Netz.
Mit angezogener Handbremse ging man dann in die 2. Halbzeit, in der es auf beiden Seiten nichts mehr zu feiern gab.
Ob es nun ein Anfall von Arroganz oder doch noch vorhandenes Unvermögen war, dass man erneut mit nur einem Tor Vorsprung vom Platz ging? Diese Frage kann nur der Trainer wirklich beurteilen.
Fakt ist: mit einem Torverhältnis von 24:16 ist weiterhin zum Siegen verdammt, um den Platz unter den ersten drei zu halten.

Die Freude über den inoffiziellen Titel währt übrigens nicht lange, da die Rückrunde noch vor Weihnachten startet.
Wir haben noch eine Rechnung offen mit Kiel, in deren Stadion es ‪am kommenden Sonntag‬ erneut um wichtige Punkte geht.
Auf dem Weg zurück in die Bundesliga.

Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor Mannschaft und Trainer. Und natürlich vor dem Vorstand. Denn der muss zusehen, dass bereits jetzt für die nächste Saison, egal in welcher Liga, geplant wird, wenn uns einige Leistungsträger verlassen und eigentlich kein Geld da ist, um gestandenen Ersatz zu verpflichten.
Ob man mit dieser Mannschaft in der 1. Liga bestehen würde? Ich wage es zu bezweifeln. Und nichts würde ich weniger wiederbeleben wollen, als den ständigen Kampf um den Ligaerhalt.

Mein Fazit: im Nachhinein betrachtet ist es nachvollziehbar, sich von Titz getrennt zu haben. Wobei ich schon gerne ein persönliches Gespräch mit ihm geführt hätte, ob da nicht doch noch ein Pfeil im Köcher war.
Titz hat jedoch saubere Vorarbeit geleistet, so dass Hannes Wolf lediglich an einigen Stellschrauben zu drehen hatte, um auch mal einen Plan B erkennen zu lassen.
Noch sind nicht alle Schrauben fest. Und ich bin insbesondere gespannt auf das Pokalspiel gegen Nürnberg, wenn wir uns mit einem Erstligisten messen müssen.
Bis dahin ist aber noch knapp zwei Monate Zeit.
Zunächst mal allen einen gemütlichen 3. Advent, genießt die Zeit als Herbstmeister!
(mg)

„…mach ein Bier auf und den Kopp zu…“

So, wie man Wetten darauf abschließen kann, dass im HSV immer irgendein Klüngel Unruhe vorbereitet, so ist es Tatsache, dass es Leute gibt, die zwischen „guten und schlechten“ Fans unterscheiden.

Die „guten“ sind wohl die, die (fast) jedes Auswärtsspiel auf sich nehmen. Die, die keine Kosten und Mühen scheuen, Wochenende für Wochenende in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Natürlich haben sie auch eine Dauerkarte, denn die gilt ja eh als notwendiges Zeichen dafür, ein „echter“ Fan zu sein.

Die „schlechten“ setzen sich einfach vor die Glotze und beobachten das Geschehen auf dem Rasen vom Sofa aus.

Oft auch die Spiele, die im heimischen Volkspark ausgetragen werden.

Nun ist es aber so, dass es meistens Leute aus der ersten Gruppe sind, die Mitmenschen der zweiten Gruppe, ohne auch nur einen davon persönlich zu kennen, abstempeln und nur sich selber als „wahren Fan“ erkennen.

Erst gestern brandete die Diskussion um echte und schlechte Fans neu auf.

Im Zusammenhang mit dem Stimmungsboykott, hinsichtlich der Absetzung der ungeliebten Montagsspiele.

Originalzitat (auf Twitter): „Heul nicht rum. Du glotzt doch eh nur vor der Mattscheibe. Klar ist dann ein Protest, wo es darum geht, montags nicht durch halb Deutschland zu gurken, dich nicht interessiert. Also setz dich in deinen Sessel, mach n Bier auf und Kopp zu.“

Als dann darauf hingewiesen wurde, dass man doch ne Dauerkarte besäße, und zudem Montagsspiele als Verlängerung des BuLi-Wochenendes sehe, kam: „Glückwunsch. Montags Zeit, 500 km auswärts zu fahren? Lieblingstag? Ich tippe auf arbeitslos.“

Echt jetzt?

Leute, Leute!

Wer gibt euch das Recht, eure Mitmenschen so zu deklassieren und derart zu beleidigen?

Es gibt 1000 und einen guten Grund, warum man eben NICHT jedes Wochenende dem Reisen und dem Fußball unterordnet.

Neben dem fehlenden Kleingeld kann das durchaus auch die Familie sein, auf die man eben nicht zwei von sieben Tagen verzichten möchte. Es mag jobbedingt sein oder daran liegen, dass man krank ist, dass es dem Partner schlecht geht, man nicht mobil ist oder auch, es einfach nur als anstrengend empfindet, alle 14 Tage viele Stunden auf überfüllten Straßen zu verbringen.

Macht all das oder auch nur ein Grund davon jemanden zum „unechten oder schlechten“ Fan?

Nein!

Man ist ein echter Fan, wenn man zum HSV hält. Wenn man die Farben Blau-Weiß-Schwarz mit Stolz trägt. Egal in welcher Liga der HSV gerade spielt und egal ob ein Spiel eben mal einfach nur schlecht war!

Man ist ein echter Fan, wenn man mitfiebert. Egal ob im Stadion oder vor dem Fernseher. Man ist ein echter Fan, wenn man bei Toren jubelt und sich bei Gegentoren ärgert.

Man ist ein echter Fan, wenn man das Beste für seinen Verein will. Wenn man sich informiert, mitdiskutiert, wenn man die eigene Meinung, von der man überzeugt ist, auch (sachlich) gegenüber anderen vertritt.

Und das gilt nicht nur für das Geschehen auf dem Rasen!

Das Motto lautet „leben und leben lassen“. Egal wo und egal wann.

Es gibt schließlich auch noch ein Leben außerhalb des Fußballs.

Ich weigere mich, all diejenigen, die zum HSV halten, in zwei Klassen einzuteilen. Wir alle sind HSV! Ob zu Hause auf dem Sofa, in der Kneipe mit Freunden oder im Stadion!

Es gibt nichts, was den einen besser oder den anderen schlechter macht. Respekt heißt das Zauberwort. Respekt dem anderen gegenüber. Dem, der gute Gründe hat, sein Fanleben anders zu gestalten, als man selber es tut.

Wenn das nicht mal unter Fußballfans funktioniert, wie soll das dann auch nur ansatzweise im Alltag klappen?

Ach ja, gespielt haben wir ja gestern auch noch.

Es war ein dreckiger, es war ein Arbeitssieg. Und soooo wichtig. Denn gerade in den letzten Spielzeiten waren es gerade potentielle „schwächere“ Gegner, also Abstiegskandidaten, gegen die wir ganz schlimm aussahen und versagten.

Hinzu kam der Trainerwechsel der Schanzer, der im Vorweg viele Spekulationen offen und potentielle Unsicherheitsfaktoren, nicht nur in der Startelf, auftauchen ließen.

Ingolstadt spielte für mich nicht wie ein Abstiegskandidat. Im Gegenteil. Sie hielten mit, präsentierten die ein oder andere schöne Kombination nach vorne. Nur am Abschlussglück mangelte es.

Sie hatten eine bessere Zweikampfquote und eine höhere Schussgenauigkeit.

Was sie zusätzlich unbequem machte, war ihr teilweise recht unfaires Spielverhalten. Da wurde schon mal geschwalbt oder sich recht robust in die Zweikämpfe geworfen.

Dafür kassierten sie im Spielverlauf auch zu Recht fünf Gelbe Karten.

Ein super Freistoß von Hunt, aus 25 Metern (für den HSV das erste direkte Freistoßtor seit November 2017)  und ein tolles Zusammenspiel von Jatta, Holtby und einem starken Hwang brachten den Hamburgern die beiden Tore ein, die zum Sieg reichten. Für Hwang freut es mich besonders, dass er sich für seine unermüdliche Laufarbeit endlich mal wieder belohnt hat.

Das Gegentor, in der 54. Minute, bei der unsere Abwehr mal wieder nicht besonders gut aussah, machte das Spiel dann noch unnötig spannend.

Jatta hat mir gestern wieder gut gefallen. Auch Santos zeigte endlich wieder, was in ihm steckt. In Halbzeit 1 waren wir, aus dem Spiel heraus, vor dem Tor wieder nicht konsequent genug. Zudem fehlte vorne sichtlich eine direkte Anspielstation.

Trotzdem wirkte der HSV vor allem in den ersten 45 Minuten reifer, schneller, sicherer und hatte die bessere Kondition. Das zeigte sich zum Ende der ersten Halbzeit auch kräftemäßig bei den Ingolstädtern.

Leider verpassten wir es in dieser Phase, den Torvorsprung auszubauen.

Viel Zeit zum Freuen über Platz 1 in Liga 2 bleibt dem HSV allerdings nicht.

Die Verfolger stehen uns auf den Füßen. Köln und auch Union gewannen gestern ihre Spiele souverän.

Bereits am kommenden Freitag eröffnen wir, um 18.30 Uhr, den 16. Spieltag, gegen Paderborn und das Rennen um die Spitzenplätze geht weiter.

Paderborn steht mit 22 Punkten auf Platz 7 und auch der wird alles dafür tun, drei Punkte aus dem Volkspark zu entführen.

Auf geht’s Jungs, auf geht’s, Fans, ob auf dem Sofa oder im Stadion, nur gemeinsam sind wir stark…

(mg)

Ein Wechselbad der Gefühle

Es läuft die 89. Minute, Hwang hat den Ball, sprintet los, vorbei an vom Konter überrascht scheinende Berliner. Er ist kurz vor dem Strafraum. Er schlägt Haken. Einen, zwei… Hwang müsste schießen.

Hwang schießt.

TOOOOOOOOOR!

Der Hamburger Sportverein führt mit 3:1. Tabellenplatz 1, mit vier Punkten Vorsprung vor dem Kölner FC.

Das Stadion tobt und…

…ich wache auf.

Shit.

So hätte es gewesen sein können. Wenn, ja wenn Hwang nach seinem tollen Solo nicht letztendlich doch noch an Torwart Gikiewicz gescheitert wäre. Das war eine 100%ige.

Hätte, wäre, wenn.

Der HSV muss sich, im Spitzenspiel der 2. Liga, mit einem Unentschieden zufriedengeben.

Und ich muss ganz ehrlich sagen: zu Recht. Union war ein Gegner, der mitspielte, der gegenhielt, der herausforderte.

Während der ersten 45 Minuten war nicht viel Esprit bei den Hamburgern zu sehen. Selbst Santos, normalerweise einer der Besten auf dem Platz, ließ sich zu dem ein oder anderen gruseligen Fehlpass animieren.

Auch Kapitän Hunt und Schnurbartträger Holtby waren nicht präsent.

Der einzige, der für etwas Wirbel sorgte, war der auf links gesetzte Bakery Jatta.

Bei ihm liegen allerdings Genie und Wahnsinn noch sehr dicht beieinander.

Das Führungstor für die Gäste war ein schwaches Zusammenspiel unserer Abwehr. Mees ist schneller als Sakai, van Drongelen und Lacroix zusammen. Pollersbeck ruht in der Mitte des Tores, so knallt der Ball in die unbewachte kurze Ecke.

Vorne wirken wir harmlos und das nötige Zielwasser haben die Jungs wohl erst in der Pause erhalten.

Da nutzen auch die 86% Passquote der ersten Halbzeit nichts, da diese auf 14% sank, wenn es ins letzte Drittel des Feldes ging.

Man muss zugeben, dass die Eisernen ihrem Namen alle Ehre machten. Sie standen hinten kompakt, so dass selten ein Durchkommen möglich war.

Nicht umsonst führen sie, gemeinsam mit dem BVB, die Tabelle der „Unbesiegbaren“ aller Ligen an.

Der Ausgleich fällt ebenso gerecht.

Denn die Hamburger drehen nach der Halbzeitpause auf.

Hunt ist inzwischen auch mit dem Kopf auf dem Platz und versenkt den Ball, nach einem Fehler von Reichel, aus acht Metern im Tor.

Holtby profitiert in der 65. Minute von einem nicht geklärten Jatta-Schuß und drischt das Leder ins Netz.

Tja, und dann folgt eine Auswechselung, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Hannes Wolf nimmt den erstarkten Hunt vom Platz und bringt in der 74. Minute…Bates!

Der HSV bietet drei Innenverteidiger auf. Das Ziel von Wolf ist deutlich. Man will das Ergebnis halten.

Das ging, wie man nun weiß, in die Hosen.

Daran änderte dann auch die Auswechselung von Narey gegen Arp, in der 79., nichts mehr.

In der 77. Minute erfolgt ein Wunder.

Schiri Frank Willenborg zieht die 1. Gelbe Karte des Spieles. Marcel Hartel hatte Hwangs Trikot eindeutig zu heftig gedehnt.

In den 76 Minuten zuvor hatte man das Gefühl, Willenborg legt lediglich Wert darauf, seine Schiedsrichterbälle kontrolliert ausführen zu lassen.

Das, WAS er pfiff war teilweise nicht der Rede wert, während er eindeutige Fouls ungeahndet ließ.

Und eigentlich hätten die Berliner ab der 87., nach einer eindeutigen Tätlichkeit von Trimmel gegen Jatte, nur noch mit neun Feldspielern auf dem Rasen stehen müssen.

Es kam, was kommen musste, Bates und Lacroix waren wohl schon mit den Gedanken in der Kabine.

Suleiman Abdullahi bedankte sich mit dem Ausgleich…

Mein Fazit: es war ein Spitzenspiel, das seinen Namen wirklich verdient hatte. Ich habe in der 2. Halbzeit einen guten HSV gesehen, der sich nach dem Rückstand nicht aufgegeben hat.

Warum nicht gleich von Beginn an so?

Die Auswechselungen waren für mich kontraproduktiv. Auch Mangala gegen Moritz habe ich nicht verstanden. Es sei denn, Wolf wollte Moritz endlich mal wieder das Gefühl geben, auf dem Volksparkrasen zu stehen.

Gut fand ich, dass Jatta bis zum Abpfiff spielen durfte. Das stärkt sein Selbstbewusstsein.

Wie meinte Holtby am Sky-Mikrofon: „Das war ein Wechselbad der Gefühle“. Recht hat er…

Wolf wird aus dem Spiel viel mitgenommen haben, muss am Lasogga-Ersatz noch arbeiten und beim nächsten Mal die Parole „NACHLEGEN“ statt halten ausgeben.

Am Sonntag geht es gegen Schlusslicht Ingolstadt.

Die haben gerade ihren Trainer, Alexander Nouri, nach nur zwei Monaten, geschasst.

Aber das muss ja nicht unbedingt was heißen, wie man an Magdeburg gesehen hat.

Die Aufgabe kann, mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, durchaus bewältigt werden.

Auf geht’s, Hamburg!

(mg)

Wenn das Kind im Brunnen liegt und was die Fernwahl damit zu tun hat

Es heißt, Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Doch manchmal wird er nur noch zur Nebensache. Dann nämlich, wenn ein Mensch verletzt wird.
Und so gelten die ersten Zeilen meines Blogs demjenigen HSV-Fan, der sich nach dem Abpfiff in Aue, beim Abnehmen einer Zaunfahne, schwer verletzte.
Gott sei Dank soll es ihm inzwischen besser gehen. Auch von uns kommen herzliche Genesungswünsche.

Nach dem Sturz fiel es den meisten Fans schwer, sich über die so wichtigen Punkte, die der HSV aus dem Erzgebirge mitbrachte, unbeschwert zu freuen.
Wir sollten es trotzdem tun, denn die Mannschaft hat sich den Sieg redlich verdient.

Herausheben möchte ich an dieser Stelle endlich mal Sakai, der nicht nur in der 50. Minute, mit einem tollen Sprint gegen Hochscheidt, den Ball entsorgen und somit den Rückstand vermeiden konnte, sondern gestern auch mit der höchsten Passquote punktete.
In der Zweikampfstatistik standen auch nur Mangala und Narey noch vor ihm.

Alles in allem war das eines der besten Spiele, die ich in dieser Saison von der gesamten Mannschaft gesehen habe.
Gegen einen Gegner, der sich mal NICHT nur hinten postierte, sondern mitspielte. Das führte zu einigen gefährlichen Situationen, die Aue jedoch nicht verwerten konnte. Etwas, was mir in der gesamten 2. Liga häufiger auffällt.
Da sind gute Chancen, die einfach nicht genutzt werden.

Natürlich gilt das auch noch für unsere Mannschaft. Denkt man nur an das vergebene Führungstor in der 41. Minute, als Narey, sichtlich überrascht, dass der verlängerte Kopfball von Santos ihn noch erreichte, die Kugel aus zwei Metern an den Pfosten setzte.
Trotzdem erhält Khaled von mir auch in dieser Woche ein dickes Fleißkärtchen. Nicht nur wegen seines Traumtores, in der 62.
Gefreut habe ich mich für Jatta. Sein Tor zum Endstand muss man aus dieser Position heraus erstmal versenken!
Mit mehr Spielpraxis könnte er uns in Zukunft noch öfter positiv überraschen.

Mit drei Punkten Vorsprung auf Köln und vier auf Pauli geht es jetzt in die Länderspielpause. Zwei Wochen Zeit für Hannes Wolf, an einigen rauen Stellen noch zu feilen. Auch wenn einige unserer Jungs mal wieder auf Reisen gehen.

Stell dir vor es ist Länderspielpause und niemanden interessiert es.
Naja, jedenfalls weniger als angedacht.
Gerade mal 25.000 Tickets waren am vergangenen Donnerstag, für das Freundschaftsspiel gegen Russland, in Leipzig, verkauft.
Und auch das vier Tage später in Gelsenkirchen stattfindende „Endspiel“ für die Deutschen gegen die Niederlande, in der (völlig unnötigen) Nations League, trifft den Fußballnerv der Fans nicht wirklich.
Jogi Löw (und der DFB) schieben das auf die verkorkste WM und das eher lustlos erscheinende Gekicke, das man uns in den Monaten davor bot.
Ich denke, der gemeine Fußballfan hat sich schon länger abgewendet.
Begonnen hat es mit dem überheblichen Marketinggag, die Mannschaft „Die Mannschaft“ zu nennen. Weiter ging es mit einem völlig abgehobenen Fanclub, in dem man Mitglied sein musste, um leicht an Karten zu kommen, über lächerliche Preise für die Spiele und eine nicht angemessene Arroganz, wenn es um die Abschirmung der teuren Profis ging.

Der Fan wurde mehr und mehr zur Melkkuh und der DFB, Löw und auch Bierhoff übersahen die ersten Zeichen des Unmutes.
Da bedarf es mehr, als nun ein paar örtliche Fußballschulen zu besuchen und hier und da ein öffentliches Training anzuberaumen.
Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, bekommt man es schwer wieder raus.

Und hier schließe ich den Bogen zur Überschrift und unserem HSV.
Denn wie schwer es ist, das sprichwörtliche Kind wieder hochzuziehen, merken wir gerade am eigenen Leib.
Da die Fangemeinde seit HSV plus gespaltener denn je ist, wird in JEDER Mitgliederversammlung versucht, an den zuständigen Gremien zu sägen.
Sei es mit der Verhinderung (oder Absetzung) von Bernd Hoffmann oder der Installation von ewig gestrigen Traditionalisten, die schon immer alles besser wussten.

Da ich mich noch gut daran erinnern kann, wo uns ein Aufsichtsrat aus pressegierigen Fans und plauderfreudigen „Experten“ hingeführt hat, kann man gar nicht früh genug damit beginnen, vor dem erneuten Anfang vom (endgültigen?) Ende zu warnen.

Zu diesen Anfängen zähle ich auch Heinrich Höper, der den Medien nach, zum Sprung in den Aufsichtsrat (auf den Präsidententhron?) des e.V.s ansetzt.
Wir regen uns über die Magaths dieser Welt auf, die ständig versuchen, von außen Einfluss zu nehmen, während von innen anscheinend erneut ein giftiges Süppchen angerührt wird.
Höper hat bei Hamburg1, im Januar, öffentlich den Rausschmiss von Gisdol gefordert und damit gedroht, ansonsten aus dem Verein auszutreten.
Man bezeichnet ihn als „Edelfan“, was auch immer das ist.
Aber wäre er auch nur eine Spur von Fan, er würde für mein Verständnis wohl nicht in den Medien über seinen Lieblingsverein herziehen, sondern eher mit vorhandenem Unmut den Weg zu den Verantwortlichen suchen.
Wir brauchen keine neuen Sprachrohre im Aufsichtsrat. In einem Aufsichtsrat, in dem es übrigens momentan ruhiger ist, als in all den Jahren zuvor!

Und es ist nicht nur mühsam, sondern auch extrem anstrengend, Jahr für Jahr die Massen zu mobilisieren und dazu zu bewegen, Reise-und Übernachtungskosten auf sich zu nehmen, um wieder mal Schlimmes vielleicht zu verhindern.
Und warum?
Weil es im 21. Jahrhundert noch immer keine Fernwahl beim HSV gibt!
Die Fans werden gezwungen, ihre Stimme am Veranstaltungsort abzugeben.
Entsprechende Anträge über die Stimmabgabe per Briefwahl oder über das Internet, wurden mit absurden Mitteln bisher stets verhindert.
Aus diesem Grund hoffe ich sehr, dass es uns im kommenden Januar gelingt, diesen Tagesordnungspunkt (möglichst weit oben) endlich auf den Weg zu bringen.
Jeder, der sich mit der korrekten Antragsstellung auskennt möchte ich hiermit bitten, sich dessen anzunehmen.

Fußballerisch befinden wir uns auf einem guten Weg. Es wird noch ein weiter und kein leichter sein.
Lasst uns dafür sorgen, dass auch Ruhe in die AG, in den Verein, kommt und denen, die momentan einen guten Job machen, zusichern, dies auch ohne störende Nebengeräusche weiterhin tun zu können.
Damit das Kind, damit unser HSV, aus dem Brunnen, in den wir ihn selber geschubst haben, langsam und stärker als zuvor rauskrabbeln kann!
(mg)

Wie Helene Fischer in Buxtehude

Was der Unterschied ist, zwischen der Fangemeinde von Deutschlands Schlagerqueen und der des HSVs?

Ganz einfach.

Zahlreiche Zuhörer von Helene Fischer wären am vergangenen Montag wohl nach 20 Minuten vom Veranstaltungsort geflohen, weil sie zu viele schiefe Töne zu hören bekamen, während die HSV-Fans längst wissen, dass es sich oft genug lohnt, bis zum Ende auszuharren.

Es war der Sky-Moderator himself, (von dem man im Übrigen häufig nicht wusste, ob er dasselbe Spiel sah) der sich im Vorhinein mit Superlativen zum Spitzenspiel HSV-Köln überschlug. Unter anderem gab er zum Besten, das 95. Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine in Liga 2, sei, als würde Helene Fischer in Buxtehude trällern.

Tagelang hatten die Medien die Stimmung geschürt, hochgepuscht, was es hochzupuschen gab.

Nun gut, letztendlich brachte das Spiel dem Pay-TY-Sender Sky eine Spitzenquote ein. Mehr als 500.000 Zuschauer erwarteten gespannt den Kampf um die Tabellenspitze vor dem Fernseher. Zum Vergleich: Bochum gegen Regensburg, in der vergangenen Woche, wollten lediglich 70.000 Fußballfans mitverfolgen.

Beide Trainer waren, im Gegensatz zu den Medien, im Vorfeld bewusst zurückhaltend, sprachen zwar auch von Spitzenspiel, reduzierten die Erwartungen hinsichtlich der Tabellenführung allerdings zur Momentaufnahme.

Im Grunde ist es das auch. Eine Momentaufnahme.

Trotz allem war sich insbesondere Hannes Wolf sehr wohl bewusst darüber, dass sein HSV nach drei torlosen Heimspielen nicht nur bei den Fans in der Pflicht stand.

Und so war das 1:0, in der 86. die Erlösung nach 363 torlosen Minuten im Volkspark. Douglas Santos darf sich, nach einem tollen Solosprint, einen Scorrerpunkt notieren. Lasogga stand dort, wo ein Strafraumstürmer stehen muss und staubte mit einem harten Schuss aus drei Metern, den Treffer ab.

Überhaupt. Douglas Santos dürfte nach diesem Spiel erneut Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt haben. Er war an zehn Torschüssen beteiligt, dreimal davon versuchte er sich selber am Abschluss. Seine sowohl offensiven als auch defensiven Aktionen brachten ihm ein Sonderlob vom Trainer ein.

In den ersten 20 Minuten war es wirklich kein gutes Fußballspiel. Beide Mannschaften tasteten sich ab und versuchten, keine Fehler zu machen.

Für einige sorgte zudem die Aufstellung von Léo Lacroix, der für den gelb-rot gesperrten Bates in die Startelf rutschte, bereits vor Anpfiff für Bauchschmerzen.

Völlig zu Unrecht, wie sich im Nachhinein herausstellte. Der Schweizer gewann über 80 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte 91 Prozent seiner Pässe an den eigenen Mann und sorgte erheblich mit dafür, dass Kölns Toptorjäger, Simon Terodde an diesem Abend lediglich eine Statistenrolle einnahm und die beste Offensive der 2. Liga torlos blieb.

Interessant wird zu beobachten sein, wie Wolf in den kommenden Spielen auf diese Topwerte reagiert.

Und während, wie oben erwähnt, Helenes Konzert wohl nach nicht mal einer halben Stunde sein Ende gefunden hätte, wurde der HSV, insbesondere in der 2. Halbzeit immer stärker.

Dafür sprechen auch die Statistikwerte. Hier stehen insgesamt 23:11 Torschüsse und 8:1 Ecken geschrieben. 57 Prozent gewonnener Zweikämpfe sind zwar noch ausbaubar, neun mehr gelaufene Kilometer beweisen jedoch eindrucksvoll, dass Hamburg den Kölnern (nicht nur) läuferisch überlegen war.

12,9 Kilometer der insgesamt 123,8, gehen übrigens auf das Konto von Khaled Narey, der (nicht nur) mich erneut von seiner Wichtigkeit für die Mannschaft überzeugte.

Er beackerte die komplette Spielfläche und war sich für nichts zu schade.

So war es ihm zu verdanken, dass die Führung, in der 59. Minute, nicht an die Gäste ging. Er kratzte einen Ball von Höger von der Torlinie, nachdem Pollersbeck schon geschlagen schien.

Habe ich noch was vergessen?

Ach ja. Den eindeutigen Handelfmeter in der 16. Minute, den Schiri Dingert nicht gepfiffen hat. Czichos bekam aus einem Meter den Ball an den Arm, der eindeutig ausgestreckt war.

Das war das 1. Mal in dieser Saison, dass ich einen Videoschiedsrichter vermisst habe.

Insgesamt war es eine engagierte Mannschaftsleistung, die man in den vergangenen Heimspielen öfter vermisst hat.

Hannes Wolf bleibt bescheiden und ruft zur Disziplin. Denn auch Aue, derzeit auf Platz 13 der Tabelle, wird gierig sein auf Punkte gegen Hamburg. Uns wird weiterhin nichts geschenkt werden.

Nun gilt es, den knappen Vorsprung auszubauen.

Die von Geschäftsführer Veh hart gescholtenen Kölner treffen auf Dresden. Trainer Markus Anfang steht unter Siegdruck.

St Pauli, derzeit 2. der Tabelle, bekommt es mit Heidenheim zu tun. Beide Partien könnten die Tabellenspitze ordentlich durcheinanderruckeln. Alle drei Spiele finden zeitgleich statt.

Das wird ein spannender Samstag…

(mg)

 

P.S.: Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich BlogPerle Fiete anhört, der sollte sich den neusten unter allen Podcasts anhören. Einfach www.volksparkgefluester.de anklicken.