Alle Beiträge von Manuela Gerick

Hallo lieber Relegationsplatz…

…da sind wir wieder…
Dank Freiburg, die gestern die Gladbacher mit 1:0 abfertigten, stehen wir mal wieder auf Platz 16.
Jedenfalls bis heute Abend, denn dann könnte es passieren, sollte Bremen in Leverkusen punkten, dass wir noch tiefer rutschen.

Es gibt so Tage, da könnte man gut darauf verzichten, eine Spielanalyse der letzten Partie zu verfassen.
Ebenso gut könnte man die 90 Minuten HSV/ Frankfurt aber auch in einem Satz zusammenfassen: Zehn Minuten gut gespielt, 20 Minuten gepennt, den Rest mit Mann und Maus dem Rückstand hinterhergelaufen.
Das wäre allerdings zu einfach.
Denn über das Spiel gestern Abend könnte man auch genauso gut Romane schreiben.

Versuchen wir es mit dem guten, alten Mittelweg.

Werfen wir nur einen Blick auf die Statistik, ohne das Spiel gesehen zu haben und das Ergebnis zu wissen, müssten wir davon ausgehen, dass der HSV glorreich gewonnen hat.

21 zu 10 Torschüsse stehen da zu buche.
Bei fast identischer Laufleistung hatten die Rothosen 64 Prozent Ballbesitz und nur sieben Fouls nötig, während die Frankfurter (insbesondere in der 2. Halbzeit) 26 mal zutraten, festhielten oder umgrätschten.
Für mich war Schiri Gräfe so manches Mal dabei zu sparsam mit Gelben Karten. Insbesondere Kevin Prince Boateng kann sich mehr als glücklich schätzen, nur eine davon gesehen zu haben.
Auch bei den Fehlpässen hielten sich beide Mannschaften die Waage. Von 483 kamen bei den Hamburgern immerhin 359 an. Die Zweikampfquote ist allerdings mit 61 Prozent noch immer locker ausbaubar.
Und doch gingen am Ende die Hessen mit drei Punkten nach Hause.
WIE konnte das passieren?

Es begann doch so positiv.
Im Volkspark sei man inzwischen wieder auf gutem Weg, eine Festung zu werden, hieß es. Die Defensive entwickle sich zum Bollwerk, schrieben die Medien. Die letzten drei Spiele wurden nicht verloren.

Es waren gerade fünf Minuten vergangen, da sollte Scooter schon zum Torjubel aufspielen. Papaaaaa!!!! …netzte einen Ball ein… der vorher im Aus war…
Shit!
Vier Minuten später durften dann Scooter doch noch singen und Papa jubeln.
Der Junge kann nicht nur Grätsche, der kann auch Tor!
In einem Gewimmel aus Heim-und Gastmannschaft schraubte er sich, nach einem Eckball von Hunt nach oben und köpfte den Ball ins kurze Eck. Führung für die Hausherren.

Was nach diesem Erfolgserlebnis in den Köpfen der Spieler geschah, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.
Die Fans durften sich genau sechs Minuten siegesgewiss fühlen, da träumte Mathenia gemeinsam mit seinen Vorderleuten Mavraj und Walace wohl schon seelig von der Weihnachtsfeier.
Mit den Fingerspitzen lenkte unser Torwart einen Ball von Marius Wolf, aus 13 Metern abgedroschen, ins Netz.
Ausgleich…
In der 24. Minute marschierte Chandler dann, rechts völlig unbedrängt, bis in den Strafraum. Am zweiten Pfosten passte Jung nicht auf, Gacinovic löste sich in seinem Rücken und nahm Chandlers Querpass dankend an.
Aus elf Metern netzte er frei stehend links unten ein, dieses Mal war Mathenia schuldlos.
Nach 36 Minuten holte Gisdol Walace, der wohl einen gebrauchten Tag erwischt hatte, vom Platz und brachte Albin Ekdal, der sofort gut ins Spiel fand.

Mit einer 2:1 Führung im Rücken ging es für die Frankfurter in die Kabine. Die Hamburger hatten Glück, dass das Ergebnis nicht noch zwei, drei Tore höher war. Als „vogelwild“ bezeichnete Heribert Bruchhagen die Spielweise seiner Jungs, in den Minuten nach dem Führungstreffer. Besser kann man es nicht beschreiben.

Gisdol schien in den 15 Minuten Pause allerdings auch die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn in den zweiten 45 Minuten brannten unsere Jungs auf dem Rasen ein wahres Feuerwerk ab.
Arp hatte in der 50. Minute den Ausgleich auf dem Fuß.
Unser Dennis, Dieki, Diekmeier schaute in der 54. Minute etwas perplex, als er den Ball, nach einem Pass von Ekdal, ins Netz beförderte.
Nach 197 Bundesligaspielen sein 1. Tor?
Nein. Ein paar Zentimeter Abseits verhindern das Ende seiner Torloszeit.
Keine drei Minuten später hätte Papa fast ein Double feiern können, eine Minute später hatte es Ekdal erneut auf dem Fuß.

Als Gisdol, in der 67. Minute Ito gegen Waldschmidt tauschte, stand es 9:0 Torschüsse für die Hamburger!
Der erste Schuss aufs Tor von Mathenia gelang den Hessen in der 82. Minute!
In der 83. Minute kam dann Sven Schipplock für Mavraj.
Gisdols letzte Patrone zündete jedoch nicht… Naja, wir alle wissen, „saufen bis…“ geht weiter, auch wenn selbst die vier Minuten Nachspielzeit statistisch den Hamburgern gehörten. Es sollte nicht sein.
Der HSV musste sich seinen Gästen geschlagen geben. Ungerecht, aber so isses.

Dabei hätte man schon vorher gewarnt sein müssen. Denn 15 von ihren 22 Punkten holten die Frankfurter auswärts. Naja, inzwischen sind es gar 18 von 25.
18 Punkte, das Wunschziel Heribert Bruchhagens zur Winterpause.
Wäre, wäre, Fahrradkette (frei nach Loddar Matthäus). Denn das ist jetzt nur noch mit einem Sieg, am kommenden Freitag gegen Gladbach möglich.
(mg)

P.S.: Ach ja, und dann waren da ja noch einige Vollhonks auf der Nord, die ihr eigenes Wohnzimmer mit Pyros beschmutzten.
Schönen Dank auch, ihr Vollpfosten. Wir haben es ja!

Ja, nein, vielleicht

Altaaa! Was hat er abgeledert, vorgestern bei Eurosport, der Matthias Sammer! Der HSV habe sich wie eine Jugendmannschaft benommen, solle den Ball doch an den Platzwart geben, wenn man nicht damit spielen wolle und Mathenia müsse der rechte Fuß doch schon weh tun, vom vielen Ball-nach-vorne-dreschen (wo er dann meist einen Freiburger traf…)

Die HSV-Gemeinde ist empört.
Alle? Nein. Einige hatten kurzfristig die hanseatische Brille weggelegt und fanden viel Wahres an den Worten des „Mal-fast-beinahe-SpoDis“ des Bundesliga Dinos.
Sie ist halt gespalten, die Fan-Seele.
In die „find ich alles nicht so schlimm“-Gemeinde und die, die sich nach einem ordentlichen Spiel gegen Hoffenheim einfach mehr erwartet hätte als die magere Kost, die am Freitag geboten wurde.

Doch fangen wir vorne an.
Oder nein, vielleicht eher hinten oder mitten drin.
Denn schon lange vor dem Abpfiff konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als habe Gisdol am Freitag, eine eindeutige Unentschieden-Devise ausgegeben.
Sinngemäß sah das dann so aus, dass der Trainer vor den Mikros irgendwie erleichtert wirkte: „besser ein Punkt mit einem nicht so ansehnlichen Spiel, als schön spielen und ohne Punkte nach Hause fahren“. Noch ein Beweis gefällig? Gisdol weiter: „Wir hatten uns im Vorfeld vorgenommen, alles reinzuhauen, um zu Null zu spielen.“

Diekmeier und auch Papadopoulus schlugen thematisch in dieselbe Kerbe.

JA.
Natürlich ist es besser, mit einem Unentschieden vom Platz zu gehen, als erneut auf dem so ungeliebten Relegationsplatz zu landen.
NEIN,
spielerisch war da gestern wirklich nicht mehr drin. Vergeblich suchte man nach Spielfluss, Kreativität und einer Idee, das Bollwerk der Freiburger zu durchbrechen.
Besonders schlimm war das auf der rechten Seite zu sehen, von der so gut wie keine Torgefährlichkeit ausging. Diekmeier zog sich oft nach hinten zurück und Hunt hatte genug damit zu tun, den Rasen im (mal wieder nicht vorhandenen) Mittelfeld wenigstens ein wenig platt zu laufen.
VIELLEICHT
hätte Gisdol das spätestens zur Pause auch sehen müssen und Ito gegen Wood (der gestern leider erneut blass blieb) tauschen sollen, um neuen Schwung zu bringen.

Am Anfang der Partie war zunächst mal ein gegenseitiges Abtasten zu spüren. Wie viel würde gehen, in Freiburg? Wie früh fangen sie an, das Aufbauspiel zu stören, wie sehr mauern sie sich ein, in der eigenen Hälfte.
Und während den Hamburgern die ersten Minuten gehörten, schnappten sich die Gastgeber die zweite Viertelstunde.
Sechs zu sechs lautet die Eckenbilanz, in den ersten 15 Minuten, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht.
Die Halbzeit plätscherte dahin. Jeder war bemüht, keine Fehler zu machen und lieber auf die der anderen zu warten. Hunt wirkte, im Gegensatz zu letzter Woche müde. Von Wood war nichts zu sehen und auch Fiete Arp wartete ein ums andere Mal darauf, mit Pässen gefüttert zu werden. Kostic blieb farblos und Sakai… ich mag ihn wirklich gerne. Aber was da an Fehlpässen fabriziert wurde, tat manchmal wirklich weh! Santos spielte erneut souverän, leistete eine bemerkenswerte Abwehrarbeit und versuchte ab und an auch mal einen zaghaften Ausflug nach vorne.
Hätten wir den Papa, mit seinen sowohl sehenswerten als auch effektiven Grätschen nicht, wer weiß, ob es torlos in die Kabine gegangen wäre.

JA.
Das Unentschieden ging zum Halbzeitpfiff durchaus in Ordnung.
NEIN.
Als Hamburger hatte man die Hoffnung, dass Gisdol in der Pause die richtigen Worte findet noch nicht aufgegeben. Schließlich hatte man ja noch genau vor Augen, dass die Mannschaft durchaus besseren Fußball spielen und auch das Mittelfeld mit dem Spielgerät inzwischen kreativer umgehen kann.
Wie gut, dass die Freiburger sich im Abschluss genauso schwer taten, wie die Rothosen.
VIELLEICHT
war da Hoffnung, dass beide Mannschaften es begriffen hatten, dass ein Punkt nicht so wirklich viel hilft, um aus dem Tabellenkeller eine Stufe weiter nach oben zu klettern.

In der 53. Minute, Glück für die Gäste. Der von Ravet ausgelöste Torjubel wurde allerdings vom Schiri (mit Recht) als Abseitstor zurückgepfiffen.
Anschließend war es fast ein Spiel auf nur noch ein Tor. Die Augsburger drängten auf den Siegtreffer. Nachdem zwei, drei gefährliche Chancen gerade noch abgewendet wurden, wechselte Gisdol.
Doch was war das? Als HSVer rieb man sich einigermaßen verdutzt die Augen.
Hunt ging und Wallace kam?
Spätestens jetzt dürfte die ausgegebene Devise jedem klar gewesen sein.
Der positionsgetreue Wechsel von Wood gegen Hahn, in der 87. Minute sollte dann wohl nur noch ein paar Sekunden mehr von der Uhr nehmen.
Und „Saufen bis der Schipplock trifft“ geht weiter. Denn in der 92. Minute, als ein sichtlich enttäuschter Fiete Arp auf die Bank musste, war auch Sven wohl nur noch ein Körnchen in Gisdols Sanduhr.

JA,
die kämpferische Einstellung war auch Freitag erkennbar. Man hat sich halt mit Mann und Maus nach hinten orientiert. Damit ging das Mittelfeld und die Torgefahr flöten.
Mit einer Laufleistung von 113 Kilometern war man auch nicht faul. Man war halt nur nicht effektiv, was das Erreichen des gegnerischen Strafraumes und den Torabschluss anging.
NEIN.
Mit einer Passquote von 61 Prozent KANN man nicht zufrieden sein. Von 320 gespielten kamen gerade mal 196 an! Das ist indiskutabel. 21 Torschüsse der Freiburger stehen neun von unserer Mannschaft entgegen.
VIELLEICHT
Wird dieser Punkt am Ende ja noch ganz wichtig. Vielleicht geht dieses Spiel aber auch als vertane Chance in die Annalen ein.

„Wir spielen inzwischen einfachen Fußball“, sagte Sakai im Anschluss an das Spiel. Den Vergleich mit den Bayern zu kommentieren erspare ich mir an dieser Stelle mal. Denn bekanntlich liegt zwischen Schwarz und Weiß immer noch eine Menge Grau. Und wenn das letzte Woche auch einfacher Fußball war, dann nehme ich doch lieber den von letzter Woche nächste Woche nochmal!
(mg)

Lieber Relegationsplatz!

Lieber Relegationsplatz!

Einen „Running Gag“ nannte dich gestern der Sky-Moderator, während der HSV und die TSG Hoffenheim aufliefen. Denn mal wieder warst du von den Rothosen besetzt.

Eine Situation, die dir nicht fremd ist.Wir hatten ja nach dem 34. Spieltag, in den vergangenen drei Jahren, bereits zweimal das Vergnügen.

Und nach den Samstags-Spielen des aktuellen Spieltages war es mal wieder soweit. Mit 10 Punkten stand der HSV auf Platz 16.

Bloß weg hier. Du kennst das.

Gestern nun traf der HSV auf einen angeschlagenen Gegner, der in der Woche zuvor aus der EL gekegelt wurde und aus den letzten sechs BuLi-Spielen nur einen Sieg mitnahm.

Trotzdem steht Julian Nagelsmann mit seiner Mannschaft noch immer auf Platz 7!

Ein Abbild der aktuellen Bundesliga, die zwischen Platz 2 und 7 gerade mal 6 Punkte Unterschied bietet.

Unser Trainer hatte, im Gegensatz zum Spiel gegen Schalke, nicht viel verändert. Außer, dass Wood erstmalig in der Startelf neben Arp startete, Ito auf der Bank saß.

Ambitioniert und mit viel Tempo liefen die Rothosen an.

Nach bereits zwei Minuten waren sie gewarnt. Ein Querpass von Zuber konnte, dem Fußballgott sei Dank, von Demirbay nur knapp am Tor vorbei versenkt werden.

In der 7. Minute lief es, gut für uns, schlecht für unsere Gäste.

Ausgerechnet unser Außenverteidiger Santos ließ Zuber auf links stehen und versuchte, den im Strafraum lauernden Fiete Arp anzuspielen. Dort allerdings sorgte letztendlich Kevin Akpoguma dafür, seine eigene Mannschaft in Rückstand zu bringen.

Toooooor! Egal wie es zustande kam.

Aber in dem Moment waren wir dich, lieber Platz 16, los.

Trotz eines höheren Ballbesitzes von fast 63% gelang den Hoffenheimern in den nächsten 20 Minuten nichts Erwähnenswertes.

Der HSV spielte oft sauber nach vorne, Diekmeier setzte mit mehreren Sprints Akzente (er hatte mit 64 die meisten Aktionen am Ball!) und auch die Manndeckung funktionierte um Klassen besser, als in vielen anderen Spielen. Die Gäste entdeckten dagegen das Fehlpassspiel.

Nur knapp 64% ihrer Pässe gelangten an den eigenen Mann.

Die ansehnlichen Grätschen des Mentalitätsmonsters Papadopoulus waren ein ums andere Mal Stoppschild für gegnerische Bälle. Er nahm auch Sandro Wagner erfolgreich aus dem Spiel. Der wechselwillige Hoffenheimer blieb insgesamt blass.

Auffällig war auf der anderen Seite weiterhin Douglas Santos, der am Ende eine Zweikampfquote von 78% mit in die Kabine nahm.

Santos entwickelt sich klasse. War auf links erneut ein Fels in der Brandung.

Ich schätze mal, damit sind seine Abwanderungsgedanken erstmal auf brasilianisches Eis gelegt.

In der 49. Minute semmelte Wood einen volleygenommenen Ball an den linken Pfosten. In der 63. schenkte er Baumann einen sicheren Ball, indem er ihn, frei vor ihm stehend, direkt in die Arme schoss.

Das hätte jeweils das 2:0 sein können und zeitgleich eine willkommene Erleichterung für den so lange torlosen Amerikaner!

Gleiches gilt für Kostic, der in der 61. einen Steilpass von Sakai aus sechs Metern und extrem spitzem Winkel flach aufs Tor lenkte. Baumann erreichte den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen und spitzelte ihn am langen Pfosten vorbei.

Auch Arp versemmelte ein 2:0, als er, von links kommend an Akpoguma vorbei ins Zentrum gelang. Dort verzog er aber leider den Schuss auf das lange Eck. Baumann klärte zum Eckball.

20 Minuten vor dem Ende wachten die Hoffenheimer auf. Gisdol reagierte mit einem defensiven Wechsel. Van Drongelen kam für Hunt.

Noch in der gleichen Minute (75) fiel der Brustlöser für Kostic. Ein tolles Freistoßtor aus 30 Metern. Soooo wichtig für den HSV und soooo wichtig für Kostic selber.

In der 88. Minute durfte sich dann Dennis Diekmeier, wenn es denn auch dieses Mal wieder nicht zu einem Tor gereicht hatte, einen weiteren Scorrerpunkt auf den Deckel schreiben. Per Kopf bedient er Gideon Jung, der aus neun Metern erfolgreich einnetzte.

3:0! Sieg im Volksparkstadion.

Tschüss, Platz 16!

Wichtig wird es sein, am kommenden Freitag (juchuh, endlich mal wieder Eurosport…), gegen den direkten Konkurrenten, Freiburg, nachzulegen! Denn so wie oben, ist es auch unten in der Tabelle äußerst kuschelig. Auf Freiburg trennen uns nur zwei, auf Bremen fünf Punkte. Im Mittelfeld geht es mit nur einem Punkt Unterschied auf Wolfsburg (Gegner am 9.Dezember!) und zwei Punkten auf Mainz, die momentan Platz 13 belegen, nach oben.

Sorry lieber Relegationsplatz. Aber irgendwie habe ich so überhaupt keinen Bock auf dich.

Der Sieg gestern war eine Mannschaftsleistung. Eine souveräne noch dazu. Wir haben tolle Ansätze gesehen, zwei schöne Tore und es standen 11 Kämpfer auf dem Platz die wussten, um was es geht.

Wenn wir diese Leistung stabilisieren können, habe ich keine Angst vor dir.

Ich hoffe wir sehen uns nicht so bald wieder,

deine (mg)

Unsere „kleinen Großen“: Fluch oder Segen?

Zwei Monate ohne Sieg. 7 Punkte aus zehn Spieltagen. Die Medien sägen am Stuhl von Markus Gisdol. Aus dem Verein heraus wird Ruhe suggeriert. Trotz allem wusste man: das Team war gestern zum Siegen verdammt, um dem Trainer eben diesen wackelnden Stuhl zu erhalten.

Sei es nun der Druck von außen oder die von Gisdol angedrohten strengeren Zügel, die Startaufstellung ließ beide Vermutungen zu.

 

So fand sich ein Lewis Holtby plötzlich auf der Tribüne, Bobby Wood auf der Bank wieder, während Jann-Fiete Arp und Tatsuya Ito in der Startelf standen.

Mit viel Feuer großem Willen auf beiden Seiten, wirkte das Spiel von Anfang an oft hektisch und vor allem kräftezehrend. Chancen gab es auf beiden Seiten. Leider fehlte es bei den Hamburgern zunächst erneut an Glück beim Abschluss.

 

Der erste Aufreger des Spiels: die Gelb-Rote Karte für Dženis Burnić. Der hatte erst kurz zuvor Gelb gesehen und legte sich nun mit Hunt an, der stolpert und fiel.  Die Geister scheiden sich noch heute: Foul oder nicht? Kann oder muss?

Ich gebe ehrlich zu, es hätte nicht unbedingt eine Gelbe sein müssen. Aber im Zuge der ausgleichenden Gerechtigkeit, die es ja bekannter Weise in jeder Saison gibt (geben MUSS), hatte ich in dem Moment kein Mitleid mit den Stuttgartern, die ab der 13. Minute in Unterzahl spielen sollten.

Im Übrigen weiß man in Hamburg ja aus leidvoller Erfahrung, dass man sich auch gegen Teams mit einem Mann weniger, nicht sonderlich viel leichter tut.

 

In der 20. Minute gab Zieler den Rothosen Schützenhilfe. Mit dem Knie lenkte er einen (gut) geschossenen Freistoß von Hunt ins eigene Tor.

 

Durch Ito und Arp kam gefühlt die doppelte Kreativität ins Spiel. Der wendige Japaner machte auf seiner rechten Seite mächtig Wirbel und Arp begeisterte mit überlegten Pässen und einigen guten Szenen im Stuttgarter 16er.

Dass Diekmeier, in der 28. Minute das 2:0 auf dem Fuß hatte… der Mantel des Schweigens hüllt die 100prozentige Chance kuschelig ein.

Dafür machte er das Geschenk der Gäste in der 55. Minute wieder wett. Der Videoschiri griff ein, hatte im 16er Hand von Dennis gesehen. Der anschließende Elfmeter brachte das 1:1.

 

Diekmeier die 3.: nach einem Pass von Ito auf Hunt, der, gefühlvoll geschossen zu Diekmeier fand, landete eine Flanke sauber auf Kostic. Der ließ sich nicht lange bitten und köpfte zum 2:1. Jubel im Volkspark und immerhin ein Scorrerpunkt für unseren rekordtorlosen Rechtsaussen..

Auch in der 69. Minute war Diekmeier beteiligt, als zum zweiten Mal in der Bundesliga die Stunde von Jann-Fiete Arp schlug. Er tanzte Pavard und Baumgartl, nach einem Zuspiel von Dennis  aus und schob aus 13 Metern den Ball ins linke Eck.

Sieg für Hamburg, 3 Punkte für Gisdol. Ein Trainerstuhlbein der bereits drei abgesägten, dürfte wieder dran sein.

 

Jann-Fiete Arp, Tatsuya Ito. Hoffnungsträger oder von Gisdol aus der Not heraus geboren? Segen oder Fluch für die beiden, die plötzlich von überall mit Lob überschüttet werden? Brechen sie unter den entstehenden Erwartungen ein oder trumpfen sie auf?

Ich persönlich denke, dass viel am persönlichen Umfeld liegen wird und natürlich am Charakter der zwei Youngsters selber, sich nicht von Beratern bequatschen und vom großen Geld zu früh verführen zu lassen.

Todt und Gisdol setzen dabei auf ein funktionierendes Team, das für Sicherheit und Bodenhaftung sorgen soll.

Wo der Weg hingeht, das weiß sicherlich nur der Fußballgott allein. Denn auch wenn sich „Uns Uwe“ mal wieder sorgt, man könne „seinen Fiete“ verheizen, gibt es für beide Möglichkeiten prominente Beispiele.

 

So debütierte auch ein Julian Draxler, im Januar 2011, mit 17 Jahren, bei Schalke (übrigens gegen den HSV). Er ist heute Kapitän der U21 und spielt, wenn er nicht gerade für Paris Saint-German aufläuft, auch unter Jogi Löw in der Nationalmannschaft.

 

Leroy Sané erhielt im Alter von 19 seinen ersten Profivertrag, bei Schalke, debütierte in der Liga aber bereits 2014 (aufgrund von Verletzungssorgen im Kader, kommt euch das bekannt vor ;-)), gegen, na, gegen wen? Genau, gegen Stuttgart. Heute, das ist bekannt, kickt er erfolgreich bei Manchester City und dürfte, ebenso wie Draxler, wohl zum WM-Aufgebot von Löw, im kommenden Jahr, zählen.

 

Und dann hätten wir da noch Marco Marin, der mit 18 Jahren, im Kader von Mönchengladbach, damals 2. Liga, debütieren durfte. In der Saison 2009/10 zählte er dann bereits zum Stamm der Bremer Weserelf. Von dort zog es ihn, bereits drei Jahre später auf die Insel, wo von Chelsea aus eine wahre Leihodyssee für den in Jugoslawien geborenen Marin begann. Er kennt, mit jetzt 28 Jahren, schon Fußballplätze in halb Europa. Unter anderem kickte er für Florenz, für Anderlecht und Trabzonspor, bevor er bei Oympus Piräus strandete. Nach der WM 2008, im deutschen Nationaltrikot, wurde es auch in der Natio still um den kleinen Flitzer. „Ja, ich könnte mir eine Rückkehr vorstellen und würde sicher vielen Vereinen mit meiner Spielweise helfen können“, so wurde der Linksaußen jüngst in der „Sport Bild“ zitiert.

 

Auch so kann es gehen…

 

Lieber Uwe Seeler. Sorge dich (mal) nicht. Ich habe das Gefühl, Arp, Knöll, Ito, Janjijic und wie unsere „kleinen Großen“ alle heißen, sind bei Markus Gisdol und auch den alten Hasen, rund um Papa Papa in guten Händen. Man merkt ihnen die Freude am Fußball an, man genießt die Sorglosigkeit, mit der sie den Ball verarbeiten, freut sich an ihren Ideen, die sie auf den Platz bringen und darüber, dass ihre Einsätze dafür sorgen, dass einige der Etablierten sich nicht mehr nur auf ihren gut dotierten Verträgen ausruhen können. Vielleicht ist das für sie eine schöne Art des Weckdienstes.

In dem Sinne: weiter so!

Kurz über die 3 Punkte freuen, trainieren, trainieren, trainieren und nach der (doofen) Länderspielpause den Schwung aus dem Stuttgart-Spiel mitnehmen, nach Schalke!

(mg)

Eine Frage bleibt offen

Herrlich! Es gibt einen Vorstandsvorsitzenden eines großen, norddeutschen Fußballvereines, der eine ganze Runde von Journalisten außer Gefecht setzt.
Mit Schweigen!
Und dieser Vorstandsvorsitzende trägt die Raute im Herzen und gehört zum HSV. Wie erfrischend anders.
Mit einem Schmunzeln habe ich mir gerade das „Interview“ von Heribert Bruchhagen, beim gestrigen Doppelpass angesehen. Nach der Feststellung, dass die ewig selben Fragen nach Kühne und Gisdol ihn „ermüden“, hat er anschließend großartig mit Schweigen gepunktet. „Es ist von meiner Seite aus alles gesagt.“ Punkt.
Vielleicht ist keiner der „Experten“ drauf gekommen mal zu fragen, ob es gerade nach dem Spiel gegen die Bayern nicht einfach ziemlich doof wäre, den Trainer infrage zu stellen. Vielleicht sind sie aber auch schon auf Krawall gebürstet ins Studio gekommen, weil das ja Quote bringt, immer und immer wieder auf den HSV einzuprügeln. Vielleicht ist ihnen aber auch nichts Besseres eingefallen.
Ich gehe mal von Letzterem aus, weil es an der Leistung der Mannschaft am Samstag einfach mal nicht viel auszusetzen gab.

Als eine gute Stunde vor Beginn des abendlichen Topspieles die Mannschaftsaufstellung rausging, schaute ich ein wenig verwundert darauf. Gisdol mischte Beton an und stellte mit Diekmeier, Mavraj, Papa, van Drongelen, Jung, Santos und Sakai eine kompakte 7-er Defensivkette vor die Offensivabteilung.
90 Minuten zerstörerisches Abwehrspiel? Das, so dachte ich, kann nicht gut gehen.
Nun sieht man ja meist schon in den ersten fünf Minuten, wohin die Spielreise des HSV jeweils geht.
Und so war ich denn auch nach dieser Zeit bereits positiv eines Besseren belehrt.
Mit einem frühen Gegenpressing trumpften die Hanseaten gegen überraschte Bayern auf.

Abteilung Sturm, mit Hunt, Hahn und Wood wurde dabei auch aus der eigenen Defensive immer wieder unterstützt. Diekmeier und auch Santos gingen über außen mit nach vorne und versuchten, die Murmel in den gegnerischen 16er zu bekommen. Und so hätte es auch in der 3. Minute im Ulreichschen Tor schon klingeln können. Leider landete Hahns Nachschuss direkt in Ulreichs Armen.
Bereits in der 7. Minute hätte es das erste Gelb für die Bayern geben müssen, als Tolisso unsauber gegen Wood arbeitete. Die Pfeife des Schiris blieb aber stumm.
Die Bayern überwanden ihre Überraschung und wurden mobiler, blieben im Abschluss aber erfolglos.
Kämpferisch ist dem HSV überhaupt kein Vorwurf zu machen. In dem hart geführten Duell gegen den Rekordmeister gewinnen sie 53 Prozent der Zweikämpfe. Da nutzen auch 73 Prozent Ballbesitz der Telekom-Truppe nichts. Leider will es mit weiteren, guten Torchancen unserer Jungs aber auch nicht so wirklich klappen.

In der 39. Minute dann die Szene, die ganz Fußballdeutschland noch heute beschäftigt. Im Mittelfeld rutscht Jung Coman mit Anlauf in die Beine, verfehlt den Ball um Milisekunden und sieht für diese Aktion Rot.
Gerade Jung, der im gesamten Spiel eher unauffällig (aber effektiv) seiner Aufgabe nachkam! Leute, Leute, da gab es schon andere Szenen, die rotverdächtiger waren! Wie wäre es zum Beispiel mit dem Ellenbogencheck von Vidal an Hahn, in der 17. Minute? Das ist dem Schiri nicht mal eine Gelbe wert!
Mindestens so geschockt wie die Fans ist Jung selber, der sich nach dem Spiel, mit einer großartigen Geste noch bei Coman entschuldigt.

Zu Zehnt gegen die Bayern. Über eine Halbzeit lang. Man mag sich denken, was die meisten von uns erwarteten.
Mit 0:0 geht es in die Pause, aus der die Bayern aggressiver rauskommen. Nach sieben Minuten Spiel auf ein Tor fällt es. Das 1:0 für die Gäste. Eine kurze Unaufmerksamkeit in der Innenabwehr gibt Müller die Chance, zum ungedeckten Tolisso zu passen, der seine Chance eiskalt nutzt.
In der 54. Minute grätscht Süle Sakai im 16er aus dem Weg. Aber es ist ja der HSV, also: kein Elfmeter…

Wer jetzt dachte, Hamburgs Trainer würde sich mit der knappen Niederlage zufriedengeben, der sah sich getäuscht. Er wechselte offensiv Holtby gegen Hunt.
In der 76. Minute kommen Kostic und Ito für Hahn und van Drongelen.
Respekt Herr Gisdol! Das nenne ich mal mutig.
Aber im Nachhinein eine gute Entscheidung. Beide Spieler bringen nochmal Schwung ins Spiel der Rothosen, die wahrlich nicht nur zerstören, sondern lieber punkten wollen. Leider klappt das nicht mehr.

Nach 93 Minuten pfeift der Schiri ab. Ein gutes Spiel unserer Jungs, bei dem Einsatz, Wille und Kampf stimmten. Leider hat man es wieder nicht geschafft, sich mit einem Tor zu belohnen.
Das Team hat mit einer Gesamtleistung jedoch Schlimmeres verhindert und hätte ein Unentschieden durchaus verdient.
Eine Frage jedoch bleibt unbeantwortet (also außer die von Bruchhagen zum Thema Gisdol 😉) WARUM nicht öfter so?
Mit der gezeigten Spiellust und dieser Einstellung hätte man es locker gegen Mainz oder Hannover schaffen können!
Womit wir wieder im Konjunktiv wären, von dem auch Gisdol langsam genug haben dürfte. Es müssen Punkte her! Am besten gleich am kommenden Wochenende in Berlin!
(mg)
P.S.: ein dickes Lob gebührt auch dem 12. Mann. Die Fans haben unsere Jungs nach vorne gepuscht und mit lautem Applaus jede gute Aktion belohnt. Auch die vom vielgescholtenen Mathenia, der ein sauberes Spiel ablieferte.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Haben Sie mehr Mut, Herr Gisdol!

Es ist undankbar, einen Blog über die Niederlage in Leverkusen zu schreiben, wenn man persönlich merkbar angezählt ist.

Angezählt von diversen Abstiegskämpfen der vergangenen Jahre.

Angezählt von Emotionen, wenn es um die Art und Weise geht, WIE man Spiel um Spiel verliert und mal wieder auf die Tabelle schaut, auf der der HSV Stück für Stück erneut in Regionen rutscht, die ihm so wohlbekannt sein dürften.

Angezählt von den immer und immer wieder gleichlautenden Aussagen von Spielern und Management, die da was von „wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen“ oder „wir haben mit unseren Fehlern dem Gegner die Tore ermöglicht“ erzählen.

 

Wenn ich dann noch Aussagen im Netz lese, die Verbesserungen gesehen haben wollen dann frage ich mich: wie muss man spielen, um schlecht zu spielen?

 

Ja, wir haben mit Verletzten zu kämpfen. Allerdings haben das andere Vereine auch. Und selbst Jens Todt spulte in den vergangenen Wochen mantraartig „das darf kein Grund für unsere Leistung sein“ runter.

Hinzu kommt, dass es ja, wenn wir ehrlich sind, eigentlich „nur“ zwei Stammkräfte sind, die zurzeit nicht auflaufen können.

Kostic und Müller fehlen, als unsere effektive Flügelzange.

Jedoch macht ein Kostic allein, das hat das Spiel gegen Leipzig gezeigt, auch längst noch keinen Sommer und ein van Drongelen ist für mich nach zweieinhalb Spielen noch keine Stammkraft.

Aaron Hunt als solche zu bezeichnen… naja. Mal mehr, mal weniger. Ich halte ihn zudem noch immer für zu langsam, im geplant schnellen Umschaltspiel, das Markus Gisdol gerne sehen würde.

Schade ist, dass Ekdal erneut verletzt ist. Er war, gemeinsam mit Walace gerade dabei, sich einzugrooven.

Und obwohl Gideon Jung gestern für mich, ein gutes Spiel gemacht hat, (ja, ja, beim 1:0 hat er gepatzt…), darf man nicht vergessen, dass der Junge, aufgrund eben erwähnter Verletzungen, ständig seine Position wechseln muss.

 

Gisdol läuft, personell gesehen, auf dem Zahnfleisch. Und seine gestrige, ungewöhnlich offensive Aufstellung, in einem 4-3-3 System, verpuffte im Leverkusener Abendrot.

Wood kann man sein Engagement wahrlich nicht absprechen. Aber wenn über die Flügel so gar nichts kommt, dann kann auch der beste Stürmer nicht netzen.

 

12:0 Tore, in den vergangenen vier Spielen. Die Torflaute nimmt Fahrt auf.

André Hahn vergibt eine 100prozentige und auch Salihovic drischt lieber den Ball aus der 2. Reihe aufs Tor, als dass er versucht, vorne eine Anspielstation zu finden.

Die Statistik will 12 Torschüsse der Hanseaten gezählt haben.

Davon habe ich wohl zehn verdrängt.

 

Auch ansonsten haben die Statistiker eine ausgeglichene Bilanz aufgestellt.

Sie zählten 20:18 Freistöße, 51:49 Prozent Ballbesitz, gar eine Passquote von 82 Prozent und 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe für den HSV.

Aber, wie sagte es Dietmar Hamann gestern bei Sky so treffend: „dann haben sie die entscheidenden Zweikämpfe, in den jeweiligen 16ern wohl nicht gewonnen.“

 

Für mich fängt das Tordebakel nicht erst am 16er an. Klar, dort sind einige von den Rothosen versemmelten Bälle im Nirwana verschwunden, aber es hapert im Spielaufbau.

Ein Sakai ist noch immer zu viel mit sich selbst beschäftigt, ein Diekmeier ist zwar schnell, aber beim flanken haperte es erneut mit der Genauigkeit.

Im Mittelfeld wurden zwar lustig die Bälle hin-und herverschoben, ging es nach vorne, war das Spielgerät dann allerdings schneller beim Gegner, als man selber gucken konnte.

 

Und hinten stand die Abwehr rund 20 Minuten wie eine Eins. Aber man kann inzwischen Wetten darauf abschließen, wann der erste eindöst und die komplette Viererkette löchrig wird, um als Escorte den Gegner zum Tor zu begleiten. Auch hier lag Hamann richtig, als er mehr Leadership forderte, um die Abwehrkette zu dirigieren.

 

Richtig geärgert habe ich mich über die Situation, kurz vor der Pause. Ein Ball auf unser Tor trudelte in Richtung Seitenlinie. Er war noch nicht im Aus, aber ALLE Hamburger blieben einfach stehen! Ein Leverkusener jachtete hinterher, bekam ihn noch, brachte ihn aber unsauber auf unseren Kasten. Und das bei einem Spielstand von 2:0! Kinners! Das sagt viel über den Willen aus, doch noch was zu drehen!

 

Dann gibt es die Leute, die ständig danach schreien, der Jugend doch mal eine Chance zu geben, Jatta aber, bei seinem 2. Einsatz bereits die Bundesligatauglichkeit absprechen.

Ja, was denn nun?

Ich selber fordere auch immer wieder „Jugend auf den Platz“. Man muss Talente fördern. Stück für Stück. Auch in Hamburg.

Allerdings darf man dann auch nicht vergessen, dass denen die komplette Spielpraxis, unter Matchbedingungen fehlt!

Leider!

Ein Jatta kann seine Schnelligkeit nicht ausspielen, wenn er unsaubere Pässe erst einfangen muss, oder auf engstem Raum keine Unterstützung findet, um sich freizulaufen.

Aber ich hoffe, dass auch Gisdol es bemerkt hat, dass mit der Einwechslung von Jatta und Waldschmidt wesentlich mehr Bewegung auf dem Feld war. Ich hätte auch liebend gerne mehr von Bundesligadebütant Tatsuya Ito gesehen, hoffe, bald Jann-Fiete Arp wieder im Kader zu haben und Janjicic spielen zu sehen.

 

Jetzt wird der ein oder andere wieder sagen, es sei keine Zeit für Experimente. Ich allerdings frage: wenn nicht jetzt, wann dann?

Wann sollen die Jungen in Deutschlands höchster Fußballliga Erfahrungen sammeln, Automatismen üben, Laufwege kennenlernen und Selbstbewusstsein tanken? Immerhin ist die Saison noch jung und nicht hoffnungslos verfahren.

Ich befürchte, dass, wenn die Verletzten alle wieder fit sind, verschwinden die hoffnungsvollen Talente wieder im Kader der U21. Was sehr schade wäre!

 

Apropos Selbstbewusstsein, das hat der Trainer, nach dem gestrigen Spiel übrigens der kompletten Mannschaft abgesprochen. Man sei verunsichert, so Gisdol vor dem Sky-Mikrofon. Es sei an ihm, die Mannschaft jetzt wieder mental aufzubauen. Keine zuversichtliche Aussicht auf das so wichtige Nordderby, am kommenden Samstag!

Markus Gisdol sei hiermit viel Glück dabei gewünscht. Denn ich mag diese „wir waren nicht bei 100 Prozent-Phrasen“ wirklich nicht mehr hören!

Schon gar nicht nach dem Spiel gegen unseren Lieblingsfeind, Werder Bremen!

(mg)

Ich habe da meine eigene Meinung

Ich bin immer noch angepisst, ob der Leistung unserer Spieler im Pokalspiel.
Ok, Osnabrück ist eingespielt, schließlich haben sie schon 4 Ligaspiele hinter sich, sie haben sich gezielt verstärkt und vor allem haben sie sich vorgenommen, das Unmögliche zu schaffen und sich im Pokal das Selbstvertrauen für die Liga zu holen.

Daß der Drittligist gegen den Erstligisten nicht offen aufspielt, das war zu erwarten, erst recht, weil der Gegner HSV heißt, der bekanntermaßen mit Ballbesitz nicht so scheusslich viel anfangen kann.
Die rote Karte war somit im Grunde das Beste, was den Osnabrückern passieren konnte.
Man hat sich noch mehr eingeigelt, man hat das Ereignis dazu genutzt, sich zu pushen und das Publikum hat nochmal eine Schippe an Emotionen draufgelegt.

Und was machen wir? Der gegnerische Drittligist ist nur noch zu Zehnt, das Ding schaukeln wir nach Hause … so die Einstellung unserer Spieler.
Und das kotzt mich an!
Anstatt, daß man sich sagt: „Jau, der Gegner ist nur noch zu Zehnt, jetzt legen wir ne Schippe drauf und versuchen uns an der Operation Kantersieg. Die hauen wir jetzt weg“…
Vollkommen emotionslos. Die Abwehr pennt, vorne agiert man auch oft nur halbherzig … das sah aus wie Dienst nach Vorschrift.

Ok, man muß jetzt wegen der Liga noch keine Panik schieben, aber mit der Einstellung wird das nichts, darüber sollten wir uns alle im Klaren sein. „Das ist ja nur Augsburg und die haben auch gegen nen Drittligisten verloren“.
Dieses Augsburg stand im Frühjahr ähnlich wie wir mit dem Rücken zur Wand und hat uns aufgrund der eindeutig besseren Einstellung mit 4:0 aus dem Stadion gefegt.
In diesem Spiel hätten wir alles klar machen können und haben drauf verzichtet. Wir waren nicht gallig genug, wir wollten die Sieg nicht unbedingt.
Und genau die gleiche Situation steht uns jetzt auch wieder bevor: Augsburger, die heiß sein werden, um den Saisonstart nicht vollends zu vergeigen, gegen den HSV.

Aber gegen welchen HSV? Gegen den engagierten, der sich in die Partie reinbeißt, in der Papa hinten alles abräumt und Mavraj mit konzentriertem Spiel alles daran setzt, daß die Bälle erst gar nicht so weit kommen?
Mit Offensivspielern, die dem gegnerischen Torhütern mal so richtig einheizen?
Oder sehen wir den Papa mit 0% gewonnen Zweikämpfen (wie in Osnabrück), den Mavraj, der dem Aussen zusieht, wie er den Stürmer, der hinter ihm steht in aller Seelenruhe anspielen kann, der neben dem Gegenspieler hertrabt?

Nun wird ja von den Journalisten als Schuldiger Jens Todt ausgemacht, der mit seiner Personalpolitik dafür gesorgt haben soll, daß auf dem Platz viele Spieler standen, die im Grunde weg wollten oder auch weg sollten.
Sorry, aber das ist Mumpitz! Die schlechtesten Spieler waren Jung, der zwar engagiert war, aber dem nicht all zu viel gelang, Papa und Mavraj.
Keiner dieser drei Spieler stand auch nur ansatzweise zur Disposition.
Müller sei lustlos gewesen, weil er sich vor dem 2:0 hat tunneln lassen.
Quatsch, er als Stürmer war immerhin in der Lage sich tunneln zu lassen, während die gesamte Defensive zu weit weg war, um eingreifen zu können.

So oder so, unser Spiel ist darauf angelegt, daß wir engagierter spielen, als der Gegner.
Die Mentalität der Mannschaft ist allerdings so, daß wir nur engagiert spielen, wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen.
Und das prangere ich eindeutig an.
Gisdol beschwert sich, in Hamburg würde man alles so negativ sehen.
Ja was denn? Unsere Erfahrungen sind nunmal sehr negativ und es ist an der Mannschaft, mal zu zeigen, daß man ihr vertrauen kann. Dieses Vertrauen, ist wieder einmal enttäuscht worden. Woher soll das Vertrauen in die Mannschaft denn kommen?

Unsere Personalpolitik war in diesem Sommer sehr davon geprägt, daß wir auf Spieler mit Mentalität geachtet haben.
Stand jetzt vergebens. Und das verstehe ich nicht. Wie kann es sein, daß Mentalitätsmonster wie Papdoupolos so lustlos agieren?
Wir als Fans tun alles dafür, daß die Mannschaft angefeuert wird. Darüber brauchen wir uns am Sonntag auch nicht beschweren.
Unsere Fans waren da, unsere Fans haben die Mannschaft so gut es ging unterstützt. Und auch am Samstag wird die Unterstützung wieder da sein. Woran liegt es, daß die Mannschaft immer wieder in den entscheidenen Momenten nicht hochmotiviert auftritt, sondern eher ihr normales Programm abspult?

Es ist egal, mit welcher Aufstellung wir am Samstag spielen. Eine Chance haben wir nur, wenn wir ein Volldampfspiel hinlegen. Ich bin mir da noch nicht so sicher. Augsburg dagegen wird Volldampf machen, da bin ich mir sicher. (fb)

Untergang oder Warnschuß?

Aus! Aus im Pokal, in der 1. Runde. Nichts Neues für Fans und Mannschaft des HSV. Schlimm ist nur, WIE man sich den in der Unterzahl spielenden Osnabrückern ergeben hat.

 

Die ersten 20 Minuten sahen wirklich nicht schlecht aus. Statt den Ball ständig vom Torwart in Richtung Sturmspitze zu dreschen und damit das Mittelfeld zu überspielen, kamen sichtlich geübte Passkombinationen zum Einsatz und das ein oder andere Schmankerl machte Hoffnung auf mehr. Sowohl der VFL Osnabrück als auch der HSV schenkte sich nichts. Heiße Zweikämpfe brachten bereits nach fünf und sieben Minuten die ersten Gelben Pappen. Jeweils eine auf jeder Seite. Hinten standen beide Mannschaften kompakt.

In der 19. Minute dann senst Appiah Wood kurz vor dem Strafraum um. Konsequente Entscheidung von Schiri Aytekin (der mir im Übrigen gestern gut gefallen hat!), Rote Karte. Die Rothosen 70 Minuten in der Überzahl.

Einige HSV – Fans lehnten sich bequem in ihren Sitzen zurück. Da konnte ja jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen…

Denkste!

Für mich persönlich besonders bedenklich das Statement von Markus Gisdol, zum Platzverweis des Osnabrückers. Sinngemäß erklärte er, der HSV hätte anschließend wohl gemeint, einen Gang runterschalten zu können und nur noch mit 50% in die Zweikämpfe gehen zu müssen.

Eine längst bekannte und ebenso gefährliche Erkenntnis, haben die Hamburger doch genau aus diesem Grund in den letzten Spielzeiten schon den ein oder anderen Punkt liegengelassen.

Der besorgte Zuschauer fragt sich inzwischen, ob der vielbeschworene Teamgeist und die ebenso oft betonte Lust auf den Saisonstart wohl in der Kabine geblieben sind.

 

Die Osnabrücker reagierten und stellten voll auf Defensive. Der HSV rannte wie ein bockiges Kind immer und immer wieder auf das gegnerische Tor. Allerdings ohne dabei besonders große Gefahr auszuüben. Ein ums andere Mal scheiterten sie am Bollwerk des VFL und an dessen gutem Torwart. Der hohe Ballbesitz resultierte letztendlich aus viel Geschiebe rund um den gegnerischen 16er, ohne dem Kasten wirklich näher zu kommen. Das sah irgendwie hilflos aus!

 

Es kam, was kommen musste. Wer vorne nicht trifft, kassiert hinten Tore.

In der 39. Minute ging der „Kleine“ gegen den „Großen“ in Führung. Unsere Abwehr schlief den Schlaf der Gerechten. Denn während sich alle auf Sangaré konzentrierten, schob der quer und der völlig freistehende Savran musste nur noch den Fuß hinhalten.

 

André Hahn versuchte kurz darauf einen Lupfer. Die Betonung liegt auf versuchte. DAS hätte der Ausgleich sein müssen! Die Führung hatte anschließend Nikolai Müller auf dem Fuß. Nach seinem Schuss suchen die Osnabrücker den Ball wohl immer noch auf dem Stadiondach…

 

Das Spiel der Hanseaten in der  2. Halbzeit beschreibt der Liveticker der Osnabrücker Zeitung eigentlich mit einem Satz ganz gut:

„Das Spiel wird wahrscheinlich weiter nur in eine Richtung laufen, zumindest deutet der HSV es an. So lange keine Gefahr entsteht, alles gut!“

 

Wer jetzt drauf gehofft hatte, dass dem Drittligisten irgendwann die Puste ausgeht, der sah sich getäuscht. Sie standen in der Abwehr mit Mann und Maus und mussten eigentlich nur noch auf einen Fehler des HSV warten.

Und der kam dann in Minute 62. Nachdem auf der linken Seite die komplette Hamburger Abwehr ausgespielt war, stand Heider in der Mitte richtig, um den Ball zum 2:0 ins Netz zu drücken.

Eine Frage bleibt hier offen: warum war es gerade Nikolai Müller, der dem Torschützen noch am nächsten stand?

Zehn Minuten später jubelte einer, der nicht so wirklich jubeln wollte. Ahmet Arslan, einst selber HSVer versetzte seinem ehemaligen Arbeitgeber den Todesstoß. Und wieder ging es über die Flügel in die Mitte, wo sich Sakai selber außer Gefecht setzte und sonst niemand zu sehen war.

 

Der Elfmeter, in der 75. Minute, den Wood sicher verwandelte, mutierte nur zu einer Schönheitskorrektur des blamablen Ergebnisses. Es blieb beim 3:1, auch wenn der HSV in den letzten zehn Minuten nochmal aufdrehte. Doch das laue Sturmüftchen war viel zu harmlos und ein-, zweimal kam auch noch Pech dazu.

 

Kompliment an die Osnabrücker. Ihr habt den Sieg mehr gewollt.

Was bleibt als Fazit für den HSV?

Wer dachte, dass die Abwehr endlich sicherer steht, sah sich gestern getäuscht. Wer dachte, die Sturmflaute sei vorüber, der sah sich gestern getäuscht. Wer dachte, die Mannschaft sei gefestigter, der sah sich gestern getäuscht.

 

Klar ist die Zeit für einen Abgesang noch viel zu früh. Allerdings sollten Mannschaft, Trainer und Sportchef gewarnt sein.

Wie sagte Gisdol so schön: „Wir sind auf dem Boden der Tatsachen zurück.“ Der Zuschauer bleibt mit der Frage zurück: was hat ihn darauf gebracht, dort jemals weggekommen zu sein?

 

Ach, eins noch: dass auch der FC Augsburg gestern, gegen Magdeburg rausgekegelt wurde sollte uns nicht wirklich ein Trost sein.

Denn können wir wirklich am kommenden Wochenende die 3 Punkt in Hamburg behalten: nach Augsburg kommen noch 16 andere Gegner. Und die, die bisher ihren Pokalfight hinter sich brachten, haben alle gewonnen…

 

Zurück bleiben die Fans. Einige mit einem Fragezeichen im Gesicht, andere mit Ausrufezeichen. Und dann gibt es noch die, die meinen, sich langsam an solche Vorstellungen zu gewöhnen. Tun sie es wirklich? Ich glaube nicht. Es ist einfach nur noch traurig und macht irgendwie müde.

 

Last but not least sind jetzt wirklich der Worte genug. Wir wollen von niemandem im Vorfeld des nächsten Spieles sowas hören, wie man sei heiß auf das Spiel, oder dass die Mannschaft ein anderes Gesicht und Reaktion zeigen wird. Diese Phrasen kennen wir alle zur Genüge. Ich für meinen Teil möchte die Reaktion nicht aus dem Mund von Spielern, Trainer oder Spodi hören, sondern sie auf dem Rasen sehen! Die Frage bleibt, ob sie es wirklich besser können…

(mg)

 

Wohin wird die Reise gehen? Der HSV in der Startphase zur neuen Saison

In drei Tagen geht die Spielzeit 2017/18 in die Startlöcher. Im Pokal messen sich die vermeintlich Kleinen mit den Großen des fußballerischen Oberhauses.
Eine Woche später später steht dann der Bundesligastart auch in der 1. Liga auf dem Spielplan.

Ich für meinen Teil bin gespalten, was die Transfers des HSV angeht.
Ich habe den Eindruck, dass wir mit den Verkäufen Lücken aufreißen, um sie mit Neuzugängen wieder zu stopfen, während wir die Spieler, die eigentlich gehen könnten, nicht loswerden. Ob uns das so wirklich weiter nach vorne bringt, wird sich zeigen.

Ebenso, ob die Diskussionen um einen Abgang von Santos, nur ein weiteres Gerücht für das Medien-Sommerloch sind (Markus Gisdol will ja nichts von einem Wechselwunsch wissen). Allerdings würde die Verpflichtung von Stafylidous, vom FC Augsburg, auch hier einen 1 zu 1 Tausch bedeuten.

Dann wird ein Gregoritsch nach Augsburg verkauft und ein Hahn verpflichtet.
Ein Transfer, den ich insofern nicht nachvollziehen kann, als dass Gregerl unter Gisdol selten auf seiner bevorzugten Position als klassischer Mittelstürmer auflaufen durfte, sondern eher auf rechts die Außenlinie beackern musste. Zudem ist sicherlich auch seine Freistoßstärke nicht zu unterschätzen.

Anders sieht es in der Innenverteidigung aus. Dort herrschte ja in der letzten Saison ständig akute Brandgefahr. Vor allem dann, wenn Papadopoulus verletzt war und Mavraj nicht seinen besten Tag hatte.
Die beiden verfügen leider über ein hohes Kartenpotential, da sie nur allzu gerne in teils hitzige Diskussion mit dem Schiedsrichter gehen. Zudem spielt insbesondere Mavraj oft eine brisante Abwehrtechnik, die nicht selten mit einem Foul endet, das dann wiederum zu torgefährlichen Freistößen (oder Schlimmerem) führt.

Die Verpflichtung von Papadopoulus sehe ich ebenfalls noch immer mit gemischten Gefühlen. An seinen Qualitäten besteht sicher kein Zweifel. Auch kann jede Mannschaft ein solches „Motivationsbiest“ bestens gebrauchen.
Mich stören die sechs Millionen, die wir für einen relativ verletzungsanfälligen Innenverteidiger, an Rudi überwiesen haben. Ein wenig erinnert mich diese Verpflichtung an die von Lasogga, der seinerzeit für irre acht Millionen (und einem noch irreren Gehalt) von Berlin in die Hansestadt wechselte. Und das „nur“, weil er aktiv am Klassenerhalt beteiligt und von dort aus zum Publikumsliebling mutiert war. Wo Lasogga heute steht, wissen wir alle.

Nun denn, nach dem Weggang von Johan Djourou bestand insbesondere in der IV noch höherer Handlungsbedarf. Hier hat der sportliche Vorstand, als Back up für Papa und Mavraj, gute Arbeit geleistet und mit Bjarne Thoelke und Rick van Drongelen jung und (hoffentlich) erfolgshungrig aufgerüstet.

Dabei helfen, nicht mehr zur Schießbude der Liga zu werden, soll auch unsere neue Nummer 1, Christian Mathenia und alternativ Julian Pollersbeck.
Pollersbeck lernt gerade, dass die Bundesliga vielleicht doch ein noch anderes Kaliber ist, als die U21, mit der er vor einigen Wochen Europameister geworden ist.
Nach dem Hype um das neue „Feierbiest“, ist er durch seine Fehler in den Testspielen noch rechtzeitig wieder auf dem Boden gelandet und weiß, dass noch viel Arbeit vor ihm liegt.

Und in der Offensive?
Tja, da liegen die Hasen im Pfeffer. Da sitzen auch die Probleme, die bei Wood zur hohen Aufstockung seines Gehaltes geführt haben und nun die Wechselgerüchte um Nikolai Müller befeuern.
Didis Gehaltsverhandlungen haben bei Beratern, Spielern und Co stets ein Grinsen im Gesicht hinterlassen und sorgen momentan noch dafür, dass die Gehaltsschrauben sich nicht so ganz in die Richtung drehen, wo Vorstand und Aufsichtsrat sie gerne hätten.
Denn warum soll ein Wood für weniger Kohle auflaufen, als ein Lasogga, der zudem noch meistens die Bank drückt?
Deshalb begrüße ich die Entscheidung des Vorstandes, nicht mit Müller zu noch höheren Bezügen zu verlängern, sondern ihn, mit einem weinenden Auge, im kommenden Jahr ablösefrei ziehen zu lassen.
Der HSV darf sich nicht mehr erpressbar machen. Und wenn Müller den Charakter hat, den ich ihm durchaus zutraue, geht er auf eine erfolgreiche Abschiedstour mit dem HSV.
Was von Waldschmidt und insbesondere Schipplock zu erwarten ist? Da hilft wohl nur ein Blick in die Kristallkugel…

Auf den weiteren teuren „Altlasten“ werden wir anscheinend sitzenbleiben. Lasogga, Hunt und Holtby könnten wohl gehen, wenn denn ein adäquates Angebot vorliegen würde. Tut es aber nicht. Gerade sie sollten sie sich deshalb darüber im Klaren sein, dass Phrasen wie „wir waren heute nicht bei 100%“ gleich in der Mottenkiste bleiben sollten.

Überhaupt hat sich im spielbestimmenden Mittelfeld weder defensiv noch offensiv etwas getan, was Neuverpflichtungen angeht.
Es bleibt zu hoffen, dass sowohl Walace als auch Jung, die hinter Hunt, Holtby und Ekdal, wenn er nicht verletzt ist, für den Spielaufbau zuständig sind, in den Trainingslagern speziell an ihrer Kreativität und Technik gefeilt haben, damit der SpielAUFBAU zukünftig seinen Namen auch verdient.
Insbesondere an der Schraube wollte Gisdol ja, nach eigener Aussage, noch justieren.

Spannend wird, die Entwicklung von Porath zu beobachten (wenn er denn nicht noch verliehen wird), der genauso zu den Profis aufschließen möchte, wie Stürmertalent Fiete Arp. Der wird jedoch sicherlich noch einen weiteren Weg vor sich haben, als Bakery Jatta, der mir in den Testspielen gut gefallen hat. Er braucht allerdings eine gefestigte Mannschaft um sich herum, um Selbstbewusstsein zu tanken und auch so zu spielen.

Zu hoffen bleibt auch, dass schwere und langwierige Verletzungen weitestgehend ausbleiben, so dass sich zum Beispiel ein Gotoku Sakai oder auch Gideon Jung ganz auf ihre gelernten Positionen konzentrieren und somit das Mannschaftsspiel technisch weiterentwickeln können.
Abschließend hoffe ich auf eine Saison, in der wir endlich mal nicht bis zum letzten Spieltag als heißer Abstiegskandidat gehandelt werden…

Ich bin übrigens zu 100% bei Max Eberl und Jörg Schmadtke, die sich dafür einsetzen, die Transferphase im Sommer mit dem Anstoßpfiff des ersten Bundesligaspieles enden zu lassen. Was macht es für einen Sinn, noch zwei, drei Wochen mit einer Mannschaft zu spielen, die im Anschluss daran nie wieder in der Form auf dem Rasen steht? Denn eigentlich sollte jeder Trainer pünktlich zum ersten Spieltag seine Stammelf gefunden haben, ohne am nächsten Wochenende auf einigen Positionen erneut anders aufzustellen und vielleicht auch noch seine angedachte Spieltaktik durcheinanderwürfeln zu müssen.

Last but not least: Zum 222 Millionen Transfer von Neymar fehlen mir jegliche Worte. Für mich ist er das beste Beispiel dafür, dass der Profifußball, egal ob national oder international, auf einem gefährlichen Weg ist. Wir alle wissen, was mit immer weiter aufgepusteten Blasen irgendwann mal passiert.
(mg)

Jung und heiß. Ich könnt schon wieder…

Nun beginnt sie wirklich, die fußballlose Zeit.
Bis gestern hatte der hartgesottene Freund des Ballsportes noch Programm. Und während der ein oder andere mit einem mitleidigen Lächeln und großer Vehemenz die Spiele des Confed Cups in Russland erst gar nicht einschaltete, erfreuten sich andere von Spiel zu Spiel mehr an den jungen Wilden, die Jogi zum Turnier gebeten hatte.

Die Stammspieler sollten sich ausruhen. Müller, Boateng und Co durften also urlauben, während Draxler, Kimmich und der von vielen noch immer für seine Schwalbe ausgepfiffene Timo Werner das Warm Up für die WM im kommenden Jahr bestreiten durften. Ja, sie DURFTEN. Denn im Laufe des Turniers mag bestimmt so mancher „Stammspieler“ verwundert geschaut haben, läuft er doch inzwischen Gefahr, dass ihm der ein oder andere Bubi den Rang abgelaufen hat.
Dass Deutschland eine Turniermannschaft ist, das ist bekannt. Dass sich die bunt zusammengewürfelte und zudem mit einem Durchschnittsalter von 23,9 Jahren jüngste Mannschaft des Cups, durchaus harmonisch auf dem Feld präsentierte, damit hatten wohl die Wenigsten gerechnet (zum Vergleich: der gestrige Endspielgegner, Chile, schickte mit einem Durchschnittsalter von 30,9 Jahren, die älteste Mannschaft auf den Rasen).

Inzwischen betrachtet auch Trainer Jogi Löw, der mit sieben Neulingen im Team, bei seinem 6. Turnier den 2. Sieg einfahren konnte, diesen Confed Cup als Glücksfall. So bin ich mir sicher, dass eben dieser vielgeschmähte Timo Werner 2018 mit den deutschen Farben auflaufen wird und Löw vor einem Luxusproblem steht, wenn es um die Kaderauswahl geht.
Das war kein lockerer Test, wie ursprünglich gedacht. Das war Teamgeist, der sich da entwickelt hat, da war bedingungsloser Siegeswillen und da war ein Trainer, der endlich mal wieder Trainer sein durfte (was soll er einem Kedira oder Müller schon noch beibringen?).

Die übrigen Teilnehmer, ließen ihre besten Spielern auflaufen und verloren im Laufe des Turniers das müde Lächeln, mit dem man die „B-Elf“ der Deutschen Nationalmannschaft zuvor oft bedacht hatte.
Von der Presse viel zu schnell als Vorrundenausscheider ausgemacht, zum Confed Cup Sieger. Das schafft wirklich nicht jeder.
Deshalb für mich ein dicker Daumen hoch für Jogi Löw, der (vielleicht unbewusst) genau das Richtige tat, als er die „satten“ Weltmeister fast alle zuhause die Beine hochlegen ließ.
Auch die Auswahl passte. Die Jungs verstanden sich anscheinend prächtig und sie hatten alle ein Ziel vor Augen: am 2. Juli den Pokal in die Luft zu halten und im goldenen Lametta zu stehen. Ich freue mich für Spieler wie Joshua Kimmich, der im Luxuskader des FC Bayern München bisher nie groß zeigen durfte, was er kann. Ich hoffe, Ancelotti hat genau hingeguckt!
Timo Werners und Draxlers Gepäck dürfte auf der Rückreise noch ein Kilo schwerer sein. Denn den Torjägerschuh für den einen und die Auszeichnung als „Bester Spieler des Turniers“ wiegen eben ein paar Gramm. Ich freue mich für beide. Sie dürften nicht nur wegen der beiden Zusatzpreise in den letzten Wochen viel gelernt haben und ein Stück weit gereift sein. Ich gebe zu, ein bisschen Schadenfreude schwingt mit, wenn ich daran denke, dass der selbsternannte „beste Stürmer Deutschlands“ ohne den goldenen Schlappen nachhause fährt. Tja Herr Wagner, Sie hingegen dürften ein Stück weit geerdet sein. Gut so. Denn Diven braucht keine Mannschaft.

Mit einem Titel zu Ende gegangen ist am vergangenen Freitag ein weiteres Turnier. Die U21 schoss die favorisierten Spanier ab und darf sich, erstmals seit 2009, erneut Europameister nennen.
Dabei hatte es Trainer Stefan Kuntz noch einen Ticken schwerer, als sein Gegenüber, Jogi Löw. Denn da beide Turniere zeitgleich stattfanden, lud Löw einige potentielle U21 – Spieler nach Russland und Kuntz musste sehen, „was übrig bleibt“. Dass das bei Weitem nichts Schlechtes war, bewiesen die Youngsters in einem spannenden Turnier, bei dem sie nicht mal ein Elfmeterschießen gegen England ausließen. Mit kollektivem Willen zum Titel. Im Kader Namen wie Max Meyer, Mitchel Weiser und Marc-Oliver Kempf. Da mag der ein oder andere Trainer sich zu Hause wohl verwundert die Augen gerieben haben, während er stolz die Leistungen seiner Schützlinge in Polen verfolgte.

Nicht vergessen wollen wir, dass mit Gideon Jung und Neuzugang Julian Pollersbeck auch zwei HSVer im Kader und teilweise sogar in der Startelf standen. Ob Christian Mathenia den Sieg der Jungs und vor allem die Paraden seines direkten Konkurrenten wohl mit einem weinenden und einem lachenden Auge verfolgt hat? Man wird sehen, was Gisdol aus SEINEM Luxusproblem macht.
Wenn mir ein kleines Fazit erlaubt sei, so mache ich mir um die Zukunft des deutschen Fußballs keine Sorgen. Der Bundestrainer kann aus dem Vollen schöpfen. Und die Stammspieler im kommenden Jahr beweisen, dass sie mindestens noch genauso heiß auf Titel sind, wie es ihre jungen Kollegen vorgemacht haben.

Gleiches wünsche ich mir für den HSV. Natürlich träume ich nicht gleich vom Meistertitel. Aber diese Lust auf Fußball, den Willen zu siegen und alles für sein Team zu geben, das sollte drin sein.
Markus Gisdol seinerseits wird beweisen müssen, dass er aus den Spielern, die ihm zur Verfügung stehen, ein eben solches Team formen kann, wie auch immer das dann aussieht. Denn die Gerüchteküche steht ja noch lange nicht still. Und auch einige Abgänge, mit denen wir vielleicht noch gar nicht rechnen, dürften anstehen.
Es ist zu hoffen, dass bis zum Trainingslager im österreichischen Leogang, das Gros der Mannschaft steht und dass man an den bekannten Mankos, wie zum Beispiel der Eckenverwertung und dem Spielaufbau arbeitet.

Wir werden euch aktuell davon berichten, denn zwei BlogPerlen fahren mit nach Österreich. Freut euch auf viele schöne, hautnahe Berichte. Ich bin jedenfalls schon in Fußballstimmung. Meinetwegen kann es morgen wieder losgehen…
(mg)