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Der vierte Spieltag 15/16

Am Freitag hat unser HSV nach der monatelangen Länderspielpause (gefühlt) den Spieltag eröffnet. Wie überall zu lesen und zu hören war, Gladbach hat sich selber drei Tore eingeschenkt und ansonsten nur den Ball hin- und hergeschoben. Der HSV stand nur so auf dem Platz rum.

Ja ne is klar.
Sicherlich hatte die Borussia nicht den besten Tag. Sie fingen nervös an und nach Jantschkes Assist zum 0:1 hat sich das nicht gerade verbessert. Der bärenstarke Lasogga hat genau auf so einen Faux pas gewartet und ihn eiskalt genutzt.
Danach haben wir nicht wie in Köln alles nach vorne geworfen, sondern diszipliniert weitergespielt. Daraus ergaben sich dann einige wenige Chancen. Eine davon hat wieder Lasogga genutzt, indem er einen gut getretenen Eckball von Ivo eingeköpft hat. Nach der Pause hat Müller dann den langen Abstoß von Drobny versenkt. Alle drei Tore wurden in psychologisch günstigen Momenten erzielt. In der 11. das frühe Tor um Gladbach zu verunsichern, dann in der 44., damit Gladbach nicht mit einem guten Gefühl in die Pause kommt und endgültig den Widerstand haben wir mit dem dritten Tor in der 52. Minute gebrochen.
Also, Gladbach hat nicht die beste Leistung gezeigt, aber wir haben sie diese auch nicht zeigen lassen.

Am Samstag ging es dann mit Bayern gegen Augsburg weiter. Die Augsburger waren diszipliniert, verteidigten gut und gingen nicht unverdient mit 1:0 in Führung. Nach der Halbzeit drehten die Bayern auf und erzielten folgerichtig auch den Ausgleich.
Und dann der Skandal: Durch eine klare Fehlentscheidung des Linienrichters pfiff Knut Kircher kurz vor Schluß zum unberechtigten Elfmeter, den Müller verwandelt hat. Eine extrem bittere Niederlage.

Gegen die Lilien aus Darmstadt hatte Bayer wenig zu lachen. Während Darmstadt von Anfang an hellwach war und in der 8. Minute das Tor machen konnte, verschlief die Werkself die erste Halbzeit. Nach der Führung machte Darmstadt das, was sie können: Hinten dicht machen. Und Bayer kam damit nicht klar. So werden sich noch andere Vereine die Zähne an den Lilien ausbeissen. Zum Klassenerhalt wird es trotzdem nicht reichen. Und Leverkusen muß langsam mal in die Spur kommen, wenn sie ihren teuren CL-Kader nicht in Zukunft nur in der EL spielen sehen wollen.

Hannover hat sich gut gegen den BvB gewehrt, aber es war qualitativ ein Klassenunterschied zu sehen. Dortmund geriet zwar erst in Rückstand, aber spätestens nach dem Spiel in Norwegen kann sie sowas nicht mehr schocken. Man of the Match war Hannovers Innenverteidiger Felipe: Ein Eigentor und zwei verschuldete Elfmeter

Hertha vs Stuttgart. Laut Trainer Zorniger war Stuttgart wie in den Spielen zuvor die bessere Mannschaft … ok, aber warum verliert man immer, wenn man die bessere Mannschaft ist? Er hat tolle Offensivspieler zur Verfügung, die Abwehr ist scheiße und die Balance stimmt nicht. Dazu kommt, daß seine Spieler nicht die Luft für 90 Minuten haben. Sorry, aber wenn er das nicht bald in Griff bekommt, dann ist er Trainerentlassung Nr2 (nach Frontzek). Die Hertha war zwar unbequem, aber nicht wirklich gut.

Respekt, Ingolstadt hat in der ersten Halbzeit gegen Wolfsburg gut mitgespielt. In der zweiten Halbzeit konnten sie allerdings nur noch verteidigen. Die Wölfe fällt ohne De Bruyne zu wenig ein, um gegen so herzergreifend verteidigende Mannschaften Lösungen zu finden.

Das Topspiel des Samstags war ein wahres Topspiel … es sei denn, man jubelt für die Kölner. Alexander Meier steigt nach 5monatiger Verletzungspause wieder bei den Frankfurtern ein und schiesst mal ganz nebenbei 3 Tore. Sehenswerter Fußball, die Kölner kamen nie wirklich zum Zug. Die Eintracht kommt mit viel Schwung nach Hamburg.

Am Sonntag spielten erst die Bremer in Hoffenheim und dann die Schalker gegen Mainz. Das erste Spiel erinnerte mich an so manche Not gegen Elend-Spiele des HSV. Vor allem die Hoffenheimer haben in der ersten Halbzeit mies gespielt. Kuranyi war ein absoluter Totalausfall, überhaupt hatte Hoffenheim in ihrer Paradedisziplin, dem Angriff, erstaunliche Schwächen. Als Vargas und Schmid für Zuber und Kuranyi kamen, lief es viel besser. Bremen war nicht gut, war aber leicht besser. Der Sieg geht in Ordnung, wenn auch das dritte Tor zuviel war.

Mainz war auf Schalke die schlechtere Mannschaft. Die Gastgeber waren eindeutig besser, Mainz darf sich bei Karius bedanken, daß die Niederlage nicht höher ausfiel. Ich glaube, Schalke ist auf dem richtigen Weg und wird viele positiv überraschen. Neben dem Trainer, der die Balance zwischen Abwehr, Angriff und Malochen (auf Schalke sehr wichtig) gefunden hat, ist Geis für die Knappen der absolute Glücksgriff.

Für den HSV wird es nächste Woche sehr schwer, aber es ist ja eigentlich immer so, das nächste Spiel ist immer das Schwerste. Vorteil für uns, wir spielen im Volkspark.
Interessant wird nächste Woche, wie Gladbach im Derby abschneidet. Bisher haben die Fans noch alles geschluckt, auch wenn die 4 Niederlagen, und wie sie zustandekommen sind, weh tat. Eine weitere Niederlage, noch dazu beim Derby in Köln, das bringt Unruhe in den Verein. Hoffen wir, daß sich die Borussia fängt. Dort unten gehören andere Mannschaften hin. Aber ich bin da zuversichtlich.
Dortmund bekommt es mit Bayer zum ersten Mal mit einem starken Gegner zu tun. Es muß sich zeigen, ob sie diesem gewachsen sind.

Die CL-Teilnehmer Wolfsburg und Leverkusen tun sich schwer. Leverkusen kommt nicht richtig in Gang, mir kommen die Spieler satt vor, und bei Wolfsburg fehlt die Kreativität De Bruynes. Er war im letzten Jahr oft der Spieler, der den Unterschied gemacht hat. Ich denke, Draxler kann das nicht ansatzweise auffangen.
In Stuttgart und Hannover wird es bald sehr ungemütlich werden, wenn sie nicht bald anfangen zu punkten. Stuttgart spielt zuhause gegen Schalke, das wird sehr schwer, 96 könnte bei schwächelnden und „EL-belasteten“ Augsburgern eine Chance haben.
Wenn diese beiden Mannschaften nicht bald punkten, dann nutzt alle Geduld der Vereinsbosse nichts, die Trainer werden gehen. (fb)

Fietes Bewertung des Transfergeschehens

Nachdem der eine oder andere schon die Transfersaison dieses Sommers bewertet hat, will auch ich meinen Senf dazugeben. Es ist eine sehr ausführliche Analyse, nehmt euch Zeit. Falls ihr es schnell wollt, vorne zähle ich in erster Linie Fakten auf, das Interessante ist die zweite Hälfte.

Es fing mit Batuhan Altintas an. Ein sehr junger türkischer Stürmer, der sich mit seinem bisherigen Verein überworfen hatte und deshalb suspendiert war. Er muß langsam an die Bundesliga herangeführt werden. Er ist vom Training her bald soweit, daß er wieder da ist, wo er war. Nun fehlt ihm die Spielpraxis. Ich vermute, in der Rückrunde wird er in die 2. oder 3. Liga verliehen. Im Sommer kann er dann voll angreifen. Sein Talent blitzte schon so manches mal durch. Eine Investition für die Zukunft, ein Rohdiamant, der geschliffen werden muß.

Dann folgten die Abgänge: Mit van der Vaart, Westermann, Jansen und Rajkovic haben uns 4 Topverdiener verlassen. Für einen richtigen Neuanfang hätte ich auch noch die Verträge von Kacar und Ilicevic auslaufen lassen. Der HSV, und hier spielt Bruno ne wichtige Rolle, hat sich dagegen entschieden und ihnen jeweils einen Jahresvertrag zu geringeren Konditionen angeboten, den beide akzeptiert haben. Im Nachhinein, also Stand jetzt, bin ich zufrieden mit diesen Massnahmen. Kacar bringt die nötige Leistung, ist Teil dieser Mannschaft und stellt sich voll in den Dienst derselbigen. Und Ivo, der seit langem mal wieder verletzungsfrei ist ( toi toi toi) blüht wieder zu alter Stärke auf. Alles richtig gemacht!

Holtby zählt ja auf dem Papier zu den Neuzugängen, ist es ja aber nicht wirklich. Was Didi im letzten Jahr dazu bewogen hat, 8,5 Mio (Leihgebühr 2 Mio + 6,5 Mio Ablöse) für ihn zu zahlen, weiß der Geier. Aber das ist nicht Teil der diesjährigen Transferperiode.

Einige Spieler sind wir nur mit Abfindung losgeworden. Bei Sobiech haben wir das alle akzeptiert, er hatte ganz augenscheinlich nicht das Niveau für die Bundesliga.
Bei Maxi war der Aufschrei groß. Allerdings scheint mir, hat Maxi zu viele andere Flausen im Kopp und Schwierigkeiten, sich auf seinen Job zu konzentrieren. In Mainz ist er auch noch weit weg vom Spielgeschehen, im Moment sieht es so aus, als hätte man die richtige Entscheidung getroffen.

Zoua, dem offensichtlich auch die Qualität für die Buli fehlt, ging ablösefrei

Unser dritter Torhüter Alexander Brunst wurde von Wob für deren Zweite abgeworben. Er wurde durch zwei Spieler ersetzt. Mickel für unsere Zweite und Andreas Hirzel als dritter Torhüter für unsere Bulimannschaft. Er hat in der Vorbereitung ne gute Partie gemacht und gegen Köln auch sein Bundesligadebut gegeben. Daß er dabei zweimal hinter sich greifen musste, lag nicht an ihm. Ich denke, er wird ein guter Nachfolger für Drobny werden, wenn dieser geht.

Der Aufreger der Transferperiode ist der Verkauf von Tah. Eigentlich wollte man doch auf junge Leute setzen und nu wird unser Eigengewächs verkauft. Ich denke, man hat es sich nicht leicht gemacht, aber 7,5 Mio + X sind ein guter Grund. Zumal der HSV dringend Geld brauchte, um es in die Mannschaft zu investieren. (ps: Tah ist zwar im Moment Stammspieler in Leverkusen, aber das auch nur, weil die Stamm-IV verletzt ist )
Dafür hat man dann mit Spahic einen sehr umstrittenen Spieler geholt, ablösefrei zu vertretbaren Konditionen. Schau ich mir die Spiele an, so sehe ich nicht nur einen guten Verteidiger, sondern vor allem einen guten Spieleröffner. Gegen die Bayern hat er zwar etwas heftig hingelangt, aber gegen Stuttgart und Köln einwandfrei gespielt. Die Rote gegen ihn war eine klare Fehlentscheidung.

Mit dem Verkauf von Behrami haben wir uns eines teuren Missverständnisses entledigt.

Und wo wir gerade bei den Abgängen sind:
Petr Jiracek hat sich bei uns nie richtig durchsetzen können und wurde ablösefrei abgegeben.
Matti Steinmann wurde an Chemnitz in die dritte Liga verliehen. Ich kann das nicht richtig einordnen. Ob er, wenn er wiederkommt, die Klasse für die Buli hat?
Gouaida hat meiner Ansicht nach diese Klasse und wurde nach Karlsruhe verliehen. Das tut mir ein klein wenig weh.
Mit Demirbay hat uns ein großes Talent leihweise Richtung Düsseldorf verlassen, mit dem ich eigentlich fest bei uns gerechnet habe. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist groß, Aber trotzdem: irgendwie scheint es nicht so recht zu passen. Meine Vermutung, er wird den Verein im nächsten Sommer ganz verlassen.

Kommen wir zu den Zugängen:
Zu Spahic, Hirzel und Altintas hab ich schon meinen Senf gegeben.
Der Königstransfer ist meiner Ansicht nach Albin Ekdal. Er ist Wunschspieler von Bruno, man hat sich sehr um ihn bemüht und wenn man sich anschaut, wie er spielt, dann zu Recht. Er ist sehr zweikampfstark und auch passsicher. Und wenn sich die Mannschaft richtig gefunden hat, dann wird er auch die richtigen Lösungen finden, da bin ich mir sicher. Noch gibt es das eine oder andere Missverständnis.

Um Michael Gregoritsch hat man sich sehr bemüht. Man hat sich schon am Ende der letzten Saison mit ihm geeinigt, er hat die Relegationsspiele auch intensiv verfolgt, war in Karlsruhe sogar im Stadion. Es hat zwar gedauert, bis man sich mit Bochum einig war, aber man hat Geduld bewiesen. Damals habe ich mich gefragt „Ist er das wohl wert?“, nach drei Spielen muß ich sagen: „Ja, er ist es wert.“ Bemerkenswert finde ich nicht nur, wie reif er schon ist, sondern auch, wie beweglich er bei seiner Größe ist. Ein guter Transfer.

Um auf den Aussenpositionen Druck zu machen, wurde Gotoku Sakai verpflichtet. Ich hatte erst den Eindruck, „Go“ würde sich auf Rechts durchsetzen, oder aber Matze verdrängen, der in der letzten Saison weiß Gott keine dolle Leistung gebracht hat, aber die neue Situation beim HSV, also Spielweise und Konkurrenzkampf, scheint sich positiv auf die beiden Etablierten auszuwirken.

Sven Schipplock von der TSG aus Hoffenheim wurde geholt, um eine gleichwertige Alternative für Lasogga zu haben. Diese Aufgabe löst er gut, auch wenn er erst ein Assist in den Büchern stehen hat.

Der letzte Transfer war wieder ein Aufreger: Aaron Hunt.
Die Verpflichtung des ehemaligen Bremers hat viel Staub aufgewirbelt. Hoffen wir, daß er das bringen kann, was Bruno sich von ihm erhofft.

Die gesamte Transferperiode war davon geprägt, daß man erst Geld freischaufeln musste, bevor man Geld ausgeben konnte. Wir gingen von Anfang an mit einer Belastung durch die 6,5 Mio für Lewis Holtby ins Rennen und mit einer lang anhaltenden Unsicherheit, in welcher Klasse wir diese Saison wohl spielen werden. Das war nicht einfach.

Ziel war es, eine funktionierende Mannschaft auf den Platz zu bekommen, mit hungrigen Spielern, mit einem breiten Kader, der für Konkurrenzkampf sorgt. Es sollten Reize gesetzt werden, die Spieler sollten sich gegenseitig dazu bringen,, bessere Leitung zu bringen.
Man wollte auch neben dem bisher favorisierten 4-2-3-1 auch das 4-3-3 installieren, um taktisch beweglicher zu sein. Schau ich mir den Kader an, der sich ja auch schon im Ligabetrieb beweisen musste, dann denke ich, Peter Knäbel hat mit Bruno zusammen einen relativ guten Job gemacht. Trainer sollte Knäbel nicht werden, dazu fehlt ihm einiges, aber er hat mit den anderen Fachleuten im Verein zusammen einen Kader zusammengestellt, der sportlich passt und der anscheinend auch menschlich passt.

Aus der üblichen Ecke hagelt es schon wieder Kritik. Die Kritikpunkte sind in erster Linie:
a: Das fehlende Konzept: im letzten Jahr Müller, Holtby und Behrami, die so gar nicht zu den Transfers im diesem Jahr passen, Stieber scheint keine Rolle mehr zu spielen. Im letzten Jahr hat Didi ohne Vorbereitungszeit mit einem Trainer, den er innerlich schon entlassen hatte, und ohne SpoDi usw quasi im Alleingang die Transfers durchgeführt. Das war Scheiße, wenn man ehrlich ist. Aber wir reden jetzt von der Transferpolitik unter Knäbels Federführung. Knäbel hat mit Peters und Didi ein Konzept entwickelt, das durchgeführt werden soll. Dieses Konzept unterscheidet sich von dem, was Kreuzer wollte, was Arnesen wollte. Die Transfers von Olic und besonders Diaz passen in dieses Konzept, passen auch zu den Transfer dieses Sommers, auch wenn Ivica im Moment keine Rolle mehr spielt

b: Das fehlende Konzept: Dieses Mal in Bezug auf den erklärten Willen, auf junge Spieler zu setzen. Der einzige jüngere Zugang ausser Altintas, der ja noch keine Hilfe für uns ist, ist ja Gregoritsch. Und es wurden ne Menge junger Spieler abgegeben, inklusive des Eigengewächses Tah.
Jung zeigt, daß sich auch junge Spieler durchsetzen können. Ob er weiterhin Stamm ist, wenn Hunt mitspielt und Diaz wieder in Form gekommen ist, sei dahingestellt. Bruno zeigt aber, jeder hat die Chance sich anzubieten. Andere Trainer hätten den Relegationshelden und Südamerikameister Diaz aufgeboten, auch wenn er noch nicht soweit ist.
Was die Transferpolitik angeht: Oberste Priorität ist es, den HSV wieder in Spur zu bekommen. Wir brauchen erstmal eine funktionierende Mannschaft, die nicht wieder Relegation (oder schlechter) spielt, bevor wir den nächsten Schritt gehen. Nur mit jungen Spielern geht es nur, wenn diese eine herrausragende Qualität haben. Diese kostet aber Geld, viel Geld. Schaut euch mal an, was man für 20jährige ausgibt, die uns jetzt weiterhelfen könnten. Bei Tah haben wir es am eigenen Leib erfahren: 7,5 Mio + Nachschlag. Glauben die Kritiker wirklich, wir könnten bei dem Geld, das wir zur Verfügung hatten, eine konkurrenzfähige Mannschaft mit jungen Leute und ohne den Verkauf von Tah zusammenstellen? Dazu noch ohne das Gerüst einer funktionierenden Mannschaft?
Auf jeden Fall wäre dann die berechtigte Kritik gekommen, wenn wir dann keinen sportlichen Erfolg haben. Schaut euch Hannover an: Im Sturm nur unerfahrende junge Leute. Das Konzept ist mittelfristig ok, aber ich bin sicher, Frontzek wird die Ernte nicht mehr einfahren. Und sie werden Schwierigkeiten haben, mit diesem Kader die Klasse zu halten.

c: zu teure Spieler für die Bank
Man hat ganz bewusst den Kader qualitativ verbreitert. Dafür hat man sogar auf Qualität in der Spitze verzichtet. Sinn ist es, einen ausgeglichenen Kader zu haben, einen Kader, der sich gegenseitig hochpusht. Konkurrenzkampf. Wie sah es denn in den letzten Jahren aus? Die guten Spieler haben immer gespielt, weil man für sie keine Alternativen hatte. Die guten Spieler wurden fitgespritzt, weil man keine Alternativen hatte, die guten Spieler mussten nicht mehr an sich arbeiten, weil sie ja eh spielen. Schauen wir uns nur mal unsere beiden AV an. Dennis und Matze finden zu alter Form zurück. Warum? In erster Linie, weil hinter ihnen kein Marcos oder Götz stehen, sondern ein Sakai, der spielen wird, sobald sie sich auch nur einen Moment lang hängen lassen. Für die anderen Positionen gilt das auch.

d: Hunt
Von Kritikern wird er als Panikkauf verurteilt. Das sehe ich nicht so. Wir suchen schon die ganze Transferperiode einen solchen Spielertypen. Einen der torgefährlich ist und gleichermaßen seine Mitspieler in Szene setzen kann. Der erste Name, der mit uns in Verbindung gebracht wurde, war damals Maxim, es folgten noch viele andere wie zB Taider, Malcolm, Halilovic oder auch Schaub und de Guzman. Von daher suchen wir diesen Spieler schon den ganzen Sommer. Hunt war erst nicht auf dem Markt, und der HSV hatte nicht das nötige Geld. Erst hat der HSV einige Spieler abgegeben, um auf der Gehaltsseite „Platz zu schaffen“ und dann profitierten wir noch nicht unerheblich vom Son-Transfer nach England. Damit hatten wir dann eben erst kurz vor Ende des Transferfensters die nötigen Mittel, um uns zu verstärken.
Seine Verletzung:
Hunt hatte in der letzten Saison einen Riss des Innenbands. Diese Verletzung macht den Transfer zum Riskikotransfer, aber sie macht ihn dadurch auch erst finanziell möglich
Sonstiges: Ich bewerte in erster Linie den sportlichen Charakter der Transfers. Ich finde nicht toll, daß mit Hunt ein Spieler gekommen ist, der für mich Werder Bremen personifiziert. Das spielt aber nur eine untergeordnete Rolle, das Sportliche ist wichtig. Ausserdem ist das vielleicht nichts Alltägliches, aber das hat es schon immer mal wieder gegeben, daß Spieler für zwei Erzrivalen spielen.
Und ich mag ihn nicht besonders gerne. Das spielt aber auch nur eine untergeordnete Rolle.

Hunt/Pizarro
Oft muß man lesen, daß Kritiker lieber Pizarro als Hunt gehabt hätten. Sorry, aber das sind doch vollkommen verschiedene Spieler. Das einzig gemeinsame ist deren Werdervergangenheit. Hunt ist ein Spieler, der hinter der Spitze spielt. Irgendwo zwischen 8 und hängender Spitze ist sein bevorzugtes Wirkungsfeld, auf den Aussen geht es auch noch. Pizarro ist reiner Mittelstürmer. Mit Lasogga, Schipplock, Olic und ev noch Altintas haben wir 3(4) Mittelstürmer im Kader. Was wir aber brauchen, ist ein Torgefährlicher Mittelfeldspieler, der die Mittelstürmer füttern kann. Wir vergleichen also Äppel mit Birnen.

Pizarro/Lasogga
Eine Möglichkeit Pizarro zu verpflichten wäre gewesen, wenn man Lasogga nach England verkauft hätte. Es soll ja von Newcastle ein gutes Angebot gegeben haben. Man hätte die Ablöse einstreichen können und für das Gehalt hätte dann Pizarro gespielt. Klingt interessant, besonders für die, die Lasogga nicht mögen, bzw sportlich nichts von ihm halten.
Allerdings ist Pizarro selbst in guten Jahren nicht der Lauffreudigste gewesen. Im Alter wird das nicht besser geworden sein. Und sein letztes Tor ist schon einige Zeit her. Für mich stellt sich die Frage, wie fit ist er noch, wieviel Durchsetzungskraft vor dem Tor hat er noch, wie viel Torinstinkt? Lasogga hat in dieser Saison schon mehr Scorerpunkte als Pizarro in der gesamten letzten Saison. Unter der Berücksichtigung, daß wir mit Olic schon einen alten Stürmer haben, denke ich, sollten wir auf Pizarro verzichten.

Lasogga abgeben ohne Ersatz:
Von einem Journalisten war neulich zu hören, er wäre das Risiko eingegangen, Lasogga noch in letzter Minute für gutes Geld nach England zu verkaufen und erst im Winter Ersatz für ihn zu holen.
Wir wollten uns doch gerade in der Breite verstärken und haben deshalb Schipplock geholt. Ausserdem halte ich Lasogga für unseren besten Stürmer, der ausserdem gezeigt hat, daß er wieder weiß, wo das Tor steht. Ich halte von dieser Variante also nichts. Wenn man sich von Lasogga trennen will, weil er ein teurer Spieler ist und man ev auch ne gute Ablöse ergattern kann, dann muß der Nachfolger, also ein mindestens gleichwertiger Nachfolger in den Startlöchern stehen.
Was dazu kommt: Der genannte Journalist ist ein großer Kritiker unserer jetzigen Führung. Ich möchte nicht wissen, wie er über den HSV hergezogen wäre, wenn wir Lasogga verkaufen, und Schipplock sich zwei Tage später verletzt

Unterm Strich denke ich, Knäbel & Co haben viel richtig gemacht (fb)

Der zweite Spieltag 15/16

Am Freitag ging es mit dem Spiel Hertha gegen Bremen los. Das Spiel endetet in einem gerechten Unentschieden, das Niveau war nicht das höchste. Beide Trainer haben noch viel Arbeit vor sich.

Am Samstag spielten dann die Lilien auf Schalke. Sie spielen das was sie können und das spielen sie gut. Hinten dicht stehen, kompromisslos in die Zweikämpfe gehend und nach vorne Nadelstiche setzen. Die Schalker hatten damit so ihre Mühe. Das Problem der Schalker heisst allerding Huntelaar. Er war früher der Spieler, der aus ner halben Chance ein Tor machte. Gegen Darmstadt versemmelte er sogar die 100%er

Frankfurt gegen Augsburg, zwei Mannschaften aus dem Mittelfeld und so präsentierten sie sich auch. Weinzierl haderte schon wieder (zu Unrecht) mit dem Schiedsrichter. Das sollte er lassen. Er sollte die Schuld lieber bei sich und seiner Mannschaft suchen, das Hadern mit den Umständen lenkt nur ab.

Köln gegen Wolfsburg. Die Kölner haben der Hecking-Elf einiges abverlangt, Hut ab. Aber de Bruyne war auch erschreckend schwach. Wenn ich dem Halslosen einen Tip geben darf: Er sollte den Belgier um kein Geld der Welt verkaufen. Ohne ihn ist die Mannschaft nur halb so stark.
Der HSV wird es nächste Woche schwer haben.

96 hat verdient gegen IQ10 verloren. Frontzek bleibt für mich der erste Kandidat für die Trainerentlassung. Und Roger Schmidt war nach dem Spiel so glücklich und hat sich so reichlich auf die eigene Schulter geklopft, daß die Schmiere aus den Haaren spritzte. Ich frage mich, ob er und ich das gleiche Spiel gesehen haben. Doll war die Leistung seiner Mannschaft nicht

Hoffenheim hat das schnellste Tor der Bundesliga geschossen. Das war es dann auch schon. Gegen Bayern konnten sie nichts ausrichten, selbst als die zu zehnt waren. Verwandeln sie den Elfer, dann bringen sie die Bayern allerdings doch in Bedrängnis.

Das „Topspiel“ war am Samstag unser HSV gegen den VfB. Der VfB war über weite Phasen die augenscheinlich bessere Mannschaft. Für viele war dann in der zweiten Halbzeit die Gelb-Rote von Klein (die eigentlich glatt Rot war) der Knackpunkt. Danach fand der VfB nicht mehr zum Spiel.
Erstens: Wenn Klein sich nur durch ein brutales Foul zu helfen weiß, dann hat der HSV schon mal was richtig gemacht. Zweitens: Stuttgart spielt intensiv, aber das Spiel wird erst nach 90 Minuten abgepfiffen. Wenn man so intensiv agiert, dann sollte man auch die Luft für die kompletten 90 Minuten haben oder das Spiel vorher so klar gestalten, daß man es die letzten 15-20 Minuten nur noch verwalten muß. Schafft man das nicht, wird man Meister der Herzen und findet sich am Tabellenende wieder.

Am Sonntag spielt dann der BvB gegen die Werkself von Audi und die Gladbacher gegen Mainz.
Dortmund ließ den Ingolstädtern nicht den Hauch einer Chance. Mit ner anständigen Chancenverwertung geht das Spiel richtig böse für die Bayern aus.
Erschreckend fand ich das Spiel der Gladbacher. Mainz spielt das, was sie können. Gladbach hat unerwartet Probleme in der Defensive. Das kennt man von Favre eigentlich nicht. Und sie haben Probleme damit, wenn sich eine Mannschaft hinten reinstellt. Dann fehlen die Ideen und dann helfen auch nicht die schnellen Leute wie Herrmann. Und da zeigt sich auch, daß Stindel nicht so stark ist, wie ihn viele in der Vorbereitung gesehen haben.

Schaut man sich die Tabelle an, so fällt auf, daß jetzt am zweiten Spieltag unter den ersten 6 Mannschaften 5 sind, die man auch am Ende dort erwartet. Das erschreckt mich, denn es ist ein Zeichen dafür, daß die Liga auseinanderdriftet. Früher konnten die schwächeren Vereine die Liga zumindest noch am Anfang etwas augeglichener gestalten. Schade. (fb)

Der erste Spieltag 15/16

Der Ball rollt wieder, die Bundesligasaison 15/16 hat bekonnen. Wir haben ja mit den Bayern den Anfang gemacht und gleich mal die erste Klatsche abgehakt. Ich halte es da mit Thomas Eichin von den Bremern: „Die Hamburger sollen sich nicht grämen, in München werden noch ganz andere Bundesligisten ähnliche Ergebnisse einfahren“. und so sollten wir das auch sehen. Seien wir ehrlich, auch wenn wir uns Hoffnung gemacht haben, man könne die Bayern ev gerade am ersten Tag auf dem falschen Fuß erwischen … so richtig dran geglaubt haben da wohl die wenigsten. Den meisten war klar, nach diesem Spieltag finden wir uns am Tabellenende wieder.

Und wir sind dort in guter Gesellschaft, denn die Borussia aus Gladbach ist dicht bei uns. So wie die Dortmunder gespielt haben, das war schon heftig geil. Besonders der junge 2,5 Mio-Mann Weigl stach heraus. Der hat Castro, der für viel Geld (11 Mio) aus Leverkusen kam, locker auf die Bank verbannt. Und dieser war nor amused.
Allerdings muß man auch das relativieren: Die IV der Gladbacher ist extrem jung und ausserdem auch komplett neu. Die muß sich erst finden. Und durch die EL-Qualifikation war der BvB deutlich eingespielter.

Die Schalker fand ich stark. Ich glaube, mit Breitenreiter hat man dort einen guten Griff getan. Vollkommen unaufgeregt geht er ans Werk und geniesst anscheinend sogar bei den Fans einiges an Kredit. Liefert er das, was ich von ihm erwarte, ist er der, der Heldts Job rettet. Der hat allerdings meiner Ansicht nach auch nen guten Job getan: Geis gefällt und ansonsten wirkt die Mannschaft gut zusammengestellt. Das war nicht immer so. Nun muß er nur noch seine Sportinvaliden loswerden.
Bremen ist entweder noch nicht in der Spur, oder, was ich vermute, hat in der letzten Saison unter Skripnik über dem Limit gespielt. Di Santos fehlt ihnen ausserdem.

Leverkusen und Hoffenheim hab ich auf Augenhöhe gesehen, ich bin mir nur noch nicht sicher, wie hoch das Niveau ist.

Ebenso Augsburg und die Hertha. Das werte ich aber als Indiz dafür, daß die Augsburger nicht nochmal Europa erreichen werden.
Bedenken hab ich aber wegen dem Berliner Kalou … der trifft wieder.

Mainz spielte zu pomadig gegen den Neuaufsteiger Ingolstadt. Ich vermute, daß sie von dem eingenommenen Geld noch etwas reinvestieren werden. Sie haben es nötig, denn Geis fehlt deutlich.
Ingolstadt hat die Mannschaft zusammengehalten, gezielt und kostengünstig verstärkt und Hasenhüttl setzt auf die eingespielte Mannschaft.

Im Spiel Darmstadt vs Hannover trafen zwei aufeinander, die eindeutig für Abstiegskampf stehen. Ok, das geht der halben Liga so, aber diese beiden Mannschaften sind für mich Favoriten um den Abstieg. Frontzek ist für mich ausserdem auch der Favorit für die erste Trainerentlassung.

Wolfsburg spielte relativ pomadig gegen gute Frankfurter. Allerdings sind die Wölfe personell so gut besetzt, daß es gegen solche Mannschaften auch so reicht.

Kommen wir zum letzten Spiel: Stuttgart gegen Köln. Der VfB war die deutlich bessere Mannschaft und hätte die Kölner abschiessen müssen. Köln spielt stur seinen Stiefel runter ohne großes Aufsehen und wenn man ihnen die Chance gibt, werden sie sie nutzen. So wie gestern.
Stuttgart laboriert dagegen an der alten Abschlußschwäche der letzten Saison. Harnik hätte 3-4 Tore machen müssen. Das Spiel nächste Woche wird schwer. Wollen wir hoffen, daß die Stuttgarter bis dahin noch nicht das Tor gefunden haben, unser Spieler dagegen schon.

Was bleibt festzuhalten:
Ich hoffe, Dortmund kann den Bayern ne anständige Konkurrenz bieten. Sie spielen im Moment mit dem elan der Klopp-Aera und ich erwarte eine andere taktische Rafinesse durch Tuchel.

Und uns erwartet am Samstag im Volkspark ein sehr schweres Spiel. Hoffen wir, daß wir die Stuttgarter im Zaum halten können, es wäre sehr sehr wichtig. (fb)

Ich glaub es geht schon wieder los ♫

Man, was war die Vorfreude groß, endlich geht die Saison los. Natürlich war ich nervös, der Pokal hat seine eigenen Gesetze, statistisch scheitern in etwa ne handvoll Buliclubs in der ersten Runde, eine Niederlage war nicht ausgeschlossen. Eigentlich kann man sagen, immer wenn ein Bundesligaverein seinen Gegner nicht zu 100% ernst nimmt, dann geht es schief. Aber die Mannschaft präsentierte sich in der Vorbereitung gut, nie pomadig, immer engagiert, immer mit dem Willen, Vollgas zu geben. Warum sollte also ausgerechnet unser HSV im Pokal scheitern?

Tja, was soll ich sagen? Es ging schief und warum? Ja, man hat den Gegner nicht zu 100% ernst genommen.

Schauen wir uns die Aufstellung an: Mit Spahic und Cléber spielte eine IV, die so noch nicht zusammen gespielt hatte. Ok, da Djourou sich noch kurz vor dem Spiel verletzt hatte, ließ sich das nicht ändern. Auf RV spielte aber nicht Diekmeier, der fast die gesamte Vorbereitung dort gespielt hat, sondern Neuzugang Sakai. Das Mittelfeld, also die Schaltzentrale des Spiels bestand aus Ekdal, Diaz und Holtby. Zwei Spieler, denen Spielpraxis und auch noch Fitness fehlt. Als wäre es ein Testspiel.

Hat Bruno damit ev unbewusst das Signal gegeben, das Spiel sei nicht wichtig, es muß nicht Vollgas gegeben werden?

Ich weiß es nicht, aber Fakt ist, es fehlte der Mannschaft von Anfang an an der nötigen Körperspannung. Die Pässe waren großkotzig geführt, Laufen ohne Ball nicht vorhanden, das alte „Stehen-Ball annehmen- kurz laufen-Ball abspielen“ war wieder präsent. Pässe wurden wieder in den Rücken der Spieler gespielt und wenn der Ball doch mal in den Lauf kam, dann ist der Spieler nicht gelaufen.

Es kommt einem alles soooo bekannt vor … und wir wollten das doch nie nicht mehr erleben, daß die Mannschaft so auftritt

Ich hab neulich noch geschrieben, daß das System des HSV (von dem ich gestern nicht mal ansatzweise was erkennen konnte) sehr anspruchsvoll ist. Das bedeutet dann aber auch für die Spieler, daß sie, bis sie das Spiel verinnerlicht haben, immer 100% geben müssen, immer hellwach sein müssen. Gestern haben sie gespielt, als hätten sie am Abend zuvor noch nen gemeinsamen Grillabend mit Bier und Kurzen gehabt haben. Von 100% waren sie weit weit entfernt. Der einzige, der die 100% zumindest in Sichtweite hatte, war Ivo Ilicevic. Er hat gezeigt, warum Bruno ihn halten wollte.

Ich verstehe nicht, warum die Mannschaft sich so präsentiert hat. Selbst wer die Bayern im Kopf hat, muß sich doch sagen: „Ich geb heute alles, damit wir mit Schwung das Auftaktmatch bestreiten können“. Statt Schwung ist man auf die Nase gefallen, muß sich aufrappeln und das Gas geben fällt um so schwerer.

Ich dachte, das will ich ehrlich sagen, die Mannschaft wäre weiter. Spielerisch weiter und vor allem mental weiter. Ich bin enttäuscht. (fb)

„Tomorrow my friend, tomorrow“

Manu´s persönlicher Blick auf den Saisonstart

Die Sommerpause ist endlich vorüber. Und das Gros des Kaders steht. Lange hat es gedauert, bis sich endlich etwas tat. Merkwürdig hat es begonnen, mit Abfindungen, die man zu zahlen bereit war, um Spieler von der Gehaltsliste zu bekommen.
So, wie bei Lasse Sobiech oder bei Maxi Beister. Speziell dessen Weggang haben einige nicht verstanden. Wenn ich ehrlich bin, gehörte ich anfangs auch dazu. Inzwischen bin ich beruhigt. Alles richtig gemacht! Für Maxi hoffe ich, dass das gezahlte Lehrgeld dafür reicht, um sich wieder zu fangen und in Mainz seine Karriere auf Reset zu drücken und somit von vorne zu beginnen.

Ein weiterer Spielerblock, der uns verlassen hat, bestand aus nicht verlängerten Verträgen. Ich für meinen Teil kann sehr gut damit leben, dass van der Vaart jetzt in Spanien kickt (oder auch nicht) und Jansen ein erfolgreicher „Frührentner“ ist. Für Heiko freue ich mich, dass er ebenfalls unter südlicher Sonne weiterspielen kann.
Wenn ich auch hier ehrlich bin: bei mir wären die Verträge von Kacar und Ivo nicht verlängert worden. Nicht, weil ich etwas gegen die Zwei hätte oder meine, sie könnten nicht kicken, allein aus dem Grund, weil es für mich dann ein kompletterer „Neustart“ gewesen wäre. Auch habe ich Bedenken, dass Ivo, verletzungsbedingt, wieder mehr die Bank drückt, als auf dem Platz zu stehen. Ihm sei etwas anderes vergönnt!
Der 3. Grund, mich gegen die Verträge zu entscheiden liegt in der Tatsache, dass wir gerade im Mittelfeld und auf links außen eigentlich gut aufgestellt sind. In dem Zusammenhang würde ich auch einen Gouaida nie nicht ausleihen! Dass der Junge Bundesliganiveau hat, hat er bereits mehrfach bewiesen!
Für mich gehört ins MF unbedingt ein Diaz, der nicht nur mit seinem Tor zum 1:1 inzwischen Heldenstatus genießt. Er kommt mit Rückenwind von der Copa Amerika und hat für mich gar Kapitänspotential. Spätestens seit dem „Tomorrow my friend, tomorrow“ für Kapitän van der Vaart. Diese Worte, da bin ich mir sicher, haben uns die Liga erhalten!

Besonders gefreut habe ich mich über die Verpflichtung von Sven Schipplock. Ich glaube der Junge macht auch einem Pierre Michel mal richtig Feuer unterm A… Habe das Gefühl, der kann das gut gebrauchen.
Überhaupt hoffe ich, dass Bruno seinem Leistungsprinzip treu bleibt. Spielen darf der, der im Training die beste Leistung gebracht hat und der, der es am meisten „will“.
Die Einstellung wird die Spreu vom Weizen trennen. Zumindest sollte es so sein! Es darf einfach nicht mehr passieren, dass der „große HSV“ an seiner ölig vorgetragenen, verdammten Arroganz scheitert und somit Punkte gegen die vermeintlich Kleinen liegen lässt! Ich zahle gern drei Euro ins Phrasenschwein, der Spruch „11 Freunde müsst ihr sein“ ist aktueller denn eh und je! Fußball ist und bleibt ein Mannschafts – und ein Laufsport. An beidem hat es uns, meiner Meinung nach, in der letzten Saison gefehlt! Und mit Laufen meine ich ausdrücklich nicht das reine Reißen von Kilometern, sondern das Spiel ohne Ball oder auch das defensive nach hinten arbeiten, der Jungs aus dem Sturm. Alle hochbezahlten, talentierten Individualisten auf dem Platz nutzen nichts, wenn niemand für den anderen läuft.

Für meinen Geschmack fehlt uns noch ein variabler 10er. Einer, der nicht „nur“ im Strafraum netzen kann, sondern auch mal vor dem 16er abzieht und trifft. Ein feiner Techniker eben. Ob Pizarro der richtige Mann gewesen wäre? Ich wage es zu bezweifeln. Für mich ist er, vom Spielertyp her, ähnlich wie Lasogga. Ich möchte lieber eine laufstarke offensive Verbindung zwischen Mittelfeld und Sturm.

Ansonsten, und da wiederhole ich mich gerne, hat mich das Gesehene in Harsewinkel durchaus positiv gestimmt. Bringt die Mannschaft das auf den Platz, was Bruno sehen will, sollten wir mit dem direkten Abstieg nichts zu tun haben. Und das allein wäre ja schon mal ein riesen Fortschritt! Auf meiner Bundesliga – Stecktabelle aus dem Kicker, thront der HSV auf Platz 11. Alles, darüber, wäre eine Überraschung, alles darunter, bis Platz 15 noch ok.
In dem Sinne: auf geht’s, Hamburg!
(mg)

Fietes Saisonvorschau

In einem Fußballblog darf natürlich eine Saisonvorschau nicht fehlen, dies ist die meinige, die anderen werden noch folgen.

Kurzer Rückblick auf das Ende der letzten Saison: Bruno übernahm das Team kurz vor Schluß, als (fast) alle bis auf Fiete das Team schon in der zweiten Liga gesehen haben. Er schaffte die Herkulesaufgabe und wir erreichten die Relegation, obwohl die anderen Vereine sich doch noch heftig gewehrt haben. Er holte mit der Mannschaft noch 10 Punkte in 6 Spielen. Teils dadurch, daß das Spiel ein Plus an Struktur hatte, teils dadurch, daß diese 6 Spiele Kraftakte waren und auch mit einem kleinen bisschen Glück, ohne das nichts geht.

In der darauf folgenden Relegation blieb uns das Glück zunächst verwehrt: Hennings traf in der 4ten Minute mit einem perfekten Schuß ins Tor, nachdem Olic vorher einen guten Kopfball über das Tor gesetzt hatte. Das brachte die Mannschaft völlig aus der Spur, während der KSC vermeintlich Oberwasser bekam.

Doch unsere Mannschaft zeigte Charakter und kämpfte sich zurück, bestimmte zunehmend das Spiel und schoß auch den verdienten Ausgleich.

Im Rückspiel waren wir klar überlegen, aber Yabo machte das Tor für den KSC. Das Glück war mal wieder auf Karlsruher Seite. Bis zur 89. Minute, wo Manuel Gräfe auf Freistoß entschied, den zugegebenermassen nicht jeder pfeift (Der aber keine Fehlentscheidung war!). Diaz mit seinem Können und seiner Nervenstärke verwandelte den Schuß dann direkt. Den Karlsruhern ging dann in der Verlängerung, wie schon am Ende des Hinspiels die Luft aus und das zweite Tor war nur folgerichtig und fiel durch Müller nach guter Vorbereitung durch unseren „Stürmer“ Cléber. Bei dem Powerplay musste das Tor einfach fallen. Der Klassenerhalt war geschafft.

Neue Saison-neues Glück

Die neue Saison konnte also mit Rückenwind beginnen. Während man im Jahr zuvor zwar im Umfeld diesen Rückenwind hatte, so waren Mannschaft und Trainer irgendwie angeschlagen in die neue Saison gestartet. Im Gegensatz zu diesem Jahr hatte man sich nur in die Relegation geschleppt, weil es zwei Mannschaften gab, die noch schlechter waren.

Zur Transferpolitik:
Als Abgänge standen van der Vaart, Westermann, Jansen, Rajkovic und Green fest. Die Rückkehrer Sobiech und Zoua sollten auch nicht übernommen werden. Ausserdem wollte man sich von Behrami und Beister trennen, es schien nicht zu passen. Maxi wurde eine Abfindung gezahlt, um den Vertrag aufzulösen und für Behrami bekam man noch 3,5 Mio.
Um den Umbruch finanzieren zu können, hat man dem Wechselwunsch von Jona Tah nachgegeben. Das spülte nochmal 7,5 Mio (plus Prämien) in die Kassen des klammen Vereins.
Dazu gesellte sich dann noch der Abgang von Brunst, der ein Angebot von Wolfsburg hatte. Dort soll er die Zweite zum Aufstieg führen, das war VW auch eine Ablöse von 200tsd wert.

Die auslaufenden Verträge von Ivo Ilicevic und Goijko Kacar wurden zu verringerten Konditionen verlängert. Besonders Ivo hat wegen seiner Verletzungsanfälligkeit noch ne heftige leistungsbezogenheit hinnehmen müssen. Ich persönlich hätte die beiden Verträge nicht verlängert, um des Umbruchs Willen. Bruno plant aber mit beiden, wie auch die Vorbereitung zeigte

Erster Zugang war das türkischen Talent Altintas. es gab zwar einige Verwirrung, aber letztlich kam er doch. Er hat ein Jahr nicht spielen können und muß noch erst aufgebaut werden.
Dann kam der Knaller: „Prügel-Spahic“ wurde verpflichtet. Sportlich auf jeden Fall eine Bereicherung, er bringt Stabilität in die Mannschaft und er hilft, die jungen Spieler zu führen. Menschlich ein ganz feiner Kerl … der aber auch anders kann. Das muß man im Auge behalten
Mit Sakai kam ein günstiger Spieler, der unseren Aussenverteidigern, insbesondere Dennis Dieckmeier Druck machen soll. Es wirkt, Dennis zeigt in der Vorbereitung ne gute Leistung, allerdings heisst das nicht, daß er jetzt auch spielt.
Als Ersatz für Alexander Brunst hat man zwei Torhüter verpflichtet. Einerseits den erfahrenen Tom Mickel, dessen Vertrag in Fürth nicht verlängert worden war, der die Zweite führen soll und als dritten Torhüter der ersten Mannschaft holte man den jungen Schweizer Andreas Hirzel. In einigen Testspielen konnte man ihn sehen und er hat mir gefallen. Ich denke, wir haben mit ihm den zweiten Torhüter für die nächste Saison gefunden, wenn Drobny die Schuhe an den Nagel hängt.
Für das Mittelfeld kamen als Verstärkung Rückkehrer Demirbay und Brunos Wunschspieler und Königstransfer Albin Ekdal.
Im Sturm haben wir uns mit dem österreichischen Talent Michael Gregoritsch und dem dynamischen Sven Schipplock verstärkt. Gregoritsch ist ein Talent, hat gute Anlagen, ist für seine Größe erstaunlich beweglich, aber halt nur ein Talent. Schipplock ist einer, der über seine Dynamik und Mentalität kommt. Der körperlich starke Stürmer meinte neulich noch: Wenn nichts mehr geht, laufen kann man immer noch. Und so spielt er auch. Trifft er ab und an mal das Tor, hat er das Zeug zum Publikumsliebling. Auf jeden Fall macht er Lasogga Druck und man kann ihn ohne Probleme auch von der Bank bringen.

Wir haben zu Beginn der Saison den Kader beisammen … das hat beim HSV Seltenheitswert, bei Didi hab ich das noch nie erlebt

Das System.
Wir spielen nicht mehr mit dem ungeliebten 4-2-3-1, sondern mit einem 4-3-3.
Das ist aber nicht die eigentliche Neuerung, denn die beiden Systeme sind so verschieden nicht.
Das Neue ist die Variablität. Die einzigen festen Positionen sind der Torhüter, die IV und der Mittelstürmer. Alles was dazwischen spielt, agiert nach Brunos Vorstellungen sehr variabel. Die AV sind offensiver ausgerichtet, als noch in der letzten Saison, gehen, wenn das Spiel es zulässt, auch öfter an die Grundlinie zum Flanken. Aber nicht nur das. Sie sind auch angehalten, offensiv in die Mitte zu ziehen, um von dort Pass oder Torschuß zu platzieren oder aber auch im DM auszuhelfen, wenn das Mittelfeld geschlossen auf dem Weg nach vorne ist.
Das Mittelfeld hat quasi alle Freiheiten. Drei Spieler ohne feste Positionen. Also verabschieden wir uns mal ganz gepflegt von Begriffen wie 6er, 8er, 10er oder ähnlich. Die Mittelfeldspieler beackern alle das gesamte Mittelfeld. Mal ist der eine vorne zu finden, mal der andere, dann spielt Spieler X auf links, der gerade noch auf Rechts zu finden war usw.
Ähnlich variabel ist auch der Sturm. Wir spielen zwar mit einem reinen Mittelstürmer, der vorzugsweise im gegnerischen 16er zu finden sein wird, aber die anderen beiden Stürmer finden wir links, rechts oder auch als hängende Spitze agierend, mal so mal so.

Ich habe das erste mal seit langer Zeit das Gefühl, bei der Kaderzusammenstellung ist man ganz gezielt zur Sache gegangen. Ich habe den Eindruck, die Mentalität passt und auch die Spieler passen zu dem, was sich der Trainer vorstellt. Große Namen sucht man vergeblich, große Namen brauchen wir auch nicht. Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader, in dem ein großer Konkurrenzkampf herrscht. Bislang mit sehr guter Stimmung dabei, wie es ist, wenn in der Saison der eine oder andere auf der Bank sitzen bleibt, sieht dann vielleicht wieder anders aus.
So sehr mich das neue System auch fasziniert, es birgt große Gefahren. Die Spieler haben große Freiheiten, und damit auch große Verantwortung. Diese Verantwortung besagt dann auch, daß man als Spieler mal für die Mannschaft zurücksteckt, auch wenn man gerne eine andere Aufgabe ausfüllen würde. Die Spieler erarbeiten sich ihre Taktik auf dem Feld selber. Das erfordert intelligente Spieler. Klappt das nicht, dann kann es im System Hühnerhof ausarten, alle hinterm Ball her. Aber ich denke, die Spieler können das.

Normalerweise sag ich, bringt den Leuten erst die einfachen Dinge bei und dann erst das Schwere. In diesem Fall geht Bruno das volle Risiko. Ich denke, es könnte klappen. Warum? Die Spieler haben sich am Ende der Saison eine Euphorie erarbeitet, die wertvoll ist. Mit Grübeln kann man aber diese Euphorie zerstören. Zum Grübeln haben die Spieler aber keine Zeit. Sie müssen lernen, viel lernen.

Unterm Strich: Ich freue mich auf die neue Saison. Die Art zu spielen macht mir Lust. Aber ich weiß, daß Bruno den Spielern viel abverlangt (hoffentlich nicht zu viel). Das wird gerade zu Anfang der Saison nicht immer so funktionieren, wie gewollt. Wir haben ein schweres Anfangsprogramm, kommen wir da einigermaßen unbeschadet durch, dann kann ich mir vorstellen, daß wir ne gute Saison spielen. Mein Tip: Platz 10-15, aber wir haben am letzten Spieltag nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.(fb)

Top oder Flop? Oder vielleicht doch etwas dazwischen?

Heute am 27.7. kamen zwei Artikel zum HSV heraus, einer von Kai Behrmann in der Welt und einer von Daniel Jovanov auf Goal.com. Während in der Welt die Meinung herrscht, daß der eingeschlagene Weg Mut macht sieht Daniel Jovanov es erwartungsgemäß negativ.

In der Welt lobt Herr Behrmann vor allem die Mentalität der Transferpolitik. Man habe sich von Spielern getrennt, die nicht passen und bei den Neuverpflichtungen darauf geachtet, daß die Neuen charakterlich zum erkannten Mentalitätswechsel passen.
Auch sieht er die Entwicklung beim HSV positiv.

Auf Goal legt Daniel Jovanov seinen Schwerpunkt auf die fehlenden Erfolge der abgelaufenden Saison, verweist noch auf die 50 Mio, die der HSV unter Beiersdorfer in Spieler investiert hat (im Gegensatz zu Bremens 10 Mio), auf die schlechten Testspiele usw.

Nun, 50 Mio hört sich ja gewaltig an. Daß dem aber auch Spielerverkäufe von knapp 35 Mio entgegenstehen, das wird geflissentlich verschwiegen. Ebenso, wie die Tatsache, daß der HSV seine Einkäufe für diese Saison weitestgehend beendet hat, während Werder noch nicht fertig ist. Auch verschweigt man gerne, daß man einige Leistungsträger der letzten Jahre ohne Ablösesummen hat ziehen lassen müssen und daß Bremen ausserdem noch einige Spieler geliehen hat, zB Öztunali.
Wenn man solche Zahlen vergleicht, dann sollte man das zur Erklärung dazuschreiben, denn die nackten Zahlen sagen nichts aus.

Die Testspiele, die ja so schlecht sind:
Schluein Ilanz: 1:13 gewonnen
Chur: 0:6 gewonnen
Gladbach 4:5 im Elfmeterschiessen gewonnen
Augsburg 1:2 gewonnen
Schneverdingen 0:7 gewonnen
Bielefeld 0:2 verloren
Bursa 1:1 unentschieden
Kassel 0:2 gewonnen

Ok, sortieren wir das mal ein: Die beiden Schweizer Mannschaften mussten gewonnen werden, auch in der Höhe.
Gladbach und Augsburg, war ganz nett, aber sagen nichts aus. Schneverdingen musste auch gewonnen werden.
Bielefeld, ok, das hätte man besser spielen müssen. Aber Bielefeld war in der letzten Phase der Vorbereitung, während wir noch in der Phase waren, wo Grundlagen trainiert werden. Nicht schön, aber vertretbar.
Bursa war ein netter Kick im Trainingslager. Bruno hat die Mannschaft dort die Trainingsinhalte spielen lassen, die die Mannschaft vorher einstudiert hat. Das sah teilweise ganz nett aus. Aber beide Mannschaften hatten schwere Beine.
Kassel, 0:2 gewonnen am Ende eines Trainingslagers, das erste mal, daß Gregoritsch und Schipplock mit dabei waren.

Für mich haben diese Testspiele keinen besonderen Wert, was die Aussagen auf die Leistung des HSV angeht. Die entscheidenen Testspiele, die mich interessieren, kommen jetzt: Aalborg und Verona. Die Mannschaft ist jetzt endlich vollzählig, die Grundlagen sind gelegt, jetzt geht es ans Spielerische. Diese beiden Spiele sind aussagekräftig und sollten tunlichst gewonnen werden. Nach Verona wird es ernst, dann geht es nach Jena zum Pokal.

Also, was ist unterm Strich zu den beiden Artikeln zu sagen? Kai Behrmann sieht alles recht positiv, vor allem, was die Entwicklung angeht.
Daniel Jovanov sieht es gewohnt negativ, kommt teilweise mit alten Kamellen, sucht gezielt das Negative.
Die Wahrheit, und da geb ich Daniel recht, liegt letztlich auf’m Platz. Und ich denke, sie wird irgendwo in der Mitte zu finden sein. Es ist nicht alles gut, wie bei Kai Behrmann und nicht alles schlecht, wie bei Daniel.
Die nächsten beiden Testspiele werden genauer Auskunft geben, wo der HSV tatsächlich steht. Ich denke aber, die Transfers könnten passen, sowohl Zu- als auch Abgänge.
Ich erwarte am Ende der Saison einen Platz zwischen 10 und 15. (fb)

Was spielen wir eigentlich für ein System – der Taktiktisch

In der letzten Saison haben wir ja das 4-5-1 bis zum Erbrechen durchgenudelt und das nicht unbedingt in seiner schönsten Art. Wie werden wir in Zukunft spielen?

Nun kann man das noch nicht so genau sagen, dazu ist es eigentlich noch zu früh. Aber der Telekom-Cup und die (potentiellen) Neuzugänge sagen doch schon etwas aus. Meiner Ansicht nach werden wir in Zukunft mit einem 4-3-3 rechnen können, zumindest bei eigenem Ballbesitz. Die 4er-Kette hat dabei ihre altbekannten Aufgaben zu erfüllen. erste Spieleröffnung und einer der AV geht mit nach vorne, mitunter auch mal beide, je nach Situation. Mit Spahic haben wir einen Spieler, der die Spieleröffnung auch spielen kann. Das Abfallen lassen der 6er haben wir vorgestern nicht mehr gesehen.
Dann spielen wir mit einem 3er-Mittelfeld, das fast unbegrenzt rotieren kann. Kein klassischer 6er, kein klassischer 10, sondern drei Spieler, die von box to box spielen können. Das erklärt auch, warum Ekdal den Vorzug vor Maxim erhält, Maxim arbeitet nicht gerne hinten. Dieses Dreigestirn kann dann je nach Situation variieren und bedeckt die gesamte Zentrale. Die Aufgabe ist es, das Spiel zu eröffnen und auch die Defensivarbeit gemeinsam zu leisten. im Mittelfeld gibt es auch keine reinen Flügelspieler (LM/RM), im Grunde drei 8er. Das Herz des gesamten Spiels. Für dieses Mittelfeld haben wir Diaz, Kacar, Jiracek, Steinmann, Demirbay, Holtby und wahrscheinlich noch Albin Ekdal.

Vorne spielen wir dann mit einem Dreiersturm. Ein Mittelstürmer und zwei Aussenstürmer. Diese Aussenstürmer haben nicht mehr so viel mit den Defensivaufgaben zu tun, wie noch im 4-5-1 und können sich mehr aufs Toreschiessen konzentrieren, bzw darauf, den Mitspieler in Szene zu setzen. An Gouaida konnte man gestern schon sehen, daß es ihm gut bekommt, wenn er nicht so viel nach hinten arbeiten muß. Er ist richtig aufgeblüht.

Schaffen wir es, oder vielmehr, schafft Bruno es, der Mannschaft beizubringen, daß jeder Spieler mehr für den anderen da sein muß, als es bisher der Fall war, dann könnte diese offensivere Ausrichtung der Mannschaft auch ohne Verlust unserer Defensivstärke funktionieren.

Die neue Saison wird torreicher als die letzte, soviel scheint klar zu sein. Hoffentlich findet Bruno auch die richtige Balance.
Entscheidend wird aber sein, wie gut das neue Mittelfeld harmoniert und agiert (fb)

Das trojanische Pferd

Ab 1.8. gibt es beim HSV eine OFC-Reform. Dazu hat der HSV ein Rundschreiben veröffentlicht ( http://service.hsv.de/…/125734a54eb0683624bab773b6501ddb080… ). Dort stehen einige sehr interessante Dinge drin. Zum Beispiel folgender Passus:
„Eine Mitgliedschaft von Fanclubmitgliedern im HSV bzw. im Supporters Club ist wünschenswert, aber keine Voraussetzung für das Erheben von Beiträgen oder das Bestellen von z.B. Eintrittskarten durch OFCs! Alle OFCs werden von uns gleich behandelt, unabhängig davon, wie viele Mitglieder im HSV organisiert sind. Damit schaffen wir die Koppelung OFC/HSV-Mitglied ab, an den mit einer HSV-Mitgliedschaft verbundenen Vorteilen (z.B. Rabatt auf Dauerkarten, Verkauf von Tickets an Mitglieder) ändert sich natürlich nichts.“

Das hört sich auf den ersten Blick ja ganz nett an. Aber denken wir mal dran, was wir im letzten Jahr beschlossen haben. Der HSV eV finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge. Schafft man die Koppelung OFC/HSV-Mitglied ab, dann gibt es für viele weniger Anreiz Mitglied zu sein. Das kann den eV mittel- und langfristig empfindlich treffen. Nun mag es einige Kurzsichtige geben, die sagen „was geht mich der eV an?“. Der eV geht uns alle ne ganze Menge an. Der eV ist die Mutter der AG. Ist der eV nicht auf solide finanzielle Füße gestellt, dann kann das Fundament auch für die AG zusammenbrechen. Der AG kann es nur gut gehen, wenn es dem eV auch gut geht und umgekehrt. Dieser Passus ist gefährlich … auch wenn er auf den ersten Blick so harmlos scheint.

Es sind aber noch mehr Sachen, die dort erst auf den zweiten Blick eine Gefahr in sich bergen. ZB die Absenkung der Mitgliederzahl auf 4 Personen. Mal abgesehen davon, daß ich den Sinn nicht sehe, denn 4 Personen sind für mich noch kein Club, bei Spielen mit starker Ticketbegrenzung kann es durchaus sein, daß kleine Fanclubs relative Vorteile haben. Also daß die Chance größer ist, an Tickets zu kommen, wenn man zwei kleine Clubs hat, als einen großen. Das ist nicht gerecht.

Und mit der Entkoppelung von Mitglied und OFC schafft man zudem noch eine Kontrollmöglichkeit ab. Bisher konnte man bei Kartenbestellungen die Personen mit den Mitgliederlisten abgleichen. Das geht in Zukunft nicht mehr. Findige OFCs könnten dann auf die Idee kommen und Karten für Personen bestellen, die es nicht gibt, wer soll das kontrollieren. Schwarzmarkt?

Mir scheint, diese Reform ist zwar gut gemeint, aber nicht gut ausgeführt, weil nicht zuende gedacht. Es bedarf dringend einer Reform der Reform!(fb)

Ich möchte aber noch auf einen Punkt hinweisen, der für viele Fanclubmitglieder interessant sein kann:
-Gewährung eines Rabattes bei Fanartikelbestellungen in Höhe von 10% ohne Mindestbestell.
Bisher gab es die Regelung auch, aber mit Mindestbestellwert von 250,-€