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Fietes Saisonvorschau

In einem Fußballblog darf natürlich eine Saisonvorschau nicht fehlen, dies ist die meinige, die anderen werden noch folgen.

Kurzer Rückblick auf das Ende der letzten Saison: Bruno übernahm das Team kurz vor Schluß, als (fast) alle bis auf Fiete das Team schon in der zweiten Liga gesehen haben. Er schaffte die Herkulesaufgabe und wir erreichten die Relegation, obwohl die anderen Vereine sich doch noch heftig gewehrt haben. Er holte mit der Mannschaft noch 10 Punkte in 6 Spielen. Teils dadurch, daß das Spiel ein Plus an Struktur hatte, teils dadurch, daß diese 6 Spiele Kraftakte waren und auch mit einem kleinen bisschen Glück, ohne das nichts geht.

In der darauf folgenden Relegation blieb uns das Glück zunächst verwehrt: Hennings traf in der 4ten Minute mit einem perfekten Schuß ins Tor, nachdem Olic vorher einen guten Kopfball über das Tor gesetzt hatte. Das brachte die Mannschaft völlig aus der Spur, während der KSC vermeintlich Oberwasser bekam.

Doch unsere Mannschaft zeigte Charakter und kämpfte sich zurück, bestimmte zunehmend das Spiel und schoß auch den verdienten Ausgleich.

Im Rückspiel waren wir klar überlegen, aber Yabo machte das Tor für den KSC. Das Glück war mal wieder auf Karlsruher Seite. Bis zur 89. Minute, wo Manuel Gräfe auf Freistoß entschied, den zugegebenermassen nicht jeder pfeift (Der aber keine Fehlentscheidung war!). Diaz mit seinem Können und seiner Nervenstärke verwandelte den Schuß dann direkt. Den Karlsruhern ging dann in der Verlängerung, wie schon am Ende des Hinspiels die Luft aus und das zweite Tor war nur folgerichtig und fiel durch Müller nach guter Vorbereitung durch unseren „Stürmer“ Cléber. Bei dem Powerplay musste das Tor einfach fallen. Der Klassenerhalt war geschafft.

Neue Saison-neues Glück

Die neue Saison konnte also mit Rückenwind beginnen. Während man im Jahr zuvor zwar im Umfeld diesen Rückenwind hatte, so waren Mannschaft und Trainer irgendwie angeschlagen in die neue Saison gestartet. Im Gegensatz zu diesem Jahr hatte man sich nur in die Relegation geschleppt, weil es zwei Mannschaften gab, die noch schlechter waren.

Zur Transferpolitik:
Als Abgänge standen van der Vaart, Westermann, Jansen, Rajkovic und Green fest. Die Rückkehrer Sobiech und Zoua sollten auch nicht übernommen werden. Ausserdem wollte man sich von Behrami und Beister trennen, es schien nicht zu passen. Maxi wurde eine Abfindung gezahlt, um den Vertrag aufzulösen und für Behrami bekam man noch 3,5 Mio.
Um den Umbruch finanzieren zu können, hat man dem Wechselwunsch von Jona Tah nachgegeben. Das spülte nochmal 7,5 Mio (plus Prämien) in die Kassen des klammen Vereins.
Dazu gesellte sich dann noch der Abgang von Brunst, der ein Angebot von Wolfsburg hatte. Dort soll er die Zweite zum Aufstieg führen, das war VW auch eine Ablöse von 200tsd wert.

Die auslaufenden Verträge von Ivo Ilicevic und Goijko Kacar wurden zu verringerten Konditionen verlängert. Besonders Ivo hat wegen seiner Verletzungsanfälligkeit noch ne heftige leistungsbezogenheit hinnehmen müssen. Ich persönlich hätte die beiden Verträge nicht verlängert, um des Umbruchs Willen. Bruno plant aber mit beiden, wie auch die Vorbereitung zeigte

Erster Zugang war das türkischen Talent Altintas. es gab zwar einige Verwirrung, aber letztlich kam er doch. Er hat ein Jahr nicht spielen können und muß noch erst aufgebaut werden.
Dann kam der Knaller: „Prügel-Spahic“ wurde verpflichtet. Sportlich auf jeden Fall eine Bereicherung, er bringt Stabilität in die Mannschaft und er hilft, die jungen Spieler zu führen. Menschlich ein ganz feiner Kerl … der aber auch anders kann. Das muß man im Auge behalten
Mit Sakai kam ein günstiger Spieler, der unseren Aussenverteidigern, insbesondere Dennis Dieckmeier Druck machen soll. Es wirkt, Dennis zeigt in der Vorbereitung ne gute Leistung, allerdings heisst das nicht, daß er jetzt auch spielt.
Als Ersatz für Alexander Brunst hat man zwei Torhüter verpflichtet. Einerseits den erfahrenen Tom Mickel, dessen Vertrag in Fürth nicht verlängert worden war, der die Zweite führen soll und als dritten Torhüter der ersten Mannschaft holte man den jungen Schweizer Andreas Hirzel. In einigen Testspielen konnte man ihn sehen und er hat mir gefallen. Ich denke, wir haben mit ihm den zweiten Torhüter für die nächste Saison gefunden, wenn Drobny die Schuhe an den Nagel hängt.
Für das Mittelfeld kamen als Verstärkung Rückkehrer Demirbay und Brunos Wunschspieler und Königstransfer Albin Ekdal.
Im Sturm haben wir uns mit dem österreichischen Talent Michael Gregoritsch und dem dynamischen Sven Schipplock verstärkt. Gregoritsch ist ein Talent, hat gute Anlagen, ist für seine Größe erstaunlich beweglich, aber halt nur ein Talent. Schipplock ist einer, der über seine Dynamik und Mentalität kommt. Der körperlich starke Stürmer meinte neulich noch: Wenn nichts mehr geht, laufen kann man immer noch. Und so spielt er auch. Trifft er ab und an mal das Tor, hat er das Zeug zum Publikumsliebling. Auf jeden Fall macht er Lasogga Druck und man kann ihn ohne Probleme auch von der Bank bringen.

Wir haben zu Beginn der Saison den Kader beisammen … das hat beim HSV Seltenheitswert, bei Didi hab ich das noch nie erlebt

Das System.
Wir spielen nicht mehr mit dem ungeliebten 4-2-3-1, sondern mit einem 4-3-3.
Das ist aber nicht die eigentliche Neuerung, denn die beiden Systeme sind so verschieden nicht.
Das Neue ist die Variablität. Die einzigen festen Positionen sind der Torhüter, die IV und der Mittelstürmer. Alles was dazwischen spielt, agiert nach Brunos Vorstellungen sehr variabel. Die AV sind offensiver ausgerichtet, als noch in der letzten Saison, gehen, wenn das Spiel es zulässt, auch öfter an die Grundlinie zum Flanken. Aber nicht nur das. Sie sind auch angehalten, offensiv in die Mitte zu ziehen, um von dort Pass oder Torschuß zu platzieren oder aber auch im DM auszuhelfen, wenn das Mittelfeld geschlossen auf dem Weg nach vorne ist.
Das Mittelfeld hat quasi alle Freiheiten. Drei Spieler ohne feste Positionen. Also verabschieden wir uns mal ganz gepflegt von Begriffen wie 6er, 8er, 10er oder ähnlich. Die Mittelfeldspieler beackern alle das gesamte Mittelfeld. Mal ist der eine vorne zu finden, mal der andere, dann spielt Spieler X auf links, der gerade noch auf Rechts zu finden war usw.
Ähnlich variabel ist auch der Sturm. Wir spielen zwar mit einem reinen Mittelstürmer, der vorzugsweise im gegnerischen 16er zu finden sein wird, aber die anderen beiden Stürmer finden wir links, rechts oder auch als hängende Spitze agierend, mal so mal so.

Ich habe das erste mal seit langer Zeit das Gefühl, bei der Kaderzusammenstellung ist man ganz gezielt zur Sache gegangen. Ich habe den Eindruck, die Mentalität passt und auch die Spieler passen zu dem, was sich der Trainer vorstellt. Große Namen sucht man vergeblich, große Namen brauchen wir auch nicht. Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader, in dem ein großer Konkurrenzkampf herrscht. Bislang mit sehr guter Stimmung dabei, wie es ist, wenn in der Saison der eine oder andere auf der Bank sitzen bleibt, sieht dann vielleicht wieder anders aus.
So sehr mich das neue System auch fasziniert, es birgt große Gefahren. Die Spieler haben große Freiheiten, und damit auch große Verantwortung. Diese Verantwortung besagt dann auch, daß man als Spieler mal für die Mannschaft zurücksteckt, auch wenn man gerne eine andere Aufgabe ausfüllen würde. Die Spieler erarbeiten sich ihre Taktik auf dem Feld selber. Das erfordert intelligente Spieler. Klappt das nicht, dann kann es im System Hühnerhof ausarten, alle hinterm Ball her. Aber ich denke, die Spieler können das.

Normalerweise sag ich, bringt den Leuten erst die einfachen Dinge bei und dann erst das Schwere. In diesem Fall geht Bruno das volle Risiko. Ich denke, es könnte klappen. Warum? Die Spieler haben sich am Ende der Saison eine Euphorie erarbeitet, die wertvoll ist. Mit Grübeln kann man aber diese Euphorie zerstören. Zum Grübeln haben die Spieler aber keine Zeit. Sie müssen lernen, viel lernen.

Unterm Strich: Ich freue mich auf die neue Saison. Die Art zu spielen macht mir Lust. Aber ich weiß, daß Bruno den Spielern viel abverlangt (hoffentlich nicht zu viel). Das wird gerade zu Anfang der Saison nicht immer so funktionieren, wie gewollt. Wir haben ein schweres Anfangsprogramm, kommen wir da einigermaßen unbeschadet durch, dann kann ich mir vorstellen, daß wir ne gute Saison spielen. Mein Tip: Platz 10-15, aber wir haben am letzten Spieltag nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.(fb)

Top oder Flop? Oder vielleicht doch etwas dazwischen?

Heute am 27.7. kamen zwei Artikel zum HSV heraus, einer von Kai Behrmann in der Welt und einer von Daniel Jovanov auf Goal.com. Während in der Welt die Meinung herrscht, daß der eingeschlagene Weg Mut macht sieht Daniel Jovanov es erwartungsgemäß negativ.

In der Welt lobt Herr Behrmann vor allem die Mentalität der Transferpolitik. Man habe sich von Spielern getrennt, die nicht passen und bei den Neuverpflichtungen darauf geachtet, daß die Neuen charakterlich zum erkannten Mentalitätswechsel passen.
Auch sieht er die Entwicklung beim HSV positiv.

Auf Goal legt Daniel Jovanov seinen Schwerpunkt auf die fehlenden Erfolge der abgelaufenden Saison, verweist noch auf die 50 Mio, die der HSV unter Beiersdorfer in Spieler investiert hat (im Gegensatz zu Bremens 10 Mio), auf die schlechten Testspiele usw.

Nun, 50 Mio hört sich ja gewaltig an. Daß dem aber auch Spielerverkäufe von knapp 35 Mio entgegenstehen, das wird geflissentlich verschwiegen. Ebenso, wie die Tatsache, daß der HSV seine Einkäufe für diese Saison weitestgehend beendet hat, während Werder noch nicht fertig ist. Auch verschweigt man gerne, daß man einige Leistungsträger der letzten Jahre ohne Ablösesummen hat ziehen lassen müssen und daß Bremen ausserdem noch einige Spieler geliehen hat, zB Öztunali.
Wenn man solche Zahlen vergleicht, dann sollte man das zur Erklärung dazuschreiben, denn die nackten Zahlen sagen nichts aus.

Die Testspiele, die ja so schlecht sind:
Schluein Ilanz: 1:13 gewonnen
Chur: 0:6 gewonnen
Gladbach 4:5 im Elfmeterschiessen gewonnen
Augsburg 1:2 gewonnen
Schneverdingen 0:7 gewonnen
Bielefeld 0:2 verloren
Bursa 1:1 unentschieden
Kassel 0:2 gewonnen

Ok, sortieren wir das mal ein: Die beiden Schweizer Mannschaften mussten gewonnen werden, auch in der Höhe.
Gladbach und Augsburg, war ganz nett, aber sagen nichts aus. Schneverdingen musste auch gewonnen werden.
Bielefeld, ok, das hätte man besser spielen müssen. Aber Bielefeld war in der letzten Phase der Vorbereitung, während wir noch in der Phase waren, wo Grundlagen trainiert werden. Nicht schön, aber vertretbar.
Bursa war ein netter Kick im Trainingslager. Bruno hat die Mannschaft dort die Trainingsinhalte spielen lassen, die die Mannschaft vorher einstudiert hat. Das sah teilweise ganz nett aus. Aber beide Mannschaften hatten schwere Beine.
Kassel, 0:2 gewonnen am Ende eines Trainingslagers, das erste mal, daß Gregoritsch und Schipplock mit dabei waren.

Für mich haben diese Testspiele keinen besonderen Wert, was die Aussagen auf die Leistung des HSV angeht. Die entscheidenen Testspiele, die mich interessieren, kommen jetzt: Aalborg und Verona. Die Mannschaft ist jetzt endlich vollzählig, die Grundlagen sind gelegt, jetzt geht es ans Spielerische. Diese beiden Spiele sind aussagekräftig und sollten tunlichst gewonnen werden. Nach Verona wird es ernst, dann geht es nach Jena zum Pokal.

Also, was ist unterm Strich zu den beiden Artikeln zu sagen? Kai Behrmann sieht alles recht positiv, vor allem, was die Entwicklung angeht.
Daniel Jovanov sieht es gewohnt negativ, kommt teilweise mit alten Kamellen, sucht gezielt das Negative.
Die Wahrheit, und da geb ich Daniel recht, liegt letztlich auf’m Platz. Und ich denke, sie wird irgendwo in der Mitte zu finden sein. Es ist nicht alles gut, wie bei Kai Behrmann und nicht alles schlecht, wie bei Daniel.
Die nächsten beiden Testspiele werden genauer Auskunft geben, wo der HSV tatsächlich steht. Ich denke aber, die Transfers könnten passen, sowohl Zu- als auch Abgänge.
Ich erwarte am Ende der Saison einen Platz zwischen 10 und 15. (fb)

Was spielen wir eigentlich für ein System – der Taktiktisch

In der letzten Saison haben wir ja das 4-5-1 bis zum Erbrechen durchgenudelt und das nicht unbedingt in seiner schönsten Art. Wie werden wir in Zukunft spielen?

Nun kann man das noch nicht so genau sagen, dazu ist es eigentlich noch zu früh. Aber der Telekom-Cup und die (potentiellen) Neuzugänge sagen doch schon etwas aus. Meiner Ansicht nach werden wir in Zukunft mit einem 4-3-3 rechnen können, zumindest bei eigenem Ballbesitz. Die 4er-Kette hat dabei ihre altbekannten Aufgaben zu erfüllen. erste Spieleröffnung und einer der AV geht mit nach vorne, mitunter auch mal beide, je nach Situation. Mit Spahic haben wir einen Spieler, der die Spieleröffnung auch spielen kann. Das Abfallen lassen der 6er haben wir vorgestern nicht mehr gesehen.
Dann spielen wir mit einem 3er-Mittelfeld, das fast unbegrenzt rotieren kann. Kein klassischer 6er, kein klassischer 10, sondern drei Spieler, die von box to box spielen können. Das erklärt auch, warum Ekdal den Vorzug vor Maxim erhält, Maxim arbeitet nicht gerne hinten. Dieses Dreigestirn kann dann je nach Situation variieren und bedeckt die gesamte Zentrale. Die Aufgabe ist es, das Spiel zu eröffnen und auch die Defensivarbeit gemeinsam zu leisten. im Mittelfeld gibt es auch keine reinen Flügelspieler (LM/RM), im Grunde drei 8er. Das Herz des gesamten Spiels. Für dieses Mittelfeld haben wir Diaz, Kacar, Jiracek, Steinmann, Demirbay, Holtby und wahrscheinlich noch Albin Ekdal.

Vorne spielen wir dann mit einem Dreiersturm. Ein Mittelstürmer und zwei Aussenstürmer. Diese Aussenstürmer haben nicht mehr so viel mit den Defensivaufgaben zu tun, wie noch im 4-5-1 und können sich mehr aufs Toreschiessen konzentrieren, bzw darauf, den Mitspieler in Szene zu setzen. An Gouaida konnte man gestern schon sehen, daß es ihm gut bekommt, wenn er nicht so viel nach hinten arbeiten muß. Er ist richtig aufgeblüht.

Schaffen wir es, oder vielmehr, schafft Bruno es, der Mannschaft beizubringen, daß jeder Spieler mehr für den anderen da sein muß, als es bisher der Fall war, dann könnte diese offensivere Ausrichtung der Mannschaft auch ohne Verlust unserer Defensivstärke funktionieren.

Die neue Saison wird torreicher als die letzte, soviel scheint klar zu sein. Hoffentlich findet Bruno auch die richtige Balance.
Entscheidend wird aber sein, wie gut das neue Mittelfeld harmoniert und agiert (fb)

Das trojanische Pferd

Ab 1.8. gibt es beim HSV eine OFC-Reform. Dazu hat der HSV ein Rundschreiben veröffentlicht ( http://service.hsv.de/…/125734a54eb0683624bab773b6501ddb080… ). Dort stehen einige sehr interessante Dinge drin. Zum Beispiel folgender Passus:
„Eine Mitgliedschaft von Fanclubmitgliedern im HSV bzw. im Supporters Club ist wünschenswert, aber keine Voraussetzung für das Erheben von Beiträgen oder das Bestellen von z.B. Eintrittskarten durch OFCs! Alle OFCs werden von uns gleich behandelt, unabhängig davon, wie viele Mitglieder im HSV organisiert sind. Damit schaffen wir die Koppelung OFC/HSV-Mitglied ab, an den mit einer HSV-Mitgliedschaft verbundenen Vorteilen (z.B. Rabatt auf Dauerkarten, Verkauf von Tickets an Mitglieder) ändert sich natürlich nichts.“

Das hört sich auf den ersten Blick ja ganz nett an. Aber denken wir mal dran, was wir im letzten Jahr beschlossen haben. Der HSV eV finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge. Schafft man die Koppelung OFC/HSV-Mitglied ab, dann gibt es für viele weniger Anreiz Mitglied zu sein. Das kann den eV mittel- und langfristig empfindlich treffen. Nun mag es einige Kurzsichtige geben, die sagen „was geht mich der eV an?“. Der eV geht uns alle ne ganze Menge an. Der eV ist die Mutter der AG. Ist der eV nicht auf solide finanzielle Füße gestellt, dann kann das Fundament auch für die AG zusammenbrechen. Der AG kann es nur gut gehen, wenn es dem eV auch gut geht und umgekehrt. Dieser Passus ist gefährlich … auch wenn er auf den ersten Blick so harmlos scheint.

Es sind aber noch mehr Sachen, die dort erst auf den zweiten Blick eine Gefahr in sich bergen. ZB die Absenkung der Mitgliederzahl auf 4 Personen. Mal abgesehen davon, daß ich den Sinn nicht sehe, denn 4 Personen sind für mich noch kein Club, bei Spielen mit starker Ticketbegrenzung kann es durchaus sein, daß kleine Fanclubs relative Vorteile haben. Also daß die Chance größer ist, an Tickets zu kommen, wenn man zwei kleine Clubs hat, als einen großen. Das ist nicht gerecht.

Und mit der Entkoppelung von Mitglied und OFC schafft man zudem noch eine Kontrollmöglichkeit ab. Bisher konnte man bei Kartenbestellungen die Personen mit den Mitgliederlisten abgleichen. Das geht in Zukunft nicht mehr. Findige OFCs könnten dann auf die Idee kommen und Karten für Personen bestellen, die es nicht gibt, wer soll das kontrollieren. Schwarzmarkt?

Mir scheint, diese Reform ist zwar gut gemeint, aber nicht gut ausgeführt, weil nicht zuende gedacht. Es bedarf dringend einer Reform der Reform!(fb)

Ich möchte aber noch auf einen Punkt hinweisen, der für viele Fanclubmitglieder interessant sein kann:
-Gewährung eines Rabattes bei Fanartikelbestellungen in Höhe von 10% ohne Mindestbestell.
Bisher gab es die Regelung auch, aber mit Mindestbestellwert von 250,-€

Kein Grund zur Panik

Heute fängt die Vorbereitung an. Auch wenn noch nicht alle Spieler da sind (Nationalspieler, Verletzte und Neuzugänge fehlen noch), so geht es zumindest wieder los.

Schauen wir auf unseren Kader:
-Im Tor haben wir keine Sorgen. Adler, Drobny und Brunst

-In der Abwehr haben wir in der IV Djourou, Cléber und Tah. Ausserdem noch Jung, der aber eventuell noch verliehen wird. Rechts Diekmeier und den verletzten Götz und links Ostrzolek und Marcos.
Für die Abwehr ist der HSV gerüchteweise an einem 18jährigen Nigerianer dran (der wahrscheinlich schon 20 ist ^^ ). Muhammend Musa, so sein Name, ist in erster Linie RV, kann aber zur Not auch LV spielen. Schaun mer mal, was draus wird.

-im Mittelfeld haben wir Diaz, Jiracek, Demirbay, Holtby, Stieber, Ilicevic, Müller, Gouaida und Olic (ich hoffe, ich hab niemanden vergessen). Valon Behrami wird sehr wahrscheinlich den Verein verlassen, der Verein will, der Spieler will. Steinmann soll verliehen werden, Gojko Kacar liegt ein Angebot zur Vertragsverlängerung vor, aber er will noch erst ein Gespräch mit Bruno führen, bevor er es annimmt, so zumindest die Presse. Sollte Gojko bleiben, dann wird wahrscheinlich niemand mehr für’s defensive Mittelfeld kommen. Die Doppel6 mit Kacar/Jiracek und Diaz/Demirbay ist ausreichend besetzt. Wenn man gutes Geld für Valon bekommt, könnte ev noch was passieren, aber ich persönlich denke eher nicht.
Vorne soll der Österreicher Gregoritsch kommen, 7 Spieler für drei Positionen, das langt, wenn man nicht international spielt.

-Im Sturm haben wir Lasogga, Rudnevs, Altintas und Müller, Olic und Gregoritsch können dort auch spielen.

Insgesamt sind das 25 Spieler, damit kann man in die neue Saison gehen.

Wenn also Kacar verlängert und die beiden anderen Neuzugänge (Gregoritsch und Musa) kommen, haben wir einen Kader, der funktionieren kann. Kein Kader, um Europa anzugreifen, aber das erwarten wir ja auch nicht.

Wenn das Geld stimmt, könnte ich mir vorstellen, daß wir uns vielleicht noch den einen oder anderen weiteren Neuzugang leisten, jung, perspektivisch, aber das ist kein Muß.

Also kein Grund zur Panik (fb)

Eine Ode an Heiko Westermann

Mit Heiko Westermann geht der wohl umstrittenste Spieler des HSV seit vielen Jahren den Verein.
Auf der einen Seite hat er den Ruf, oftmals entscheidende Fehler zu machen.
Auf der anderen Seite ist er ein Kämpfer, der immer alles für den Verein gegeben hat. Bei ihm stand nie das ICH im Vordergrund, sondern immer das WIR. Eine Eigenschaft, die ihn auch zum Mannschaftskäpt’n werden liess. Es gibt sicherlich bessere Fußballer in der Liga, aber es gibt nicht viele bessere Menschen. Er hat da gespielt, wo er hingestellt wurde, ohne sich zu beschweren. Er hat überall sein möglichstes versucht, auch wenn es nicht seine Optimalposition war. Er war in erster Linie Innenverteidiger. Einer derjenigen, die keine Fehler machen dürfen, denn sonst ist nur noch der Torhüter da, um das Tor zu verhindern. Er war nicht fehlerfrei, aber seien wir mal ganz ehrlich: Wer ist das schon. Selbst welcher IV ist das schon. Selbst die Guten seiner Zunft machen ab und an mal Fehler und auch seine Mitspieler machen Fehler. Und er hat nie gezögert, zu versuchen, diese Fehler auszubügeln. Er hat sich nie versteckt. Während Mitspieler sich mitunter schön nah an den Gegenspieler gestellt haben, damit der Ball nicht zu ihnen kommt, war er immer anspielbar.
Und auch nach verlorenen Spielen hat er sich den unangenehmen Fragen der Journalisten gestellt, wenn andere mit gebeugtem Kopf an den Mikrofonen vorbeigegangen sind.

Ich bin traurig, daß er geht.

Trotzdem ist es richtig, daß er geht. Die Mannschaft des HSV muß ein vollkommen neues Gesicht bekommen, es muß ein neuer Geist in die Mannschaft installiert werden. Die jetzigen Spieler sind es zu sehr gewohnt, zu verlieren, sie sind auch den Trott des HSV zu sehr gewohnt. Und Heiko Westermann steht in gewisser Weise, auch wenn es nicht seine Schuld ist, für den Niedergang des HSV. Er kam, als es begann bergab zu gehen.
Wenn es nach mir ginge, würden auch Ivo ilicevic und Gojko Kacar kein neues Vertragsangebot bekommen. Aus genau dem selben Grund, sie stehen für die Zeit des Niedergangs, auch wenn ich sie ebenfalls nicht als Schuldige sehe.

Wir brauchen frischen Wind in der Mannschaft, deshalb ist es gut, daß Heiko geht. Auch wenn ich traurig bin.
Für mich bleibt Heiko immer einer der großen HSVer, auch wenn sein Name nicht für Erfolg steht. (fb)

ps: Teilweise liest sich das schon fast wie ein Nachruf. Liegt vielleicht dran, daß mir die Tränen in den Augen standen, als ich das geschrieben hab.
pps: Heiko, ich wünsche dir alles Gute! Ich hoffe, du findest einen Verein, in dem du noch lange glücklich spielen kannst. Wenn es geht im Ausland, damit wir nicht gegen dich spielen müssen, denn das würde sich falsch anfühlen.
Und hoffentlich kommst du dann zu uns zurück.

Von HSVPlus, Rautenherz und anderen „Beratern“ des HSV

Die Saison ist schlecht gelaufen, da brauchen wir nichts schönreden, und nun stehen sie wieder alle auf der Matte: Die Möchtegernberater des HSV.

Mit den Machern von HSVPlus ist unsere gegenwärtige HSVFührung ja schon seit der Wahl auf Kriegsfuß. Diese agiert nicht so, wie die Initiatoren von HSVPlus es gerne hätten. Schon früh hat man „seine Hilfe angeboten“ und diese wurde abgelehnt. Das führte prompt dazu, daß im Juni letzten Jahres eine konzertierte Aktion gegen unseren neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gefahren wurde … mit zweifelhaftem Erfolg. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist angeschlagen, aber ansonsten hat man gar nichts erreicht. Im Gegenteil, durch diese Aktion hat man das Tischtuch gänzlich zerschnitten. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Möglichkeit so oft und so viel wie möglich gegen die HSV-Führung zu ätzen, um diese zu schwächen, damit sie irgendwann mal abgelöst wird. Tolle Strategie! Man schädigt den HSV, damit man selber alles besser machen kann? Dabei haben sie es ja noch nicht mal geschafft, einen Aufsichtsrat inklusive Vorsitzenden auszusuchen, der ihre Ziele vernünftig umsetzt.
Ich will nicht behaupten, daß die Intitiatoren von HSVPlus dem Verein nicht hätten helfen können. Ich behaupte auch nicht, daß sie es nicht vielleicht hätten besser gemacht. Das kann und will ich nicht bewerten. Aber ich gebe zwei Dinge zu bedenken:
-Otto Rieckhoff hat als AR-Vorsitzender schon in der Personalie Carl Jarchow ein nicht besonders gutes Händchen bewiesen. Mit der Personalie Karl Gernandt ist ihm anscheinend auch nicht der große Glücksgriff gelungen. Unfehlbar sind die Macher von HSVPlus also auch nicht.
-Und der zweite Punkt ist: Die permanenten Einmischungen von aussen haben dazu geführt, daß wir seit Jahren eine Führungskrise beim HSV haben. Jeder meint, er müsse mitmischen, jeder mischt mit und das Chaos ist das Resultat

Von daher stehe ich hier eindeutig auf der Seite der HSV-Führung … auch wenn sie Fehler macht, die ich ja auch anspreche.

Der nächste Fall ist die Einmischung der Rautenherzen, die ja ein ganz tolles revolutionäres Konzept zur Nachwuchsförderung erarbeitet haben, daß der HSV so nicht übernehmen will. Es geht sogar so weit, daß man die Gerichte einschalten musste.
Jedem steht es frei, Ideen zu haben. Jedem steht es frei, sie dem HSV mitzuteilen. Es steht aber nur dem HSV, bzw der HSV-Führung, zu, zu entscheiden, ob man diese Ideen übernimmt oder auch nicht. Auch, ob man vielleicht Teile dieser Ideen umsetzt und andere nicht. Niemand anderes hat das zu entscheiden! Sonst haben wir bald wieder Zustände, wie vor HSVPlus und das wollen wir alle nicht wirklich. (fb)

Déjà vu?

Sommer 2014. Der HSV hat mit Mühe, Not und Glück den Klassenerhalt geschafft.
Ein Umbruch innerhalb der Mannschaft sollte erfolgen.
Um den Hoffnungsbringer Hakan Calhanoglu sollte ein neues, schlagkräftiges Team aufgebaut werden, hörte man aus Vorstandskreisen.
In der Winterpause 2013/14 hatte Hakan, mit mächtig großen Treueschwüren dem Hsv gegenüber, seinen Vertrag verlängert, in dem sich auch der damalige Spodi, Oliver Kreutzer, sonnte.
Doch kaum war die Saison vorbei, da kam die Kehrwende. Entgegen seinen großspurigen Ankündigungen wollte Hakan schnell groß rauskommen und sofort CL spielen.

Das Angebot von Bayer 04 kam da gerade recht. Nachdem sein mehrfach vorgetragener Wunsch intern beim HSV auf taube Ohren stieß, und er nicht mehr weiter wusste, suchte und fand er einen anderen Weg. Er ließ sich krankschreiben.
Entweder Wechsel oder Gelber Zettel. Hakan begann, den HSV zu erpressen.
Unter den Fans traf diese Maßnahme natürlich auf wenig Gegenliebe, er wurde schnell zum Feindbild und, meiner Meinung nach, für den HSV nicht mehr tragbar.
Seine Erpressung hatte am Ende Erfolg. Er wechselte für etwa 14 Mio Euro zu Bayer Leverkusen…

Sommer 2015 – Der HSV hat mit Mühe, Not und Glück, aber am Ende verdient, den Klassenerhalt, in einem dramatischen Finale gegen den KSC, geschafft.
Wieder einmal soll im Sommer ein Umbruch erfolgen.
Spieler wie VDV und Jansen haben den Verein bereits verlassen. Weitere 4 Verträge laufen aus, von denen vermutlich 1-2, stark leistungsbezogen, doch noch verlängert werden sollen.
Um die Rückkehrer Tah und Demirbay, so war aus der Führungsetage zu vernehmen, soll eine neue, schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden. Das Ziel: nie wieder Relegation!

Jetzt kommt abermals ausgerechnet Bayer Leverkusen um die Ecke und will Tah verpflichten. Daran scheiden sich momentan die Geister.
Einige meinen, 6/7/8 Mio Euro seien sehr gutes Geld , damit könne die Mannschaft sinnvoll verstärkt werden. Andere wiederum sagen, er darf nicht verkauft werden.
Und zu denen gehöre ich auch. Warum?

Wir, der HSV, haben uns im vergangenen Jahr erpressen lassen.
Erpressen von einem Spieler mit langfristigem Vertrag!
Will der HSV nicht zum Selbstbedienungsladen der Liga werden und weiterhin (für Spieler, Berater und/ oder Konkurrenten) erpressbar bleiben, darf er einem Transfer in diesem Sommer NICHT zustimmen.
Es gab / gibt eine Ausstiegsklausel von 15 Mio (mit Vetorecht und Anpassung des Gehalts), und von 25 Mio ohne Vetorecht. Egal ob diese Fristen jetzt abgelaufen sind oder nicht. Diese Beträge müssen in meinen Augen unbedingt erzielt werden, so man sich doch für einen Verkauf entscheidet. Alles andere würde einen weiteren Gesichtsverlust bedeuten: Der HSV hätte ein zusätzliches, riesengroßes Imageproblem!

‪#‎NurderHSV‬

(CM)

Fietes Saisonrückblick V

Dies ist der letzte Teil des Saisonrückblicks.

Zeit, um ein (persönliches) Resümee zu ziehen.

Fassen wir zusammen: Vor gut einem Jahr haben wir, mit der Wahl von HSVPlus, die Weichen für unseren Verein vollkommen neu gestellt. Die Satzungsänderung war, wenn ich diesen Begriff auch ungern verwende, alternativlos. Allerdings ist HSVPlus nicht frei von Fehlern. Es gibt Schwächen in der Satzung, an denen wir arbeiten müssen. Der Aufsichtsrat ist sicherlich auch nicht das Gelbe vom Ei, aber es ist meiner Ansicht nach ein AR, mit dem wir leben können. Karl Gernandt sollte aber, zumindest in Sachen Öffentlichkeitsarbeit noch dazulernen. Nicht in jedes Mikro, das am Weg steht, muss man reinsprechen. Beherzigt er das in Zukunft nicht, sollte er an der Spitze des ARs abgelöst werden.

Was den Vorstand angeht… Ich bin mir nicht sicher. Sportliche Kompetenz ist gegeben, aber um ein Unternehmen wie den HSV zu leiten, braucht es mehr. Ob Didi mit seinen Kollegen dieses „mehr“ leisten können? Ich bin mir nicht sicher. Frank Wettstein kenne ich nicht, von ihm hört man auch nichts. Was ja nicht unbedingt etwas Schlechtes heißen muss. Er fliegt für die Öffentlichkeit unbemerkt unter dem Radar. Insofern kann man seine Qualität schlecht beurteilen.

Joachim Hilke war schon Bestandteil des Vorstands vor der Strukturänderung. Ich hätte auf dem Posten des Marketingchefs lieber einen neuen Mann gesehen, der frischen Wind mitbringt. Allerdings… bei dem sportlichen Erfolg und dem ganzen Chaos im Verein, haben wir doch noch recht gute Sponsoringverträge … wegen ihm? Trotz ihm? Auch das ist nur schwer zu beurteilen.

Didi halte ich, wie bereits erwähnt, für einen guten Sportchef, weniger für einen guten Vorstandsvorsitzenden. Ich bin noch immer der Ansicht es fehlt ihm an Entscheidungsfreude. Besonders dann, wenn Chefqualitäten gefordert sind. Also zum Beispiel, wenn es um unangenehme Entscheidungen geht. Für einen Chef ist Didi einfach zu nett, zu lieb und zu ehrlich.

Apropos Entscheidungsfreude. Didi wollte, so jedenfalls mein Eindruck, Tuchel unbedingt. Er konnte ihn aber nicht kriegen und hätte fast den Zeitpunkt verpasst, auf Plan B umzusatteln! Wir sind dem Abstieg nur um Haaresbreite entronnen. Die Verantwortung dafür trägt unser Vorstandsvorsitzende, Dietmar Beiersdorfer, der nicht in der Lage war, früher von Plan A auf Plan B umzuschalten! Was mich zudem stört: Er stärkt seinem Team nicht den Rücken, gibt Spielern keinen Rückhalt, verteidigt den Verein nicht in der Öffentlichkeit.

Die Frage ist, welche Konsequenz zieht man aus dieser Erkenntnis?

Ich für mich bin zu dem Schluß gekommen, wir brauchen einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Dietmar Beiersdorfer kann meinetwegen im Vorstand bleiben, aber unter einer anderen Führungsperson.

Der Sportchef, oder auch Direktor Profifußball, Peter Knäbel, hat noch nicht zeigen können, ob er eine erfolgreiche Mannschaft zusammenstellen kann. Was er aber gezeigt hat, ist, dass er ne Plaudertasche ist, die kaum einem Mikro aus dem Weg gehen kann und dass er ein schlechter Trainer ist. Was ich ihm aber richtig krumm nehme ist die Tatsache, dass er als Trainer die Spieler in der Öffentlichkeit schlecht gemacht hat. Nicht nur kein Rückhalt, sondern Spieler in der Öffentlichkeit in die Pfanne hauen. Für mich ein absolutes NoGo. Ich denke wir sollten uns, bei aller Fachkompetenz, die er ev haben mag, von ihm trennen. Didi wird SpoDi, da wird er ja auch nicht unbedingt mehr gebraucht.

Nächster Punkt: Die Öffentlichkeitsarbeit. Viele schießen sich dabei auf unseren Mediendirektor Jörn Wolf ein. Für mich trifft man damit nicht ganz den Kern. Jeder im Verein muß sich Gedanken darüber machen, wie er in der Öffentlichkeit rüberkommt. Unser Image ist negativ? Dann müssen sich unter Umständen alle im Verein einem gesamtheitlichen Coaching unterziehen. Ein Eindruck beginnt damit, dass Didi, also der Chef vom Ganzen, nur am Stammeln ist, wenn er ans Mikro geht. Klingt sympathisch, wenn jemand eine Schwäche hat, ist aber nicht zielführend. Sicheres Auftreten und flüssiges Reden kann man lernen. Wenn nicht, ist man falsch auf dieser Position. Hinzu kommen solche Dinge, wie das gestrige Interview von Hilke im Abendblatt. Ein absolutes Armutszeugnis. Es sollte ein Interview sein, das einen positiven HSV zeigt. Alles in Ordnung, Planungen im Soll. Was dabei rauskam: der HSV will den Dino und die Uhr abschaffen, Shitstorm inklusive. Die Erhöhung der Preise für Dauerkarten der Kinder und Behinderten wurden nach außen mindestens genauso desolat kommuniziert! Nach dem Relegationsspiel hat sich die gesamte Führungsriege des HSV dem Shitstorm der Öffentlichkeit ergeben. Alle sind abgetaucht, anstatt auch da mal gegenzuhalten. Andere Vereine machen es vor, wie sowas geht! Allen voran unser Erzrivale von der Weser. Auch hab ich den Eindruck im Verein hat man noch immer nicht die sozialen Netzwerke verstanden. Seien es die Foren, Facebook oder Twitter. Ist schon so’ne Sache mit dem Internetz. Immerhin haben wir ne anständige HP Ok, bedenkt man woher wir kommen, dann mag das ja alles ein riesen Fortschritt sein, aber verglichen mit anderen Vereinen ist unsere Öffentlichkeitsarbeit einfach nur Mist. Professionell sieht anders aus!

Unterm Strich: 1) Wir brauchen jemanden an der Spitze des Vereins, der Entscheidungen treffen kann. 2) Wir müssen mehr zusammenstehen. Beginnen muss das an der Führungsspitze. Intern kann man sich zoffen, nach außen muss man wie eine Familie zusammenstehen. 3) Es sollte nicht mehr so viel gesabbelt werden, aber wenn, dann richtig. 4) wir alle sollten unser Auftreten in der Öffentlichkeit überdenken! Denn nicht nur was man sagt, sondern auch das was man tut, wird beobachtet.

Und wenn wir schon beim Thema sind: Wir kuschen meiner Ansicht nach viel zu sehr vor den anderen. Auch wenn es im Moment sportlich nicht so läuft, sind wir immer noch der HSV, einer der größten Fußballvereine Deutschlands mit 70.000 Mitgliedern. Der Verein, der bei den Zuschauerzahlen in Europa an achter Stelle steht und der die zweitmeisten Auswärtsfans der Liga stellt. Demut ja, was die Erwartungen an die sportlichen Erfolge angeht. Aber nicht, was unser Ansehen in der Öffentlichkeit betrifft. Da dürfen wir schon aufrecht durch die Gegend laufen.

Ich hoffe euch hat mein Saisonrückblick gefallen. Selbst dann, wenn ihr hier und da meine Meinung vielleicht nicht teilt. Ich habe versucht direkt und ehrlich zu sein, ohne beleidigend zu werden. Wenn ihr einiges anders seht, wir können gerne drüber diskutieren. Vielen Dank für’s Lesen und auch für die bisherigen Rückmeldungen (fb)

Die anderen Teile findet Ihr hier:

Fietes Rückblick Nr. I

Fietes Rückblick Nr. II

Fietes Rückblick Nr. III

Fietes Rückblick Nr. IV

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Fietes Saisonrückblick III

In diesem Teil widme ich mich der Hin- und Rückrunde

Köln 0:0, Paderborn 0:3 im eigenen Haus und Hannover 0:2 und die Bayern vor der Brust. 6 Punkte aus diesen drei Spielen war eigentlich das, was ich erwartet hatte, Didis Erwartungen waren wohl nicht viel anders, also wurde Slomka freigesetzt und Joe Zinnbauer „bis auf weiteres“ als Cheftrainer engagiert. Das „bis auf Weiteres“ zeigt mir, Joe sollte anscheinend nur für den Übergang Trainer sein.
0:0 gegen die Bayern, ein guter Start, überhaupt, Joe hat die Defensive dicht gemacht und nach vorne, das würde wohl noch kommen, so war damals meine Meinung und auch die vieler anderer.
Gladbach nur mit Pech verloren, gegen Frankfurt durch nen Sonntagsschuß von Piazon, Dortmund gewonnen, Hoppendorf ein gutes Unentschieden, es lief gar nicht sooo schlecht. Berlin war ein grausamer Rückfall in alte Zeiten. Gegen Bayer und Bremen haben wir dreifach punkten dürfen, wenn wir nicht zuhause gegen Stuttgart mit unserem grottigen Spiel verloren hätten, dann wäre die Hinrunde trotz der Probleme in der Offensive und den Leistungsschwankungen durchaus in Ordnung gewesen. So hatten wir 17 Punkte, wie gesagt, mit einem Sieg gegen Stuttgart wären es 20 Punkte gewesen, man war durchaus im Plan.

Die Winterpause sollte dazu genutzt werden, die Schwächen aufzuarbeiten, also das Passspiel und den Torabschluß verbessern. Dazu verstärkte man sich auch noch mit Ivica Olic (Mit Lasogga, Rudnevs und dem immer noch verletzten Beister als einzige Stürmer in die Saison zu gehen, war eh knapp)
Und man holte mit Marcelo Diaz einen Spieler, der 90 Minuten aktiv war, der das Spiel aus dem DM leiten konnte und der selbst unter Druck nicht die Nerven verlor und ball- und passsicher blieb, selbst wenn der Gegner intensiv presst (die Nervenstärke sollte sich noch auszahlen)
Schade nur, daß die beiden erst auf den letzten Drücker kamen. Beide waren in der Vorbereitung nicht dabei und auch nicht beim ersten Rückrundenspiel.

Die Rückrunde begann mies. Statt gegen den Aufsteiger im eigenen Stadion den Grundstock für eine ordentliche Rückrunde zu legen verloren wir 0:2. Schnell wurde klar, wir haben weiterhin große Probleme, spielerisch Lösungen zu finden. Also gegen Paderborn und Hannover wieder hinten dichtmachen und vorne hilft der liebe Gott. Es funktionierte. Joe wurde mutig und probierte es wieder spielerisch … gegen die Bayern … und ließ damit seine Spieler ins offene Messer rennen. Das Spiel war eindeutig vercoacht, wir verloren 0:8! Irgendwie war das der Anfang vom Ende. Spielerisch entwickelten wir uns rückwärts, also das Spiel gegen Hertha kam, war klar, das ist ein vorgezogenes Endspiel, ein Spiel, das man gewinnen MUSS. Und wie fast immer, wenn solche Spiele kamen, verloren wir.
Daß Joe zu dem Zeitpunkt seinen Hut nehmen musste, war eine Entscheidung, die viele nachvollziehen konnten. Ein Schritt, der im Grunde zu spät kam, die Mannschaft hatte nach dem Bayernspiel das Vertrauen zu Joe verloren, die Mannschaft fiel auseinander.
Den nun folgenden Schritt hat wohl so wirklich kein Mensch begriffen: Peter Knäbel, unser Direktor Sport, sollte die Mannschaft bis zum Saisonende führen.
Auch wenn ich diese Entscheidung versucht hab zu verteidigen … wenn ich ehrlich bin, ich war geschockt! Ein Mann mit dem Charisma einer Schlaftablette (sorry), der vor etlichen Jahren mal als Spielertrainer einen schweizer Drittligisten trainiert hat, sollte in dieser extrem schwierigen Phase den Klassenerhalt retten? Das konnte nur in die Hose gehen und es ging auch prompt in die Hose. Peter Knäbel ist als Trainer grandios gescheitert. So sehr, daß er auch als Sportdirektor Schaden genommen hat!

Aber dann hatte der Fußballgott ein Einsehen mit uns HSV-Fans und Bruno Labbadia wurde der neue Trainer.
Ein Sieg im ersten Spiel blieb uns verwehrt, aber es war schon mehr Struktur im Spiel zu sehen, als vorher. Die Spieler guckten nicht mehr so hilflos, wie unter Peter Knäbel, Bruno gab ihnen Sicherheit.

Zeitgleich hat der SC viel dafür unternommen, um die Fans hinter die Mannschaft zu bringen (dranglauben/AlleMannanBord). Mit der beispiellosen Unterstützung der Fans und Bruno Labbadia als Trainer gelang das, woran viele nicht mehr geglaubt haben, man erreichte noch die Relegation.
Tendenziell wurde das Spiel unserer Mannschaft immer besser, wir entfernten uns vom „Joe-Zinnbauer-Style“
Bruno setzte auch zunehmend auf Spieler, die im Grunde keine Zukunft mehr bei uns haben sollten: Kacar, Ilicevic usw. Sie dankten es ihm mit Leistung. Behrami der sich beim Wolfsburgspiel noch in der Halbzeitpause heftig mit Djourou gezofft hatte, war ganz aussen vor, man munkelt aber, daß das wenig mit seiner Oberschenkelzerrung zu tun hat.

Unter Bruno spielte man gegen Bremen gut, gegen Augsburg und Mainz sehr gut, aber man verpasste es, den Sack gegen Freiburg und Stuttgart zuzumachen. Gerade gegen Stuttgart war es eigentlich unerklärlich. Man hatte nach einer Viertelstunde das 1:0 geschossen und brach dann ein, anstatt mit dem Selbstbewusstsein des Führenden das Spiel zu dominieren. In diesem Spiel hätten wir den direkten Abstieg schon vermeiden können und es hätte nur ein Punkt, unabhängig von den anderen Spielen, am letzten Spieltag gereicht, um die Klasse sicher zu halten. Aber die Mannschaft wollte es lieber spannend. Ich verstehe bis heute nicht, warum sich die Mannschaft nicht mehr gewehrt hat. So musste heftigst gezittert werden.

Die Relegation gegen den KSC begann nicht gut. Rouven Hennings hat mit einem Glücksschuß schon nach 4 Minuten das Tor getroffen. Das schockte unsere Mannschaft sichtlich. In der Folge steckte man zwar nicht auf, aber es gelang wenig. Erst in der zweiten Halbzeit erholten wir uns davon und wurden immer etwas besser. Nachdem Ivo den Ausgleich schoss, dominierten wir das Spiel. Unterm Strich ein gerechtes Unentschieden.
In Karlsruhe lief es dagegen anders. Der HSV war über weite Strecken des Spiels eindeutig die bessere Mannschaft. Man gönnte sich nur eine kleine Phase, in der man den Druck etwas heraus nahm. Karlsruhe nutzte das, um in Führung zu gehen. Von da ab gab es Powerplay von Seiten des HSV. Nach einem strittigen Freistoßpfiff versenkte Marcelo Diaz den Ball direkt im Tor … Verlängerung. Bemerkenswert war, daß eigentlich Rafa den Ball selber schießen wollte. Alles konzentrierte sich auf Rafa, aber Diaz reagierte nach dem Pfiff am schnellsten. Der Mann hat Nerven aus Stahl. In der Verlängerung hatte der KSC dem Drängen des HSV kaum noch etwas entgegenzusetzen. Der schon fast geniale Schachzug von Bruno, Cléber als, tja, als was eigentlich? Als Mann für alle Fälle aufs Feld zu schicken, zeigte Wirkung. Cléber brachte den Pass so in den Strafraum, daß Müller ihn nur noch einnetzen brauchte. Nun war der Widerstand gebrochen, der KSC hätte in 5 Minuten noch zwei Tore schießen müssen. Da änderte der strittige Elfmeter in den Schlußminuten auch nichts dran.

Dies ist sicherlich nicht der interessanteste Teil meines Saisonrückblicks, aber ich finde das gehört dazu. Morgen geht’s weiter (fb)

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