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Präsidentenwahl und Beirat

In genau zwei Monaten wird, während unserer Mitgliederversammlung, ein neuer Präsident für den eV gewählt, und dieser Tagesordnungspunkt schlägt mal wieder bereits jetzt hohe Wellen.
Naja, wir sind schließlich auch der HSV, ein Verein, der niemals schläft.
Letzte Woche hatten wir im Podcast „Volksparkgeflüster“ den Vizepräsidenten und Schatzmeister unseres Vereins zu Gast.
Neben einigen anderen Themen haben wir dabei recht ausführlich das Thema Präsidentenwahl beleuchtet.
Hier einige Punkte, die für den einen oder anderen sicherlich interessant sind:

Normalerweise wird ein Präsidialteam, bestehend aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und Schatzmeister gewählt.
Dieses Mal ist es nur eine Nachwahl des Präsidenten, da Bernd Hoffmann ja bekanntermaßen auf den Stuhl des Vorstandsvorsitzenden wechselte.
Sein Team, bestehend aus Moritz Schäfer und Thomas Schulz, bleiben also im Amt. Der Präsident wird auch nur für die restlichen zwei Jahre der dreijährigen Periode gewählt.

Es bewerben sich aktuell eine ganze Menge Leute.
Der Beirat wird nun prüfen, wer für den Posten geeignet ist und er wird auch, wenn alle Bewerber die Vorraussetzungen erfüllen sollten, eine Vorauswahl treffen.
Es ist also kaum zu erwarten, daß wir uns auf der MV die Bewerbungsreden von 20 Kandidaten anhören müssen.
Wie viele und wer letztlich zur Wahl stehen, das entscheidet allein der Beirat. (Jan Wendt, Patrick Ehlers, Kai Esselsgroth, Frank Mackerodt, Oliver Voigt)

Allerdings gibt es keine genau festgelegten Vorgaben, nach denen sich die Beiratsmitglieder richten sollen.

Eines hat der Vorsitzende des Beirats, Jan Wendt, aber schon verkündet. Und allein das hat mich in zweifacher Weise sehr verwundert: Man werde bei der Vorauswahl nicht danach gehen, wer sich gut mit den beiden Vizepräsidenten verträgt und wer nicht.

Erstens verwundert mich, daß der Vorsitzende des Beirats sich überhaupt dazu öffentlich äussert. Und zweitens verwundert es mich, daß das kein Kriterium ist.
Die Väter der Satzung haben sich ganz bewusst dafür ausgesprochen, daß der Verein von einem Team geführt wird, das sich gemeinsam präsentiert, das gemeinsam gewählt wird.
Im letzten Jahr standen das Team Hoffmann, mit Moritz Schäfer und Thomas Schulz und das Team Meier, mit Henning Kinkhorst und Ralph Hartmann zur Wahl.
Die Teams haben sich in dieser Konstellation zusammengefunden, weil sie der Ansicht sind, daß sie effektiv zusammenarbeiten können.
Und nun zählt das nicht mehr? Ok, satzungskonform ist das Verhalten, aber ist es im Sinne des Vereins? Ich denke nicht.

Ein Dutzend Kandidaten soll sich bisher beworben haben, es steht dem Beirat frei, proaktiv noch zusätzlich geeignete Leute anzusprechen.
Man geht davon aus, daß am Ende ca 20 Kandidaten auf der Bewerbungsliste stehen werden. Sollten es weniger sein, haben wahrscheinlich einige ihre Kandidatur nicht abgegeben (oder zurückgezogen), weil sie sich keine Chancen ausrechnen.
Man weiß von Rainer Ferslev (einige werden sich erinnern, er hatte mit den Leuten von „Rautenherz“ ein eigenes Ausgliederungskonzept erarbeitet), Heinrich Höper und Jürgen Hunke sind ziemlich sicher unter den Bewerbern. Die Presse geht davon aus, daß Katrin Sattelmair, Ralph Hartmann und Marcell Jansen ebenso dazu gehören.

Die Bewerbungsfrist läuft am 30.11. ab und am 17.12. sollen die Kandidaten veröffentlicht werden.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht in die Geschichte bringen. Wer mehr wissen möchte, in naher Zukunft werden wir beim „Volksparkgeflüster“ Patrick Ehlers, den Fandelegierten im Beirat, zu Gast haben. Ich denke, die Wahl wird da auch ein Thema sein, auch wenn er nicht über Personen sprechen wird. Und das ist gut so.
Wir halten euch auf dem Laufenden.
(fb)

Der König ist tot, es lebe der König

Die BlogPerlen sagen Danke!
Danke für ein halbes Jahr intensiven Fußball, für die Wiederbelebung des HSV, nachdem er am Ende der Zeit unter Hollerbach klinisch tot war, danke für die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Ende der letzten Saison, danke dafür, daß wir mit Würde absteigen durften, danke für das Menschliche.
 
Gestern wurde Christian Titz beurlaubt.
Der Vorstand ist zu der Ansicht gekommen, daß die Gefahr zu groß ist, die Ziele der Saison zu verfehlen.
Ich persönlich bin anderer Ansicht. Allerdings bin ich nicht so nah an der Mannschaft, an dem Trainerteam und vor allem bin ich nicht derjenige, der am Ende den Kopf für Ergebnisse hinhalten muß.
Aber ich persönlich bin der Ansicht, wir hätten die Ziele, also den Aufstieg, mit Christian Titz erreichen können.
Ich bin überzeugt, er hätte die Mannschaft so weiterentwickelt, daß die momentanen Schwachpunkte hätten ausgemerzt werden können.
Aber, wie gesagt, der Vorstand ist anderer Meinung und der Vorstand muß letztlich auch die Entscheidung verantworten.
Und wenn der Vorstand vom Trainer nicht überzeugt ist, dann hat er alles richtig gemacht.
Er hat gehandelt und nicht gezaudert, es war kein elendiges Hingehalte, wie bei Labbadia.
Jetzt stehen mit Magdeburg und dem Pokalspiel machbare Aufgaben an, bei denen es mehr auf die Einstellung zum Spiel ankommt, als daß das taktische Spiel zu 100% sitzt.
Danach kommt Köln nach Hamburg, die erste echte Bewährungsprobe.
Wäre Titz geblieben, dann hätte er gegen Magdeburg ein Endspiel gehabt, dann gegen Wehen im Pokal, dann gegen Köln usw. Wie soll sich eine Mannschaft entwickeln, wenn es nur Endspiele gibt?
 
Sein Nachfolger, also unser neuer Cheftrainer, ist Hannes Wolf.
Ein unheimlich sympathischer Mensch, aber das wird wohl nicht der Grund gewesen sein, ihn zu verpflichten.
Die Gründe sind andere.
Fangen wir mit seiner Vita an: Er ist dreimal als Trainer Deutscher Meister geworden. Zweimal mit der U17, einmal mit der U19.
Mit dem VfB Stuttgart wurde er Zweitligameister. Er kennt also die Liga und weiß, wie man aufsteigt.
Anschließend hat er ein gutes halbes Jahr lang den VfB auch in der Bundesliga betreut.
Was hat ihn dort ausgezeichnet?
In der Bundesliga war auffällig, daß er fast alle Heimspiele gewonnen hat und fast alle Auswärtsspiele verloren.
Der Dezember lief schlecht für ihn und in der Rückrunde hat er das Heimspiel gegen Schalke verloren.
An dem Punkt hat er angeblich selber gesagt, er wüsste nicht mehr weiter, woraufhin man sich von ihm getrennt hat.
Kenner des VfB (insbesondere Kenner Michael Reschkes) zweifeln diese These stark an.
Er hat meist mit einer Dreier/Fünferkette spielen lassen, seine Mannschaft beherrschte aber auch die Viererkette.
Teilweise war man auch in der Lage, das System im Spiel zu wechseln.
Ein Stürmer war bei ihm Standard und im Mittelfeld hat er je nach Bedarf variiert.
Er wird sein Spiel nach der Mannschaft ausrichten und nicht versuchen, auf Teufel komm raus ein System zu installieren, für das die Mannschaft nicht geeignet ist.
Auffällig war, daß der VfB zu seiner Zeit in der ersten Halbzeit immer sehr diszipliniert, kontrolliert und defensiv gut gespielt hat, in der zweiten Halbzeit hat er dann aufgemacht. Es gab mehr Chancen nach vorne, aber man hat hinten auch mehr zugelassen.
 
Man munkelt, daß er am Ende aber auch Probleme mit den Führungsspielern des VfB hatte.
Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, aber es gibt eben diese Gerüchte.
 
Die Zeit nach seiner Trainertätigkeit beim VfB hat Hannes Wolf genutzt, um sich weiterzubilden. Unter anderem hat er bei Jürgen Klopp hospitiert
 
Wie ich oben schon schrieb, ich hätte den Trainer nicht gewechselt.
Aber ansonsten hat der Vorstand vieles richtig gemacht. Er hat gehandelt und nicht gezaudert, er hat gar nicht erst ein Vakuum aufkommen lassen, sondern hat einen Trainer verpflichtet, der von den verfügbaren und bezahlbaren Übungsleitern, meiner Ansicht nach der beste ist.
 
Ich weiß, viele von euch sind traurig, sind enttäuscht oder gar wütend.
Lasst das aber bitte nicht an der Mannschaft oder gar an Hannes Wolf aus.
Gerade unser neuer Trainer kann am allerwenigsten dafür.
Also, wenn ihr nach Magdeburg fahrt, unterstützt die Mannschaft, wo ihr nur könnt.
 
Thema Magdeburg: Dazu weiß ich nicht sehr viel zu schreiben. Als Gegner gehörten die Magdeburger zu denen, die wir schlagen müssen.
Sie haben 9 Punkte auf dem Konto, aber nur einen Sieg erringen können. Dafür aber sechs Unentschieden.
 
Wie der HSV spielen wird, ich hab keine Ahnung. Ich kann nicht einschätzen, wie Wolf spielen lassen wird. Aber ich erwarte keine großen Umbrüche (fb)

Spätestens seit dem letzten Wochenende …

… sollte auch dem letzten klar geworden sein, daß Kai-Uwe Hesse und Babak Milani von der Bild-Zeitung dem HSV unbedingt schaden wollen.

Anders sind ihre hirnverbrannten Artikel nicht mehr zu erklären.
Immer wieder schüren sie mit hanebüchenen Storys Unruhe beim HSV, nur um Klicks zu generieren. Im Sommer haben sie die ganze Zeit davon berichtet, daß Fiete zu den Bayern geht, es sei nur noch die Frage, ob sofort oder erst 2019.
Sie provozierten die Fans mit einer lächerlichen Ablösesumme … und am Ende zeigte sich: Sie hatten mal wieder keine Ahnung, sie haben nur blind im Nebel gestochert.
So provoziert man, so generiert man mit Gerüchten Klicks!

Und nun machen die selben Leute, die in der Woche vorher noch die Tabellenführung gefeiert haben, ne Trainerdebatte auf.
Man könnte über den Schwachsinn lachen, wenn nicht so viele drauf anspringen würden

Nach dem zweifelsfrei schlimmen 0:5 gegen Regensburg hagelte es Kritik an unserem Trainer.
Mir scheint, viele haben vergessen, wie der HSV in der Zeit vor Titz gespielt hat.
Und damit meine ich nicht nur die dunkle Zeit unter Hollerbach, sondern auch die zu Spielweise unter Gisdol.

Sicher, auch Christian Titz hat am Sonntag gegen Regensburg Fehler gemacht, wer ist schon fehlerfrei?
Aber meiner Ansicht nach waren seine Fehler nicht ausschlaggebend für die Niederlage.
Die ganze Mannschaft hatte am letzten Sonntag einen gebrauchten Tag. Ob ein Pass über 5m den Empfänger findet, hat nichts mit System, Taktik oder ähnlichem zu tun. Die Mannschaft war nicht mit dem Kopf voll bei der Sache.
DAS ist der absolute Hauptgrund für die Niederlage. Später kam noch Verunsicherung dazu.

Das hohe Torwartspiel: Wir ziehen das eh nicht bei jedem Gegner durch, mitunter spielt Polle auch ganz „normal“.
Es birgt Vorteile und Risiken.
Von den Vorteilen haben wir im Spielaufbau schon profitieren dürfen, aber Nachteile haben wir noch nicht gehabt. Der Patzer von Polle gegen Regensburg war nicht das Ergebnis des taktischen Systems, sondern er ist zu sehr ins Risiko gegangen, hat seinen Gegenspieler ausspielen wollen und das ist schief gegangen.
Hätte er höher gestanden, wäre für seine Mitspieler vielleicht sogar noch die Chance dagewesen, den Patzer auszubügeln.

Die Rotation: Ja, es leidet an Eingespieltheit.
Aber der Trainer hat nicht nur das nächste Spiel zu sehen, sondern muß durch die gesamte Saison kommen.
Das heißt, er muß die Kräfte der Mannschaft einteilen, er möchte gerne, daß sich alle in das System einspielen, das dauert dann eben etwas länger und er muß auch die Leute, die auf der Bank sitzen, immer wieder bei Laune halten.
DEN EINEN WEG gibt es da nicht und ich persönlich hüte mich davor zu sagen, dieser oder jener Weg ist der einzig wahre. Auch wenn ich persönlich auch der Ansicht bin, etwas weniger Wechseln wäre die bessere Alternative gewesen.

Hunt: An ihm scheiden sich ja mal wieder die Geister.
Einige fragen sich, was er überhaupt im Kader macht und andere sehen in ihm den Leistungsträger schlechthin.
Was mir auffällt: Die Gegner stehen ihm meistens auf den Füßen, er hat oft recht wenig Platz.
Um da rauszukommen, muß er mehr laufen, aber auch seine Mitspieler müssen sich ohne Ball mehr bewegen.
Was meiner Ansicht aber nicht gut ist, ist wenn Titz ihn auf Linksaussen einsetzt. Das ist nicht die optimale Position für ihn, da haben wir bessere Alternativen im Kader.
Was seine Elfer angeht: Bevor er zum HSV kam, hat er seine Elfer serienweise sicher versenkt. Bei uns fehlt ihm so ein bisschen die Fortune. Er wollte den Keeper ausgucken, aber das hat nicht funktioniert.
Gerade in der zweiten Liga bin ich der Ansicht, daß man den Ball mit Wucht ins Tor hämmern sollte.
Topkeeper halten die unter Umständen doch noch, aber in der zweiten Liga muß man den Keeper schon fast anschießen.

Noch kurz was zu Fürth: Zu Anfang waren wir sehr nervös, wurden aber immer besser. Unterm Strich hab ich uns als die bessere Mannschaft gesehen.
Wir hatten die besseren Chancen und meiner Ansicht nach auch ein reguläres Tor erzielt.
Bates geht zum Ball und es ist eher der Torhüter, der das Foul begeht. Er versucht Bates zu schubsen, allerdings steht der wie ne schottische Eiche und der Torhüter rennt dann halt gegen ihn.
Ich hab da kein regelwidriges Verhalten entdecken können.
Aber Sascha Stegemann ist halt ein Schiedsrichter, der konsequent bei seinen Linien bleibt.
Eine Linie für normale Mannschaften und dann seine HSV-Linie, in der nur glasklare Entscheidungen für uns getroffen werden und alles andere gegen uns ausgelegt wird.
Ich erinnere da auch an das Halten gegen Lasogga. Er will im 16er zum Ball, wird deutlich am Trikot gezogen, so daß er nicht zum Ball kommt,
Stegemann stand bestens, hätte es sehen müssen und hat es mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit auch gesehen.
Aber einen Elfer gibt es nicht. Und all das zog sich durch das ganze Spiel. Nicht zum ersten Mal.
Ich empfinde es als Skandal, daß der uns immer wieder verpfeifen darf.
Wir haben defensiver als normal gespielt. Darunter hat auch der Spielaufbau gelitten. Würden unsere Jungs konzentriert spielen, dann täte diese Umstellung nicht nötig.

Und deshalb möchte ich noch ein paar Worte zur Spielweise von Titz sagen.
Das Spiel ist intensiv und verlangt nach einem hohen Konzentrationslevel.
Ist der vorhanden, dann ist dieses System nicht weit vom perfekten Fußball entfernt. In der Sommerpause haben wir all das sehr gut eingeübt.
Dann ist Jung ausgefallen, der die Abwehr leiten sollte, dann haben wir Mangala und Hwang geholt, die beide eine sehr hohe Qualität haben, aber mit denen das Zusammenspiel im Sinne des Systems noch hapert.
Die eine 6, mit der wir häufig spielen, erfordert auch einiges von der Mannschaft.
Der Schwachpunkt liegt in der Defensive, die die Halbräume nicht anständig besetzt. Also müssen die Aussenverteidiger auch dort Räume übernehmen. Sind die Aussenverteidiger mit in den Angriff eingebunden, dann müssen die 8er die Halbräume mit abdecken, oder die letzte Reihe drängt so weit nach vorne, daß es keinen Platz zwischen den Linien gibt.

Und wenn man gegen tiefstehende Gegner spielt, dann müssen sich die Spieler in den vorderen Linien mehr bewegen.
Wir wollen eigentlich über das Paßspiel Lücken erzeugen, die wir dann nutzen können.
Aber dazu muß man Dreiecke bilden, damit der ballführende Spieler immer zwei Optionen zum Spielen hat.
In den letzten Spielen bewegen wir uns zu wenig ohne Ball, das Spiel wird statisch und der ballführende Spieler hat keine Möglichkeit, den Ball vorne an den Mann zu bringen.
Also muß er wieder nach hinten spielen und neu aufbauen.

Wir kommen von einer ganz anderen Art Fußball, das sollten wir nicht vergessen.
Ich vergleiche das immer wieder gerne mit Streichs Freiburgern.
Von ihnen wird behauptet, daß ein Spieler, der Streichs System lernen soll, ein halbes Jahr braucht.
Bei uns wird es nicht viel anders sein. Wir haben einen Weg eingeschlagen, an dessen Ende ein sehr guter Fußball steht.
Aber der Weg geht nicht nur vorwärts, er wird auch immer wieder hier und da einen Rückwärtsgang haben. Gegen Regensburg war es ein solcher Rückwärtsgang.
Es wird auch wieder vorwärts gehen.

Und noch ein paar Worte zu dem Namen, der letzte Woche durch den Volkspark schwirrte: Roger Schmidt. Wir haben nicht das Geld für Schmidt, wir haben nicht die Mannschaft für sein Spiel, sein Spiel ist „entschlüsselt“, jeder Trainer hat inzwischen gute taktische Mittel gegen ihn im Köcher.
Mal abgesehen davon, daß er unsymphatisch ist, wäre er für uns der grundlegend falsche Trainer. Ich wüsste also nicht, was für ihn sprechen sollte.
Von daher, lasst euch nicht wild machen.
Titz wird bleiben. Ja, hier und da macht er auch Fehler. Aber das ist nunmal so, jeder lernt mit der Zeit und in der Regel durch Fehler. Optimalerweise durch die Fehler der anderen, aber eben mal auch durch eigene Fehler.
Jeder Fehler ist eine Investition in die Zukunft, wenn man draus lernt. Und Titz lernt.

Also nochmal zusammengefasst: Wir machen eine Transformation von einer reinen Kontermannschaft zu einem Team, das auch sehr gut mit dem Ball umgehen und das Spiel machen kann. Und bis wir die Metamorphose vollendet haben, wird es immer Unsicherheiten geben, um letztlich auch die Balance zu finden. Wir sollten als Fans ruhig bleiben und den Weg der Mannschaft unterstützen.

Unsere Mannschaft muß konzentrierter spielen, muß sich mehr bewegen und sollte vielleicht auch ein wenig körperlicher spielen.
Dann kommen auch die Erfolge wieder.
Köln führt dank Terodde in Bestform die Tabelle deutlich an, aber dort ist auch nicht alles Gold, was glänzt.
Stuttgart vor zwei Jahren stand schlechter da, als wir zu diesem Zeitpunkt und hatte sich noch lange nicht gefunden.
Am Ende waren sie klarer Zweitligameister. Sieht man mal von Köln ab, bei denen zwar auch nicht alles läuft, aber deren individuelle Klasse auf allen Positionen die Creme de la Creme der zweiten Liga darstellt, sehe ich kein Team, das in dieser Linie dauerhaft gewinnen wird.
Auch wenn wir gegen St Pauli verlieren, geht die Welt nicht unter und die Chancen aufzusteigen, sind immer noch sehr gut.
Hektik, Panik, Unruhe, Trainerwechsel werden den Weg in die erste Liga nicht beschleunigen. Von daher ruhig bleiben.

Über das Spiel gegen St Pauli sag ich nicht viel. Es wird ein intensives Spiel, niemand wird groß ins Risiko gehen, denn niemand wird dieses Spiel verlieren wollen.
Allen ist die Brisanz bewusst. Von daher erwarte ich ein Spiel, das wenig Tore haben wird. Und ich denke, die individuelle Klasse wird entscheiden. Also ein dreckiges 1:0 für den HSV.
Nur der HSV (fb)

Turnvater Jahns Fußlümmelei

Puuh, das war ein hartes Stück Arbeit gegen Dynamo Dresden.
Als Mike Walpurgis Trainer wurde, hab ich noch die Frage gestellt, wer sich wohl anpassen müsse: die Mannschaft mit ihrem mitspielenden System oder der Trainer mit seinem „Beton anrühren und Kontern“.
Inzwischen wissen wir, der Trainer hat sich mit seinem System durchgesetzt.

Dynamo hat sehr gut und sehr tief gestaffelt gestanden, was es uns als angreifende Mannschaft schwer gemacht hat. Normal lässt man dann den Ball geduldig laufen und wartet darauf, daß sich die Gegner müdegelaufen haben.
So sehr müdegelaufen haben sich die Dresdner aber nicht, denn sie sind einfach gut gestaffelt stehengeblieben und haben die Spieler übergeben.
Und der HSV hat versucht, den Gegner zu locken, indem sich Bates, van Drongelen und Pollersbeck den Ball hin- und herschoben. Die Dresdner blieben jedoch diszipliniert hinten und haben den HSV machen lassen.
Ein Punkt gegen den Dino wäre für Dynamo ja durchaus in Ordnung gewesen.
Christian Titz hat in der 2. Halbzeit mit Mangala und Hwang zwei Spieler eingewechselt, die durchaus in der Lage waren, sich auch mal im eins gegen eins durchzusetzen und den Gegner einfach stehen zu lassen.
So kam die Abwehr in Bewegung und es entstanden Lücken, es entstand Unordnung. Und einmal konnten wir diese Unordnung ausnutzen.
Hwang hat ein sehenswertes Tor gemacht. Danach änderte sich das Spiel. Dynamo übernahm das Zepter, rannte gegen unser Tor an, aber die Null blieb bestehen.

Viele halten den Sieg für unverdient, aber ich sehe das anders.
Wir werden des Öfteren in dieser Liga solchen tiefstehende Gegner gegenüberstehen und es wird immer ein Geduldsspiel.
Stehen Ito und Holtby zur Verfügung, dann wird es für uns leichter. Beide sind in der Lage, die generische Abwehr in Bewegung zu bringen.

Gegen den Jahn aus Regensburg wird es ein anderes Spiel.
Die Spielweise der Oberpfälzer geht eher in die Richtung der Bielefelder. Das heißt, sie werden nicht so dicht stehen und höher pressen. Normal sollten wir das Spiel gewinnen.

Am Donnerstag spielen wir dann auswärts in Fürth. Das wird sehr schwer. Vor der Saison haben die meisten den Kleeblättern nichts zugetraut und sie im Abstiegskampf vermutet.
Im Moment stehen sie auf Platz drei, wobei Köln ein Spiel mehr hat.
Es wird also das absolute Spitzenspiel des Spieltags. Und sie stehen dort nicht aus Zufall, sondern sie spielen auch recht gut.
Zuletzt haben sie Kiel mit 4:1 aus dem Stadion geschossen und mit Keita-Ruel einen reinen Vollstrecker in ihren Reihen, der auch schon, wie Lasogga, 5 Tore auf dem Konto stehen hat.
Ein Spieler mit einer interessanten Vita: Er ist ein in Wuppertal geborener Franzose mit senegalesischen Wurzeln. Von 2011-2014 saß er im Knast, wegen Raubüberfalls.
In der Mannschaft ist zudem ein alter Bekannter, mit dem wir nicht so gute Erfahrungen gemacht haben: Julian Green.

Offiziell an der Spitze

Bernd Hoffmann ist jetzt offiziell vom kommissarischen zum Vorstandsvorsitzenden mit Vertrag befördert worden.
Unterm Strich sehe ich das positiv, denn ich traue ihm am ehesten zu, den Verein aus der Krise zu holen.
Denn auch wenn, wir im Moment die Tabelle anführen, ob es am Ende so ist, wissen wir nicht.
Und die wirtschaftlichen Probleme sind noch immer groß.
Die Präsidentschaft des eV muß er abgeben. Das Präsidium führen Moritz Schäfer und Thomas Schulz bis zur nächsten MV alleine.

Last but not least: es wird gemunkelt, daß Peters den Verein verlassen wird. Bislang ist aber die Ursprungsquelle die Bild und laut der spielt Fiete schon bei den Bayern. Schaun mer mal, ich fände es schade.

Hoffen wir auf sechs Punkte in den nächsten beiden Spielen. Nur der HSV (fb)

 

Hattrick

Moin, ich hab es nicht geschafft, vor dem Heidenheimspiel eine Vorschau zu erstellen. Also mach ich jetzt den Spielbericht und gleichzeitig auch die Vorschau für Dresden.
Manu kommt dann nach Dresden wieder mit dem Spielbericht.

Es war eine lange Pause und über die gab es nicht viel zu berichten.
Also interviewt man als Journalist die ganzen Altvorderen und Kühne und schon gibt es wieder Unruhe.
Kühne will seine Anteile verkaufen.
Nichts Neues.
Interessiert uns auch kaum, weil wir da die Zügel in der Hand haben.
Was man dazu wissen muss: die Aktien sind vinkulierte Namensaktien, er kann also nur an jemanden verkaufen, der uns genehm ist.
Magath will Anteile kaufen.
Jo, das hat er im Winter mal gesagt. Für alle Kühne-Anteile hat er nicht das Geld, er würde eventuell aber die Finanzen für ein Konsortium haben, das unter seiner Führung dann die Anteile kaufen würde. Wenn man ihn lässt.
Und dann? Dann sind seine Möglichkeiten, entscheidend auf den HSV einzuwirken in etwa so groß, wie die von Kühne.
Mit einem vernünftigen starken Vorstand hat dazu aber niemand eine Chance.
Und das ist wohl auch der Grund, warum Kühne verkaufen will.
Bei Beiersdorfer hatte er die Möglichkeit einzugreifen, weil der es mit sich hat machen lassen.
Bernd Hoffmann verhält sich anders. Und nur weil sich Struth bei Kühne darüber ausweint, daß sein Mandant der Liebling von Frau Kühne (Dennis Diekmeier) keinen Anschlußvertrag beim HSV bekommen hat, knickt trotzdem keiner ein.
Und ob jemand, der sich so oft über die Presse ins Spiel bringt, wie Felix Magath, vom Aufsichtrat und Vorstand als Wunschkandidat gilt, die Kühne-Anteile zu übernehmen, wage ich zu bezweifeln.
Unterm Strich: Viel Wind um nichts.

Heidenheim.
Vorweg, ich war im Stadion und wir haben trotzdem gewonnen. Das gab es das letzte Mal vor vielen vielen Jahren. Der Fluch ist besiegt 😉

Christian Titz hatte sich entschieden mit einem 4-1-3-2 anzufangen, das schon fast an das 4-4-2 mit Raute erinnerte, das wir in den 2000ern gespielt haben.
Dem gegenüber hat Frank Schmidt ein recht defensives 4-3-3 aufgestellt.
Bei Ballbesitz Hamburg wurde daraus schon fast ein 6-3-1.
Lecroix machte sein erstes Spiel für den HSV und ersetzte Bates. Ebenso debütierte unser Neuzugang Hee-Chan Hwang. Ihn hatte Titz vorne neben Narey in die Spitze beordert, aber beide spielten leicht zurückgezogen, um mit ihrer Schnelligkeit in die gefährlichen Räume starten zu können.
Zumindest so in der Theorie.
Dahinter spielten Janjicic und Mangala. Während Janjicic dabei etwas defensiver agierte, war Mangalea ein wenig offensiver.
Die Position auf dem offensiven rechten Flügel teilten sich Sakai und Narey, auf der linken Seite spielte Hunt den reinen Linksaußen. Eine Position, die ihm nicht liegt, wie man feststellen konnte.
Zur Halbzeit brachte der Trainer Lasogga für van Drongelen und Moritz für Janjicic. Damit stellte er auf das bekannte 4-1-4-1 um und die IV vollkommen um, mit Lacroix und Mangala, der eher gelernter Offensiver ist, als IV.
Das sollte man nachher auch merken. Auf der 6 spielte zunächst Steinmann, wie auch in der ersten Halbzeit. Im offensiven Mittelfeld spielten dann Hwang (rechts), Narey (links) auf den Aussen, Moritz und Hunt in der Zentrale.
Lasogga lief vorne als alleinige Spitze.
Als Fiete Arp für Matti Steinmann kam, ging Moritz auf die 6 und wir spielten mit zwei Stürmern.
In der ersten Halbzeit hatten wir arge Probleme gegen die defensiv gut geordneten Heidenheimern.
Wir kamen einfach kaum vors Tor.
Zudem konnten die Heidenheim über die starken Schnatterer und Dovodan Nadelstiche setzen.
Mit 0:0 ging es in die Pause.
In der zweiten Halbzeit hebelte der FCH die uneingespielte Defensive das ein oder andere mal aus und konterte.
In der 52. Minute gelang es Sakai noch, mit einem Wahnsinnstackling den Ball von Dovodans Fuß zu spitzeln. Damit verhinderte er zunächst mal das 1:0 für die Gäste.

In der 64. Minute fiel dann das Tor trotzdem, durch ein kurzes Durcheinander bei einer Ecke. Fünf Minuten später hatte Heidenheim wieder eine sehr gute Chance, dann hatten wir den Schock des Rückstands verdaut.
Moritz chipte den Ball zu Santos, der chipte ihn in die Mitte und dort lasoggerte unsere Nr10 ihn ins Tor.
Er weiß halt, wo er zu stehen hat und in diesem Moment wollte er mit aller Macht das Tor machen.
Kurze Zeit später setzte sich Fiete wunderbar auf der rechten Seite durch und flankte den Ball hoch in den Strafraum zu Lasogga, der ihn einköpfte.
Die Stimmung explodierte auf den Rängen und auch auf dem Feld.
Wie sich die Spieler in den Armen lagen, und hier möchte ich vor allem den jungen Fiete nennen, das zeigt den Zusammenhalt.
Für viele war die Art sich gegen seine Gegenspieler durchzusetzen die Szene des Spiels. Ganz stark.
Kurz darauf trat Santos einen Eckball. Er macht das besser, als Hunt in den letzten Jahren, das muß ich schon sagen.
Er zirkelte den Ball auf den kurzen Pfosten, wo Lacroix stand, der den Ball auf Lasogga verlängerte. Kopfball…Tor.
Ein lupenreiner Hattrick! Eines möchte ich noch anmerken: Die Flanken auf Lasogga waren keine Zufälle. Sie sind genau dorthin gekommen, wo sie hinsollten. Und wenn Lasogga den Ball nicht hätte erreichen könne, standen immer noch zwei Spieler von uns hinter ihm, einschußbereit.
Kurz vor Schluß gelang den Heidenheimern noch ein Konter, den sie zum 3:2 Endstand versenken konnten.
Dabei stimmte die Abstimmung der Abwehr nicht so ganz. Aber wie soll sie auch, mit zwei Neulingen in der IV.

Was auffällt: Bielefeld hat gegen uns einen Torschuß nach dem anderen gehabt. Aber fast alle von ausserhalb des 16ers.
Sie haben kein Tor geschossen. Wir sehen zu, daß unsere Torschüsse möglichst alle aus dem 16m-Raum, besser noch aus dem 5m-Raum kommen (so wie die drei am Sonnabend). So bekommt man zwar nicht so viele Chancen, aber die Chancen, die man hat, sind viel besser.

Und nun noch eine kurze Vorschau für das Nachholspiel gegen Dresden.
Die Voraussetzungen sind vollkommen anders, als noch vor zweieinhalb Wochen.
Christian Fiél ist nicht mehr Interimstrainer, man versucht nicht mehr den Ballbesitz zu suchen. Der neue Trainer Mike Walpurgis wird hinten dichtmachen und versuchen, zu kontern.
Das Krankenlager hat sich inzwischen auch ein wenig gelichtet, Es wird das erste Spiel der Saison, in der die HSVer im Stadion nicht den Ton angeben.
Mal schauen, wie unsere junge Mannschaft darauf reagiert.
Ito fällt weiterhin mit Magen-Darm-Grippe aus, Holtby wird erst Mitte der Woche ins Training einsteigen.
Ausser den Langzeitverletzten war es das, mit den Ausfällen, Stand Sonntag.
Die beiden ausgewechselten und angeschlagenen, van Drongelen und Janjicic, sollen heute wieder trainieren und Dienstag spielen können.
Dank der Niederlage Kölns haben wir Dienstag die Chance, die Tabellenspitze zu erobern.

Ich habe allerdings kein gutes Gefühl. Ich schätze Dynamo als einen sehr unangenehmen Gegner ein.
Das gilt sowohl für die Mannschaft als und auch für die Fans.
Im Stadion wird die Hölle los sein.
Halten wir dem Druck stand und gehen in Führung, dann kann sich das allerdings auch zu unseren Gunsten entwickeln.
Das Dresdner Publikum ist sehr emotional. Diese Emotionen können sich dann auch mal gegen die eigene Mannschaft richten.
Also wäre es schön, wenn auch unwahrscheinlich, wenn wir früh in Führung gehen. Ansonsten seh ich schwarz. Die mauern das Tor dicht, es wird kein Durchkommen sein. Somit müsste man versuchen, Standardsituationen zu provozieren.
Da herrscht dann wieder Chancengleichheit.
Daß Ito fehlt, ist ein Verlust. Er kann durchaus 2-3 Spieler stehen lassen und unter Umständen nur noch durch ein Foul gestoppt werden, das zu Freistößen führen würde.

#Auswärtsbett
Eine geile Aktion! Nachdem sich viele Hamburger vor 14 Tagen ja umsonst auf den Weg nach Dresden gemacht hatten, wurde von Dresdner Fans die Aktion Auswärtsbett geboren. Hier bieten Dresdner den HSV-Fans Übernachtungsmöglichkeiten an, oft auch mit Transfer zum Stadion und wieder zurück.
Das ist eine unheimlich sympathische Aktion, ich hoffe, daraus entsteht die ein oder andere Fanfreundschaft.
So sollen Fans miteinander umgehen, das ist vorbildlich. Ich finde das toll.
(fb)

Scheiß Nazis!

Sorry, das musste mal raus und das soll auch das einzig Politische hier bleiben.

Nachdem ich gestern den Blog fast fertig hatte, wurde das Spiel gegen Dresden abgesagt.
Ok, alles verworfen und nun der zweite Anlauf.

Red Bull verleiht Flügel … lasst mich doch ausreden!
Red Bull verleiht Flügelstürmer.
Gestern am sogenannten „Deadlineday“ wurden wir nochmal aktiv und haben den Transfer von Hee-Chan Hwang verkündet.
Ja genau. Verkündet.
Laut Becker war der Deal schon länger in trockenen Tüchern, man wollte nur vor dem EL-Spiel keine Unruhe aufkommen lassen.
Und das alles kam nicht an die Öffentlichkeit … das ist nicht mehr mein HSV.

Hwang ist ein sehr dynamischer, schneller Flügelstürmer.
Schaut man auf TM.de, wird er zwar als Mittelstürmer geführt, was aber daran liegt, daß Salzburg ohne Flügel-, dafür aber mit zwei Mittelstürmern spielt.
Er ist Rechtsfuß, kann aber auf beiden Seiten spielen.
Salzburg verleiht ihn, weil sie noch 5 weitere Mittelstürmer für die beiden Positionen haben.
Und weil er leistungsmäßig wahrscheinlich hintendran bleiben würde.
Das ist auch der Grund, warum er bei uns in der 2. Liga landet und nicht bei irgendeinem Erstligisten, obwohl es auch von dort Angebote gab.
Er war bei der WM, jetzt ist er bei den Asienspielen und wahrscheinlich wird er im Januar auch bei den Asienmeisterschaften spielen.
Das heißt, er kommt ohne Urlaub und vernünftige Vorbereitung zu uns. Im Winter bekommt er auch keine Pause und wird uns auch noch einige Spiele fehlen, wenn seine Mannschaft nicht all zu früh ausscheidet.
Also, er hat Qualität, wird sie wahrscheinlich aber nicht in dem Maße gleich auf den Rasen bringen können.
Er kostet im Übrigen eine Leihgebühr von 1 Mio €, allerdings nimmt die mit jedem Einsatz ab.

Wenn ich nicht über Dresden berichten kann, dann eben, jetzt nach dem „Deadlineday“, kurz über unsere Transfers diesen Sommer:
Die nackten Zahlen: Wir haben 17 Spieler abgegeben und 22 Spieler verpflichtet.

Von den Zugängen sind 11 Spieler aus unserem Nachwuchs gekommen und drei verliehene Spieler zurückgekehrt.
Netto haben wir 16,4 Mio € eingenommen.
Schau ich mir den Kader an, dann sind alle Positionen anständig und ausreichend besetzt.

Natürlich haben wir Schwachstellen im Kader, die hat selbst der FCB, aber diese sind nicht so gravierend, als daß sie die Mannschaft insgesamt runterziehen würden.
Schau ich mir die Kaderstruktur an, dann denke ich, daß wir eine gute Mischung zwischen alt und jung haben.
Allerdings bewegen wir uns eher an der Grenze „zu jung“.
Mit 22,7 Jahren im Durchschnitt ist unser Kader 1,4 Jahre jünger, als der zweitjüngste Kader.
Das ist viel.

Wir haben die meisten Legionäre in unseren Reihen und von den Kosten her stehen wir an zweiter Stelle.

Drei der Spieler sind geliehen. Lacroix mit Kaufoption und Mangala und Hwang ohne.
Leihen ohne Kaufoption sind nicht das Optimum, aber sonst hätten wir Spieler mit Qualität finanziell nicht gewuppt bekommen.
Nicht vergessen, wir haben eben nicht viel Geld.
Der Spatz in der Hand ist besser, als die Taube auf dem Dach.

Kostic und Wood haben wir verliehen, beide haben eine Kaufoption mit im Gepäck. Ich hoffe inständig, man wird sie ziehen, vermute aber, Bobby steht im nächsten Sommer wieder auf der Matte.

Wir sind alle Spieler losgeworden, die wir loswerden wollten.
Allerdings mussten wir teilweise Abstriche bei den Ablösen machen.
Mavraj bekam sogar eine Abfindung.
Einen Spieler konnten wir nicht auf dem Transfermarkt unterbringen, das war unser Papa. Aufgrund seines Gehaltes gestaltete es sich eh schwierig und seine Verletzung hat einen Verkauf gänzlich unmöglich gemacht.

Verletzungen: davon haben wir in diesem Sommer drei schwerwiegende, langwierige zu verzeichnen.
Eine davon ist Papa, die anderen beiden Jung und Jairo, der sich in kürzester Zeit sehr gut in Hamburg und in der Mannschaft eingelebt hat.
Auf diese Verletzungen hat der Verein gut reagiert.
Für Gideon hat man Lacroix geliehen und für Jairo Hwang.
Man macht also nicht den gleichen Fehler wie im letzten Jahr, mit der Verletzung von Müller, auf die man nicht reagiert hat.

Alles in allem ein runder Kader, der zu unserer Spielweise passt. Die Qualität ist auch in Ordnung.
Allerdings ist der Kader durch seine Jugend, immer mal wieder anfällig in Hinsicht auf schwankende Form und eventuell auch Probleme mit den Nerven.
Es fehlt ein klein wenig die Erfahrung, falls es mal eng werden sollte.
Ich bin im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden.

Kommen wir noch kurz zum abgesagten Dresdenspiel: Das ist ganz blöder Mist für uns. Wir geraten total aus dem Spielrhythmus, in dem wir gerade nen Lauf hatten, während die Absage für Dresden optimal ist.
Man hat nen Negativlauf, gerade den Trainer vor die Tür gesetzt und viele Verletzte. Für die kommt die Pause gerade recht.
So angeschlagen bekommen wir Dresden nicht wieder „vor die Flinte“.

Das Spiel muß ja nachgeholt werden. Ich vermute, daß es entweder am 18./19.09. oder um den 3.10. geschehen wird.
Der zweite Termin würde meiner Ansicht nach besser passen, weil die HSV-Fans ja doch von weit anreisen müssen, und das in der Woche.
Soviel erstmal von mir.
Nur der HSV (fb)

Die Bielefeldverschwörung

Die Bielefeldverschwörung ist nur eine Legende, also haben wir am Montag nicht spielfrei, sondern müssen gegen die Arminia ran.

Aber erstmal zum Spiel gegen Erndtebrück.
Ich persönlich hatte nie das Gefühl, daß wir das verlieren. Ich hatte immer das Gefühl, wir können noch nachlegen, wenn es ernst wird, nochmal das Tempo anziehen, denn mit Tempo bekommt man die „Kleinen“ meistens besiegt.

Geärgert hat mich, daß wir nicht einfach solange durchgespielt haben, bis wir so hoch führen, daß der Gegner sich keinerlei Hoffnungen mehr macht und quasi aufgibt.
Bremen führte zur Halbzeit 5:1 und in der 2. Halbzeit hat man das Spiel austrudeln lassen können.
Wir stacheln dagegen die TuS mit unserer laschen Abwehr noch an.

Aber wir sind eine Runde weiter und wenn wir im Mai im Olympiastadion spielen, interessiert das niemanden mehr, wie wir in der ersten Runde gespielt haben.
Ich bin gespannt, wen wir als Gegner für die nächste Runde zugelost bekommen. Mir sind die Namen recht egal (ok, Bayern muß es nun nicht unbedingt sein), Hauptsache ist, es wird ein Heimspiel.
Denn in der Woche ist es für die Fans blöd, zu reisen.

Die Transferpolitik hatte man mit dem Wechsel von Kostic zu Frankfurt ja eigentlich abgeschlossen.
Nun muß man das Paket nochmal aufschnüren, denn Jairo Samperio hat sich schwer verletzt.
Beide Kreuzbänder und ein Innenband im Knie sind kaputt.
Gute Besserung von dieser Stelle aus.
Ich vermute eine Ausfallzeit, wie die von Müller im letzten Jahr.
Also schaut man sich nochmal nach einem Ersatz um. Und das ist gut so.

Es gibt ja so einige, die der Ansicht sind, wir würden den Verlust mit eigenen Kräften ausgleichen können, aber da hab ich so meine Bedenken.
Erstens fehlt mir ein wenig die nötige Qualität beim Ersatz.
Für 1-2 Spiele lass ich mir das gefallen, aber nicht für ne halbe Saison oder länger…
Und ich hoffe, daß der noch zu erwartende Neuzugang ein wenig Erfahrung mitbringt. Unsere Mannschaft strotzt vor Jugend, die Erfahrung würde gut tun.

Was erwartet uns gegen die Arminia? Ich glaube nicht, daß man versuchen wird, uns so extrem zu pressen, wie in den letzten beiden Ligaspielen.
Die Arminia kommt in der Regel aus einer guten Ordnung. Sie präferieren ein 4-4-2 mit Klos und Voglsammer in der Spitze und mit Edmundsson auf dem rechten Flügel.
Als Linksfuß zieht er gerne in die Mitte und versucht von dort (auch oft erfolgreich) abzuschließen.
Ob wir hinten mit Bates oder Lacroix neben van Drongelen auflaufen, ist noch nicht klar. Aber auf jeden Fall fällt dem Duo eine wichtige Aufgabe zu.

Vorne werden wir wohl über die Flügel aufbauen, weil die Arminia das Zentrum gerne dichtstellt. Die Aussen besetzen bei uns wahrscheinlich Narey und Ito.

Gespannt bin ich, was die Spitze angeht. Lasogga sagte in einem Interview diese Woche, wir haben drei sehr gute Stürmer.
Ich vermute aber trotzdem, daß Hunt in der Spitze starten wird.
Ich würde ihn lieber in der Reihe dahinter sehen, wo er die Stürmer in Szene setzen kann.

Unterm Strich: Wir müssen konzentriert spielen. Damit steht und fällt alles.
Unser Spielaufbau verlangt es, daß die Pässe präzise gespielt werden.
Schaffen wir das, nehmen wir den Gegner auseinander (ok, kleiner Scherz, wir gewinnen). Schaffen wir es nicht, dann bekommen wir Probleme.
Die Offensive der Bielefelder sollte nicht zu viele Chancen bekommen.
Der HSV erwartet 47.000 Zuschauer. Das ist für ein Montagabendspiel ne ganze Menge. Hoffen wir das Beste.
Nur der HSV (fb)

 

Europapokaaaaal … ach ne, DFB-pokal

Letzten Sonntag, zu ungewohnter Zeit, haben wir gegen Sandhausen ein ungefährdetes 3:0 erzielt.
Das Spiel war nicht perfekt, aber der Gegner war eben nur Sandhausen. Die Jungs waren sehr nette Gastgeber in allen Belangen. Mehr muß man zu dem Spiel eigentlich nicht sagen, oder?

Naja, erwähnen möchte ich noch, daß der neue Mangala Matti Steinmann mehr als würdig vertreten hat. Auch wenn die Kaufoption fehlt, scheint es eine gute Leihe zu sein.
Leo dagegen ist noch nicht so weit und soll dieses Wochenende sogar Spielpraxis in der Zweiten sammeln (ebenso wie Moritz und Wintzheimer).
Ihn sieht Titz anscheinend noch nicht im ersten Kader. War sonst noch was?
Hmm, ja, Khaled Narey war Spieler des zweiten Spieles in der 2. Liga. Zwar gingen den Toren Fehler der Sandhäuser vorraus, aber man muß diese Fehler eben auch erstmal nutzen können. Hat er gut gemacht.

Mitte der Woche hatten wir das umstrittene Testspiel gegen die Bayern. Zweifelten viele am sportlichen Wert des Spiels für den HSV, hatten Bedenken wegen Verletzungen und unkten, daß das Selbstvertrauen durch die zu erwartende Klatsche in den Keller sacken würde, sehen die meisten es jetzt wohl anders.
Es war für uns ein guter Test, der erste Anzug sitzt gut, im zweiten kneift es an einigen Ecken und Enden. Verletzt hat sich keiner und der HSV hat bummelige 250tsd Euro eingenommen. Geld, das wir sehr gut gebrauchen können. Ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Kommen wir zum Pokalspiel
Der Gegner heißt TuS Erndtebrück, ist in der letzten Saison von der 4. in die 5. Liga abgestiegen.
Gespielt wird in Siegen, weil das Stadion wesentlich größer ist und knapp 20tsd Zuschauer aufnehmen kann.
Im heimischen Pulverwaldstadion würden nur 3tsd Zuschauer das Spiel verfolgen können. Der TuS war im übrigen im letzten Jahr der Erstrundengegner von Pokalsieger Frankfurt. Ein Omen? Ich hätte nichts dagegen

Ich erwarte ein typisches Pokalspiel. Der unterklassige Gegner wird sich hinten reinstellen und in der Hoffnung auf ein Wunder das Tor mit allen Mitteln dichtnageln.
Irgendwann werden wir (hoffentlich) ein Tor schießen und die Gegenwehr wird zusammenfallen.
Schlagen können wir uns nur selber.
Bei der Aufstellung geh ich mit Scholle konform: Poller im Tor, Sakai, Bates, van Drongelen und Santos in der Abwehr, dann Mangala, dann Narey, Janjicic, Holtby, Ito und vorne Arp.
Führen wir in der 60sten Minute nicht, kommt Lasogga für Janjicic. Führen wir in der 80sten nicht, wird Bates nach vorne beordert und wir spielen nur noch hoch rein. Arp, Lasogga, Bates, einer wird das Ding machen.
Ito wird den Vorzug vor Jairo erhalten, weil er mit seiner Quirrligkeit Lücken reißen kann. Hoffentlich gelingt ihm dann auch die eine oder andere Folgeaktion besser, als in der letzten Zeit.

Ich bin vor der ersten Runde des Pokals selten so ruhig und entspannt gewesen. Ich vertraue unseren Jungs im Moment vollkommen.

Noch kurz zum Thema Santos: PSG ist anscheinend scharf auf Wendell von Leverkusen.
30 Mio sind im Gespräch.
Rudi hat sich gedacht, in Hamburg kann man immer wieder nett wildern und möchte deshalb gerne Santos holen.
Es würde mir zwar in der Seele weh tun, aber letztlich müssen wir auf uns gucken. Kühne würde wohl seinen Anteil abbekommen (wahrscheinlich die 6,5 Mio, die wir bezahlt haben).
Dann müssten wir schnell Ersatz für Santos holen.
Das wird schwer, denn Spieler mit ner gewissen Qualität wird man nicht so einfach in die zweite Liga locken können. Aber hier vertraue ich auf Spors.

Und dann sollten wir noch Geld übrig haben, das wir in die Sanierung unserer Finanzen stecken können.
Man hat mal die Summe von 25 Mio für Santos aufgerufen. Ich denke, das müsste in etwa die Größenordnung sein, bei der wir schwach werden würden.
Somit müssten wir ihn ziehen lassen … leider.
Leider nicht nur aus sportlichen Gründen, sondern weil ich den Jungen echt mag.
Schaun mer mal, was so passiert.
Der Transfermarkt ist noch 2 Wochen geöffnet.

Eine Zeit, in der wir hoffentlich auch Kostic noch an den Mann gebracht bekommen.
Aber wie es ausschaut, hat er offensichtlich Vorstellungen von seiner Leistung, die andere nicht teilen.
Ein Verbleib wäre aus zwei Gründen schlecht: zum einen aus wirtschaftlichen Gründen, er ist schließlich nicht ganz günstig. Zum zweiten aus taktischen Gründen. Er passt mit seiner Eindimensionalität in etwa so in das Spiel des jetzigen HSV, wie es bei Andre Hahn der Fall war. Schon allein aus diesem Grund ist eine Trennung wünschenswert..
Auch hier gilt: schaun mer mal.

Albin Ekdal hat uns gen Italien verlassen. Gut 2 Mio Ablöse plus Boni hat das in die Kassen gespült.
Ich bin etwas entäuscht, ich hatte mehr erwartet. Er hat eine gute WM gespielt und bei uns war er ein „Unterschiedspieler“.
Keiner von den Typen, denen man das auf den ersten Moment anmerkt, so wie zB Kruse in Bremen, aber doch war er einer derjenigen, der den Unterschied gemacht hat.
Wir haben als Mannschaft mit ihm besser gespielt, als ohne ihn. So ähnlich wie Wicky früher. Man fragt sich, was ist so besonders an diesem Spieler, aber unterm Strich macht er die Mannschaft einfach besser.
Grund für die geringe Ablöse ist wohl sein Hang zu Verletzungen. Er hatte hier wahrlich nicht viel Glück mit seiner Gesundheit.
Auch ihn mag ich, deshalb wünsche ich ihm viel Glück und gute Gesundheit für sein weiteres Leben.
Nur der HSV (fb)

Wo liegt eigentlich Sandhausen?

Tja, letzte Woche gegen Kiel, das war wohl nix.

Die Stimmung war gut, wir der absolute Favorit.
Es stimmte eigentlich alles.
Zuhause in unserem Wohnzimmer, ausverkaufte Hütte, das Wetter top, ein schönes munteres Spiel … nur das Ergebnis war mies.
Und damit meine Stimmung auch.

In der ersten halben Stunde hätten wir eigentlich ein paar Tore machen müssen. Nicht eins, sondern ein paar.
Dann hätte Holstein auch nicht mehr den Kopf hoch bekommen.
Stattdessen fingen wir an zu denken, die Ordnung ging leicht verloren, die Pässe kamen nicht mehr so genau, wir gerieten ins Schwimmen und Kiel bekam Oberwasser.

Hut ab vor Walter, daß er es geschafft hat, seine Mannschaft schon so gut zusammenspielen zu lassen.
Lee und Meffert waren man grad mal ne Woche da.
Aber das war es dann auch schon.
Weder hat er unser Spiel entschlüsselt oder uns sonst irgendwie besonders gut bespielt.
Es war eine reine Kopfsache.
Daß man gegen unser Spiel hoch pressen muß und/oder den Bus vor dem Tor parkt, dafür muß man kein Scoutinggott sein, das kann ich als Laie erkennen.
Das hohe Pressing ist unsere Archillesferse.
Im Training können wir uns davon locker befreien, aber unter dem Druck des wichtigen Spiels hat das nicht geklappt.
Das müssen wir lernen, das kann man nicht trainieren, nicht simulieren, das bekommt man nur durch Spielpraxis.

Und da kommen wir zu unserem Problem, das wir in diesem Jahr haben werden. Jeder Trainer wird seinen Spielern vor dem Spiel gegen den HSV sagen: „Wir haben nichts zu verlieren, der Druck liegt allein beim HSV. Verlieren wir, war es vorrauszusehen, holen wir Punkte, dann sind das Bonuspunkte, die keiner erwartet hat.“

Von vielen Kritikern kam die Aussage, uns fehlt der Plan B. Welcher Plan sollte das sein? Daß wir wieder anfangen, den Ball blind nach vorne zu holzen?
Nein, das System ist gut. Das hat die erste halbe Stunde auch gezeigt.
Wir müssen pressingresistenter werden, wir müssen nervenstärker werden.

Dann müssen wir hier und da noch ein wenig korrigieren und anschließend sollte das laufen.
Junge Spieler, neues anspruchsvolles System … daß es da Rückschläge gibt, ist natürlich.

Nun gehts nach Sandhausen. Ein symphatischer Verein, der für viele der Inbegriff für „2te Liga“ ist.
Ein Dorf mit 14.000 Einwohnern, ein Stadion mit 15.000 Plätzen, das so gut wie nie ausverkauft ist.
Der Zuschauerschnitt liegt bei 6.500 Besuchern.
Sonntag kommt der HSV und man rechnet damit, daß die Hütte ausverkauft sein wird und der HSV mit knapp 10.000 Fans aufschlägt.

Sandhausen spielt normalerweise aus einer gesicherten Defensive heraus.
Zentrum der IV ist Markus Karl, den vielleicht der eine oder andere HSVer noch kennt. Eigentlich gelernter 6er, aber macht sich in der IV auch sehr gut.
Aus dieser Defensive heraus versuchen sie normalerweise zügig nach vorne zu spielen.
Allerdings kann es sein, daß man gegen uns versucht, ähnlich hoch zu pressen, wie Kiel es getan hat.
Ausserdem sieht man es dort als ein Fest an, daß der große HSV zum Pflichtspiel kommt. Es wird was von Pokalcharakter haben, wie jedes Spiel dieser Saison.
Ausserdem hat man sich in diesem Jahr mit Mo Gouaida verstärkt, der im letzten Spiel allerdings auf der Bank saß.

Der HSV hat sich in dieser Woche zwei neue Spieler geliehen.
Mangala aus Stuttgart, der Spielpraxis sammeln soll und morgen wahrscheinlich schon für den verletzten Steinmann auflaufen wird. Leider ohne Kaufoption. Das ist zwar nicht optimal, aber es fehlt uns für Alternativen das Geld.
Wie ernst es um die Finanzen des HSV steht, kann man auch an den Preisen für das Derby ablesen. Das ist fast höchste Erstligakategorie.
Ich denke, das war ursprünglich nicht so geplant, aber auch durch die Verletzungen von Papa und Jung fehlt uns Geld.
Ekdal wird auch wahrscheinlich nur 1,5-2 Mio bringen, obwohl er eine sehr gute WM gespielt hat, und was mit Kostic passiert, ist auch noch fraglich.
Die hohen Preise für Karten, Trikots usw nimmt man, weil man Geld braucht, dringend Geld braucht. Zweite Liga ist ein hartes Brot.

Der zweite Spieler, den wir geliehen haben, ist Leo Lacroix. Auf die Frage, wie man das ausspricht, hat Becker nur geantwortet: „Leo“.
Leo kommt von St Etienne. Das letzte halbe Jahr war er bereits nach Basel verliehen. Den Gerüchten nach zahlt der HSV nicht das volle Gehalt und besitzt auch eine Kaufoption.
Ich bin gespannt, ob er morgen auch spielen wird. Van Drongelen ist gesetzt, aber wer neben ihm den Laden dichtmachen soll, ist noch fraglich.

Hunt fällt erneut aus.
Er hat einen Riss der Faszien (wenn ich richtig informiert bin, ist das die Haut um die Muskeln. So ganz laienhaft ausgedrückt).
Gegen Sandhausen wird es noch nichts, aber danach könnte er eventuell wieder mitmischen.

Vorne werden wir wahrscheinlich diesmal mit einem echten Stürmer spielen.
Man munkelt, daß Lasogga in der Startelf stehen wird.
Die Spielweise ansich wird sich nicht ändern, und das ist gut so.

Sandhausen freut sich aufs Spiel, aber hoffentlich ist es mit der Freude am Sonntagabend vorbei.
Für uns wäre es schon allein deshalb wichtig, um den psychologisch belastenden letzten Platz zu verlassen. Hoffen wir das Beste (fb)

ps: Die Überschrift ist nicht abwertend gemeint. Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit, die in Sandhausen geleistet wird und ich werde einen Teufel tun, und die Mannschaft unterschätzen. Das ist ein wenig das, womit sie spielen. „Wir sind der arme kleine Underdog, wir sind lieb und symphatisch, wir tun doch nichts“. Sandhausen spielt einen klaren harten (nicht unfairen) Fußball, hatte im letzten Jahr die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Wir sollten alle gewarnt sein. Die Punkte müssen hart erarbeitet werden.

Kicken mit fliegendem Torwart

Am Freitag geht es endlich wieder los. Endlich wieder richtiger Fußball und nicht nur WM oder Testspiele.
Es ist zwar leider nur 2. Liga, aber dafür hat das Warten jetzt schon ein Ende. Das Abenteuer beginnt.

Die Frage ist, wo stehen wir im Vergleich zu den anderen?
Der Kader sieht wie folgt aus:

Tor: Pollersbeck, Mickel und Behrens

RV: Sakai und als Ersatz Ambrosius, Knost oder auch Narey

IV: Jung wäre gesetzt gewesen, fällt aber erstmal ein halbes Jahr aus.
Man hat überlegt, Papa als Ersatz zu halten, aber er fällt mit der gleichen Verletzung aus.
Stamm-IV wird somit vorraussichtlich van Drongelen/Bates.
Die beiden machen ihre Sache gut.

Dahinter haben wir junge Talente wie Ambrosius, Pfeiffer und Jonas David.
Moritz wurde in der Vorbereitung auch ausprobiert, aber mich konnte er nicht überzeugen.
Weil das alles durch den Ausfall von Gideon qualitativ etwas dünn ist, überlegt man seitens des HSV, noch einen gestandenen IV zu verpflichten.
Der Ex-Braunschweiger Baffo war im Gespräch, aber weil er nach seinem Kreuzbandriss noch nicht weit genug genesen ist, nimmt man von einer Verpflichtung Abstand.

LV: Noch spielt dort Santos als erste Wahl vor Vagnoman.
In der Vorbereitung wurden auch Narey und van Drongelen dort getestet.
Santos ist ein absoluter Leistungsträger unserer Mannschaft.
Allerdings ist seine Qualität anderen auch nicht verborgen geblieben.
Im Moment soll Schalke an ihm baggern. Der HSV hat mindestens 25 Mio aufgerufen, wenn man der Presse glauben darf.
Wenn ich ehrlich bin, ich hoffe er bleibt.

Das DM mit Steinmann und Moritz.
Moritz ist ein Spieler, von dem Titz viel hält, aber Steinmann hat leistungsmäßig die Nase vorn.
Matti hat das gewisse Gespür für die Räume, seine Spieleröffnung ist dadurch besser. Fallen beide aus, wären die Alternativen Janjicic und Jonas David, dessen Stammposition das DM ist.

RM: Auf rechts ist Narey erste Wahl.
Danach kommen Jatta und Jairo. Der Spanier kann beide Seiten gleichermaßen spielen.

OM: Dort ist Holtby der Platzhirsch. Neben ihm sollte Hunt gesetzt sein, wenn Titz ihn nicht in den Sturm zieht.
Ansonsten setzt der Trainer dort auch gerne Janjicic ein, der den Job sehr gut erledigt.
Danach kommen Kwarteng, Ferati oder auch Moritz.

LM: Dort ist Ito erste Wahl, gefolgt von Jairo und Jatta.
Und Opoku sollte man auch nicht vergessen, der in 2-3 Monaten wohl wieder voll mitmischen kann.

Sturm: Lasogga, Wintzheimer, Arp oder auch Hunt heißen hier die Alternativen.
Alle auf einem recht hohen Zweitligalevel, alle leicht verschieden, so daß man die Spieler auch nach taktischen Vorgaben austauschen kann.
Lasogga hat wohl die Nase vorn, aber er ist reiner Strafraumstürmer.
Die anderen drei sind spielerisch stärker und auch dabei noch verschieden. Ich denke, Titz wird mit diesen taktischen Möglichkeiten spielen.
Aber egal wer spielt, ich hab bei jedem ein gutes Gefühl.

Ekdal und Kostic sind auch noch da, spielen aber in den Planungen wohl keine Rolle mehr.

Der Kader umfasst 28 Spieler, von denen viele polyvalent einsetzbar sind.
Der erste Anzug sitzt meiner Ansicht nach sehr gut, der zweite Anzug fällt nicht sehr viel ab.
Lediglich wenn man mehrere Ausfälle auf einer Position hat, fällt die Qualität ab.
Ich sehe uns mit der Breite des Kaders gut gerüstet.
Viele unserer künftigen Gegner haben einen größeren Qualitätsabfall nach der ersten Elf.

Die Mannschaft ist auch aus anderen Gründen recht gut zusammengestellt.
Sie ist eine Einheit, es gibt eine gesunde Hierachie und auch eine Achse.
Ursprünglich bestand sie aus Pollersbeck-Jung-Steinmann-Holtby-Hunt.
Auch wenn Jung jetzt wegfällt, die vielen jungen Spieler können sich an dieser Achse aufrichten.

Wir spielen nicht mehr wie in den letzten Jahren, nur auf „Ball erobern-Ball nach vorne holzen-vorne hilft der liebe Gott“, sondern wir versuchen, das Spiel vernünftig flach von hinten nach vorne aufzubauen.
Der lange Hafer ist dabei dann nur ein Stilmittel von vielen, der gezielt gesetzt werden soll, wenn der Gegner sehr hoch presst.
Hier muß Poller allerdings noch lernen, wann man lang schlägt und wann kurz spielt. Seine Entscheidungsfindung ist noch nicht ausgereift.
Aber das kommt mit der Zeit. Ziel ist immer der gegnerische 16er, den wir mit möglichst viel Leuten besetzen.
Aber auch wenn die Wahrscheinlichkeit ein Tor zu erzielen am höchsten ist, wenn man im 16er ist, so hat Titz das nicht zur Religion erklärt, wie zB Jogi Löw oder Pep Guardiola.
Wenn die Möglichkeit da ist, mal von weiter weg abzuziehen, dann dürfen die Spieler das auch.
Das halte ich für gut, denn so wird der Gegner gezwungen, sich um jeden Spieler in Schlagdistanz zu kümmern.
Sich nur in den 16er zurückziehen kann gefährlich werden, denn es wird immer mal ein abgefälschter Ball durchkommen.

Pollersbeck rückt beim Spielaufbau sehr oft fast bis zur Mittellinie auf.
Das ist nicht ohne Risiko, aber unsere Spieler haben eine Anspielstation mehr auf dem Platz.
Es erinnert mich an das Spiel mit fliegendem Torwart auf dem Bolzplatz, früher in meiner Kindheit.

Die beiden IV rücken meist beim Spielaufbau nach außen, die AV sind in der Linie davor zu finden.
Das defensive Zentrum beherrscht Matti Steinmann. Er steht meist richtig und hat ein gutes Auge für die Situationen vor ihm.
Er ist nicht der Schnellste, aber macht das damit wett, dass er meist richtig steht.
In der Defensive stehen wir in der Regel im 4-4-2, wie viele Mannschaften

Man versucht durch kurze Pässe, die je weiter man in der gegnerischen Hälfte ist, immer risikoreicher gespielt werden, die Spieler vor dem Tor in Position zu bringen. Verliert man den Ball, dann geht es sofort daran, ihn wieder zurückzuerobern.
Oft bekommt man ihn und falls nicht, so kann der Gegner zumindest nicht in Ruhe das Spiel aufbauen. Man zwingt ihn zu Fehlern.

Mit Spielern wie Steinmann, Hunt und Janjicic kann man die gegnerischen Mannschaften durch gutes Passspiel aushebeln, durch Spieler wie Ito und Narey schafft man sich durch Dribblings Räume.
Holtby ist immer und überall zu finden. Das ist wertvoll, weil er immer wieder Überzahl schafft.
Und er hat seinen Drang zum Tor wiedergefunden.
Mit dem offensiven Santos, der auch mal an der Grundlinie ein Dribbling ansetzt und dem etwas defensiveren Sakai, spielt man auf außen mit einer leichten Asymetrie.
Das ist gut so, denn ein Spieler wie Santos auch auf rechts würde es schwieriger machen, defensive Kompaktheit zu halten.
Das Spiel würde leicht vogelwild.
Das haben wir in den Testspielen gesehen, wenn Narey und Santos auf den Aussenverteidigerposten gespielt haben.

War das Spiel unter Gisdol eindimensional und ausrechenbar, so sind wir heute viel flexibler.
Funktioniert das eine nicht, suchen wir ne andere Möglichkeit, die Abwehr des Gegners zu knacken.

Dafür, daß Großteile der Mannschaft neu hinzugekommen sind, ist die Truppe schon recht gut eingespielt.
Aber da geht noch mehr. Wir sind überall gut besetzt, es gibt kaum Schwachstellen.
Ich denke, die Mannschaft kann eine gute Rolle in der zweiten Liga spielen.

Der Gegner Kiel hat eine sehr gute Saison hinter sich. Es ist allerdings nicht zu erwarten, daß sie dieses Ergebnis auch nur ansatzweise reproduzieren können. Neuer Trainer, viele neue Spieler, die Mannschaft wegen des Wechsels auf der Position des SpoDis spät zusammengestellt, der Leistungsträger in der Zentrale, Kinsombi, ist verletzt … es wird schwer.
Zumal sie auch nicht die Aufstiegseuphorie des letzten Jahres tragen wird.

Es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn Kiel im vollbesetzten Volkspark am Freitag was Zählbares holt.

Die zweite Liga
Unsere Zielsetzung ist der Wiederaufstieg. Es wird wahrscheinlich sehr hart, aber es ist ein realistisches Ziel.
Allerdings ist anzunehmen, daß Köln den 1. Platz macht.
Das bedeutet, daß wir keine andere Mannschaft an uns vorbeilassen dürfen.
Wie gesagt, es wird hart.
Wir haben das Potential, aber kann unsere junge Mannschaft das auch konstant ausschöpfen?
Im letzten Jahr sind viele Mannschaften in der zweiten Liga an der Konstanz gescheitert.
Köln ist absoluter Favorit auf die Felge. Sie hatten den teuersten Kader und haben sich am teuersten verstärkt. Mit Markus Anfang haben sie auch einen sehr guten Trainer.
Die Frage ist, wie gelingt ihnen der Start?
Sie sind noch nicht so eingespielt, wie wir.

Dahinter sehe ich Ingolstadt. Sie haben letztes Jahr einen guten Kader gehabt und galten als Underperformer.
Ausserdem haben sie sich gut verstärkt.
Dann kommen noch Union und Bochum. Das sind meiner Ansicht nach die Kandidaten für den Aufstieg. Es kann natürlich auch immer wieder eine Überraschungsmannschaft hochkommen, so wie Kiel im letzten Jahr.
Einige sehen Dresden mit im Kampf um den Aufstieg.
Die Mannschaft ist nicht schlecht, aber trotzdem glaub ich nicht recht dran.

Um den Abstieg werden Fürth, Aue, Kiel, Heidenheim und St Pauli spielen.
Fragt mich bei St Pauli nicht, warum ich das denke, ich hab nur irgendwie das Gefühl, daß sie nicht so performen werden, wie sie es sich wünschen. (ps: Ich hab nichts gegen St Pauli)
Der Rest wird wahrscheinlich die Saison im Mittelfeld beenden.

Wir werden gut in die Saison starten, davon bin ich überzeugt.
Aber ich denke, daß wir auch Krisen zu überstehen haben werden.
Und diese Krisen dürfen nicht all zu groß sein, damit wir unser Ziel nicht verfehlen. Von daher wird es eine harte Saison. Die Konstanz die wir brauchen, wird unsere junge Truppe wahrscheinlich nicht immer bringen können.
Was in der Natur der Sache liegt. Unser Kader ist ca 1 Jahr jünger, als die zweitjüngste Mannschaft der Liga und ca 4 Jahre jünger, als die älteste.
In unserer Mannschaft steckt enorm viel Potential, aber Potential schießt keine Tore. Und wenn es mal eine Leistungsdelle gibt, sollten wir Ruhe bewahren und unsere Jungs weiter anfeuern. Das ist das, was sie dann braucht.

Hoffen wir also auf eine Saison, die ein glückliches Ende für uns bereithält. Endlich wieder Fußball, endlich wieder HSV (fb)