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Wo liegt eigentlich Sandhausen?

Tja, letzte Woche gegen Kiel, das war wohl nix.

Die Stimmung war gut, wir der absolute Favorit.
Es stimmte eigentlich alles.
Zuhause in unserem Wohnzimmer, ausverkaufte Hütte, das Wetter top, ein schönes munteres Spiel … nur das Ergebnis war mies.
Und damit meine Stimmung auch.

In der ersten halben Stunde hätten wir eigentlich ein paar Tore machen müssen. Nicht eins, sondern ein paar.
Dann hätte Holstein auch nicht mehr den Kopf hoch bekommen.
Stattdessen fingen wir an zu denken, die Ordnung ging leicht verloren, die Pässe kamen nicht mehr so genau, wir gerieten ins Schwimmen und Kiel bekam Oberwasser.

Hut ab vor Walter, daß er es geschafft hat, seine Mannschaft schon so gut zusammenspielen zu lassen.
Lee und Meffert waren man grad mal ne Woche da.
Aber das war es dann auch schon.
Weder hat er unser Spiel entschlüsselt oder uns sonst irgendwie besonders gut bespielt.
Es war eine reine Kopfsache.
Daß man gegen unser Spiel hoch pressen muß und/oder den Bus vor dem Tor parkt, dafür muß man kein Scoutinggott sein, das kann ich als Laie erkennen.
Das hohe Pressing ist unsere Archillesferse.
Im Training können wir uns davon locker befreien, aber unter dem Druck des wichtigen Spiels hat das nicht geklappt.
Das müssen wir lernen, das kann man nicht trainieren, nicht simulieren, das bekommt man nur durch Spielpraxis.

Und da kommen wir zu unserem Problem, das wir in diesem Jahr haben werden. Jeder Trainer wird seinen Spielern vor dem Spiel gegen den HSV sagen: „Wir haben nichts zu verlieren, der Druck liegt allein beim HSV. Verlieren wir, war es vorrauszusehen, holen wir Punkte, dann sind das Bonuspunkte, die keiner erwartet hat.“

Von vielen Kritikern kam die Aussage, uns fehlt der Plan B. Welcher Plan sollte das sein? Daß wir wieder anfangen, den Ball blind nach vorne zu holzen?
Nein, das System ist gut. Das hat die erste halbe Stunde auch gezeigt.
Wir müssen pressingresistenter werden, wir müssen nervenstärker werden.

Dann müssen wir hier und da noch ein wenig korrigieren und anschließend sollte das laufen.
Junge Spieler, neues anspruchsvolles System … daß es da Rückschläge gibt, ist natürlich.

Nun gehts nach Sandhausen. Ein symphatischer Verein, der für viele der Inbegriff für „2te Liga“ ist.
Ein Dorf mit 14.000 Einwohnern, ein Stadion mit 15.000 Plätzen, das so gut wie nie ausverkauft ist.
Der Zuschauerschnitt liegt bei 6.500 Besuchern.
Sonntag kommt der HSV und man rechnet damit, daß die Hütte ausverkauft sein wird und der HSV mit knapp 10.000 Fans aufschlägt.

Sandhausen spielt normalerweise aus einer gesicherten Defensive heraus.
Zentrum der IV ist Markus Karl, den vielleicht der eine oder andere HSVer noch kennt. Eigentlich gelernter 6er, aber macht sich in der IV auch sehr gut.
Aus dieser Defensive heraus versuchen sie normalerweise zügig nach vorne zu spielen.
Allerdings kann es sein, daß man gegen uns versucht, ähnlich hoch zu pressen, wie Kiel es getan hat.
Ausserdem sieht man es dort als ein Fest an, daß der große HSV zum Pflichtspiel kommt. Es wird was von Pokalcharakter haben, wie jedes Spiel dieser Saison.
Ausserdem hat man sich in diesem Jahr mit Mo Gouaida verstärkt, der im letzten Spiel allerdings auf der Bank saß.

Der HSV hat sich in dieser Woche zwei neue Spieler geliehen.
Mangala aus Stuttgart, der Spielpraxis sammeln soll und morgen wahrscheinlich schon für den verletzten Steinmann auflaufen wird. Leider ohne Kaufoption. Das ist zwar nicht optimal, aber es fehlt uns für Alternativen das Geld.
Wie ernst es um die Finanzen des HSV steht, kann man auch an den Preisen für das Derby ablesen. Das ist fast höchste Erstligakategorie.
Ich denke, das war ursprünglich nicht so geplant, aber auch durch die Verletzungen von Papa und Jung fehlt uns Geld.
Ekdal wird auch wahrscheinlich nur 1,5-2 Mio bringen, obwohl er eine sehr gute WM gespielt hat, und was mit Kostic passiert, ist auch noch fraglich.
Die hohen Preise für Karten, Trikots usw nimmt man, weil man Geld braucht, dringend Geld braucht. Zweite Liga ist ein hartes Brot.

Der zweite Spieler, den wir geliehen haben, ist Leo Lacroix. Auf die Frage, wie man das ausspricht, hat Becker nur geantwortet: „Leo“.
Leo kommt von St Etienne. Das letzte halbe Jahr war er bereits nach Basel verliehen. Den Gerüchten nach zahlt der HSV nicht das volle Gehalt und besitzt auch eine Kaufoption.
Ich bin gespannt, ob er morgen auch spielen wird. Van Drongelen ist gesetzt, aber wer neben ihm den Laden dichtmachen soll, ist noch fraglich.

Hunt fällt erneut aus.
Er hat einen Riss der Faszien (wenn ich richtig informiert bin, ist das die Haut um die Muskeln. So ganz laienhaft ausgedrückt).
Gegen Sandhausen wird es noch nichts, aber danach könnte er eventuell wieder mitmischen.

Vorne werden wir wahrscheinlich diesmal mit einem echten Stürmer spielen.
Man munkelt, daß Lasogga in der Startelf stehen wird.
Die Spielweise ansich wird sich nicht ändern, und das ist gut so.

Sandhausen freut sich aufs Spiel, aber hoffentlich ist es mit der Freude am Sonntagabend vorbei.
Für uns wäre es schon allein deshalb wichtig, um den psychologisch belastenden letzten Platz zu verlassen. Hoffen wir das Beste (fb)

ps: Die Überschrift ist nicht abwertend gemeint. Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit, die in Sandhausen geleistet wird und ich werde einen Teufel tun, und die Mannschaft unterschätzen. Das ist ein wenig das, womit sie spielen. „Wir sind der arme kleine Underdog, wir sind lieb und symphatisch, wir tun doch nichts“. Sandhausen spielt einen klaren harten (nicht unfairen) Fußball, hatte im letzten Jahr die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Wir sollten alle gewarnt sein. Die Punkte müssen hart erarbeitet werden.

Kicken mit fliegendem Torwart

Am Freitag geht es endlich wieder los. Endlich wieder richtiger Fußball und nicht nur WM oder Testspiele.
Es ist zwar leider nur 2. Liga, aber dafür hat das Warten jetzt schon ein Ende. Das Abenteuer beginnt.

Die Frage ist, wo stehen wir im Vergleich zu den anderen?
Der Kader sieht wie folgt aus:

Tor: Pollersbeck, Mickel und Behrens

RV: Sakai und als Ersatz Ambrosius, Knost oder auch Narey

IV: Jung wäre gesetzt gewesen, fällt aber erstmal ein halbes Jahr aus.
Man hat überlegt, Papa als Ersatz zu halten, aber er fällt mit der gleichen Verletzung aus.
Stamm-IV wird somit vorraussichtlich van Drongelen/Bates.
Die beiden machen ihre Sache gut.

Dahinter haben wir junge Talente wie Ambrosius, Pfeiffer und Jonas David.
Moritz wurde in der Vorbereitung auch ausprobiert, aber mich konnte er nicht überzeugen.
Weil das alles durch den Ausfall von Gideon qualitativ etwas dünn ist, überlegt man seitens des HSV, noch einen gestandenen IV zu verpflichten.
Der Ex-Braunschweiger Baffo war im Gespräch, aber weil er nach seinem Kreuzbandriss noch nicht weit genug genesen ist, nimmt man von einer Verpflichtung Abstand.

LV: Noch spielt dort Santos als erste Wahl vor Vagnoman.
In der Vorbereitung wurden auch Narey und van Drongelen dort getestet.
Santos ist ein absoluter Leistungsträger unserer Mannschaft.
Allerdings ist seine Qualität anderen auch nicht verborgen geblieben.
Im Moment soll Schalke an ihm baggern. Der HSV hat mindestens 25 Mio aufgerufen, wenn man der Presse glauben darf.
Wenn ich ehrlich bin, ich hoffe er bleibt.

Das DM mit Steinmann und Moritz.
Moritz ist ein Spieler, von dem Titz viel hält, aber Steinmann hat leistungsmäßig die Nase vorn.
Matti hat das gewisse Gespür für die Räume, seine Spieleröffnung ist dadurch besser. Fallen beide aus, wären die Alternativen Janjicic und Jonas David, dessen Stammposition das DM ist.

RM: Auf rechts ist Narey erste Wahl.
Danach kommen Jatta und Jairo. Der Spanier kann beide Seiten gleichermaßen spielen.

OM: Dort ist Holtby der Platzhirsch. Neben ihm sollte Hunt gesetzt sein, wenn Titz ihn nicht in den Sturm zieht.
Ansonsten setzt der Trainer dort auch gerne Janjicic ein, der den Job sehr gut erledigt.
Danach kommen Kwarteng, Ferati oder auch Moritz.

LM: Dort ist Ito erste Wahl, gefolgt von Jairo und Jatta.
Und Opoku sollte man auch nicht vergessen, der in 2-3 Monaten wohl wieder voll mitmischen kann.

Sturm: Lasogga, Wintzheimer, Arp oder auch Hunt heißen hier die Alternativen.
Alle auf einem recht hohen Zweitligalevel, alle leicht verschieden, so daß man die Spieler auch nach taktischen Vorgaben austauschen kann.
Lasogga hat wohl die Nase vorn, aber er ist reiner Strafraumstürmer.
Die anderen drei sind spielerisch stärker und auch dabei noch verschieden. Ich denke, Titz wird mit diesen taktischen Möglichkeiten spielen.
Aber egal wer spielt, ich hab bei jedem ein gutes Gefühl.

Ekdal und Kostic sind auch noch da, spielen aber in den Planungen wohl keine Rolle mehr.

Der Kader umfasst 28 Spieler, von denen viele polyvalent einsetzbar sind.
Der erste Anzug sitzt meiner Ansicht nach sehr gut, der zweite Anzug fällt nicht sehr viel ab.
Lediglich wenn man mehrere Ausfälle auf einer Position hat, fällt die Qualität ab.
Ich sehe uns mit der Breite des Kaders gut gerüstet.
Viele unserer künftigen Gegner haben einen größeren Qualitätsabfall nach der ersten Elf.

Die Mannschaft ist auch aus anderen Gründen recht gut zusammengestellt.
Sie ist eine Einheit, es gibt eine gesunde Hierachie und auch eine Achse.
Ursprünglich bestand sie aus Pollersbeck-Jung-Steinmann-Holtby-Hunt.
Auch wenn Jung jetzt wegfällt, die vielen jungen Spieler können sich an dieser Achse aufrichten.

Wir spielen nicht mehr wie in den letzten Jahren, nur auf „Ball erobern-Ball nach vorne holzen-vorne hilft der liebe Gott“, sondern wir versuchen, das Spiel vernünftig flach von hinten nach vorne aufzubauen.
Der lange Hafer ist dabei dann nur ein Stilmittel von vielen, der gezielt gesetzt werden soll, wenn der Gegner sehr hoch presst.
Hier muß Poller allerdings noch lernen, wann man lang schlägt und wann kurz spielt. Seine Entscheidungsfindung ist noch nicht ausgereift.
Aber das kommt mit der Zeit. Ziel ist immer der gegnerische 16er, den wir mit möglichst viel Leuten besetzen.
Aber auch wenn die Wahrscheinlichkeit ein Tor zu erzielen am höchsten ist, wenn man im 16er ist, so hat Titz das nicht zur Religion erklärt, wie zB Jogi Löw oder Pep Guardiola.
Wenn die Möglichkeit da ist, mal von weiter weg abzuziehen, dann dürfen die Spieler das auch.
Das halte ich für gut, denn so wird der Gegner gezwungen, sich um jeden Spieler in Schlagdistanz zu kümmern.
Sich nur in den 16er zurückziehen kann gefährlich werden, denn es wird immer mal ein abgefälschter Ball durchkommen.

Pollersbeck rückt beim Spielaufbau sehr oft fast bis zur Mittellinie auf.
Das ist nicht ohne Risiko, aber unsere Spieler haben eine Anspielstation mehr auf dem Platz.
Es erinnert mich an das Spiel mit fliegendem Torwart auf dem Bolzplatz, früher in meiner Kindheit.

Die beiden IV rücken meist beim Spielaufbau nach außen, die AV sind in der Linie davor zu finden.
Das defensive Zentrum beherrscht Matti Steinmann. Er steht meist richtig und hat ein gutes Auge für die Situationen vor ihm.
Er ist nicht der Schnellste, aber macht das damit wett, dass er meist richtig steht.
In der Defensive stehen wir in der Regel im 4-4-2, wie viele Mannschaften

Man versucht durch kurze Pässe, die je weiter man in der gegnerischen Hälfte ist, immer risikoreicher gespielt werden, die Spieler vor dem Tor in Position zu bringen. Verliert man den Ball, dann geht es sofort daran, ihn wieder zurückzuerobern.
Oft bekommt man ihn und falls nicht, so kann der Gegner zumindest nicht in Ruhe das Spiel aufbauen. Man zwingt ihn zu Fehlern.

Mit Spielern wie Steinmann, Hunt und Janjicic kann man die gegnerischen Mannschaften durch gutes Passspiel aushebeln, durch Spieler wie Ito und Narey schafft man sich durch Dribblings Räume.
Holtby ist immer und überall zu finden. Das ist wertvoll, weil er immer wieder Überzahl schafft.
Und er hat seinen Drang zum Tor wiedergefunden.
Mit dem offensiven Santos, der auch mal an der Grundlinie ein Dribbling ansetzt und dem etwas defensiveren Sakai, spielt man auf außen mit einer leichten Asymetrie.
Das ist gut so, denn ein Spieler wie Santos auch auf rechts würde es schwieriger machen, defensive Kompaktheit zu halten.
Das Spiel würde leicht vogelwild.
Das haben wir in den Testspielen gesehen, wenn Narey und Santos auf den Aussenverteidigerposten gespielt haben.

War das Spiel unter Gisdol eindimensional und ausrechenbar, so sind wir heute viel flexibler.
Funktioniert das eine nicht, suchen wir ne andere Möglichkeit, die Abwehr des Gegners zu knacken.

Dafür, daß Großteile der Mannschaft neu hinzugekommen sind, ist die Truppe schon recht gut eingespielt.
Aber da geht noch mehr. Wir sind überall gut besetzt, es gibt kaum Schwachstellen.
Ich denke, die Mannschaft kann eine gute Rolle in der zweiten Liga spielen.

Der Gegner Kiel hat eine sehr gute Saison hinter sich. Es ist allerdings nicht zu erwarten, daß sie dieses Ergebnis auch nur ansatzweise reproduzieren können. Neuer Trainer, viele neue Spieler, die Mannschaft wegen des Wechsels auf der Position des SpoDis spät zusammengestellt, der Leistungsträger in der Zentrale, Kinsombi, ist verletzt … es wird schwer.
Zumal sie auch nicht die Aufstiegseuphorie des letzten Jahres tragen wird.

Es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn Kiel im vollbesetzten Volkspark am Freitag was Zählbares holt.

Die zweite Liga
Unsere Zielsetzung ist der Wiederaufstieg. Es wird wahrscheinlich sehr hart, aber es ist ein realistisches Ziel.
Allerdings ist anzunehmen, daß Köln den 1. Platz macht.
Das bedeutet, daß wir keine andere Mannschaft an uns vorbeilassen dürfen.
Wie gesagt, es wird hart.
Wir haben das Potential, aber kann unsere junge Mannschaft das auch konstant ausschöpfen?
Im letzten Jahr sind viele Mannschaften in der zweiten Liga an der Konstanz gescheitert.
Köln ist absoluter Favorit auf die Felge. Sie hatten den teuersten Kader und haben sich am teuersten verstärkt. Mit Markus Anfang haben sie auch einen sehr guten Trainer.
Die Frage ist, wie gelingt ihnen der Start?
Sie sind noch nicht so eingespielt, wie wir.

Dahinter sehe ich Ingolstadt. Sie haben letztes Jahr einen guten Kader gehabt und galten als Underperformer.
Ausserdem haben sie sich gut verstärkt.
Dann kommen noch Union und Bochum. Das sind meiner Ansicht nach die Kandidaten für den Aufstieg. Es kann natürlich auch immer wieder eine Überraschungsmannschaft hochkommen, so wie Kiel im letzten Jahr.
Einige sehen Dresden mit im Kampf um den Aufstieg.
Die Mannschaft ist nicht schlecht, aber trotzdem glaub ich nicht recht dran.

Um den Abstieg werden Fürth, Aue, Kiel, Heidenheim und St Pauli spielen.
Fragt mich bei St Pauli nicht, warum ich das denke, ich hab nur irgendwie das Gefühl, daß sie nicht so performen werden, wie sie es sich wünschen. (ps: Ich hab nichts gegen St Pauli)
Der Rest wird wahrscheinlich die Saison im Mittelfeld beenden.

Wir werden gut in die Saison starten, davon bin ich überzeugt.
Aber ich denke, daß wir auch Krisen zu überstehen haben werden.
Und diese Krisen dürfen nicht all zu groß sein, damit wir unser Ziel nicht verfehlen. Von daher wird es eine harte Saison. Die Konstanz die wir brauchen, wird unsere junge Truppe wahrscheinlich nicht immer bringen können.
Was in der Natur der Sache liegt. Unser Kader ist ca 1 Jahr jünger, als die zweitjüngste Mannschaft der Liga und ca 4 Jahre jünger, als die älteste.
In unserer Mannschaft steckt enorm viel Potential, aber Potential schießt keine Tore. Und wenn es mal eine Leistungsdelle gibt, sollten wir Ruhe bewahren und unsere Jungs weiter anfeuern. Das ist das, was sie dann braucht.

Hoffen wir also auf eine Saison, die ein glückliches Ende für uns bereithält. Endlich wieder Fußball, endlich wieder HSV (fb)

Ecken und Kanten

Unsere deutsche Nationalmannschaft ist ausgeschieden.
In der Vorrunde.
Als Letzter in einer Gruppe, eigentlich ohne die ganz großen Namen.

Nun stelle ich mir ein wenig die Frage nach dem Warum und viel wichtiger: Was kann man daraus lernen?
Und damit meine ich durchaus auch unseren HSV.

Die Spieler, die Löw mit nach Rußland genommen hat, waren alle gut.
Nun kann man streiten, ob sie besser als die Spieler der anderen Favoriten waren, aber für die Gruppe hätte es locker reichen müssen.
Also hat die Mannschaft nicht funktioniert oder die Taktik hat nicht gestimmt. Wahrscheinlich beides.
Fangen wir taktisch an: Die drei Gegner haben sich hinten reingestellt auf schnelle Konter gewartet.
Das ist im Übrigen auch etwas, was dem HSV in der Liga oft passieren wird.

Dann hat die deutsche Nationalmannschaft meiner Ansicht nach drei Fehler gemacht.
1. hat man die Halbräume nicht anständig besetzt.
Erinnern wir uns, dort lauerte fast immer einer der Gegner. Es kam ein Ball von hinten aus der Abwehr geschlagen und dann ging es mit Tempo los und die Abwehr kam ins Schwimmen.
Dabei haben wir es versäumt, schnell genug, mit genügend Leuten hinter den Ball zu kommen.
Das war schon so in den Vorbereitungsspielen und in den Gruppenspielen zu beobachten.
2. man hat sich immer wieder auf die Flügel drängen lassen, anstatt es übers Zentrum zu versuchen.
Aber das war eben auch von den Gegnern gut gemacht. Man hat unser Spiel ganz gezielt auf die Flügel gedrängt.
Und 3. hat man auf Teufel komm raus versucht, im Strafraum Überzahl zu entwickeln.
Das hört sich erstmal richtig an, aber wenn der Gegner schon mit 6 Spielern im Strafraum steht und wir noch mit 4 Spielern reindrängen, dann wird es einfach alles zu eng.
Erinnert ihr euch an unser Mainz-Spiel? Da hat Holler auch einen Stürmer nach dem anderen eingewechselt, alle haben sich im Weg gestanden und niemand war da, der diese Stürmer hätte in Szene setzen können.
Hier war es ähnlich. Wir hätten unsere Spieler zurückziehen müssen (was nebenbei auch der Defensive mehr Stabilität gebracht hätte) und dann wären Räume frei gewesen für Werner, Müller und Reus, in die sie hätten stoßen können.
Alle drei haben das Auge für solche Räume. Auch mit Özil und Kroos hätte man Spieler gehabt, die das Auge für die Räume gehabt hätten um genau dorthin die Bälle zu passen.
Und dann muß man auch einfach mal abziehen, auch aus der Entfernung.
Warum war Brandt so gut? Weil er genau das getan hat (mal, nicht nur).
Dann kommt der Ball zumindest mal aufs Tor und man hat die Chance, daß er, eventuell auch mal abgefälscht, reingeht.

Was hat das nun mit dem HSV 18/19 zu tun?
Ganz einfach: auch wir müssen aufpassen, daß wir die Räume nicht zu eng machen.
Geht es Richtung gegnerischem Strafraum, dann können wir mit Ito eins gegen eins, mit Holtby, der auch den Drang in diese Räume hat und auf der anderen Seite mit dem blitzschnellen Narey in die Räume hinter die Abwehr gehen, oder eben auch in die Mitte ziehen, um abzuschließen.
Beidfüßig kann er. Ich hoffe er erkennt auch die nötigen Räume.

Die Mannschaft. Es fehlte bei der Nationalmannschaft an mannschaftlicher Geschlossenheit auf dem Platz.
Anscheinend hatten die Spieler alle zu sehr mit sich selbst zu tun.
Dann fehlten Typen wie Poldi, die die anderen auch mal auflockern, Typen wir Klose, Mertesacker, die immer und überall zu 100% professionell sind und ein Schweinsteiger, der eben auch mal drüber hinweggeht und damit die anderen mitreißt.
Leider hat man es zu sehr im Schongang versucht.
Zu wenig Bewegung ohne Ball, somit fehlte es an Anspielstationen.
Nach Fehlpässen ist zB ein Toni Kroos nicht richtig hinterhergegangen, um den Fehler wettzumachen.
Viel entlädt sich auf Özil, aber auf den Zug sollten wir nicht aufspringen. Sicher, auch er hat nicht geglänzt, aber trotzdem war er nicht schlecht.
Nur ohne Bewegung im Strafraum hat er keine Lücken, in die er passen kann. Und lasst euch nicht von seiner Körpersprache täuschen. Mit genau dieser Körpersprache ist er vor 4 Jahren Weltmeister geworden.
Die ganze Mannschaft wirkte bocklos.
Warum? Unter anderem auch deshalb, weil sich viele Fans von ihr abgewandt haben.
Oder andersrum, man hat es seitens des DFB versäumt, die Fans mit ins Boot zu nehmen.
Diesen Schuh muß sich der aalglatte Bierhoff anziehen.
Die Presse wird von den Spielern und vom Trainer ferngehalten, Nachfragen sind nicht erwünscht.
Und auch die Erdoganaffaire, ist krisenmanagementmäßig saumiserabel behandelt worden.
Es wird versucht nirgendwo anzuecken, mit dem Ergebnis, man wird gesichtslos, austauschbar.
Im Eintrachtpodcast hat man es mit ner Scheibe Brot verglichen. Der eine mag keine Marmelade, der nächste keinen Käse und der übernächste keine Wurst.
Also gibt es nur trocken Brot.

Viele meinen, die Nationalmannschaft bekäme nichts davon mit, was hier in Deutschland abgeht. Das stimmt nicht. Man merkt immer wieder, sie registrieren ganz genau, wie die Stimmung unter den Fans ist.
Und eine gute Stimmung zuhause hätte den Jungs in Rußland auch geholfen, die richtige WM-Stimmung in der Mannschaft aufkommen zu lassen.

Als Folge der AfDisierung der Gesellschaft gibt es beim DFB auch keine Aktionen mehr, wie die „Wir sind Deutschland“-Geschichte, in der auch Nationalspieler mitgemacht haben (zB Gerald Asamoah). Warum gibt es sie eigentlich nicht mehr? Ganz einfach, man hat Angst, durch die Positionierung Leute zu verschrecken.

Hier sind ganz eindringlich Bierhoff und auch Grindel gefragt.
Was will man in Zukunft? Wie sieht sich die Nationalmannschaft in Zukunft? Mit Wischiwaschi kann man vielleicht kurzfristig Erfolg haben, aber man wird austauschbar.
Mit entsprechenden Aktionen hätte man die Möglichkeit klar auszudrücken: Scheißegal, was so manche Idioten sagen, wir stehen hinter euch, wir stehen zu 100% hinter der Mannschaft.
Und man hätte die Möglichkeit klar auszudrücken: Scheißegal, was die Idioten sagen, wir stehen hinter euch, wir stehen zu 100% hinter der Mannschaft. Und dann werden nämlich auch Loddar, Basler und wie die Pseudoexperten alle heißen, ruhig, wenn sie merken, da in Rußland ist eine Einheit

Und hier kommen wir erneut zum HSV: Wofür steht der HSV der Zukunft? Wo will man hin?
Hier könnte man ja aufs Leitbild verweisen. Aber das ist so umfangreich, da ist für jeden was drin, dadurch ist es aber eben wischiwaschi. Hier hat man es versäumt, sich ein Profil zu geben. Bei dem ganzen Socialmedia, HSV-tv, usw. muß man jedoch aufpassen, daß man nicht zu glatt wird, wie ein rundgelutscher Kieselstein, sondern daß man sich die Ecken und Kanten bewahrt, die nötig sind.

Neulich hätte man die Möglichkeit dazu gehabt, als man erst Albin Ekdal, mit seinen Schweden, viel Glück gewünscht hat, dann den Tweet wieder zurückgezogen, weil das ja gegen die deutsche Nationalmannschaft ging. Man hätte zeigen können: Wir sind der HSV, wir stehen hinter unseren Spielern, auch wenn sie gerade mal nicht für uns, sondern für ihr Land spielen.
Aber stattdessen hat man es vorgezogen, mit dem Strom zu schwimmen.

Ein gesundes Selbstbewusstsein täte uns gut. Selbstbewusst und aufrecht sollten wir unseren Weg gehen, gegen all die Leute, die sich von Bild, AB, Mopo und/oder DoPa aufhetzen lassen.
Ich wünsche mir beispielsweise einen Lewis Holtby, der dann eben im Fieldinterview, wie das so schön neudeutsch heißt, auch mal einen raushaut. Spieler, die mal klar Stellung beziehen. Das kann man nämlich auch, ohne Leute anzuprangern.

Uns fehlt in Deutschland und auch beim HSV der Mut zu Ecken und Kanten. Und ein bisschen von dem, was in Bayern das „mia san mia“ ist. „wi sinn wi“ (fb)

Europapokaaaaaaaal

Sorry, ne andere Überschrift fiel mir gerade nicht ein.
Aber ich bin mir sicher, ich hab jetzt eure Aufmerksamkeit.

Normalerweise kommt von mir ja immer eine Saisonrückschau. Nach der Saison fehlte mir die Zeit dazu, jetzt hab ich keinen Bock mehr, nach hinten zu gucken.

Abstieg, 2. Liga.
Ich glaube, so richtig begriffen hab ich es immer noch nicht.
Aber eines weiß ich, ich freu mich auf die neue Saison, wie schon lange nicht mehr.

Das hat allerdings weniger mit dem Abstieg zu tun, sondern eher damit, daß beim HSV seit der Wahl von Bernd Hoffmann sehr viel richtig gemacht wird.
Den Abstieg konnte er nicht mehr verhindern, aber er hat die Weichen stellen können, damit wir quasi in der schwärzesten Stunde des Vereins optimistisch und voller Vorfreude nach vorne schauen können.
Die Spitze des Vereins ist neu geordnet worden. Bernd Hoffmann ist Interimsvorstandsvorsitzender.
Ob er den Job demnächst wieder abgibt oder irgendwann zum regulären VV wird, muß man sehen.
Die Hauptsache ist, es wird dort wieder anständig gehandelt.
Mit Ralf Becker haben wir zudem einen neuen Sportvorstand.
Und allen Unkenrufen zum Trotz: Bernhard Peters ist noch da und leitet wie zuvor die Ausbildung der Jugend.
Alle drei sind sich ähnlicher, als man auf den ersten Blick meinen könnte.
Sie sind zielstrebig, konsequent, klar in ihren Entscheidungen, leistungsorientiert und alle sind bereit, Entscheidungen ohne langes Zögern auch zu treffen.
Das wird unweigerlich zu Reibungen führen.
Aber das sollte uns keine Sorgen bereiten, denn diese Reibungen führen dazu, daß bessere Entscheidungen getroffen werden. Alle drei werden diese tolerieren, weil sie wissen, daß nur so Topleistungen erzielt werden können. Und darauf kommt es ihnen an.

Der HSV macht im Moment vieles richtig. Nicht alles, wie man zB am Trainingslager sehen konnte, aber doch sehr viel.
Das gefällt mir, das gefällt aber auch den anderen Fans. Das Ergebnis ist eine Euphorie, wie wir sie lange nicht mehr hatten.
Wir HSVer lechzen förmlich nach gutem Fußball.
Seit Titz unser Trainer ist, spielen wir gut. Das heißt nicht, daß wir alles gewinnen, sondern erstmal nur, daß wir gut spielen.

Viele Spieler werden uns verlassen, einige haben verlängert und andere kommen neu zu uns.
Ob Alen Halilovic zurückkehr? Ich denke nicht. Er wird den Verein verlassen, bzw nicht zurückkommen. Christian Titz hat gesagt, er würde es gerne mit ihm mal versuchen, aber der Spieler will nicht. Zwei Anmerkungen dazu: Ich glaube, für Alen wäre es gut könnte er etwas runterfahren, sich etwas erden und dann unter einem Trainer wie Titz mit einem Fußball wie er spielen lässt, ein bisschen von vorne anfangen. Das würde seiner Karriere sicherlich gut tun. So wie es Sandro Wagner auch gut getan hat, als er in Darmstadt war. Der zweite Punkt ist, ich traue ihm diesen Neuanfang nicht zu, ich traue ihm nicht zu, daß er clever genug für einen solchen Schritt ist. Und deshalb bin ich erleichtert, daß er augenscheinlich nicht mehr bei uns spielen möchte.

Es wird seit Jahren immer von Umbruch geschrieben, aber diesmal werden wir wirklich einen Umbruch in der Mannschaft erleben.
Der Charakter der Mannschaft verändert sich. Es bleiben nur Spieler die bereit sind, den Weg mit dem HSV zu gehen.
Spieler wie Hahn, Waldschmidt, Kostic und Ekdal verlassen uns, bzw haben den Verein schon verlassen.
Spieler, die nicht mehr zum Verein passen, wie unser guter alter Dennis Diekmeier oder einige andere müssen gehen.
Faule Äpfel werden aussortiert, Walace zB geht für 6 Mio nach Hannover.
Und dafür kommen neue Spieler dazu.
Ich habe bei der ganzen Geschichte ein sehr gutes Gefühl.
Sakai hat am letzten Spieltag bereits bekundet, daß er bleibt. Holtby und Hunt bleiben auch.
Ich bin mir sicher, gerade die beiden letztgenannten könnten woanders mehr verdienen.
Damit entsteht ein Novum, das wir beim HSV bisher nicht kennen: Die Spieler bleiben, weil wir der HSV sind und nicht, weil wir am meisten zahlen.
Die Identifikation ist größer als in den letzten 10 Jahren.
Und die Jungs scheinen gut zusammenzupassen.
Schau ich mir die Trainingseinheiten, das Auftreten der Mannschaft an, dann sehe ich ein Team, das Lust hat zu spielen.
Es ist nicht der Job, der notwendigerweise gemacht werden muß, sondern sie haben Spaß.
Sie freuen sich, daß es wieder losgeht.
Die Körpersprache ist anders, sie haben Lust, mit dem Ball was zu machen.
Alle sind fit aus dem Urlaub zurückgekommen (ausser Janjicic).

Der Kader scheint mir auch sonst gut zusammengestellt.
Wir haben eine Achse von Spielern, die die Führung übernehmen werden. Wer das ist, das kann man jetzt schon feststellen: Pollersbeck, Gideon Jung, Go Sakai, Christoph Moritz, Lewis Holtby und Aaron Hunt.
An diesen Spielern werden sich die anderen orientieren können, sie werden der Anker in unserer Mannschaft sein, an ihnen können die jungen Spieler wachsen.
Viele Fans haben die Vertragsverlängerungen von Holtby, Hunt und Sakai kritisiert. Mit den Absteigern, die sich über Jahre die Taschen vollgemacht haben, sollte man nicht verlängern. Ich freue mich. Sie haben Qualität, sie sind hochmotiviert und sie sind erfahren.
Nur mit jungen Spielern würde man Schiffbruch erleiden.

Hinten im Tor ist Pollersbeck die unumstrittene Nr.1.
Er genießt das volle Vertrauen von Titz, das kann man ruhig wörtlich nehmen.
Und „Libero“ Julian, der von hinten das Spiel mit aufbaut, zahlt das mit Leistung zurück.
Mit Mickel und Behrens haben wir auf dieser Position anständigen Ersatz.

In der Abwehrreihe spielen wir mit Santos, van Drongelen, Jung und Sakai.
Mit 23 Jahren recht jung und trotzdem qualitativ nicht schlecht.
Dazu Vagnoman, Bates, Ambrosius und Knost.
Auf der einen 6, mit der wir spielen, haben wir Steinmann, Moritz und Janjicic (wenn er sich zusammenreißt).
Vorne im Zentrum stehen Holtby, Hunt, Ferati und Kwarteng.
Außen spielen wir mit Ito, Jatta, Narey (den wir heute aus Fürth verpflichtet haben) und Drawz.
Vorne in der Mitte finden wir wohl Lasogga, Arp und Wintzheimer.
Die beiden letzteren scheinen sich gut zu verstehen.
Zumindest ist das mein Eindruck.
Unterm Strich ist das ein anständiger Zweitligakader. Trotzdem denke ich, wird man versuchen, ihn hier und da noch zu verbessern.
Außerdem ist der Kader mit 25 Spielern bisher etwas dünn besetzt. Aber weitere Spieler werden erst gekauft, wenn wir auch wieder Einnahmen aus Verkäufen haben.

Mit Kostic, Ekdal, Papadoupolos und Wood haben wir noch 4 Spieler, die ein bisschen Geld in die Kasse spülen könnten.
Ich schätze die Einnahmen auf ca 15 Mio, wovon die Hälfte wohl wieder reinvestiert werden würde.
Auch wird man versuchen, ein passendes Leihgeschäft zu tätigen. Ich bin also durchaus optimistisch.
Der Wiederaufstieg ist möglich und sollte auch anvisiert werden
Köln ist der klare Favorit, dann kommen wir, dann kommt der Rest der Liga. Zumindest nach der Kostenlage auf dem Papier.
Und so sollten wir am Ende auch ins Ziel rollen.
Einige meinten, wir sollten der Mannschaft den Druck des Wiederaufstiegs nicht aufbürden.
Dazu möchte ich ein paar Worte sagen: Druck ist an sich nichts Schlimmes.
Er trägt dazu bei, daß wir Höchstleistung bringen.
Wir betreiben Leistungssport, da kommt man nicht ohne Druck aus.
Andere Mannschaften haben auch Druck.
Sei es der Abstiegskampf, der Aufstieg, der Kampf ums internationale Geschäft usw., usw.
Man kommt im Fußball nicht ohne Druck aus.
Wichtig ist, daß man sich die richtigen Ziele setzt.
Jarchows Platz 6 war wahnwitzig. Ein sofortiger Wiederaufstieg ist es dagegen nicht. Die Mannschaft dafür haben wir. Das Ziel zu erreichen wird jedoch nicht einfach.
Die gesamte Liga wird uns jagen. Je stärker der Gegner, desto süßer der Sieg.

Dann muß man sich auch erst an die Spielweise in der 2. Liga gewöhnen. Auch das wird nicht einfach. Aber einfach kann jeder.
Am Freitag wird der Spielplan präsentiert. Ich bin gespannt, wer die ersten Gegner sind. Mir ist es relativ egal, viele andere haben schon ihre speziellen Wünsche. Ich wünsche mir eigentlich nur, daß es bald wieder losgeht.
Nur der HSV (fb)

P.S.:Kühne. Tja, was soll man sagen? Eigentlich nichts. Es langweilt inzwischen. Also belassen wir es dabei.

Zweite Liga und nu?

Tja, es ist so weit, wir sind abgestiegen. Wie geht es mir nun? Irgendwie komisch. Es ist eine ganz seltsame Situation.

Als Wolfsburg das 3:1 geschossen hatte, da wusste ich, es ist vorbei.
Auch die Fans im Stadion wussten es. Sie haben dann etwas ganz Besonderes gemacht, sie haben „Mein Hamburg lieb ich sehr“ angestimmt. Das ganze Stadion hat gesungen … und ich hab vor dem Fernseher mit Gänsehaut auf den Armen gesessen und Rotz und Wasser geheult.
Das war der Moment, in dem es raus musste.

Ansonsten habe ich den Abstieg bisher gut verkraftet, denn auch wenn ich immer noch optimistisch war, mit jedem Punktverlust von uns, mit jedem Punktgewinn unserer Konkurrenten, wuchs die Wahrscheinlichkeit, daß es uns in diesem Jahr trifft.

Den emotionalen Tiefpunkt haben wir aber eigentlich schon viel früher erlebt.
Das Spiel gegen Mainz und die Klatsche gegen Bayern, die letzten beiden Spiele unter Bernd Hollerbach, das war für mich der Tiefpunkt.

Bernd Hoffmann hat anscheinend ähnlich empfunden und gehandelt. Und dadurch hat er den Weg für Christian Titz frei gemacht.
Und mit Titz kam der Aufschwung.

Die Spielweise von Titz war überraschend. Wir haben Fußball gespielt, wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr.
Dabei ist uns Fans das Herz aufgegangen und wir haben erst dadurch gemerkt, wie sehr uns das gefehlt hat.
Und dieser Fußball hat auch den Nerv von vielen anderen Fans getroffen.
Wenn sie bislang sagten „erlöst uns doch endlich mal von diesem HSV“ waren ihre Worte mehr und mehr „schade, daß dieser HSV jetzt die Liga verlassen muß“.

Der HSV geht erhobenen Hauptes

Als alles mehr und mehr auf das Ende zulief, wurde der Schulterschluß zwischen Mannschaft und Fans immer enger.
Andere wurden nervös, haben sich zerstritten… wir haben den Schulterschluß gesucht.
Haben die Mannschaft voll und ganz unterstützt.
Und auch vor und während des Spiels hat sich der gesamte HSV von seiner besten Seite gezeigt.
Bis auf ein paar Idioten.
Kinder, die sauer waren, weil wir nicht an die alten, an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen konnten … die sie selbst aber nie erlebt haben.
Kinder, deren Empathie von der Tapete bis zur Wand reicht, die den magischen Moment mit ihren Pyroaktionen zerstört haben.
Es war, als würde man auf einer Beerdigung einen Böller in die Menschenmenge werfen … pietätlos.

Aber ich denke lieber an die anderen Fans, an den Moment vorher, als das Stadion mit seinem Gesang die Gladbacher verstummen ließ.
Als die Fußballer unten auf dem Feld sich den Ball nur noch alibimäßig zugeschoben haben, weil ihnen klar war, das ist ein ganz besonderer Moment.
Und ich denke an den Moment, wo sich das Stadion zum Applaus erhoben hat, um die Mannschaft zu feiern, die in den letzten Wochen alles versucht und uns viel Freude mit ihrem Fußball bereitet hat.

Der Verein macht im Moment vieles richtig.
Das Marketing trifft die Gefühle der Fans (was in Köln wohl nicht so geklappt haben soll).
Mit Titz wurde der Vertrag verlängert, es wurden viele Jugendspieler mit Profiverträgen ausgestattet (und das nicht nur pro forma, sondern damit sie Teil der Mannschaft werden). Es wurden junge Talente verpflichtet und man will alte erfahrene Spieler halten, aber nicht zu jedem Preis … es zeichnet sich ab, daß wir eine junge hungrige Mannschaft, gespickt mit einigen guten Führungsspielern bekommen werden.

Die Fans honorieren das. Seit Abpfiff sind über 3000 Mitglieder neu in den Verein eingetreten … Wahnsinn. Die Stimmung ist seltsamerweise so gut, wie schon lange nicht mehr. Wohl auch deshalb, weil wir noch gar nicht realisiert haben, was es wirklich heißt, 2.Liga.
Das fängt an mit den Anstoßzeiten, die nicht immer optimal sind. Es geht weiter mit der Berichterstattung, die in der zweiten Liga doch oft recht stiefmütterlich ist. Und an vielen Kleinigkeiten merkt man, wir sind nicht mehr erste Liga. Und das tut dann doch weh.

Und darum sollten wir uns hier gar nicht erst häuslich einrichten und allen von Anfang an klar machen, wir sind nur zu Besuch.
Und das meine ich nicht hochnäsig in Richtung der Gegner, sondern das meine ich als Kampfansage, oder sagen wir lieber Ansporn, an unsere Mannschaft und an alle Verantwortlichen.
Das hat auch nichts mit Demut oder Hochmut zu tun.
Wir sind nunmal mit Köln zusammen der Krösus und Favorit.
Das ist so.
Und da kann es dann auch nur eine Zielsetzung geben: sofortiger Wiederaufstieg. Daran führt kein Weg vorbei. Denn wenn wir wirklich den Umbruch wollen, dann muß dieser erstmal im Kopf stattfinden.
Allein mit Demut gewinnt man keine Spiele.
Also muß es heißen, daß wir in Zukunft versuchen müssen, mit allen Mitteln JEDES Spiel zu gewinnen.
Und wenn wir in der zweiten Runde des Pokals nach München zu den Bayern reisen müssen, dann will ich sehen, daß die Mannschaft alles tut, um das Spiel zu gewinnen.
Das muß unser Anspruch sein. Und haben wir diesen Anspruch nicht, dann wird es schwer, denn auch in der zweiten Liga spielt man Fußball.

Aber erstmal denken wir noch an die Zeilen, mit denen wir unseren Abstieg besiegelt haben und die ich in einem Jahr wieder singen möchte, wenn wir wieder aufgestiegen sind

Mein Hamburg lieb ich sehr
sind die Zeiten auch oft schwer,
weiß ich doch, hier gehör ich her!
Hier, wo ich geboren bin,
wo ich spielte schon als Kind,
in den Straßen die mein Zuhause sind!

(fb)

Vorschau #SGEHSV

Halbfinale

Die Freude ist groß.
Aber Christian Titz hat recht, es ist noch nichts erreicht. Wir sind durch unsere Situation quasi im KO-Spiel-Modus. Wir müssen gewinnen, sonst sind wir wahrscheinlich weg vom Fenster. Darüber später mehr.

Ich höre immer wieder, daß Bernd Hoffmann sich mit der Bestellung der neuen Vorstandsposten zu viel Zeit lässt, es sei ein Vakuum an der Spitze, das dringend gefüllt werden müsse.
Ich sehe es nicht so eng.
Allerdings wird immer argumentiert, daß Bernd Hoffmann ja selber gesagt hat, er hätte während seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender vermehrt darauf drängen sollen, daß der AR einen SpoDi einstellt und sich nicht so viel Zeit lässt.

Die Situation stellt sich heute aber ganz anders dar.
Die Freistellung von Bruchhagen und Todt ist gerade erst 2 Monate her und ich erwarte in etwa einem Monat die Bekanntgabe der Nachfolger.
Es war richtig die beiden freizustellen, denn in der Planung für die Zukunft hatten sie gänzlich andere Vorstellungen als der Aufsichtsrat.
Der AR liegt mit Johannes Spors, Bernhard Peters und auch Wettstein auf einer Linie, was die sportliche Philosophie des HSV angeht.

Nun sucht der AR einen Vorstandsvorsitzenden und einen Sportvorstand. Diese müssen eine gewisse Qualität haben und auch die Philosophie des HSV mit tragen. Namen möchte ich hier nicht nennen, obwohl ich so meine Vorstellungen habe, wer kommen könnte. Aber beide sind noch in ihren bisherigen Vereinen tätig.
Wir sind nicht der FCB, wir wissen uns zu benehmen.

Bis die Posten neu besetzt sind, sind deren Aufgaben auf den Rest des Staffs, wie das neudeutsch heißt, verteilt.
Und hier kommen wir zu den Unterschieden zur Situation, nach dem Ausscheiden vom damaligen SpoDi Beiersdorfer.
Erstens, der Zeitraum ist ein wesentlich geringerer.
Damals hat es fast ein Jahr gedauert, bis man den Posten zumindest provesorisch mit Basti Reinhardt besetzt hat und zwei Jahre, bis Frank Arnesen kam.
Momentan reden wir von gerade mal drei Monaten.
Zudem ist die Situation auch deshalb eine andere, weil in wichtigen sportlichen Entscheidungen auf gleich zwei Fachleute zurückgegriffen werden kann: Bernhard Peters und Johannes Spors.
Es ist also nicht ein solch großes Vakuum, wie vor 8-9 Jahren. Zwei Entscheidungen hat man ja auch schon getroffen, man hat Bates und Wintzheimer verpflichtet. Beides junge Talente, die ligaunabhängig zum HSV stoßen.
Klar hängt sicherlich noch Vieles an der Liga.
Halten wir die erste oder müssen wir doch noch runter in die zweite?

Wie gesagt, ich erwarte nach der Saison die beiden neuen Vorstände, zumindest aber den Sportvorstand.

Kommen wir zum Spiel gegen Wolfsburg:
Wir hatten zu Anfang Glück, daß Steffen seine Chance nicht macht. Über die Gesamtheit des Spiels hab ich uns aber besser gesehen und wir haben zu recht geführt, als es in die Pause ging.
Dann haben wir über Ballbesitzspiel versucht, die Wolfsburger von unserem Tor fernzuhalten.
Das hat lange Zeit gut geklappt, bis wir diesen dämlichen Freistoß gegen uns bekommen haben. Bis dahin war ich noch realtiv ruhig. Ich hatte nie den Eindruck, daß Wolfsburg uns gefährlich werden könnte.

Zum Spiel gegen Frankfurt:
Auch die Eintracht muß gewinnen, wollen sie doch schließlich noch ihre Chancen auf Europa wahren. Platz 7 müssen sie erreichen, die Konkurrenz, die um diesen Platz spielt, ist groß.

Bei der Eintracht kommen mit Prince Boateng und Rebic zwei wertvolle Spieler zurück in den Kader.
Das ist nicht gut.
Dann haben sie zwar eine Strecke mit verlorenen Spielen hinter sich, sehen aber, wie gesagt, im Spiel gegen den HSV die letzte Chance auf Europa.
Die Fans werden sie anpeitschen. Und wenn den Frankfurtern die Mittel ausgehen, werden sie mit (übertriebener?) Härte versuchen, ins Spiel zu kommen.
Es kann sein, daß es ein sehr unschönes Spiel wird.

Auf der anderen Seite gibt es den offensichtlichen Bruch zwischen Trainer und Mannschaft.
Früher eine Einheit, zwischen die kein Blatt Papier mehr passte, heute ein offenes Zerwürfnis.
Kovac ist nicht mehr voll bei der Sache. Nach der Bayernklatsche kümmerte er sich nicht um die Mannschaft, sondern ließ sich von Uli Hoeneß kroatischem Fahrer nach Salzburg zu seiner Familie fahren.
Auch hat er sich verplappert und es ist herausgekommen, daß er schon viel früher bei den Bayern unterschrieben hatte, als bisher bekannt war (schon Ende März).
Das alles kommt nicht gut bei der Mannschaft an.
Boateng und einige andere Spieler haben schon Abwanderungsgedanken, der Laden implodiert gerade.

Trotzdem weiß man nicht, ob sie für dieses eine Spiel nicht noch mal einen Burgfrieden schließen, um Europa nicht zu verspielen.
Es wird ein verdammt hartes Spiel, das unseren Jungs alles abverlangen wird.

Und, tadah … Nicolai Müller ist wieder im Kader! Das ist einen Geschichte, die mich besonders freut.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Frankfurt der richtige erste Gegner für ihn ist, wie gesagt, ich erwarte ein hartes Spiel.
Aber wir fahren mit 19 Spielern nach Frankfurt, es kann also sein, daß er noch im letzten Moment gestrichen wird. Der Kader umfasst für ein Spiel ja nur 18 Mann.

Und wir sind in unserer Situation zudem auch noch darauf angewiesen, daß die anderen „mitspielen“.
Mainz spielt in Dortmund, Freiburg in Gladbach (die leider unter Sperren und Verletzungen zu leiden haben).
Wolfsburg spielt gegen RaBa Leipzig, die am Sonntag gegen Mainz einen Grottenkick abgeliefert haben und denen Orban und Keita fehlen.
Hoffentlich verlieren sie alle.
Am wichtigsten wäre es, daß Wolfsburg verliert. Wenn wir gleichzeitig gewinnen, dann haben wir am letzten Spieltag alles in eigener Hand.
Das wäre psychologisch mehr als wertvoll.
Also, es bleibt aufregend beim HSV (fb)

Der Verein gibt die Philosophie vor

Als Reaktion auf zahlreiche Diskussionen der letzten Tage möchte ich noch eines vertiefen:
 
Der Verein gibt die Philosophie vor!
 
Wir sind jetzt alle begeistert, dass wir plötzlich ansehnlicheren Fußball beim HSV sehen.
Wie kommt es dazu, daß wir gerade jetzt diesen Fußball spielen?
Vordergründig mag man sagen, das liegt an Titz.
Schließlich ist er der Trainer, der so spielen lässt.
Wenn man sich das Ganze aber genauer betrachtet, dann stellt man fest, daß die Gründe dafür tiefer liegen.
 
Nach der Ausgliederung ist Didi VV geworden.
Er hat Knäbel als SpoDi und vor allem Peters als Direktor Sport installiert.
Alle drei haben zusammen ein Konzept entwickelt, wie man beim HSV Fußball spielen lassen will.
In der Jugend hat man dieses Konzept entwickelt, es sollte schon länger auch in den Profibereich übernommen werden.
Da man aber immer mit dem Rücken an der Wand stand und ausserdem die Trainer (Bruno und Gisdol) in ihrer TrainerDNA für einen anderen Fußball standen, hat man es nicht riskiert.
Erst jetzt, nachdem man gemerkt hat, mit dem bisherigen Fußball gewinnen wir keinen Blumenpott mehr, geschweige denn irgendwelche Spiele, hat man es umgesetzt.
Eine Art alles oder nichts, wohlwissend, ein „weiter so“ bringt den garantierten Abstieg.
Man hatte nichts mehr zu verlieren.
Bruchhagen war dagegen, also musste er gehen.
 
Das, was wir jetzt unter Titz sehen, ist das Ergebnis langjähriger Arbeit der sportlichen Führung des HSV, unter der Leitung von Bernhard Peters.
 
Somit lässt Titz zwar diesen Fußball spielen, aber auch nur, weil er gezielt für diesen Fußball ausgesucht und ausgebildet wurde.
Es ist anzunehmen, daß wir, wenn Christian Titz kein Trainer mehr beim HSV ist, trotzdem weiterhin diesen Fußball sehen und der Trainer entsprechend dazu ausgesucht wird.
Wir werden somit das erfüllen, was viele immer wieder gefordert habe: der Verein gibt die Philosophie vor, der Trainer setzt sie um.
Auch der Spielerkader wird nach den erforderlichen Kriterien zusammengestellt.
 
Dieses Wissen lässt mich ruhiger schlafen, als all die, die sich Sorgen machen, daß Christian Titz nach der Saison nicht mehr unser Trainer sein könnte.
Es heißt also nicht so sehr „In Titz we trust“, sondern eher „in Peters we trust“.
Immer wieder wird kolportiert, daß Bernd Hoffmann unbedingt einen großen Namen auf dem Trainerposten sehen möchte.
Nein, Namen sind ihm egal. Es sollen die Besten, die zum HSV passen, kommen.
Und im Moment ist Christian Titz das Beste, was dem HSV passieren konnte (fb)

Vorschau #HSVS04

Moin
Viel diskutiert wird ja die Frage, ob Christian Titz unser Trainer bleiben soll, oder nicht. Teilweise wird sogar recht heftig diskutiert. Um diese Frage zu beantworten, muß man ein klein wenig ausholen.

Wir haben bisher ein System gespielt, das bedeutete, daß wir durch Pressen den Ball erobern wollten, den dann schnell nach vorne bringen und vorne hilft der liebe Fußballgott.
Also ein System das sehr gegen den Ball ausgerichtet war.
Vor einigen Jahren war das noch (mäßig) erfolgreich, aber in dieser Saison machen das fast alle Mannschaften mit mehr oder weniger gutem Erfolg.
Und weil alle gegen den Ball arbeiten, kann keiner mehr was mit ihm anfangen.
Und so spielen die erfolgreich, die zwar wie alle anderen auch gegen den Ball arbeiten, aber doch zumindest ein bisschen was damit anfangen was können.
Übrigens ist das in der zweiten Liga nicht viel anders.

Das kann nicht so weitergehen, die Vereine müssen sich was einfallen lassen.
Man braucht eine Art Innovation, um aus dieser Spirale rauszukommen.
Innovation ist zwar hier in diesem Fall sehr, sehr großzügig ausgelegt, aber passt trotzdem irgendwie.

In unserer Jugend spielen wir mehr Fußball und weniger gegen den Ball.
Und das ganz bewusst.
Auf der einen Seite um die Spieler möglichst gut auszubilden, auf der anderen Seite, weil es der Plan war, dieses System mittelfristig auch in den Profifußball zu übernehmen.
Weil dort aber keine gute Arbeit geleistet wurde und wir immer wieder mit dem Rücken an der Wand standen, hat man sich auf seine „Stärken“ konzentriert: Gegen den Ball arbeiten, den langen Hafer nach vorne und da sollte dann, wie bereits gesagt, der liebe Gott helfen.

Durch die Entlassung Hollerbachs und das Hochziehen von Titz hat man das neue System im Profifußball Einzug halten lassen.
Das hat mehrere Gründe: Einerseits haben wir es unseren Gegnern bisher zu einfach gemacht.
Man musste sich nur hinten reinstellen und schon hatten wir keine Chance.
Also mussten wir was ändern.
Der nächste Punkt ist, wir mussten die Mannschaft fordern und damit auch ein Stück weit ablenken, um ihnen auch wieder ein bisschen den Spaß am Fußball zu bieten. Und wir mussten den Konkurrenzkampf neu entfachen. Also hat man der Mannschaft ein neues Konzept an die Hand gegeben, das für HSV-Verhältnisse geradezu revoutionär ist: Fußball spielen.
Damit der Umbau schneller vonstatten gehen kann, hat Christian Titz viele junge Leute hochgezogen. Diese jungen Leute heizen den Konkurrenzkampf an und vor allem verstehen sie, was der Trainer von ihnen will. Schließlich spielen sie schon länger so.

Die Spieler hatten also Konkurrenzkampf und sie wurden gefordert, ihre Fähigkeiten zu verbessern und sie wurden zudem vom Abstiegskampf abgelenkt.

Wir erleben nun einen HSV der Fußball spielt, der auch die Fans begeistert.
Für Schalke werden wir nahezu ausverkauft sein, weil die Fans das Konzept mit Spannung begleiten.
Die Fans sind neugierig, ihnen gefällt was sie sehen, obwohl erst ein Punkt dabei rübergekommen ist.
Das System ist in der Lage, auch tiefstehende Gegner in Bedrängnis zu bringen. Noch sieht man davon nicht viel, aber es wird besser.

In der Sommerpause laufen 10 Verträge, teils mit sehr prägenden Spielern aus (von den Gehältern wollen wir mal nicht schnacken).
Einige Spieler werden uns verlassen, obwohl sie noch Vertrag haben.
Mathenia wird sehr wahrscheinlich nach England gehen, Walace ist quasi schon weg, Wood hat auch angedeutet, daß er den Verein verlassen möchte.
Und falls der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, daß wir für die zweite Liga planen müssen, werden noch mehr Spieler gehen.

Also, folgende Situation: Wir haben einen Kader, der das erste Mal seit Jahren einen Umbruch erleben wird, der dem Namen auch gerecht wird.
Wir müssen ein System spielen, das auf Fußball spielen fußt.
Wir haben ein solches System im Verein installiert. Wir haben im Moment mit Christian Titz einen Trainer, der dieses System beherrscht.

Die Folge kann nur sein: Egal in welcher Liga wir spielen, wir müssen jetzt Spieler holen, die fußballerisch gut genug sind, um spielen zu können.
Und wir brauchen einen Trainer, der Fußball spielen lassen kann.
Auch der neue Sportvorstand muß das auf seiner Agenda stehen haben. Ansonsten ist es der falsche.

Wir sind klamm, wir haben nicht viel Geld.
Sowohl Wettstein als auch Bernd Hoffmann betonen, daß die Lizenz nicht in Gefahr ist.
Ich glaube ihnen das. Trotzdem haben wir kaum Geld.
Machen wir aus der Not eine Tugend: spielen wir Fußball.
Die Anderen spielen entweder gegen den Ball oder sie haben einen solch guten Kader, daß sie eh ausser Reichweite sind.
Machen wir uns zum Ausbildungsverein.
Dazu benötigen wir einige gute, charakterstarke Spieler als Gerüst und füllen den Rest der Mannschaft mit guten jungen Spielern auf, die sich fußballerisch weiterentwickeln wollen.
Also keine Spieler wie Kostic, Hahn oder Halilovic kaufen, sondern unser eigenen Talente, plus einige junge Talente als Ergänzung zum Kader.
Unter Umständen können wir auch Spieler mit einer gewissen Qualität ausleihen.

War es bisher immer so, daß wir Spieler mit „Schmerzensgeld“ davon überzeugen mussten, hier in Hamburg zu spielen, locken wir sie mit einer guten Ausbildung.

Und das garantiert dann Christian Titz zwar nicht den Job für die nächste Saison, aber immerhin werden wir einen Trainer haben, der das Konzept mitträgt. Ein Jos Luhukay, der zwar als Aufstiegsgarant gilt, wird es nicht werden.

Kommen wir zum Spiel.
Schalke wird sich unsere letzten beiden Spiele genau angesehen haben. Ich bin mir sicher, Tedesco wird sich was für uns überlegt haben.
Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, daß man dazu neigt, uns zu unterschätzen, daß die Spieler schon das Derby im Hinterkopf haben.
Zudem müssen sich fünf Spieler der Knappen auch ihre Gedanken darüber machen, daß sie keine Gelbe bekommen dürfen, weil sie sonst gegen Dortmund gesperrt wären.

Bei uns wird Papa wohl den Platz von Jung, neben Stephan Ambrosius einnehmen. Und auch vorne testet der Coach einiges aus. Gestern hat Waldschmit in der Viererreihe hinter der Spitze gespielt und Hunt war im Sturm zu finden.
Was hat Titz vor? Lässt er Hunt im Sturm? Will er das trainieren, damit man im Spiel rochieren kann? Oder hat Hunt einfach nur den Platzhalter für Arp gespielt?
Wir werden es sehen. Eines ist sicher, Schalke ist fällig. Also: Nur der HSV (fb)

Vorschau #VfBHSV

Und schwupps ist die Länderspielpause vorbei und ich hab noch keinen Blog geschrieben. Aber noch bin ich rechtzeitig.

Was ist passiert? Wir haben drei „Problemspieler“, sollten aber jeden Fall getrennt betrachten.
Fall 1 ist Walace.
Nachdem er in der Hinrunde schon gezickt hat und zu spät aus der Winterpause zurück gekommen ist, hat er sich geweigert unter Titz in die IV zu rücken. Also hat unser Trainer ihn im Kader nicht berücksichtigt. Statt auf der Tribüne mit dem Team zu fiebern, blieb er lieber zu Hause und postete Bilder auf Instragram. Daraufhin hat Titz ihn zur zweiten Mannschaft beordert. Letztes Wochenende hatte man beschlossen, nochmal mit ihm reden zu wollte, was wohl eine Rückkehr in den Profikader bedeutet hätte. Was macht er, er schwänzt das Training der Zweiten, fliegt nach Mailand und postet feine Bilder von sich.
Mehr Provokation geht kaum. Also Geldstrafe und er bleibt in der Zweiten. Am Spielbetrieb kann er nicht teilnehmen, denn er ist kein Spieler aus einem EU-Land.

Fall 2: Dort trifft man auf einen alten Bekannten. Mergim Mavraj wurde in die zweite Mannschaft versetzt.
Offiziell aus sportlichen Ggründen. Nun, seine Leistung war in der Rückrunde eher dürftig, trotzdem kann ich das nicht so recht glauben. Ich bin mir sicher, da ist intern irgendwas vorgefallen. Er wäre aber spielberechtigt, denn er hat neben der albanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Schließlich ist er in Deutschland geboren und aufgewachsen.

Und der Fall 3, Papa.
Papa hat sich nach dem Spiel gegen die Hertha öffentlich beschwert, daß er nicht gespielt hat. Nein, so ganz trifft es das auch nicht, er hat den Trainer kritisiert, daß dieser nur auf die jungen Spieler gesetzt hat, statt auf die abstiegskampferfahrenen Spieler.
Nun, er hat nicht ganz Unrecht. Nur die Jugend, das läuft nicht. Sie brauchen Spieler, die ihnen in genau solchen Situationen, wie der zweiten Halbzeit gegen Hertha, Halt geben.
Auf der anderen Seite kann ich Titz auch verstehen, denn er setzt auf passsichere Spieler, die das Spiel von hinten mit flachen kurzen Pässen aufbauen können. Eine Fähigkkeit die für seine Spielphilosophie unabdingbar ist.
Und genau da hat zB Papa seine Probleme. Wir haben gegen die Hertha nicht einmal den Ball von hinten nach vorne gepöhlt, sondern immer die spielerische Lösung gesucht. Ich bin mir sicher, Papa hätte schon allein aus Gewohnheit auch lange Bälle gespielt.
Nach seinen Aussagen fuhr er zur Nationalmannschaft. Als er wieder in Hamburg war, hat man sich zusammengesetzt. Er hat sich entschuldigt und eingesehen, daß es nicht ok war. Als Entschuldigung der Mannschaft gegenüber hat er alle zum Essen eingeladen.

Walace hätte ich persönlich noch härter bestraft. Was er tut, kann nicht angehen. Wir bezahlen viel, viel Geld dafür, daß er bei uns Leistungssport betreibt. Und er gibt nichts zurück. So eine verwöhnte Göre müsste im Grunde mal einen „an de Flutz“ kriegen, damit er rafft, was Sache ist.
Aber das kann man ja leider nicht machen. Ich wünschte mir, wir hätten genug Geld, ihn zumindest für den Rest seiner Vertragslaufzeit auf die Tribüne zu setzen.
Aber das geht nicht, und das weiß er auch ganz genau.
Was Mergim angeht, da kann ich es nicht beurteilen, ob der Schritt richtig und angebracht ist.
Und bei Papa finde ich es ok, wie der Verein reagiert hat. Papa ist ein emotionaler Typ. Genau deswegen haben wir ihn doch geholt. Ich hab das Gefühl, er hat in der Länderspielpause über sein Verhalten in Ruhe nachgedacht, hat erkannt, dass sein Verhalten nicht ok war und ich hoffe, er stellt sich jetzt voll in den Dienst der Mannschaft. Nimmt er diese Rolle an, dann kann er selbst dann sehr wertvoll sein, wenn er nicht auf dem Feld steht.

Auf jeden Fall merken die Spieler jetzt, es weht ein anderer Wind im Volkspark. Nicht mehr Bruchhagen und Todt, sondern Titz, von Heesen, Peters und Wettstein.
Alles Leute, die sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen.
Ich hatte erst Sorgen, aber diese differenzierte Betrachtung der Fälle hilft sicherlich, um sich den nötigen Respekt in der Mannschaft zu verschaffen, ohne groß auf Angst zu setzen. Im Moment sieht es danach aus, dass Titz Sieger der Auseinandersetzungen ist.

Das Spiel gegen Stuttgart: Papa ist nicht im Kader. Das hat aber nicht mit seiner Disziplinlosigkeit zu tun, sondern er ist angeschlagen von der Nationalmannschaft wiedergekommen.
Albin Ekdal ist auch noch nicht fit genug, um spielen zu können. Er war wieder im Training, hatte aber Anfang der Woche erneut Schmerzen im Gelenk und musste einen Tag pausieren.
Und auch Wood wird nicht im Kader sein. Nach seinem Tor bei der Nationalmannschaft ist er nicht fit zurückgekommen.
Einerseits der Jetlag, andererseits ist er auch körperlich angeschlagen (Knie?). Holtby war ebenfalls angeschlagen, ist aber im Kader. Gleiches gilt für Ito, der in Paraguay für Japan, als U23-Nationalspieler, an einem Vier-Länder-Tunier teilgenommen hat.
Auch er war angeschlagen und stand auf der Kippe.
Hahn ist wieder dabei, dafür spielt Jatta bei der Zweiten. Dennis sitzt auf der Tribüne. Mit dabei ist ein weiterer Jüngling. Der 19jährige Stephan Ambrosius hat so gut trainiert, daß es Leute gibt, die ihm sogar einen Startelfeinsatz zutrauen.

Spielen werden wir wieder in einem 4-1-4-1. Steinmann ist auf der 6 gesetzt, Poller im Tor und die linke Seite besteht aus Santos und Kostic.
Der Rest muß sich zeigen.
Waldschmidt soll gut trainiert haben und einige sehen ihn vorne im Sturm.
Dahinter vermute ich Holtby und Hunt, auf rechts Ito, wenn er fit genug ist, vielleicht auch Hahn, der spielerisch zwar nicht ganz so gut ist, aber zu Insua passen würde. Ito würde dann eingewechselt werden, vermute ich. Gespannt bin ich auf die Innenverteidigung.

in Stuttgart macht Korkut ja wider Erwarten einen guten Job. Viele hatten ihm ja gar nichts zugetraut.
Er setzt in erster Linie auf die alten Recken, die Jungen bleiben tendenziell eher auf der Bank. Damit gewinnt die Mannschaft Sicherheit.
Und vorne profitiert er von Gomez, Thommy und Ginczek. Offiziell spielt man mit einem 4-4-2, aber praktisch gesehen ist es, zumindest bei Ballbesitz eher ein 4-3-3. Interssant finde ich das neue „magische Dreieck“. Thommy, Ginczek und Gomez harmonieren recht gut und rotieren immer hin und her.
Das erfordert hohe Konzentration von unseren Abwehrspielern.
Und wir sollten versuchen, nicht in Rückstand zu geraten. Dann mauert Stuttgart gerne. Kommen wir in den Stuttgarter Strafraum, könnten wir davon profitieren, daß die Abwehr umgestellt werden muß.

Köln, Wolfsburg und Mainz haben schwere Aufgaben (leichte gibt es eh nicht für Kellerkinder). Läuft es gut, dann könnten wir auf 4 Punkte an Mainz und Wob ranrücken. Aber dazu müssen wir erstmal gewinnen. Und das wird nicht leicht, liegt der VfB doch in der Rückrundentabelle auf Platz drei. Aber nichts ist unmöglich. Nur der HSV (fb)

Der Muff verschwindet

Nach dem wenig inspirierenden Spiel unter Hollerbach hat Titz gegen Berlin ganz anders spielen lassen. Es war eine richtige Augenweide, unseren Jungs dabei zuzusehen, wie sie Fußball gespielt haben.
Wir haben uns Chancen erspielt, die ausnahmsweise mal nichts mit Zufall zu tun hatten, sondern genauso geplant waren.
Pollersbeck hat bei uns den Libero gespielt und in der Mitte der letzten Reihe die Bälle verteilt. Ruhig und abgeklärt am Ball, und im Kasten war er auch nicht schlecht.
Wenn man sich das Spiel anschaute, dann sah man, wie die Spieler ständig dabei waren, Dreiecke zu bilden. Jeder Spieler hatte so immer zwei Anspieloptionen. Das muß für einige vollkommen neu gewesen sein, denn oftmals hatten sie unter anderen Trainern noch nicht mal eine.
Und in das Tor von Santos hab ich mich ein bisschen verliebt.
Matti Steinmann leitet mit seiner sehr guten Spielübersicht den Spielzug ein, nachdem man den Gegner auf die rechte Seite gelockt hat. Einige kurze Pässe später spielt Kostic den Ball durch die Gasse auf Santos, den man auf diese Weise freigespielt hat. Und er verwandelt den Ball auch noch. Zum mit der Zunge schnalzen..
Das war nicht mehr mein HSV.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das. Wir kamen ängstlich aus der Kabine, Berlin presste höher und so kamen wir ins Straucheln. Die Pässe kamen nicht mehr so gut, das war der Knackpunkt, so bekamen wir kaum Entlastung.

Mich ärgert das 1:1 am meisten.
Erst darf Plattenhart unbedrängt flanken und dann lässt Holtby seinen Gegenspieler Lazaro alleine davonlaufen.
Zwei individuelle Fehler, die uns auf die Verliererstrasse brachten.
Das zweite Tor war einfach gut gemacht, sowohl von Meier, der sich gegen 3 Hamburger gut durchsetzen kann, als auch von Kalou, der genau im richtigen Moment den Laufweg kreuzt, so dass Sakai ihn kurzfristig aus dem Blick verliert.
Danach war die Messe gelesen, Hertha stellte sich hinten rein und wenn sie etwas können, dann ist es verteidigen mit Mann und Maus.

Daß wir nach dem Foul an Waldschmidt mal wieder keinen Elfmeter bekommen haben, zieht sich inzwischen auch schon wie ein roter Faden durch die Saison.

Auch wenn wir verloren haben, das Spiel war erfrischend.

Überhaupt muß man sagen, die Stimmung beim HSV ist wesentlich frischer geworden, seit man das Trio Bruchhagen, Todt, Hollerbach entlassen hat. Hoffentlich hält das an, hoffentlich verfällt man nicht wieder in den alten Trott.

Schon 2007 sagte Axel Formeseyn, der HSV sei nicht sexy.
Das hab ich damals nicht so empfunden.
Allerdings hat der HSV für mich dieses Attribut verloren, als Ertel, Hunke & Co in den AR kamen.
Ein schwacher Aufsichtsrat, der nichts Besseres zu tun hatte, als schnellstmöglich einen schwachen Vorstand zu installieren.
Auch der kompetente Frank Arnesen wurde schnell wieder rausgedrängt.
Man musste ja schließlich nicht 1000mal die Linie hoch- und runtergelaufen sein, um etwas von Fußball zu verstehen.
Diese Selbstüberschätzung vieler Leute beim HSV hat uns letztlich in die Lage gebracht, in der wir uns jetzt befinden. Schwache Leute, denen der ganze Verein auf der Nase rumtanzt.
Jarchow hat nie Griff auf den Verein bekommen, Didi auch nicht. Zu viele Leute haben einfach gemacht, was sie wollten.

Als Bernhard Peters in der Jugendabteilung aufgeräumt hat, war der Aufschrei groß, gechasste Trainer haben die Presse gesucht, um ihr Leid zu klagen.
Ich denke, nur das Ausmisten durch Peters hat dazu geführt, daß in der Jugendabteilung endlich wieder erfolgreich gearbeitet wird.
Dieses Ausmisten sollte Vorbild für die Arbeit in der restlichen AG sein.
Alle, die nicht mitziehen, die nicht dazu bereit sind, Leistungswillen an den Tag zu legen, sollten ihre sieben Sachen packen und gehen.
Und das gilt für jeden Bereich. Nur so erreicht man einen neuen erfrischenden HSV, einen HSV, der dann auch wieder ein bisschen sexy ist.

Bernd Hoffmann hat ja mit der Demission von Bruchhagen schon angefangen.
Todt und Hollerbach mussten ihm folgen. Man kann dazu nur sagen: Weiter so.
Auch im Kader muß auf diese Weise ausgemistet werden.
Denke ich an Papa oder Walace, die dermaßen respektlos gegenüber dem Verein agieren, kann es nur eine Trennung bedeuten.
Und das ist dann auch gut so. Gerade von Walace, der sicherlich sehr talentiert ist, müssen wir uns schon die gesamte Saison auf der Nase rumtanzen lassen.

Und auch für Michael Schroeder muß das gelten. Der Ex-HSVProfi und Mann von Uwe Seelers Nichte weigert sich laut Bild, mit Johannes Spors zusammenzuarbeiten. Mir scheint, auch hier muß ausgemistet werden.
Die ganzen Egoismen, egal ob es sich um die Scheels, Ertels und Hunkes handelt, um die Schroeders und Todts, oder um die Papas und Walaces, sie alle müssen gehen, damit der HSV wieder Erfolg haben kann. Es muß rigoros aufgeräumt werden. Ohne Rücksicht auf Rang und Namen.

Nach den Entlassungen von Bruchhagen, Todt und Hollerbach reagierte Britta Kehrhahn auf Twitter mit folgendem Tweet: „Man erfriert beim Gedanken an den #HSV Asoziale Kälte regiert diesen Verein.“

Ein Tweet, der viel über das aussagt, was beim HSV über lange Zeit wichtig war.
Man wollte menschlich sein, hat sich hintenrum aber immer nur zerstritten.
Man hat sich gescheut, Entscheidungen zu treffen, weil diese Entscheidungen auch Menschen treffen.
Verständlich, wenn man keine Weitsicht hat.
Durch die Misswirtschaft, die dadurch entstanden ist, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit in die zweite Liga absteigen.
Dann können wir uns viele Dinge nicht mehr leisten, die wir uns jetzt noch leisten.
Ein Abstieg führt zu Entlassungen im Verein. Und das nicht in dem Bereich, in dem es hunderttausende an Abfindungen gibt, obwohl man schlecht gearbeitet hat, sondern in dem Bereich, wo es Leuten an die Existenz geht.
Ist das sozial?
Nein.
Das ewige Festhalten an Leuten, die keine Leistung bringen, das ist asozial, denn das gefährdet die Arbeitsplätze vieler Leute, die auf den Job angewiesen sind.

Der Muff im Verein muß verschwinden, dann können wir auch wieder erfolgreich sein, dann spielen wir auch wieder attraktiv, dann wird der HSV auch wieder sexy. Ich bin froh, daß Bernd Hoffmann da ist, und endlich mal dafür sorgt, daß aufgeräumt wird. (fb)

ps: Gerade les ich, Lumpi Spörl, der bei uns als Scout angestellt war, muß auch gehen. Mir tut es für ihn leid, aber der Weg ist der richtige. Nicht nur das, es ist auch der einzige, wenn wir den Turnarround schaffen wollen