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Der Verein gibt die Philosophie vor

Als Reaktion auf zahlreiche Diskussionen der letzten Tage möchte ich noch eines vertiefen:
 
Der Verein gibt die Philosophie vor!
 
Wir sind jetzt alle begeistert, dass wir plötzlich ansehnlicheren Fußball beim HSV sehen.
Wie kommt es dazu, daß wir gerade jetzt diesen Fußball spielen?
Vordergründig mag man sagen, das liegt an Titz.
Schließlich ist er der Trainer, der so spielen lässt.
Wenn man sich das Ganze aber genauer betrachtet, dann stellt man fest, daß die Gründe dafür tiefer liegen.
 
Nach der Ausgliederung ist Didi VV geworden.
Er hat Knäbel als SpoDi und vor allem Peters als Direktor Sport installiert.
Alle drei haben zusammen ein Konzept entwickelt, wie man beim HSV Fußball spielen lassen will.
In der Jugend hat man dieses Konzept entwickelt, es sollte schon länger auch in den Profibereich übernommen werden.
Da man aber immer mit dem Rücken an der Wand stand und ausserdem die Trainer (Bruno und Gisdol) in ihrer TrainerDNA für einen anderen Fußball standen, hat man es nicht riskiert.
Erst jetzt, nachdem man gemerkt hat, mit dem bisherigen Fußball gewinnen wir keinen Blumenpott mehr, geschweige denn irgendwelche Spiele, hat man es umgesetzt.
Eine Art alles oder nichts, wohlwissend, ein „weiter so“ bringt den garantierten Abstieg.
Man hatte nichts mehr zu verlieren.
Bruchhagen war dagegen, also musste er gehen.
 
Das, was wir jetzt unter Titz sehen, ist das Ergebnis langjähriger Arbeit der sportlichen Führung des HSV, unter der Leitung von Bernhard Peters.
 
Somit lässt Titz zwar diesen Fußball spielen, aber auch nur, weil er gezielt für diesen Fußball ausgesucht und ausgebildet wurde.
Es ist anzunehmen, daß wir, wenn Christian Titz kein Trainer mehr beim HSV ist, trotzdem weiterhin diesen Fußball sehen und der Trainer entsprechend dazu ausgesucht wird.
Wir werden somit das erfüllen, was viele immer wieder gefordert habe: der Verein gibt die Philosophie vor, der Trainer setzt sie um.
Auch der Spielerkader wird nach den erforderlichen Kriterien zusammengestellt.
 
Dieses Wissen lässt mich ruhiger schlafen, als all die, die sich Sorgen machen, daß Christian Titz nach der Saison nicht mehr unser Trainer sein könnte.
Es heißt also nicht so sehr „In Titz we trust“, sondern eher „in Peters we trust“.
Immer wieder wird kolportiert, daß Bernd Hoffmann unbedingt einen großen Namen auf dem Trainerposten sehen möchte.
Nein, Namen sind ihm egal. Es sollen die Besten, die zum HSV passen, kommen.
Und im Moment ist Christian Titz das Beste, was dem HSV passieren konnte (fb)

Vorschau #HSVS04

Moin
Viel diskutiert wird ja die Frage, ob Christian Titz unser Trainer bleiben soll, oder nicht. Teilweise wird sogar recht heftig diskutiert. Um diese Frage zu beantworten, muß man ein klein wenig ausholen.

Wir haben bisher ein System gespielt, das bedeutete, daß wir durch Pressen den Ball erobern wollten, den dann schnell nach vorne bringen und vorne hilft der liebe Fußballgott.
Also ein System das sehr gegen den Ball ausgerichtet war.
Vor einigen Jahren war das noch (mäßig) erfolgreich, aber in dieser Saison machen das fast alle Mannschaften mit mehr oder weniger gutem Erfolg.
Und weil alle gegen den Ball arbeiten, kann keiner mehr was mit ihm anfangen.
Und so spielen die erfolgreich, die zwar wie alle anderen auch gegen den Ball arbeiten, aber doch zumindest ein bisschen was damit anfangen was können.
Übrigens ist das in der zweiten Liga nicht viel anders.

Das kann nicht so weitergehen, die Vereine müssen sich was einfallen lassen.
Man braucht eine Art Innovation, um aus dieser Spirale rauszukommen.
Innovation ist zwar hier in diesem Fall sehr, sehr großzügig ausgelegt, aber passt trotzdem irgendwie.

In unserer Jugend spielen wir mehr Fußball und weniger gegen den Ball.
Und das ganz bewusst.
Auf der einen Seite um die Spieler möglichst gut auszubilden, auf der anderen Seite, weil es der Plan war, dieses System mittelfristig auch in den Profifußball zu übernehmen.
Weil dort aber keine gute Arbeit geleistet wurde und wir immer wieder mit dem Rücken an der Wand standen, hat man sich auf seine „Stärken“ konzentriert: Gegen den Ball arbeiten, den langen Hafer nach vorne und da sollte dann, wie bereits gesagt, der liebe Gott helfen.

Durch die Entlassung Hollerbachs und das Hochziehen von Titz hat man das neue System im Profifußball Einzug halten lassen.
Das hat mehrere Gründe: Einerseits haben wir es unseren Gegnern bisher zu einfach gemacht.
Man musste sich nur hinten reinstellen und schon hatten wir keine Chance.
Also mussten wir was ändern.
Der nächste Punkt ist, wir mussten die Mannschaft fordern und damit auch ein Stück weit ablenken, um ihnen auch wieder ein bisschen den Spaß am Fußball zu bieten. Und wir mussten den Konkurrenzkampf neu entfachen. Also hat man der Mannschaft ein neues Konzept an die Hand gegeben, das für HSV-Verhältnisse geradezu revoutionär ist: Fußball spielen.
Damit der Umbau schneller vonstatten gehen kann, hat Christian Titz viele junge Leute hochgezogen. Diese jungen Leute heizen den Konkurrenzkampf an und vor allem verstehen sie, was der Trainer von ihnen will. Schließlich spielen sie schon länger so.

Die Spieler hatten also Konkurrenzkampf und sie wurden gefordert, ihre Fähigkeiten zu verbessern und sie wurden zudem vom Abstiegskampf abgelenkt.

Wir erleben nun einen HSV der Fußball spielt, der auch die Fans begeistert.
Für Schalke werden wir nahezu ausverkauft sein, weil die Fans das Konzept mit Spannung begleiten.
Die Fans sind neugierig, ihnen gefällt was sie sehen, obwohl erst ein Punkt dabei rübergekommen ist.
Das System ist in der Lage, auch tiefstehende Gegner in Bedrängnis zu bringen. Noch sieht man davon nicht viel, aber es wird besser.

In der Sommerpause laufen 10 Verträge, teils mit sehr prägenden Spielern aus (von den Gehältern wollen wir mal nicht schnacken).
Einige Spieler werden uns verlassen, obwohl sie noch Vertrag haben.
Mathenia wird sehr wahrscheinlich nach England gehen, Walace ist quasi schon weg, Wood hat auch angedeutet, daß er den Verein verlassen möchte.
Und falls der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, daß wir für die zweite Liga planen müssen, werden noch mehr Spieler gehen.

Also, folgende Situation: Wir haben einen Kader, der das erste Mal seit Jahren einen Umbruch erleben wird, der dem Namen auch gerecht wird.
Wir müssen ein System spielen, das auf Fußball spielen fußt.
Wir haben ein solches System im Verein installiert. Wir haben im Moment mit Christian Titz einen Trainer, der dieses System beherrscht.

Die Folge kann nur sein: Egal in welcher Liga wir spielen, wir müssen jetzt Spieler holen, die fußballerisch gut genug sind, um spielen zu können.
Und wir brauchen einen Trainer, der Fußball spielen lassen kann.
Auch der neue Sportvorstand muß das auf seiner Agenda stehen haben. Ansonsten ist es der falsche.

Wir sind klamm, wir haben nicht viel Geld.
Sowohl Wettstein als auch Bernd Hoffmann betonen, daß die Lizenz nicht in Gefahr ist.
Ich glaube ihnen das. Trotzdem haben wir kaum Geld.
Machen wir aus der Not eine Tugend: spielen wir Fußball.
Die Anderen spielen entweder gegen den Ball oder sie haben einen solch guten Kader, daß sie eh ausser Reichweite sind.
Machen wir uns zum Ausbildungsverein.
Dazu benötigen wir einige gute, charakterstarke Spieler als Gerüst und füllen den Rest der Mannschaft mit guten jungen Spielern auf, die sich fußballerisch weiterentwickeln wollen.
Also keine Spieler wie Kostic, Hahn oder Halilovic kaufen, sondern unser eigenen Talente, plus einige junge Talente als Ergänzung zum Kader.
Unter Umständen können wir auch Spieler mit einer gewissen Qualität ausleihen.

War es bisher immer so, daß wir Spieler mit „Schmerzensgeld“ davon überzeugen mussten, hier in Hamburg zu spielen, locken wir sie mit einer guten Ausbildung.

Und das garantiert dann Christian Titz zwar nicht den Job für die nächste Saison, aber immerhin werden wir einen Trainer haben, der das Konzept mitträgt. Ein Jos Luhukay, der zwar als Aufstiegsgarant gilt, wird es nicht werden.

Kommen wir zum Spiel.
Schalke wird sich unsere letzten beiden Spiele genau angesehen haben. Ich bin mir sicher, Tedesco wird sich was für uns überlegt haben.
Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, daß man dazu neigt, uns zu unterschätzen, daß die Spieler schon das Derby im Hinterkopf haben.
Zudem müssen sich fünf Spieler der Knappen auch ihre Gedanken darüber machen, daß sie keine Gelbe bekommen dürfen, weil sie sonst gegen Dortmund gesperrt wären.

Bei uns wird Papa wohl den Platz von Jung, neben Stephan Ambrosius einnehmen. Und auch vorne testet der Coach einiges aus. Gestern hat Waldschmit in der Viererreihe hinter der Spitze gespielt und Hunt war im Sturm zu finden.
Was hat Titz vor? Lässt er Hunt im Sturm? Will er das trainieren, damit man im Spiel rochieren kann? Oder hat Hunt einfach nur den Platzhalter für Arp gespielt?
Wir werden es sehen. Eines ist sicher, Schalke ist fällig. Also: Nur der HSV (fb)

Vorschau #VfBHSV

Und schwupps ist die Länderspielpause vorbei und ich hab noch keinen Blog geschrieben. Aber noch bin ich rechtzeitig.

Was ist passiert? Wir haben drei „Problemspieler“, sollten aber jeden Fall getrennt betrachten.
Fall 1 ist Walace.
Nachdem er in der Hinrunde schon gezickt hat und zu spät aus der Winterpause zurück gekommen ist, hat er sich geweigert unter Titz in die IV zu rücken. Also hat unser Trainer ihn im Kader nicht berücksichtigt. Statt auf der Tribüne mit dem Team zu fiebern, blieb er lieber zu Hause und postete Bilder auf Instragram. Daraufhin hat Titz ihn zur zweiten Mannschaft beordert. Letztes Wochenende hatte man beschlossen, nochmal mit ihm reden zu wollte, was wohl eine Rückkehr in den Profikader bedeutet hätte. Was macht er, er schwänzt das Training der Zweiten, fliegt nach Mailand und postet feine Bilder von sich.
Mehr Provokation geht kaum. Also Geldstrafe und er bleibt in der Zweiten. Am Spielbetrieb kann er nicht teilnehmen, denn er ist kein Spieler aus einem EU-Land.

Fall 2: Dort trifft man auf einen alten Bekannten. Mergim Mavraj wurde in die zweite Mannschaft versetzt.
Offiziell aus sportlichen Ggründen. Nun, seine Leistung war in der Rückrunde eher dürftig, trotzdem kann ich das nicht so recht glauben. Ich bin mir sicher, da ist intern irgendwas vorgefallen. Er wäre aber spielberechtigt, denn er hat neben der albanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Schließlich ist er in Deutschland geboren und aufgewachsen.

Und der Fall 3, Papa.
Papa hat sich nach dem Spiel gegen die Hertha öffentlich beschwert, daß er nicht gespielt hat. Nein, so ganz trifft es das auch nicht, er hat den Trainer kritisiert, daß dieser nur auf die jungen Spieler gesetzt hat, statt auf die abstiegskampferfahrenen Spieler.
Nun, er hat nicht ganz Unrecht. Nur die Jugend, das läuft nicht. Sie brauchen Spieler, die ihnen in genau solchen Situationen, wie der zweiten Halbzeit gegen Hertha, Halt geben.
Auf der anderen Seite kann ich Titz auch verstehen, denn er setzt auf passsichere Spieler, die das Spiel von hinten mit flachen kurzen Pässen aufbauen können. Eine Fähigkkeit die für seine Spielphilosophie unabdingbar ist.
Und genau da hat zB Papa seine Probleme. Wir haben gegen die Hertha nicht einmal den Ball von hinten nach vorne gepöhlt, sondern immer die spielerische Lösung gesucht. Ich bin mir sicher, Papa hätte schon allein aus Gewohnheit auch lange Bälle gespielt.
Nach seinen Aussagen fuhr er zur Nationalmannschaft. Als er wieder in Hamburg war, hat man sich zusammengesetzt. Er hat sich entschuldigt und eingesehen, daß es nicht ok war. Als Entschuldigung der Mannschaft gegenüber hat er alle zum Essen eingeladen.

Walace hätte ich persönlich noch härter bestraft. Was er tut, kann nicht angehen. Wir bezahlen viel, viel Geld dafür, daß er bei uns Leistungssport betreibt. Und er gibt nichts zurück. So eine verwöhnte Göre müsste im Grunde mal einen „an de Flutz“ kriegen, damit er rafft, was Sache ist.
Aber das kann man ja leider nicht machen. Ich wünschte mir, wir hätten genug Geld, ihn zumindest für den Rest seiner Vertragslaufzeit auf die Tribüne zu setzen.
Aber das geht nicht, und das weiß er auch ganz genau.
Was Mergim angeht, da kann ich es nicht beurteilen, ob der Schritt richtig und angebracht ist.
Und bei Papa finde ich es ok, wie der Verein reagiert hat. Papa ist ein emotionaler Typ. Genau deswegen haben wir ihn doch geholt. Ich hab das Gefühl, er hat in der Länderspielpause über sein Verhalten in Ruhe nachgedacht, hat erkannt, dass sein Verhalten nicht ok war und ich hoffe, er stellt sich jetzt voll in den Dienst der Mannschaft. Nimmt er diese Rolle an, dann kann er selbst dann sehr wertvoll sein, wenn er nicht auf dem Feld steht.

Auf jeden Fall merken die Spieler jetzt, es weht ein anderer Wind im Volkspark. Nicht mehr Bruchhagen und Todt, sondern Titz, von Heesen, Peters und Wettstein.
Alles Leute, die sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen.
Ich hatte erst Sorgen, aber diese differenzierte Betrachtung der Fälle hilft sicherlich, um sich den nötigen Respekt in der Mannschaft zu verschaffen, ohne groß auf Angst zu setzen. Im Moment sieht es danach aus, dass Titz Sieger der Auseinandersetzungen ist.

Das Spiel gegen Stuttgart: Papa ist nicht im Kader. Das hat aber nicht mit seiner Disziplinlosigkeit zu tun, sondern er ist angeschlagen von der Nationalmannschaft wiedergekommen.
Albin Ekdal ist auch noch nicht fit genug, um spielen zu können. Er war wieder im Training, hatte aber Anfang der Woche erneut Schmerzen im Gelenk und musste einen Tag pausieren.
Und auch Wood wird nicht im Kader sein. Nach seinem Tor bei der Nationalmannschaft ist er nicht fit zurückgekommen.
Einerseits der Jetlag, andererseits ist er auch körperlich angeschlagen (Knie?). Holtby war ebenfalls angeschlagen, ist aber im Kader. Gleiches gilt für Ito, der in Paraguay für Japan, als U23-Nationalspieler, an einem Vier-Länder-Tunier teilgenommen hat.
Auch er war angeschlagen und stand auf der Kippe.
Hahn ist wieder dabei, dafür spielt Jatta bei der Zweiten. Dennis sitzt auf der Tribüne. Mit dabei ist ein weiterer Jüngling. Der 19jährige Stephan Ambrosius hat so gut trainiert, daß es Leute gibt, die ihm sogar einen Startelfeinsatz zutrauen.

Spielen werden wir wieder in einem 4-1-4-1. Steinmann ist auf der 6 gesetzt, Poller im Tor und die linke Seite besteht aus Santos und Kostic.
Der Rest muß sich zeigen.
Waldschmidt soll gut trainiert haben und einige sehen ihn vorne im Sturm.
Dahinter vermute ich Holtby und Hunt, auf rechts Ito, wenn er fit genug ist, vielleicht auch Hahn, der spielerisch zwar nicht ganz so gut ist, aber zu Insua passen würde. Ito würde dann eingewechselt werden, vermute ich. Gespannt bin ich auf die Innenverteidigung.

in Stuttgart macht Korkut ja wider Erwarten einen guten Job. Viele hatten ihm ja gar nichts zugetraut.
Er setzt in erster Linie auf die alten Recken, die Jungen bleiben tendenziell eher auf der Bank. Damit gewinnt die Mannschaft Sicherheit.
Und vorne profitiert er von Gomez, Thommy und Ginczek. Offiziell spielt man mit einem 4-4-2, aber praktisch gesehen ist es, zumindest bei Ballbesitz eher ein 4-3-3. Interssant finde ich das neue „magische Dreieck“. Thommy, Ginczek und Gomez harmonieren recht gut und rotieren immer hin und her.
Das erfordert hohe Konzentration von unseren Abwehrspielern.
Und wir sollten versuchen, nicht in Rückstand zu geraten. Dann mauert Stuttgart gerne. Kommen wir in den Stuttgarter Strafraum, könnten wir davon profitieren, daß die Abwehr umgestellt werden muß.

Köln, Wolfsburg und Mainz haben schwere Aufgaben (leichte gibt es eh nicht für Kellerkinder). Läuft es gut, dann könnten wir auf 4 Punkte an Mainz und Wob ranrücken. Aber dazu müssen wir erstmal gewinnen. Und das wird nicht leicht, liegt der VfB doch in der Rückrundentabelle auf Platz drei. Aber nichts ist unmöglich. Nur der HSV (fb)

Der Muff verschwindet

Nach dem wenig inspirierenden Spiel unter Hollerbach hat Titz gegen Berlin ganz anders spielen lassen. Es war eine richtige Augenweide, unseren Jungs dabei zuzusehen, wie sie Fußball gespielt haben.
Wir haben uns Chancen erspielt, die ausnahmsweise mal nichts mit Zufall zu tun hatten, sondern genauso geplant waren.
Pollersbeck hat bei uns den Libero gespielt und in der Mitte der letzten Reihe die Bälle verteilt. Ruhig und abgeklärt am Ball, und im Kasten war er auch nicht schlecht.
Wenn man sich das Spiel anschaute, dann sah man, wie die Spieler ständig dabei waren, Dreiecke zu bilden. Jeder Spieler hatte so immer zwei Anspieloptionen. Das muß für einige vollkommen neu gewesen sein, denn oftmals hatten sie unter anderen Trainern noch nicht mal eine.
Und in das Tor von Santos hab ich mich ein bisschen verliebt.
Matti Steinmann leitet mit seiner sehr guten Spielübersicht den Spielzug ein, nachdem man den Gegner auf die rechte Seite gelockt hat. Einige kurze Pässe später spielt Kostic den Ball durch die Gasse auf Santos, den man auf diese Weise freigespielt hat. Und er verwandelt den Ball auch noch. Zum mit der Zunge schnalzen..
Das war nicht mehr mein HSV.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das. Wir kamen ängstlich aus der Kabine, Berlin presste höher und so kamen wir ins Straucheln. Die Pässe kamen nicht mehr so gut, das war der Knackpunkt, so bekamen wir kaum Entlastung.

Mich ärgert das 1:1 am meisten.
Erst darf Plattenhart unbedrängt flanken und dann lässt Holtby seinen Gegenspieler Lazaro alleine davonlaufen.
Zwei individuelle Fehler, die uns auf die Verliererstrasse brachten.
Das zweite Tor war einfach gut gemacht, sowohl von Meier, der sich gegen 3 Hamburger gut durchsetzen kann, als auch von Kalou, der genau im richtigen Moment den Laufweg kreuzt, so dass Sakai ihn kurzfristig aus dem Blick verliert.
Danach war die Messe gelesen, Hertha stellte sich hinten rein und wenn sie etwas können, dann ist es verteidigen mit Mann und Maus.

Daß wir nach dem Foul an Waldschmidt mal wieder keinen Elfmeter bekommen haben, zieht sich inzwischen auch schon wie ein roter Faden durch die Saison.

Auch wenn wir verloren haben, das Spiel war erfrischend.

Überhaupt muß man sagen, die Stimmung beim HSV ist wesentlich frischer geworden, seit man das Trio Bruchhagen, Todt, Hollerbach entlassen hat. Hoffentlich hält das an, hoffentlich verfällt man nicht wieder in den alten Trott.

Schon 2007 sagte Axel Formeseyn, der HSV sei nicht sexy.
Das hab ich damals nicht so empfunden.
Allerdings hat der HSV für mich dieses Attribut verloren, als Ertel, Hunke & Co in den AR kamen.
Ein schwacher Aufsichtsrat, der nichts Besseres zu tun hatte, als schnellstmöglich einen schwachen Vorstand zu installieren.
Auch der kompetente Frank Arnesen wurde schnell wieder rausgedrängt.
Man musste ja schließlich nicht 1000mal die Linie hoch- und runtergelaufen sein, um etwas von Fußball zu verstehen.
Diese Selbstüberschätzung vieler Leute beim HSV hat uns letztlich in die Lage gebracht, in der wir uns jetzt befinden. Schwache Leute, denen der ganze Verein auf der Nase rumtanzt.
Jarchow hat nie Griff auf den Verein bekommen, Didi auch nicht. Zu viele Leute haben einfach gemacht, was sie wollten.

Als Bernhard Peters in der Jugendabteilung aufgeräumt hat, war der Aufschrei groß, gechasste Trainer haben die Presse gesucht, um ihr Leid zu klagen.
Ich denke, nur das Ausmisten durch Peters hat dazu geführt, daß in der Jugendabteilung endlich wieder erfolgreich gearbeitet wird.
Dieses Ausmisten sollte Vorbild für die Arbeit in der restlichen AG sein.
Alle, die nicht mitziehen, die nicht dazu bereit sind, Leistungswillen an den Tag zu legen, sollten ihre sieben Sachen packen und gehen.
Und das gilt für jeden Bereich. Nur so erreicht man einen neuen erfrischenden HSV, einen HSV, der dann auch wieder ein bisschen sexy ist.

Bernd Hoffmann hat ja mit der Demission von Bruchhagen schon angefangen.
Todt und Hollerbach mussten ihm folgen. Man kann dazu nur sagen: Weiter so.
Auch im Kader muß auf diese Weise ausgemistet werden.
Denke ich an Papa oder Walace, die dermaßen respektlos gegenüber dem Verein agieren, kann es nur eine Trennung bedeuten.
Und das ist dann auch gut so. Gerade von Walace, der sicherlich sehr talentiert ist, müssen wir uns schon die gesamte Saison auf der Nase rumtanzen lassen.

Und auch für Michael Schroeder muß das gelten. Der Ex-HSVProfi und Mann von Uwe Seelers Nichte weigert sich laut Bild, mit Johannes Spors zusammenzuarbeiten. Mir scheint, auch hier muß ausgemistet werden.
Die ganzen Egoismen, egal ob es sich um die Scheels, Ertels und Hunkes handelt, um die Schroeders und Todts, oder um die Papas und Walaces, sie alle müssen gehen, damit der HSV wieder Erfolg haben kann. Es muß rigoros aufgeräumt werden. Ohne Rücksicht auf Rang und Namen.

Nach den Entlassungen von Bruchhagen, Todt und Hollerbach reagierte Britta Kehrhahn auf Twitter mit folgendem Tweet: „Man erfriert beim Gedanken an den #HSV Asoziale Kälte regiert diesen Verein.“

Ein Tweet, der viel über das aussagt, was beim HSV über lange Zeit wichtig war.
Man wollte menschlich sein, hat sich hintenrum aber immer nur zerstritten.
Man hat sich gescheut, Entscheidungen zu treffen, weil diese Entscheidungen auch Menschen treffen.
Verständlich, wenn man keine Weitsicht hat.
Durch die Misswirtschaft, die dadurch entstanden ist, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit in die zweite Liga absteigen.
Dann können wir uns viele Dinge nicht mehr leisten, die wir uns jetzt noch leisten.
Ein Abstieg führt zu Entlassungen im Verein. Und das nicht in dem Bereich, in dem es hunderttausende an Abfindungen gibt, obwohl man schlecht gearbeitet hat, sondern in dem Bereich, wo es Leuten an die Existenz geht.
Ist das sozial?
Nein.
Das ewige Festhalten an Leuten, die keine Leistung bringen, das ist asozial, denn das gefährdet die Arbeitsplätze vieler Leute, die auf den Job angewiesen sind.

Der Muff im Verein muß verschwinden, dann können wir auch wieder erfolgreich sein, dann spielen wir auch wieder attraktiv, dann wird der HSV auch wieder sexy. Ich bin froh, daß Bernd Hoffmann da ist, und endlich mal dafür sorgt, daß aufgeräumt wird. (fb)

ps: Gerade les ich, Lumpi Spörl, der bei uns als Scout angestellt war, muß auch gehen. Mir tut es für ihn leid, aber der Weg ist der richtige. Nicht nur das, es ist auch der einzige, wenn wir den Turnarround schaffen wollen

Vorschau #HSVBSC

Holler ist Geschichte, Titz ist unser neuer Trainer und die Hoffnung ist wieder da.
Die Entlassungen der letzten Woche, also Bruchhagen, Todt und vor allem Hollerbach haben den Club befreit, die Stimmung ist eine ganz andere geworden. Endlich ist wieder Leben drin.
Es war schon seit Monaten viel zu ruhig, also nicht positiv ruhig, sondern negativ ruhig.

Christian Titz ist der Nachfolger, unser bisheriger Trainer der U21.
Schaut man sich die Interviews/Presssekonferenzen an, fällt einem die gänzlich andere Art, im Vergleich zu seinem Vorgänger auf.
Titz wirkt sehr offen, aufgeräumt und kompetent, man hat den Eindruck, er weiß wovon er redet.

Ein weiterer Neuzugang im Verein ist Thomas von Heesen.
Er übernimmt Teile des Jobs von Spodi Jens Todt.
Er wird nicht den Kader planen, keine Verhandlungen mit Spielern und deren Beratern führen.
Er berät den Vorstand in sportlichen Belangen und ist das Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Verein.
Auch ist er der Ansprechpartner für die Spieler und deren Berater, falls es irgendwo Probleme geben sollte.

Zum Spiel letzte Woche sag ich lieber nichts.
Also widmen wir uns dem morgigen, gegen die Hertha.
Mit den Berlinern kommt eine Truppe, die nicht einfach zu bespielen ist, die allerdings im Moment auch eine gewisse Schwächephase hat.

Wie wir spielen werden kann ich nur raten, es wird auf jeden Fall offensiver gespielt werden, als unter Holler.
Interessant ist der Kader, den Titz für das Spiel benannt hat.
Steinmann und Seo sind drin.
Hahn ist nicht dabei, Schipplock und Mavraj auch nicht.
Aber das war schon fast zu erwarten.
Überraschend war für mich jedoch, daß er auf Dennis Diekmeier und vor allem auch auf Walace verzichten wird.
Das hätte ich nicht gedacht.
Vor allem beim Brasilianer war ich überrascht, der unter Holler eigentlich eine gute Entwicklung genommen hat.
Ach ja, Holtby ist auch im Kader und ich könnte mir auch einen Einsatz von ihm vorstellen.

Wichtig ist aber vor allem die psychische Komponente.
Die Jungs müssen den Kopf wieder hoch bekommen, müssen eine positivere Selbstwahrnehmung bekommen, Selbstbewusstsein tanken.
Das geht über das Training, das geht über Einzel- und Gruppengespräche und das geht auch über einen positive Support durch uns Fans.
Und deshalb hat es mich gefreut, daß heute ca 150 Fans beim Training waren, um die Mannschaft anzufeuern und, daß morgen der Bus wieder mit einem Spalier in Empfang genommen werden soll.
Dazu kommt, daß in den letzten Tagen noch viele Tickets für das Spiel verkauft worden sind.
Die HSVer kommen, um ihre, um unsere Mannschaft anzufeuern.
Auch Titz hat darauf hingewiesen, wie wichtig der Rückhalt der Fans für die Spieler ist.

Aktionen einiger Schwachköpfe mit Bannern und Kreuzen sind nur kontraproduktiv. Mal abgesehen davon, sind sie menschlich gesehen auch unterste Schublade und durch nichts zu rechtfertigen.
Durch gar nichts.

Ich bin gespannt, wie wir morgen spielen und ich freue mich seit langem endlich mal wieder auf ein Spiel, wohl wissend, daß wir unbedingt gewinnen müssen.
Wohl wissend, wie wichtig das Spiel ist.
Ich verspüre eine freudige Anspannung.
Noch sind wir nicht abgestiegen.
Sowohl Köln als auch Mainz und Wob haben schwere Spiele an diesem Wochenende. Gewinnen wir, sind es nur noch 4 Punkte auf Platz 16. Dann könnten wir mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen und Titz hat 14 Tage Zeit, mit den Jungs zu arbeiten, und das Momentum wäre auf unserer Seite.
Wir wären wieder im Geschäft.
Drücken wir die Daumen, daß wir nach dem Spiel auch noch gut drauf sind. Nur der HSV (fb)

 

Vorschau #HSVFCB

Um es mit den Worten der Presse zu sagen: Das war ein Paukenschlag!
 
Am Mittwoch Abend tagte, ohne daß die Presse es wusste (zumindest hat man nicht vorher drüber berichtet), der Aufsichtsrat der HSV-AG.
Heimlich still und leise wurden einige weitreichende und überraschende Entscheidungen getroffen.
Während man vor einigen Wochen noch Michael Krall im Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden bestätigt hatte und den neuen Präsidenten des eV nur zum Stellvertreter machte, hat man diese Entscheidung jetzt schon wieder kassiert.
Bernd Hoffmann ist nun Vorsitzender und Max-Arnold Köttgen wurde sein Stellvertreter.
Das ist gut so, denn es stehen Personalentscheidungen an, die am besten vom Vorsitzenden gestaltet werden sollten.
Und Bernd Hoffmann ist derjenige, der über das meiste Know how und auch über die nötige Zeit verfügt, um auf diesem wichtigen Weg vorauszugehen.
Entscheidungen wird der Aufsichtsrat weiterhin gemeinsam fällen, da ändert sich nichts dran.
 
Heribert Bruchhagen wurde vom AR freigestellt.
Für ihn muß jetzt auch vom AR ein Nachfolger gesucht und gefunden werden.
Solange bleibt Frank Wettstein alleiniger Vorstand.
Und der Aufsichtsrat wird auch einen Sportdirektor suchen und finden müssen, der die Nachfolge von Jens Todt antritt, der wiederum seine Freistellung von Frank Wettstein mitgeteilt bekam.
Dessen Nachfolger wird allerdings nicht mehr nur SpoDi unterm Vorstand. Er wird direktes Vorstandsmitglied Sport.
Für beide Positionen sucht Bernd Hoffmann Personen, die eine gewisse Qualität mitbringen. Auf dieser Entscheidungsebene müssen sehr gute, starke Leute hin, damit dort auch sehr gute Entscheidungen getroffen werden können.
Daran wird sich Bernd Hoffmann anschließend messen lassen müssen.
Er wird die Suche federführend leiten, aber letztlich entscheidet, wie gesagt, der gesamte Aufsichtsrat.
 
Der Schritt war abzusehen, denn das war es schließlich, was Bernd Hoffmann in seinen Interviews im Wahlkampf zwar nicht gesagt, aber doch angedeutet hat.
Was mich überrascht hat, war der Zeitpunkt. Hatte ich doch überschlagen, daß es wohl mindestens ca 4 Wochen dauern würde, um vernünftige Kandidaten zu suchen, zu finden, zu überzeugen und ihnen ein nach vorn gerichtetes Konzept zu präsentieren.
In der Personengruppe, in der wir suchen, werden die wenigsten dem HSV Bewerbungsschreiben schicken, sondern der erste Schritt wird wahrscheinlich vom HSV ausgehen.
Das heißt auch, der HSV muß die Kandidaten überzeugen, daß es eine durchaus interessante Aufgabe ist, den Neuanfang des HSV zu planen und durchzuführen.
Und diese veranschlagten 4 Wochen sind man grad mal zur Hälfte um.
Es sind noch keine Kandidaten in Sicht (wenn man mal vom üblichen Namedropping der Medien absieht).
Trotzdem trennt man sich jetzt schon von den Beiden.
Aber auch das hat seinen Grund. Eigentlich wusste ja bereits jeder in und um Hamburg, daß das berufliche Engagement von Bruchhagen und Todt beim HSV dem Ende zugeht.
Es war nur noch eine Frage der Zeit. Bruchhagen und Todt waren zu „lame ducks“ verkommen. Also kann man sich auch von ihnen trennen.
Den wichtigen sportlichen Bereich werden Bernhard Peters und Johannes Spors leiten. Spors ist eh der neue Kaderplaner und Peters ist das Mastermind der Jugendarbeit. Das neue sportliche Konzept sollte eh an unser Jugend ausgerichtet werden.
 
Also, der Zeitpunkt hat mich überrascht, aber grundsätzlich begrüße ich die Maßnahme. Es ist der erste Schritt, um den HSV vollkommen neu aufzustellen. Und gerade im sportlichen Bereich ist das sowas von notwendig, egal in welcher Liga.
 
Kommen wir noch kurz zum Mainz-Spiel. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die will, ich habe eine Mannschaft gesehen, die alles mögliche unternommen hat,um das Spiel zu gewinnen und die Fans waren auch da.
Waldschmidt für Hunt zu bringen, war die goldrichtige Idee, er hat nochmal richtig Schwung nach vorne gebracht und einmal konnte er im Strafraum nur durch ein Foul gestoppt werden.
Elfmeter und Gelbrot für Mainz. Mit Kostic hat der Spieler geschossen, der wohl das meiste Selbstvertrauen haben sollte.
Aber nicht genug, um ihn zu verwandeln. Das zeigt, wie verunsichert die Manschaft ist.
Und auch die Überzahl wurde schlecht ausgespielt.
Und hier richte ich meine Kritik an den Trainer, der ideenlos nur einfach zwei weitere Stürmer eingewechselt hat. Wir brauchten den Sieg mehr als Mainz.
Also mussten WIR das Tor schießen. Torchancen müssen vorbereitet werden. Also hilft es relativ wenig, wenn man einfach mehr Stürmer einsetzt, die sich vorne auf den Füßen stehen. Man muß Bewegung in das Abwehrbollwerk bringen, damit Lücken entstehen, die unsere Spieler nutzen können.
Jung raus, war eine gute Entscheidung. Und er ist auch vom Platz gesprintet, nicht wie Bakery Jatta in der Woche zuvor.
Aber anstelle eines Stürmer hätte Holler Salihovic bringen sollen, der mit klugen Pässen die Spieler vorne füttern und auch den einen oder anderen Standard treten kann. Und anstelle von Hahn, einem recht eindimensionalen Stürmer, der seine Stärke zeigen kann, wenn er Platz vor sich hat, hätten wir den kleinen quirrligen Ito gebrauchen können.
Ein Spieler, der eben mal einen stehen lassen kann, der so flink ist, daß die Mainzer Defensivspieler auch mal das eine oder andere Foul begehen, schließlich gelten sie eh nicht als die flinkesten. Aber der war ja noch nichtmal im Kader.
 
Kommen wir zum Spiel gegen die Bayern. Wir werden verlieren. Ich hoffe, wir verlieren nicht zu hoch. Schau ich mir den Kader für morgen an, dann fehlen Wood und Arp, Ito ist eh nicht dabei, also wieder mal alles voll auf Defensive ausgelegt. Mauern, das kann Holler.
Ganz kann man es nicht verhindern, daß Bayern ein Tor schießt, ich erwarte also ein Spiel mit 2-4 Gegentoren bei 0 geschossenen Toren. Alles andere würde mich überraschen.
Falls die Niederlage höher ausfällt, lassen sich einige Spieler hängen. Und dann sieht es selbst für den Rest der Saison ganz, ganz bitter aus.
 
Ansonsten gehöre ich, wie ihr mich kennt, zu denen, die den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben haben. Die Wahrscheinlichkeit sinkt, aber hey, wir haben den anderen schon oft gezeigt, daß wir in der Lage sind, das Unmögliche möglich zu machen. Totgesagte leben länger und wir haben bisher so ziemlich alle Negativstatistiken gebrochen und es doch immer noch geschafft.
Aber ich will ehrlich sein. So nah dran waren wir noch nie. Und wenn wir es schaffen wollen, dann plädiere ich für einen Trainerwechsel am Sonntag. Mit Holler wird das nichts.
 
Und wenn es runter geht, ich gehe mit. Ich schau bestimmt auch bald mal nach, wo Sandhausen liegt (fb)

Es geht nur zusammen

Eigentlich sollte ich im Melkstand stehen, aber ich brauche das hier mal als Therapie

Noch sind wir nicht abgestiegen. Ich weiß, viele werden mich jetzt auslachen, aber noch sind wir nicht abgestiegen, das ist Fakt.
Wir haben schon oft in der Scheiße gesteckt und haben immer wieder rausgefunden.

Allerdings wird es SO nicht funktionieren.
Es kann nicht angehen, daß die Spieler so unprofessionell sind, daß man ohne Schienbeinschoner trainiert, daß man Alkohol trinkt, wo man eh schon Ärger vom Verein bekommen hat, wegen der Plauze usw. Alles Indikatoren, warum die Mannschaft keine volle Leistung bringt.

So geht es nicht, geht auch an den Trainer, den SpoDi und den Vorstand. Ich bemängele schon seit Monaten, obwohl die Situation da noch lange nicht aktut war, daß es viel zu ruhig ist im Verein.
Die ganze Mannschaft und der ganze Staff sind sowas von schlafmützig.
Keine Power.
Und so spielt man auch.
Man hat sich so sehr daran gewöhnt, unten drin zu stehen, daß man keinen ernsthaften Versuch gestartet hat, unten rauszukommen.
Und wenn man mal Schwung hat, dann heißt es: Ruuhig, gemaach, Hauptsache wir verlieren nicht.
Nicht verlieren war immer die Hauptdevise.
Das Siegen hat man dabei verlernt.
Man hat es hingenommen, daß man nicht gewinnt, man hat Niederlagen hingenommen, man hat Unentschieden als Erfolg gefeiert.
Der Trainer verzichtet zudem auf jeden Spieler, der ein bisschen Feuer in die Mannschaft bringen könnte und tritt selber auch als Schlaftablette auf.
Keiner im ganzen Team, im ganzen Staff, der mal aus der Haut fährt.
Die Mannschaft ist intakt.
Wenn ich das schon höre. Wie soll die Mannschaft auch zerstritten sein, so wenig Emotionen, wie in der Mannschaft vorhanden sind?
Es fehlt jegliches Feuer, jegliche Leidenschaft, Spiele werden im Beamtenmove verwaltet, trifft man das Tor nicht, dann regt sich keiner mehr auf.
Keiner stachelt die Mitspieler an, keiner schreit seinen Mitspieler an, um ihn aufzuwecken.
Die Mannschaft ist nicht intakt, die Mannschaft ist tot, Herr Todt.

Wir Fans tragen aber auch einen Teil der Verantwortung.
Seit einigen Monaten kommt keine Unterstützung mehr in den Spielen, es kommt kein Feuer mehr von den Rängen, höchstens Pyro, aber damit motivierst du keine Mannschaft der Welt, Leistung zu bringen.
Und auch nicht mit Sprüchen, wie wir sie letzte Woche lesen durften. Wir hätten helfen können, aber ich bekomme dann immer nur zu hören „Wir sind die besten Fans der Welt, aber die Mannschaft ist in der Pflicht, sie muß liefern, bevor ich sie wieder anfeuere“.
Nein, die Mannschaft ist nicht in der Pflicht, der Mannschaft ist der HSV egal, die Mannschaft lebt in einer Lethargie, von der wird nichts kommen.
Die reißen ihr Pensum ab und sind im Sommer weg. Die haben es noch nicht mal nötig, um einen neuen Vertrag zu spielen, die haben abgeschlossen. Unter anderem auch, weil die Fans mit dem HSV in der ersten Liga abgeschlossen haben.
Wenn von der Mannschaft kein Funke überspringt, dann muß der Funke von den Fans kommen.
Kommt er aber nicht, man zieht sich trotzig auf die Ausrede zurück „Erst muß die Mannschaft liefern“.

Warum haben wir es 2014 geschafft?
Nicht weil wir irgendetwas geleistet haben, sondern weil die anderen noch schlechter waren.
Darauf brauchen wir in diesem Jahr nicht hoffen.
Warum haben wir es 2015 und 2017 geschafft? Nicht weil wir toll gespielt haben, sondern weil wir einen gnadenlosen Kraftakt geleistet haben, weil wir alle an einem Strang gezogen haben, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, weil die Spiele mit viel Energie bestritten wurden, weil man den Gegner niedergekämpft hat. Alle Mann an Bord, alle haben für ein Ziel gekämpft, alle waren sich einig.

Auch das wäre heute noch möglich. Aber das geht eben nur, wenn man will.
Der Wille es nochmal umzubiegen fehlt.
Und daran krankt der HSV im Moment. Das WIR fehlt, daran krankt der HSV im Moment.

Wir könnten es noch schaffen, aber dann nur, wenn alle an einem Strang ziehen, wenn die Mannschaft mal aufgerüttelt wird, wenn die Fans endlich mal aufwachen, wenn der Staff mal die Bremse loslässt und wir alle Energie in den Klassenerhalt stecken.

Aber wer nimmt das in die Hand? Ich würde vorschlagen, man setzt sich von den Supporters aus mal mit allen Beteiligten zusammen und entwickelt einen gemeinsamen Plan.

Denn auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, noch spielen wir erste Liga (fb)

ps, ich könnte noch soviel mehr schreiben, aber dann würde der Blog entschieden zu lang

Vorschau #SVWHSV

Die Messe ist noch lange nicht gelesen. Das sind die Worte unseres Trainers und es ist auch so.
Und selbst wenn wir gegen Bremen nicht gewinnen sollten, dann ist die Messe immer noch nicht gelesen, wenngleich es wieder ein Stück schwieriger wird.

Aber wenn wir gewinnen wollen, dann muß sich was ändern.
Ändern im Verhalten unserer Profis.
Der eine fällt aus, weil er im Training keine Schienbeinschoner an hat und sich deshalb ne Fleischwunde zuzieht, die genäht werden muß, der nächste baut nen Crash. Was allein schon schlimm genug ist, aber dabei ist er auch noch angetrunken, und das, obwohl er vom Verein extra einen Ernährungsberater zur Seite gestellt bekommen hat, damit sein Bäuchlein etwas weniger wird.
Ob da Alkohol auf dem Ernährungsplan gestanden hat? Unprofessionell hier, unprofessionell da … so wird das nichts. So langsam sollte doch auch bei den Profis mal der Ernst der Lage angekommen sein, oder?

Kommen wir zum Spiel:
Bremen wird heiß sein, bis in die Haarspitzen. So wie es immer ist, wenn sie gegen den HSV spielen.
Wird unsere Mannschaft auch heiß sein?
Oder versuchen wir mal wieder einfach nur ein gutes Bundesligaspiel abzuliefern? Wollen wir gewinnen? Wollen wir mehr gewinnen, als es die Bremer wollen? Das Spiel morgen wird über den Willen entschieden.

Taktisch gesehen läuft es bei Bremen recht einfach ab: Kommt Kruse ins Spiel, dann gewinnen sie.
Schafft man es, ihn aus dem Spiel zu nehmen, dann verlieren sie.
Von daher würde ich Kruse in bester Hollerbachmanier in Manndeckung nehmen.
So wie in der Kreisliga: „Du weichst ihm keinen Meter von der Seite! Und wenn er aufs Klo geht, dann gehst du mit!“
Kruse hat das Problem, er muß hinten das Spiel aufbauen und vorne die Bälle verteilen und am besten auch noch versenken. Das kann er nicht leisten, wenn er nicht den Platz dazu hat.

Ich würde Dennis von der Kette lassen.
Er ist heiß, wenn es gegen Bremen geht.
Er kann auch Stimmung bringen, kann Fans und Mitspieler anheizen.
Und das ist wichtig. Wie ich schon öfter schrieb: Mir ist es zu ruhig in der Mannschaft.
Dennis bringt Schnelligkeit auf die Aussenbahn und seine Vertretung Sakai hat sich in den letzten Spielen nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Vorne im Sturm ist Kostic gesetzt und dazu würde ich Hahn einsetzen. Er hat letzte Woche getroffen, das gute Gefühl muß man nutzen.
Hinter den beiden Spitzen gefällt Aaron Hunt mir besser als Salihovic und gerade gegen Bremen wird er voll motiviert sein.
Im DM könnten wir Probleme bekommen, wenn Walace nicht spielen kann (von den Blogperlen die allerherzlichsten Glückwünsche zur Geburt seines Sohnes Conrado!). Von daher hoffe ich, er kommt heute Abend wohlbehalten in Bremen an, mit bester Laune hochmotiviert ohne schlechte Gedanken. Dann könnte er zu einer sehr guten Leistung aufblühen. Letzte Woche die Torvorlage, dann die Geburt seines Kindes, das gibt Schwung.
Und neben ihm setze ich dann auf Jung, der den eher defensiveren Part übernehmen muß und der vor allem, nach meiner Taktik, für Kruse zuständig wäre.
Kann Walace nicht spielen, dann haben wir ein Problem. Ekdal wird wahrscheinlich noch nicht wieder fit sein, also bleibt nur noch unser Pummelchen übrig: Janjicic, der gerade den Unfall gebaut hat, für den all das nicht gilt, was ich als positive Gründe für Walace gesagt hab.

Unterm Strich, wir haben keine Chance, also nutzen wir sie. Der, der den Sieg am meisten will, wird wahrscheinlich gewinnen. Ich befürchte, wir wollen einfach nur mal wieder nicht verlieren. Der Kopf wird das Duell entscheiden.

Hoffen wir also auf ein gutes Spiel, mit siegreichem Ausgang für uns und friedlichen Fans auf beiden Seiten. Vor allem ohne irgendwelche Flaschen, die gegen den Bus geworfen werden, oder ähnlichem. (fb)

 

Im Dunkeln lässt sichs munkeln

Die #HSVMV2018 haben wir hinter uns gebracht. Alles dazu ist gesagt, nur noch nicht von jedem.
Alles?
Nein, auf einige gravierende Punkte muß ich noch hinweisen.
Es war in der Kuppel viel zu dunkel (im Gegenzug war der Vorstandstisch so hell beleuchtet, daß die Leute dort geblendet wurden) und die Erbsensuppe war wirklich nicht besonders doll.

Ansonsten hab ich wieder viele Freunde getroffen, die man eben nur auf der MV trifft. Dieser Punkt der MV war wirklich nett.

Bernd Hoffmann, Thomas Schulz und Moritz Schäfer sind jetzt der neue Vereinsvorstand. Und ich schreibe diese Namen ganz bewusst alle aus und nenne sie nicht einfach „Team Hoffmann“. Obwohl der Name Team schon recht gut passt. Ich habe die Drei ja alle kennenlernen dürfen und habe drei Menschen getroffen, die sich, so ist mein Eindruck, sehr gut ergänzen und eben ein Team bilden.

Das war aber jetzt alles, was ich zur MV sagen möchte.

Wichtig ist jetzt der Kampf um den Klassenerhalt. Dem sollten wir ab sofort alles unterordnen.
Egal ob wir der Ansicht sind, die Spieler müssen liefern, egal ob wir der Meinung sind, wir sind schon abgestiegen, oder eben nicht.
Noch haben wir die Chance, die Klasse zu halten also sollten wir, auch wenn es anstrengend ist, das Unsere tun, um die Mannschaft zu unterstützen.

Ich weiß, ich bin auch sauer auf die Mannschaft, auf die Verantwortlichen. Ich bin auch frustriert, ich mag nicht mehr.
Aber wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, dann geht das nur, wenn wir Fans die Mannschaft unterstützen.

Natürlich sollte die Mannschaft den Funken bringen, der überspringt.
Aber was solls, die Mannschaft ist, bis auf Dennis, längstens 3,5 Jahre hier in Hamburg.
Ein bummeliges Drittel der Mannschaft hat nicht mal mehr einen Vertrag für die nächste Saison bei uns. Die sind weg, wenn wir in die zweite Liga gehen.
Aber wir, wir sind noch da, wir sind der HSV und wir wollen doch (fast) alle nicht, daß wir in der nächsten Saison in der 2. Liga spielen. Wir wollen, auch wenn der Fußball nicht erstklassig ist, zumindest erste Liga spielen. Wir wollen stolz den Fans in ganz Deutschland erzählen, wir sind der Dino.
Wir sind dem „Tod“ doch schon oft von der Schippe gesprungen, lasst es uns nochmal versuchen.

Und so sehr ihr diese Worte nicht mehr hören mögt: Die Oper ist erst vorbei, wenn die dicke Frau da auf der Bühne aufgehört hat, zu singen. Und noch singt sie.

Also lasst uns nochmal für 11 Spieltage die Kräfte vereinen und die Mannschaft unterstützen. Nicht weil sie es verdient hat, sondern weil wir auch in der nächsten Saison erste Liga spielen wollen.

Nur der HSV (fb)

 

Vorschau #HSVB04

Der Verein macht mich fertig. Ich merke, wie mich alles sehr mitnimmt. Und dabei meine ich nicht nur die sportliche Situation, sondern auch die Tatsache, daß die alten Seilschaften sich wieder aufgeschwungen haben, die Macht zu erobern. Und unser eV-Präsident lässt sich vor deren Karren spannen, nur um an der Macht zu bleiben.
Also Leute, wenn ihr Mitglied unseres schönen HSV seid, geht zur Wahl. Platz ist genügend vorhanden, lasst euch davon nicht abschrecken.

Zum Spiel: Letzte Woche haben wir mal wieder Lob von allen Seiten bekommen, aber keine Punkte. Umgekehrt wäre mir lieber.
Diese Woche sollten wir gerne endlich mal Punkte einfahren, es wäre sehr von Vorteil. Aber es wird auch sehr schwierig werden. Leverkusen hat sich schon im Vorfeld über die unfairen Hamburger beschwert (ausgerechnet die Leverkusener). Ausserdem sind sie sehr angefressen, daß sie in der letzten Woche Zuhause gegen Hertha verloren haben und sie deshalb aus den CL-Plätzen gerutscht sind. Letzte Woche haben sie aber auch Leon Bailey geschont, das wird Heiko Herrlich gegen uns wohl auf keinen Fall tun.

Wenn ich die Zeichen richtig deute, dann wird Fiete Arp wohl für Wood starten und Sahilovic soll auch gute Karten haben. Wahrscheinlich wegen seiner guten Standards, die gegen Bayer entscheident sein könnten.
Meiner Ansicht nach sollten wir Tah unter Druck setzen. Er hat in den letzten Spielen den einen oder anderen Wackler drin gehabt. Und wir müssen Bailey in Schach halten. Deshalb würde ich Dennis spielen lassen und nicht Sakai. Er ist schneller. Ausserdem ist Dennis einer, der Stimmung bringen kann. In einem Heimspiel nicht ganz unwichtig. Auch ein Grund, warum ich Holtby vermisse. Fußballerisch eher weniger, aber wir brauchen jetzt Stimmung in der Mannschaft und auf den Tribünen. Dennis und Lewis können das bringen.
Dennis wird uns ja anscheinend im Sommer verlassen. Ich empfinde das als sehr schade.
Er ist mit Abstand der dienstälteste Spieler im Kader und mit Leib und Seele HSVer. Der nächste in der Rangliste ist Gideon Jung, der es gerade mal auf 3,5 Jahre bringt. Ein Zeichen dafür, daß wir es nicht schaffen, Spieler auch mal zu halten.
Die einzigen, die bleiben, sind die, die so große Verträge haben, daß niemand sie zu den Konditionen verpflichten will.
Das macht mich traurig. Aber trotzdem werde ich die Entscheidung nicht kritisieren, denn ich kann nicht sagen, zu welchen Konditionen Dennis verlängern würde.

Papa wird wohl wieder helfen können und steht erneut bei neun gelben Karten. Er sollte versuchen, gegen seinen Ex-Verein ohne auszukommen und sich in der nächsten Woche gegen Bremen die Zehnte holen. Dann fehlt er gegen Bayern, wo wir eh keine Punkte holen werden.

Es wird schwierig, aber wir spielen Zuhause, haben das Publikum im Rücken und Leverkusen ist schlagbar. Hoffen wir auf das Beste (fb)