Hattrick

Moin, ich hab es nicht geschafft, vor dem Heidenheimspiel eine Vorschau zu erstellen. Also mach ich jetzt den Spielbericht und gleichzeitig auch die Vorschau für Dresden.
Manu kommt dann nach Dresden wieder mit dem Spielbericht.

Es war eine lange Pause und über die gab es nicht viel zu berichten.
Also interviewt man als Journalist die ganzen Altvorderen und Kühne und schon gibt es wieder Unruhe.
Kühne will seine Anteile verkaufen.
Nichts Neues.
Interessiert uns auch kaum, weil wir da die Zügel in der Hand haben.
Was man dazu wissen muss: die Aktien sind vinkulierte Namensaktien, er kann also nur an jemanden verkaufen, der uns genehm ist.
Magath will Anteile kaufen.
Jo, das hat er im Winter mal gesagt. Für alle Kühne-Anteile hat er nicht das Geld, er würde eventuell aber die Finanzen für ein Konsortium haben, das unter seiner Führung dann die Anteile kaufen würde. Wenn man ihn lässt.
Und dann? Dann sind seine Möglichkeiten, entscheidend auf den HSV einzuwirken in etwa so groß, wie die von Kühne.
Mit einem vernünftigen starken Vorstand hat dazu aber niemand eine Chance.
Und das ist wohl auch der Grund, warum Kühne verkaufen will.
Bei Beiersdorfer hatte er die Möglichkeit einzugreifen, weil der es mit sich hat machen lassen.
Bernd Hoffmann verhält sich anders. Und nur weil sich Struth bei Kühne darüber ausweint, daß sein Mandant der Liebling von Frau Kühne (Dennis Diekmeier) keinen Anschlußvertrag beim HSV bekommen hat, knickt trotzdem keiner ein.
Und ob jemand, der sich so oft über die Presse ins Spiel bringt, wie Felix Magath, vom Aufsichtrat und Vorstand als Wunschkandidat gilt, die Kühne-Anteile zu übernehmen, wage ich zu bezweifeln.
Unterm Strich: Viel Wind um nichts.

Heidenheim.
Vorweg, ich war im Stadion und wir haben trotzdem gewonnen. Das gab es das letzte Mal vor vielen vielen Jahren. Der Fluch ist besiegt 😉

Christian Titz hatte sich entschieden mit einem 4-1-3-2 anzufangen, das schon fast an das 4-4-2 mit Raute erinnerte, das wir in den 2000ern gespielt haben.
Dem gegenüber hat Frank Schmidt ein recht defensives 4-3-3 aufgestellt.
Bei Ballbesitz Hamburg wurde daraus schon fast ein 6-3-1.
Lecroix machte sein erstes Spiel für den HSV und ersetzte Bates. Ebenso debütierte unser Neuzugang Hee-Chan Hwang. Ihn hatte Titz vorne neben Narey in die Spitze beordert, aber beide spielten leicht zurückgezogen, um mit ihrer Schnelligkeit in die gefährlichen Räume starten zu können.
Zumindest so in der Theorie.
Dahinter spielten Janjicic und Mangala. Während Janjicic dabei etwas defensiver agierte, war Mangalea ein wenig offensiver.
Die Position auf dem offensiven rechten Flügel teilten sich Sakai und Narey, auf der linken Seite spielte Hunt den reinen Linksaußen. Eine Position, die ihm nicht liegt, wie man feststellen konnte.
Zur Halbzeit brachte der Trainer Lasogga für van Drongelen und Moritz für Janjicic. Damit stellte er auf das bekannte 4-1-4-1 um und die IV vollkommen um, mit Lacroix und Mangala, der eher gelernter Offensiver ist, als IV.
Das sollte man nachher auch merken. Auf der 6 spielte zunächst Steinmann, wie auch in der ersten Halbzeit. Im offensiven Mittelfeld spielten dann Hwang (rechts), Narey (links) auf den Aussen, Moritz und Hunt in der Zentrale.
Lasogga lief vorne als alleinige Spitze.
Als Fiete Arp für Matti Steinmann kam, ging Moritz auf die 6 und wir spielten mit zwei Stürmern.
In der ersten Halbzeit hatten wir arge Probleme gegen die defensiv gut geordneten Heidenheimern.
Wir kamen einfach kaum vors Tor.
Zudem konnten die Heidenheim über die starken Schnatterer und Dovodan Nadelstiche setzen.
Mit 0:0 ging es in die Pause.
In der zweiten Halbzeit hebelte der FCH die uneingespielte Defensive das ein oder andere mal aus und konterte.
In der 52. Minute gelang es Sakai noch, mit einem Wahnsinnstackling den Ball von Dovodans Fuß zu spitzeln. Damit verhinderte er zunächst mal das 1:0 für die Gäste.

In der 64. Minute fiel dann das Tor trotzdem, durch ein kurzes Durcheinander bei einer Ecke. Fünf Minuten später hatte Heidenheim wieder eine sehr gute Chance, dann hatten wir den Schock des Rückstands verdaut.
Moritz chipte den Ball zu Santos, der chipte ihn in die Mitte und dort lasoggerte unsere Nr10 ihn ins Tor.
Er weiß halt, wo er zu stehen hat und in diesem Moment wollte er mit aller Macht das Tor machen.
Kurze Zeit später setzte sich Fiete wunderbar auf der rechten Seite durch und flankte den Ball hoch in den Strafraum zu Lasogga, der ihn einköpfte.
Die Stimmung explodierte auf den Rängen und auch auf dem Feld.
Wie sich die Spieler in den Armen lagen, und hier möchte ich vor allem den jungen Fiete nennen, das zeigt den Zusammenhalt.
Für viele war die Art sich gegen seine Gegenspieler durchzusetzen die Szene des Spiels. Ganz stark.
Kurz darauf trat Santos einen Eckball. Er macht das besser, als Hunt in den letzten Jahren, das muß ich schon sagen.
Er zirkelte den Ball auf den kurzen Pfosten, wo Lacroix stand, der den Ball auf Lasogga verlängerte. Kopfball…Tor.
Ein lupenreiner Hattrick! Eines möchte ich noch anmerken: Die Flanken auf Lasogga waren keine Zufälle. Sie sind genau dorthin gekommen, wo sie hinsollten. Und wenn Lasogga den Ball nicht hätte erreichen könne, standen immer noch zwei Spieler von uns hinter ihm, einschußbereit.
Kurz vor Schluß gelang den Heidenheimern noch ein Konter, den sie zum 3:2 Endstand versenken konnten.
Dabei stimmte die Abstimmung der Abwehr nicht so ganz. Aber wie soll sie auch, mit zwei Neulingen in der IV.

Was auffällt: Bielefeld hat gegen uns einen Torschuß nach dem anderen gehabt. Aber fast alle von ausserhalb des 16ers.
Sie haben kein Tor geschossen. Wir sehen zu, daß unsere Torschüsse möglichst alle aus dem 16m-Raum, besser noch aus dem 5m-Raum kommen (so wie die drei am Sonnabend). So bekommt man zwar nicht so viele Chancen, aber die Chancen, die man hat, sind viel besser.

Und nun noch eine kurze Vorschau für das Nachholspiel gegen Dresden.
Die Voraussetzungen sind vollkommen anders, als noch vor zweieinhalb Wochen.
Christian Fiél ist nicht mehr Interimstrainer, man versucht nicht mehr den Ballbesitz zu suchen. Der neue Trainer Mike Walpurgis wird hinten dichtmachen und versuchen, zu kontern.
Das Krankenlager hat sich inzwischen auch ein wenig gelichtet, Es wird das erste Spiel der Saison, in der die HSVer im Stadion nicht den Ton angeben.
Mal schauen, wie unsere junge Mannschaft darauf reagiert.
Ito fällt weiterhin mit Magen-Darm-Grippe aus, Holtby wird erst Mitte der Woche ins Training einsteigen.
Ausser den Langzeitverletzten war es das, mit den Ausfällen, Stand Sonntag.
Die beiden ausgewechselten und angeschlagenen, van Drongelen und Janjicic, sollen heute wieder trainieren und Dienstag spielen können.
Dank der Niederlage Kölns haben wir Dienstag die Chance, die Tabellenspitze zu erobern.

Ich habe allerdings kein gutes Gefühl. Ich schätze Dynamo als einen sehr unangenehmen Gegner ein.
Das gilt sowohl für die Mannschaft als und auch für die Fans.
Im Stadion wird die Hölle los sein.
Halten wir dem Druck stand und gehen in Führung, dann kann sich das allerdings auch zu unseren Gunsten entwickeln.
Das Dresdner Publikum ist sehr emotional. Diese Emotionen können sich dann auch mal gegen die eigene Mannschaft richten.
Also wäre es schön, wenn auch unwahrscheinlich, wenn wir früh in Führung gehen. Ansonsten seh ich schwarz. Die mauern das Tor dicht, es wird kein Durchkommen sein. Somit müsste man versuchen, Standardsituationen zu provozieren.
Da herrscht dann wieder Chancengleichheit.
Daß Ito fehlt, ist ein Verlust. Er kann durchaus 2-3 Spieler stehen lassen und unter Umständen nur noch durch ein Foul gestoppt werden, das zu Freistößen führen würde.

#Auswärtsbett
Eine geile Aktion! Nachdem sich viele Hamburger vor 14 Tagen ja umsonst auf den Weg nach Dresden gemacht hatten, wurde von Dresdner Fans die Aktion Auswärtsbett geboren. Hier bieten Dresdner den HSV-Fans Übernachtungsmöglichkeiten an, oft auch mit Transfer zum Stadion und wieder zurück.
Das ist eine unheimlich sympathische Aktion, ich hoffe, daraus entsteht die ein oder andere Fanfreundschaft.
So sollen Fans miteinander umgehen, das ist vorbildlich. Ich finde das toll.
(fb)