Saisonvorschau #HSVKOE

Moin
In der letzten Woche hat Augsburg uns klargemacht, wie man in Spiele um den Klassenerhalt reingeht.
Ok, personell gehen wir am Stock.
Gehen wir am Stock?
Ja, gehen wir.
Holtby, Hunt, Arp, Ekdal, Müller, alles Spieler, die offensiv was reißen können sind entweder krank oder nicht richtig fit.
Stattdessen spielen wir mit einem formschwachen Wood, Hahn und einem alten Sahilovic.
Kostic findet so auch nicht richtig ins Spiel. Er braucht Entlastung, sonst konzentriert sich die gegnerischen Abwehr zu sehr auf ihn.
Im Mittelfeld fehlen die schnellen Bälle in die Spitze, alles läuft zu langsam, zu pomadig ab.
Und Walace? Tja, der hat sich selber aus dem Spiel genommen. Jetzt, wo er sich in die Mannschaft spielen könnte, bockt er rum.
Dumm!
Spieler wie Schipplock erwähne ich lieber nicht.
Das Ergebnis: Keine vernünftige Torchance gegen Augsburg und durch eine einzige Unaufmerksamkeit des ansonsten guten Santos fangen wir ein Gegentor … Null Punkte.

Die Stimmung nach dem Spiel? Allerorts auf dem Tiefpunkt.
Und das macht mir Sorge.
Wir brauchen Energie, unsere Mannschaft bekommt diese Energie nur durch uns, durch die Stimmung.
Mit Energie läuft sie mehr, läuft sie schneller, alles geht etwas leichter von der Hand. Also, auch wenn wir selber müde sind: Wollen wir die Klasse halten, sind wieder mal wir Fans gefragt. #AlleMannAnBord die Vierte.

Es heißt: kein Trübsal blasen sondern Optimismus verbreiten und im Stadion die Mannschaft voll unterstützen.
Seid ihr unzufrieden, dann bitte nicht während des Spiels den Unmut äussern, sondern nach dem Abpfiff.
Auch Wut ist Energie! Sie ist zwar nicht so gut, wie positive Energie, aber immerhin. Das Schlimmste was wir tun können, ist resignieren! Ist, die schlechten Leistungen einfach hinnehmen und gar keine Stimmung machen, traurig sein und uns abwenden.
Das sind alles Stimmungen, die nichts voran bringen. Seien wir uns drüber im Klaren, wir müssen mal wieder die Mannschaft nach vorne zum Klassenerhalt peitschen. Ja, ich bin es auch leid. Aber ich will nicht absteigen. Und was Besseres fällt mir nicht ein.

Mittelfristig müssen wir zusehen, daß wir besser geführt werden. Der AR wird neu formiert. Am 18.02. wird auch der Präsident des eV neu gewählt.
Als Vertreter des größten Anteilseigners des eV im Aufsichtsrat kommt ihm eine besondere Rolle auch in der AG zu. Falls es Bernd Hoffmann wird, der als Gegenkandidat zum Amtsinhaber Jens Meier antritt, kann ich mir vorstellen, daß er eventuell auch den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen könnte. Aber das ist jetzt reine Spekulation meinerseits.

Kommen wir zum Spiel:
Das Lazarett der Kölner lichtet sich. So sind z. B. Hector und Horn wieder dabei. Dazu hat man sich auf dem Transfermarkt verstärkt.
Man hat mit Terodde einen reinen Mittelstürmer, der die Dinger reinmachen soll, und mit Kozielle einen jungen zentralen Mittelfeldspieler geholt, der das Spiel von hinten aufbauen soll.
Köln wird wahrscheinlich das Spiel machen (müssen). Sie sind es, die gewinnen müssen.
Ein Unentschieden hilft ihnen nicht recht weiter.
Uns sollte das entgegenkommen.
Köln wird wahrscheinlich viel über die Flügel kommen.
Dennis und Douglas sind also gefragt.
Die Flügel sind auch unsere Stärken, aber leider auch die der Kölner Abwehr.
Von daher wäre es nicht schlecht, wir könnten auch durch die Mitte nach vorne gehen. Hoffentlich findet Gisdol eine Möglichkeit, wie er den Spielern diesen Weg näher bringen kann.

Ich hab in der Woche viel drüber nachgedacht, wie wir wohl unsere Stärken am besten einbringen können.
Dabei bin ich zum Schluß gekommen, daß wir am besten Holtby wieder in die Mannschaft holen, in den Testspielen hat er mir gefallen.
Die Abwehr ist ok, da ändern wir nichts, im DM setzen wir auf den defensiv guten Jung.
Davor dann Hunt und Holtby, von denen sich einer jeweils fallen lässt, um das Spiel von hinten aufzubauen. Und das muß schnell gehen, mit vertikalen Pässen zu den drei schnellen Offensiven. Vorne spielen Kostic, Wood und Hahn. Und ich würde Kostic und Hahn schön rotieren lassen.
Mit dem Stadion im Rücken könnte es was werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem schnellen Spiel. In der letzten halben Stunde kann dann Ito kommen, und über die Dribblings Löcher reißen.

Das ist meine Idee zum Spiel. Was Gisdol sich denkt, ich weiß es nicht. Aber eines sollten wir uns vor Augen halten: Wir müssen auf Sieg spielen.
Und zwar in jedem der nächsten Spiele, sei der Gegner noch so stark.
Spiele wie gegen Freiburg nach dem Motto „Bloß nicht verlieren“ sollten wir uns schenken. Vor allem, wenn wir gerade mal Schwung haben sollten.

Also, wer im Stadion ist, brüllt unsere Mannschaft zum Sieg. Sie braucht das. Und falls wir es nicht schaffen, erst nach Abpfiff pfeifen, falls ihr meint, es muß sein.
Nur der HSV (fb)

Von Fan sein und Freundschaften

Stell dir vor, du hast einen guten Freund. Einen, der im Laufe der Jahre noch mehr geworden ist. Nämlich ein richtig guter Freund.

Und dann bekommt diese Freundschaft erste Risse und du weißt eigentlich gar nicht mehr so genau, wann es anfing, wann etwas anders wurde.

Langsam überlegst du länger, was du noch sagen kannst oder willst. Du kannst nachts nicht schlafen, weil du grübelst, was falsch gelaufen ist.
Schritt für Schritt findest du dich damit ab, dass das Verhältnis ein anderes geworden ist.
Und du reagierst entsprechend.
Mit der Zeit merkst du, es tut auch gar nicht mehr so weh. Schließlich war es ein schleichender Prozess, an dem immer zwei beteiligt sind. Und bestimmt geht es dir besser, wenn dieser Druck endlich weg ist, etwas ändern zu wollen, was anscheinend nicht mehr zu ändern ist.

Warum ich das alles schreibe?

Weil man als Fan des HSV momentan in genau dieser Lage ist.
Es gab das große Zeichen des Aufbruchs. Gemeinsam haben wir uns in den Armen gelegen, als HSVplus auf den Weg gebracht war. Gegen große Widerstände haben wir zusammengehalten, zusammen gekämpft. Haben unseren Verein, den wir so lieben, auf den für uns richtigen Weg gebracht.
Nach den schlechten Zeiten sollten endlich wieder gute folgen.
Voller Enthusiasmus ging es in die ersten Spielzeiten. Didi Beiersdorfer war back und die meisten von uns feierten diese Verpflichtung.
Bis die ersten Ernüchterungen kamen.
Denn statt nach oben, ging es stetig nach unten. Verpflichtungen, die nicht anschlugen, teure Trainer und Sportdirektorenwechsel…also eigentlich alles wie immer. Wie vor HSVplus, wie vor Didi Beiersdorfer.
Die Relegationen, 2014 und 2015. Was war das für eine Atmosphäre in der ganzen Stadt. Man litt gemeinsam, man konnte nach Niederlagen nachts nicht schlafen, machte sich Gedanken, grübelte, wie es soweit kommen konnte und was passiert, wenn… am Ende feierte man den Klassenerhalt, als sei der HSV gerade Meister geworden.
2016 beendeten wir die Saison auf Platz 10. Der Fußball war nicht immer schön, aber die Hoffnung lebte auf.
2017 zitterte man sich im letzten Spiel, gegen Wolfsburg, auf Platz 14.
Die Stimmung unter den Fans war noch immer gut, die in der Stadt hatte sich abgekühlt. Der HSV ist mal wieder im Abstiegskampf? *gähn*, ok, erzähl was Neues…

Und heute?
Wir haben den Vorstandsvorsitzenden, den Sportdirektor und natürlich die Trainer schon wieder mehrmals ausgewechselt. Nach van Marvjik und Mirko Slomka kamen Joe Zinnbauer (Peter Knäbel zähle ich nicht) und Bruno Labbadia.
Im September 2016 übernahm Markus Gisdol.
Warum? Weil man allen vor ihm keine weitere Entwicklung der zusammengewürfelten Mannschaft zutraute.
Ergebnis: Nach dem ersten Spiel der Rückrunde stehen wir auf Platz 17. Bremen hat einen, Mainz zwei und Wolfsburg (noch!) vier Punkte Vorsprung. Köln hat heute auch noch die Chance, auf 9 Punkte zu erhöhen.

Die Fans nehmen inzwischen die Niederlagen leiser hin.
Es zieht sowas wie Normalität ein. Sonntags aufstehen, mit einer Niederlage im Gepäck? Normal! Die Lästereien der Kollegen am Arbeitsplatz, von Nachbarn und Bekannten? Sie lassen nach. Die Blicke sind inzwischen eher mitleidig, denn schadenfroh.

Inzwischen ist das Trainerfass offen.
Kein Wunder. „Das Spiel hat uns gezeigt, woran wir arbeiten müssen“, sagte Gisdol gestern, in der Pressekonferenz, nach dem verlorenen Spiel gegen Augsburg. Äh, es hat gezeigt, woran man arbeiten muss? Was habt ihr vorher gemacht?

Seien wir ehrlich. Die neun in der Statistik aufgeführten Torschüsse waren eher welche, um den Torhüter warm zu schießen. Im Mittelfeld ging so gut wie gar nichts zusammen, und vorne fehlten die wirklichen Chancen. Zum Teil, weil die Offensive damit beschäftigt war, die Defensive zu unterstützen.
Das funktionierte bis zur 45. Minute.
Dann ging es, nach einem Freistoß über links schnell nach vorne, Caiuby flankte mit links an den Elfmeterpunkt. Dort gewann Koo das Duell mit Douglas Santos und netzte per Kopfball ins linke Eck. Pollersbeck blieb chancenlos.

Aber, was anderes hätte Gisdol, nach dieser bitteren Niederlage denn sagen sollen? Wir haben scheiße gespielt, aber wir können es halt nicht besser?
Am besten ist, du sagst gar nichts mehr weil du weißt, alles, WAS du sagst, kommt falsch rüber.

Und nun schließt sich der Kreis.
Es tut nicht mehr so doll weh, wenn „mein“ HSV verliert. Klar bin ich traurig. Aber eher deshalb, weil ich sehe, wie ein ehemals großer Verein sich immer kleiner macht. Wie hilflose Parolen von Spielern und Trainern Woche für Woche dieselben sind, ohne dass man am Ergebnis etwas ändern kann.
Der Verein hat sich und seine Fans über Jahre hinweg, Schritt für Schritt, selbst in diese Gefühlslage manövriert.
Die Situation ist ernst. Sehr ernst! Viele vergessen bei ihren Rechnungen zudem: auch die anderen Vereine haben noch 16 Spieltage und können an diesen punkten.
Verlieren wir nächste Woche gegen Köln, brennt die Hütte.
Das muss uns allen klar sein.

Auch wenn es in der Mannschaft noch so stimmig ist, wie alle Verantwortlichen immer behaupten: auf dem Platz geht noch immer wenig zusammen. Noch immer landet fast jeder 3. Pass beim Gegner, noch immer fehlt es vorne und im Mittelfeld an Kreativität.

Klar wäre ein Gang in Liga 2 sehr bitter. Ich beschäftige mich zum 1. Mal in den letzten Jahren ernsthaft damit und bin bereit, auch diesen Weg zu gehen, wenn nichts anderes mehr hilft. Natürlich bleibe ich Fan vom HSV und, klar werde ich auch am kommenden Wochenende wieder mitzittern, mich freuen oder ggf auch ärgern. Aber lange nicht mehr so, wie es früher mal war. Inzwischen schlafe ich auch nach Niederlagen nicht mehr mit negativen Gedanken ein. Wann das anfing? Ich weiß es nicht mehr so genau.
Es wird eben nie wieder so werden, wie es mal war! Vergangenheit wird Vergangenheit bleiben. Was die Zukunft bringt, müssen wir abwarten.
Das gilt im wahren Leben ebenso, wie für die schönste Nebensache der Welt!
Oder wie seht ihr das?
(mg)