Zu Besuch bei Bernd Hoffmann

Freitagmittag, ich sitze mit Ex-Blogperle und Klönstuver Krischan in der „Wahlkampfzentrale“, der Wohnküche von Bernd Hoffmann.
Sinn und Zweck des Treffens ist es, einen Podcast mit ihm aufzunehmen. Ihn etwas besser kennenzulernen, herauszufinden, was er will, was er denkt, was er plant.

Vorweg, ich bin tief beeindruckt.
Und das nicht vom Namen unseres prominenten Gegenübers, sondern von der Professionalität, mit der er das Projekt „HSV-Präsident“ angeht.
Wir sind umgeben von „schwarzen Brettern“ und Flipcharts.
Es ist ein Organigramm das den HSV aufgezeigt, die Mitgliederentwicklungen, aufgeteilt nach Sportarten und Abteilungen, die finanzielle Entwicklung vom HSV, seit 2014 unterteilt in eV und AG, die sportliche Entwicklung des HSV und vieles mehr.
Hier arbeitet ein Mann, der sich sehr viele Gedanken um den HSV und um das Amt, das er anstrebt, gemacht hat.
In diesen Flipcharts steckt viel Arbeit. Das macht man nicht mal so nebenbei. Und der Mann, der das ganze erklärt, ist mit solch einem Eifer dabei, das steckt an.

Besonders in Erinnerung ist mir das schwarze Brett geblieben.
Acht Bilder sind darauf zu sehen. Die Tabellenplatzentwicklung der letzten 10 Jahre, die Gewinne, die Umsätze, die Schulden usw.
Und unten rechts ein Bild seiner Familie.
Daß Bernd Hoffmann HSVer durch und durch ist, das wusste ich schon lange.
Wenn man sieht, wie er Spiele des HSV verfolgt, wie er Veranstaltungen des HSV verfolgt, alles mit Herzblut und wenn es haarig wird, dann fängt er an und beißt sich auf die Lippe.
Was aber auch noch deutlich wird: seine Jungs sind ebenfalls HSV-Fans. Und zu sehen, wie sie eine Enttäuschung nach der anderen verdauen müssen, das geht ihm als Vater an die Nieren.
Während viele von denen, die ihm vor Jahren abgesprochen haben, er sei ein echter HSVer, inzwischen schon lange nicht mehr da sind, Bernd Hoffmann lebt und leidet mit dem Verein.

Und da kommen wir zu dem, was ihn antreibt, sich als Präsident unseres HSVs zu bewerben: Er will es besser machen, er will die negative Entwicklung stoppen und umdrehen.
Uns gegenüber sitzt ein Mann, der seinem Verein helfen will und der von davon überzeugt ist, daß er es auch kann.
Ich bin auch davon überzeugt, daß er es besser machen wird.

Schwerpunkt seines Handelns wird die Begleitung der AG sein.
Er will ein aktiver Präsident sein, sich nicht nur um den Breitensport kümmern, sondern seinen Schwerpunkt auf die AG legen. „Hat die AG Husten, dann hat der eV ne Lungenentzündung“, sagt er.
Ein Spruch der nachvollziehbar ist.
3-3,5 Mio Mitgliedsbeiträge stammen von den Supporters. Dazu noch die Mieteinnahmen des Campus, den Alexander Otto dem eV gestiftet hat.
Landet der HSV in der Regionalliga, dann braucht man keinen Campus, dann sinken die Mitgliederzahlen. Vielleicht nicht kurzfristig, aber auf jeden Fall langfristig. Und dann wird es auch beim eV finanziell eng.
Aber Bernd Hoffmann hat Zeit zur Verfügung, deshalb wird sich um den eV nicht weniger gekümmert werden, als bisher.

Ich bin von Bernd Hoffmann überzeugt, ich werde ihn wählen und ich hoffe, daß am 18.02. möglichst viele Mitglieder zur MV kommen, um ihn zum zukünftigen HSV-Präsidenten zu wählen.
Es muß sich jedes Mitglied die Frage stellen: „Will ich, daß es bleibt wie es ist, oder will ich etwas ändern und dem im Sportmanagement erfahrenen und erfolgreichen Bernd Hoffmann und seinem Team meine Stimme geben?“

Das ganze Gespräch, das wir geführt haben, kann man ab Mittwoch im Podcast der „HSV Klönstuv“ hören. Es ist hörenswert

Nur der HSV (fb) #TeamHoffmann

Vorschau #RBLHSV

Moin
Die Vorschau kommt diese Woche etwas später, tut mir leid. Aber ich war für die Blogperlen unterwegs, soviel sei schon mal verraten.

Das Spiel gegen Köln … soooo schlecht war es eigentlich nicht.
Eigentlich…
Wir haben gut angefangen, dann aber schnell nachgelassen und nach dem Gegentreffer war aller Mut verpufft, alle Gegenwehr dahin.
Diese Mannschaft geht nicht mehr aufs Feld, um zu gewinnen, sondern nur noch, um Schaden zu begrenzen.
Und das ist fatal.
Nehmen wir mal die Bremer: Sie haben einen Kader, den ich als schlechter als unseren ansehe.
Sie spielen oft absolute Grütze zusammen. Aber sie spielen immer auf Sieg. und das ist der Grund, warum sie vor uns stehen.

Und von daher war der Trainerwechsel folgerichtig. Selten sag ich es, aber dieser Wechsel war richtig.

Ho Ho Hollerbach soll es richten.
Ich bin optimistisch, er wird es richten.
Vielleicht noch nicht heute, aber er wird den Abstieg verhindern.
Allerdings geht das nicht ohne unsere Hilfe, ohne die Unterstützung der Fans.

Aber es muss sich was ändern, und zwar grundlegend ändern.
Es kann nicht angehen, daß wir bei Abpfiff der Saison noch kein schlüssiges umsetzbares Konzept in der Tasche haben, sondern sich der AR und der Vorstand dann erstmal Gedanken darüber machen, wieviel Geld wir ausgeben wollen/müssen/dürfen.
Und es kann nicht angehen, daß wir dann erstmal betteln müssen, ob der Spieler, den man sich auserkoren hat auch die Zustimmung aus Malle erhält.
Wir müssen ein sportliches Team aufstellen, das das alles im Vorfeld schon koordiniert.
Und ich wäre dafür, wir installieren einen sportlichen Beirat, der die sportliche Führung im Transfergeschehen berät.
Und es kann auch nicht angehen, daß wir einen DM brauchen, unseren Verantwortlichen dann ein LV übern Weg läuft der nen guten Eindruck macht, und der wird dann gekauft.
Und wir stehen dann wieder ohne DM da (Beispiel, die Positionen sind beliebig auswechselbar)

Aber kommen wir zum Spiel:
Ich habe keine Ahnung, wie Holler spielen lassen will und auch keine Ahnung, wie Hasenhüttel darauf reagieren will und umgekehrt.

Ich rechne auch nicht mit einem Sieg, aber ich möchte eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die gewinnen will.
Die nicht statisch auf den Ball/Gegner wartet, sondern mit Spielern, die sich aufdrängen, die, wie es so schön heißt, ihrem Deckungsschatten entkommen, indem sie sich bewegen, damit ihre Mitspieler sie anspielen können.
Jeder muß den Willen haben, den Ball zu bekommen.

Ich hatte eigentlich mit Lewis Holtby gerechnet, aber der ist nicht mal im Kader.
Viele Experten hatten vorhergesagt, daß Waldschmidt spielen würde, auch er ist nicht im Kader. Es wird interessant.
Walace ist aber dafür mit dabei.
Er hat sich mit Todt und seinem Berater ausgesprochen, er hat ein Gespräch mit Holler gehabt und der hat ihm zugesichert, daß er mit ihm von vorne anfangen will. Die Zeichen stehen auf Reset, nun ist er dran zu liefern.
Er will zur WM, dann sollte er die Hacken in den Teer hauen und Leistung zeigen. Es ist nicht so, daß er nicht spielt, weil der HSV so böse ist, er hat die Chance auf einer Position, auf der wir große Probleme haben, seine Qualität zu zeigen.
Er hat die Chance und gewiss auch das Zeug, hier zum Stammspieler zu reifen. Es liegt ausschließlich an ihm. Und wenn er die entsprechende Leistung zeigt, dann hat er gute Chancen auf die WM.

Also, we trust in Holler … Nur der HSV (fb)

 

Saisonvorschau #HSVKOE

Moin
In der letzten Woche hat Augsburg uns klargemacht, wie man in Spiele um den Klassenerhalt reingeht.
Ok, personell gehen wir am Stock.
Gehen wir am Stock?
Ja, gehen wir.
Holtby, Hunt, Arp, Ekdal, Müller, alles Spieler, die offensiv was reißen können sind entweder krank oder nicht richtig fit.
Stattdessen spielen wir mit einem formschwachen Wood, Hahn und einem alten Sahilovic.
Kostic findet so auch nicht richtig ins Spiel. Er braucht Entlastung, sonst konzentriert sich die gegnerischen Abwehr zu sehr auf ihn.
Im Mittelfeld fehlen die schnellen Bälle in die Spitze, alles läuft zu langsam, zu pomadig ab.
Und Walace? Tja, der hat sich selber aus dem Spiel genommen. Jetzt, wo er sich in die Mannschaft spielen könnte, bockt er rum.
Dumm!
Spieler wie Schipplock erwähne ich lieber nicht.
Das Ergebnis: Keine vernünftige Torchance gegen Augsburg und durch eine einzige Unaufmerksamkeit des ansonsten guten Santos fangen wir ein Gegentor … Null Punkte.

Die Stimmung nach dem Spiel? Allerorts auf dem Tiefpunkt.
Und das macht mir Sorge.
Wir brauchen Energie, unsere Mannschaft bekommt diese Energie nur durch uns, durch die Stimmung.
Mit Energie läuft sie mehr, läuft sie schneller, alles geht etwas leichter von der Hand. Also, auch wenn wir selber müde sind: Wollen wir die Klasse halten, sind wieder mal wir Fans gefragt. #AlleMannAnBord die Vierte.

Es heißt: kein Trübsal blasen sondern Optimismus verbreiten und im Stadion die Mannschaft voll unterstützen.
Seid ihr unzufrieden, dann bitte nicht während des Spiels den Unmut äussern, sondern nach dem Abpfiff.
Auch Wut ist Energie! Sie ist zwar nicht so gut, wie positive Energie, aber immerhin. Das Schlimmste was wir tun können, ist resignieren! Ist, die schlechten Leistungen einfach hinnehmen und gar keine Stimmung machen, traurig sein und uns abwenden.
Das sind alles Stimmungen, die nichts voran bringen. Seien wir uns drüber im Klaren, wir müssen mal wieder die Mannschaft nach vorne zum Klassenerhalt peitschen. Ja, ich bin es auch leid. Aber ich will nicht absteigen. Und was Besseres fällt mir nicht ein.

Mittelfristig müssen wir zusehen, daß wir besser geführt werden. Der AR wird neu formiert. Am 18.02. wird auch der Präsident des eV neu gewählt.
Als Vertreter des größten Anteilseigners des eV im Aufsichtsrat kommt ihm eine besondere Rolle auch in der AG zu. Falls es Bernd Hoffmann wird, der als Gegenkandidat zum Amtsinhaber Jens Meier antritt, kann ich mir vorstellen, daß er eventuell auch den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen könnte. Aber das ist jetzt reine Spekulation meinerseits.

Kommen wir zum Spiel:
Das Lazarett der Kölner lichtet sich. So sind z. B. Hector und Horn wieder dabei. Dazu hat man sich auf dem Transfermarkt verstärkt.
Man hat mit Terodde einen reinen Mittelstürmer, der die Dinger reinmachen soll, und mit Kozielle einen jungen zentralen Mittelfeldspieler geholt, der das Spiel von hinten aufbauen soll.
Köln wird wahrscheinlich das Spiel machen (müssen). Sie sind es, die gewinnen müssen.
Ein Unentschieden hilft ihnen nicht recht weiter.
Uns sollte das entgegenkommen.
Köln wird wahrscheinlich viel über die Flügel kommen.
Dennis und Douglas sind also gefragt.
Die Flügel sind auch unsere Stärken, aber leider auch die der Kölner Abwehr.
Von daher wäre es nicht schlecht, wir könnten auch durch die Mitte nach vorne gehen. Hoffentlich findet Gisdol eine Möglichkeit, wie er den Spielern diesen Weg näher bringen kann.

Ich hab in der Woche viel drüber nachgedacht, wie wir wohl unsere Stärken am besten einbringen können.
Dabei bin ich zum Schluß gekommen, daß wir am besten Holtby wieder in die Mannschaft holen, in den Testspielen hat er mir gefallen.
Die Abwehr ist ok, da ändern wir nichts, im DM setzen wir auf den defensiv guten Jung.
Davor dann Hunt und Holtby, von denen sich einer jeweils fallen lässt, um das Spiel von hinten aufzubauen. Und das muß schnell gehen, mit vertikalen Pässen zu den drei schnellen Offensiven. Vorne spielen Kostic, Wood und Hahn. Und ich würde Kostic und Hahn schön rotieren lassen.
Mit dem Stadion im Rücken könnte es was werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem schnellen Spiel. In der letzten halben Stunde kann dann Ito kommen, und über die Dribblings Löcher reißen.

Das ist meine Idee zum Spiel. Was Gisdol sich denkt, ich weiß es nicht. Aber eines sollten wir uns vor Augen halten: Wir müssen auf Sieg spielen.
Und zwar in jedem der nächsten Spiele, sei der Gegner noch so stark.
Spiele wie gegen Freiburg nach dem Motto „Bloß nicht verlieren“ sollten wir uns schenken. Vor allem, wenn wir gerade mal Schwung haben sollten.

Also, wer im Stadion ist, brüllt unsere Mannschaft zum Sieg. Sie braucht das. Und falls wir es nicht schaffen, erst nach Abpfiff pfeifen, falls ihr meint, es muß sein.
Nur der HSV (fb)

Von Fan sein und Freundschaften

Stell dir vor, du hast einen guten Freund. Einen, der im Laufe der Jahre noch mehr geworden ist. Nämlich ein richtig guter Freund.

Und dann bekommt diese Freundschaft erste Risse und du weißt eigentlich gar nicht mehr so genau, wann es anfing, wann etwas anders wurde.

Langsam überlegst du länger, was du noch sagen kannst oder willst. Du kannst nachts nicht schlafen, weil du grübelst, was falsch gelaufen ist.
Schritt für Schritt findest du dich damit ab, dass das Verhältnis ein anderes geworden ist.
Und du reagierst entsprechend.
Mit der Zeit merkst du, es tut auch gar nicht mehr so weh. Schließlich war es ein schleichender Prozess, an dem immer zwei beteiligt sind. Und bestimmt geht es dir besser, wenn dieser Druck endlich weg ist, etwas ändern zu wollen, was anscheinend nicht mehr zu ändern ist.

Warum ich das alles schreibe?

Weil man als Fan des HSV momentan in genau dieser Lage ist.
Es gab das große Zeichen des Aufbruchs. Gemeinsam haben wir uns in den Armen gelegen, als HSVplus auf den Weg gebracht war. Gegen große Widerstände haben wir zusammengehalten, zusammen gekämpft. Haben unseren Verein, den wir so lieben, auf den für uns richtigen Weg gebracht.
Nach den schlechten Zeiten sollten endlich wieder gute folgen.
Voller Enthusiasmus ging es in die ersten Spielzeiten. Didi Beiersdorfer war back und die meisten von uns feierten diese Verpflichtung.
Bis die ersten Ernüchterungen kamen.
Denn statt nach oben, ging es stetig nach unten. Verpflichtungen, die nicht anschlugen, teure Trainer und Sportdirektorenwechsel…also eigentlich alles wie immer. Wie vor HSVplus, wie vor Didi Beiersdorfer.
Die Relegationen, 2014 und 2015. Was war das für eine Atmosphäre in der ganzen Stadt. Man litt gemeinsam, man konnte nach Niederlagen nachts nicht schlafen, machte sich Gedanken, grübelte, wie es soweit kommen konnte und was passiert, wenn… am Ende feierte man den Klassenerhalt, als sei der HSV gerade Meister geworden.
2016 beendeten wir die Saison auf Platz 10. Der Fußball war nicht immer schön, aber die Hoffnung lebte auf.
2017 zitterte man sich im letzten Spiel, gegen Wolfsburg, auf Platz 14.
Die Stimmung unter den Fans war noch immer gut, die in der Stadt hatte sich abgekühlt. Der HSV ist mal wieder im Abstiegskampf? *gähn*, ok, erzähl was Neues…

Und heute?
Wir haben den Vorstandsvorsitzenden, den Sportdirektor und natürlich die Trainer schon wieder mehrmals ausgewechselt. Nach van Marvjik und Mirko Slomka kamen Joe Zinnbauer (Peter Knäbel zähle ich nicht) und Bruno Labbadia.
Im September 2016 übernahm Markus Gisdol.
Warum? Weil man allen vor ihm keine weitere Entwicklung der zusammengewürfelten Mannschaft zutraute.
Ergebnis: Nach dem ersten Spiel der Rückrunde stehen wir auf Platz 17. Bremen hat einen, Mainz zwei und Wolfsburg (noch!) vier Punkte Vorsprung. Köln hat heute auch noch die Chance, auf 9 Punkte zu erhöhen.

Die Fans nehmen inzwischen die Niederlagen leiser hin.
Es zieht sowas wie Normalität ein. Sonntags aufstehen, mit einer Niederlage im Gepäck? Normal! Die Lästereien der Kollegen am Arbeitsplatz, von Nachbarn und Bekannten? Sie lassen nach. Die Blicke sind inzwischen eher mitleidig, denn schadenfroh.

Inzwischen ist das Trainerfass offen.
Kein Wunder. „Das Spiel hat uns gezeigt, woran wir arbeiten müssen“, sagte Gisdol gestern, in der Pressekonferenz, nach dem verlorenen Spiel gegen Augsburg. Äh, es hat gezeigt, woran man arbeiten muss? Was habt ihr vorher gemacht?

Seien wir ehrlich. Die neun in der Statistik aufgeführten Torschüsse waren eher welche, um den Torhüter warm zu schießen. Im Mittelfeld ging so gut wie gar nichts zusammen, und vorne fehlten die wirklichen Chancen. Zum Teil, weil die Offensive damit beschäftigt war, die Defensive zu unterstützen.
Das funktionierte bis zur 45. Minute.
Dann ging es, nach einem Freistoß über links schnell nach vorne, Caiuby flankte mit links an den Elfmeterpunkt. Dort gewann Koo das Duell mit Douglas Santos und netzte per Kopfball ins linke Eck. Pollersbeck blieb chancenlos.

Aber, was anderes hätte Gisdol, nach dieser bitteren Niederlage denn sagen sollen? Wir haben scheiße gespielt, aber wir können es halt nicht besser?
Am besten ist, du sagst gar nichts mehr weil du weißt, alles, WAS du sagst, kommt falsch rüber.

Und nun schließt sich der Kreis.
Es tut nicht mehr so doll weh, wenn „mein“ HSV verliert. Klar bin ich traurig. Aber eher deshalb, weil ich sehe, wie ein ehemals großer Verein sich immer kleiner macht. Wie hilflose Parolen von Spielern und Trainern Woche für Woche dieselben sind, ohne dass man am Ergebnis etwas ändern kann.
Der Verein hat sich und seine Fans über Jahre hinweg, Schritt für Schritt, selbst in diese Gefühlslage manövriert.
Die Situation ist ernst. Sehr ernst! Viele vergessen bei ihren Rechnungen zudem: auch die anderen Vereine haben noch 16 Spieltage und können an diesen punkten.
Verlieren wir nächste Woche gegen Köln, brennt die Hütte.
Das muss uns allen klar sein.

Auch wenn es in der Mannschaft noch so stimmig ist, wie alle Verantwortlichen immer behaupten: auf dem Platz geht noch immer wenig zusammen. Noch immer landet fast jeder 3. Pass beim Gegner, noch immer fehlt es vorne und im Mittelfeld an Kreativität.

Klar wäre ein Gang in Liga 2 sehr bitter. Ich beschäftige mich zum 1. Mal in den letzten Jahren ernsthaft damit und bin bereit, auch diesen Weg zu gehen, wenn nichts anderes mehr hilft. Natürlich bleibe ich Fan vom HSV und, klar werde ich auch am kommenden Wochenende wieder mitzittern, mich freuen oder ggf auch ärgern. Aber lange nicht mehr so, wie es früher mal war. Inzwischen schlafe ich auch nach Niederlagen nicht mehr mit negativen Gedanken ein. Wann das anfing? Ich weiß es nicht mehr so genau.
Es wird eben nie wieder so werden, wie es mal war! Vergangenheit wird Vergangenheit bleiben. Was die Zukunft bringt, müssen wir abwarten.
Das gilt im wahren Leben ebenso, wie für die schönste Nebensache der Welt!
Oder wie seht ihr das?
(mg)

Vorschau #FCAHSV

Die Winterpause ist vorüber, es geht wieder los.

Mal ehrlich, die Pause war sowas von wichtig … für uns Fans! Ich war nach den letzten Spielen der Hinrunde, in denen ich mir deutlich mehr erhofft hatte, reichlich bedient. Und entgegen sonstigen Hin- oder Rückrundenstarts muß ich gestehen, es kribbelt noch nicht.

Trotzdem müssen wir uns der Wahrheit stellen. Zu den letzten Spielen hab ich ja schon meinen Senf gegeben.
Am 1.1. sind wir ins Trainingslager gefahren. Neben dem Fitnessaufbau hatte es zwei grobe Ziele.
Erstens wollte Gisdol das Umschaltspiel verbessern.
Das ist auch teilweise gelungen, aber trotzdem haben unsere Spieler in den Testspielen nicht so wirklich reichlich getroffen.
Zudem wurde der Torwartzweikampf ausgerufen.
In den Testspielen hatte weder Mathenia noch Pollersbeck die große Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Ich sehe beide in etwa auf einem Level, schaun mer mal, wen Gisdol vorne sieht.

Was mir in den Testspielen auffiel, die individuellen Fehler haben wir nicht ausmerzen können. Das ist aber sehr, sehr wichtig, wenn wir die Klasse halten wollen.

Im Großen und Ganzen sind wir im Trainingslager von bösen Verletzungen verschont geblieben.
Nur traf es eben Ekdal mal wieder. Und wenn ich mir einen Spieler hätte aussuchen dürfen, der sich nicht verletzen soll, dann wäre er es gewesen.
Gerade in der Situation, in der Walace auch ausfällt.
Nach seiner Extratour ist er seelisch und körperlich nicht in der Lage dem Kader anzugehören.
Rumms. Das ist eine vernichtende Kritik des Trainers.
Und ein Merkmal dafür, daß die Zeichen sehr auf Abschied stehen. Hoffentlich bekommen wir das investierte Geld wieder raus (ich vermute nicht) und hoffentlich vermodert Walace bei seinem zukünftigen Verein auf der Bank.
Nicht, daß ich gehässig wäre, aber das hat er sich verdient.
Betrachten wir das als Chance, Spieler zu holen, die uns auch helfen wollen.
In der Presse wird das Geld ja schon reichlich ausgegeben: Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Diese Unruhe können wir gar nicht gebrauchen. Ich glaub zwar nicht, daß das Thema Walace so sehr an die Mannschaft herankommt, trotzdem lenkt es vom Fokus, um den es geht, ab.
Direkt um die Mannschaft selber ist mir alles noch viel zu ruhig. Ich hab den Eindruck, viele sehen den Ernst der Lage nicht.
Wir spielen doch gut … so ist Stuttgart auch abgestiegen.
Wir spielen doch gut … so ist Wolfsburg in die Relegation gekommen.
Gut spielen ist gut. Aber im Moment sind wir in der Situation, daß wir Ergebnisse brauchen. Ergebnisse, Ergebnisse, Ergebnisse!

Kommen wir zum Spiel:
Bei Augsburg fällt Finnbogason aus. Das ist schon mal enorm wichtig, denn er hat bereits 11 Treffer auf dem Konto und ist auch ein wesentlicher Punkt dafür, daß Gregerl trifft.

Aber auch bei uns konnten Fiete das Abschlusstraining, wegen einer fiesen Erkältung und Aaron Hunt wegen Knöchelproblemen, nicht mitmachen.
Der Einsatz von beiden ist ungewiss. Holtby fällt wegen Knieproblemen auch noch aus. Naja, vielleicht kann man da mal mit Ito auf der 10 starten.
Das wäre für viele eine Überraschung.

Dennis bekommt es mit dem besten Vorbereiter der Liga zu tun, mit Max.
Er ist aber auch abgelenkt.
Er steckt in Vertragsverhandlungen.
Höre ich mich um, so ist der allgemeine Tenor, man solle verlängern, aber nur ein Jahr, höchstens zwei. Und an dieser Einstellung droht es zu scheitern. Er hat angeblich einen interessanten Vertrag aus England angeboten bekommen, der ihm vier Jahre bietet. Aber hoffen wir zunächst mal, daß er an seine guten Hinrundenleistungen anknüpfen kann.

Ansonsten kann man wenig sagen, die Mannschaften werden nach so einer Pause meist neu gemischt, man weiß nicht, wie die Trainer aufstellen werden. Ich bin mal gespannt. So oder so, es wird auf jeden Fall ne ganz haarige Nummer und wir können nur was mitnehmen, wenn wir 90 Minuten mit Vollgas und hochkonzentriert arbeiten. Hoffen wir das Beste (fb)