Vorschau S04HSV

Endlich wieder Fußball, nach der Länderspielpause und diesem Aufsichtsratsgedöns, bei dem der HSV wieder mal schlecht aussieht.

Nachdem wir ein gutes Heimspiel mit drei gewonnenen Punkten hinter uns gebracht haben, frage ich mich, und da bin ich nicht alleine, wie dieser Sieg wohl einzuschätzen ist.
Sicher, es ging nicht ohne das nötige Glück.
In der ersten kniffligen Szene nach 3-4 Minuten hätte es schon die Führung für die Gäste geben können. Stattdessen muss in der 13. Minute ein Stuttgarter mit Gelb-Rot vom Platz, dessen zweite Gelbe nicht jeder Schiedsrichter gegeben hätte.
Am 1:0 war dann Ron-Robert Zieler nicht ganz unbeteiligt.

In der zweiten Halbzeit brauchten die Stuttgarter einen Handelfmeter (gut gesehen vom Videoassistenten, auch wenn es gegen uns war), um auszugleichen.
Kurzzeitig drohte das Spiel zu kippen, aber wir haben uns rausgearbeitet, -gekämpft, -gespielt, wie immer man das sehen mag. Als Folge davon haben wir das 2:1(Kostic) und 3:1(Arp) gemacht, beide durch Diekmeier vorbereitet, der zuvor den Elfer für die Gäste verursacht hatte.
Zwischenzeitlich hätte er auch treffen können (müssen?). Dann wäre sein Tag wohl perfekt gewesen.
Bis auf Sakai in der ersten Halbzeit hat die gesamte Mannschaft überzeugen können.
Angefangen bei Mathenia, der mit Ginczeks Chance auch mal einen Unhaltbaren entschärft hat.
Die Flügel scheinen sich inzwischen gut zu ergänzen.
Sowohl das Päarchen Santos/Kostic harmoniert gut, wie auch Diekmeier/Ito.
Hunt dirigiert das Spiel und Arp macht in der Spitze sehr vieles richtig, vom Tor mal abgesehen (Tore sind immer richtig). Er läuft gut, er bewegt sich taktisch gut, er steht immer richtig, weiß genau, wo das Tor steht.
Ihm und Ito zuzuschauen macht Spaß.

Wie werden wir gegen Schalke agieren?
Bis auf die Langzeitverletzten fehlt nur Ekdal. Gisdol hat also die Qual der Wahl. Bobby, der nicht zur Nationalmannschaft war, hat sein Knie geschont, es geht ihm besser. Er ist bereit für den Konkurrenzkampf und hat ihn auch angenommen.
Von daher ist die Frage in erster Linie, wie ist die Form der einzelnen Spieler und wie erwartet man Schalke.

Es fehlen dort auf jeden Fall Bentaleb und auf der Kippe steht Goretzka.
Schalke wird mit einer Fünferkette auflaufen, mit sehr offensiv agierenden Aussen und einem spielstarken Mittelfeld.
Das ist Chance und Gefahr gleichermaßen.
Mit Max auf der 6 hat man einen ballsicheren Verteiler, der aber doch noch gewisse Schwächen im Zweikampf hat. Überlaufen wir die Aussen und behalten den Ball flach im Spiel, dann könnten sich Lücken auftun, die wir nutzen können.
Die Gefahr ist in erster Linie das offensive Mittelfeld mit Kono und dem jungen McKennie.
Der Sturm mit Di Santo und Burgstaller ist nicht berauschend, wenn man ihnen nicht zuviel Platz lässt.
Tedesco gab in der Woche ein Interview, in dem er die Philisophie aufzeigte.
Man möchte weniger den Ball laufen lassen, sondern den Gegner, was immer das auch heißen mag.
Schalke spielt mit ballsicheren Spielern, das erfordert höchste Konzentration von unserer Seite. Aber trotz der ballsicheren Spieler, haben sie Probleme damit, dem Gegner das Spiel aufzudrängen. Man lebt in erster Linie von der individuellen Klasse und davon, daß der Gegner die Geduld verliert.
Schalke muß das Spiel machen.

Spielen wir mit Kostic, Hunt und Ito in der offensiven Mittelfeldreihe, dann kann es zu Problemen führen, wenn Ito und Kostic pressen wollen und Hunt das Timing verpasst.
Pressing ist nur gut, wenn alle mitmachen, am besten, wenn es wie auf Zuruf plötzlich geschieht (Pressingfalle). Das hat schon der alte Happel gelehrt. Viel Arbeit kommt auf das DM bei uns zu. Ekdal fällt aus, Sakai hat gegen Stuttgart geschwächelt … Jung ist wohl gesetzt. Ich bin gespannt, ob Gisdol unseren Käpt’n einsetzt, oder doch lieber draussen lässt.
Eine verlorene Halbzeit kann er sich gegen Schalke nicht wieder ungestraft nehmen. Janjicic wäre erste Alternative. Den Kader schätze ich wie zum Stuttgartspiel ein. Das bedeutet, daß Holtby wieder draussen vor wäre.
Verständlich, Lewis ist ein reiner 10er (noch dazu nicht in Topform), alle anderen sind flexibler einsetzbar, man könnte also individueller reagieren.
Vor 2 Wochen war ich mir nicht sicher, ob Sakai und Walace beide im Kader sind, durch den Ausfall von Ekdal sind sie wohl safe.

Gegen Stuttgart waren wir die bessere spielbestimmende Mannschaft. Wir hatten Passquoten, die recht gut waren, Zweikampfquoten, die recht gut waren. Das brauchen wir gegen Schalke auch, wenn wir gewinnen wollen.
Und wir müssen 90 Minuten konzentriert sein (plus Nachspielzeit).
Schalke hat zwar inzwischen schon 20 Punkte gesammelt, aber so richtig überzeugt haben sie mich nicht.
Da geht was, aber es wird nicht einfach.
Mit einer Leistung wie gegen Berlin oder Mainz holen wir nix. (fb)

WM ohne Holland und Italien … Muahahaha

Ok, das war es auch schon mit der Schadenfreude.
Eine WM sollte ein Tunier mit den besten Mannschaften der Welt sein. Deswegen muß man sich dafür qualifizieren.
Ok, es kommen trotzdem nicht nur die Besten mit, dazu ist das Leistungsgefälle zwischen Europa/Südamerika und dem Rest der Welt zu groß.

Wenn aber Fußballmächte wie zB Italien und Holland nicht bei den großen Tunieren dabei sind, dann ist das, entschuldigt die Wortwahl, scheiße.
Ja, ich freue mich, daß Island wieder dabei ist.
Ich freu mich auch für Länder wie Polen, Serbien und die Schweiz.
Aber ein eh schon langweiliges Tunier verliert noch mehr den Reiz, wenn die Topländer zu Hause bleiben müssen.

Ok, deren Probleme sind hausgemacht, das weiß ich auch, aber trotzdem finde ich es blöd.

Ich hoffe, daß die Topnationen sich endlich mal am Riemen reißen, und sich aus der Krise befreien, damit wir bei den nächsten großen Turnieren wieder auf sie als Gegner treffen.
Wie sagte Hägar der Schreckliche: Viel Feind, viel Ehr. Eine WM gegen Underdogs zu spielen ist also nicht das, was den Reiz ausmacht. Hoffen wir, daß die großen Nationen wieder in die Spur zurückfinden.

Besonders leid tut mir das Ausscheiden Italiens für einen der Größten des Fußballs, für DIE Torwartlegende schlechthin, für Gianluigi Buffon.
Der sportliche Erfolg machte ihn zu einem erfolgreichen Fußballer. Sein untadeliger Charakter als unheimlich fairer Sportsmann, an dem sich die Werners, Draxlers usw ein paar dicke Scheiben abschneiden können, haben ihn zu einem der größten Fußballer, die es je gegeben hat gemacht. Ohne ihn ist der Fußball wieder ein Stück ärmer geworden.

Und das Ganze lässt sich auch auf unsere Bundesliga übertragen. Egal ob HSV, Werder Bremen (jetzt gibts Haue), Köln oder Stuttgart, diese Clubs müssen für eine gute interessante Liga endlich wieder in die Spur kommen.
Die Plastikclubs mögen mehr Geld haben, aber sie sind beliebig. Sie sind austauschbar, sie sind langweilig, selbst wenn sie Fußball wie vom anderen Stern spielen. Sie berühren die Herzen der Fans nicht.

Bei all der Häme, die auch ich äußere (das gehört dazu), wünsche ich mir eine Liga oder auch Nationentuniere mit den Mannschaften, die da einfach hingehören, mit Mannschaften, die man lieben oder hassen kann, mit Mannschaften, die die Herzen der Fans berühren. (fb)

Es langweilt nur noch

Kühne hat sich mal wieder zu Wort gemeldet und ich stelle fest, es regt mich nicht so auf, wie es sollte. Mir scheint, man erwartet schon gar nichts anderes mehr.

Fakt ist, egal was beim HSV passiert, die Verantwortlichen, und dazu zähle ich auch Klaus Michael Kühne, haben ihre Streitigkeiten gefälligst intern zu regeln!
Egal was der Grund für den Weg an die Öffentlichkeit war, der jetzt eingeschlagene Weg ist und bleibt der falsche.
Mit jedem Gang an die Öffentlichkeit wird dem HSV Schaden zugefügt.

Kühne fordert HSVPlus2.0 … wenn ich einem solchen Projekt zustimmen sollte, dann höchstens um zu erreichen, daß Leute wie er endlich mal die Klappe halten.
Mir scheint, er ist sich gar nicht bewusst was er jedesmal anrichtet, wenn er sich an die Medien wendet.
Erst gibt er dem HSV Geld, um ihm zu helfen, dann haut er auf den selben HSV drauf und beschädigt ihn.
Wenn er Probleme im Leben hat, dann soll er zumindest den HSV aussen vor lassen. Eigentlich tut er damit sonst nichts anderes, als sich in die Gruppe von Hunke, Ertel, & Co einzureihen.
Wie sagte jemand neulich so passend(sinngemäß): „All die schlechten Ergebnisse verleiden mir nicht den HSV, aber diese öffentlich geführten Streitigkeiten. Wir haben die letzten Wochen gelitten, weil der HSV ein Spiel nach dem anderen verloren hat. Nun hatten wir mal Grund zur Freude und dann kommt Kühne“.
Ich kann ihn verstehen, obwohl ich, wie oben geschrieben, doch schon etwas mehr abgestumpft bin.
Klaus Michael Kühne kommt mir vor, wie meine Oma. Wenn sie mal einen Schein rüberwachsen ließ, konnte sie ihn nie ganz loslassen, man musste ihr den Schein, der einem hingehalten wurde, gefühlt richtig aus der Hand ziehen. Und ein paar Tage später hieß es dann „Dieses oder jenes kannst du für mich tun, du hast letzte Woche ja auch Geld bekommen“.
So nicht.

Zu Kühnes Forderungen:
Mir scheint, er ist muksch, weil sein Kandidat für den Aufsichtsrat nicht berücksichtigt wird.
Er möchte gerne, daß Gernandt Teil des neuen Aufsichtsrates bleibt. Der Verein, in Person von Jens Meier, ist dagegen.

Kühne steht meiner Ansicht nach ein Platz für einen seiner Vertrauten im AR zu.
Aber das heißt nicht, daß der Verein jedem Vorschlag von ihm zustimmen muß.
Karl Gernandt hat in den letzten drei Jahren gezeigt, daß er für diesen Posten nicht geeignet ist.
„Exzellent gewollt ist nicht exzellent gemacht“, sagte er vor drei Jahren bei seiner Wahl. Er ist exzellent gescheitert.
Also liegt es jetzt an Klaus Michael Kühne, ohne an die Öffentlichkeit zu gehen, für einen wählbaren Ersatzkandidaten zu sorgen.
Und hier empfehle ich keinen zu nehmen, der in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Kühne steht.
Es sollte eine Person sein, der er vertraut, die aber eine gewisse Neutralität inne hat.
Für einen direkten Vertrauten, der zB in einer seiner Firmen arbeitet, hat sich Kühne mit seinem Verhalten, meiner Ansicht nach, den Weg verbaut.

In der mopo fiel der Name Bernd Hoffmann. Dieser Mann wäre ein Glücksfall für den HSV.
Wir müssen nicht über seine Defizite im zwischenmenschlichen Bereich reden, aber er würde Sachlichkeit mitbringen, Leistungswillen und nicht zuletzt mehr Kompetenz, als viele andere Kandidaten.
Es wird nicht leicht mit ihm werden. Er ist schwierig. Aber das sind Leute, die etwas verlangen, nunmal oft.
Und der Aufsichtsrat ist kein Ponyhof, sondern dort soll gut und effizient für den HSV gearbeitet werden.
Daß Hoffmanns Herz immer noch für den HSV schlägt, das erkennt man schnell, wenn man ihn auf den Mitgliederversammlungen oder ähnlichen Veranstaltungen trifft.
Er wäre, dadurch daß er in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu Kühne steht, auch jemand, der ihm bei Bedarf seine Grenzen aufzeigen könnte.

Hoffen wir also, daß am Ende alles gut wird und wir einen AR bekommen, der besser ist als das, was wir in den letzten Jahren hatten. Oben werden die Weichen für Erfolg gestellt

Hoffen wir, daß das Thema Aufsichtsrat in Zukunft wirklich langweilig wird, weil es dort einfach flutscht und ruhig gearbeitet wird. (fb)

Unsere „kleinen Großen“: Fluch oder Segen?

Zwei Monate ohne Sieg. 7 Punkte aus zehn Spieltagen. Die Medien sägen am Stuhl von Markus Gisdol. Aus dem Verein heraus wird Ruhe suggeriert. Trotz allem wusste man: das Team war gestern zum Siegen verdammt, um dem Trainer eben diesen wackelnden Stuhl zu erhalten.

Sei es nun der Druck von außen oder die von Gisdol angedrohten strengeren Zügel, die Startaufstellung ließ beide Vermutungen zu.

 

So fand sich ein Lewis Holtby plötzlich auf der Tribüne, Bobby Wood auf der Bank wieder, während Jann-Fiete Arp und Tatsuya Ito in der Startelf standen.

Mit viel Feuer großem Willen auf beiden Seiten, wirkte das Spiel von Anfang an oft hektisch und vor allem kräftezehrend. Chancen gab es auf beiden Seiten. Leider fehlte es bei den Hamburgern zunächst erneut an Glück beim Abschluss.

 

Der erste Aufreger des Spiels: die Gelb-Rote Karte für Dženis Burnić. Der hatte erst kurz zuvor Gelb gesehen und legte sich nun mit Hunt an, der stolpert und fiel.  Die Geister scheiden sich noch heute: Foul oder nicht? Kann oder muss?

Ich gebe ehrlich zu, es hätte nicht unbedingt eine Gelbe sein müssen. Aber im Zuge der ausgleichenden Gerechtigkeit, die es ja bekannter Weise in jeder Saison gibt (geben MUSS), hatte ich in dem Moment kein Mitleid mit den Stuttgartern, die ab der 13. Minute in Unterzahl spielen sollten.

Im Übrigen weiß man in Hamburg ja aus leidvoller Erfahrung, dass man sich auch gegen Teams mit einem Mann weniger, nicht sonderlich viel leichter tut.

 

In der 20. Minute gab Zieler den Rothosen Schützenhilfe. Mit dem Knie lenkte er einen (gut) geschossenen Freistoß von Hunt ins eigene Tor.

 

Durch Ito und Arp kam gefühlt die doppelte Kreativität ins Spiel. Der wendige Japaner machte auf seiner rechten Seite mächtig Wirbel und Arp begeisterte mit überlegten Pässen und einigen guten Szenen im Stuttgarter 16er.

Dass Diekmeier, in der 28. Minute das 2:0 auf dem Fuß hatte… der Mantel des Schweigens hüllt die 100prozentige Chance kuschelig ein.

Dafür machte er das Geschenk der Gäste in der 55. Minute wieder wett. Der Videoschiri griff ein, hatte im 16er Hand von Dennis gesehen. Der anschließende Elfmeter brachte das 1:1.

 

Diekmeier die 3.: nach einem Pass von Ito auf Hunt, der, gefühlvoll geschossen zu Diekmeier fand, landete eine Flanke sauber auf Kostic. Der ließ sich nicht lange bitten und köpfte zum 2:1. Jubel im Volkspark und immerhin ein Scorrerpunkt für unseren rekordtorlosen Rechtsaussen..

Auch in der 69. Minute war Diekmeier beteiligt, als zum zweiten Mal in der Bundesliga die Stunde von Jann-Fiete Arp schlug. Er tanzte Pavard und Baumgartl, nach einem Zuspiel von Dennis  aus und schob aus 13 Metern den Ball ins linke Eck.

Sieg für Hamburg, 3 Punkte für Gisdol. Ein Trainerstuhlbein der bereits drei abgesägten, dürfte wieder dran sein.

 

Jann-Fiete Arp, Tatsuya Ito. Hoffnungsträger oder von Gisdol aus der Not heraus geboren? Segen oder Fluch für die beiden, die plötzlich von überall mit Lob überschüttet werden? Brechen sie unter den entstehenden Erwartungen ein oder trumpfen sie auf?

Ich persönlich denke, dass viel am persönlichen Umfeld liegen wird und natürlich am Charakter der zwei Youngsters selber, sich nicht von Beratern bequatschen und vom großen Geld zu früh verführen zu lassen.

Todt und Gisdol setzen dabei auf ein funktionierendes Team, das für Sicherheit und Bodenhaftung sorgen soll.

Wo der Weg hingeht, das weiß sicherlich nur der Fußballgott allein. Denn auch wenn sich „Uns Uwe“ mal wieder sorgt, man könne „seinen Fiete“ verheizen, gibt es für beide Möglichkeiten prominente Beispiele.

 

So debütierte auch ein Julian Draxler, im Januar 2011, mit 17 Jahren, bei Schalke (übrigens gegen den HSV). Er ist heute Kapitän der U21 und spielt, wenn er nicht gerade für Paris Saint-German aufläuft, auch unter Jogi Löw in der Nationalmannschaft.

 

Leroy Sané erhielt im Alter von 19 seinen ersten Profivertrag, bei Schalke, debütierte in der Liga aber bereits 2014 (aufgrund von Verletzungssorgen im Kader, kommt euch das bekannt vor ;-)), gegen, na, gegen wen? Genau, gegen Stuttgart. Heute, das ist bekannt, kickt er erfolgreich bei Manchester City und dürfte, ebenso wie Draxler, wohl zum WM-Aufgebot von Löw, im kommenden Jahr, zählen.

 

Und dann hätten wir da noch Marco Marin, der mit 18 Jahren, im Kader von Mönchengladbach, damals 2. Liga, debütieren durfte. In der Saison 2009/10 zählte er dann bereits zum Stamm der Bremer Weserelf. Von dort zog es ihn, bereits drei Jahre später auf die Insel, wo von Chelsea aus eine wahre Leihodyssee für den in Jugoslawien geborenen Marin begann. Er kennt, mit jetzt 28 Jahren, schon Fußballplätze in halb Europa. Unter anderem kickte er für Florenz, für Anderlecht und Trabzonspor, bevor er bei Oympus Piräus strandete. Nach der WM 2008, im deutschen Nationaltrikot, wurde es auch in der Natio still um den kleinen Flitzer. „Ja, ich könnte mir eine Rückkehr vorstellen und würde sicher vielen Vereinen mit meiner Spielweise helfen können“, so wurde der Linksaußen jüngst in der „Sport Bild“ zitiert.

 

Auch so kann es gehen…

 

Lieber Uwe Seeler. Sorge dich (mal) nicht. Ich habe das Gefühl, Arp, Knöll, Ito, Janjijic und wie unsere „kleinen Großen“ alle heißen, sind bei Markus Gisdol und auch den alten Hasen, rund um Papa Papa in guten Händen. Man merkt ihnen die Freude am Fußball an, man genießt die Sorglosigkeit, mit der sie den Ball verarbeiten, freut sich an ihren Ideen, die sie auf den Platz bringen und darüber, dass ihre Einsätze dafür sorgen, dass einige der Etablierten sich nicht mehr nur auf ihren gut dotierten Verträgen ausruhen können. Vielleicht ist das für sie eine schöne Art des Weckdienstes.

In dem Sinne: weiter so!

Kurz über die 3 Punkte freuen, trainieren, trainieren, trainieren und nach der (doofen) Länderspielpause den Schwung aus dem Stuttgart-Spiel mitnehmen, nach Schalke!

(mg)

Vorschau #HSVVFB

Der Druck wächst
Ob man will oder nicht, ob man der Meinung ist, wir sollen Ruhe behalten oder auch nicht, was sich nicht verleugnen lässt, ist, daß der Druck auf Gisdol und die Vereinsführung wächst. So langsam müssen Ergebnisse her.

Wir sind gut in die Saison gestartet, wir haben die Spiele, in denen man keine Punkte erwartet nicht gepunktet, wir haben allerdings auch dann nicht gepunktet, wenn man hätte punkten müssen. Und das ist unser Problem. Hannover hätte man auch „ohne 4“ schlagen können und müssen, Leverkusen hätte man schlagen können und vor allem die letzten drei Spiele, aus denen wir nur einen von neun möglichen Punkten geholt haben.

Gegen Berlin waren wir nicht gut, aber trotzdem waren wir klar die bessere Mannschaft. Besonders die letzten 20 Minuten, wo Gisdol Hunt, Ito und Arp eingewechselt hat.
Was aufgefallen ist: Wir stehen mit der 5erkette zwar defensiv besser, aber dadurch fehlt uns im Zentrum ein Ideengeber, der die drei Offensiven in Szene setzen kann. Um so ärgerlicher, daß wir schon wieder durch Konzentrationsmängel in Rückstand geraten ist. Sogar zweimal auf die gleiche Art und Weise. Wie schon gegen Mainz und einigen anderen Spielen. Und auch in der Offensive fallen immer wieder Konzentrationsmängel auf. Ein schlampiger Pass, ein Torabschluß, bei dem man merkt, der Spieler ist irgendwie nicht auf den Ball und den Schuss fokussiert.
In den Heimspielen sind die Spieler besser unter Spannung, gegen bessere Gegner sind sie auch besser unter Spannung. Da machen wir die besten Spiele.
Wie bekommen wir die Mannschaft auch gegen Gegner wie Mainz, Hertha und den VfB unter die nötige Spannung? Das ist die Kernfrage, die noch dringlicher ist, als wer gerade stürmt oder mit welcher Formation wir auflaufen.

Kommen wir auf das Herthaspiel zurück. Neben den beiden Standards, bei denen wir gepennt haben ist mir folgendes grundsätzlich aufgefallen: Wir sind mit der Fünferkette gestartet. Defensiv war das ne recht gute Leistung, von den beiden Aussetzern mal abgesehen. Aber dann hatten wir Probleme nach vorne. Hertha hat uns nicht einmal den Gefallen getan, die Ordnung im Spiel aufzugeben.
Dadurch kam ein langweiliges Spiel zustande.
Die einen wollten nicht, die anderen konnten nicht. Nach ca 70 Minuten kamen Ito, Hunt und Arp ins Spiel. Und ich hab die Rehenfolge der Nennungen ganz bewusst gewählt, auch wenn es nicht die zeitliche Abfolge war.
Mit Ito kam ein Spieler, der mit seinen Dribblings, seinen intensiven Läufen, seinen 1zu1-Zweikämpfen ne Menge Unordnung in das Spiel der sonst so auf Ordnung bedachten Berliner gebracht hat.
Mit Hunt kam ein Spieler, der diese Ordnung durch kluge Pässe ausnutzen konnte.
Ito riss die Lücken für Hunts Pässe auf.
Und Arp war dort, wo ein Stürmer sein soll: Am 16er wartete er auf seine Möglichkeiten und darauf, die von Hunt und Ito verursachten Fehler im Herthaner Abwehrverbund zu nutzen.
Einmal klappte das auch hervorragend.
Fiete Arp ist jetzt der Held.
Was viele dabei allerdings übersehen: Bobby musste sich vorher noch oft die Bälle and der Mittellinie abholen. Das erschwert einen Torabschluss für ihn besonders, weil er auf dem Weg zum Tor wertvolle Körner lassen muß.
Für Hahn und Kostic gilt Ähnliches. Die Art zu spielen ist kraftraubend und auch wenn wir kein Konditionsproblem haben, so fehlt den Spielern vorne oft die nötige Ruhe.

Unsere Schwäche ist das Zentrum. Wir haben mit Sakai und Ekdal gespielt, aber uns fehlte die Bindung zum gegnerischen 16er.
Vielleicht wäre es mal wieder angebracht, Walace eine Chance zu geben.
Ok, er hat defensive Probleme, aber er kann den Ball besser nach vorne bringen. Gegen Hertha war die Mannschaft zu defensiv ausbalanciert. Und, nun kommen wir wieder zum eigentlichen Problem: durch Unkonzentriertheit haben wir zwei dumme Tore gefangen.
Als wir offensiver aufgestellt waren, hatte man den Eindruck, die Hintermannschaft stand mehr unter Spannung und spielte konzentrierter. Zumindest war das meine subjektive Wahrnehmung.

Kommen wir zum Spiel am Samstag:
Ich denke, wir werden offensiver aufgestellt sein, als gegen Hertha. Viele erwarten Fiete und Ito von Beginn, ich bin mir da nicht so sicher.
Das Spiel wird von unserer Seite sicherlich intensiver geführt werden. Leider müssen wir noch einmal auf Jung verzichten, Danke Marco Fritz!
Bei Stuttgart fehlen in erster Linie Badstuber und der Gefangene von Ascobar (oder so ähnlich, der argentinische Treter, äh, 6er ist gemeint). Beide sind Verluste für die Stuttgarter.
Ich vermute, Aogo wird auf die 6 rücken und ein gutes Spiel machen. Leider ist Ginczek auch ausnahmsweise mal fit. Der hat eine brutale Qualität, wenn er nicht gerade verletzt ist. Aufpassen müssen wir auf Akolo und auch Terodde, der wohl später eingewechselt wird. Der trifft wieder. Diese drei Spieler dürfen keine Freiheiten bekommen. Dann ist das Spiel schon fast gewonnen.

Hoffen wir auf ein konzentriertes Spiel und damit dann auch drei Punkte (fb)

ps: Der Trainer, das merkt man genau, erreicht die Mannschaft noch vollkommen. Wir spielen taktisch das, was er will, wir lassen uns nicht hängen usw. Es fehlen sämtliche Zeichen, daß das Verhältnis nicht stimmen würde. Auch wenn die Ergebnisse fehlen, bin ich überzeugt, wir kommen mit Gisdol aus dem Keller raus