Wissen, wo man herkommt… #HSVD98

So sieht es aus, in der Bundesliga 2016/17:

Bayern München

Leipzig, Dortmund, Hoffenheim

Hertha, Bremen, Köln, Frankfurt, Freiburg

Die 9 restlichen Mannschaften spielen gegen den Abstieg.

Darunter auch der HSV. Wir erinnern uns alle nochmal an die Hinserie.
Nach 10 Spieltagen: 2 Punkte 4-23 Tore , Tabellenplatz 18.
Noch nie hat es in der Bundesligageschichte eine Mannschaft geschafft, sich mit dieser Ausgangslage zu retten und die Klasse zu halten.

Jetzt, 20 Spieltage später, stehen wir mit 33 Punkten auf Platz 15. 1 Punkt vor Platz 16!!!
Von den 20 Spielen wurden sieben verloren. In der Hinserie waren es acht von zehn.

Gisdol hat die Mannschaft nach dem 5. Spieltag übernommen und brauchte auch acht Spiele um den ersten Sieg in dieser Saison einzufahren!
2-0 in Darmstadt. Zwei weitere Erfolge gab es noch bis zur Winterpause.

Zur Erinnerung: Die Stützen der Rückrunde sind Papadopoulos und Mavraj in der Innenverteidigung. Beide wurden erst im Winter verpflichtet.

Gisdol und sein Trainerteam haben es geschafft, die Mannschaft dorthin zu bringen, wo sie jetzt steht. Das alles ist unter großem Einsatz aller erfolgt.
Man fördert das ständige Pressen, bei dem jeder in der Mannschaft gefordert ist.
Sobald auch nur ein, zwei Spieler ausfallen, durch Verletzung und/oder durch eine schlechte Tagesform, leidet das Spiel.
Die Mannschaft ist an sich gefestigt und jeder kämpft für jeden. Das sieht man Woche für Woche. Aber kleine Nuancen können das Spiel beeinflussen…

Wir dürfen nie vergessen, dass die Mannschaft aus Menschen besteht. Das konnte man ganz besonders beim Nordderby erkennen.
Die Farbbeutel, Flaschen und wohl auch Steine, die vor dem Spiel auf den Bus geworfen wurden, hat die Psyche der Mannschaft belastet.
Gisdol hat es ganz gut beschrieben. Farbbeutel waren ja „noch nicht so schlimm. Das klatscht einmal und dann ist gut“. Aber Bierflaschen und Steine? Da sind alle im Bus ganz schön zusammengezuckt.
Wenige Tage nach dem Anschlag auf den Bus des BVB ist die Angst und die Anspannung sowieso um einiges höher gewesen. Irgendwo habe ich in einem Kommentar oder Blogbeitrag gelesen, dass schon die körperliche Anspannung beim Aufwärmen nicht vorhanden war. Und im Spiel konnte man es dann auch sehen. Da nützt es auch nichts, dass der Großteil der Fans beider Lager diesen Vorfall verurteilt haben.

Und gegen Darmstadt? Du konzentrierst Dich die ganze Woche auf das Spiel. Bist fokussiert. Brennst darauf, dass Spiel zu gewinnen. Wie in den vergangenen Wochen auch, ist die Marschroute klar, von Beginn an Dampf zu machen. Möglichst schnell ein Tor vorzulegen.
Plötzlich wird im EIGENEN FANBLOCK Pyro gezündet, das ganze Stadion ist voll Rauch, so dass sogar das Spiel unterbrochen werden muss!
Zack. Konzentration erst mal dahin und alles, was Du Dir vorgenommen hast natürlich auch.

Warum ich das schreibe? Weil ich gerade nach Spieltagen durchdrehen könnte, wenn ich einige Kommentare lese. Haben denn alle vergessen, wo wir herkommen? Ja, es wurde in den vergangenen Jahren über hundert Million in die Mannschaft investiert. Das Ergebnis ist nicht das, was wir alle erhofft haben. Aber dafür können die Spieler am wenigsten für. Es wurden so viele Fehler gemacht. Fast in jeder Transferphase. Aber das ist wiederum ein anderes Thema.

Ich wollte nur noch mal darauf hinweisen, wo wir herkommen!

Zusammen werden wir es auch in diesem Jahr schaffen und die Klasse halten. Danach müssen wir einfach darauf hoffen, dass jetzt die einzelnen Mannschaftsteile sinnvoll ergänzt und erweitert werden und die Mannschaft punktuell verstärkt wird, Dann kann in der folgenden Saison der nächste kleine Schritt erfolgen und wir können von Anfang an um Platz acht bis zehn mitspielen. Aber nicht jetzt.
Nur der HSV

PS: Zum Spiel gegen Darmstadt: es war eine schlechte Leistung der Mannschaft. Hinzu kamen eine Menge Fehlentscheidungen des Schiedsrichters.
Am Sonntag geht es in Augsburg wieder um Punkte. Und drei Niederlagen in Folge? Nein!
(CM)

Mit Fehlpässen zum Erfolg #HSVD98 Vorschau

Daß ich mich kurz vor einem Spiel melde um etwas über Taktik zu schreiben ist wahrlich nicht die Regel und wird es auch nicht werden. Aber ich bin gespannt, was Gisdol sich für morgen ausdenken wird. Wie werden wir die Lilien knacken?

Die Ausgangslage ist bekannt: Darmstadt hat in dieser Saison noch keinen Punkt auswärts geholt, der HSV hat seit November letzten Jahres kein Ligaspiel im Volkspark verloren. Der HSV ist der eindeutige Favorit.

Allerdings muß man den Lilien zugestehen, sie haben sich entwickelt. Der Lutscher leistet gute Arbeit, das muß ich zugeben. Zu Anfang der Saison war noch hinten reinstellen und dann hoch und weit nach vorn die Taktik. Das hat sich geändert. Inzwischen spielt man am Böllernfalltor Fußball und auch zunehmend auswärts. Damit hätte man auch schon fast ein paarmal gepunktet. Letzte Woche hat man sogar die Schalker geschlagen. Sie kommen, auch wenn es tabellarisch nicht so aussieht, mit Rückenwind nach Hamburg. Und sie haben nichts zu verlieren, sie spielen vollkommen ohne Druck.

Nichts desto trotz fehlt ihnen die Qualität, um das Spiel spielerisch zu beherrschen, also werden wir sie wahrscheinlich hinten reindrängen können. Und was dann? Das Spiel machen ist nicht so unser Ding, wir lieben das Gegenpressing, früh auf den Gegner gehen, ihn zu Fehlern zu zwingen, den Ball erobern und ab Richtung Tor.

Nun könnte man denken: Ok, das wird nichts, wenn sich Darmstadt hinten reinstellt.
Nun ist es so, wenn wir auf Sicherheit spielen, dann wird das nichts werden, dann spielen wir wie beim Handball um den 16er rum und kommen nie vors Tor. Ein erfolgreicher Konter und wir liegen hinten.
Aber auch dagegen gibt es ein Mittel, den gezielten Fehlpass. Ok, das ist jetzt etwas extrem, aber das kann durchaus ein Mittel sein. Man passt den Ball absichtlich zum Gegenspieler, setzt ihn dann so unter Druck, daß er den Ball verliert und man selbst den Ball bekommt und ist dann im 16er in gefährlicher Position, um abzuschließen. Damit könnten wir unsere Stärken ausspielen, obwohl Darmstadt sich hinten reinstellt. Gisdol hat schonmal angedeutet, daß man eine defensiv stehende Mannschaft so knacken könnte. Wer weiß, vielleicht wird das unsere Taktik für morgen?

Ich vermute eher, daß wir das nicht so konsequent spielen werden, wie die Theorie das aussagt. Aber ich denke, wir werden unsere Pässe mit hohem Risiko in den 16er passen. Entweder er kommt an, oder aber,wir können das tun, was wir können, sofort den Ballführenden angreifen, ihm den Ball abluchsen und so eine Torchance kreieren.

Vor allem aber beinhaltet das eines: Wir sollten als Fans nicht nervös werden, wenn es vorne in der Spitze viele Fehlpässe geben sollte. Sie könnten gewollt, bzw billigend in Kauf genommen, sein. Fehler sind unter Gisdol erlaubt.
Ich persönlich finde diese Taktik spannend und bin gespannt, ob Gisdol sich an diese taktische Finesse erinnert hat, als er den Matchplan für das Spiel gegen die Lilien konzipiert hat.
Nur der HSV (fb)

Noch ein paar Gedanken zum Nordderby

Meine Bloggerkollegin ist ja gestern schon mit einem Blog auf das Derby eingegangen, ich möchte trotzdem noch ein paar Worte sagen.

Vorweg: Die Welt geht von dem Ergebnis nicht unter!

An unserer Situation hat sich nichts geändert und an der Situation wird sich auch so schnell nichts ändern, weil die anderen sich auch noch nicht aufgegeben haben. Unser dickes Pfund: Wir haben das leichteste Restprogramm und dabei noch drei Heimspiele. Ein weiterer Punkt, der einfach für uns spricht: Wir kennen Abstiegskampf, wir wissen wie es geht und uns ist seit Anfang der Saison klar, daß wir uns zu diesem Zeitpunkt im Abstiegskampf befinden. Der Druck war schon immer groß und wir haben ihm standgehalten. Und das macht uns so locker, entspannt bei gleichzeitiger Fokussierung aufs Ziel, trotz Kampf um den Klassenerhalt. Schau ich mir die Konkurrenz an, von denen ist niemand locker und entspannt, da ist viel Krampf dabei.

Am lockersten ist, neben uns, unserer nächster Gegner. Darmstadt hat sich damit abgefunden, daß sie die Klasse nicht halten werden. Es war zwar schon länger klar, wenn sie auch noch die theoretische Chance haben, aber seit der englischen Woche haben sie es akzeptiert und spielen locker auf. Das Ergebnis ist ein Sieg gegen Schalke. Ein Schalke, auf dem jetzt wieder der Block brennt. Tönnies hat sich öffentlich geäussert und zwischen den Zeilen hat er den Trainer mal wieder angezählt. (Willkommen auf Schalke, Herr Heidel!) Dieser Sieg zeigt auf, daß Darmstadt durchaus Fußball spielen kann. So ganz ohne Druck können sie auch erfolgreich spielen. Die Tabelle ist ihnen inzwischen egal und sie haben ein Erfolgserlebnis im Nacken. Sie sind gefährlich. Aber das sollte unsere Mannschaft wissen, der Trainer weiß es, das hat er in der Presserunde am Ostermontag klargemacht. Wir müssen wieder alles geben und die Jungs brauchen die Fans. Es ist Heimspiel und die Jungs brauchen die Unterstützung der letzten Heimspiele, auch wenn vielleicht mal was nicht klappt.

Und nun wieder zum Thema, dem Derby: Bremen war besser. Der Sieg ging in Ordnung. Was ich Sonntag schon gesagt hab, wir sind nicht in der Lage die Ausfälle so vieler Leistungsträger zu kompensieren, wie es in Bremen nötig gewesen wäre. Papa fehlt hinten eindeutig, schon allein mit seiner Mentalität. Jung und Mavraj sind gute Spieler, aber gegen Papa können sie nicht anstinken. Und vorne fehlte uns Bobby. Gerade weil Müller auch fehlt. Kostic ist dann der einzige schnelle Konterspieler. Gregerl ist nicht der schnellste, Hunt hat Endgeschwindigkeit, aber nicht den Antritt und Holtby läuft immer, da fehlt die Kraft für Sprints. Und Kostic alleine ist verschenkt. Er verzettelt sich dann zu leicht. Auch fehlt mit Bobby ein Spieler, der unter Druck agieren kann und den Ball auch in Bedrängnis annehmen und verarbeiten kann.

Und dann waren die Bremer einfach galliger auf den Sieg. Beim HSV hat man die ganze Woche nur gehört „hoffentlich bleibt es friedlich, hoffentlich passiert nichts Schlimmes“ und aus Bremen kam eine Kampfansage nach der anderen. Und so haben es die Fans auch angenommen. Die HSVer waren größtenteils friedlich und die Werderaner bewerfen den Bus mit Farbe, Steinen und Flaschen. Und nicht unterwegs, sondern direkt am Stadion. Und kennt man die Polizei in Bremen, dann ist es nicht ausgeschlossen, daß sie bei der Aktion gezielt weggesehen hat. Und wenn man den Werderweg über lange Zeit verfolgt, dann kann man auch durchaus annehmen, daß Baumann & Co es durchaus recht ist, wenn sowas passiert, solange es nicht ausartet, wie in Dortmund. Werder ist jedes Mittel recht, um das Derby zu gewinnen. Der ganze Verein lebt das Derby. Giftpfeile im Vorfeld von Pizarro, Bartels, Kruse & Co, ganz gezielt, um die Fans heiß zu machen. Steine gegen den HSV-Bus … der grünweiße Verein ist nicht unschuldig.

Und genauso sind die Mannschaften ins Spiel gegangen. Bremen war heiß, wir wollten friedlich Fußball spielen.

Liebe Mannschaft des HSV: So gewinnt man kein Derby.

Wie sagte Nagelsmann in der Woche vorher: Hoffenheim hatte gegen den HSV nie emotionalen Zugriff auf das Spiel bekommen. So ging es dem HSV am Ostersonntag auch: Wir haben nie den emotionalen Zugriff auf das Derby bekommen. Das muß im nächsten Jahr anders werden!

Nur der HSV! (fb)

Ein Debüt, zwei Gegentore und drei Punkte weg #SVWHSV #Nordderby

Käpt’n Klartext Sakai: „So holen wir keinen Punkt! Jeder muss bereit sein, heute waren wir es nicht. Bremen hat verdient gewonnen. Wir hatten die gesamte Partie keinen Zugriff. Wir waren ganz schlecht, müssen alle mehr Verantwortung auf dem Platz übernehmen“

Markus Gisdol: „Bei uns hat es heute nicht zu 100% gepasst und eine durchschnittliche Leistung reicht hier nicht für einen Punkt. Die Situation ist für uns unverändert. Es wird bis zum letzten Spieltag alles ganz eng. Wir bleiben voll auf Spannung“
Warum ich immer das Gefühl habe, meine Eindrücke mit Zitaten von HSV -Spielern (oder Trainern) untermauern zu müssen?
Ehrlich?
Ich weiß es selber nicht!
Aber vielleicht ist es dieses unausweichliche „Mund abputzen und weiter“ oder „Krone richten und weiter“, das man gerne mal von vielen Seiten um die Ohren gehauen bekommt wenn man es wagt, kritisch zu sein.
Fakt ist: ja, es ist noch nicht alles verloren.
Fakt ist aber auch: jetzt ist ein Sieg gegen Darmstadt Pflicht und man hätte, mit einem, ja, gar mit 3 Punkten aus dem Derby gegen Bremen, wesentlich entspannter in die nächste Buli-Partie gehen können!
Nur noch ein Punkt trennt den HSV von dem ihm so bekannten Relegationsplatz. Und Darmstadt verkauft sich wahrlich nicht billig in der Endphase dieser Saison. Somit ist ein Sieg so selbstverständlich nicht!
Dabei fing alles so gut an. Bereits nach sechs Minuten durften die mitgereisten Hamburger jubeln. Michael Gregoritsch netzte, nach einem Sahnepass von Hunt, der bei seinem ehemaligen Arbeitgeber mit Pfiffen begrüßt wurde, per Kopf ein. Na gut, nach etwa 30 Sekunden hätte es auch genauso gut schon 1:0 für Bremen stehen können, als Max Kruse (gebürtiger Reinbeker), zum ersten Mal an dem Tag den Ersatz für den verletzten Adler, Mathenia, prüfte.
Eine hektische Halbzeit weiter, in der insbesondere Werder immer wieder gefährlich vor dem Gästetor auftauchte, kam in der 41. Minute das, was kommen musste: Kruse glich aus. Mit 1:1 gingen die Mannschaften in die Kabinen.
Und wer als Hamburger Fan ehrlich ist muss zugeben, dass diese 45 Minuten nicht unbedingt zur Beruhigung und Hoffnung auf drei Auswärtspunkte beigetragen hatten.
Irgendwie bekam man nicht so wirklich Zugriff auf das Spiel, verlegte sich eher aufs Stören, als aufs Kontern. Die Torabschlüsse waren unausgegoren, so man denn doch mal durch die Werderaner Abwehr kam. Einer der Besten auf dem Platz war für mich wahrlich Aaron Hunt. Der aber blieb mit seinen Bemühungen, den Ball in den eigenen Reihen nach vorne zu bringen, leider zu oft am Gegner hängen. Viel zu selten konnte man den Ball über mehr als zwei Stationen behaupten. Die Bremer wirkten gefestigter und griffiger.
Im Gegenzug war es eine Frage der Zeit, bis der quirlige Kruse, der ständig auf ein zweites Tor drängte, erfolgreich werden würde. War er es schließlich nicht selber, so sorgte er doch mit einer schönen Vorlage, in der 75. Minute, auf den gerade erst eingewechselten Florian Kainz für das letztlich entscheidende 2:1.
Weder die Hamburger Abwehr, noch Mathenia, machten dabei eine gute Figur.
Fazit: festzuhalten bleibt, dass man bei den Rothosen die zahlreichen Ausfälle dann doch irgendwann nicht mehr auffangen konnten. Insbesondere Papadopoulos wurde in der Abwehrzentrale schmerzlich vermisst. Und auch Kostic, sowie sein Gegenüber, Gregoritsch, überzeugten nicht wirklich. In der Mitte fehlte Wood. Lasogga, dem Gisdol in der 63. Minute mal wieder eine Chance gab blieb farblos, und auch Waldschmidt, der in der 83. Minute für den ausgepowerten Holtby kam, konnte keinerlei Ausrufezeichen hinter seinen Namen setzen.
Ein Lichtblick: die Einwechselung von Bakery Jatta. Der aus Gambia stammende 18Jährige feierte sein Bundesligadebüt für den HSV. Und fast, ja fast wäre es eine noch größeres Erfolgsgeschichte geworden. Leider stand Flankengeber Holtby für den Linienrichter im Abseits, bevor Jatta den Ball zum 2:2 ins Netz versenkte.
In dem Zusammenhang Hut ab vor Markus Gisdol, der mit seinen Auswechselungen durchaus Mut bewiesen hat. Allerdings brachten selbst drei Stürmer auf dem Platz letztendlich nicht den gewünschten Erfolg.

War noch was? Ach ja. Ein paar Bremer Vollpfosten die meinten, den HSV-Bus, im Vorfeld des Derbys, mit Farbbeuteln, Flaschen und sogar Steinen bewerfen zu müssen. Super Idee! Vor allem nach den Ereignissen der vergangenen Woche!
Gisdol über die Busattacke: „Ich finde es nach den aktuellen Vorkommnissen sehr unsensibel, man ist schon sehr angespannt. Dies ist aber keine Ausrede für unsere heutige Leistung.“
Auch dafür gebührt dem Trainer von meiner Seite ein „Hut ab“.

P. S. Einen dicken Pluspunkt darf sich, wohl nicht nur bei mir, auch Kapitän Sakai abholen, der sich auf seiner Instagram-Seite direkt an die Fans wendete und vollen Einsatz der gesamten Mannschaft, im laufenden Abstiegskampf versprach. Danke Gotoku! Genau das wollen wir hören. Und am nächsten Samstag natürlich auch sehen!
(mg)

Bayernsieger-Besieger! Der doppelte Hunt #HSVTSG

Seit neun Partien im Volkspark ungeschlagen, eine Mannschaft, die ein Team geworden ist und der Glaube daran, dass man gerade gegen die starken Hoffenheimer was reißen kann, weil kaum jemand im Vorwege daran glauben wollte. All das hat wohl mit dazu beigetragen, dass trotz der zahlreichen, wegen Verletzungen, nötig gewordenen Umstellungen, von Anfang an ein außergewöhnlicher Siegeswille in Hamburg spürbar war.
Was ich gesehen habe? Ich habe eines der besten Spiele des HSV in dieser Saison gesehen. Ein Spiel, bei dem von Anfang an klar war, wer den größeren Willen mit auf den Rasen getragen hatte.
Auch, wenn uns mein „Lieblingsmoderator“ von Sky, Herr von Thurn & Taxis klarmachen wollte, dass die Kraichgauer noch müde vom Bayernspiel wären (was natürlich Quatsch ist, wir hatten nämlich auch Englische Woche, Herr T&T!), mir kam es eher so vor, als würden uns die Hoffenheimer, nach dem Sieg gegen den Tabellenführer, nicht ganz so ernst nehmen. Vielleicht trug aber auch die Tatsache, dass es den Hanseaten seit Oktober 2015 nicht mehr gelang, in diesem Duell als Sieger vom Platz zu gehen, seinen Teil zu dieser laxen Leistung bei.
17 Punkte aus den letzten sieben Spielen, gestern war Schluss mit dem Höhenflug des CL-Anwärters, unter Trainer Nagelsmann, dank eines gut aufgelegten Aaron Hunt und eines risikobereiten Papadopoulus, der aus seiner Verletzungspause heraus, wieder das Zepter in der Abwehr übernahm.
Dumm, dass gerade er sich in der 68. Minute seine 5. Gelbe Karte abholte und damit im Derby gegen Bremen, am kommenden Sonntag, fehlen wird!
Nach einer hektischen Anfangsphase, in der der Ball schnell hin und her lief, gab es in der 23. Minute einen Freistoß für Hamburg. 20 Meter lagen zwischen dem Schützen, Aaron Hunt, und dem gegnerischen Tor.
Die Mauer versperrte Oliver Baumann die Sicht, Hunt netzte mit einem Superschuss direkt in die Torwartecke ein.
1:0! Hamburg lag sich jubelnd in den Armen.
Leider nicht lange. Denn bereits zehn Minuten später foulte Ostrzolek Ermin Bicakcic unglücklich im Sechzehner. Mal wieder ein Elfmeter IN Hamburg aber nicht FÜR Hamburg.
Zwei Minuten später steht es 1:1.
Nach der Halbzeitpause drehen die Hoffenheimer ein wenig mehr auf. Da gab es wohl Ansage in der Kabine. Glück für die Hamburger, dass der Schiri den Treffer von Wagner, in der 49. Minute, wegen Stürmerfouls wegpfiff. Das Spiel wurde hektischer. Kleine und auch größere Foulszenen ließen selten einen längeren Spielfluss zu.
Dass der HSV aber noch immer überlegener spielte beweist auch, dass die erste Ecke für Hoffenheim erst in der 66. Minute ausgeführt wurde. In der 75. Minute war Bobby Wood selbstlos und schlenzte den Ball, kurz vor dem gegnerischen Tor zum sich freigelaufenen Hunt rüber, der unbedrängt zur erneuten Führung einnetzte.
Es folgten noch ein, zwei gefährliche, aber Gott sei Dank, ergebnislose Angriffe der Hoffenheimer und vier (!) Minuten Zittern in der Nachspielzeit, dann war es gelungen: der Hamburger SV schlägt Hoffenheim mit 2:1 und sichert sich, zumindest bis zur nächsten Woche, Platz 13.

Mal wieder sorgte in der hanseatischen Fußballwelt ein schon so gut wie aussortierter Spieler für wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Wir erinnern uns an die von den jeweiligen Trainern ungeliebten Spieler wie Mancienne, Rajkovic, Ilicevic oder auch einen Kacar, die wesentlich dazu beitrugen, den Buli- Dino 2014 und 15 im Fußball-Oberhaus zu halten. Aaron Hunt hätte im Winter gehen können, Gisdol plante bereits ohne ihn. Durch Verletzungen in der aktuellen Stammelf (insbesondere Müller), rutschte er bereits in den letzten Spielen immer wieder in den Kader, jetzt sogar in die Startelf. Dort unterstrich er gerade gestern seine zuletzt gezeigten guten Leistungen.
Mal wieder hat die Wundertüte HSV zugeschlagen und gepunktet, wo sie für viele eigentlich chancenlos war.
Man will ihnen zurufen: macht es noch einmal, Jungs! Schenkt uns am kommenden Sonntag den Sieg im Derby gegen Bremen! Das würde sooo gut tun und weiterer Balsam sein, auf den geschundenen HSV-Seelen!
Damit erkläre ich die Derbywoche für eröffnet…
(mg)

5:1 für Adler – #HSV verliert in #Dortmund #BVBHSV

Hätte, wäre, würde, wenn…

Damit füllen sich heute die Internetseiten.
Und natürlich geht es dabei um das gestrige Spiel gegen Dortmund.

3:0 verliert eine ambitionierte Hamburger Mannschaft gegen aggressiv aufspielende Dortmunder.
Und damit wären wir beim ersten „HÄTTE“. Denn hätte Bobby Wood eine seiner drei 100%igen, in der 1. Halbzeit reingemacht, „WÄRE“ das Spiel vielleicht anders gelaufen.
Ist es aber nicht!

Denn gerade die ersten 45 Minuten waren geprägt von Fehlpässen und einer meist unglücklichen Offensive, da Pässe aus dem eigenen 16er sehr oft vorne niemanden als Anspielstation fanden.
Hier fehlte eindeutig Holtby, der gestern wesentlich defensiver spielte, spielen musste, als sonst. Somit landeten diese für ihn gedachten Bälle beim Gegner, die wiederum einen Konter einleiten konnten.
Mit Mann und Maus war man damit ausgelastet, die Dortmunder Offensive, angeführt von einem gierigen Aubameyang, vom Hamburger Tor wegzuhalten.
Selbst der schnelle Diekmeier hatte so seine Probleme, gegen einen noch schnelleren Emre Mor, der ihm das ein oder andere Mal einfach so entwischte.
Der traf dann zwar nicht zum 1:0. Und auch dem Maskenmännchen Auba gelang es nicht. Das übernahm Castro, in der 11. Minute, nach einem Foul von Ekdal, das dem die Gelbe Karte und seinem Team, nach einem direkten Freistoß, den Rückstand einbrachte.

Und während sich René Adler bei diesem ersten Treffer der Dortmunder durchaus einen Teil der Schuld zusprechen durfte, hielt er anschließend sein Team mit vier, fünf exzellenten Paraden im Spiel.
In der zweiten Halbzeit wurden auch die Hamburger agiler. Ein ums andere Mal tauchten sie vor dem Netz der Gegner auf. Es fehlte aber am letzten Quentchen Kreativität und auch Glück. Selbst Standards verpufften im Nichts.
Bis zur 81. Minute wäre ein Unentschieden durchaus im Bereich des Möglichen gewesen.
Dann jedoch machte Kagawa das 2:0 und damit den berüchtigten „Sack zu“.
Doppeltes Pech für unsere Jungs, denn bei der vorherigen Abwehraktion verletzte sich Albin Ekdal und musste ausgewechselt werden.
Auch er wird der Mannschaft in den nächsten Spielen wohl fehlen….

Aubameyang setzte das Tüpfelchen auf das i. In der Nachspielzeit netzte er zum 3:0. Noch einmal doppeltes (oder ist das bereits dreifaches?) Pech für den HSV, denn bei seiner versuchten Abwehraktion verletzte sich zu guter Letzt auch noch Adler.
Und zwar so schwer, dass er anschließend ins Krankenhaus musste.
Dort diagnostizierte man zwar „nur“ eine Prellung des Brustkorbes, der Schlussmann, der Hamburg eine höhere Niederlage gegen Dortmund erspart hatte, fällt trotzdem ebenfalls in den kommenden Partien aus.

Die Personaldecke wird immer dünner. Bleibt zu hoffen, dass Papadopolous bis zum Heimspiel gegen Hoffenheim, am kommenden Samstag, wieder fit wird und im BuLi-Endspurt nicht noch weitere Ausfälle zu beklagen sind. Denn auch Müller wurde gestern bereits schmerzlich vermisst.

Punkte gegen Dortmund haben wohl die wenigsten erwartet. Trotzdem ist es schade, dass die Abschlussschwäche der Jungs den einen möglichen Punkt verhindert hat.

Hätte, wäre, wenn… der Fußballgott mag es spannend. Wollen wir hoffen, dass Markus Gisdol es schafft, die verbliebenen Spieler gegen Hoffenheim so zu motivieren, dass wenigstens im eigenen Stadion ein Pünktchen hängenbleibt. Das wird schwer genug!
(mg)

Der Volkspark wird zur Festung: Duracel-Häschen trifft zum Sieg

Seine Daten sind beeindruckend. Im 300. Spiel seiner Profikarriere lief Lewis Holtby, gegen die Kölner gestern, mal wieder fast 13 Kilometer. Nichts Neues für den 26Jährigen, denn in der Statistik der Lauffleißigsten steht er eigentlich regelmäßig vorne. Und doch lagen, laut eines Fachmagazines, zwischen seinem letzten und dem jüngsten Treffer geschlagene 2172 torlose Minuten.

Angesichts seines gewohnt emotionalen Einsatzes muss ich zugeben, habe ich mich ganz besonders gefreut, dass er es war, der in Hamburg, in der 2. Minute der Nachspielzeit, den erlösenden Siegestaumel auslöste.
Zum Dank durfte er anschließend ein wahres Bad in der Fankurve nehmen, das er sichtlich genoss.
Interne Quellen wollen wissen, dass Lewis sich ganz speziell auf dieses wichtige Spiel gegen die Elf von Peter Stöger vorbereitet hatte. Auf dem Junggesellenabschied von René Adler, der in der Länderspielpause nachgeholt wurde, soll er stimmungsvoll kölsche Karnevalslieder zum Besten gegeben haben.
Sollte das wirklich hilfreich gewesen sein, besorge man ihm am besten ganz schnell die CD mit den Vereinsgesängen von Borussia Dortmund 😉

Zurück zum Spiel, das in den ersten 45 Minuten gar nicht mal so schlecht aussah. Bis auf zwei, drei (dann aber brandgefährliche) Szenen, in denen die Abwehr zu langsam und löchrig aussah, gelang es den Rothosen gut, besonders den Kölner Top-Torjäger Antony Modeste komplett aus dem Spiel zu nehmen.
Da die Passquote, mit 63% nicht berauschend aussah, war jedoch von wirklichem Spielfluss oft nicht genug zu sehen. Zu viele Bälle landeten nicht da, wo sie hin sollten. Und so kam es für die meisten doch zumindest überraschend, dass Nicolai Müller, bereits in der 13. Minute, einen Querpass von Bobby Wood, zum 1:0 vollendete. Gerechterweise muss man allerdings hinzufügen, dass die Passquote der Kölner noch einen Ticken schlechter war.

Für die Statistiker unter euch: Der Führungstreffer am gestrigen Samstag war der 2900te Treffer in der Bundesliga-Geschichte des Dinos.
Den Wermutstropfen der Partie gleich vorweg: Hamburgs Flügelflitzer musste in der 52. Minute vom Platz. Nach einem Zweikampf mit Marco Höger erwischte es das Müllerische Knie. Das sah gar nicht gut aus… Erneut ein Ausfall, der dem HSV im weiterlaufenden Kampf um den Klassenerhalt länger fehlen wird. Von sechs Wochen ist zurzeit zu lesen. Ein Riss im Innenband bedeutet für Müller wohl das Ende der Saison. Wir wünschen von dieser Stelle aus mal von Herzen gute Besserung!

In der 25. Minute gab es einen weiteren erwähnten Sekundenschlaf der Hamburger Verteidigung. Völlig frei netzte Milos Jojic zum Ausgleich ein. Überhaupt bereiteten die Angriffe der Kölner insbesondere über die Seiten Probleme. Da waren Müller und Kostic für Diekmeier und Santos selten eine Hilfe, kamen teils zu spät zurück nach hinten. Die Konter der Kölner gingen aus diesem Grund pfeilschnell meist über rechts oder links. Wobei Diekmeier ansonsten ein gutes Spiel machte.
In der Mitte ordneten Walace und Jung (später gegen Ekdal ausgewechselt) ordentlich das defensive Mittelfeld. Leider sorgte auch von hier aus der ein oder andere Fehlpass für ein gequältes Aufseufzen der Fans.
Apropos Fans: ein dickes Lob an die Hamburger Fanszene an dieser Stelle muss einfach mal sein. Denn selbst nach dem 1:1 unterstützte man die Jungs mit Gesängen und aufmunterndem Szenenapplaus. Der 12. Mann ist in der Hansestadt mal wieder da, wo er sein sollte: an der Seite der Mannschaft. Und hier sorgt er auch in den Medien bereits immer wieder für Begeisterung und teilweise große Bewunderung. Gut so!

Während der 2. Halbzeit sah es lange Zeit nach einem für beide Seiten fairen Unentschieden aus.
Bis, ja bis Lewis Holtby kam und die so wichtigen 3 Punkte im Volksparkstadion verankerte. Mal wieder drehte die Mannschaft in den letzten 10 Minuten noch mal richtig auf. Einiges dieser Energie würde man sich manchmal etwas früher wünschen.

Der 13. Platz, auf dem der HSV übernachten durfte, ist allerdings trügerisch. Sollten Wolfsburg und Mainz heute ihre Spiele gewinnen, rutschen wir auf Platz 15 und mit Dortmund, Hoffenheim sowie dem Derby gegen Bremen, warten starke Gegner in den kommenden Spieltagen.
Gisdol sollte unbedingt noch einmal am Passspiel arbeiten…
Prognosen vermag man für die Partien kaum abzugeben. Wollen wir hoffen, dass ein paar Pünktchen hängenbleiben, um in diesem Jahr die Ehrenrunde zu verhindern.
(mg)