Tordifferenz verhindert Nichtabstiegsplatz

Da saß man nun, als leidgeprüfter HSV-Fan und sah in der ersten Halbzeit des Sonntags-Spieles, gegen die „Alte Dame“ aus Berlin, fast einen Aufguss der ersten 45 Minuten gegen Mönchengladbach, im DFB-Pokal.
Gar nicht so übel sah es aus. Da war Kampf, da waren Pässe, die ankamen, da war Wille erkennbar, da waren Chancen vorhanden. Ja, sogar ein, zwei von denen, wo man sich an den Kopf fasst und rufen will „wie kann man den versemmeln?“ Allein, … die Tore wollten nicht fallen.
Wie die Geschichte, vier Tage zuvor an gleicher Stelle ausgegangen ist, wissen wir alle. Durch zwei Foulelfmeter war der HSV, innerhalb von nur acht Minuten aus dem Wettbewerb geflogen. Da half selbst Woods erfolgreicher Antritt in der Nachspielzeit nicht mehr. Schließlich ist man ja nicht Bayern und es gab keinen Nachschlag, der lang genug gewesen wäre, als dass man noch hätte in die Verlängerung gehen können.
Nein. Scherz.
Am vergangenen Mittwoch hat es ganz einfach nicht gereicht. In der zweiten Halbzeit drehte Gladbach zu sehr auf und unsere Abwehr setzte sich gleich zweimal selber schachmatt. Wobei, den zweiten Elfer, ganz ehrlich? Ich hätte ihn nicht gegeben. Aber, was soll´s. Es ist geschehen. Wir sind raus aus dem Pokal und können, nein, wir MÜSSEN uns ganz auf den Abstiegskampf konzentrieren.
Denn der ist längst nicht vorbei! Wie gerade deutlich ersichtlich, müssen wir doppelt kämpfen, da die Tordifferenz aktuell einen Nichtabstiegsplatz, bei Punktegleichheit mit Wolfsburg, verhindert. Wir kleben auf dem so wohlbekannten Relegationsplatz fest.

Erstaunlich stabil präsentierte sich gestern unsere Notabwehr, nachdem bei Mavraj eine längere Auszeit diagnostiziert wurde, die er sich auch noch bei dieser dämlichen Aktion zugezogen hatte, die am Mittwoch zum ersten Elfmeter des Spieles geführt hatte.
So stand plötzlich Jung neben Papadopoulus in der Innenverteidigung und Ekdal übernahm seine 6er Position.
Wie gesagt, die erste Halbzeit war schwer erträglich. Und eine alte Fußballweisheit sagt, wer vorne keine Tore schießt, der muss sich nicht wundern, wenn es irgendwann hinten klingelt. Zudem waren für mich einige Entscheidungen des Schiris Dr. Brych nur schwer nachvollziehbar. So wäre der Strafraumkontakt von Hunt (ja, er hat gestern ein gutes Spiel gemacht 😉, in der 14. Minute, durchaus einen Pfiff wert gewesen. Auch wenn der lustige Moderator von Sky, Herr von Thurn und Taxis, zufrieden vor sich hingurgelte, dass er, gemeinsam mit dem zugeschalteten Markus Merk, die Entscheidung von Brych durchaus unterstreiche.
Naja, mit Kontakten ist das halt so eine Sache. Der eine ist strafstoßwürdig, der andere eben nicht. Dass dabei manchmal mit zweierlei Maß gemessen wird, ist bekannt. Und dass die Meinungen dazu nie auf einer Linie liegen werden verdeutlichte der Moderator des später im NDR ausgestrahlten Sportclubs, der den Elfer als durchaus berechtigt ansah.
Als Elfmeter-leidgeprüfter-HSVer ist man es ja fast schon gewohnt, dass der Pfiff meist nur für den Gegner kommt…

Sei´s drum. Die Jungs von Markus Gisdol kamen in gleicher Formation aus der Kabine. Gab ja auch nicht wirklich Grund, zum Wechseln. Wobei…ich habe mich ab und an gefragt, ob das gestern nicht auch mal wieder eine gute Gelegenheit gewesen wäre, im Laufe der 2. Halbzeit Lasogga reinzuschmeißen. Zu oft fehlte dem eifrigen Bobby Wood im Strafraum eine Anspielstation und die ein oder andere Flanke fand keinen Abnehmer, weil eben vorne jemand zu fehlen schien. So ganz nebenbei hätte das wohl auch dem Marktwert Lasoggas gut getan. Denn, dass der bullige Strafraumstürmer uns im Sommer verlässt, daran dürfte es keinen Zweifel mehr geben.
So jedoch richtete es Albin Ekdal, in der 77. Minute. Nach einem Zauberpass von Aaron Hunt stellte er seinen Fuß in die richtige Richtung und versenkte das Runde in das Eckige.
Tor!
Mehrere Tonnen Geröllmassen hörte man von HSV-Herzen purzeln. So wichtig sind diese 3 Punkte, die man anschließend mit Maus und Mann über die Zeit brachte.

Ein Wort noch zu den unsäglichen Pyromanen, die sich Fans nennen. Eure nebulöse Nebenbeschäftigung kostet den Verein nicht nur wieder viel Kohle. Ich an Stelle des HSV hätte den gesamten Block sofort räumen lassen, um irgendwann vielleicht doch noch sowas wie einen Selbstreinigungsprozess anzustoßen.
Ich habe heute im Internet folgenden Satz gelesen: „Ich selber bin nicht für Pyro, aber es sieht geil aus.“ Meine lieben Leute. Wer sowas absondert ist auch nicht für Straßenrennen, schaut sie sich aber gerne an!“ Denkt mal drüber nach!
(mg)