Einer für alle, alle für einen

Moin. Es scheint ja so, als würde Jens Todt unser neuer Direktor Sport werden. Es ist zwar noch nicht amtlich, ich heiße ihn hier aber trotzdem schon mal willkommen.

Und das meine ich ernst!

Vielen HSVern ist er ja nicht gut genug. Einige meinen, man müsse einen größeren Namen verpflichten, einige meinen, es müsse ein (Ex)HSVer, wie zB Hoogma sein und wieder andere meinen, man dürfe ihn nicht holen, weil er ein Buddy von Beiersdorfer ist.
Dietmar Beiersdorfer ist Geschichte, von daher interessiert es mich nicht die Bohne, ob der neue SpoDi mit Didi kann, oder auch nicht.
(Ex)HSVer, das ist für mich eher ein Hinderungsgrund. Der Stallgeruch, den dieser Verein hat, tut ihm nicht gut. Und vor allem war dieser Verein in der Managementebene nicht besonders erfolgreich. Mir ist es da lieber, wir holen uns Leute von gut geführten Vereinen. Ok, Bochum und der KSC sind da auch nicht gerade die Vorzeigeobjekte, aber sie sind auch nicht schlechter geführt, als der HSV.
Nicht gut genug? Wir reden von einem Posten als „Direktor Sport“ und nicht vom „Sportvorstand“. Das heißt, der SpoDi, den wir holen, wird nicht im Vorstand vertreten sein. Für diesen Posten bekommst du nicht die Topgarde. Und erst recht nicht für einen Chaosclub wie den HSV. Denn wir dürfen nicht vergessen, so manchen potentiellen Kandidaten haben wir, namentlich der AR mit seinen Indiskretionen, schon vergrault.

Und hier kommen wir dann zum eigentlichen Punkt, den ich ansprechen möchte: Grundsetzlich ist die Qualität der einzelnen handelnden Personen wichtig. Aber wichtiger ist es, daß man ein Team hat, das an einem Strang zieht. Das zieht sich durch alle Instanzen, von oben nach unten. Der AR müssen keine Freunde sein, aber sie müssen ein Team sein. intern dürfen sie sich fetzen, aber extern, also nach aussen, müssen sie wie aus einem Guß agieren. Es darf nicht angehen, daß man in der Presse lesen kann, wie in geheimen AR-Sitzungen abgestimmt wurde, es kann nicht sein, daß die Presse weiß, mit welchen Kandidaten man gesprochen hat oder ähnliches. Es kann nicht sein, daß einzelne sich auf Kosten anderer profilieren wollen und/oder ihre eigene Politik am Rest-AR vorbei durchdrücken wollen. Es muß dort im Team zusammangearbeitet werden.

Und ein solches Team, das den Namen Team auch verdient, wird dann ein Team für die professionelle Führungsebene zusammenstellen.
Und wenn auch diese Ebene Teamwork lebt, dann schaffen wir es, daß wir dauerhaft ein Team auf den Rasen bekommen. Ein gutes Team ist stärker als die Summe der einzelnen Protagonisten. Das gilt immer und überall. Und deshalb müssen wir auch nicht unbedingt zwangsläufig einen absoluten Topmann als SpoDi holen, wichtiger ist es, daß die Führungsebene des HSV als Team zusammenarbeitet. Für den sportlichen Bereich bedeutet das, Bruchhagen, (wahrscheinlich) Todt und Gisdol müssen zusammen als Team agieren. Die Führung eines Vereins wie dem HSV ist keine One-man-Show. Und wenn Todt derjenige ist, der in dieses Team passt, dann ist die Qualifikation gar nicht mehr so sehr wichtig.

Woran erkennt man, daß ein SpoDi, bzw das Team, gute Arbeit leistet? +-25 Spieler verpflichten, die dann Fußball spielen sollen, dazu noch in der richtigen Verteilung nach den einzelnen Positionen, ist gar nicht mal so schwer. Das Geheimnis ist es, daraus eine gute Mannschaft zu machen. und das ist nicht nur Aufgabe des Trainers. Nein, die Spieler müssen auch schon nach diesen Gesichtspunkten verpflichtet werden.

Nehmen wir mal an, jeder Spieler hat die Stärke 10. Eine Mannschaft aus 11 Spielern müsste dann die Gesamtstärke von 110 haben. Stellt der SpoDi die Mannschaft schlecht zusammen, dann hat diese Mannschaft nur die Stärke 100. Wird die Mannschaft gut zusammengestellt, dann hat diese Mannschaft die Stärke 120. Unsere Mannschaften der letzten Jahre waren immer schlecht zusammengestellt.

Und unter diesem Gesichtspunkt gesehen, versteht man dann auch die Abgänge von Cléber und Spahic. Für sich genommen, sind beides Spieler, die uns weiterhelfen könnten. Aber sie passen nicht in das Mannschaftsgefüge. Cléber weil er ein „Bruder Leichtfuß“ ist, Spahic, weil er unter Umständen zu dominant ist und eher Unruhe in den Kader bringt, wenn er auf der Bank sitzt. Er will spielen, spielt er nicht, gibt es Probleme.

Wir haben in der Managementebene einen größeren Umbruch zu verzeichnen. Hilke weg, Jörn Wolf weg, Beiersdorfer weg und nehmen wir dann noch den Trainerwechsel dazu, dann sind das 4 relativ wichtige Positionen, die neu besetzt wurden/werden.Schaffen wir es, daß wir dort ein Team zusammenstellen, dann können wir uns endlich mal aus der Dauerkrise befreien. Bisher waren wir gerade auf dieser Ebene nicht einig, das hat unsere Entwicklung in die falsche Richtung (nach unten) getrieben.

Sehen wir diesen Umbruch also als Chance an, sehen wir auch die Verpflichtung von Jens Todt als Chance an, um den Kreis wieder zu schließen. Ein gutes Team ist mehr als die Summe der einzelnen Mitglieder. Hoffen wir auf ein solches Team (fb)