Fietes Saisonrückblick 16/17 Teil 2

In diesem Teil geht es um die Führung des HSV, insbesondere um Didi. Ich tu mich schwer damit, aber ein Rückblick ohne dieses Thema ist kein richtiger Rückblick.

Vorweg: Auch wenn es für manche so rüberkommt, hasse ich Didi nicht, oder ähnliches. Ich halte nur Gegenrede, wenn manche versuchen, ihn zu glorifizieren.

Didi ist ein netter Mensch, er ist ein menschlicher Mensch. Er hat viele Fehler, die man Leuten gerne verzeiht, weil man diese Fehler auch an sich selbst sieht, weil diese Fehler Menschen symphatisch machen. Niemand liebt Perfektionismus, auch wenn jeder doch irgendwie danach strebt.

Hier geht es aber weniger um Symphatie, denn er ist nicht unser Maskottchen oder ähnliches, sondern er ist, bzw war, unser Vorstandsvorsitzender und im letzten halben Jahr auch Direktor Sport.

Manche behaupten, Didi hätte keinen Plan. Dem möchte ich vehement widersprechen. Didi ist ein Mann mit Visionen und einem langfrsitigen Plan. Seine Schwäche ist das Tagesgeschäft. Gerade in einer Branche wie dem Fußball wird man immer wieder vor Situationen gestellt, wo man flexibel kurzfristige Entscheidungen treffen muß. Damit hat Didi Probleme.
Sein nächster Schwachpunkt, ist seine Menschlichkeit: er ist bei seinen Mitarbeitern unwahrscheinlich beliebt. Als Vorstandsvorsitzender muß man aber auch mal durchgreifen und darauf pochen, daß JEDER im Verein die nötige Leistung bringt. Von der Aushilfe beim Catering über die Reinigungskraft, den Greenkeeper oder auch die/den Angestellte/n in der Verwaltung, vom Maskottchen über den Trainer bis zum Spieler. ALLE müssen Leistung bringen, der Verein braucht in ALLEN Ebenen eine Leistungsmentalität. Um das durchzusetzen, macht man sich nicht nur Freunde. Didi scheut all zu oft, vor unangenehmen Schritten in diesem Bereich.
Der nächste Punkt entstammt auch seiner Menschlichkeit: Didi merkt jeder an, wen er mag und wen nicht. Mag er zB den Trainer nicht, dann ist er nicht bereit, ihm die nötige Rückendeckung zu geben. Jeder im Verein merkt das, jeder reagiert entsprechend drauf, auch die Spieler. Dieses Verhalten führt dann dazu, daß die Mannschaft nicht die optimale Leistung bringen kann.

Den Kader hat er auch anhand eines langfristigen Plans zusammengestellt. Nur das Problem ist, der Kader ist im Moment nicht vollständig und deshalb unausgeglichen. Die Defensive hat er im Sommer vollkommen vernachlässigt. In der Saison 14/15 zeigte sich bereits, daß er kurzfristig mit zweit- und drittklassigen Lösungen zu arbeiten bereit ist, um sein langfristiges Ziel zu erreichen. Das hat uns fast den Klassenerhalt gekostet. Und in diesem Jahr schon wieder.
Fehler macht jeder. Es ist aber wichtig, daß man aus Fehlern lernt. Beiersdorfer ist lang genug im Geschäft und trotzdem wiederholt er seine Fehler. Und das darf nicht sein. Er stellt sich aber auf den Standpunkt „So bin ich eben und wer mich will, der muß mich so nehmen, wie ich bin“. Ok, dann muß er damit leben, daß man ihn nicht mehr will.

Aber von seinen Visionen, von den Dingen, die er langsfristig angeschoben hat, werden wir noch profitieren.

Ich danke ihm für alles, was er für den HSV getan hat! Gescheitert ist er am Tagesgeschäft.

Heribert Bruchhagen ist genau das Gegenteil. Von ihm darf man keine Visionen erwarten. Er ist jemend, der das Tagesgeschäft aus dem FF beherrscht, er wird seine Sache hier gut und solide machen.
Er und der Aufsichtsrat haben jetzt 2,5 Jahre Zeit, um einen Nachfolger für Bruchhagen zu suchen und vor allem auch zu finden. Einen Nachfolger, der Tagesgeschäft und Visionen beherrscht.

Und damit komme ich zum unrühmlichsten Gremium des HSV.

Der Aufsichtsrat macht mal wieder eine ganz widerliche Figur. In Krisenzeiten sollte er das Ruder in der Hand behalten und ruhig und besonnen agieren. Gernandt, der bis kurz vor Weihnachten noch Vorsitzender war, hat sich in der Krise mehrmals zu Wort gemeldet. Nach einem guten Spiel haut er auf die Mannschaft drauf, und abwechselt stärkt er dem Vorstand den Rücken und reißt selbigen im nächsten Interview wieder auf. Völlig planlos und zerissen wirkt das Gremium.
Bei der Sportdirektorensuche plaudert der Aufsichtsrat wie in besten VorHSVPluszeiten mit der Presse. Höhepunkt war die Bekanntgabe der Beiersdorferdemission durch Rainer Callmund bei Sky90. Als Folge dessen hat Gernandt dann die Klotzen als Vorsitzender geschmissen (Er bleibt aber einfaches Mitglied des AR).
Besonders brisant: Er benennt Meier und Bönte als die Maulwürfe … und niemand widerspricht.

Im Moment hat der AR auch keinen Vorsitzenden. Es gibt zwei Kandidaten für Gernandts Nachfolge: Goedhart, der will aber nicht, und Meier, der darf aber nicht wegen seines Arbeitgebers.

Es bleibt spannend. Eigentlich hatten wir für HSVPlus gekämpft, damit genau solche Situationen nicht mehr vorkommen (fb)