Das Ende der Transferperiode

Was ist passiert?
Wir haben Cléber Reis verkauft, den Vertrag mit Emir Spahic aufgelöst (seit heute auch rechtskräftig) und wir haben Alen Halilovic für 1,5 Jahre mit Kaufoption verliehen.

Bei Aaron Hunt und Nabil Bahoui gab es bis zuletzt noch Gespräche um einen Wechsel. Aber man konnte sich mit den jeweils anderen Vereinen nicht einigen.

Mergim Mavraj kam recht früh und verstärkt unsere Abwehr wohl in den nächsten Jahren, während Kyriakos Papadoupolos dieses nur für die Rückrunde tut. Ihn haben wir ohne Kaufoption ausgeliehen. In fast letzter Minute stieß dann noch Walace zu uns.

Mit Cléber, Spahic und Halilovic verlassen uns drei Spieler, die jeder auf seine Art für Unruhe gesorgt haben.
Die Mannschaft wurde mit den Abgängen somit auch ein Stück weit „befriedet“.
Cléber war meiner Ansicht nach nicht so richtig bei der Sache und wurde deshalb von Gisdol ausgebootet.
Spahic haben wir eine sehr gute Saison zu verdanken, in der er gute Leistung gezeigt und auch unsere Abwehr geführt hat. Das war notwendig, denn weder Djourou, Cléber, Jung noch Kacar hatten das Können dazu gehabt.
In dieser Saison lief es weniger gut. Er kämpfte mit Verletzungen und hat an Schnelligkeit verloren, so daß er oft zu spät an Gegner und Ball kam. Ihm hätte die Bank gedroht und das ist nichts für Emir.
Alen Halilovic war ein einziges Missverständnis. Didi wollte ihn unbedingt, Bruno weniger.
Das hat schon mal zu Schwierigkeiten geführt.
Er kam vom großen Barcelona und galt als Mini-Messi. Diesen Vorschußlorbeeren wurde er nicht mal ansatzweise gerecht.
Er ist in erster Linie ein 10er, wir spielen aber ohne 10er. Er kann RA spielen, aber da kann er seine Fähigkeiten nicht voll ausspielen und hat zudem Müller vor sich.
Dazu kommt, daß er gewisse Starallüren gehabt haben soll, die sich auch auf dem Platz äusserten. So war er sich wohl oftmals zu schade, für die Mannschaft auch defensiv mitzukämpfen. Einige sehenswerte Einzelaktionen, darunter der Siegtreffer im Pokal, gingen auf sein Konto, und das war es dann aber auch schon.
Viele gaben Bruno die Schuld dafür, dass Alen auf so wenig Einsatzzeit kam. Viele mussten dann aber nach dem Trainerwechsel feststellen, daß auch Brunos Nachfolger Gisdol nicht auf ihn setzte.
Er war unglücklich, wir waren unglücklich, die Trennung ist gut.

Mit Mergim Mavraj kam frühzeitig ein neuer Abwehrchef. Diese Aufgabe erledigt er bisher gut. Auch das Zusammenspiel mit Papadoupolos passt.
Eigentlich sollte Papa sich noch etwas aklimatisieren, aber durch die Verletzung von Djourou ist er frühzeitiger als geplant in die Startaufstellung gerutscht.
Und nun muß schon etwas Gravierendes passieren (was wir alle nicht hoffen), damit Johan erneut in die Startelf rutscht.
Mavraj war mit 1,8 Mio relativ günstig. Papa kostet für die halbe Saison 2 Mio. Bleibt er fit, ein Schnäppchen. Fügt er seiner dicken Krankenakte noch ein Blatt hinzu, ist das teuer. Lasst uns die Daumen drücken, daß er fit bleibt.

Last but not least, werfen wir einen Blick auf unseren jüngsten Neuzugang: Walace. Ein brasilianischer Nationalspieler für die 6er Position, der 9,2 Mio gekostet hat.
Und trotz der hohen Summe ist er keine Soforthilfe, obwohl wir dort sofort Hilfe bräuchten, wie sich in den letzten beiden Spielen wieder mal deutlich herausstellte.
Er kommt aus der Vorbereitung für die neue Saison, die in Brasilien erst in ein paar Wochen beginnt. Er kommt aus einer anderen Klimazone und wurde gestern auch gleich mit miesestem, nasskalten Schneewetter begrüßt.
Er kommt aus einer anderen Kulturzone zu uns und er kommt aus einer anderen Liga. Also braucht er Zeit um sich zu aklimatisieren.
Zeit, die wir nicht haben.
Er ist eh etwas ungestüm, was sein Zweikampfverhalten angeht. Die Bundesliga ist schneller, als er es gewohnt ist, und körperlicher.
Es wird also wahrscheinlich etwas dauern, bis er das Timing und die richtige Härte in den Zweikämpfen findet. Ich vermute, Mergim und Papa müssen das eine oder andere Mal seine Fehler ausbügeln.
Hoffentlich klappt das und hoffentlich lässt man ihn auch den einen oder anderen Fehler machen, damit er lernen kann. Und da ist das Problem, wir stehen gerade nach den letzten beiden Spielen mit dem Rücken zur Wand und können uns nicht viele Fehler erlauben. Das ist ein ernstes Problem.
Was mir aber Hoffnung gibt ist, dass er auf mich einen sehr aufgeräumten Eindruck macht. Von daher denke ich, daß es was werden kann, wenn man ihm die nötige Zeit gibt.

Unterm Strich: So richtig zufrieden bin ich mit der Transferperiode nicht. Ich hatte mir mehr Soforthilfe auf der 6 erhofft.
Aber letztlich sind unsere Spieler im Moment relativ fit und die jungen aus der Zweiten sind schon ein halbes Jahr weiter, als noch im Sommer. Von daher sehe ich uns stärker als zu Beginn der Hinrunde.
Wenn die Spieler jetzt noch einsehen, daß sie jedes Spiel, jeden Tag 100% geben müssen und nicht nur 90%, dann werden wir die Klasse halten.

Man muß auch bedenken, dass diese Transferperiode noch eindeutig den Stempel von Didi Beiersdorfer trägt. Todt und Bruchhagen haben auf seinen Vorbereitungen aufgebaut. Hoffen wir, daß wir mit Didis Transfers mehr Glück haben, als im Sommer. Und seien wir gespannt, wie die Transfers in Zukunft aussehen werden, wenn Todt sie plant.
Alles wird gut (fb)

Der typische Reflex der HSV Fans

Gestern haben wir in Ingolstadt verloren. Vor dem Spiel war ich überzeugt, dass wir als Sieger vom Platz gehen werden. Bis zum 0-1 war es von beiden Seiten ein sehr bescheidenes Bundesligaspiel.
Aber ich war überzeugt, dass wir das Spiel im Griff haben.
Auch nach dem glücklichen 0-1 für Ingolstadt sah ich keinen Grund, nervös zu werden. Erst nach dem wiederum glücklichen 0-2, durch einen abgefälschten Freistoss, musste ich meine Meinung korrigieren.
Das waren 2 Tore zu viel.
Aber solche Spiele passieren.
Was allerdings nicht passieren sollte ist, dass sich die Mannschaft aufgibt und keine wirkliche Einstellung an den Tag legt.
Aber auch das kann leider passieren.
Also: Abhaken, in Gisdol und sein Team vertrauen und machen lassen.
Das ist meine persönliche Meinung und meine Aufarbeitung zum Spiel in Ingolstadt.

Leider stehe ich mit meiner Meinung scheinbar ziemlich alleine da. In den sozialen Medien gibt es viele, viele Reaktionen. Gisdol raus, Mannschaft raus, Todt bekommt nichts auf die Reihe, Holtby raus, Diekmeier darf nie wieder spielen… Diese Aufzählung könnte ich noch weiter ausführen. Hab ich aber keine Lust zu. Es ist einfach ermüdend.
Auch wird sehr häufig geschrieben, die Mannschaft hätte keinen Charakter. Die Spieler würden sich zu sehr mit ihren eigenen sozialen Medien beschäftigen, anstatt sich auf ihren Job zu konzentrieren und so weiter und so fort.
Echt jetzt? Ist das euer Ernst?
Glaubt jemand ernsthaft, dass die Spieler nur das im Kopf haben? Es ist doch in den meisten Fällen so, dass die Spieler ein Management haben und die diese ganzen Posts vorbereiten. Es gehört heutzutage halt zum „Geschäft“ dazu. Das ist doch bei anderen Vereinen auch so.
Ich vergleiche die Spieler beim HSV und auch anderen Vereinen gerne mit einer Schulklasse. Schüler gehen in ihren 10-13 Jahren jeden Tag zu ihrem Job.
Ihr Job ist die Schule. Dort wird ihnen gezeigt wie man zB rechnet.
Vor der Klasse steht ein Lehrer, der dafür sorgt, dass die Klasse funktioniert und möglichst auf ein Level kommt.
Schüler, die nicht mitkommen, müssen die Klasse wiederholen oder wenn sie sehr gut sind, können sie sogar eine Klasse überspringen.
In den Pausen werden die Schulhöfe kontrolliert, dass sich alle den Regeln dementsprechend benehmen. Es gibt in einer Schule neben den Schülern ein ganzes Team: Lehrer, Sekretärinnen, Direktoren, Reinigungspersonal, Hausmeister usw. Wenn das Team gut ist, werden auch die Schüler immer besser.

Was hat das mit dem HSV zu tun?
Man kann es eigentlich 1 zu 1 kopieren:
Schüler = Fussballer, Lehrer = Trainer, Reinigungspersonal = Ärzte, Zeugwart, Direktoren = Sportdirektor, Teammanager usw.
Auch beim HSV und in jeder anderen Mannschaft gilt: Wenn das Team passt, die Regeln eingehalten werden, dann werden die Klassen = Mannschaft besser.
In den vergangenen 10 Jahren wurden alle Spieler, alle Trainer usw. ausgetauscht. Die Trainer, Manager, Direktoren usw. haben jeweils ihre eigenenRegeln mitgebracht. Es wurde immer wieder was erneuert.
Beim HSV wurden ganz frisch der Sportdirektor (Beiersdorfer) und der Vorstandsvorsitzende (Beiersdorfer) ausgetauscht. Also wieder neue Regeln…

Jetzt werden die Kommis kommen: Das sind alles Profis. Die sollen ihren Job machen. Usw.
Natürlich ist das ihr Job. Ich glaube, dass 90-95% aller Spieler ihren Job auch ernst nehmen.
Auch sie wollen immer besser und besser werden. Sie wollen erfolgreich sein. Ihre Spiele gewinnen. Glaubt ernsthaft jemand daran, dass die Spieler geil darauf sind, wieder auf einem direkten Abstiegsplatz zu stehen?
Was sollen sie tun? Weiterhin als Selbstschutz kaum Zeitung lesen? Lieber zuhause bleiben anstatt sich draussen anpöbeln zu lassen?
Ich glaube nicht! Alle Spieler sind auch Menschen. Menschen sind führbar, beeinflussbar. Auch Spieler brauchen Regeln. Regeln an die sie sich zu halten haben. Dafür braucht es Menschen die dafür sorgen und die Regeln auch kontrollieren.
In der jüngsten Vergangenheit war Bruno der „Alleinunterhalter“ der sich um alles, selbst die Außendarstellung, kümmern musste. Auch Gisdol musste dieses mit seinem Trainerteam die vergangenen Monate alleine machen.
Erst seit 3-4 Wochen haben wir endlich wieder einen Sportdirektor, der Gisdol viel abnehmen muss und auch wird.

Didi Beiersdorfer war als Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor nicht mehr tragbar. Das hat mittlerweile wohl die überwiegende Mehrheit verstanden / akzeptiert. Jetzt sind Bruchhagen und Todt im Amt.
Beide haben schon gesagt, dass sie mit Gisdol hart arbeiten werden. Jeder in seinem Bereich.
Bis Dienstag läuft noch die Transferphase. Dabei wird auch Todt sich zu 100% einbringen.
Ich persönlich würde es auch befürworten, wenn mal ein externer Teammanager geholt wird, der bereits bei einem anderen Verein erfolgreich tätig war.
Jemand, der den HSV nicht kennt. Also ohne Stallgeruch.
Der sich dann vielleicht auch mal eine härtere Gangart einschlägt und zB einen Strafkatalog, gemeinsam mit dem Trainer und der Mannschaft erstellt und auf die Einhaltung drängt.
Auch wir Fans müssen jetzt endlich mal die Leute machen lassen. Nicht immer wieder und wieder auf die Spieler einschlagen. In den vergangenen 10-12 Jahren wurde die Mannschaft mehrfach durchgewechselt. Und immer wieder und wieder wird auf die Mannschaft eingeprügelt oder sich vereinzelte Spieler zur Brust genommen.
Kritik ja. Aber mal etwas differenzierter.

#nurderHSV

(CM)

Wetterbericht aus Wolfsburg

Große Erwartungen, große Enttäuschung. Mit einer Niederlage startet der HSV ins neue Jahr und beendet eine Rückrunde der großen Enttäuschungen mit einer ebensolchen.
Mit viel Euphorie begonnen, zeigte man in den ersten 30 Minuten ein mehr oder weniger zerfahrenes Spiel, bei dem es besonders nach vorne nicht klappen wollte. Hier zog sich ein mittleres Tief mit lauen Lüftchen durch die kompletten 90 Minuten. Denn weder Kostic noch Müller wollte es so wirklich gelingen, in Richtung Wolfsburger Tor Gefahr auszustrahlen.
Wollen wir mal nicht so sein, denn ein Grund dafür dürfte der relativ früh stattgefundene Feierabend von Albin Ekdal sein, der innerhalb von fünf Minuten zwei Gelbe und damit eine Rote Karte kassierte.
Und während die erste farbige Pappe von Schiri Zwayer mächtig fehlinterpretiert war, wurde die vorangegangene Aktion mit der zweiten richtig ärgerlich. An Albin sei vermittelt: auch wenn man sich ungerecht beurteilt fühlt, Karte bleibt Karte und nach der ersten heißt es, vorsichtig sein! Das jedenfalls war ein Bärendienst, den Ekdal der Mannschaft, bei noch über 60 Minuten vor der Brust, mit der Ntep-Grätsche lieferte.
Um dem Thema Schiedsrichter dann doch nicht zu viel Platz zu schenken, nur noch die Anmerkung, dass: ja, Zwayer pfiff reichlich nicklig. Vor allem in Richtung HSV und, ja, Neuzugang Ntep beherrscht schon jetzt die leider in der Bundesliga inzwischen üblichen Schauspielkunst des theatralischen Fallens, Wälzens und Liegenbleibens.
Und während ein Zupfer am gegnerischen Trikot beim HSV gefühlt hundert Mal zu einem Freistoß führte, galt er (laut Sky Moderator) auf der Seite der Wolfsburger durchaus mal als „handelsüblich“.
Doch machen wir uns nichts vor. Schiri hin, Schauspiel her. Verloren haben wir durch die Dummheit Ekdals und der Tatsache, dass man dem Sturm der Wolfsburger, in der 2. Halbzeit, irgendwann nicht mehr standhalten konnten.
Mit Mann und Maus, mit einer tollen Teamleistung, in die sich unsere beiden Neuzugänge, Mavraj und Papadopoulus nahtlos und fast fehlerlos einreihten, verteidigte man das Hamburger Tor. Das sah nicht schlecht aus, kostete aber sicherlich viel Kraft und Laufleistung. So habe ich Kostic beispielsweise mehr hinten verteidigend, als vorne flankend, gesehen.
Ein, zweimal versuchte Holtby, mal mit Müller, mal mit Wood, einen Ausflug in die gegnerische Hälfte, leider war aber das offensive Mittelfeld dauerunterbesetzt, so dass das mit dem Kombinieren schon viel zu häufig allein daran scheiterte. Die Sonne über Benaglios Kasten mochte für die Hamburger einfach nicht aufgehen.
Damit war das einzige Tor der Partie, leider auf der anderen Seite, eine logische Konsequenz und zudem schön herausgespielt. Blankstehend brauchte Gomez in der 82. Minute nur noch an Mathenia vorbei, den Ball ins Netz schieben. Bittere Ironie, dass der Pass dafür gerade von besagtem Ntep kam, der den bis dahin erschöpften Hamburgern mit einem Sprint entkam…

Tja, Jungs, nun beginnt es erneut, das Zittern um den Ligaerhalt. Über dem Volkspark ziehen bereits wieder die ersten Gewitterwolken auf. Die erste Chance wurde völlig blöde verpasst und das Spiel gegen die Ingolstädter, die sich gestern bis in die Nachspielzeit, tapfer gegen Schalker wehrten, um dann doch noch einen Punkt zu verdaddeln, läuft mal wieder unter dem Motto „6-Punkte-Spiel“. Jedenfalls dürften die Oberbayern mindestens so heiß auf diese Punkte sein, wie die Rothosen.
Bis nächsten Samstag sollte Gisdol überlegen, ob Wood als einziger Stürmer, gestern wirklich eine so tolle Idee war, oder Gregoritsch nicht doch hätte früher eingewechselt werden müssen. Heiß ersehnt (wohl nicht nur von mir) ist noch immer ein defensiver Spielmacher, der das Spiel nach vorne sinnvoll eröffnen kann, damit sich die Seiten und der Sturm freilaufen können.
Hätte, hätte, Fahrradkette. Fakt ist: wenn es etwas Positives aus der gestrigen Niederlage gibt, dann die, dass der Mannschaftszusammenhalt augenscheinlich funktioniert, dass unsere beiden Neuen sich super geschlagen haben und dass es eigentlich nur noch besser werden kann.
Werden MUSS!
(mg)

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Heute fängt wieder die Bundesliga an, endlich. Gerade als HSVer kann die Winter- /Sommerpause normalerweise nicht schnell genug kommen, aber trotzdem sehnt man sich immer wieder danach, daß der Ball wieder rollt. In diesem Jahr sehen wir uns besonders danach, weil unsere Mannschaft gerade eine Serie hatte, als plötzlich Weihnachten kam.

In der Pause war reichlich was los. Didi wurde nach dem Schalkespiel durch Bruchhagen ersetzt und am Anfang des Jahres wurde Jens Todt als Direktor Profisport eingestellt. Vielen sind diese Namen nicht gut genug, dementsprechend groß ist auch die Kritik.
Bruchhagen ist kein Mann großer Visionen, aber er kann den Verein stabiler machen, ein Fundament erstellen, auf das nachher ein anderer Vorstandsvorsitzender aufbauen kann. Denn ich glaube nicht, daß er länger bleibt, als die 2,5 Jahre, die er vertraglich an uns gebunden ist.
Jens Todt hat zwei Mankos: Erstens ist er ein „Zweitligamanager“, weil er bisher nur in der zweiten Liga als SpoDi gearbeitet hat. Und er war anscheinend Didis Favorit. Für einige ist das ein Punkt, der gegen ihn spricht. Für mich nicht.
Ob er ein guter oder schlechter SpoDi ist, das muß die Zeit zeigen. Aber eines fällt schon jetzt angenehm auf: Er ist rethorisch um Längen besser als sein Vorgänger. Seine Aussagen wirken klar und bestimmt, es wirkt, als wisse er, was er tut.

Daß Cléber uns verlässt, war ja schon länger klar. Vollkommen überraschend war dagegen die Ankündigung, daß man den Vertrag mit Emir Spahic auflösen möchte und er nicht mehr Bestandteil des Kaders ist. Und das obwohl wir nicht gerade viele Innenverteidiger haben.
Verpflichtet wurde recht früh Mergim Mavraj, ein Innenverteidiger vom 1.FC Köln, einer der besten Abwehren der Bundesliga. Dort war er absoluter Stammspieler. Ihn zeichnet vor allem seine Ruhe aus, von der seine Mitspieler profitieren werden. Vor allem unser Ex-Kapitän Johan Djourou, der dringend einen Partner braucht, der ihm Ruhe und Sicherheit gibt. Nur dann kann er Leistung bringen.
Ausserdem wurde noch Papadopoulos verpflichtet. Ein Innenverteidiger, der selbst mit 24 Jahren eine Krankenakte hat, die die meisten Profis in ihrer ganzen Karriere nicht ansammeln. In der gesamten Hinrunde hat er gerade mal 26 Minuten gespielt. Aber er ist eben auch ein Innenverteidiger, der, wenn er fit ist, eine unheimliche Qualität mitbringt und vor allem eine unheimliche Mentalität. Der Typ ist bekloppt, aber positiv. Ich denke, das hat sehr für ihn gesprochen. als Gisdol ihn sich gewünscht hat.

Mit Alen Halilovic, Aaron Hunt und Nabil Bahoui stehen drei Spieler aus der Offensive vor dem Abgang. Bei Alen muß man sagen, es passt nicht. Auch wenn ich ihn nicht so gut gesehen hab, wie viele andere Fans, so bin ich trotzdem enttäuscht. Daß er so gar nichts bringt, daß er so dermaßen schlecht ins taktische Gefüge passt, das hätte auch ich nicht erwartet. Ich denke, es wird auf eine Leihe hinauslaufen. Vielleicht bekommt er dann im Sommer eine neue Chance, ich vermute aber eher nicht,
Aaron Hunt mag ich. Er hat mich positiv überrascht. Trotzdem muß man einfach sehen, daß er für den modernen Fußball der Bundesliga nicht schnell genug mit seinen Aktionen ist. Deshalb sitzt er auf der Bank und dafür ist er eigentlich zu teuer. Deshalb ist es gut, wenn sich unsere Wege trennen. Auch hier vermute ich eine Leihe.
Bahoui ist vor einem Jahr gekommen, vollkommen ausser Form. Wir haben ihn aufgepäppelt, er hat sich gut eingelebt und seine Standards sind so gut, ich muß ehrlich sein, ich weiß gar nicht mehr, wann wir einen solch guten Schützen hatten. Aber er braucht jetzt Spielpraxis. Als Nr 2 hinter Kostic wird er die wahrscheinlich (hoffentlich) bei uns nicht bekommen können, also würde eine Leihe Sinn machen. Allerdings vermute ich bei ihm, daß es auf einen Verkauf hinauslaufen wird.
Ich glaube nicht, daß alle drei den Verein noch verlassen.

Sollten wir noch auf dem Transfermarkt tätig werden? Offizielle Sprachart ist es, daß wir noch einen 6er suchen, aber nur einen verpflichten werden, wenn es absolut passt. Da kann ich gut mit leben. Wir sind zwar immer noch knapp aufgestellt, aber die Lage ist nicht mehr so angespannt, wie noch im Sommer. Bis auf Jungs kurzfristige Knöchelverletzung sind alle Defensiven fit. Das war im Sommer anders, wo wir mit mehreren langfristigen Verletzungen zusaßen. Ausserdem haben sich mit Sakai und Ostrzolek im DM brauchbare Alternativen entwickelt. Sakai war zwar auch schon unter Bruno als Ersatz-DM eingeplant, hat aber inzwischen durch die Spielpraxis eine andere Qualität bekommen. Und daß Matze zum DM wird, das hätte ich mir nie träumen lassen. Er hat sein gesamtes Fußballerleben an der linken Aussenbahn verbracht. Dafür hat er seine Arbeit sehr sehr gut gemacht. Das spricht für ein gewisses Maß an Spielintelligenz, die ich ihm kaum zugetraut hätte, da bin ich ehrlich.
Ausserdem sind unsere jungen Talente schon etwas weiter, etwas gereifter. Ich glaube, daß wir den einen oder anderen inzwischen durchaus einsetzen könnten, wenn uns das Verletzungspech heimsuchen sollte.
All das führt dazu, daß ich die Situation entspannter sehe, als im Sommer. Und deshalb bin ich mit der Aussage des Vereins vollkommen zufrieden.

Nun stellt sich die Frage: Sind wir spielerisch seit dem letzten Jahr weitergekommen? Das müssen wir, wir müssen uns spielerisch entwickeln, denn bisher kommen wir fast ausschließlich über den Aufwand. Das halten wir keine volle Rückrunde durch. Hoffen wir es also.

Was ist in der Rückrunde zu erwarten? Alles.
Bruchhagen redet von den nächsten beiden Spielen als den Königsspielen, wohlwissend, ein guter Start kann beflügeln, ein schlechter kann die Nerven zum flattern bringen. Gisdol versucht sich entspannter: Die nächsten beiden Spiele sind wichtig, aber wenn wir da nicht gewinnen, dann holen wir uns die Punkte woanders. Die Mannschaft ist zuversichtlich, daß der Start gelingen wird, die Stimmung in der Truppe scheint gut zu sein.(Mir persönlich zu gut)

Wenn wir einen schlechten Start erwischen, dann kann es sein, daß wir wieder abkacken und eine Rückrunde ähnlich der Hinrunde hinlegen. Erwischen wir einen guten Start mit klaren Siegen gegen Wolfsburg und ingolstadt, dann kann es sogar sein, daß wir durchmarschieren und noch einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.
Ich persönlich erwarte einen schweren Start, aber nicht, daß wir den Faden völlig verlieren. Wir werden hier und da Punkte sammeln, hier und da Punkte liegen lassen und am Ende auf einem Nichtabstiegsplatz landen. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Der Spruch wird uns die Rückrunde über begleiten. Aber am Ende wird alles gut. (fb)

Einer für alle, alle für einen

Moin. Es scheint ja so, als würde Jens Todt unser neuer Direktor Sport werden. Es ist zwar noch nicht amtlich, ich heiße ihn hier aber trotzdem schon mal willkommen.

Und das meine ich ernst!

Vielen HSVern ist er ja nicht gut genug. Einige meinen, man müsse einen größeren Namen verpflichten, einige meinen, es müsse ein (Ex)HSVer, wie zB Hoogma sein und wieder andere meinen, man dürfe ihn nicht holen, weil er ein Buddy von Beiersdorfer ist.
Dietmar Beiersdorfer ist Geschichte, von daher interessiert es mich nicht die Bohne, ob der neue SpoDi mit Didi kann, oder auch nicht.
(Ex)HSVer, das ist für mich eher ein Hinderungsgrund. Der Stallgeruch, den dieser Verein hat, tut ihm nicht gut. Und vor allem war dieser Verein in der Managementebene nicht besonders erfolgreich. Mir ist es da lieber, wir holen uns Leute von gut geführten Vereinen. Ok, Bochum und der KSC sind da auch nicht gerade die Vorzeigeobjekte, aber sie sind auch nicht schlechter geführt, als der HSV.
Nicht gut genug? Wir reden von einem Posten als „Direktor Sport“ und nicht vom „Sportvorstand“. Das heißt, der SpoDi, den wir holen, wird nicht im Vorstand vertreten sein. Für diesen Posten bekommst du nicht die Topgarde. Und erst recht nicht für einen Chaosclub wie den HSV. Denn wir dürfen nicht vergessen, so manchen potentiellen Kandidaten haben wir, namentlich der AR mit seinen Indiskretionen, schon vergrault.

Und hier kommen wir dann zum eigentlichen Punkt, den ich ansprechen möchte: Grundsetzlich ist die Qualität der einzelnen handelnden Personen wichtig. Aber wichtiger ist es, daß man ein Team hat, das an einem Strang zieht. Das zieht sich durch alle Instanzen, von oben nach unten. Der AR müssen keine Freunde sein, aber sie müssen ein Team sein. intern dürfen sie sich fetzen, aber extern, also nach aussen, müssen sie wie aus einem Guß agieren. Es darf nicht angehen, daß man in der Presse lesen kann, wie in geheimen AR-Sitzungen abgestimmt wurde, es kann nicht sein, daß die Presse weiß, mit welchen Kandidaten man gesprochen hat oder ähnliches. Es kann nicht sein, daß einzelne sich auf Kosten anderer profilieren wollen und/oder ihre eigene Politik am Rest-AR vorbei durchdrücken wollen. Es muß dort im Team zusammangearbeitet werden.

Und ein solches Team, das den Namen Team auch verdient, wird dann ein Team für die professionelle Führungsebene zusammenstellen.
Und wenn auch diese Ebene Teamwork lebt, dann schaffen wir es, daß wir dauerhaft ein Team auf den Rasen bekommen. Ein gutes Team ist stärker als die Summe der einzelnen Protagonisten. Das gilt immer und überall. Und deshalb müssen wir auch nicht unbedingt zwangsläufig einen absoluten Topmann als SpoDi holen, wichtiger ist es, daß die Führungsebene des HSV als Team zusammenarbeitet. Für den sportlichen Bereich bedeutet das, Bruchhagen, (wahrscheinlich) Todt und Gisdol müssen zusammen als Team agieren. Die Führung eines Vereins wie dem HSV ist keine One-man-Show. Und wenn Todt derjenige ist, der in dieses Team passt, dann ist die Qualifikation gar nicht mehr so sehr wichtig.

Woran erkennt man, daß ein SpoDi, bzw das Team, gute Arbeit leistet? +-25 Spieler verpflichten, die dann Fußball spielen sollen, dazu noch in der richtigen Verteilung nach den einzelnen Positionen, ist gar nicht mal so schwer. Das Geheimnis ist es, daraus eine gute Mannschaft zu machen. und das ist nicht nur Aufgabe des Trainers. Nein, die Spieler müssen auch schon nach diesen Gesichtspunkten verpflichtet werden.

Nehmen wir mal an, jeder Spieler hat die Stärke 10. Eine Mannschaft aus 11 Spielern müsste dann die Gesamtstärke von 110 haben. Stellt der SpoDi die Mannschaft schlecht zusammen, dann hat diese Mannschaft nur die Stärke 100. Wird die Mannschaft gut zusammengestellt, dann hat diese Mannschaft die Stärke 120. Unsere Mannschaften der letzten Jahre waren immer schlecht zusammengestellt.

Und unter diesem Gesichtspunkt gesehen, versteht man dann auch die Abgänge von Cléber und Spahic. Für sich genommen, sind beides Spieler, die uns weiterhelfen könnten. Aber sie passen nicht in das Mannschaftsgefüge. Cléber weil er ein „Bruder Leichtfuß“ ist, Spahic, weil er unter Umständen zu dominant ist und eher Unruhe in den Kader bringt, wenn er auf der Bank sitzt. Er will spielen, spielt er nicht, gibt es Probleme.

Wir haben in der Managementebene einen größeren Umbruch zu verzeichnen. Hilke weg, Jörn Wolf weg, Beiersdorfer weg und nehmen wir dann noch den Trainerwechsel dazu, dann sind das 4 relativ wichtige Positionen, die neu besetzt wurden/werden.Schaffen wir es, daß wir dort ein Team zusammenstellen, dann können wir uns endlich mal aus der Dauerkrise befreien. Bisher waren wir gerade auf dieser Ebene nicht einig, das hat unsere Entwicklung in die falsche Richtung (nach unten) getrieben.

Sehen wir diesen Umbruch also als Chance an, sehen wir auch die Verpflichtung von Jens Todt als Chance an, um den Kreis wieder zu schließen. Ein gutes Team ist mehr als die Summe der einzelnen Mitglieder. Hoffen wir auf ein solches Team (fb)

Fietes Saisonrückblick 16/17 Teil 2

In diesem Teil geht es um die Führung des HSV, insbesondere um Didi. Ich tu mich schwer damit, aber ein Rückblick ohne dieses Thema ist kein richtiger Rückblick.

Vorweg: Auch wenn es für manche so rüberkommt, hasse ich Didi nicht, oder ähnliches. Ich halte nur Gegenrede, wenn manche versuchen, ihn zu glorifizieren.

Didi ist ein netter Mensch, er ist ein menschlicher Mensch. Er hat viele Fehler, die man Leuten gerne verzeiht, weil man diese Fehler auch an sich selbst sieht, weil diese Fehler Menschen symphatisch machen. Niemand liebt Perfektionismus, auch wenn jeder doch irgendwie danach strebt.

Hier geht es aber weniger um Symphatie, denn er ist nicht unser Maskottchen oder ähnliches, sondern er ist, bzw war, unser Vorstandsvorsitzender und im letzten halben Jahr auch Direktor Sport.

Manche behaupten, Didi hätte keinen Plan. Dem möchte ich vehement widersprechen. Didi ist ein Mann mit Visionen und einem langfrsitigen Plan. Seine Schwäche ist das Tagesgeschäft. Gerade in einer Branche wie dem Fußball wird man immer wieder vor Situationen gestellt, wo man flexibel kurzfristige Entscheidungen treffen muß. Damit hat Didi Probleme.
Sein nächster Schwachpunkt, ist seine Menschlichkeit: er ist bei seinen Mitarbeitern unwahrscheinlich beliebt. Als Vorstandsvorsitzender muß man aber auch mal durchgreifen und darauf pochen, daß JEDER im Verein die nötige Leistung bringt. Von der Aushilfe beim Catering über die Reinigungskraft, den Greenkeeper oder auch die/den Angestellte/n in der Verwaltung, vom Maskottchen über den Trainer bis zum Spieler. ALLE müssen Leistung bringen, der Verein braucht in ALLEN Ebenen eine Leistungsmentalität. Um das durchzusetzen, macht man sich nicht nur Freunde. Didi scheut all zu oft, vor unangenehmen Schritten in diesem Bereich.
Der nächste Punkt entstammt auch seiner Menschlichkeit: Didi merkt jeder an, wen er mag und wen nicht. Mag er zB den Trainer nicht, dann ist er nicht bereit, ihm die nötige Rückendeckung zu geben. Jeder im Verein merkt das, jeder reagiert entsprechend drauf, auch die Spieler. Dieses Verhalten führt dann dazu, daß die Mannschaft nicht die optimale Leistung bringen kann.

Den Kader hat er auch anhand eines langfristigen Plans zusammengestellt. Nur das Problem ist, der Kader ist im Moment nicht vollständig und deshalb unausgeglichen. Die Defensive hat er im Sommer vollkommen vernachlässigt. In der Saison 14/15 zeigte sich bereits, daß er kurzfristig mit zweit- und drittklassigen Lösungen zu arbeiten bereit ist, um sein langfristiges Ziel zu erreichen. Das hat uns fast den Klassenerhalt gekostet. Und in diesem Jahr schon wieder.
Fehler macht jeder. Es ist aber wichtig, daß man aus Fehlern lernt. Beiersdorfer ist lang genug im Geschäft und trotzdem wiederholt er seine Fehler. Und das darf nicht sein. Er stellt sich aber auf den Standpunkt „So bin ich eben und wer mich will, der muß mich so nehmen, wie ich bin“. Ok, dann muß er damit leben, daß man ihn nicht mehr will.

Aber von seinen Visionen, von den Dingen, die er langsfristig angeschoben hat, werden wir noch profitieren.

Ich danke ihm für alles, was er für den HSV getan hat! Gescheitert ist er am Tagesgeschäft.

Heribert Bruchhagen ist genau das Gegenteil. Von ihm darf man keine Visionen erwarten. Er ist jemend, der das Tagesgeschäft aus dem FF beherrscht, er wird seine Sache hier gut und solide machen.
Er und der Aufsichtsrat haben jetzt 2,5 Jahre Zeit, um einen Nachfolger für Bruchhagen zu suchen und vor allem auch zu finden. Einen Nachfolger, der Tagesgeschäft und Visionen beherrscht.

Und damit komme ich zum unrühmlichsten Gremium des HSV.

Der Aufsichtsrat macht mal wieder eine ganz widerliche Figur. In Krisenzeiten sollte er das Ruder in der Hand behalten und ruhig und besonnen agieren. Gernandt, der bis kurz vor Weihnachten noch Vorsitzender war, hat sich in der Krise mehrmals zu Wort gemeldet. Nach einem guten Spiel haut er auf die Mannschaft drauf, und abwechselt stärkt er dem Vorstand den Rücken und reißt selbigen im nächsten Interview wieder auf. Völlig planlos und zerissen wirkt das Gremium.
Bei der Sportdirektorensuche plaudert der Aufsichtsrat wie in besten VorHSVPluszeiten mit der Presse. Höhepunkt war die Bekanntgabe der Beiersdorferdemission durch Rainer Callmund bei Sky90. Als Folge dessen hat Gernandt dann die Klotzen als Vorsitzender geschmissen (Er bleibt aber einfaches Mitglied des AR).
Besonders brisant: Er benennt Meier und Bönte als die Maulwürfe … und niemand widerspricht.

Im Moment hat der AR auch keinen Vorsitzenden. Es gibt zwei Kandidaten für Gernandts Nachfolge: Goedhart, der will aber nicht, und Meier, der darf aber nicht wegen seines Arbeitgebers.

Es bleibt spannend. Eigentlich hatten wir für HSVPlus gekämpft, damit genau solche Situationen nicht mehr vorkommen (fb)