Zwischen den Tagen…

Der 12. Spieltag und mit ihm das mit so viel Spannung erwartete Derby gegen Werder Bremen, liegt hinter uns. Der 13. droht.
Er droht?
Ja!
Nicht nur für mich ist jeder Spieltag inzwischen auch mit einer unterschwelligen Drohung verbunden. Denn mit mehr als einem Bein stehen wir, mit 4 ganzen Punkten aus eben 12 Begegnungen, momentan bereits in Liga 2.
Machen wir uns nichts vor: lediglich die Tatsache, dass auch Darmstadt, Ingolstadt und unser Lieblingsfeind, die Bremer, nicht besonders talentierte Meister im Siegen sind, lassen noch ein kleines Türchen zum Fußball-Oberhaus, in der kommenden Saison, offen.
4 Punkte stehen zwischen uns und dem rettenden Platz 15, aber auch dem so wohlbekannten Relegationsplatz. Wobei uns die miserable Tordifferenz, die gerade bei MINUS 19 (!) steht, durchaus einen Platz am Ende kosten könnte, holen wir nicht kräftig auf.

Ein kurzes Wort noch zum Derby, denn darüber ist wohl bereits genug geschrieben worden. Ja, ich sehe es ebenso, wie die meisten Medien. Es ist ein Fortschritt im Spiel sichtbar. Es kommen mehr Pässe an und in der 1. Halbzeit hat man sogar spielerisch mal das Mittelfeld überwinden können, ohne, wie üblich, haltlose lange Pässe einfach nach vorne zu dreschen.
Leider reißt unsere Abwehr das, was man sich vorne mühsam erarbeitet (hier endlich mal erfolgreich unser Gregerl, im Zusammenspiel mit Müller und Holtby) mit dem A… wieder um!
Zum Teil grottig, was sich Djourou, Diekmeier und leider auch Jung da leisteten. Wobei man Jung noch zu Gute halten muss, dass er kein gelernter IV ist.
Dass man auf dieser und auch im defensiven Mittelfeld nachlegen muss, ist hinlänglich bekannt und die Gründe, warum man dermaßen schwimmt, ebenfalls…

Der nächste Spieltag ist nicht nur der 13., sondern von den Begegnungen her auch hochinteressant. Also, zumindest für alle Kellerkinder. Denn die können sich gegenseitig wichtige Punkte wegnehmen.
Nicht nur wir spielen gegen den Tabellen 15., Darmstadt, sondern auch Bremen (16.) spielt gegen Ingolstadt (17.). Wobei Darmstadt nur aufgrund der besseren Tordifferenz nicht auf dem Relegationsplatz steht. Man ist punktgleich mit den Werderanern.
Ganz davon ab, dass wir selbst mit einem Sieg, „nur“ den 17. Platz erreichen würden, brennt die Hütte. Ich mag mir nicht vorstellen was passiert, gehen wir auch gegen die Darmstädter punktlos vom Platz.

Und als ob dieses gesamte Szenario nicht schon reichen würde, brennt besagte Hütte inzwischen nicht nur im Erd-, sondern auch ganz gewaltig im Dachgeschoss.
Die Vereinsführung, sei es Aufsichtsrat oder Vorstand (wo momentan jemand Didi allein Zuhause spielt), füttern die Medien jeden Tag mit neuen Sperenzien und lassen Fußballdeutschland kopfschüttelnd zurück.
Und, liebe Leute, bevor ihr mir jetzt mit Infos aus der BILD oder Lügenpresse kommt.
Fakt ist:
Wir haben noch immer keinen Spodi und es ist auch niemand in Sicht! (Das spricht dafür, dass Didi zurückgepfiffen wurde, weil er demnächst auch geht und man eben nicht mit einem weichen Faktor und neuem VV weiterarbeiten möchte).
Da Beiersdorfer in den vergangenen Tagen vermehrt bei der Mannschaft gewesen ist (als Spodi) keimt in mir die Frage auf: wer führt in der Zeit eigentlich die AG?
Fakt ist auch: die Mitglieder rebellieren. Sie wollen über einen Antrag, zur Absetzung des amtierenden e.V-Vorsitzenden, Jens Meier, erreichen, dass der wiederum den AR dazu drängt, Beiersdorfer abzusägen.
Drittens: Fakt ist, dass der Aufsichtsrat (!) ja wohl mit Horst Hrubesch gesprochen haben MUSS. Ich zumindest denke, sonst hätte man ihn niemals mit den Worten zitiert, er wolle „in der Konstellation“ eher nicht beim HSV anheuern.
Stimmt es aber wirklich, dass man ihn als „Berater von Gisdol“ nach Hamburg holen wollte, sollte man beim Aufsichtsrat mal nach halluzinierendem Rauchmaterial suchen. Denn DAS wäre der absolute Hammer! Nicht nur, dass sich der AR ins operative Geschäft einmischt, nein, er enteiert erneut einen Trainer und lässt Beiersdorfer weiterwurschteln!
By the way, ich stellte die Frage ja bereits: WER kümmert sich eigentlich gerade um die so dringend geforderten Wintertransfers?

Wenn alles nicht so traurig wäre, man müsste wirklich lachen! Das übrige Fußballdeutschland tut das ja bereits. Und womit? Mit Recht, liebe Leute! Leider mit Recht!
(mg)

Europapokaaaaaal #HSVSVW

Heute ist es wieder so weit. Im Volkspark startet das lang ersehnte #Nordderby . Der HSV empfängt die Gäste aus Bremen.

Was waren das in den den vergangenen Jahrzehnten für Duelle. Unvergessen, die Schlachten 2009. Die ganzen Scharmützel im Vorfeld. Das waren Spiele die Spaß gemacht haben. Stimmung wie es sie sonst nur bei besonderen Spielen im Europapokal gab…

Und heute ? Spaß? Ich muss gestehen, dass eigentlich mehr Angst herrscht. Was passiert, wenn wir heute verlieren? Bleibt es neben dem Platz ruhig? Sind wir bei einem Unentschieden oder einer Niederlage schon abgestiegen? Wie wird sich die Mannschaft präsentieren?

Es geht heute wieder einmal um alles. Das Spiel muss unter allen Umständen gewonnen werden. Nordderbys haben ja auch irgendwie ihre eigenen Gesetze. Daher gibt es für mich keinen Favoriten. Im letzten Jahr war ich mit meinem Sohn, dem Sascha (Wunderbarer HSV ) und Astrid im Stadion. Es war einfach mega geil. 3 Punkte. Dazu in der 1. Halbzeit ein sehr, sehr gutes Spiel von unserem HSV. Mit Torchancen zur Genüge. Und heute? Ich bin sehr gespannt, was unsere Wundertüte abliefern wird.

Diese 19 Männern stehen für den HSV im Kader: (1 wird noch gestrichen werden müssen)

Mathenia, Mickel, Götz, Ostrzolek, Santos, Djourou, Jung, Diekmeier, Holtby, Sakai, Hunt, Kostic, Porath, Lasogga, Bahoui, Jatta, Gregoritsch, Müller, Waldschmidt.

Schiedsrichter wird Dr. Brych sein.

Es gab die letzten Tage noch ca 4000 Restkarten. Viele Bremer haben auf die Reise verzichtet. Denn auch wenn es gegen den Abstieg geht, so sind die Eintrittspreise auf Champions League Niveau. Daher wird das Nordderbys dieses Mal nicht ausverkauft sein.

Meine Hoffnung für heute: ein Sieg. Wie? Scheissegal.

Auf geht’s Hamburg, kämpfen und siegen.

Auf ein faires Nordderbys, welches wir hoffentlich noch viele weitere Jahre in der 1. Bundesliga sehen werden.

Nur der HSV
(CM)

Der kleine Unterschied – In eigener Sache

Der kleine Unterschied

„Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom: Stillstand bedeutet Rückschritt!“ (Erich Kästner).
Warum wir das schreiben? Weil es in den letzten Tagen einige Stimmen gab die meinten festzustellen, dass sich nun auch wir Blog Perlen in den Strom der Negativblogger einreihen. Dass auch wir die Objektivität verloren hätten und das sei… schade.

Wisst ihr, WAS wirklich schade ist? Dass so manch einer zwischen beleidigender Hetze und enttäuschter Kritik nicht unterscheiden kann.
Dass es eben doch noch Fans gibt, die nicht einmal seitlich an ihrer blau-weiß-schwarze Brille vorbeischauen und so die Realität verdrängen.
Wie sieht denn diese Realität aus?
3 Punkte nach elf Spielen.
Ein Kader, der, geht es den Kosten nach, im Mittelfeld mitspielen müsste.
Eine Mannschaft, die positionstechnisch schlecht aufgestellt wurde und in der, so scheint es zumindest, bisher einige den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt hatte.
Oder wie ist es zu erklären, dass Markus Gisdol, neben einem gemeinsamen Tagesablauf auch den (so dringend nötigen) Deutschunterricht für unsere fremdsprachigen Rautenträger, erstmal wieder aktivieren musste?

Man kann sicher sein, er hat noch mehr Baustellen gefunden, die (Gott sei Dank) nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind. Denn eines ist klar: wenn die Mäuse auf dem Tisch tanzen, dann ist der Kater aus dem Haus.
Will heißen: dann fehlt es an Führung, an Anweisung und an Kontrolle.

Und wem obliegt diese Kontrolle?
Wenn es der Trainer nicht tut, dann ist das Aufgabe seines Vorgesetzten, dem Sportdirektor.
Tja… und da sind wir bei einem weiteren Realitätsverlust. Die Tatsache, dass da noch immer niemand in Sicht ist, spricht nicht nur von mangelndem Durchsetzungsvermögen, sondern von Entscheidungsangst. Man kann Dinge nämlich auch gemütlich aussitzen, dann entscheiden sie sich oft genug von selber.

Ich persönlich gebe es offen zu. Als Gisdol sein Amt antrat, hielt ich ihn für fehlbesetzt. Zu farblos, zu emotionsfrei… HSV-untypisch halt. Inzwischen hat sich meine Meinung gewandelt. Ich beurteile seine Entscheidungen als durchaus sinnvoll und gut. Auch die Absetzung Djourous als Kapitän war überfällig. Man sah, dass der Schweizer mit der Aufgabe überfordert war und sich seine individuellen Fehler häuften.

All das, was nun zu lesen ist, macht allerdings wenig Mut auf Besserung. Auch, wenn die Jungs auf dem Platz, am Wochenende endlich mal ein Lebenszeichen von sich gegeben haben.

Da wo es mangelt, ist keine Änderung in Sicht. Und genau DAS ist der Grund, liebe Leser, warum auch wir Blog Perlen inzwischen den Vorstand anprangern! Denn ein Markus Gisdol kann unten noch so viel herumzappeln, wenn oben keiner (auch mal gegen den Strom) schwimmt, geht es rückwärts!

Und hier schließt sich der Kreis.
Wir werden sicherlich nicht ebenso beleidigend oder hetzerisch, wie so manch anderer in unserem Metier.
Wir geben ganz bestimmt unsere Vereinsbrillen nicht ab und suchen uns andere Farben!
Wir buddeln auch die Retter-T-Shirts erneut aus dem Schrank und füllen das Maß der Hoffnung Woche für Woche wieder auf!
Wir stehen hinter dem HSV, egal, wo er hingeht.
Aber wir legen den Finger weiterhin in die Wunde, dort, wo es nötig ist!

In dem Sinne: Jungs, enttäuscht uns nicht und haut am Wochenende die Bremer aus dem Volkspark. Gebt uns die Zuversicht wieder, dass noch nicht alles verloren ist!
Denn wenn es nicht anders geht, dann muss dieses Mal eben die Basis der Führung zeigen, wie es geht!
Vielleicht bleiben Kegel ja auch mal auf dem Kopf stehen…
(MG, FB und CM)

Deja vu: Willkommen zurück in der Saison 2013/14

Wer erinnert sich als HSV Fan nicht mit Schrecken an die Saison 2013/14: Ein paar „Höhepunkte“ • Vor der Saison wird Spodi Arnesen entlassen • Der neue, Oliver Kreuzer, wird in einem „Casting“ gesucht und gefunden (Mitbewerber Schmadtke war dem AR um Ertel und Co., Gerüchten nach, zu „unbequem“) • 4 Trainer stehen während der Saison an der Aussenlinie (Fink, Cardoso, van Marwijk, Slomka) • Am Ende gelingt, mit ganz viel Dusel, der Klassenerhalt in der Relegation, gegen Fürth. (Droooobny!) • Während der Saison und der Veröffentlichung von HSVplus kommt es zu einer Spaltung innerhalb der Fangemeinde. Die Verantwortlichen „glänzen“ mit diversen Schlagzeilen. Manfred Ertel als Vorsitzender des AR ist dauerpräsent in den Medien. Trauriger Höhepunkt ist die „Öffentliche“ AR Sitzung im Grand Elyssee, in der versucht wurde, Felix Magath als großen starken Mann zu verpflichten und den kompletten Vorstand zu stürzen. Am Ende der Sitzung wird Jörn Wolf vom AR vor die Presse geschickt. Er muss die „Ergebnisse“ verkünden, die keine sind. Fast schon legendär seine Worte: „Ich habe zu verkünden, dass es nichts zu verkünden gibt“ (sinngemäß). Der Aufsichtsrat verdrückt sich derweil durch den Hinterausgang…

Man könnte die Liste derlei „Höhepunkte“ beliebig fortführen. Ende Mai wird auf der MV die Ausgliederung gem. HSVplus beschlossen. Es soll für die überwältigende Mehrheit der abstimmenden Mitglieder endlich die Wende zum Positiven bringen.

November, 2016: Nachdem man in den ersten 2 Jahren zumindest das Gefühl hatte, dass deutlich weniger Internas an die Öffentlichkeit gelangen, so wird aktuell gerade wieder, bei der öffentlichen Suche nach einem Sportdirektor, eine mediale Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben. Gernandt (Vorsitzender des AR) äussert sich wieder verstärkt in der Öffentlichkeit). Details aus AR Sitzungen stehen mal wieder in BILD und Co.

Die Kandidaten: Heintz – nach ersten Gesprächen kann man sich nicht auf den Schweizer verständigen und sagt ab. Hoogma – hier gibt es 2 Versionen. Wer nun wirklich wem abgesagt hat? Muss sich jeder selbst ein Bild machen… Heldt – als Favorit nach Hoogma gehandelt, sagt dem HSV ab. Todt – als Spezi von Didi im Topf, war er wohl nur von den Medien ins Gesräch gebracht worden. Er will bis Ende der Saison in Karlsruhe bleiben (Lieber KSC anstatt HSV? Sagt auch schon einiges ) Hochstätter – In Gladbach erst wieder aufgestiegen, dann den Abstieg „vorbereitet“ und in Hannover gescheitert. In Bochum, einem ruhigen Umfeld, in der 2. Liga, wird ihm ein guter Job bescheinigt. Finanziell gesundet, indem gute Spieler für gutes Geld verkauft wurden. Aktuell steht der Verein aber sportlich wieder unten in der Tabelle. Zumindest Didi Beiersdorfer scheint von ihm überzeugt zu sein. Das erste Ablöse-Angebot von 500.000 Euro wurde vom VFL Bochum abgelehnt. Man verlangt 3.000.000 (3 MIO EURO!!!). Bei solch einer Diskrepanz und in meinen Augen absurden Forderung, sollte man eigentlich sofort die Finger von dem Mann lassen. Aber Didi hat sich in eine missliche Lage manövriert. Mit der Entlassung von Knäbel, im Mai 2016, und der Übernahme seiner Aufgaben, begann das Ende der Ära Beiersdorf. Anstatt nah an der Mannschaft und dem Trainer zu sein, ging Didi stur seinen Weg. Es wurden zweifelsohne gute Einzelspieler (Kostic, Santos, Hlilovic) verpflichtet (Wood, Mathenia, Waldschmidt zähle ich zu den Knäbel Transfers!) und auch mit Blick auf die Zukunft weisen diese eine Möglichkeit, Umsatzerlöse zu erzielen.

Aber, und das ist das größte Problem: Gute Einzelspieler machen noch keine gute Mannschaft aus. Beispiel? Messi! In Barcelona ragt er aus einer mit Spitzenspielern gespickten Mannschaft heraus. Aber in der Nationalelf von Argentinien? Mittelmäßige Spieler & kein Titelgewinn! Didi hat es verpasst, eine Mannschaft zu formen. In der Abwehr gibt es seit Jahren Probleme. Ein Aufbauspiel? Völlige Fehlanzeige! Die aktuelle Innenverteidigung mit 3 Spielern sehr dünn besetzt. Auf der 6/8 mussten bereits unter Bruno Labbadia immer wieder Notlösungen ausprobiert werden. Funktioniert hat es immer nur ansatzweise. Verpflichtungen auf diesen Positionen? Fehlanzeige… Ein weiterer Riesenfehler von Didi: Die Entlassung von Bruno nach 5 Spielen. Hier hätte er nach der letzten Saison direkt reagieren müssen. Auch ich war für eine Entlassung. Diese Einschätzung muss ich korrigieren. Rückblickend bin ich davon überzeugt, dass Bruno aus dem Kader 100% PLUS rausgeholt hat. Mit Geduld wäre es sicher auch Stück für Stück besser geworden. Aber das ist Theorie… Jetzt, nach dem 10. Spieltag, steht der HSV auf Platz 18. 2 Punkte (je einen von Labbadia & Gisdol). Während der Umstellung auf Gisdol konnte man gut erkennen, wie sehr es im Aufbauspiel hapert. Auch die deutliche Kritik von Gisdol, an Didis Personalpolitik, ist offensichtlich berechtigt. Jetzt sind bereits 6 (!!!) Monate ohne einen ordentlichen Spodi ins Land gezogen. Ein Ersatz wurde nicht verpflichtet. Ein Armutszeugnis. Einen Verein wie den HSV kann man nicht „mal so nebenbei“ führen. Eine Doppelfunktion von VV und SpoDi ging schon mal kräftig in die Hose. Jetzt liest man, dass Didi am Montag / Dienstag dem AR Ergebnisse vorweisen soll / muss. Also kann man fast davon ausgehen, dass bis dahin Hochstätter präsentiert wird. Bei der Ablöse wird man zu den 800.000 Euro noch mal was rauflegen müssen. (Freundschaftsspiel / Ausleihe von Spielern)

Egal wie es jetzt endet. Die Ära Dietmar Beiersdorf ist Geschichte. Die Frage ist nur, wann der Vorhang fällt. Wenn wir diese Saison abschließen wie 2013/14 wäre es inzwischen ein Erfolg. Leider fehlt mir dazu im Moment der Glaube… Am Ende ist leider genau das eingetreten, was ein Ernst-Otto Rieckhoff immer gesagt hat: Auch die beste Struktur lebt von ihren Köpfen…

Trotzdem:

Nur der HSV

(CM)

Von einigen die auszogen, uns das Fürchten beizubringen

Von einigen die auszogen, uns das Fürchten beizubringen

Es ist wirklich nur noch schwer zu ertragen, jedes Wochenende mit diesem Gefühl der Niederlage aufzuwachen.
Es gehört schon sowas wie Masochismus dazu, sich die Spiele des HSV jede Woche aufs Neue anzuschauen!
Es gebührt den Fans Respekt gezollt, die immer noch dafür kilometerweite Anreisen, bei üblem Wetter auf sich nehmen.
Es muss ein spezielles Gen sein, das so viele dazu bringt, noch immer von Klassenerhalt zu sprechen.
Es gibt so vieles, was momentan dafürspricht, sich endlich abzuwenden von dem Chaosklub, in dem nichts besser geworden ist in den letzten Jahren.
Noch immer gibt es im und um den HSV herum nichts, was auch nur annähernd für Ruhe, Ordnung oder Veränderung spricht!

Da mehren sich die individuellen Fehler unserer Abwehr, statt dass sie sich stabilisiert, wenn verletzte Stammkräfte wiederkommen.
Da schiebt der Mannschaftskapitän einen Großteil der Niederlage auf die Aufstellung des Trainers!
Da versagen selbst dem bisher stärksten Glied in der Kette, unserem Torwart, inzwischen die Nerven.
Da wird wieder in bester Manier ein Escortservice für den Gegner gebildet und im Mittelfeld Beamtenmikado gespielt!
Da spricht der 2. Trainer der Saison davon, man solle sich endlich von den erhöhten Erwartungen verabschieden. Hier ginge es lediglich um den Klassenerhalt und nicht mehr!
Da eiert ein offensichtlich verwirrter Vorstandsvorsitzender, auf der Suche nach einem Sportdirektor solange rum, bis sich auch der letzte einigermaßen geeignete Kandidat verabschiedet hat, um danach jemanden einzustellen, der sicherlich nicht seine eigenen Schwächen bloßlegen wird.
Da weiß ein Aufsichtsratschef von einem Tag auf den anderen nicht mehr, was er gestern gesagt hat und behauptet einfach mal das Gegenteil.
Diese Liste ließe sich weiter ausbauen. Denn auf allen Ebenen des Hamburger Sportvereins herrscht momentan gruseliges Chaos.

Arbeiten wir diese Liste doch mal von oben her ab.
Liebe Leute. Als die ersten Testspiele der so früh ins Training gestarteten Mannschaft im Fernsehen gezeigt wurden, war ich eine derjenigen, die bereits damals ihren Missmut darüber zum Ausdruck brachte, dass sich am Spielstil, im Vergleich zur vorherigen Saison, nicht viel getan habe. Ich erinnere mich noch gut daran, wie viel harsche Kritik ich dafür einstecken musste. „Alles nur Test, was zählt, ist die Liga“, war so ziemlich das harmloseste Argument, das ich mir anhörte, bis ich es einfach sein ließ, die nächsten Spiele öffentlich zu bewerten.
Ich bleibe dabei: wer in den Testspielen nicht alles gibt, der wird auch in den offiziellen Begegnungen nicht viel besser spielen!
Schon damals waren die Lücken in der Abwehr und der fehlende Spielaufbau deutlich sichtbar! Auch (oder gerade) für die Kaderverantwortlichen!
Als die Liga begann, begann mit ihr auch das beliebte „…ach es sind doch noch…Spiele“-Rückwärtszählen.
Wo wir damit gelandet sind, wissen wir spätestens heute.
Aufgebäumt hat sich gestern (für mich) lediglich Nikolai Müller dem es gelang, für einen kurzen Zeitraum der 2. Halbzeit, seine Mannschaftskameraden mitzuziehen.
Ansonsten kann ich allerdings in keinem Mannschaftsteil einen gravierenden Fortschritt zu den oben erwähnten Testspielen sehen.

Zu den Aussagen von Markus Gisdol, man müsse endlich von der Erwartungshaltung runterkommen, in dieser Saison etwas anderes zu spielen außer Abstiegskampf, fällt mir eigentlich eher weniger ein.
Denn diese Erwartungshaltung sollte bei den meisten, spätestens zwischen dem 6. und 7. Spieltag auf der Strecke geblieben sein. Es sei denn, Gisdol wird von oben noch immer erzählt, er müsse die EL-Plätze erreichen und seine Anmerkung ist sowas wie Eigenschutz! Seine gestrige Aufstellung war eine sehr defensive. Dass ihn dafür auch noch sein eigener Teamkapitän anzählt und mit der Aufgabe in einer 3er- statt 4er-Kette zu spielen offensichtlich nicht umgehen kann, gibt mir doch sehr zu denken!

Am Schlimmsten aber ist für mich derzeit das Gegurke in der Führungsetage zu ertragen, bei dem man nur hilflos zugucken kann.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt und sich vorstellen kann, dass „die da oben“ mit voller Absicht den Kahn in den Sand setzen! Wobei mir kein gutes Argument dafür einfällt. Aber leider auch keines dagegen. Die Suche nach einem Sportchef wird dermaßen halbherzig und unprofessionell vorangetrieben, dass man es eigentlich gleich bleiben lassen kann! Und der Aufsichtsrat? Hat offensichtlich einen Vorsitzenden, der zumindest phrasentechnisch noch mal in sich gehen sollte. Denn, lieber Herr Gernandt, wenn ein Schiff schlingert, entlässt man auch nicht das Kabinenpersonal, sondern fragt beim Kapitän nach, was das Problem ist. Und wenn der das nicht lösen kann…
Allerdings fällt mir momentan leider auch niemand ein, der von sich aus diesen Harakiri – Posten annehmen würde.
Das ganze Ding ist mächtig verfahren! Und selbst die Akteure haben sich in ihren eigenen Seilen verfangen. Nein, ich möchte nicht an deren Stelle sein. Aber ich würde dem ein oder anderen gerne mal sagen, wie seine Außendarstellung gerade bei uns ankommt! Ihr spielt mit jeder Menge Jobs und mit dem (übriggebliebenen) Ruf des einstmals so stolzen Bundesligadinos! Ihr werdet es sein, der diesen großen Verein zu Grabe tragt und damit in eines der sportlichen Geschichtsbücher eingeht! Wenn das euer Ansinnen ist, dann spielt euer laienhaftes Spiel ruhig so weiter!

Die Mannschaft sollte, für meine Begriffe die Koffer packen, sich an einen ruhigen Ort verziehen (nix mit Autogrammstunde und öffentlichem Training), sich hinterfragen und dringend mal in sich gehen. Denn auch ihr werdet ansonsten in diesem unrühmlichen Geschichtsbuch eine Seite füllen!

Und für mich gilt: ich freue mich über die Länderspielpause! Das ist mir noch nie passiert! Ein Wochenende ohne dieses Gefühl der Niederlage im Bauch aufwachen. Ach, was wird das schön…
(mg)

Alles Scheiße oder was?

Eigentlich wollte ich erstmal nichts schreiben, aber wir erleben die größte Krise in der Geschichte des HSV und es kommt nichts von den Blogperlen, das kann es nicht sein.

Platz 18, 2 Punkte, 2 Tore, 2 Trainer, aber schon 3 rote Karten und 5 Punkte Rückstand auf Platz 15, nach einem Viertel der Saison. Das ist die niederschmetternde Bilanz des HSV in diesem Moment.

Ich hab mir in den letzten Tagen und Wochen viele Gedanken darüber gemacht, wie wir in diese Situation geraten sind. Und ich muß gestehen, ich komme immer wieder zum Punkt: Dietmar Beiersdorfer.

Ok, ich war eigentlich nie ein großer Fan von Didi. Auch in seiner ersten Zeit beim HSV war der Verein nie besonders effizient in der Verwendung der Mittel. Selbst die cfhh merkte damals schon an, wir hätten kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Und für die Ausgaben, war zum größten Teil Didi verantwortlich. Von den Kosten her gehörten wir eindeutig in die CL, aber in der Regel haben wir nur mit Mühe und Not die EL erreicht. Meist auch erst über den UI-Cup.
Wir haben Spieler oft nur mit viel Geld davon überzeugen können, bei uns zu unterschreiben. Dukaten-Didi, dem Spitznamen wurde er nur zeitweise gerecht. Oft ging das aber auch zu Lasten des sportlichen Erfolgs. Erinnern wir uns an die Saison 06/07 als typisches Beispiel Beiersdorferscher Transferpolitik: Nicht nur, daß man unsere Spitzeninnenverteidigung in den letzten Tagen der Transferperiode ausgewechselt hat, nein, er hat es auch nicht geschafft, die scheidenen Barbarez und Beinlich zu ersetzen. Prägende Teile der erfolgreichen Mannschaft wurden nicht adäquat ersetzt. Und wie gesagt, last minute. Das Ergebnis hat letztlich Thomas Doll den Posten gekostet. Wie wir wissen, es war nicht das erste Opfer der Beiersdorfer Transferpolitik, mit dem Hang zum last minute, mit dem Hang, funktionierende Mannschaften auseinanderzureissen. Die Fluktuation von Leistungsträgern war schon damals immens.

Auch habe ich nicht seinen Abgang vergessen. Eine Kündigung ist eine Sache. Mitten in der Transferphase die Klotzen zu schmeißen, das hat ne andere Qualität.

Seine Tätigkeiten bei Red Bull und St Petersburg waren auch nicht grad besonders erfolgreich. Vor allem war auch dort eine schlechte Effizienz der eingesetzten Mittel zu erkennen. Bei Gazprom war man glücklich, als ein gewisser Karl Gernandt kam und ihn haben wollte.

Beiersdorfer die 2.
Karl Gernandt wollte Beiersdorfer haben, die Akteure von HSVPlus waren wenig begeistert davon. Ich hab mich allerdings mit der Kritik an Didi lange Zeit sehr zurückgehalten, wie viele wissen. Schließlich ist der HSV nicht Didi Beiersdorfer, sondern viel mehr. Ein Team sollte gebildet werden, das gewisse Kompetenz hat, dazu hat man Peters und Knäbel für die sportliche Kompetenz verpflichtet und Wettstein für die Kompetenz im ökonomischen Bereich. Es galt, dem Team die Chance zu geben, den HSV auf Linie zu bringen. Viel Glück hatte man dabei allerdings nicht. In der Saison 14/15 haben wir 4 Trainer verschlissen und uns hat im Grunde nur der Umstand gerettet, daß Tuchel rechtzeitig in Dortmund unterschrieben hatte und man Bruno verpflichtete. Eine Woche später und man wäre abgestiegen. Ich denke, da sind wir uns alle einig.

Die Transferpolitik war auch wenig zielführend. Im ersten Jahr haben wir teuer Lasogga, Holtby, Müller, Behrami usw verpflichtet. Ok, da konnte man ja noch anfügen, daß Didi zu dem Zeitpunkt hoffnungslos überfordert war, weil er zu damaliger Zeit den HSV restrukturieren musste und gleichzeitig den Kader neu formen.
Unter Knäbel kam eine gewisse Struktur in die Transfers. Man muß bedenken, daß er und Bruno im letzten Jahr kein Geld zur Verfügung hatten und sogar Transfergewinne erzielen mussten. Betrachtet man den Kader des letzten Jahres unter den Parametern, kann man durchaus von einer erfolgreichen Transferpolitik reden. Der Kader hatte seine Schwächen, aber das war den finanziellen Mitteln geschuldet. Platz 10 und über 40 Punkte waren ein Erfolg (auch wenn viele das damals nicht eingesehen haben)

Mit der Entlassung Knäbels fing das Drama erneut an. Bruno hatte nach der Saison auf die Frage, wo er den größten Bedarf für Verstärkungen sieht, keinesfalls die Offensive ausgemacht, sondern einen IV und einen 6er gefordert. Für mich ein Indiz dafür, daß man sich in dem Punkt schon zu dem Zeitpunkt nicht einig war. Und auch ein Zeichen, daß Beiersdorfer nicht aus versehen keinen IV oder 6er geholt hat, sondern daß er den Kader vollkommen falsch geplant hatte. Dabei hätte man bei den Verletzten der Vorbereitung durchaus erkennen können, daß es dort Bedarf gibt, wenn man schon nicht die Spiele der Rückrunde richtig analysiert.
Für mich ein vollkommenes Rätsel, denn Didi konnte eigentlich immer gute Verteidiger kaufen. Dafür hatte er früher immer ein gutes Auge. Entweder kann er es nicht mehr, oder aber er hat sich, was ich auch für durchaus möglich halte, von Kühne und seinen Beratern unter Druck setzen lassen. Dafür spricht, daß er Kühne nicht widersprochen hat, als der mit der überzogenen Prognose, 6-8 sei drin, gekommen ist. Fragwürdig auch sein Verhalten im Fall Halilovic. Ihm als SpoDi und VV steht es nicht zu, irgendwelche Spieler zu fordern. Er hat dem Trainer den Rücken freizuhalten und der Trainer ist einzig und allein derjenige, der entscheidet, wer spielt und auch, wer im Kader ist. Auch da hat er sich gegen den Trainer gestellt.
Ich weiß, viele von euch waren froh, als Bruno gehen musste. Bruno spielt ja viel zu defensiv und Platz 10 bei 41 Punkten war ja keine Leistung. Aber denen sei gesagt, der Kader, den wir hatten, gab einfach nicht mehr her. Und Bruno ist jemand, der gerne offensiv spielen lässt. Was meint ihr, warum Bruno so defensiv hat spielen lassen?
Ich behaupte, und für diese These gibt es gute Argumente, wenn man auf Bruno gehört hätte und die Defensive mit nem IV und nem anständigen 6er gestärkt hätte, dann hätten wir eine weitere solide Saison spielen können. Aber das ist den Hamburgern ja nicht gut genug, es muß ja Spektakel sein und egal wie gut die Mannschaft spielt, es ist nie gut genug, der Trainer ist nie gut genug. Etwas, was ganz schön an der Substanz der Leute zehrt, glaubt mir, denn Fußballer und Trainer sind auch nur Menschen, selbst wenn sie Millionen verdienen.

Gisdol ist gekommen und die Probleme sind geblieben. Wie sollte es auch anders sein, es lag schließlich nicht am Trainer. Wir stecken unten fest.

Und was macht Beiersdorfer? Er gibt Interviews, in denen er zwar zugibt, daß man einen SpoDi suche, aber nur auf mittlere Sicht. Er gibt Interviews in denen er sich hinstellt und sinngemäß sagt, wir hätten nur eine Ergebniskrise und im Grunde hätte man alles richtig gemacht. Sorry Leute, aber das geht gar nicht.

Das sagt aber viel aus, wie es um unseren Verein bestellt ist. Bei all den Fehlern, die laufend geschehen (ich sach nur Millerntor) muß man zum Schluß kommen, es fehlt beim HSV eine Leistungsmentalität. Der VV/SpoDi lebt keinen Leistungswillen vor und toleriert ungenügende Leistung anscheinend auf allen Ebenen. Mal ehrlich, wie soll denn die Mannschaft dabei einen Leistungswillen entwickeln? Und das ist nicht mal gewollt, da rutscht man als Spieler so mit rein. Man erzählt jedes Jahr aufs Neue, das war das schwerste Trainingslager, aber die Grundlagen sind nicht vorhanden, wenn die Saison beginnt. Nach zwei gewonnen Spielen (ok, kam auch schon lange nicht mehr vor) will man auch nicht mehr nach unten schauen, sondern man schaut nach oben. Realitätsverlust

Nun ist die Frage, wie kommen wir hier raus?
Ich habe viel drüber nachgedacht, denn die Situation ist verzwickt. Ich denke, als erstes müssen wir einen Sportdirektor verpflichten. Aber einen, der seinen Platz im Vorstand hat und nicht darunter. Auf Namen verzichte ich hier lieber. Dann müssen der neue SpoDi und Didi zusammen mit Kühnes Geld den 6er und den IV verpflichten, die im Grunde schon in der Sommerpause hätten kommen müssen. Und da brauchen wir Spieler, die sofort helfen können. Es müssen keine Künstler sein, grundsolide würde reichen, denn wir müssen wieder einen Schritt mit unserem Kader zurück gehen. Grundsolide ist der Weg, um dauerhaft Krisen zu vermeiden. Und wenn wir endlich mal über eine gewisse Zeit Stabilität in die Mannschaft bekommen haben, dann kann man über den nächsten Schritt nachdenken. Dann aber vorzugsweise mit eigenem Geld.

Wenn wir einen SpoDi haben, dann muß sich der AR auch auf die Suche nach einem Nachfolger für Beiersdorfer als Vorstandsvorsitzender umsehen. Beiersdorfer ist nicht mehr tragbar. Er ist gescheitert. Er redet, wie Versager reden.

Nach dem Auftritt bei Sky90 war ich drauf und dran, mir Hoffmann zurückzuwünschen. Allerdings wäre das, glaub ich, nicht der richtige Weg. Auch wenn er heute ein anderes Standing hätte, Rückholaktionen sind nicht gut.
Bei uns war ja mal Björn Gulden als Nachfolger für Hoffmann im Gespräch. Heute ist er Vorstandsvorsitzender von Puma. So einen müsste Gernandt suchen und am besten auch finden.

Und hoffentlich könnte der im Sommer dann noch einen Erstligisten führen. Sicher bin ich mir nicht, vielleicht muß ich mir doch bald mal Gedanken machen, wo Sandhausen liegt.

Alles wird gut (fb)

ps: Warum haben wir uns mit der Kritik die vergangenen Jahre etwas zurück gehalten?

Ok, ich will es kurz erklären: erstens muß man den Leuten die Chance geben, ihren Job richtig zu machen. Das gehört sich so. Nicht umsonst gilt die ungeschriebene 100Tage-Regel. Auch kann man vieles kaputtreden, das wollten wir nicht. Und zu guter Letzt fehlt uns auch der finale Einblick in viele Geschehnisse. Wir kennen die Fakten nicht gut genug und wir kennen auch nicht die Gedanken, die man sich bei diesen oder jenen Entscheidungen macht. Und war ziemlich klar, dass es hätte schon eine ganze Zeit lang besser laufen können. Dass es aber so dramatisch wird, ist erst seit etwa einem halben Jahr absehbar. Eigentlich erst, seitdem Didi Knäbel den Laufpass gab…

…und sich in Doppelfunktion noch mehr überlastete.