Von Typen mit und ohne Faust #KOEHSV

Gestern war einer dieser Tage an denen ich mir wünschte, ich wäre weniger emotional. Denn manchmal wäre ich lieber auch so ein Typ, der langsam die Lust am HSV verliert und mehr oder weniger emotionslos der nächsten Niederlage entgegendümpelt.
Mir schlagen die Spiele längst auf den Magen und auf die Psyche.
Im Magen macht sich ein Gefühl breit, das sich anfühlt wie ein riesen Klumpen, der rumort und im Kopf macht sich eine schwertragende Leere breit, die Gedanken kreisen. Wer oder was sollte die so dringende Umkehr bringen? Wer oder was macht Hoffnung auf Besserung?

Irgendwie ist das Spiel unserer Mannschaft wie die immer wiederkehrenden Gesänge auf den Rängen, die von alten Zeiten schwärmen und den HSV, zumindest im Liedgut, unabsteigbar machen. Ich für meinen Teil würde mir sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite mal eine Erfrischungskur wünschen.

„Bis zur Roten Karte waren wir mit Köln auf Augenhöhe“, sagte eine Freundin mir nach dem Spiel, „ich hätte mich mit einem 0:0 zufrieden gegeben.“
Hallo? Wir können uns doch nicht immer und immer wieder mit einem Punkt zufrieden geben! Nicht, wenn wir irgendwann mal aus dem Tabellenkeller, zumindest mal mit einem Auge rausschauen wollen! Klar brauchen wir jeden Punkt. Allerdings sieht man, was dabei rauskommt, wenn auf Unentschieden gespielt wird.
Und nein, ich bin leider nicht ihrer Meinung. Denn es wird immer offensichtlicher, dass unsere Gegner eigentlich nur darauf warten, dass uns ein Fehler unterläuft. Ich bin mir sicher, dass die Spieler von ihren Trainern jeweils genau darauf eingestellt werden. Von Torgefahr war jedenfalls auch gegen die Kölner wieder nichts zu sehen!

Nachdem dann Bobby Wood, in der 58. Minute, völlig unnötig seinen Ellenbogen gegen Heintz ausfuhr, dafür Rot sah, und genau drei Minuten später das erste von drei Kölner Toren fiel, brachen unsere Jungs erneut auseinander und ergaben sich in ihr Schicksal.

Kinners, Kinners… was und wieviel bitte will man dem Fan noch zumuten?

Während ich dann, kurz nach Abpiff überlegt habe, in Tränen auszubrechen, begann auf Sky die sonntägliche Fussball-Talkrunde. Zu Gast: Bernd Hoffmann, seines Zeichens ehemaliger VV unseres Vereins und Thomas Doll, Ex-Trainer, beide bekannt aus besseren Zeiten…
Und beide bohrten gnadenlos in der offenen Wunde. Hoffmann bekannt rational (obwohl ihm das ein oder andere wir rausrutschte) und Doll schon fast mit Tränen in den Augen.
Balsam auf meine verwundete Seele aber leider nur kurzfristig, denn Hoffmann sagte deutlich, er habe andere Lebenspläne, als zum HSV zurückzukehren.
Beide unterstrichen jedoch auch, dass Beiersdorfer in seiner Doppelfunktion überfordert sei. „Man braucht ein starkes Tandem an der Spitze“, meinte Hoffmann und traf damit genau meinen Nerv.

Didi sieht das leider anders. Gefragt, ob denn nun ein SpoDi komme meinte er lapidar, dass man mittelfristig (!) jemanden holen wolle… Sorry, aber genau das ist es, was eine verwundete HSV – Seele NICHT hören will… Als er dann noch meinte, er sei eben nicht die Führungsperson, die mit der Hand auf den Tisch haut, wurde der Klumpen in meinem Bauch noch eine Spur größer. Dammich nochmal! Man sieht doch, wohin der führungslose Dampfer schlingert! Da MUSS auch mal mit der berühmten Faust… aber, ach, lassen wir das.

Ich werde mir weiterhin die Spiele angucken, und die HSV-Fahne draußen wird weiter wehen! Ich kann mir den Verein nicht einfach so aus dem Herzen reißen. Aber es tut nur noch weh und die Hoffnung schwindet, dass wir mit dem amtierenden Führungspersonal die Wende schaffen!
Unseren Spielern wünsche ich, dass sie das Angebot der psychologischen Unterstützung wahrnehmen und dass diese Maßnahme fruchtet. Denn auch sie kommen alleine aus dieser Negativschleife nicht mehr raus! Wir haben mehr Platzverweise, nach neun Spielen, als Tore. Wen das nicht aus dem Dämmerschlaf holt, der ist verloren für die reale Welt!
(mg)

Brustlöser oder Ausrutscher? #HFCHSV

„Wenn man die letzten Wochen sieht, weiß man, wie wichtig es war, hier zu gewinnen“, sagte Pierre Michel Lasogga im Anschluss in der Presse: „Wir haben auch eine Reaktion auf die Kritik gezeigt.“
Auch richtig. Wobei ich mich wirklich frage, warum man das mit der Reaktion so betonen muss. Für mich ist das eher eine Art Schuldeingeständnis, vorher reichlich geschludert zu haben!
Wie dem auch sei. Für die geschundene HSV-Seele war das Spiel gegen Halle gestern Balsam. Endlich mal als Sieger vom Platz gehen! Ich für meinen Teil konnte lange nicht einschlafen, so sehr war ich erleichtert, dass die Mannschaft endlich ein Lebenszeichen von sich gegeben hat. Und eigentlich finde ich (ergebnistechnisch gesehen) die Null vorne genauso wichtig, wie die 4 hinten. Denn insbesondere die Defensive hat sich in den vergangenen Spielen ja nun wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert.
Gisdol machte für mich aus der Not eine Tugend, setzte erneut Ekdal in die Innenverteidigung und platzierte davor Jung und Sakai.
Ostrzolek durfte etwas offensiver außen auf links und Kostic rechts spielen. Wobei die beiden regelmäßig die Seiten wechselten, womit man sich ein wenig unberechenbarer machte.
Man of the match wurde aber Bobby Wood, der endlich mal wieder seine eigentliche Klasse zeigte und zunächst in der 8. und dann in der 43. Minute die Hamburger, nach gefühlt 10 Jahren, mal wieder in einen Torjubel ausbrechen ließ.
Lasogga, der erneut auch viel nach hinten arbeitete und auch beim 0:1 seine Füße im Spiel hatte, netzte sein 1. Saisontor ein und über ein tolles Jokertor durfte sich schließlich noch Luca Waldschmidt freuen.

Die Aufreger im Spiel: zum einen René Adler, der sich für seinen Ausflug gegen Marvin Ajani nicht darüber hätte beklagen dürfen, wenn der Schiri Rot zückt. Was das sollte, kann er mir gerne mal erklären!

Zum anderen glänzten die Hamburger mal wieder damit, verschiedene Vollpfosten, mitgebracht zu haben, die hemmungslos Pyros zündeten. Ich hätte nach der 1. Welle bereits den gesamten Block geräumt! Das kostet den Verein wieder Kohle, die er nicht hat! Nicht verwunderlich wäre auch, wenn der DFB endlich mal die Zügel anzieht und ein Geisterspiel verordnet. Beschweren dürfte sich darüber niemand!

Wie ordnen wir diesen Sieg aber nun eigentlich ein?
Zunächst möchte man natürlich sofort von einem Brustlöser sprechen. Doch allzu oft hat der HSV seine Fans, bereits im nächsten Spiel nach einem Sieg, erneut mächtig enttäuscht. Ich hoffe, dass auch diese Serie mal durchbrochen wird!
Nicht vergessen darf man, dass man „nur“ gegen einen (sehr wohl hoch motivierten) Drittligisten gespielt hat. Und auch gegen Halle traten wieder teilweise eklatante Abspielfehler und Fehlpässe zu Tage, die gegen einen Bundesligisten wohl zu dem ein oder anderen Gegentor geführt hätten. Und damit wären wir wieder am Anfang dieses Blogs.
Das Spiel war wichtig für das Selbstbewusstsein der Spieler. Ich hoffe trotzdem, sie bleiben auf dem Boden und arbeiten hart an ihren Schwächen! Gegen Köln, am Sonntag, müssen sie beweisen, dass sie wirklich Reaktion zeigen.

Der HSV ist, dank eines 0:4, gegen den Halleschen FC in die 3. Runde des DFB-Pokals eingezogen.
Soweit, so gut! Nicht mehr und nicht weniger.
(mg)

P.S.: Was mir noch auffiel gestern war, dass, hatte ein Spieler eine Stresssituation mit dem Schiri, blieb er damit oft alleine. Ich hoffe, das ist kein Zeichen dafür, dass es in der Mannschaft knirscht! Aber leider ist es wohl eher eines dafür, dass ein ordentlicher Leader auf dem Platz fehlt…

Denn sie wissen nicht was sie tun…

Irgendwie bezeichnend. Vor dem Spiel zeigte Sky, als „Untermalung“ eines Beitrages, einen Dietmar Beiersdorfer, der in der HSV-Geschäftsstelle kurz nach rechts anlief, um dann doch nach links abzubiegen.
Gerade so, als ob er nicht genau wüsste, wohin er denn nun wollte.
Planlos halt…
Genauso planlos wie die Mannschaft, die unter großem Getöse, vor der Saison zusammengestellt wurde.
Da war ja NICHTS gestern!
Erschreckend!
Adler (mal wieder die ärmste Sau auf dem Platz), der einzige mit genügend Arsch in der Hose, sich nach dem Katastrophenkick der Presse zu stellen, brachte es auf den Punkt: „wir haben uns abschlachten lassen. Das war einer Bundesligamannschaft nicht würdig.“ Auch das sei eine Sache der Einstellung und nun müsse man aus eigener Kraft den Karren auch wieder aus dem Dreck ziehen.
Doch selbst der geneigteste Zuschauer fragt sich inzwischen, wie das funktionieren soll!
Zu viele Komponenten sprechen momentan dagegen.

Da ist zunächst mal die Unausgeglichenheit bei den Einkäufen.
In der letzten Saison herrschte bereits eine Torflaute. Also kaufte man wie blöd offensive Kräfte ein und pulverte die von Kühne geliehenen Millionen nur so raus.
Fazit: Vorne könnten sich die Stürmer auf den Füßen stehen. Allerdings fehlen geeignete Leute, um sie mit Vorlagen zu füttern. Weiteres Fazit daraus: von hinten werden ungelenk die Pässe nach vorne gehauen, wo sie meist beim Gegenspieler landen oder beim eigenen Mann, der sie aber nicht verwerten kann. Warum auch immer.

Dabei vergaß man dann Zweitens, auch die Defensive stabil aufzustellen. Weder Djourou noch Cleber sind für mich, neben Spahic, die so wichtigen Felsbrocken, die sich der Brandung der gegnerischen Offensive stellen könnten. Dafür machen sie zu viele individuelle Fehler. Zudem zeigen uns gerade momentan die Verletzungen (und Clebers Rote Karte) genauestens die Schwachstellen von Didis Einkaufspolitik. Jetzt muss sogar Ekdal schon in die IV, weil uns auf der Position die Leute ausgehen!
Vom fehlenden Spielaufbau will ich gar nicht erst anfangen!

Klar fragt man sich Drittens, zu Recht, WAS bitte hat die Mannschaft in den zwei Monaten Vorbereitungszeit eigentlich trainiert?
Passspielen und Bälle annehmen kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Und Torschusstraining? Die Trainingstore müssen doppeltes Maß gehabt haben!
Kreativität? Ideen? Fehlanzeige! Dabei hat doch jeder unserer Profis eine genau solche Ausbildung erhalten, oder etwa nicht?
Ja, inzwischen ist auch der Kopf, in dem die Situation hoch und runter läuft, immer mit dabei und dadurch spielt man nicht so frei auf. Allerdings sieht es längst so aus, als hätten die Spieler der vergangenen fünf Jahre ihren Kopf vorne beim Pförtner abgegeben, sobald sie Hamburg betreten.

So kommen wir nunmehr zu Viertens und last but not least zu unser aller Vorstandsetage, die immer mehr in den Fokus gerät. Ja, Didi hat die Mannschaft falsch zusammengestellt.
Ja, er ist überfordert! Und zwar mächtig und nicht erst, seitdem er ein Doppel-Didi ist!
Und hier kommt der Aufsichtsrat ins Spiel, der sich, sollte er nicht spätestens nach dieser Woche reagieren, genauso schuld daran sein wird, wenn Hamburg im nächsten Jahr gegen Sandhausen spielt.
Ich habe es gestern bereits geschrieben, ich wiederhole mich hier gerne:

Lieber Aufsichtsrat: Gebt Didi seine Papiere und ein Dankeschön für den Versuch, installiert einen fähigen Manager und einen guten SpoDi (irgendwo muss es doch Leute geben, die Leute kennen…), bezahlt sie leistungsabhängig und drückt den Resetknopf!

Im Winter noch einmal Geld in die Hand nehmen, so Herr Kühne denn gewillt ist, um damit den Kader sinnvoll zu ergänzen.
Nur dann sehe ich noch irgendeine Hoffnung, dass wir die Klasse halten!
Mit DER Mannschaft und mit DEM Vorstand sind wir jedenfalls geliefert! Und seien wir ehrlich: jeder SpoDi mit einigermaßen Hirn wird sich den HSV in seiner jetzigen Konstellation eh nicht antun!
(mg)

Vorschau #HSVSGE

Heute Abend ist es wieder mal so weit. Dringend müssen Punkte her, der HSV steht am 7. Spieltag der Saison bereits mit dem Rücken zur Wand.
2 Punkte aus 6 Spielen, Tabellenplatz 17.
Zu Gast im Volkspark ist die sehr gut gestartete Eintracht aus Frankfurt. Für unseren neuen Trainer, Markus Gisdol, ist es das 1. Heimspiel. Ein Flutlichtspiel auf das er sich nach eigenen Angaben sehr freut.
 
Anschließend geht es nach Köln und zuhause gegen den BVB. Einfach? Gibt es in der Bundesliga eh nicht mehr.
Und erneut spielen für mich heute die Fans eine große Rolle. Ihre Unterstützung als 12. Mann ist wichtig für das angekratzte Selbstbewusstsein der Mannschaft! Auch wenn es wohl die meisten nicht mehr hören können…
 
Kader:
Adler, Mathenia, Ostrzolek, Spahic, Diekmeier, Sakai, Ekdal, Holtby, Hunt, Kostic, Müller, Waldschmidt, Wood, Santos, Lasogga, Halilovic, Jung und Gregoritsch
Es fehlen: Cleber, Djourou
 
Meine persönliche Wunschelf:
Adler – Santos, Spahic, Jung, Diekmeier – Ekdal, Holtby – Müller, Kostic – Wood -Lasogga
 
Die vermutliche Aufstellung:
Adler – Santos, Spahic, Ekdal, Diekmeier – Sakai, Holtby -Müller, Kostic – Halilovic – Lasogga
 
Also: Heute Abend ALLE Vollgas geben. Es zählen nur Punkte. Meinetwegen kann es ein 1-0 in der 93 Minute mit dem 1. Torschuss werden. Hauptsache punkten.
Heute mal sehr kurz und knapp.
Auf geht’s Hamburg, kämpfen und siegen.
 
#NurderHSV
(CM)

Nachbetrachtung #BMGHSV

Der „Senf“ zum Spiel.

Ich bin positiv überrascht. Nicht nur wegen des Punktgewinnes.

1. Nach dem Spiel in Berlin hatte ich die Befürchtung, dass wir „in Schönheit sterben“ werden.
2. Die Defensive hat heute relativ wenig zugelassen.

Ich habe nach dem Spiel die Hoffnung, dass nicht nur der Wille des Trainers „offensives Pressing, Tore erzwingen“ durchgesetzt werden soll, sondern man sich auch auf den jeweiligen Gegner richtet einstellt.
Gladbach hat die letzten 10 oder 12 Heimspiele ALLE gewonnen. Auch wenn in dieser Saison nicht alles glänzt, so sind die Gladbacher in den letzten Jahren zu einer technisch starken Bundesligaspitzenmannschaft gereift.
Auch der Trainerwechsel zu Schubert hat sich bisher nicht negativ auf die Fohlen ausgewirkt.
Vor dem Spiel hatte ich die Befürchtung, wenn die Mannschaft ähnlich wie in Berlin spielt, wird das ein torreiches Spiel. Insgeheim hab ich mit einem 4-1 oder 5-2 für Gladbach gerechnet.
Das ist nicht eingetreten, da man das Gladbacher Spiel „zerstört“ hat und sie nicht zur Entfaltung hat kommen lassen. Man kann es sich jetzt natürlich wieder einfach machen und sagen, Gladbach hatte einen gebrauchten Tag und konnte die Ausfälle (u.a. Raffael) nicht kompensieren. Ich sehe es eher positiv aus HSV Sicht, dass es Gisdol gelungen ist, ein adäquates Mittel gegen sie zu finden, welches die Mannschaft gut umgesetzt hat.

Auch wenn das Torschussverhältnis mit 22-5 Torschüssen für Gladbach deutlich ausfällt, so waren es doch weniger Grosschancen als noch zuletzt in Berlin.
Ekdal hat seine ungewöhnliche Rolle sehr gut gemacht. Die Einwechslung von Jung um ihn auf die IV zu stellen, war in meinen Augen auch nichtnotwendig, da Gladbach nur mit einer Spitze gespielt hat.

Spannend wird es sein, wie die IV gegen Frankfurt, am Freitag, im Volkspark aussehen wird. Spahic / Jung würde ich gerne mal sehen.

Zu den Elfmetern:
Ich habe beim ersten Elfmeterpfiff spontan gesagt: nie und nimmer im Sechszehner! Dass es sogar gar kein Foul war, könnte man erst in der Zeitlupe sehen. Dazu dann die Rote Karte, die Stark geben muss, wenn er schon pfeift, war doppelt ärgerlich…

Über den 2. Elfmeter braucht man nicht lange zu diskutieren: eindeutige Schwalbe

Gladbach hat sich dann als fairer Sportsmann gezeigt und die Geschenke nicht verwandelt

Zu der Szene mit René Adler und Andre Hahn noch ein paar Worte
Was sollte Rene Adler denn machen, als Hahn auf ihn zugeschossen kam? Soll er normal hochspringen und riskieren, das er getroffen wird und sich dabei dann selbst verletzt?

Und bei der Attacke von Stindl gegenüber Spahic muss man sagen, das die Gelbe Karte OK ist.

Aufgrund der Geschehnisse freue ich mich sehr über den Punkt. Jetzt bin ich gespannt, welche Taktik Gisdol am Freitag aus dem Hut zaubert.
Dem Gesetz der Serie sollte ja am Freitag ein Sieg folgen

Nur der HSV
(CM)

#HSVBMG Vorschau

Vorschau

HSV zu Gast in Gladbach

Die Länderspielpause habe ich genutzt um auch mal Pause vom HSV zu machen.
So ganz ist es mir zwar nicht gelungen, aber doch größtenteils.
Bis heute morgen war ich ziemlich entspannt. Aber dann war es doch wieder da. Dieses Gefühl wenn Du morgens aufwachst und der erste Gedanke beim HSV ist…

So 100% kann man eben keine Pause einlegen. Zumindest ich nicht…

Am Donnerstag auf der HSV PK vor dem Spiel in Gladbach müssen die Aussagen von Gisdol wie von einem „Außerirdischen“ geklungen haben. Ich habe leider keine Zeit gefunden, mir diese anzusehen. Aber was ich da gelesen habe, hat mich fast erschrocken. So forsche Töne war man aus Hamburg nicht mehr gewohnt. Die ersten Worte nach der Verpflichtung und auch nach dem verlorenen Debüt von Gisdol waren komplett anders. So fremd. Aber auch wohltuend. Sehr, sehr wohltuend. Ich hoffe, dass er seinen offenbar vorhandenen Kampfgeist beibehält. Dass er seinen Glauben an sich und seine Arbeit behält. Wenn die Spieler dann auch nur 50% davon übernehmen, kann die Wende auch kurzfristig erfolgen. Trotz des schweren Programms der kommenden Spiele. Ich hoffe und wünsche es mir sehr.

Gisdol, so hat man im ersten Spiel und auch in den Trainingsspielen sehen können, hat eine andere spielerische Ausrichtung und Vorstellung vom Fußball. Bzw. er zieht sie gnadenlos durch: Offensivspiel ist Trumpf. Dadurch wird mehr Arbeit auf die Abwehr zukommen und man kann sich darauf einstellen, dass wir hinten das ein oder andere Tor kassieren werden. Also MUSS vorne endlich auch getroffen werden.

Die Erfahrungen der letzten 2-3-4 Jahre haben auch bei mir ein wenig an der Zuversicht gekratzt. Das bisherige Auftreten der Mannschaft und die Ergebnisse haben leider bisher meine Befürchtungen übertroffen.
Ohne einen zuverlässlichen IV kann es eine verdammt lange Zeit bis zur Winterpause werden.
Hier liegen meine Hoffnungen darauf, dass zum einen Djourou seine Muskelprobleme in den Griff bekommt und seine Leistungskurve endlich mal stabil nach oben zeigt. Im Moment wäre mir ein HW4 lieber.
Zum anderen hoffe ich, dass man Jung mal eine Chance gibt. Er ist gelernter IV und hat in den letzten 1 1/2 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Wenn er weiter an sich arbeitet kann ich ihn mir ab der Seite von Spahic gut vorstellen. Zur weiteren Stabilisierung gehört ein fitter Albin Ekdal. Wenn er topfit ist, ist er ein großer Stabilisator. Gemeinsam mit der Pferdelunge Holtby kann er für weitere Stabilisierung in der Abwehr beitragen. Das alles ist aber ein verdammt enges Gerüst.

Daumen drücken und hoffen.

Heute also in Gladbach mit folgendem Kader:

Adler, Mathenia, Ostrzolek, Cleber, Spahic, Diekmeier, Sakai, Ekdal, Holtby, Hunt, Kostic, Müller, Waldschmidt, Wood, Santos, Lasogga, Halilovic und Jung

Es fehlen: Djourou und Gregoritsch

Meine persönliche Wunschelf:

Adler – Santos, Spahic, Jung, Diekmeier – Ekdal, Holtby – Müller, Kostic – Hunt -Wood

Die vermutliche Aufstellung:

Adler – Santos, Spahic, Cleber, Diekmeier – Ekdal, Holtby -Müller, Kostic – Hunt – Lasogga

#NurderHSV
(CM)

Kopf über Bauch!

Eigentlich wäre ich jetzt bereits seit Tagen dabei, mir Ausreden für meinen Mann zu überlegen, für Freitag, den 21.10., ab 19h.
Denn da steht ein kulinarisches Feuerwerk auf meinem privaten Terminplaner.
Das Schlimmste daran ist, dass ich eine Teilnahme an diesem Event höchst selber vorgeschlagen und somit angeleiert habe.
Als wir bereits gebucht hatten fiel mir ein, dass irgendwann in den nächsten Spieltagen der HSV ja freitags ran muss.
Ich schaute nach.
Bingo!
War klar!
Ich, die in den vergangenen Urlauben stets vor dem Mini IPad klebte, um über Sky go „meine Jungs“ verfolgen zu können und nicht Konferenz gucken zu müssen, die sich ständig ärgerte, in „Englischen Wochen“ vielleicht mal ein Spiel zu verpassen, die immer penibel darauf achtete, Verabredungen so zu legen, dass sie nicht auf einen Spieltag fielen, genau ich saß nun mit dieser Erkenntnis auf dem Sofa und horchte in mich hinein.
…und erschrak.
Denn da war nichts von aufkommenden „oh, sch…wir müssen absagen“, „och nö, dann verpasse ich ja das Spiel“ oder „Schatziiiiiii, was machen wir denn jetzt?“ *blinker, blinker*.
Mein Mann schaute mich intensiv an und meinte trocken „dann geh ich halt alleine hin“. Und ob ihr es glaubt oder nicht. Es hätte Zeiten gegeben, da wäre er das auch.
Aber irgendwas ist in der Zwischenzeit passiert. Irgendwas scheint in mir zerbrochen. Die „große Panik“, der Missmut, ja selbst die kleinste innere Regung, das alles blieb aus.
Ich gebe zu, ich war wirklich erschrocken. Und horchte noch tiefer in mich hinein. Selbst die Länderspielpause lässt mich irgendwie kalt!
Endlich mal ein Wochenende ohne Frustgefühl, ohne diese Hilflosigkeit, wenn man diesen hilflosen Fußball sieht.
Kein Fluchen, kein Kopfschütteln, keine offenen Fragen, kein WARUM schon wieder?
Kein Suchen nach Fehlern auf der einen, sowie auf der anderen Seite, kein Versuch, eine Erklärung für das erneute Versagen suchen zu müssen!
Wie entspannend!
Inzwischen schwanke ich zwischen Hoffnung und Mutlosigkeit.
Je nach Tagesniveau auch mal etwas von Beidem.
Mehr als fünf Jahre Deja vu, immer und immer wieder aufs Neue, fünf Spielzeiten mit mehr oder weniger Rumpelfussball, den man sich teils noch schöngeredet hat, fünf Jahre immer mal etwas mehr mal etwa weniger, aber immer Angst im Nacken… All das hat müde gemacht.
Ich will nicht sagen, dass mir der HSV jetzt völlig latte ist! Noch immer schlägt mein Herz blau-weiß-schwarz! Und natürlich gehe ich mit dem HSV auch in jede Liga, in die er sich selber hineinspielt. Aber es ist einfach nur noch traurig, was da passiert!
Was sich jedes Jahr wiederholt, egal welche Spieler gerade die Raute tragen. Reden, das können sie alle, aber das Fußball spielen scheinen sie, mit dem Betreten der Hansestadt, vor dessen Toren in schöner Regelmäßigkeit abzulegen. Dafür werden Phrasen einstudiert, die vor den Presssemikros, immer und immer wieder als Entschuldigung herhalten müssen. Wisst ihr was ich glaube: Gisdol weiß erst seit gestern, seit dem Testspiel gegen Magdeburg, WAS genau er sich da ans Bein gebunden hat!
Ja, ja, jetzt kommt mir wieder mit Wertungen von Testspielen oder den Nationalspielern, die nicht da waren (auch das ist seit Jahren dasselbe!). Von den Namen her stand eine komplette, bundesligataugliche Mannschaft auf dem Platz! Und genau diese Mannschaft hat einen Drittligisten mit 2:1 besiegt… Mehr muss, mehr will ich dazu nicht sagen.
Wenn in den nächsten Tagen nicht bei allen Spielern derselbe Wecker klingelt und wenn Beiersdorfer nicht endlich einsieht, dass er mit zwei Ämtern völlig (aber VÖLLIG) überlastet ist und einen starken, weitsichtigen, kompetenten Spodi einstellt, dann, ja dann, ihr Lieben…
Und wisst ihr noch was? Ich kann mir gut vorstellen, dass es dem Herrn Kühne, wenn nicht jetzt schon, dann doch sehr bald, ähnlich geht! Und wer weiß schon, was auf welchen Ebenen auch immer gerade abgeht. Alle Beteiligten sind ja (hoffentlich) nicht blind!
Ich erwarte kurzfristig einen großen Rums. Auf welcher Seite und mit welchen Nachbeben, das weiß ich allerdings noch nicht. Gott sei Dank vielleicht…
(mg)

Nachbetrachtung #BSCHSV

HSV-Fans sind komisch und der Fußballgott hat Urlaub

Es ist passiert. In einem Fußballjahr, dem die meisten Fans (und auch zahlreiche Beobachter von außen) mit einer großen Euphorie entgegensahen, da von allen Seiten von zumeist „tollen Einkäufen“ geredet wurde, schreibt sich der HSV den nächsten Negativrekord in seine inzwischen 53jährige Bundesligazugehörigkeit. Fünf Spiele ohne Sieg.
Am 6. Spieltag, mit einem (1!) Punkt, zumindest bis heute Nachmittag, Vorletzter in der Tabelle. Eine Torausbeute…katastrophal!
Ganze 2 (!) x rummelte es im gegnerischen Tor. René Adler dagegen musste bereits 12x hinter sich fassen.
Auch im 1. Spiel nach Labbadia brachte es die Elf um Neutrainer Markus Gisdol nicht fertig, das Runde in das Eckige zu transportieren.
Mal stand zu viel Aluminium im Weg oder das Tor war einfach zu niedrig. Denn schon Nikolai Müller hätte in der 11. Minute der sechsstündigen Torflaute der Hanseaten ein Ende setzen können. Eine Minute später vergab Kostic eine eigentlich 100Prozentige. Und auch Lasogga, der vorbildlich sowohl nach vorne, als auch nach hinten arbeitete, gelang es nicht, am Berliner Torwart Jarstein, mit einem klasse Freistoß, vorbei zu kommen.
Allem Aluminium zum Trotz, auch die Berliner machten Bekanntschaft damit, gelang es den Hauptstädtern, mit einem abgefälschten Flummitor und einem (zumindest diskussionswürdigen) Elfmeter, die Hanseaten nach dem Spiel ratlos zurückzulassen. Erneut war es ihnen nicht gelungen, auch nur ein Törchen gegen die Hertha zu schießen. Man wurde mit 2:0 nachhause geschickt.

Von den Fans gefordert, ließ Gisdol in den letzten 30 Minuten, den auch für viele Hamburger Hoffnungsträger, Alen Halilovic, von der Leine.
Auch wenn ich ihn mir schon mal in der Startelf gewünscht hätte, seit gestern bin ich mir sicher: Alen muss aufpassen, dass er nicht zum Unglücksraben wird. Denn kurz nach allen seinen Jokereinsätzen, auch gestern wieder, fiel ein Gegentor. Langsam beginne ich mir zu wünschen, ihm wäre NICHT das Pokaltor gelungen. Dann wären wohl die Erwartungen an den jungen Ex-Spanier nicht so immens hoch und er dürfte sich (mit Recht) sagen lassen, dass er noch viel zu lernen hat. Mich erinnerte er gestern sehr an den Lasogga der letzten Saison: er kreiselte laufstark in der gegnerischen Hälfte, wirkte oft wie ein Fremdkörper, lief zwar immer Richtung Ball (zeigte auch den ein oder anderen gelungenen Pass) aber vermied tunlichst, in harte Zweikämpfe zu gehen. Und ich meine, auch ihm war eine gewisse Nervosität anzumerken. Denn dem sonst so ballsicheren Offensivler rutschte auch der ein oder andere Pass ins Nirwana. Es ist ihm zu wünschen, dass er schnellstens von dem Podest, auf dem er wohl seit dem Pokaltor steht, wieder runterkommt, um auf Augenhöhe, gemeinsam mit der Mannschaft lernt, offensiven Fußball in Tore zu verwandeln.

So bedenklich der Saisonstart, so merkwürdig empfinde ich gerade die HSV-Fanszene. Denn gerade die, die noch vor einer Woche (und davor ständig und immer wieder) Geduld gefordert hatten, der Mannschaft fehlende Eingewöhnung attestierten und in jedem noch so kleinen, mal gelungenen Pass eine große Weiterentwicklung zum Vorjahr feierten, genau die wollten gestern genau dasselbe Spiel, wie unter Labbadia gesehen haben.

Ok, ich bin noch immer kein Trainer und ich sehe auch selten ein Training. Vielleicht macht mich das nicht gerade zur Expertin, die eine 100prozentige Analyse abgeben kann. Aber, ehrlich, Leute. ICH habe gegen Hertha eine andere Mannschaft auf dem Platz gesehen, wie noch am vergangenen Wochenende!

Da wären zunächst mal die herausgespielten Chancen, die sich seit gestern (für die Statistik), seit Saisonbeginn, verfünffacht haben dürften. Allein, es fehlte mal wieder am letzten Quentchen Glück. Der Fußballgott macht wohl gerade Urlaub.
Zum Zweiten habe ich auch nach dem 2:0 ein Team gesehen, das nicht aufgesteckt hat, den Kopf nicht hängen ließ, sondern oben behielt, und last but not least auch nach der 70. Minute läuferisch noch immer mithalten konnte.
Dass Gisdol alle inzwischen eingespielten Fehler nicht auf einmal abstellen kann, durfte wohl allen klar gewesen sein. (By the way: hat nicht auch Labbadia sein 1. Spiel 2014, und dann auch noch gegen Bremen, verloren?)

Nun bin ich es halt mal, die Geduld einfordert und allen, die sich jetzt bereits mit einem schlechten Gefühl in der Magengegend befassen sagt: Jungs, Mädels, wir packen das! Vorausgesetzt, die Mannschaft ist mit dabei und gibt in den nächsten Wochen und Monaten alles! Hier erwarte ich endlich mal Taten statt nur guter Worte. Es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn wir es mit Spielern, wie Kostic, Wood, Lasogga, Müller, dem übrigen Team und irgendwann in den nächsten Monaten auch einem Hallilovic, der dann vielleicht mal den Unterschied macht, den Turn around nicht schaffen würden!
Da nun wirklich jeder gesehen hat, dass unsere Abwehr mächtig wackelt und öfter mal zu spät kommt, wünsche ich mir, spätestens in der Winterpause, einen gestandenen 6er, als Regisseur für das Mittelfeld, der das Spiel von hinten aufbauen kann!
Insgesamt ist man hier immer noch zu langsam und manchmal auch zu sorglos verspielt.
Also, liebe HSV-Spieler, enttäuscht mich nicht! Eure Fans, der neue Trainer und vor allem ihr selber habt es verdient, euch und uns endlich mal wieder mit Toren und 3 Punkten zu belohnen. Das ist gut fürs Selbstbewusstsein, das genauso nicht nur durch Worte, sondern eben auch durch Erfolge wächst.
In dem Sinn: auf in die Länderspielpause. Aber die Pause nur für uns, nicht für euch! Für euch heißt es trainieren, üben, üben und verdammt noch mal üben!
(mg)