Bruno macht nen guten Job und trotzdem muß er abgelöst werden

Es ist mal wieder soweit, der Trainer wird beim HSV wohl ausgetauscht werden. Brunos Tage beim HSV sind gezählt, das pfeifen nicht nur die Spatzen von den Dächern.

Bruno kam im Frühjahr 2015, als der HSV so tief am Boden lag, wie es kaum tiefer ging. Verantwortlich für diese Krise war schon damals zum großen Teil Dietmar Beiersdorfer, der den Trainerposten provisorisch mit Slomka, mit Zinnbauer und mit Knäbel besetzte, weil er auf seinen Wunschtrainer wartete.
Jeder im Verein wusste im Grunde, daß all die Trainer nicht auf Dauer bleiben sollten.
Bruno kam auch nur, weil man durch Tuchels Unterschrift in Dortmund endlich Klarheit hatte.
Und Bruno hat uns gerettet, hat uns wieder in die Relegation geführt und hat es dort mit der Mannschaft geschafft, den KSC in Hin- und Rückspiel zu besiegen. Bruno hat die Scharte ausgewetzt, die Beiersdorfer zu hinterlassen drohte.

Und auch in der letzten Saison hat Bruno gute Arbeit geleistet. Der Kader hatte weder in der Spitze, noch in der Breite besonders viel Qualität.
Trotzdem kam am Ende ein 10ter Platz dabei heraus und wir haben am letzten Spieltag nichts mehr mit dem Abstieg zu tun gehabt. Daß das möglich war, lag unter anderem auch daran, daß Knäbel mit Bruno eine Mannschaft aufgebaut hatte, die stimmig war und passte.
Daß nicht mehr dabei heraussprang, lag unter anderem daran, daß während der kompletten Rückrunde unser eigentliches Prunktstück, das Mittelfeld, angeschlagen war.
Wir hatten dort viel mit Verletzungen zu tun, meist sind die Spieler nur zum Spiel fitgespritzt worden, an ordentliches Training war nicht zu denken.

Diesen Sommer haben wir schon wieder eine komplette Strategie über den Haufen geworfen.
Anstatt Spieler zu holen, die uns sofort helfen, hat man auf junge Talente gesetzt. Von den Feldspielern war der 23jährige Kostic die einzige Soforthilfe.
Eine Strategie, die ich auch befürworte, nur darf man sich nicht wundern, wenn es so etwas dauert, bis der Kader die nötige Qualität auch auf den Rasen bringt.
Auch wurde nur (mit Ausnahme von Mathenia) in die Offensive investiert. Hinten drückten die alten Probleme. Allerdings mit einer Änderung: Defensivallrounder Kacar hat uns verlassen.
Gleichzeitig wuchsen die Ansprüche, Kühne sprach von Platz 6-8, die Vereinsführung hat nicht widersprochen. Und es wurde aus dem Umfeld gefordert, daß der mit vielen Vorschußlorbeeren gekommene „Balkanmessi“ sofort spielen muss und zwar auf seiner Lieblingsposition, der 10.
Daß Halilovic defensiv nichts kann und nicht macht, hat das Umfeld nicht interessiert. Es interessiert immer noch niemanden!
Auch hier hat keiner dem Trainer den Rücken gestärkt, als er den defensivschwachen Halilovic auf der Bank sitzen ließ.
Es hat auch niemand der Vereinsführung um Geduld gebeten, weil die Defensive angeschlagen und ohne Verstärkungen in die neue Saison gegangen ist. Und es zeichnete sich frühzeitig deutlich ab, daß die Defensive nur funtioniert, wenn alles, wirklich alles, optimal laufen würde. Das tut es aber nicht und das Unheil nahm und nimmt seinen Lauf.

Die Ergebnisse haben wir gesehen. Wir spielen allerdings meist nicht so schwach, als daß ich sagen würde, der Trainer muß weg.
Aber wenn wir uns ein Gegentor einfangen, dann klappt mittlerweile nicht nur die Mannschaft zusammen, sondern auch unser Trainerteam.
Es kommen kommen inzwischen auch keine positiven Impulse mehr von der Bank, die Mannschaft kann sich nicht am Trainerteam aufrichten.
Und deshalb muß Bruno gehen. Er ist die ärmste Sau im Verein. Er ist das Gesicht des HSV nach der Relegation, er ist der, der sich der Presse stellt, er ist der, der seine Arbeit gut macht, er ist der, der in der Öffentlichkeit angezählt wird und Didi duckt sich einfach nur weg.
Die Krönung für mich war das interview nach dem Leipzigspiel, wo er dem Trainer noch nichtmal pro forma Rückendeckung geben wollte.
Dabei ist er derjenige, der die sportliche Verantwortung trägt.
Nein, er trägt als SpoDi und VV die Gesamtverantwortung.

Wie gesagt, an einem Austausch des Trainerteams führt kein Weg vorbei. Nach gut zwei Jahren kann man sich auch ein Bild zur Vereinsführung, insbesondere zur sportlichen Führung des Vereins erlauben.
Und dieses Bild ist verheerend. Sportlich, finanziell und auch intern ist der Verein immer noch marode.
Gerade sportlich solte mit Beiersdorfer, Peters und Knäbel ein Kompetenzteam geschaffen werden, daß den HSV voran bringt. Davon keine Spur mehr.

Werter Karl Gernandt.
Wahrscheinlich werden sie diese Zeilen nicht lesen, aber mein Fazit über die Zeit seit dem 25.05.2014 ist niederschmetternd und desillusionierend.
Ihr Boss stopft Millionen und Abermillionen in den Verein und sie versickern im Sande. Ich würde mir an ihrer Stelle mal den Berater ihres Chefs zur Seite nehmen und ihn fragen, ob er nicht gute Leute für den Posten eines VV und eines SpoDi weiß.
Die Gelegenheit jetzt zu wechseln ist gut, bis zur nächsten Transferperiode ist noch weit hin.
Und falls sie nicht handeln, dann sollte sich der Vorsitzende des HSV eV überlegen, ob diese Konstellation an der Spitze der AG wirklich die beste für den HSV ist.
Das Versagen des Trainers ist ein Zeichen für das Versagen der gesamten HSV-Führung. Im Vorstand und im Aufsichtsrat.(fb)