Nachbetrachtung #HSVRBL

Labbadia, unternimm was!

Das Rennen um den 1. Trainerwechsel hat Werder Bremen schon mal gewonnen. Viktor Skripnik ist seit heute Geschichte an der Weser.
Beim HSV nimmt die Forderung, zum Wechsel des Übungsleiters, nach dem desolaten 0:4, gegen den RB Leipzig, erneut Fahrt auf.
Während die 1. Halbzeit eher ein lockeres Abtasten der beiden Teams war, Motto: wer den ersten Fehler macht, hat verloren, lieferte die Mannschaft von Bruno Labbadia in der 2. Halbzeit ein Feuerwerk an individuellen Fehlern ab. Angefangen bei Adlers Griff, in die Beine von Timo Werner (wobei der oscarreif abhebt…) über einen bitteren Ballverlust von Gideon Jung, im Mittelfeld, bis hin zu zwei dicken Abwehrpatzern vom Kapitän himself (nicht seine ersten!)
Bereits nach dem verwandelten Elfer schien es, als kämen die Rothosen nicht mehr in den Tritt. Es fehlte das Gerüst, an dem man sich wieder aufrichten konnte. Irgendeine Idee, ein kreativer Schub, der den Ball doch mal ins Tor (und nicht direkt auf den Keeper) bringen konnte.
Da mühte sich ein Kostic auf links, Pässe in Richtung Sechzehner zu schlagen. Allein: dort war niemand, der damit etwas anfangen konnte! Lasogga saß (warum auch immer) auf der Tribüne und Wood ist eher ein Stürmer, der eben nicht dort wartet, um zu netzen!
Rechts (wie immer für mich sehr auffällig): Sakai. Doch auch sein Zusammenspiel mit Müller scheiterte ein ums andere Mal an der geschlossenen Defensive der Leipziger.
Die mussten eigentlich nur darauf warten, dass die Hamburger (warum auch immer) den Ball versemmeln, um danach ein wunderbar schnelles Konterspiel einzuleiten. Mit zwei, drei Pässen überwand man das bewegungslose Mittelfeld, erhielt im besten Fall Geleitschutz und brachte die wacklige Abwehr ein ums andere Mal in Bedrängnis. Auf schnelle Konter wartete man bei den Hamburgern auch an diesem Samstag vergeblich. Erneut versuchte sich Adler mit weiten Abschlägen, die oft genug beim Gegner landeten oder gab an den eigenen Mann, um Sekunden später wieder in Ballbesitz zu sein.
Die Leipziger mussten sich im Vorweg nur genügend Videos der letzten Hamburger Spiele angucken, dann dürften sie gerüstet gewesen sein.
Behäbig das Mittelfeld, mangelnde Kreativität im Sturm und hinten… naja, das hatten wir ja schon.
Doch, was tun?
Die Mannschaft läuft doch jetzt schon wieder mit hängenden Köpfen durch die Gegend… Geduld hin, Geduld her!
Der Trainer kommt mit Phrasen („wir haben verpasst, das 1:0 zu machen“), erneut bricht das Team nach Rückstand auseinander und scheint, ab Minute 60 bereits platt.
Von Spiel zu Spiel kommen auch die Spieler selber zu dem immer wieder gleichen Fazit („wir müssen da als Team wieder rauskommen“).
Und dann haut ein Ashton Götz, bei „Matz ab“ auch noch Internas raus, dass dem gemeinen Fan nur schlecht werden kann! (Videos vom gegnerischen Spieler KÖNNEN! MÜSSEN aber nicht angesehen werden/ es käme immer darauf an, wie Labbadia zu den jeweiligen Spielern stünde, ein Halilovic ist desillusioniert, weil er nicht spielen darf…etc).
Davon ab, dass diese Sachen sicherlich in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben, bleibt die Frage: Naivität oder Frust?
Spielt die Mannschaft schon wieder gegen den Trainer?
Der Fan allerdings bleibt mal wieder ratlos zurück. Denn WER sollte übernehmen, wenn feststeht, dass Bruno das (mit Sicherheit) vorhandene Potential ums Verrecken nicht aus der Mannschaft bekommt? Und WER sagt, dass der Trainereffekt nicht wieder nach 2,3 Spielen verpufft?
Eines ist allerdings klar. Es muss was passieren! Schnell! Denn mit den Fanphrasen des „es ist doch erst das 3.,4.,5. Spiel“ lässt sich in Hamburg inzwischen kein Blumentopf mehr gewinnen.
Und was, wenn Bruno einfach mal die komplette Mannschaft umstellt?
Wie wäre es mal so:
Mathenia – Sakai/Spahic/Cleber/Santos – Müller/Halilovic Porath/ Kostic -Lasogga/Waldschmidt
Vielleicht tut ja dem ein oder anderen Stammspieler ne Runde auf der Bank ganz gut! Denn ernsthaft, man spricht von Konkurrenzkampf und dann stehen doch am Ende der Woche wieder dieselben Nasen auf dem Platz, die uns denselben berechenbaren Fußball präsentieren!
Klar ist: ein „weiter so“ darf es nicht geben. Und wenn man sich denn schon so schwer tut, den Trainer zu wechseln, weil man besonders in Hamburg um den begrenzten Erfolg weiß, dann muss man eben auf dem Rasen was anderes aufbieten… Aber dafür ist dann wirklich der Übungsleiter gefragt! Und zwar schnell!
Sonst ist Labbadia, spätestens nach dem Besuch der Bayern mal wieder Geschichte an der Elbe!
(mg)