Deal or No Deal?

Jetzt ist es also raus. Was in den vergangenen Wochen vor allem durch die Redseligkeit von Calmund täglich Thema war, ist offiziell vom HSV bestätigt: Gönner und Edelfan Klaus Michael Kühne unterstützt den HSV die kommenden Jahren bei den Transfers und trägt auch das Risiko dafür.
In der laufenden Transferperiode hat der HSV bisher ca. 4,3 Mio für die Neuzugänge Bobby Wood (3,5 Mio) und Christian Mathenia (0,8 Mio) ausgegeben. Einnahmen stehen dagegen bisher nicht.
Diese 4,3 Mio Euro waren wohl ein „Vorschuss“ auf noch zu generierende Transfereinnahmen.
Im Finanzplan für die kommenden Jahre steht für diese Sommerperiode eine weitere Reduzierung der Kaderkosten und ein ausgeglichenes Transferergebnis auf dem Plan.
In der Presse werden fast alle Spieler als potentielle Verkaufskandidaten gehandelt.
Um weiter aktiv zu werden, müssten, für eine ausgeglichene Bilanz jetzt also zunächst einmal Verkäufe stattfinden.
Die Mehreinnahmen von 4,3 Mio Euro hätten dann wieder in Neuverpflichtungen einfliessen können.
Durch die Unterstützung von KMK kann der HSV jetzt weiter aktiv auf dem Markt werden und Verhandlungen mit gewünschten Neuzugängen und den abgebenden Vereinen aufnehmen.

Was aber bedeuten diese neuen Möglichkeiten und welche Auswirkungen haben diese für den HSV?
Wie erwähnt, kann der HSV weiter an einem leistungsfähigen Kader basteln, ohne auf vorherige Verkäufe angewiesen zu sein.
Das stärkt die Verhandlungsposition bei Verkäufen, man muss nicht auf das erstbeste Angebot reagieren.

Die Unterstützung von KMK werden aber in den kommenden Jahre weitere bilanzielle Verluste bedeuten. Auch wenn KMK das Risiko übernimmt und, sollten die gesteckten Ziele nicht erreicht werden, auf Rückzahlungen verzichtet, so sind die vorgestreckten Millionenzahlungen in der Bilanz zu berücksichtigen.
Sie werden als normale Darlehen aufgeführt und somit die Schuldenlast zunächst erhöhen. Bei eintretendem Erfolg muss der HSV die Millionen zurück zahlen. Im Gegensatz zu der aufgestellten These in einem der zahlreichen anderen Foren, wird KMK mögliche Transfererlöse NICHT erhalten. Dieses ist rechtlich nicht möglich. In der Vereinbarung mit KMK werden die Darlehen aus den Mehreinnahmen zurück gezahlt (z.B. höhere TV Gelder, höhere Zuschauereinnahmen etc.)
Durch die höheren TV Gelder in England und auch im kommenden Jahr in Deutschland, werden die Ablösesummen weiter steigen. Bereits jetzt werden Unsummen für teils mittelmäßige Spieler gezahlt. Aktuelles Beispiel: der Wechsel für ca. 14-15 Mio von Jannik Vstergaard zu Mönchengladbach, bei einem aktuellen Marktwert von ca. 7 Mio Euro!
Daher ist es von Vorteil, bereits in diesem Jahr in neue Spieler investieren zu können.
Ist Didi Beiersdorf gescheitert? Ein klares JEIN. Persönlich finde ich die Entlassung von Peter Knäbel sehr bedauerlich. Ich hätte gerne gesehen, wie er in der vor uns liegenden Transferperiode gearbeitet hätte.
Von seinen Transfers bin ich überzeugter als von den Transfers, bei denen Didi die Hauptverantwortung trägt, bzw er der Hauptinitiator war. (Dazu zählen u.a. die Transfers von Olic, Hunt, Behrami, bei Knäbel u.a. Gregoritsch, Sakai und Hirzel)
Für die kommende Saison hat Knäbel die Transfers Mathenia und Wood zu verantworten. Mit dem Geld von Kühne ist Beiersdorfer jetzt zum Erfolg verdammt. Sein Vertrag läuft noch 1 Jahr. Es müssen jetzt Transfers folgen, die der Mannschaft kurz UND langfristig helfen können. Weitere junge, ausbaufähige Spieler müssen kommen. Aber auch der ein oder andere „gestandene“ Profi, der sofort mehr Qualität in die Mannschaft bringt und zur Stabilität beiträgt. Gerade diese Stabilität ist wichtig, um junge Spieler einzubauen.
Mein Fazit zu der Unterstützung von KMK:
Es ist eine große Chance, die es dem HSV ermöglicht, den sportlichen Aufschwung weiter und schneller voran zu treiben. Aber es ist auch ein Risiko: Sollte das Vorhaben misslingen, besteht die Gefahr, sportlich unten fest zu hängen, da weitere Investitionen von KMK dann auf der Kippe stehen und vieles von notwendigen Neuausrichtung im Vorstand und Aufsichtsrat entschieden wird.

Man sollte Beiersdorfer & Co jetzt unterstützen und hoffen, dass das Vorhaben gelingt. Wenn es gelingt, wäre ein Abbau der Gesamtverbindlichkeiten durch die erhöhten Fernseheinnahmen auch deutlich einfacher.

#nurderHSV

(CM)