Klassenerhalt #HSVWOB

Ich nehme es zur Kenntnis

„Das war ein wenig Sommerfussball. Auch die Fans sind nicht richtig glücklich.“ (Matze Ostrzolek nach dem Spiel)
Ach was!
Warum eigentlich nicht? Und überhaupt. Da sollen die meisten Fans schon während der Ehrenrunde ihre Plätze geräumt haben! Wer soll das verstehen? Undankbar sowas, oder?
Einen Spieltag vor Saisonende hat der HSV doch das geschafft , was wir uns in den letzten beiden Jahren so sehr gewünscht hätten: den direkten Klassenerhalt, ohne Umweg über die Relegation!
Was eine Leistungssteigerung!
Demut, Leute, Demut!
„Noch immer stehen wir auf Platz 12, haben 38 Punkte. Hätte man mir das vor der Saison so gesagt, ich hätte es sofort unterschrieben.“
Ich weiß gar nicht, wie oft ich diesen Satz in den vergangenen Monaten gehört und gelesen habe.
Ja! Es ist Platz 12! Und, ja, man hat mit 38 Punkten 6 mehr, als noch vor einem Jahr, als man zeitgleich auf Platz 14 stand.
Mit 1 Punkt Abstand auf die Relegation.
Welch Leistungssteigerung.
Aber Platz 12 ist, wenn man ehrlich ist, Augenwischerei. Darmstadt steht hinter uns aufgrund eines schlechteren Torverhältnisses. Hoffenheim hat zwei Pünktchen weniger und dann folgt schon Bremen, auf dem Relegationsplatz, die uns nur nicht mehr gefährlich werden können, weil sie am kommenden Samstag gegen Frankfurt spielen, die einen Punkt über ihnen rangieren.
Was will ich damit sagen?
So gut, wie die Tabellensituation aussieht, ist sie bei weitem nicht. Und wir hatten Glück und sehr wohl Unterstützung von anderen Plätzen, dass nun schon der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist.
Und was hatte man uns nicht alles versprochen , für das letzte Heimspiel gegen angeschlagene Wolfsburger?
Einen versöhnlichen Saisonausklang.
Einen Sieg, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu packen.
Kampf und Einsatz, um den Fans etwas von ihrer sagenhaften Unterstützung zurückzugeben.
Und dann?
Kam den Spielern wohl das Wetter dazwischen.
Oder die Ergebnisse aus den anderen Stadien.
Oder die letzte Baldriantablette war schlecht.
Oder alles zusammen!
Nagelt mich ans Kreuz fehlender Demut oder bezeichnet mich als undankbarer Weissichnichtwas, der doch zu den Bayern gehen soll, aber DAS, was sich da gestern auf dem Platz abgekrampft wurde, war teamfähiges Hallenhalma.
Bis zur 73. Minute hätte ich Kopf und Kragen verwettet, dass Hecking und Labbadia einen Nichtangriffspakt abgeschlossen hatten. Beiden Mannschaften hätte ein Unentschieden für den Klassenerhalt gereicht. Gut, dass ich es nicht tat, denn schlaue Rechner, im neuen Heimdress der Hamburger (ich finde es übrigens, sagen wir mal…unspannend) sind aber wohl drauf gekommen, dass selbst eine Niederlage reichen würde, um den Dino erstligafähig zu halten.
Und so ließ man Luiz Gustavo dann doch nochmal was für seinen Marktwert tun. Er legte dem ansonsten fehlerfreien Drobny, ein unhaltbares Ei ins Netz.
So sinnlos! So unnötig!
Die Wolfsburger wären mit ein wenig mehr Einsatz zu schlagen gewesen und dann, ja, liebe Leute, dann hätte es vielleicht sowas wie ein versöhnliches Ende im Volksparkstadion gegeben.
Dort, wo die Fans in dieser Saison wahrlich alles andere als verwöhnt wurden. Lediglich fünf (5!) mal gingen die Rothosen hier als Sieger vom Platz!
Und bevor jetzt wieder die Leute aus dem Gebüsch kommen, die mir erzählen wollen, dass da ja nicht mehr drin gewesen wäre, ein gesicherter Mittelfeldplatz das einzige sei, was realistisch war, all denen sei gesagt: JA! Aber, 1.: siehe oben
Und 2. ich habe inzwischen keinerlei Erwartungen mehr an die Mannschaft (was schlimm genug ist!). Denn ES WÄRE mehr drin gewesen. Gestern zumindest ein Sieg! Aber dafür hätte man sich bewegen müssen…
Und somit nehme ich zur Kenntnis, dass wir auch 2016/17 erstklassig spielen. Nicht mehr und nicht weniger.
Auf Peter Knäbel und sein Team kommen harte, arbeitsreiche Zeiten zu. Denn eines dürfte klar sein: mit der Truppe geht es nächstes Jahr dort weiter, wo es gestern aufgehört hat.
Da kann auch ein Labbadia nix dran ändern. Der, so sah es übrigens aus, ist am Spielfeldrand gestern mehrfach fast kollabiert. Denn das, was die Jungs auf den Rasen brachten, hat er Ihnen sicher nicht beigebracht!
Und ich hoffe auch Bruno hat den Mut, sich von dem ein oder anderen seiner Lieblingsspieler zu verabschieden. Für das Team! Für die Mannschaft! Für einen ansehnlicheren, bissigen Fußball!
Dann können sich die Jungs für mich im kommenden Jahr gerne auch im (wirklich) gesicherten Mittelfeld einrichten!
(mg)

P. S. Ich weigere mich übrigens noch immer, einen nicht stattgefundenen Trainerwechsel als spielerische Weiterentwicklung zu deuten!
P. P. S. Macht es gut, Ivi und Rudi. Vergesst die Raute nicht. Denn euch nehme ich ab, sie wirklich im Herzen gehabt zu haben!