Who the Fuck Is Alex Meier?

Ja, ja, ich weiß. Dieser Sieg ist nur einer auf dem noch weiten Weg Richtung Aufstieg.
Aber heute darf man doch nochmal, oder?
DÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖRBYSIIIIIIIIIEEEEEG!
Ein Sieg…
Und WAS für einer!
Wir haben am Millerntor von Anfang an eine geschlossene Mannschaftsleistung gesehen. Wir haben den geforderten Kampf -und Teamgeist und endlich mal wieder den Siegeswillen gespürt.
Und wir haben einen Lasogga erlebt, der genau das tat, wofür er da ist: Tore schießen!

Dazu hat sich unsere Abteilung Defensive, van Drongelen, Bates, Santos und auch der so oft kritisierte Sakai, mit herausragenden Passquoten von bis zu 90%, einige Fleißsternchen erarbeitet.
Insbesondere unsere beiden IVs haben den selbsternannten Stadtteil-Fußballgott, Alex Meier, von seinem Thron gehauen. Herausragende Aktionen? Fehlanzeige. Gruselig seine Passquote, von gerade mal 54 %.
Ok, weiß einer zufällig genau, ob er überhaupt auf dem Platz stand?
Apropos Gott.
Der des Fußballs hat jedenfalls gestern seinen Job gemacht und nicht auf die unnötige Aufforderung seines Fast-Namenspartner vom Millerntor reagiert. Ein Fußballgott lässt sich eben nicht zu Blödsinn auffordern .

Spaß beiseite.
Die Statistik der vergangenen Woche ist Vergangenheit. Die aktuelle liest sich zudem viel besser.
80% Passquote, bei 62 % Ballbesitz.
Als Santos, in der 88. Minute, sein Zuckerschüsschen im rechten Eck von Himmelmanns Tor ablegte, war es das Sahnehäubchen auf einem Spiel, auf das die Braun-Weißen eigentlich selten Zugriff hatten.
4:0 schossen die Rothosen St. Pauli aus dem eigenen Stadion.

Balsam für uns geschundene HSV-Seelen, die sich im Vorfeld des Derbys gefühlt noch 1887mal das Tor zum 1:0 Sieg des Stadtteilvereines, aus dem Jahr 2011 anschauen mussten.
Tom Mickel markierte gleich mal das Revier, indem er seinem damaligen Torwartkollegen Piquet, mit einem herzhaften Tritt gegen die Eckfahne nacheiferte.
Die Spieler waren heiß wie Frittenfett. Das merkte man auch Lewis Holtby an, der sich anfangs auf der Bank wiederfand und erst in der 81. Minute ins Geschehen eingreifen durfte. Mit seinem Freistoß, der anschließend zum Endstand führte, fügte er sich nahtlos in die gute Mannschaftsleistung ein.
Die Startelfpause hat ihm wohl gut getan.

Lustige Kabinenvideos, die sich kurz nach dem Spiel auf den Weg ins World Wide Web machten, beweisen: auch bei den Spielern ist wohl der ein oder andere Stein vom Herzen geplumpst.

Ob der Knoten nun geplatzt ist, das wird sich allerdings erst in den nächsten Wochen beweisen.
Denn von diesen verdient gewonnenen und auch mit einer vorzeigebaren Tordifferenz abgeschlossenen Spielen brauchen wir noch mehr.
Wie wichtig auch die Tordifferenz ist, haben wir gerade schmerzvoll erlebt. Union Berlin stand plötzlich über uns, auf Rang 2 der Tabelle. Trotz Punktegleichheit.

Liebe HSV- Spieler. Ich hoffe, ihr habt gestern so VIEL Selbstbewusstsein tanken können, um euch in den kommenden Partien auch gegen hochstehende Teams besser durchsetzen zu können. Aber auch nicht ZU viel, um in die in Hamburg so beliebte Arroganz zu verfallen, Gegner nicht ernst zu nehmen und damit wichtige Punkte liegen zu lassen.
Mein Herz und ich, und ich nehme an, mit mir alle HSVer, können sehr gut auf ein weiteres Relegationsspiel verzichten!
„Wir haben endlich unser wahres Gesicht gezeigt“, sagte Lasogga nach dem Spiel. Ich würde ihn gerne beim Wort nehmen!

Was gab es noch zu sagen?
Den Pyrovollpfosten auf beiden Seiten, mit mehr als ein paar Zeilen Aufmerksamkeit zu zollen, wäre zu viel des Guten.
Die Aktionen beider Fanlager waren einfach nur daneben und haben dem Spiel alles andere als gut getan. Und wenn sogenannte Pauli-Fans ihre eigenen Leute mit Pyros beschießen, dann spricht auch das Bände.

Last but not least: wer kritisieren kann, der sollte auch loben: ein fettes Like geht in dieser Woche an den Schiri, Dr. Brych, der im gesamten Spiel ein feines Händchen mit seinen Entscheidungen bewies.
Wer weiß, was z.B. ein Spielabbruch nach dem Abpfiff noch für Auswirkungen gehabt hätte?

Einen Wermutstropfen gibt es dann aber doch. In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit musste unser Kapitän, Aaron Hunt, verletzt die Segel streichen.
Was genau ist und ob wir erneut länger auf den Mittelfeldregisseur verzichten müssen, zeigt sich erst im Laufe des Tages. Hunt muss noch in die Röhre…
Wir wünschen ihm von hier aus schon mal alles Gute, dass es nichts Schlimmeres ist.
(mg)