Der HSV 2015 – Ein Rückblick Teil 1 Rückrunde Saison 2014/15

Ein beklopptes HSV-Jahr 2015

Teil 1:        Die Spiele Rückrunde 2014/15

Auf dem 14. Tabellenplatz überwintert der HSV. Nur dank der besseren Tordifferenz von 3 Treffern stehen wir nicht auf einem Relegationsplatz.

Januar

 

31.01.        Rückrundenstart         HSV – Köln 0-2

31.01.        Tabellenstand nach dem 18. Spieltag: Platz 16 – 17 Punkte  9:21 Tore  

Februar   04.02.        SC Paderborn – HSV  0-3

Tore: van der Vaart, Jansen, Stieber  

07.02.        HSV – Hannover 96    2-1

Tore:  2 ET Marcelo (Flanke Stieber + Schuss Jansen)  

14.02.        FC Bayern München – HSV    8-0

 

22.02.        HSV – Gladbach   1-1 Tor:  Stieber  

28.02.        Frankfurt – HSV   2-1

Tor: Stieber

 

28.02.        Tabellenstand nach dem 23. Spieltag Platz 15 – 24 Punkte  16:33 Tore  

März

07.03.        HSV – Dortmund   0-0  

14.03.        Hoffenheim – HSV  3-0

 

20.03.        HSV – Hertha BSC Berlin 0-1

31.03.        Tabellenstand nach dem 26. Spieltag

Platz 16 – 25 Punkte  16:37 Tore

 

April

 

04.04.        Leverkusen – HSV  4-0

 

11.04.        HSV – VFL Wolfsburg  0-2  

19.04.        Werder Bremen – HSV  1-0

 

25.04.        HSV – Augsburg  3-2 Tore:  Olic, 2x Lasogga  

30.04.        Tabellenplatz nach dem 30. Spieltag

Platz 16 – 28 Punkte 19:46 Tore

Mai

03.05.        Mainz 05 – HSV       1-2

Tore:  ET Baumgartlinger (Flanke Westermann), Kacar

 

08.05.        HSV – Freiburg        1-1 Tor: Kacar  

16.05.        Stuttgart – HSV        2-1

Tor: Kacar

 

23.05.        HSV – Schalke 04     2-0 Tore: Olic, Rajkovic  

Tabellenplatz nach dem 34. Spieltag:  Platz 16 – Relegation Reloaded

 

28.05.        Relegationshinspiel HSV – Karlsruher SC     1-1

Tor: Ilicevic

 

Juni   01.06.        Relegationsrückspiel KSC – HSV  1:2 nach Verlängerung Tore: Diaz, Müller  

Fietes Hinrundenbilanz (3/3)

Bedingt durch die finanziellen Probleme und der Tatsache, daß der Kader, ohne die Teilnahme an europäischen Wettbewerben viel zu teuer ist, mussten die Kaderkosten drastisch gesenkt werden.
Dazu hat man sich im Sommer von vielen Großverdienern getrennt, die Gelegenheit war schliesslich günstig, weil viele Verträge ausliefen. Auch hat man sich von einigen Spielern getrennt, indem man ihnen für eine Vertragsauflösung Abfindungen zahlte.
Leider musste man sich auch von unserem Juwel Jonatan Tah trennen. Er wollte gehen und die erzielte Ablöse schaffte immerhin einen gewissen Handlungsspielraum.

Es wurde ein Kader zusammengestellt, der günstiger und stimmiger war, als wir es in den letzten Jahren gewohnt waren.

Die Mannschaft hat sich dank Bruno entwickelt. Aber wir dürfen uns nichts vormachen, vom Ziel, also von unseren Ansprüchen, sind wir noch meilenweit entfernt.

Die Entwicklung der Mannschaft verlief in meinen Augen günstig.
Wir hatten immer wieder im rechten Moment ein Erfolgserlebnis, aber wir hatten auch immer wieder Momente, wo der Erfolg ausblieb, so daß niemand Gefahr lief, in seinem Eifer nachzulassen zu können.
Trotzdem hab ich ein wenig den Eindruck gehabt, die Mannschaft lebt ein bisschen von der Euphorie.
In dieser Entwicklungsphase ist das auch gut so, denn es verschafft uns ein wenig Ruhe.
Nun gilt es aber die Entwicklung der Mannschaft voranzutreiben. So, daß wir nicht mehr auf die Euphorie setzen müssen, um Erfolge einzufahren.
Am Ende der Saison muß die Mannschaft so entwickelt sein, daß sie sich diesen Mittelfeldplatz, den wir im Moment inne haben, nicht nur bestätigen kann, sondern auch ohne Euphorie untermauern. Darauf kann man dann im nächsten Jahr aufbauen.
Dies ist die Zwischensaison zur Konsolidierung der Mannschaft. Im Grunde hätte das schon die letzte Saison sein sollen, aber das wurde aus verschiedensten Gründen nichts. Wir haben ein volles Jahr verschenkt.

Finanziell haben wir keinen Handlungsspielraum! Das bedeutet, wenn wir im Winter am Kader arbeiten wollen, dann müssen wir erstmal wieder Geld einnehmen oder einsparen.
Olic ist der erste Kandidat für einen Abgang. Er wird den Verein wohl ablösefrei Richtung USA verlassen. Dadurch sparen wir ca 1 Mio Gehalt.
Diaz war auch ein aussichtsreicher Kandidat, allerdings kam seine Verletzung dazwischen.
Das ist schlecht, denn es senkt seinen Preis und es senkt auch die Anzahl der potentiellen Abnehmer. Westeuropäische Vereine werden im Winter nur Spieler holen, die ihnen sofort helfen können, denn traditionell wird der Kader im Sommer zusammengestellt.
In Südamerika dagegen spielt man die Saison oft im Kalenderjahr, da denkt man in dieser Zeit eher zukunftsbetont und ist bereit einen aktuell verletzten Spieler zu holen. Ich leg mich also fest, wenn er geht, was absolut nicht sicher ist, dann nur nach Südamerika.
Stieber sollte ursprünglich wohl auch gehen dürfen, aber es gibt anscheinend wenige Vereine, die bereit sind sein Gehalt von kolportierten 660.000€ zu bezahlen, geschweige denn noch eine Ablöse draufzulegen.
Zuzahlen, um ihn von der Gehaltsliste zu bekommen, wird der HSV nicht. Von daher denke ich, findet sich ein Verein, der sein Gehalt übernimmt, lässt der HSV mit sich reden.
Rudnevs soll nach wie vor den Verein verlassen, aber er hat nach wie vor nicht die Absicht es vor seinem Vertragsablauf zu tun. Von dieser Seite wird es also eher keine Entlastung geben.

Halten wir fest: es wird wohl höchstens Gehaltseinsparungen geben, aber keine Einnahmen. Von daher ist nicht damit zu rechnen, daß sich im Kader viel tun wird. Verstärkungen wird es wohl nicht geben.

Natürlich kann es durchaus auch sein, daß wir einen Spieler abgeben müssen, der nicht abgegeben werden soll, weil ein anderer Verein bereit ist ne anständige Ablöse zu zahlen, aber auch dann muß das Geld wohl in erster Linie in Ersatz fliessen. Djourou könnte so ein Kandidat sein, anscheinend buhlt Lazio recht heftig um ihn.

Kommen wir zum schwierigen Thema der Finanzen. Hier kann ich mich nur auf die spärlichen Informationen aus der Presse und von hsv.de stützen. Mit über 16 Mio Verlust haben wir im letzten Jahr ein negatives Rekordergebnis eingefahren. Eine verlässliche Prognose für die jetzige Saison kann man noch nicht abgeben.
Karl Gernandt sagte, es wird noch ein-zwei Jahre dauern, bis man in die Gewinnzone kommt. Meine Vermutung, und ich bitte dies auch nur als Vermutung anzusehen, ist, daß wir diese Saison, wenn der sportliche Erfolg Bestand hat, mit einer roten Null abschliessen werden.
Also, ich vermute ein leichtes Minus.
Die Einmaleffekte der Ausgliederung sind Geschichte, der sportliche Erfolg bringt zusätzliche Einnahmen, der Kader ist wesentlich günstiger.
Auf der anderen Seite sitzen wir noch mit Abschreibungen aus der Vergangenheit zu, unter anderem auch durch die, die wir durch die Hebung der stillen Reserven im Rahmen der Ausgliederung bedienen müssen.

Was die Liquidität angeht, denke ich, werden wir von der Hand in den Mund leben. Ich vermute, und mehr als vermuten kann man generell nicht, wir sind in der Lage unsere Kosten zu bedienen, aber nicht mehr.
Fraglich ist es, wie es beim Kapitaldienst aussieht. Können wir diesen leisten oder müssen wir umschulden?

Vorschau
Vor uns liegt ein schwieriges Halbjahr. Vieles wird davon abhängen, wie wir in die Rückrunde starten und wie wir mit Verletzungssorgen zu kämpfen haben.
Der Start wird wieder sehr schwer, man kann schnell ins Hintertreffen geraten.
Das Spiel gegen die Bayern werden wir verlieren, hoffentlich nicht zu hoch. Stuttgart ist in den letzten Spielen unter Kramny zu sich gekommen. Wenn sie die Entwicklung in der Winterpause fortsetzen können, dann wird es schwer im zweiten Spiel.
Köln liegt uns traditionell nicht und gegen Gladbach werden wir wahrscheinlich nicht wieder so gute Vorraussetzungen haben. Und schwups sind wir wieder im Rennen um den Klassenerhalt mit dabei. Und am Ende der Saison haben wir zwar Wob zuhause, aber gegen Mainz und Augsburg spielen wir auswärts. Bis dahin sollten wir uns tunlichst ein Polster geschaffen haben. Wir werden also wahrscheinlich die gesamte Rückrunde weiterhin nur Punkte gegen den Abstieg sammeln.

Resümee
Auch wenn wir uns sportlich und finanziell in die richtige Richtung entwickeln, so wird die nächste Zeit noch sehr schwer. Wenn es doof läuft, dann stecken wir bald wieder mittendrin, im Abstiegskampf. Und finanziell sieht es vergleichbar aus.
Hoffen wir, es geht gut. Mein Trost ist, ich denke, daß Bruno sich nicht täuschen lässt und es ähnlich sieht. (fb)

Fietes Hinrundenbilanz (2/3)

Im ersten Teil bin ich auf den Kader eingegangen, in diesem Teil werde ich die Spiele etwas beleuchten

Angefangen hat die Saison mit dem grauenhaften Auftritt in Jena. Das war der HSV aus 14/15, wir haben verdient verloren. Mich beschlich ein sehr ungutes Gefühl.

Das Spiel gegen die Bayern hat mich dagegen doch etwas beruhigt, auch wenn es vielen anders ging. Die erste Halbzeit haben wir gegenhalten können, das Tor war nicht regelkonform. Matze Ostrzolek wurde in der zweiten Halbzeit einige male vorgeführt, aber das war nicht nur schlecht von ihm, sondern auch sehr gut von seinem Gegenspieler. Auf der ersten Halbzeit konnte man aufbauen.

Von da ab lief die Dramaturgie für uns sehr günstig. Gegen Stuttgart holten wir nicht nur drei Punkte, nein, wir drehten sogar das Spiel gegen eine Mannschaft, die optisch besser war.

Gegen Köln wurden wir übermütig, was uns im Grunde den sicheren Sieg gekostet hat. Wir gingen in Führung und haben dann taktisch unklug alles nach vorne geschmissen. Der FC machte noch zwei Tore, wenn auch das eine durch die gnädige Unterstützung des Schiedsrichters. Diszipliniertes Spiel hätte die Niederlage verhindern können.
Aber ich denke, der Punktverlust war wichtig für die Entwicklung der Mannschaft.

Ebenso wichtig, wie das Spiel gegen Gladbach, das wir souverän gewonnen haben. Ok, Gladbach war total verunsichert, aber das war uns in dem Moment völlig egal. Das Selbstvertrauen haben wir mitgenommen.

Frankfurt hat die sonst defensiv starken Kölner mit 6:2 abgefertigt. Davor hatten wir großen Respekt, das sollte uns nicht passieren. Demensprechend defensiv diszipliniert gingen wir ins Spiel, worunter dann unsere Offensive litt. Das Ergebnis war ein 0:0.

Die folgenden Spiele möchte ich zusammenfassen, weil wir jeweils auf Augenhöhe mit den Gegnern waren. Größtenteils diszipliniert aber mit wenig Elan nach vorne.

Die Ausnahmen waren Hertha, wo wir grottig gespielt haben (0:3) und das Spiel gegen Hannover. 1:0 in Führung haben wir anschliessend gut spielend beschlossen, das Tor nicht mehr zu treffen und verloren dann noch 1:2 … unfassbar.

Diese 6 Spiele waren eine Phase der spielerischen Konsolidierung. Wir haben unser Spiel gefestigt, Selbstvertrauen getankt und auch Rückschläge erlitten, damit wir nicht übermütig wurden.

Gegen Dortmund und Bremen sind wir dann den nächsten Schritt gegangen. Aggressiv gegen den Ball mit schnellem Umschaltspiel, mit Tempowechseln und vor allem mit Toren. Europa wir kommen, dachten schon die ersten.

Gegen Mainz haben wir ähnlich gespielt, allerdings haben nicht wir die Tore geschossen, sondern die Mainzer. Wie gegen Hannover hatten wir mit einer desolaten Chancenverwertung zu kämpfen. Mainz war durch ein äusserst kurioses Tor in Führung gegangen, anschliessend mussten wir das Spiel machen und Mainz konnte kontern

In Wolfsburg erwartete uns der frisch gebackene ManU-Besieger, dementsprechend groß war der Respekt. Aber dementsprechend frei von Druck konnte unsere Mannschaft aufspielen. Wir fanden gut ins Spiel, arbeiteten gut gegen den Ball und die Wölfe kamen nicht ins Spiel. Folgerichtig führten wir zur Halbzeit. In der zweiten Hälfte sahen wir ein ganz anderes Spiel. Wolfsburg machte plötzlich ernst, wir wurden in die Defensive gedrängt und konnten noch gerade ein 1:1 retten. So manch einer mag es anders gesehen haben, aber für mich war es eines der besten Spiele der Hinrunde. Nicht nur die erste Halbzeit, sondern das gesamte Spiel.

Mit dem Rückenwind aus Wolfsburg und den verlorenen Punkten von Mainz im Gepäck wurde das Heimspiel gegen Augsburg zum Endspiel ausgerufen, das unbedingt gewonnen werden sollte. Wir fingen auch gut an, hatten Chancen, hatten sehr gute Chancen, aber wie gegen Hannover und Mainz bekamen wir das runde Ding nicht über die Linie. Augsburg wurde von Minute zu Minute stärker, so daß es mich zum Schluß gewundert hat, daß wir nur 0:1 verloren haben.

Wir haben uns im Laufe der Saison entwickelt, gut entwickelt. Was wir heute zu sehen bekommen, ist eindeutig Fußball. Schon allein das ist eine Weiterentwicklung zu den letzten Jahren. Die Mannschaft ist, wenn auch mit Rückschlägen, Stück für Stück etwas besser geworden. Das ist gut so, das ist wichtig.
Trotzdem sind wir noch weit davon entfernt, guten Fußball zu spielen. Das müssen wir uns deutlich vor Augen halten.
Wir haben uns zu einer sehr engagierten Mannschaft entwickelt, die gut gegen den Ball arbeiten kann, die schnell umschalten kann und die mit Abstrichen auch kontern kann.
Was wir nicht können, ist aber auch deutlich geworden: Das Spiel machen. Immer wieder wenn wir das versuchen, dann bekommen wir arge Probleme. Spielen wir gegen defensiv eingestellte Mannschaften, dann haben wir Schwierigkeiten, den Ball vors Tor zu bekommen. Und ist er vorm Tor, dann ist er noch lange nicht IM Tor. Wir brauchen Platz vor dem Tor wie kaum eine andere Mannschaft in der Bundesliga. Es fehlen Spieler, die eins gegen eins mal einen aussteigen lassen können, die intelligente Pässe in den 16er spielen können. Es fehlen die Flanken von aussen, die dann auch beim Mitspieler ankommen und vor allem fehlen Spieler, die solche Flanken und Pässe auch verwerten können. Nur Lasogga ist nicht genug, das ist zu einfach für den Gegner zu verteidigen.

Wir haben spielerisch und punktemäßig einen Sprung nach vorne gemacht, aber wir sind noch lange nicht so weit, daß wir sagen können, wir hätten es geschafft. Ich denke, Bruno weiß das auch. Und deshalb hat er so dringend das Spiel gegen Augsburg gewinnen wollen. Jeder Punkt, den wir ergattern können, ist wichtig. 7 Punkte vor Platz 16 sind trügerisch. Es ist nicht viel, wiegt einen aber all zu leicht in Sicherheit. Vergleicht man unser Spiel und unsere Punkteausbeute damit, woher wir kommen, dann kann man zufrieden sein, aber ansonsten bin ich es eher nicht. Nehmen wir die Punkte von Gladbach und Dortmund weg, die wir auch ein Stück weit glücklich errungen haben, dann ist es nur noch ein Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wir haben dagegen kaum Spiele unglücklich verloren, sondern nur, weil wir Fehler gemacht haben, weil wir schlechter als die andere Mannschaft waren, ohne weit unter unserem Leistungsvermögen zu spielen. 22 Punkte sind gut, ich freue mich, aber ich sehe sie unterm Strich nicht genügend durch Leistung unterfüttert. Wir müssen dringend besser werden. (fb)

Fietes Hinrundenbilanz (1/3)

Fangen wir von vorne an: Im Sommer wurde relativ klug aus dem alten Kader ein neuer gestaltet. Dabei mussten die Akteure immer die spärlichen Finanzen im Auge behalten. Da der Großteil des Budgets durch die Zahlung für Holtby schon draufging, mussten erst Spieler abgegeben werden, um Luft für Neuzugänge zu bekommen. Ausserdem musste das Gehaltsbudget auch erheblich gekürzt werden.Unter diesen Vorraussetzungen hat man meiner Ansicht nach einen relativ guten Job gemacht. Der Kader ist recht ausgeglichen mit einer Qualität, die für das Mittelfeld reicht. Laut Marktwert auf TM.de liegen wir auf Platz 14 der Liga, aber der Kader wirkt auf mich stimmig.

Ein kleiner Blick auf den Kader:

Tor:
Im Tor haben wir die wenigsten Probleme. Adler ist ein guter Torhüter und wenn er sich verletzt, dann kommt mit Drobny der nächste gute Torhüter und Hirtzel machte in den Testspielen auch nicht den Eindruck, als wäre er Pralija2.0

Abwehr:
Auf den Aussenpositionen haben wir uns mit Gotoku Sakai verstärkt. Lange Zeit kam er nicht recht zum Zug, aber er hat immerhin soviel Druck auf Matze und Dennis ausgeübt, daß sie Vollgas geben mussten, um spielen zu können. Ich denke, seine Verpflichtung hat zu einer Leistungssteigerung auf beiden Seiten geführt. Auch wenn Matze Ostrzolek immer noch einer der Schwachpunkte in der Mannschaft ist.
In der IV spielen wir mit 3 Spielern. Djourou, Spahic und Cléber. Dazu können dann noch Kacar und Jung stoßen, wenn sie auch eher im Mittelfeld zuhause sind. Für meine Vorstellungen ist das etwas knapp, ich bin der Meinung, man braucht 4 richtige IV. Aber auf der anderen Seite muß man eben sehen, wie man das Geld am besten ausgibt.
Djourou spielt ne gute Saison, aber er braucht einen verlässlichen Partner an seiner Seite. Mit Spahic hat er ihn. Inzwischen auch mit Cléber. Spahic leidet immer noch etwas unter seinem Image. Sicher, er ist kein Kind von Traurigkeit und langt auch mal hin, wenn es Not tut, aber er ist schließlich auch ein Spieler, dessen Aufgabe es ist, mal etwas robuster zur Sache zu gehen. Und wirklich grobe Fouls hab ich bei ihm nicht gesehen. Cléber hat sich prächtig entwickelt. Seit seine Familie da ist, wirkt er wesentlich gefestigter. Manche haben ihn ja schon als Fehleinkauf abgestempelt, allerdings war von Anfang an abzusehen, daß er seine Zeit braucht, um sich einzugewöhnen. Er war im letzten Jahr eine Investition in die Zukunft, diese Zukunft ist jetzt. Allerdings neigt er im Spiel mitunter ein bisschen dazu, etwas leichtsinnig zu Werke zu gehen. Das sollte er noch abstellen. Etwas mehr Konzentration wäre wünschenswert.

Das Mittelfeld:
im DM dachten wir am Anfang der Saison noch, wir hätten mit Eckdal, Holtby, Diaz, Kacar und Jung ein absolutes Luxusproblem. Gegen Augsburg waren wir froh, daß zwei von ihnen auflaufen konnten. Ekdal ist ein Spieler, der das Spiel von hinten antreibt. Das macht er gut, lauffreudig, zweikampfstark und passsicher. Allerdings ist er nicht der Spieler für die genialen Momente. Holtby scheint endlich angekommen zu sein. Er hat eine tolle Entwicklung genommen. Er ist überall zu finden. Extrem lauffreudig treibt er den Ball nach vorne, geht auch mal vor’s Tor und hilft auch immer wieder aus, wenn Matze defensiv Probleme hat. Er ist der Motor unseres Spiels. Kacar agiert etwas defensiver, auch sehr zweikampfstark und fällt eher durch intelligente Pässe auf. Ausserdem ist er einer der wenigen kopfballstarken Spieler. Diaz spielt etwas zurückhaltener, unheimlich sicher mit klugen Pässen. Kopfbälle sind aber absolut nicht sein Ding. Bei ihm würde ich mir etwas mehr Dynamik wünschen. Diese Dynamik bringt Jung mit. Bälle klauen und dann mit Tempo nach vorne, keiner macht das so wie er. Der Junge gefällt mir.
Offensiv bauen wir vor allem auf 4 Spieler: Ilicevic, der die volle Hinrunde unverletzt!!! überstanden hat und seine Stärken voll ausspielen kann. Kein Spieler im Kader ist offensiv so gut im eins gegen eins, wie er. Wenn er noch lernen würde, die Ruhe vor dem Tor zu behalten … Müller besetzt die linke Seite und kommt immer mehr in die Form aus Mainzer Zeiten. Er kann so richtig mit Tempo sprinten und kontern. Und hat dabei oftmals auch noch den Blick für den besser platzierten Nebenmann. Er hilft dabei auch immer wieder defensiv aus.Hunt, der erst zu uns stoßen konnte, als Son auf die Insel gewechselt ist und wir von der Ablöse etwas abbekommen haben, ist ein Spieler, der das Tempo variieren kann. Das ist wichtig, auch wenn viele Fans das nicht unbedingt begreifen. Und er ist ein Spieler, der viele gute Ideen hat. Aber da macht es sich bemerkbar, daß er in der Vorbereitung gefehlt hat. Seine Mitspieler können seinen Ideen oft nicht folgen und haben andere. Das führt zu Missverständnissen und zu verschenkten Bällen. Und dann ist da noch Gregoritsch. Der junge Kerl hat sich hervorragend entwickelt. Kam als Zweitligaspieler und hat sich zum Leistungsträger der Mannschaft entwickelt. Er kann auf den Aussen spielen, hat aber seine Stärke eindeutig in der Mitte. Mit seinen 1.93m ist er auch einer, der Bälle auch mal köpfen kann. Und er ist Spezialist für abgefälschte Freistöße ^^

Der Sturm:
Nominell besteht unser Sturm aus Lasogga, Schipplock, Olic und Altintas. Real ist Lasogga der einzige Stürmer. Olic ist stets bemüht und Schipplock trifft das Tor nicht. So wie er drauf ist, behaupte ich mal, er würde sogar das leere Tor beim Elfer nicht treffen. Und Altintas ist noch nicht so weit. Ich hoffe, er bekommt bald mal seine Chance, denn für mich sieht das eigentlich recht gut aus, was er so macht.

Im Großen und Ganzen ist der Kader nicht schlecht zusammengestellt, wenn auch von Optimal weit entfernt. Aber das war auch nicht zu erwarten. Handlungsbedarf herrscht am meisten meiner Ansicht nach hinten links und bei den Spielern, die Tore schiessen sollen (fb)

Bilde mir einen Satz mit x…

„Es war wie die letzten Heimspiele – wie ein Spiegel. Wir fangen gut an und dann bauen wir den Gegner mit unseren eigenen Fehlern wieder auf…“
„Wir haben es heute durch unsere Fehler selbst verbockt und sind natürlich enttäuscht.“
„Doch getreu dem Motto „Täglich grüßt das Murmeltier“ haben wir es wieder verpasst, unsere eigenen Chancen zu nutzen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann den Faden verloren. Wir haben zu viele Ballverluste gehabt, zu große Räume gelassen und die Ruhe verloren.“ …

„Geh nicht zu hart mit den Jungs um“, riet mir gestern, kurz nach dem Spiel einer meiner Blog-Kollegen.

Doch ich brauche das gar nicht. Das tun die Jungs schon ganz allein. Die oben stehenden Zitate stammen von Holtby, Ostrzolek und von Bruno Labbadia.
Sowas nennt man Selbstkritik.
Und sie steht im Gegensatz zur Selbstzufriedenheit.
Das ist das, was ich in den Foren, nach dem Spiel zu hauf gelesen habe.
Welch tolle Hinrunde man doch gesehen habe (Öh…), dass die Jungs einen klasse Fußball gezeigt hätten (Aha…) und dass man den 10. Platz, den wir nun innehaben, so nie nicht vor Beginn der Saison erwartet habe.
Nun ja.
Es gibt zwei Sorten von Fans.
Die einen zerren ständig noch am Satz „überlegt mal, woher wir kommen!“
Ja, woher kommen wir?
Aus dem Niemandsland der Relegation, mit einem völlig überbezahlten, teils selbstzufriedenen oder mit sich selbst beschäftigten Kader, der „stets bemüht“ aber selten erfolgreich war.
Im Sommer hat man nach seinen Möglichkeiten ausgemistet und nachgerüstet. Man kann über einzelne Transfers gerne streiten. Und man weiß ja auch, dass der Geldbeutel einen Riegel vor den ein oder anderen Wunschspieler schob.
Aber allein, DASS man Veränderungen vornahm, gaben mir, gepaart mit einem motivierten Trainer, der das Unmögliche möglich machte, eine Vorstellung davon, wo ich den HSV am Ende der Saison sehen will: auf meiner Kicker-Tabelle steht er seit August auf Platz 11.
Dazu gehört natürlich eine gehörige Weiterentwicklung des Teams. Inzwischen bekommt man die meisten Ballannahmen sauber hin, kennt meist die Laufwege seiner Mitspieler und kombiniert teils auch geschickt durchs Mittelfeld.
Vorne harkt es dann aber gewaltig.
Sei es der Kopf, sei es mangelnde Abgeklärtheit. In der 1. Halbzeit hätten mindestens 2 Dinger drin sein müssen! Ivo und auch Müller haben aber lieber gemurmelt, statt gezielt geschossen.
Die andere Hälfte der Fans sieht die Hinrunde so wie sie auch für mich war: durchwachsen und mit einer gefährlichen Punkteausbeute, die besser aussieht als sie ist!
Das Anfangsprogramm, mit den Bayern, den überlebenswilligen Stuttgartern, Köln und den erstarkten Gladbachern birgt bei weitem nicht nur Punktepotential sondern auch die Gefahr, nach den ersten vier Spielen wieder einen riesen Schritt nach unten gemacht zu haben.

„Am Ende sind 22 Punkte zu wenig. Wir haben viel Potenzial in der Mannschaft, aber wir müssen richtig hart arbeiten, um dieses abzurufen. Nichts kommt von alleine.“
Das sagt Johan Djourou, der Kapitän unserer Rothosen.
Und hier liegt der vielbesagte Hase denn auch im Pfeffer.
Es braucht noch immer viel zu viel Kraftaufwand, um welchem Gegner auch immer überlegen zu sein!
Und das weiß man inzwischen in der Liga. Also, Augsburg, Mainz, Wolfsburg, oder wie sie auch immer heißen: einfach mal zurücklehnen, die ersten 45 Minuten zusehen, wie sich die Hamburger nen Wolf laufen, vor dem Tor leider zu harmlos sind und dann in der 2. Halbzeit zuschlagen.
Klappt (leider) fast immer.
Ich persönlich finde ja auch, dass Labbadia in der Winterpause seine Wechselgewohnheiten überdenken sollte. Auch gestern kamen die frischen Spieler zu spät! Erneut schwamm der gesamte Kader bereits viel zu lange. Es war eine Frage der Zeit, wann der Augsburger Ansturm endlich erfolgreich sein würde und es im Kasten des HSV klingelt!
Ein Hoch auf Rene Adler, der mal wieder eine höhere Niederlage verhinderte.
Hunt und Jung waren platt, Lasogga hilf- und Ivo phantasielos. Ja, wir sind verletzungsgebeutelt. Aber manchmal tut es eben auch ein Zeichen von außen, dass jetzt mal was passieren muss!
Die Spieler erhalten heute ihre Winter-Trainingspläne. Ich hoffe, sie halten sie ein, ja, setzen noch ein paar Einheiten oben drauf. Denn die Rückrunde wird schwerer als die Hinrunde. Davon bin ich überzeugt! Und die Punkte müssen dann mal über die vermeintlich „leichteren“ Gegner kommen und nicht unbedingt nur über Dortmund oder Wolfsburg.
Ich wünsche mir, dass wir alles erleben, nur nicht wieder in den Abstiegsstrudel zu geraten!
In dem Sinne: Fröhlichen 4. Advent, ihr Lieben…
(mg)

E N D S P I E L #HSVFCA

Der HSV, Bruno Labbadia, hat unser heutiges Spiel zum Endspiel erklärt.

Warum Endspiel?
Für mich ist immer noch jedes Spiel ein Endspiel. Ein Endspiel um den Klassenerhalt. Es fehlen aus den verbleibenden 18 Spielen der Rückrunde immerhin noch 18 Punkte.
Klar, wenn man auf die Tabelle schaut, kann man bei einem Heimsieg heute, die Winterpause in Ruhe verbringen und mit einem Polster von mindestens 8 Punkten auf den Relegationsplatz wird die Weihnachtszeit besinnlicher.
Und 25 Punkte „im Sack“? Ich glaube, das hätten vor der Saison alle HSV Fans sofort unterschrieben.
ABER: Auch bei einer Niederlage wird die Welt nicht untergehen und es besteht kein Grund zur Panik.
Was man in den vergangenen Wochen erkennen konnte, stimmt auf alle Fälle positiv. Es wird wieder Fussball gespielt und nicht nur gekrampft.

Zum heutigen Spiel:
Mit dem FC Augsburg haben wir den Tabellenführer der letzten 4 Spiele zu Gast!
Nach den tollen Auftritten in Europa, unter dem Motto #keineSau, hat der FC Augsburg rechtzeitig wieder in die Spur gefunden und punktet nun auch wieder in der Bundesliga.
Es hat sich erneut bewiesen, wenn man in einem ruhigen Umfeld, mit besonnener Führung arbeitet, kann es eben doch sinnvoll sein, an einem Trainer festzuhalten, statt gleich in „Panik“ zu verfallen, wenn es mal eine schlechte Phase gibt.

Der HSV hatte in den vergangenen Wochen mit diversen Ausfällen zu kämpfen. Und nun, wo sie alle langsam wiederkommen, hat sich unser Relegationsheld Diaz gestern im Abschlusstraining verletzt. Er fällt ca. 10 Wochen aus…
Gute Besserung Marcelo.

Unser vorläufiger Kader:
Adler, Drobny, Schipplock, Gregoritsch, Ilicevic, Arslan, Jung, Hunt, Diekmeier, Holtby, Djourou, Lasogga, Ostrzolek, Müller, Cleber, Olic, Sakai, Stieber, Spahic

Es fehlen: Altintas, Diaz, Rudnevs, Ekdal, Marcos, Götz, Hirzel,Kacar

Voraussichtliche Aufstellung:
Adler – Ostrzolek, Spahic, Djourou, Sakai – Holtby, Jung – Müller, Ilicevic – Hunt – Lasogga

Statistiken:
Nach dem 16. Spieltag
2014/15 14. Platz 16 Punkte 9-19 Tore
2015/16 9. Platz 22 Punkte 19-22 Tore
2014/15 Direkter Vergleich 18 Pkt. 11-23 Tore

Direkter Vergleich zur Vorsaison:
5 Plätze verbessert
6 Punkte mehr
10 Tore mehr geschossen
3 Tor weniger kassiert

Direkter Vergleich Gegner
4 Punkte mehr geholt
8 Tore mehr geschossen
1 Tore weniger kassiert

Direkter Vergleich FC Augsburg
8 Spiele, 2 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen

Heimbilanz:
1 Sieg, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen

Letzte Saison:
3:2 Heimseig am 25.04.2015
1:3 Auswärtsniederlage am 29.11.2014

Letzte Niederlagen:
29.11.2014 3-1 in Augsburg
27.04.2014 3-1 in Augsburg

Form letzte 5 Spiele:
HSV
2 Siege 2 Unentschieden 1 Niederlage 9:7 Tore

FC Augsburg
3 Siege 1 Unentschieden 1 Niederlage 8:3 Tore

Es trifft der 6. auf den 5. nach der Tabelle der letzten 5 Spiele
http://www.wahretabelle.de/statistik/formtabelle?spieltag=16

Drücken wir alle die Daumen für 3 Punkte.
Nur der HSV
(CM)

Vercoacht? Und: Zufrieden? Nö.

Vercoacht?

Um diese Frage zu beantworten, hier mal unsere Startelf und in Klammern die möglichen Ersatzspieler:
Adler (Drobny) / Ostrzolek, Cleber, Spahic, Sakai (Diekmeier) / Holtby, Jung (Diaz) / Müller, Gregoritsch (Hunt, Stieber) Lasogga (Schipplock)
Nach einer rasanten 1. Halbzeit, in der wir eindeutig überlegen spielten, war es zu erwarten, dass der VFL Wolfsburg (Pokalfinalist, Vizemeister, CL Achtelfinalist (gerade siegreich gegen ManU die man mit diesem Sieg aus der CL gekegelt hat) in der 2. HZ aufdrehen würde und das Offensivspiel deutlich verstärken.
Durch die Umstellung mit Bas Dost als zusätzliche Spitze, gelang dieses eindrucksvoll.
Unsere Hintermannschaft (mit Cleber für den kurzfristig erkrankten Djourou) spielte in dieser Formation das erste Mal zusammen.
Auf der Bank gab es für die IV keine Alternativen, außer Dennis Diekmeier, der aber noch nicht zu 100% fit ist.
Es war also keine Überraschung, dass Bruno Labbadia sein Wechselkontingent bis zum Schluss nicht antastete.
Bei einer 1: 0 Führung wollte er womöglich bis zur 80. Minute warten und dann mit 3 Wechseln den Spielfluss der Wölfe unterbinden.
Leider hielt der Vorsprung dann „nur“ bis zur 78. Minute. Anschließend wechselte der Coach zwei mal 1:1, ohne die Formation zu ändern.
(Hunt für Ilicevic, Schipplock für Lasogga. Diekmeier für Müller, in der 93. Minute, fand sicherlich statt, um noch ein paar Sekunden von der Uhr zu nehmen. Ohne den (verdienten) Ausgleich durch Arnold, wäre Brunos Taktik vermutlich aufgegangen und wir wären sogar mit 3 Punkten nach Hause gefahren.
Im Nachhinein kann man natürlich sagen, dass er Hunt vielleicht ein paar Minuten früher hätte bringen können.
Das Hauptproblem lag meiner Meinung nach aber an den fehlenden Alternativen. Schließlich fehlen Kacar und Ekdal noch immer verletzungsbedingt.
Diaz ist mit seiner Körpergröße deutlich im Nachteil gegen die langen Spieler von Wolfsburg. Er hätte auf der 6 / 8er Position Probleme bekommen, das Spiel an sich zu reißen und Ruhe reinzubringen.

Ich bin sehr zufrieden mit diesem Punkt, der für mich ein Punktgewinn und kein Punktverlust ist. Freuen wir uns auf das letzte Heimspiel gegen den FC Augsburg. Mit einem Sieg wäre es eine sensationelle Hinrunde, bei einem Unentschieden eine sehr gute und selbst bei einer Niederlage hätten wir mehr Punkte als erwartet. Vor allem mit der spielerischen Darbietung können wir sehr zufrieden sein. Nur der HSV
(CM)

Zufrieden? Nö!

Ja, einen Punkt gegen den VFL Wolfsburg hätte ich vor dem Spiel auch bedenkenlos unterschrieben.
Nach dem Spiel bin ich, ich gebe es offen zu, doch ein wenig enttäuscht.
Natürlich, da ist sie wieder, diese Hamburger Erwartungshaltung, wird der ein oder andere munkeln.
Doch das stimmt so nicht ganz. Schließlich gibt es einen Unterschied zwischen jenen, die nach Europa schreien und denen, die ganz einfach für sich feststellen, dass da gestern mehr drin war!
Die 1. Halbzeit war spielerisch eine der besten, die ich vom HSV in den letzten Jahren gesehen habe. Da war Biss, da war Wille, da stimmte das Zusammenspiel, die defensive nach hinten, selbst von Lasogga und Müller, die gemeinsam ein tolles Tor machten. Zugegeben, die Wölfe waren auch erschreckend müde. Insbesondere vor dem Tor. Ich möchte nicht wissen, welche Töne Hecking in der Kabine angeschlagen hat. Jedenfalls haben sie gewirkt. Wie ausgewechselt erschienen die Gastgeber nach der Pause wieder auf dem Rasen.
Ab da brannten sie ein Feuerwerk ab und René Adler ist für mich der Mann des Spiels! Er hat uns den Punkt festgehalten, während seine Vorderleute mehr und mehr ins Schwimmen gerieten und sich das Mittelfeld, zugunsten von Abwehrarbeit, komplett auflöste. Dem Druck KONNTE die Mannschaft nicht bis zum Ende durchhalten! Es war eine Frage der Zeit, bis es klingelt.
Wäre es Labbadias Plan gewesen, doch noch mit 3 Punkten die Heimreise anzutreten, er hätte früher reagieren müssen. Die Mannschaft brauchte neue Impulse, das war deutlich zu sehen. Ivo hätte spätestens in der 60. Minute gegen Hunt gewechselt werden müssen! Und ich hätte wohl auch einen Diaz gegen Jung getauscht, um die Bälle im Mittelfeld ruhiger verteilen zu lassen.
Vielleicht wäre noch mal ein Ruck durch die Jungs gegangen, wenn dieses Zeichen von außen gekommen wäre.
Hätte, hätte, Fahrradkette. So unterschreibe ich denn den einen Punkt. Zufrieden bin ich nicht. Denn wer zufrieden ist, wird träge

P.S: ein Wort noch an alle Sportmoderatoren dieser Welt. Die Aktion von Cleber, im Strafraum, war KEIN Elfmeter! Da könnt ihr euch noch so sehr echauffieren! Er wäre eine weitere Benachteiligung des HSV gewesen. Und davon gab es in der Hinrunde wahrlich schon genug.

(mg)

Wie sie es machen, sie machen es falsch

Seit Wochen, ach was, seit Monaten, sitzen Olic und Diaz beim HSV auf der Bank, während ihre Mannschaftskameraden auf dem Rasen um wichtige Punkte kämpfen.
Vom Trainer und der sportlichen Leitung hört man auch die Gründe dafür.
Mal ist es ein Trainingsrückstand, mal eine Verletzung oder ein Jet Lag, meist jedoch ist es eine taktische Entscheidung, da nun mal besonders im Mittelfeld nicht nur ein erhöhter Konkurrenzkampf besteht, sondern, je nach Gegner, eher defensiv oder eben offensiv aufgestellt werden muss.
Dass Holtby, der inzwischen zu einem effektiven Bestandteil auf der 8er Position geworden ist, am besten mit Kacar oder Ekdal harmoniert, dafür kann weder der Trainer, noch Diaz oder Olic etwas.
Nun, da beide verletzt sind, wäre ein Diaz erste Alternative für Bruno Labbadia. Sollte man denken.
Ist aber nicht so.
Ein Gideon Jung rutscht wie selbstverständlich ins Team, während Diaz weiter auf der Bank schmort.
Und auch ein Olic sitzt weiterhin daneben, während Labbadia es mit Schipplock als Lasogga-Ersatz probiert.

Das schürt Unzufriedenheit. Ich kann das verstehen! Insbesondere Marcelo Diaz, der mit dem Gewinn der Copa America im Gepäck mit stolz geschwellter Brust nach Deutschland zurückreiste, hoffte nach dem Rettertor in Karlsruhe (für das ich ihm immer dankbar sein werde!) sicherlich, Stammspieler zu werden. Und ja ich glaube auch, dass man ihm Einsatzzeiten in Aussicht gestellt hat. In welchem Umfang vermag niemand von uns zu wissen. Auch die, die behaupten es zu wissen, fischen im Trüben, da niemand bei den Gesprächen dabei war.
Wie es in Olic aussieht, mag ich mir gar nicht vorstellen.
Er liebt Hamburg, lebt den HSV und möchte unter allen Umständen helfen. Er rennt und ackert, um seinem Verein die nötigen Punkte zu erstürmen.
Leider ist er dabei aber nicht mehr so effektiv wie noch in seiner ersten Periode beim Hamburger Sportverein.
Dass beide mit einem Wechsel im Winter kokettieren, kann ich absolut verstehen.
Ich kann aber auch die Einstellung von Labbadia und Peter Knäbel nachvollziehen. Sie pfeifen ihre zwei „Motzköppe“, die, warum auch immer, mit ihren Sorgen an die Öffentlichkeit gegangen sind, zurück. Und zwar auch öffentlich.
Beide sind Teil einer Mannschaft. Einer Mannschaft mit einem Ziel: dem Klassenerhalt! Da kann kein Trainer bei der Aufstellung, Rücksicht auf persönliche Empfindlichkeiten nehmen!

Diaz, Olic und auch Stieber sind Angestellte des HSV und schnell genug kann es passieren, dass gerade sie sehr wichtig für die Mannschaft werden und sich auf dem Rasen wiederfinden! So wie ein Jaroslav Drobny, der letzte Woche für den verletzten Adler ins Team rückte (und sich im Übrigen noch nie über seine Reservistenrolle beschwert hat, sondern immer Leistung brachte, wenn seine Leistung gefordert war!)

Doch wie sie es beim HSV auch machen, es ist verkehrt. Wieder am Pranger: Der Vorstand, speziell die sportliche Leitung. Mal sagt man nix, mal zu viel.
Mal handelt man zu schnell, mal zu langsam. Aber immer machen die handelnden Personen vor allem eins: sie machen alles falsch!
Liebe Blogger, liebe Presse: *gähn*!
Sucht euch langsam mal neue Opfer, diese hier sind ausgelutscht…
(mg)

P.S. Wenn uns Diaz und Olic wirklich in der Winterpause verlassen, dann finde ich das zwar persönlich sehr schade, weil ich sie als Typ sehr schätze. Aber man wird sie nicht umsonst gehen lassen. Und wenn wir eines brauchen, dann ist das ein finanzieller Spielraum um den Kader sinnvoll ergänzen zu können…

Abstiegsangst

Nun, wenn es nach den einschlägigen Medien geht, gibt es beim HSV nur 2 Aggregatzustände: Europapokal oder Abstiegsangst. Da wir nach dem Spiel gegen Mainz nun sicherlich nicht mehr von Europa reden (zum Glück), heisst das dann ja, daß wir Abstiegsangst haben.

Ich war nach langer Zeit mal wieder im Stadion, und hatte Hoffnung endlich mal einen Sieg zu sehen … vergeblich. Dementsprechend sauer war ich Samstagabend dann auch. Ich hab mich reichlich aufgeregt, über den Schieri (wie immer, wenn wir verlieren) und über die Chancenverwertung unserer Mannschaft, insbesondere über die von Gregerl (Wie kann man den Ball eigentlich in der Situation so dermassen versemmeln?). Mit etwas Abstand sehe ich das ein wenig lockerer. Ja, wir haben immer noch viel zu viele Chancen versemmelt. Und ja, Gregerl MUSS das Ding immer noch machen. Aber seien wir ehrlich, vor gut einem halben Jahr haben wir uns nichts weiter gewünscht, als einen Platz im sicheren Mittelfeld und mal wieder Fußball zu sehen und nicht nur blindes Gestocher. Wir haben 21 Punkte, wir stehen auf Platz 9 und was wir gesehen haben, war eindeutig Fußball.
Unterm Strich bin ich also zufrieden, naja, fast.

Wir haben gespielt, wie gegen Hannover, Dortmund und Bremen. Das bedeutet, wir haben schnell gespielt, überwiegend passsicher, zweikampfstark, wir haben uns Chancen herausgespielt, das hat mir gefallen. Aber vor dem Tor waren wir erschreckend harmlos. Da uns das frühe Tor fehlte, konnten wir auch nicht kontern, wie gegen Dortmund und Bremen. Das frühe Tor hat leider Mainz gemacht, ein reiner Glückstreffer, aber auch Glückstreffer zählen.
Aber wir haben eben nicht gespielt, wie gegen Schalke, Ingolstadt, Leverkusen und Hoffenheim. Der HSV hat sich entwickelt, in eine gute Richtung entwickelt.
Aber gegen Mainz wäre es die Reifeprüfung gewesen und es hat sich gezeigt, daß wir diese Prüfung noch nicht bestanden haben. Macht nichts, es wäre auch sehr früh gewesen.

Der HSV macht wieder Spaß, selbst wenn er mal verliert (fb)

ps: Der HSV hat einen virtuellen Adventskalender, bei dem man Fußballbegriffe erraten muß. Am Samstag wurde der Begriff „Chancentod“ gesucht. Lieber #HSV, wie wäre es, wenn man am nächsten Samstag mal den „Torriecher“ raten lässt?

Der 14. Spieltag: Auf geht’s, gegen die Mainzelmännchen!

Nach zwei tollen Siegen und Mannschaftsleistungen geht es für unseren HSV am morgigen Samstag, gegen die Mainzer. Und zwar im eigenen Wohnzimmer.
Jetzt gilt es, die eingefahrenen 6 Punkte zu untermauern und den Platz im Mittelfeld zu sichern.
Auch wenn sich das Krankenlager ein wenig gelichtet hat, fällt mit Pierre Michel Lasogga ein weiterer Leistungsträger der vergangenen Spiele aus. Fraglich, ob Sven Schipplock, so er denn übernehmen sollte, diesen Verlust auffangen kann.
Aaron Hunt dagegen dürfte wohl wieder mitspielen. Interessant wird sein, ob Labbadia dafür Gregoritsch aus der Mitte, hinter dem Sturm, ganz abzieht oder ihn erneut nach rechts auf die Außenbahn schickt. Dort müsste dann allerdings Müller weichen, der die letzten beiden Spiele auf Außen wirklich klasse war.
Ob Adler mitmischen kann, ist bis zum jetzigen Zeitpunkt ebenso offen. Aber darüber mache ich mir die wenigsten Sorgen, da wir mit Drobny einen adäquaten Ersatz in petto haben.
Wichtig wird es sein, erneut eine Teamleistung abzurufen, um den ein oder anderen Ausfall zu kompensieren. Und bloß keine unangebrachte Selbstzufriedenheit! Wo die hinführt, haben wir in den vergangenen Jahren oft genug erlebt!
Auch werden sich die Mainzer nicht so einfach dazu überreden lassen, punktelos wieder abzureisen.
Jungs, Mädels, es wird spannend!

Und hier noch einige Daten für die Statistiker unter euch:

2014/15 13. Platz 15 Punkte 9-18 Tore
2015/16 7. Platz 21 Punkte 17-18 Tore
2014/15 Direkter Vergleich 15 Pkt. 9-20 Tore

Direkter Vergleich zur Vorsaison:
6 Plätze verbessert
6 Punkte mehr
8 Tore mehr geschossen
0 Tor weniger kassiert

Direkter Vergleich Gegner
6 Punkte mehr geholt
8 Tore mehr geschossen
2 Tore Weniger kassiert

Direkter Vergleich Mainz 05
18 Spiele
8 Siege
5 Unentschieden
5 Niederlagen

Heimbilanz:
4 Siege
3 Niederlagen
2 Unentschieden

Letzte Saison:
2:1 Heimseig am 07.12.2014
2:1 Auswärtssieg am 03.05.2015

Letzte Niederlagen:
10.05.2014 3-2 in Mainz
21.12.2013 2:3 in Hamburg

Form letzte 5 Spiele:
HSV 3 Siege 1 Unentschieden 1 Niederlage
Mainz 05 2 Siege 2 Unentschieden 1 Niederlage
Es trifft der 5. auf den 7. nach der Tabelle der letzten 5 Spiele

(cm & mg)