Top oder Flop? Oder vielleicht doch etwas dazwischen?

Heute am 27.7. kamen zwei Artikel zum HSV heraus, einer von Kai Behrmann in der Welt und einer von Daniel Jovanov auf Goal.com. Während in der Welt die Meinung herrscht, daß der eingeschlagene Weg Mut macht sieht Daniel Jovanov es erwartungsgemäß negativ.

In der Welt lobt Herr Behrmann vor allem die Mentalität der Transferpolitik. Man habe sich von Spielern getrennt, die nicht passen und bei den Neuverpflichtungen darauf geachtet, daß die Neuen charakterlich zum erkannten Mentalitätswechsel passen.
Auch sieht er die Entwicklung beim HSV positiv.

Auf Goal legt Daniel Jovanov seinen Schwerpunkt auf die fehlenden Erfolge der abgelaufenden Saison, verweist noch auf die 50 Mio, die der HSV unter Beiersdorfer in Spieler investiert hat (im Gegensatz zu Bremens 10 Mio), auf die schlechten Testspiele usw.

Nun, 50 Mio hört sich ja gewaltig an. Daß dem aber auch Spielerverkäufe von knapp 35 Mio entgegenstehen, das wird geflissentlich verschwiegen. Ebenso, wie die Tatsache, daß der HSV seine Einkäufe für diese Saison weitestgehend beendet hat, während Werder noch nicht fertig ist. Auch verschweigt man gerne, daß man einige Leistungsträger der letzten Jahre ohne Ablösesummen hat ziehen lassen müssen und daß Bremen ausserdem noch einige Spieler geliehen hat, zB Öztunali.
Wenn man solche Zahlen vergleicht, dann sollte man das zur Erklärung dazuschreiben, denn die nackten Zahlen sagen nichts aus.

Die Testspiele, die ja so schlecht sind:
Schluein Ilanz: 1:13 gewonnen
Chur: 0:6 gewonnen
Gladbach 4:5 im Elfmeterschiessen gewonnen
Augsburg 1:2 gewonnen
Schneverdingen 0:7 gewonnen
Bielefeld 0:2 verloren
Bursa 1:1 unentschieden
Kassel 0:2 gewonnen

Ok, sortieren wir das mal ein: Die beiden Schweizer Mannschaften mussten gewonnen werden, auch in der Höhe.
Gladbach und Augsburg, war ganz nett, aber sagen nichts aus. Schneverdingen musste auch gewonnen werden.
Bielefeld, ok, das hätte man besser spielen müssen. Aber Bielefeld war in der letzten Phase der Vorbereitung, während wir noch in der Phase waren, wo Grundlagen trainiert werden. Nicht schön, aber vertretbar.
Bursa war ein netter Kick im Trainingslager. Bruno hat die Mannschaft dort die Trainingsinhalte spielen lassen, die die Mannschaft vorher einstudiert hat. Das sah teilweise ganz nett aus. Aber beide Mannschaften hatten schwere Beine.
Kassel, 0:2 gewonnen am Ende eines Trainingslagers, das erste mal, daß Gregoritsch und Schipplock mit dabei waren.

Für mich haben diese Testspiele keinen besonderen Wert, was die Aussagen auf die Leistung des HSV angeht. Die entscheidenen Testspiele, die mich interessieren, kommen jetzt: Aalborg und Verona. Die Mannschaft ist jetzt endlich vollzählig, die Grundlagen sind gelegt, jetzt geht es ans Spielerische. Diese beiden Spiele sind aussagekräftig und sollten tunlichst gewonnen werden. Nach Verona wird es ernst, dann geht es nach Jena zum Pokal.

Also, was ist unterm Strich zu den beiden Artikeln zu sagen? Kai Behrmann sieht alles recht positiv, vor allem, was die Entwicklung angeht.
Daniel Jovanov sieht es gewohnt negativ, kommt teilweise mit alten Kamellen, sucht gezielt das Negative.
Die Wahrheit, und da geb ich Daniel recht, liegt letztlich auf’m Platz. Und ich denke, sie wird irgendwo in der Mitte zu finden sein. Es ist nicht alles gut, wie bei Kai Behrmann und nicht alles schlecht, wie bei Daniel.
Die nächsten beiden Testspiele werden genauer Auskunft geben, wo der HSV tatsächlich steht. Ich denke aber, die Transfers könnten passen, sowohl Zu- als auch Abgänge.
Ich erwarte am Ende der Saison einen Platz zwischen 10 und 15. (fb)