Kinners, bleibt auf dem Teppich!

„Jetzt werden wir Meister!“
„Europapokal!“
„Die Bauern neiden uns den Sieg!“
Das ist nur ein kleiner Auszug der Kommentare, die momentan durch Facebook und Twitter wandern.
Ja, viele davon mögen humorvoll gemeint sein oder drücken eine kleine Erleichterung aus, dass das, was wir da gestern, beim Telekom Cup, von unseren Jungs gesehen haben, nach mehr Fußball aussah, als wir es oft in der abgelaufenen Saison von Ihnen gewohnt waren.
Ich habe aber den Eindruck, dass mindestens 50% derer, die derartige Sprüche ablassen, es auch wirklich ernst meinen!
Damit bauen sie bereits vier Wochen vor Beginn der neuen Saison eine schier unüberwindbare Drohkulisse auf, die nur nach hinten losgehen kann und nicht nur von persönlichen Enttäuschungen geprägt sein wird!
Denn wer gestern die Mannschaften von Bayern und auch Gladbach gesehen hat wird festgestellt haben, dass es lediglich Rumpfmannschaften waren, die einen teilweise sehr unansehnlichen Rumpelfussball abgeliefert haben. Bei Gladbach lag es an den zahlreichen Verletzungen und wohl auch Urlaubern, die noch nicht zur Mannschaft gestoßen sind, bei den Bayern zeigt es mir einfach den Stellenwert, den man dem Cup einräumt. Nämlich gar keinen. An Stelle des Sponsors würd ich mal ein ernsthaftes Wort mit Pep und Konsorten suchen.
Entgegen Gladbach und Bayern, konnten wir (fast) in Bestbesetzung auflaufen. Auch wenn der ein oder andere Neuzugang vielleicht noch fehlt. Und unser Spiel gegen Augsburg war leider nicht so überzeugend, wie das Spiel im Finale. Elfmeter bleiben eben immer ein wenig Glückssache.
Ich will die 2×45 Minuten Fußball sicherlich nicht schmälern, und auch der Trainer mag gesehen haben, woran es noch mangelt und welche Spielzüge schon ganz nett aussehen. Ich warne aber dringend davor, diesen Pott überzubewerten.
Denn das Letzte, was unsere Jungs bei Beginn der neuen Saison gebrauchen können, ist Druck von außen!
Trotzdem muss ich zugeben, dass mich (beim 2. Spiel) der ein oder andere Pass schon positiv überrascht hat. Man sieht, dass Labbadia viel „mit dem Spielgerät“ trainieren ließ. Und meine ich auch, ein anderes Mannschaftsgefühl mitbekommen zu haben. So arbeitete der Sturm auch mit nach hinten und das Spiel ohne Ball funktionierte ebenso schon besser. Auch das würde für Brunos Art des Trainings und erste Erfolge der Teambildungsaktionen sprechen.
Also Leute. Lasst uns davon ausgehen, dass bis zum Anpfiff gegen (ganz anders auf-und eingestellte) Bauern weiter so intensiv und erfolgreich gearbeitet wird. Lasst uns hoffen, dass (nach Tahs Abgang, von dem ich fest ausgehe) noch die ein oder andere Ergänzung im Kader aufschlägt (insbesondere eine offensive Verbindung zwischen MF und Sturm wäre klasse!). Und gehen wir mal davon aus, dass die Saison 15/16 nicht wieder mit Zittern und Relegation einhergeht! Wenn wir dann noch eine Mannschaft erleben, die siegen will und die gemeinsam den Weg auf dem Platz geht, die endlich wieder sowas wie Spaß am Fußball hat…
Das würde mir schon reichen!
(mg)