Es ist doch nur Fußball! Es ist doch nur Fußball???

Warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Der HSV macht es seinen Fans weiterhin nicht leicht. Das 1. Relegationsspiel endet 1:1. Das Hoffen, Bangen, die Angst um den Klassenerhalt geht weiter! In meinen Augen war es genau der befürchtete Abstiegsk(r)ampf. Während der HSV bemüht war, einen geordneten Spielaufbau, mit Zug zum Tor hinzubekommen, und mit dem Kopfball von Olic auch gleich eine große Chance zur 1-0 Führung hatte, gelang (natürlich) ausgerechnet dem Ex-HSVer, Ex-St.Paulianer und gebürtigem Oldesloer Rouwen Hennings das 0-1. Danke übrigens an Herrn Simon von der ARD, für die gefühlten 150 Erwähnungen. Unsere Abwehr sah beim Gegentor unglücklich aus. Anscheinend hatte man nicht mit einem Schuss aus der Entfernung gerechnet. Warum Hennings allerdings, aus der Position und so vollkommen frei zum Schuss kommen durfte, ist mir heute noch ein Rätsel. Fortan konnte man die Angst und Unsicherheit unserer Elf mit den Händen greifen. Karlsruhe war schwer bespielbar, zog sich engmaschig immer weiter zurück, blieb nach vorne aber weiterhin sehr gefährlich.

Unsere Mannschaft machte kein so schlechtes Spiel. Es gab, in der abgelaufenen Saison schon wirklich schlechtere Leistungen! Sie waren immer bemüht, nach vorne zu spielen, jedoch fehlte der entscheidende Pass in die Spitze oder mal eine gefährliche Flanke. Ebenso kamen viele Pässe sehr ungenau zum Mitspieler, so dass der ballannehmende Spieler meist eher „dösbaddelig“ aussah und hier und da vielleicht der Eindruck entstand, dass nicht gekämpft wurde. Den Willen und den Einsatz möchte ich der Mannschaft aber auf alle Fälle NICHT absprechen. Die beiden Sperren von Kacar und HW4 tun weh, können aber durch VdV und Diekmeier ersetzt werden. Es ist somit für Rafa die Möglichkeit, sich positiv zu verabschieden.

Es war, nur noch mal zur Erinnerung, gestern ein Spiel UM DEN VERBLEIB IN DER BUNDESLIGA und KEIN Spiel in der Champions League. Aufgrund des Spielverlaufs ist das 1-1 glücklich aber auch nicht unverdient und immer noch eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Montag. Zumindest wenn man an die letzten 30 Minuten der 2. Halbzeit anknüpft. Immerhin: Im 3. Spiel einer Relegation wieder nicht verloren. In Karlsruhe reicht ein Sieg, egal wie, oder auch ein 2:2.

Noch was: In den vergangenen Tagen, Wochen habe ich in diversen Blogs sehr viel zum Thema „Fan sein“ gelesen. Es gab diverse Diskussionen, wie nah es vielen Fans geht, was gerade mit dem HSV passiert. Diese Debatten finde ich sehr interessant und es amüsiert mich immer mehr, je öfter ich es lese. „Besserfans“ ??? In meinen Augen gibt es so etwas nicht. Als HSV Fan und Fan im Allgemeinen, kannst Du stiller Beobachter, leidenschaftlicher Allesfahrer, zurückhaltender Beobachter, schreiender Kuttenträger, emotionaler Facebookschreiber, Dauer-Twitterer oder was sonst noch sein. Wer will da urteilen, was besser oder was schlechter ist? Für mich eine absolut überflüssige Diskussion.

Auch die Debatte um „Es ist doch nur Fußball“ finde ich spannend. Vor ein paar Tagen hat der von mir sehr geschätzte Rebiger (https://twitter.com/rebiger) einen Blog geschrieben, in dem er beschreibt, dass er Fan ist, ihn die Geschehnisse aber nicht so mitnehmen, wie andere. Er leidet jedenfalls nicht an Schlafproblemen oder ähnlichem. Ich habe ihn um ein Rezept gebeten, leider ohne Erfolg. Er meinte, das kommt mit dem Alter. Da ich aber die 40 auch schon hinter mir habe, sieht es um eine „Heilungschance“ doch sehr unrealistisch aus 🙂 . Ich beneide ihn für seine Gelassenheit sehr. Ich hätte auch gerne etwas davon. (https://einhundertvierzigplus.wordpress.com/…/es-ist-doch-…/)

Bis Montag heißt es jetzt wieder für uns alle: Kopf frei kriegen, kämpfen und dann die Mannschaft ein allerletztes Mal unterstützen.

Für den einen ist es Fußball, für die anderen die schönste Sache der Welt 😉
‪#‎NurderHSV‬

(CM)

Von Altverträgen und Beta-Blockern

Inzwischen schäme ich mich meiner Tränen nicht mehr. Denn ich weiß, sie fließen automatisch, so es denn auch nur einen Grund dafür gibt. Ein Tor zum Beispiel.
Also stand ich vergangenen Samstag seit dem 1:0, in der 49. Minute, realistisch gesehen 45 Minuten „unter Wasser“.
Dabei hatte die 1. Halbzeit nicht wirklich Anlass zur Hoffnung gegeben, viel zu oft sah man nur wieder dieses gewohnt unsichere Ballgeschiebe. Schlimm genug, dass man in die übrigen Stadien schauen musste, da man sich nicht mal mehr aus eigener Kraft retten konnte. Das bange Schauen hatte früh Sinn: Alle spielten (mal wieder) für uns, nur wir selber nicht. Und ich rechnetet eigentlich auch mit Auswechselungen, zur 2. Halbzeit. By the Way, was man mit Rudi gemacht hat, dass er nicht mal das vielbesungene Scheunentor trifft… Es wird mir wohl ein Rätsel bleiben!
Dass das erste Tor von Ivo kam, freut mich umso mehr. Er hat sich für das stetige Umpflügen des Rasenackers endlich mal wieder belohnt!
Positiv herauszuheben sei an dieser Stelle erneut Kacar, der im ansonsten oft so toten Mittelfeld das ein oder andere Mal für gute Balleroberungen sorgte.
Dass ein anderer der längst Aussortierten und von einigen Trainern zum Un-Fußballer erklärten Spieler dann für die Entscheidung sorgte, passt in die Saison, wie die unzählbaren Trainer, die sich an dem nicht vorhandenen Mannschaftsgefüge die Zähne ausbissen.
Slobodan Rajkovic netzte in der 58. per Kopf ein, nachdem auch ein Holtby endlich mal das tat, wofür man ihn geholt hat: Vorlagen geben. Und sei es „nur“ durch einen Standard!
Sichtbar war genau DAS der so lang ersehnte Brustlöser. Plötzlich kamen auch mal lange Pässe an und die Mannschaft präsentierte sich als Mannschaft! (Danke, Bruno!)

Dem Trainer allein sollte übrigens auch obliegen, sich die Mannschaft für die neue Saison zusammenzustellen! Das wird ihm in der 1. leichter fallen, als in der 2. Liga! Denn im Unterhaus werden uns sicherlich mehr Leistungsträger verlassen müssen, als in Liga 1! Wobei man, menschlich gesehen, von allen Spielern, nach DER Saison eigentlich erwarten könnte, dass sie bei Abstieg freiwillig auf die Hälfte ihres reichlichen Salärs verzichten (ja ich weiß, das ist ein frommer Wunsch!)
Jedenfalls steht auch für Labbadia die Entscheidung an, ob man mit Kacar oder Rajkovic verlängern soll oder eventuell auch auf einen Westermann nicht verzichten mag.

Für mich sind Gojko und Slobo inzwischen authentischer und auch mehr der Raute verbunden, als ein Jansen oder ein van der Vaart, die während der gesamten Saison mehr enttäuschten, als begeisterten. Und ich hoffe inständig, Bruno lässt beide am Donnerstag draußen!
Und ich bin ehrlich, für mich gehören ALLE Altverträge (so leid es mir für einige tut) nicht verlängert.
Neuanfang ist Neuanfang und genug Erfahrung bleibt mit Leuten wie Olic, Djourou, Adler, Holtby und Díaz auch im Team! Die, die bleiben, müssen sich ihrer Rolle als Führungsspieler bewusst werden und die jungen Spieler (die hoffentlich von unten hochgezogen werden) langsam an die Mannschaft heranführen. Ohne dass da wieder der Druck des Klassenerhaltes dahintersteht, wie es nur allzu oft schon bei Einsätzen von Gouida oder Götz der Fall war. Das wird einige Jahre der Konsolidierung bedeuten, die wir hoffentlich im gesicherten Mittelfeld der Liga überleben. Und wir brauchen wieder einen Kapitän, der seinen Namen auch verdient!

Doch bevor all das angepackt wird gilt es, den Klassenerhalt in der Bundesliga zu besiegeln. Mit einer erneuten Mannschaftsleistung und der tollen 2. Halbzeit gegen Schalke im Rücken! Und bitte, bloß nicht wieder der Statistik nachgeben und einem guten Spiel zwei grottige folgen lassen! Nur ein Funken falscher Arroganz reicht nämlich aus, um aggressiv zu erwartenden Karlsruhern zu unterliegen! Einige haben ja jetzt schon nichts anderes im Kopf, als unsere (für mich) dämliche Uhr abzubauen. Meinetwegen könnt ihr das gerne machen, ihr Karlsruher, aber die Punkte bleiben gefälligst in Hamburg! Im Übrigen seid gewarnt, das haben schon ganz andere versucht! By the Way, diese Hasstiraden, die uns momentan aus allen Ecken der Republik entgegenschlägt, gehen mir mächtig auf den Wecker! Kümmert euch doch bitte alle um eure eigenen Vereine, damit haben fast alle genug zu tun!
Für uns geht das Zittern jedenfalls vorerst weiter, der Beta-Blocker-Verbrauch steigt. Denn: noch ist nichts gewonnen!!!!!
Spätestens Mittwoch-Nacht werden 1000de HSV-Fans erneut schlaflos bleiben und dem Herzschlagfinale entgegenzittern. Uns bleibt aber auch nix erspart…
(mg)

P. S. Aberglauben? Ich doch nicht!
Am Samstag kam mir, aus einer alten Jacke, ein Centstück entgegengetrullert. Den werde ich jetzt bis nächsten Montag mit mir rumtragen. Sollten wir den Klassenerhalt schaffen, ich lass ihn mir vergolden 😛

Juhuu, wir haben ein Endspiel.

Rückblick: Samstag, ca. 20.20 Uhr. Schlusspfiff beim Heimspiel gegen den VFL Wolfsburg. Nach einer enttäuschenden Leistung und dem verdienten 0-2 steht der HSV auf dem 17. Tabellenplatz. Bei noch ausbleibenden 6 Spielen und 4 Punkten Rückstand auf Platz 15 rechnen viele Fans mit dem ersten Abstieg aus der Bundesliga. Die Stimmung ist am Boden. Nach dem 3-2 des VFB Stuttgart gegen Werder Bremen, rückt der HSV am darauffolgenden Sonntag dann auch noch auf Platz 18. Schlimmer geht nimmer. Fans kommen mit dem ständigen Auf und Ab nicht mehr zurecht. Erklären den Abstieg des HSV als gegeben. Andere begraben das letzte bisschen Hoffnung. Wenige Daueroptimisten glauben weiter an den Klassenerhalt. Warum, wissen sie oft selber nicht, denn mit Realismus hat das alles nicht mehr viel zu tun. Warum ich einer von denen bin, die damals wie heute an den Klassenerhalt glauben? Ich kann es auch nicht zu 100% erklären. Überwiegend habe ich zunächst stets unser Restprogramm vor Augen gehabt und mich immer wieder an die Spiele erinnert, in denen die Mannschaft zumindest teilweise Leistung abgerufen hat. Und die noch ausstehenden Gegner waren von ihrer „Normalform“ auch meist weit entfernt.

Nach der Verpflichtung von Bruno Labbadia nur weitere 2 Tage später, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll… Wie aus dem Nichts kam er daher. Dass er kurzfristig einer Mannschaft weiterhelfen kann, hatte er zwar schon oft bewiesen. Aber wieso sollte das, gerade bei diesem HSV noch einmal funktionieren?

Es folgte in Bremen das erste Spiel, in dem wir wieder mithalten konnten. Und ohne den Aussetzer von Behrami, hätten wir wohl einen Punkt mitnehmen können. Dann die Erlösung gegen Augsburg, ein, zumindest in meinen Augen, Überraschungssieg in Mainz und mit sehr viel Glück und einem Kacar, das 1-1 gegen den SC Freiburg.

Nur 4 Spieltage später stehen wir jetzt auf Platz 14 (!!!) mit einem Punkt VORSPRUNG auf den Reliplatz Nr. 16. aber es sind auch nur 2 Punkte bis ganz nach unten! Trotzdem haben wir in 4 Spielen 5 Punkte gutgemacht.

Wir sind wieder im Spiel! Wir haben es in der eigenen Hand !!! Das bedeutet: wir sollten aufhören, auf die anderen zu gucken! Wir müssen Leistung bringen! Wir müssen siegen! Wir müssen punkten! Wir haben uns selber in diese Situation gebracht und müssen uns jetzt auch, verdammt nochmal, an den eigenen Haaren wieder dort unten rausziehen! Noch ist alles möglich!

Daher werde ich am Samstag auch mit Vorfreude nach Stuttgart fahren, um die Mannschaft mit Leidenschaft und Emotion nach vorn zu puschen! Wir für euch, ihr für uns!

Also:

‪#‎alleManninblaunachStuttgart‬
oder auch
‪#‎alleManninblauvordenFernseher‬

‪#‎alleMannanBord‬ ‪#‎NurderHSV‬

(CM)

Wenn der Gojko mit dem Kacar…

Bruno Labbadia benimmt sich an der Seitenlinie nicht viel anders, im Vergleich mit den meisten anderen seiner emotionalisierten Trainerkollegen. Gestikulierend kennen wir die Herren. Wild rufend, laut schimpfend, unruhig hin und her tigernd und… seit gestern gibt es den Bruno-Nicker.
Einmal, zweimal, dreimal den Oberkörper vor und zurück, und…. drin ist die Kugel!
Man könnte meinen, er habe ihn reinhypnotisiert, so entrückt sah er aus, der Bruno, bevor Gojko Kacar auf dem Rasen das tat, was Bruno ihm am Spielfeldrand mental vorlebte.
Erneut Gojko Kacar sorgte dafür, dass das Abstiegsduell gegen den FC Freiburg nicht der vorzeitige Todesstoß für den HSV wurde.

Doch fangen wir vorne an.

Es kam, wie es kommen musste. Der HSV wirkte in der 1. Halbzeit verängstigt, ja fast wieder so verunsichert, wie vor den Siegen gegen Augsburg und Mainz.
Bloß keinen Fehler machen, so die Devise, die übrigens auch für den Spielaufbau galt.
Wieder waren es meist lange Bälle, die von hinten nach ganz vorne gehen sollten, aber leider selten den eigenen Spieler fanden.
Hinzu kam ein überraschend schwaches Innenverteidiger Duo, das unbedrängt Bälle ins Nirwana-Aus schoss und so dem Gegner immer wieder einen Spielaufbau schon hinter der Mittellinie ermöglichte.
Auch das Gewinnen von Kopfball-Duellen wollte Djourou und Rajkovic gestern seltenst gelingen. Ein verlorenes davon sorgte dann auch für das zu der Zeit berechtigte 0:1 für die Gäste. Und das bereits nach 25 Minuten.
Wenn es ein Positivum zu diesem Zeitpunkt gab, dann nur, dass die Mannschaft nach dem Rückstand nicht, wie noch einige Wochen vorher, auseinander fiel. Der Wille den Ausgleich zu machen war da, die Abschlüsse jedoch (mal wieder) teilweise erschreckend harmlos.
Zu Beginn der 2. Halbzeit hatte man gar mehrmals das Glück, einen Mann wie René Adler im Tor zu haben.
Der wird beim Abspielen der Bälle (die zu gefühlt 90% beim Gegner landen) zwar kein Manuel Neuer mehr, er aber war es, der den Ausbau des knappen Gästevorsprungs mit einigen Weltklasseaktionen ein ums andere Mal verhinderte.

In der 58. Minute hatte Labbadia ein Einsehen und holte den eher harmlosen Holtby (was mit dem los ist, verstehe wer will…) vom Platz, tauschte ihn gegen einen offensiven Marcel Jansen.

20 Minuten später kam Rudnevs für Ostrzolek. Nun war klar: Bruno setzte alles auf eine Karte. Und das war gut so. Denn endlich kam Leben in die Bude, die Chancen fanden auf beiden Seiten des Rasens statt.

Und in der 90. Minute, als die Fans sich schon fast mit dem so bekannten Gefühl der Niederlage abfanden, kam er. Der Mann, den mal wieder niemand auf dem Zettel hatte, der mal wieder das gewisse Quentchen mehr wollte, als so manch anderer auf dem Platz: Gojko Kacar (und Bruno Labbadia ) netzten ein! 1:1!
Wenn ihr mich fragt, und nach dem vorhergegangenen Spielverlauf, ein mehr als glückliches Resultat!

Nicht das 1. Mal taten wir uns gegen einen Gegner „auf Augenhöhe“ schwer. Mir persönlich wurde die Woche über auch schon wieder mit zu vielen medialen Lorbeeren rumgeschmissen.

Ja, und natürlich längst auslaufende Verträge verlängert.
Leute! Alle wollen, egal wohin es geht, einen Neuanfang. Das funzt aber nicht, wenn man mit all denen, die gehen sollen, jetzt plötzlich wieder verlängern muss, weil der ein oder andere endlich geradeaus gegen den Ball treten kann.

Sollte Bruno nächstes Jahr mit jemandem direkt planen, ok, aber doch bitte nicht mit allen, die jetzt (berechtigter Weise) ihre Tasche packen müssen!
Apropos Tasche packen. Der Spieltag ist noch nicht vorbei. Noch können wir bis auf Platz 16 rutschen und das Spiel gegen Stuttgart wird ein noch heißerer Tanz auf Messers Schneide, als eh schon befürchtet!
Fußball ist ein Mannschafts- und vor allem Laufsport. Hast du keine Anspielstationen im Mittelfeld und vorne, wird das auch mit Toren nix. Also gilt es, noch mindestens zwei Schippen draufzulegen!
Leichter wird es jedenfalls nicht. Ich habe gegen die Schwaben ein noch dumpferes Gefühl im Bauch, als gegen Freiburg. Aber vielleicht baut Bruno bis dahin ja seine mentalen Fähigkeiten auf Freistöße, Ecken oder 25m Schüsse aus. Kacar macht bestimmt mit!
(mg)

Von eisenharten Eiern oder : Es ist immer noch 5 vor 12!

Jaaaaaa….. Und wieder einmal fiel um 17.20h die Anspannung endlich ab und es galt, 3 ganze Punkte zu feiern!
Keine Bonunspunkte, liebe Gemeinde, wichtige Punkte, soooo wichtige Punkte, die über Kampf und Lauf erkämpft wurden!

Dass Mainz, neben dem Punktverlust auch noch einen bitteren Preis bezahlen musste, in Form der schlimmen Verletzung von Elkin Soto, machte einen emotionalen Sonntagnachmittag noch ein bisschen emotionaler. Auch von dieser Stelle aus noch einmal ein von Herzen kommendes „alles Gute und werd bald wieder so gesund, wie möglich!“ Das Angebot vom Mainzer SpoDi Heidel, Soto eine nicht geplante Vertragsverlängerung anzubieten, spricht für die Mainzelmännchen. Fußball kann doch noch menschlich sein!

Der Shitstorm, der allerdings im Anschluss über Raffael van der Vaart runterging, ist nicht nur unnötig, sondern auch ungerecht.
Denn an der bösen Verletzung des Mainzer Kolumbianers trifft unseren Kapitän keine Schuld. Sotos Knie wird direkt in die Familienplanung des in Bewegung befindlichen van der Vaarts geknickt, der wiederum den Ball und nicht den Gegner traf.
Von Absicht oder bösem Umnieten kann also keine Rede sein.
Angesichts des schnellen Aufstehens unseres Kapitanos, nach dem Tritt ins Allerheilige kann man nur spekulieren: der Mann hat Eier aus Stahl „wink“-Emoticon

Nerven aus demselben Material mussten alle HSVer mal wieder während der vorausgegangenen 95 Minuten beweisen.
Denn gerade zu Beginn der 2. Halbzeit sah das alles eher nach Verwalten der knappen Führung, als nach dem eisernen Willen, nachzulegen, aus.
Und so war es wohl nicht nur für mich absehbar, dass der Ausgleich, der in der Kabine erstarkten Mainzer, dann doch noch fiel.
Wieder nur 1 Punkt… Einer, der zwar im Keller der Tabelle alles durcheinanderwürfelt, aber nicht wirklich weiterhelfen würde…

Ein … Bonuspunkt…. ICH KANN DAS WORT NICHT MEHR HÖREN!
Denn die gibt es nicht mehr! Nicht in unserer Situation! Die DARF es nicht geben!
Und: die gab es dann auch nicht!
Dank eines Mannes, der die Gemüter der Sportchefs und Vorstandsmitglieder, der Ärzte und auch der Fans in den letzten Jahren bewegte, wie kaum ein anderer. Gojko Kacar hämmerte in der 87. Minute den Ball zum 1:2 ins Tor!
Gojko Kacar, einer, der nie aufgebeben hat und der mit einer Quasi-Entlassung in der Tasche gegen den Abstieg kämpft, als gäbe es kein Morgen mehr!
Zumindest eine ähnliche Einstellung muss man wohl, zumindest in den letzten beiden Spielen Rajkovic, Jansen und nicht zuletzt auch van der Vaart zuschreiben.

Doch ganz ehrlich, als ich vergangene Woche die Schlagzeile las, dass man auf eine Nicht-Abstiegsprämie verzichten wolle, hielt sich meine Begeisterung reichlich in Grenzen. Schließlich hat sich die Mannschaft ja auch, mit Verlaub, selber in diese Misere gebracht. Und für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass alles daran gesetzt wird, nicht den 1. aller Bundesligaabstiege in Hamburg hinnehmen zu müssen, sondern sich anständig vom Verein, der ja die letzten Jahre auch nicht schlecht bezahlt hat, zu verabschieden, und sich zeitgleich auch für andere Vereine zu empfehlen!

Ja, wir haben (und wir hatten) es immer selber in der Hand, was aus diesem einstmals so stolzen, erfolgreichen Verein wird! Vom Fan, über die Angestellten, dem Vorstand, bis hin zum Trainer und den Spielern.
Und während wir Fans zum supporten und zuschauen verdammt sind, haben es Trainer und Spieler zu bewerkstelligen, dass am Freitag nachgelegt wird. Denn nur dann war der gestrige Sieg und der Kampf gegen Augsburg wirklich wichtig.
Labbadia scheint in die Köpfe der Spieler gedrungen zu sein, wie kein anderer vor ihm. Warum auch immer muss Hamburg wohl immer kurz vor dem Abgrund stehen, bevor der Ernst der Lage erkannt wird.
Immernoch ist es 5 vor 12! Ich hoffe, das wird nicht vergessen! Viel zu oft schlich sich in der Vergangenheit, nach 2 gewonnenen Spielen, wieder eine gewisse Zufriedenheit ins Spielerlager.
Das DARF nicht passieren!
Und um mal mit einer Phrase zu schließen, die einem bekannten Bayernkeeper zugeordnet wird: „Eier, Jungs, ihr braucht Eier!“
Und zwar alle welche aus Eisen, so, wie unser Kapitän gestern…
(mg)