Beckers Beste

Woran hat es nun gelegen, dass der HSV in seinem letzten Spiel der Saison 2018/19 mal wieder ein ganz anderes Gesicht gezeigt hat, als in den (mindestens) sieben Spielen davor?
War es der Druck, der weg war?
Schließlich ging es gegen Duisburg „nur“ noch um die so oft geschmähte „Goldene Ananas“, will sagen Platz 4.
Oder war es doch die mutige Aufstellung, die Hannes Wolf in seinem letzten Spiel endlich mal auf den Rasen schickte?
Mit der jüngsten HSV-Bundesligamannschaft ever (bei der lediglich Mickel mit seinen 30 Jahren den Altersdurchschnitt auf über 22 puschte), ging es gegen den bereits feststehenden Absteiger.
Fest steht: mit Wintzheimer, Köhlert und Arp stand ein komplett neues Sturmtrio auf dem Rasen.
Insbesondere Köhlert spielte dermaßen unbekümmert auf, dass es Wirbel auf dem Spielfeld gab, wie lange nicht mehr.
Und Fiete?
Fiete krönte sein Abschiedsspiel beim HSV mit einem Tor.
Als ihm in der 64. Minute die Erleichterungstränen in die Augen schossen, flossen auch bei zahlreichen Zuschauern literweise Wasser (ja, bei mir auch, ich doofe Nuss).
Wie emotional war das denn?
Und man fragt sich mal wieder: war es wirklich nötig, diesen Hamburger Jung monatelang auf der Bank schmoren zu lassen?
Hätte man nicht viel früher…
Und WARUM, verdammte Axt, hat man nicht wenigstens EIN weiteres Spiel mit drei Punkten nachhause gebracht? Soooo ärgerlich! Denn auch Paderborn und Union konnten ihre letzten Spiele nicht gewinnen. Wenn, dann, ja dann…
Hätte, wäre, wenn. Der typische HSV-Konjunktiv.
Es ist jedoch wie es ist.
Der HSV hat seine Chancen verspielt. Eine weitere Saison in Liga 2 ist beschlossene Sache.
Und wegen der Abgänge, die sich am gestrigen Montag wenigstens von ihren Teamkollegen verabschieden konnten, sollen zahlreiche neue Gesichter Ende Juli die neue Spielzeit erfolgreicher gestalten.

Beide wollten den HSV im vergangenen Sommer verlassen.
Beide zählen zu den Höchstverdienern im Team.
Und seien wir ehrlich, beide waren sich nach dem Abstieg ihres Arbeitgebers irgendwie zu schade für die 2. Bundesliga.
Nun werden beide wohl eine Mammutaufgabe für Sportchef Becker im Jahr 2019 werden.

Während sich Kyriakos Papadopolous verletzte, somit unverkäuflich wurde, bekam man Bobby Wood mit einer Leihe in Richtung Hannover schließlich noch von der Payroll.
Dass die Niedersachsen von ihrer Kaufoption Gebrauch machen, ist nach einer gruseligen Saison (für Verein UND Spieler) ausgeschlossen.
Wood brachte es in den letzten Monaten übrigens fertig, seinen Marktwert von rund sieben auf zwei Millionen zu minimieren…

Dass sich der HSV weder Papa noch Wood nicht leisten können (beide zusammen würden bereits ein Drittel des gesamten Gehaltsetats schlucken), ist ein offenes Geheimnis. Somit wird es spannend werden, wie man mit den zwei „Altlasten“ fertig wird.
Schließlich wurden doch in der Vergangenheit beim HSV Papiere rausgehauen, die wahnwitzige Summen aufwiesen.
Was unter Didi Beiersdorfer an Wahnsinn anfing zu blühen, brach sich die Bahn unter Bruchhagen und Todt.

2016/17 schloss man die Saisonbilanz mit einem Transferminus von über 38 Millionen ab, 17/18 wies die Transferbilanz immerhin noch gut 13 Millionen Miese auf.
Und all das, obwohl es dem Verein schon damals alles andere als finanziell gut ging.
Ich frage mich noch heute, ob die dafür Verantwortlichen nachts ruhig schlafen können!

Welch gute Arbeit der neue Sportchef Ralf Becker finanziell in seinem ersten Jahr beim HSV machte, beweist nicht nur „seine Transferbilanz“, aus dem Jahr 18/19. Dort steht ein Plus von knapp 16,8 Millionen Euro. Seine direkten Vorgänger zeigten weit weniger Verkaufs- Verleihtalent.

Bedingt durch die angespannte Lage muss die Scoutingabteilung ganze Arbeit leisten und man kann sich lediglich in den unteren Preissegmenten umschauen, um eine schlagkräftige, homogene Truppe zusammenzustellen.

Mit David Kinsombi von Holstein Kiel wurde bereits am Ersatz für Mangala erfolgreich gearbeitet.
Auch auf der Lasogga-Position soll vom Kieler Lukas Hinterseer nur noch die Unterschrift fehlen.
Schaut man auf die anvisierten Summen, so liegen die Kaufsummen, weitere Abgänge unsererseits vorausgesetzt, im Bereich des Machbaren.
Rechts bereichern demnächst Jeremy Dudziak und Jan Gyamerah unseren Kader, was für einen Sakai-Abgang spricht.

Ich gebe es zu. Der Abschied von Douglas Santos, der ja so gut wie beschlossen ist, tut mir am meisten weh!
Santos soll in Leverkusen und Hoffenheim auf der Wunschliste stehen. Aber auch andere europäischen Vereine sollen dran sein.
Vielleicht bietet sich Becker und Santos ja eine für beide Seiten erfolgsversprechende Alternative an. Ich würde ja nur allzu gerne einen meiner zehn Finger ironisch in Richtung Rudi heben.

Dass auch Pollersbeck auf der Verkaufsliste stehen soll ist verständlich, aber ebenso schade. Es ist zu hoffen, dass Becker einen annähernd adäquaten Ersatz an der Hand hat.
Van Drongelen und Bates sollten nicht unter Wert verkauft werden und nur bei größter Not. Es geht nichts über eine einigermaßen eingespielte Innenverteidigung. Auch Bakery Jatta wird uns erhalten bleiben.

Die neue Vereinsführung hat sich Gehaltsobergrenzen auf die Fahne geschrieben und hier sollten keinerlei Ausnahmen gemacht werden.
Die Zeiten, in denen sich der HSV von Beratern und Spielern am Nasenring durch die Kohle-Manege ziehen ließ, sollten endgültig vorbei sein.

Es bleibt zu hoffen, dass unser neuer Trainer, wie auch immer er heißen wird, die Jugend nicht aus den Augen verliert, aus dem ein oder anderen Rothöschen eine Rothose machen kann und dass die Spieler, die im kommenden Jahr bei uns auflaufen, ihr Bestes dafür geben, am Neuaufbau des HSV mitzuhelfen.
(mg)

P.S. Ein Wort noch in eigener Sache: Sakai bei seiner Einwechslung als Sündenbock auszumachen und ihn mit einem Pfeifkonzert zu begrüßen war ganz einfach schlechter Stil. Jeder, der sich daran beteiligt hat sollte sich schämen!

Es geht um viel

Nachdem wir in Berlin mal wieder schlecht ausgesehen haben, wenn der Gegner auch ein anderer war, wird es langsam eng mit dem Aufstieg. Durch die Niederlage gegen Union und den Sieg von Paderborn sind wir von einem Aufstiegsplatz auf Platz 4 gerutscht.
Trotzdem haben wir immer noch alles in der eigenen Hand. Durch einen Sieg gegen Paderborn überholen wir sie und können noch die Relegation erreichen.
Durch das Ergebnis von Paderborn gegen Bielefeld gestern reicht uns sogar nur ein Unentschieden gegen sie, solange wir die anderen beiden Spiele gewinnen.
Und da ich der Ansicht bin, daß Berlin keine 9 Punkte aus den letzten drei Spielen holt, sollten wir tunlichst alle drei Spiele gewinnen, damit wir noch Platz 2 holen und die Relegation umgehen können. Das MUSS unser Anspruch sein. Also, meine Meinung ist: holen wir 9 Punkte, erreichen wir noch Platz 2.

Dazu muß sich aber einiges ändern. Wer am Donnerstag die Eintracht aus Frankfurt im EL-Spiel gegen Chelsea gesehen hat, konnte sehen, daß eine Mannschaft ganz andere Chancen auf Erfolg hat, wenn sie aufopferungsvoll kämpft, wenn man konzentriert spielt, wenn man Wege geht, die andere nicht gehen usw.
Bestes Beispiel kennen wir ja auch aus dem eigenen Verein. Vor dem Tor von Waldschmidt hat Kostic den Ball erlaufen, den 9 von 10 Spielern laufen lassen.
Mit der Einstellung können wir es schaffen. Die Qualität haben wir letztlich auch in der Mannschaft. Gegen Leipzig, Paderborn-Pokal oder auch im Derby konnten wir es ja auch.

Um das rauszukitzeln hat man sich entschlossen, nochmal ein Kurztrainingslager durchzuführen.
In diesem Trainingslager sind auch Fiete und Jairo mit dabei.

Im Kader für Ingolstadt hat es Jairo leider nicht geschafft, aber daß er wieder dabei ist, zeigt, er ist nicht mehr weit entfernt.
Ich gehe davon aus, daß er in dieser Saison noch ein paar Minuten bekommt. Ich würde es ihm gönnen.
Hunt ist auch nicht im Kader. Er „hat Rücken“, schade. Aber dafür ist Mangala wieder mit dabei. Meine Meinung ist, es war gut, daß er mal raus war. Aber es ist auch gut, daß er jetzt wieder mit dabei ist.

Ich erwarte gegen den FCI ein intensives Spiel. Beide Mannschaften müssen punkten, müssen gewinnen. Wir um aufzusteigen, Ingolstadt um nicht abzusteigen. Ingolstadt ist auch dafür bekannt, intensiv zu spielen, sie werden pressen, auch weil inzwischen bekannt ist, daß wir das nicht mögen, sie werden im Mittelfeld schon auf die Knochen gehen. Da müssen wir gegenhalten. Und wenn wir das schaffen, gewinnen wir.

Als Aufstellung erwarte ich keine Experimente mehr. Wir wissen, welche Mannschaft eigentlich am besten funktioniert. Deshalb erwarte ich ne Viererkette mit Santos, van Drongelen, Laxroix, der sich in die Startelf gespielt hat und auch wieder mit Sakai. Im DM denke ich an Janjicic, der im Grunde gute Spiele macht, auch wenn er letzte Woche am 2:0 nicht unschuldig war. Davor vier Offensive, Jatta, Mangala, Özcan und wahrscheinlich Hwang. Ev auch Narey wieder und Hwang kommt später.
Vorne erwarte ich Lasogga von Anfang an. Kopfballstärke und Robustheit sind für mich die ausschlagegebenden Punkte.
Und diese Mannschaft wird die nötigen drei Punkte holen.

Ich bin immer noch vom direkten Aufstieg überzeugt (fb)

Wenn ich ehrlich bin…

…weiß ich heute endlich genau, warum ich mir in der vergangenen Woche den Nachspielbericht zum Pokalspiel gegen Leipzig erspart habe.
Einer unguten und langen Tradition folgend zeigte der HSV, nach einer ansprechenden Leistung gegen den Bundesligisten, gestern wieder seine grausame Alltagsfratze.

Wenn ich ehrlich bin…
…habe ich vor dem Spiel gedacht, einige Hebel in den Köpfen der Jungs hätten sich endlich umgelegt.
Leider bewiesen sie lediglich, dass man noch schlechter spielen kann als gegen Magdeburg und Darmstadt.
53% vergurkte Zweikämpfe, vier Kilometer weniger auf der Uhr als Union, 15 zu sieben Torschüsse. Wieder keine Punkte im Aufstiegskampf und raus aus den Aufstiegsrängen. Mehr muss man nicht wissen.

Wenn ich ehrlich bin…
…habe ich schon öfter mit der Startaufstellung von Hannes Wolf gehadert. Seit gestern bin ich mir allerdings so gut wie sicher, dass er diese nicht anders als mit einem Namenswürfel bewältigt, weil er einfach selber nicht mehr weiter weiß. Warum man einen Jatta, als einzigen (und falschen) Mittelstürmer aufstellt, versteht wirklich nur der Trainer. Seine Schnelligkeit, die er über links, zum Beispiel gegen Leipzig, ins Spiel brachte, verpuffte. Den Eisernen mit einem 3-4-2-1, also sieben (!) Defensiven zu begegnen, spricht nicht unbedingt für Abteilung Attacke, eher für Mauern bis der Arzt kommt.
Und jetzt kommt mir nicht wieder mit dem Konjunktiv und Hunt, der ja den Ball in der 18. Minute… aber lassen wir das. Er hat halt nicht. Punkt. Ebenso wie die 2. (!) Chance der Hamburger vergeben wurde, bei der Jatta, in der 31. Minute, am Keeper der Gastgeber scheiterte.

Wenn ich ehrlich bin…
…habe ich mich schon vor dem Anpfiff gefragt, wer denn wohl die Tore schießen soll. Und nachdem Wolf dann in der 2. Halbzeit einen Offensiven nach dem anderen aufs Feld schickte, war das Kind längst in den Brunnen gefallen. Zumal, eines ist mir immer noch nicht klar: was hat eigentlich Wintzheimer verbrochen, dass er nicht von Anfang an auflaufen durfte und in einem Spiel, bei dem so selten Pässe überhaupt in Tornähe kommen, Lasogga zunächst mal den Vortritt bekam?

Wenn ich ehrlich bin…
…habe ich mich mit Kritik an Gideon Jung bisher immer stark zurückgehalten. Was er gestern allerdings auf seiner Position im Defensiven Mittelfeld anstellte, grenzte teilweise schon an Slapstickeinlagen. Die Aufgabe eines Trainers ist es auch zu sehen, wann ein Spieler außer Form ist und ihm mit sachlich vernünftigen Worten zu sagen, warum er mal draußen bleibt. Jung läuft seit Wochen seiner Form hinterher, darf trotzdem immer wieder starten und sich inzwischen den ein oder anderen verlorenen Punkt auf die Fahne schreiben.

Wenn ich ehrlich bin…
…beneide ich den sportlichen Vorstand, bis hinauf in die höchste Chefetage nicht. Denn nach den mehrmaligen Jobgarantien für Hannes Wolf, hat man sich böse ins eigene Knie geschossen. Man KANN den Trainer nicht feuern, ohne sich selber infrage zu stellen. Da müssen jetzt alle durch. Auch wenn man in der kompletten Rückrunde nur 16 Punkte aus 14 Spielen holte und seit dem Derby gegen Pauli sieglos ist. Die ständigen Systemwechsel des Trainers helfen jedoch augenscheinlich weder dem Spiel noch den Akteuren.

Wenn ich ehrlich bin…
…wäre Lewis Holtby für mich so ziemlich der Letzte gewesen, dem ich so eine Aktion, wie die Bitte, zuhause bleiben zu dürfen, zugetraut hätte. Gerade er, der immer vorweggegangen ist, hat sich in einem mental schwachen Moment selbst ins Aus geschossen. Wenn ich ihn auch nicht immer verstehe, aber in diesem Fall bin ich bei Hannes Wolf, der Lewis nun wohl komplett aus dem Kader genommen hat. Dass Becker jetzt allerdings die Mentalitätsfrage auf die komplette Mannschaft umlegt, kommt für mich einige Wochen zu spät.

Wenn ich ehrlich bin…
…wird es Woche für Woche schwerer, noch positive Motivation im Blog unterzubringen. Denn dazu hat der HSV zuletzt einfach viel zu viel verbockt. Nun ist es passiert. Wir haben den Aufstieg nicht mehr in der eigenen Hand. Wir sind auf Fehler der Konkurrenz (die sich momentan die Seele aus dem Leib rennt, um oben mit dabei zu sein) angewiesen. Und wer glaubt ernsthaft daran, dass die Jungs die letzten drei Spiele hintereinander gewinnen?

Wenn ich ehrlich bin…
…habe ich mich zu Beginn der Saison irgendwie darauf gefreut, nicht Woche für Woche hoffen und bangen zu müssen, einige gute Spiele mehr als in den vorhergehenden Jahren zu sehen und morgens viel öfter mit einem zufriedenen Grinsen, als mit einem schlechten Bauchgefühl aufwachen zu dürfen. Ich habe mich geirrt. Diese Saison kostet mindestens genau so viel Nerven, wie die letzten gefühlt drölfzig Jahre im Oberhaus der Liga.

Wenn ich ehrlich bin…
…weiß ich, dass ein weiteres Jahr 2. Liga der Entwicklung und Neuformierung der Mannschaft gut tun würde. Finanziell ist es ein Debakel. SpoDi Becker wird zaubern müssen, um einen konkurrenzfähigen, bezahlbaren Kader aufzubauen und den Verein nicht über Jahre hinweg im Unterhaus zu versenken.

Wenn ich ehrlich bin…
…muss ich zugeben, dass der Frust momentan so tief sitzt, dass ich wohl mindestens ‪bis Samstagmittag ‬brauchen werde. Aber dann zergele ich bestimmt das nächste Trikot aus dem Schrank, streife es über, um doch noch ein bisschen an das Wunder zu glauben, welches (Stand heute) gestern allerdings in weite Ferne gerückt ist. Irgendwie ist man als HSV-Fan ja trotz allem positiv bekloppt. Und anders ist das alles auch nicht zu ertragen.
(mg)

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin …

Ok, leider nicht zum Pokalfinale, aber immerhin zum Topspiel der Liga, gegen Union.

Am Dienstag haben wir gegen Rasenball Leipzig 1:3 verloren und am Ende doch gewonnen.
Der Auftritt des HSV war Werbung für die Mannschaft, den Verein.
Und besonders Jatta hat gezeigt, daß er mehr als der PR-Gag, den viele in seiner Verpflichtung vermuteten, ist.
Er war unser bester Mann in diesem Spiel und ist zu Recht als Man of the Match gekürt worden, auch wenn „il professore“ deswegen die beleidigte Leberwurst gespielt hat.

Gewonnen wurde dieses Spiel durch einen hoch emotionalen Auftritt, der den Spielern am Ende einen verdienten Applaus bescherte.
Und daran müssen wir zwingend in den letzten vier Spielen anknüpfen.
Das Spiel gegen Union wird eines sein, in dem es zur Sache geht.
Beide Mannschaften haben seit einigen Spieltagen keinen Sieg mehr einfahren können, die Tabellensituation ist für beide brisant, wir wollen unseren 2. Platz verteidigen und Union will wieder auf Platz 3 zurück.
In Berlin will man in die erste Liga! Und wenn ich mir den Club und auch deren Trainer so anschau, gönne ich es ihnen von Herzen.
Nur eben nicht gegen uns.

Es wird zur Sache gehen, das reden beide Trainer herbei.
Von daher will ich nicht auf Aufstellungen und Taktiken eingehen. Es erübrigt sich schlechthin, zumal Hannes Wolf eh versuchen wird, Urs Fischer zu überraschen.

Von den etablierten Kräften ist am ehesten Oren Mangala fraglich. Er hat eine Prellung am Zeh. Aber er ist eh in den letzten Spielen nicht in der bestechenden Form vom Anfang der Saison. Meine persönliche These: Er spielt mit angezogener Handbremse, weil er die fünfte Gelbe Karte und damit eine Sperre vermeiden will. Vielleicht wäre es das Beste, er holt sich gegen Berlin die Sperre ab, um unbeschwert dann die letzten beiden Spiele bestreiten zu können.

Eben kommt die Meldung rein, Köln hat sich von Anfang getrennt, Stöger soll übernehmen.
Mal schauen, ob er es schafft, die Mannschaft in Spur zu bringen.
Es war abzusehen, daß Anfang nach der Saison entlassen worden wäre.
Ob Stöger nun der endgültige Nachfolger ist oder nur interimsmäßig die Mannschaft führt, ist noch nicht klar.
Schaun mer mal. Für uns ist Köln recht uninteressant, obwohl wir mit einem Sieg Sonntag und nächste Woche gegen Ingolstadt in der Blitztabelle aufschließen können und punktgleich wären (hätte, wäre, wenn).
Trotzdem, wir sollten nach unten gucken. Wichtig ist der Aufstieg und nicht der Traum von der Felge. Es gilt zu gewinnen, um sich Berlin, Paderborn usw vom Leib zu halten.

Was noch?
Ach ja, es hat sich auch einiges auf der finanziellen Seite getan.
Das Stadion heißt noch ein Jahr Volksparkstadion und man hat Kühne alle Eventualverbindlichkeiten für wohl 5-6 Mio abgekauft.
Das bedeutet, wenn wir Spieler verkaufen, wenn wir international spielen sollten usw, geht kein Anteil an Herrn Kühne.
Maßnahmen, die geholfen haben, die Lizenz ohne Auflagen und Bedingungen für die 1. und 2. Liga zu bekommen. Und das, obwohl noch nicht klar ist, wer als Sponsor die Brust des Trikots in der nächsten Saison zieren wird.
Ich weiß, wir werden oft als Schönredner bezeichnet, während sich andere als Realisten sehen.
Allerdings sind wir anscheinend nicht so nahe der Insolvenz, wie manche dieser Realisten gedacht haben. (Ich wollte es nur mal gesagt haben, denn wenn ihre Negativprognosen mal zutreffen, rufen sie ja auch „Ich hab es damals schon gesagt“. Nur weil jemand ständig negativ ist, hat er nicht automatisch auch recht.)

Es läuft und trotzdem wird gemunkelt, daß man, um konkurrenzfähig in der ersten Liga zu sein, gerne Anteile über 24,9% verkaufen möchte. Dafür müsste dann im Sommer eine ausserordentliche MV einberufen werden, auf der die Mitglieder diesem Verkauf zustimmen müssten. Aber wie gesagt, bislang nichts weiter als ein Gerücht.

Zunächst gilt es, den Aufstieg klarzumachen. Und der Anfang sollte tunlichst in Berlin gemacht werden. Berlin, Berlin, wir siegen in Berlin … (fb)

Alles Geschmackssache

Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich bin und bleibe 1887prozentiger HSVer, werde mir also nicht, wie einige sicherlich zeitnah hier fordern, einen neuen Verein suchen!
Und, nein, ich bin auch kein Trainer, der wissen muss, wie er wann auf-und umzustellen hat.

Aber ich bin auch kein Bierbrauer und kann trotzdem sagen, warum mir das eine Bier schmeckt und das andere nicht.
Und ich bin auch kein Modeschöpfer, weiß aber trotzdem, was mir an einem Modell gefällt und warum ich das andere nicht tragen will.

Das ist alles reine Geschmackssache.
Und für meinen Geschmack hat der HSV gestern gegen Aue eben nicht das „Spiel gut ins letzte Drittel getragen“, wie der Trainer nach dem traurigen Unentschieden verlauten ließ. Und für meinen Geschmack stimmte eben phasenweise auch die Einstellung nicht mit den großen Zielen überein, die ja (zumindest verbal) bei allen an erster Stelle stehen. Und für meinen Geschmack darf man gerne in Bezug auf die Manndeckung hart nacharbeiten. Um nur einige Baustellen zu nennen.

Reihenweise kommen die Kellerkinder dieser Liga zum HSV um sich Aufbaupunkte zu holen. Aue beispielsweise konnte die letzten vier Spiele nicht gewinnen.
Magdeburg und Darmstadt waren ähnlich angeschlagen.

Und was macht der HSV? Er zeigt sich gastfreundlich, beschränkt sich auf große Worte nach dem Spiel, was alles geplant war aber nicht umgesetzt werden konnte und schickt großzügig wichtige Punkte in die ganze Republik …

Einem guten Spiel folgt mit Regelmäßigkeit wieder ein Leistungsabfall. Das ist doch nicht normal!

Ja, wenn Hunt seinen Freistoß in der 85. Minute nicht ans Lattenkreuz gezimmert hätte…. oder wäre Lasogga in der Nachspielzeit direkt auf den Ball gegangen, anstatt ihn sich nochmal zurechtlegen zu wollen… Und wäre Pollersbeck nach der Ecke der Auer an der richtigen Stelle gewesen, dann…

Freunde der Sonne. Mit diesem Konjunktiv leben wir jetzt schon gefühlt drölfzig Jahre!
Fakt ist, wir sind seit Monaten enorm abschlussschwach.

Wir bekommen keine Schnelligkeit in die Konter und finden kaum bis selten einen Weg, Busse, die von den Gegnern vors Tor geschoben werden, zu umspielen.

Viele von euch wollen immer noch sehen, dass das Spiel besser geworden ist. Ganz ehrlich? Ich sehe das nicht.

Hinsichtlich der Konter sind wir offen wie ein Buch. Wir sind ausrechenbar. Trainer und Mannschaft fällt anscheinend nichts mehr ein. Vor dem Tor spielen wir klein/klein, keiner hat den Mut, auch mal von außen draufzuhalten.

Und so muss man sich, so man denn die Vereinsbrille mal abgelegt hat, langsam fragen: IST die spielerische Qualität wirklich so begrenzt? Können sie es nicht anders? Gibt es Tage, an denen man mal mehr oder eben auch mal weniger Lust hat, sich einen Gegner zurechtzulegen?
Fällt euch noch ein anderer Grund ein?

Wie schwach Aue eigentlich war zeigt nicht nur die Passquote, die man sich in der Hamburger Hälfte erspielte. Lediglich gut 52 Prozent der Pässe kamen dort an den eigenen Mann!
Unsere liegt bei über 80 Prozent (in der gegnerischen Hälfte). Und trotzdem sprang nur ein bitteres Törchen dabei heraus.

Die Auer schmissen sich mit allem was sie hatten in dieses Spiel.
Nach dem Ergebnis muss sich mal wieder jeder von unseren Jungs hinterfragen, ob das bei ihnen ebenso war.

„Ich hatte heute nicht das Gefühl, dass wir in Sachen Mentalität und Bereitschaft nicht da waren.“ Zitat Hannes Wolf.
So hört sich nach Ratlosigkeit an. Ehrlichkeit klingt für mich anders an.
Eine doppelte Verneinung bedeutet meist nichts Gutes.

Acht verschenkte Punkte in den letzten drei Heimspielen. Mehr muss man eigentlich nicht wissen.
Ich hoffe mal, in der Kabine ging ein anderes Feuerwerk ab!

Und jetzt wird es ganz verrückt: ob ihr es glaubt oder nicht, ich bin fest davon überzeugt, dass wir am Dienstag eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz sehen werden. Und ich glaube auch daran, dass wir es Leipzig so richtig schwer machen werden.

Bis nächsten Sonntag der Bundesligaalltag wieder ansteht. Gegen Union Berlin. Das Berlin, das am Samstag auch hat zwei Punkte liegengelassen.

Und von unten schleicht sich indes ein weiterer Konkurrent um die Aufstiegsplätze heran. Paderborn hat Union überholt, liegt mit nur noch zwei Pünktchen (und einer wesentlich besseren Tordifferenz!) knapp hinter dem HSV.

Hannes, wach auf und weck „die Kinder“ gleich mal mit.
Denn bald ist es vorbei mit „Mund abputzen und weiter“ oder „dann gewinnen wir eben gegen…“, und dann kann auch kein Krönchen mehr gerichtet werden.

Die Spiele werden weniger, die Punkte die wir liegenlassen mehr.
Wenn wir Pech haben, fahren wir zum Pokalendspiel und bleiben dafür noch ein Jahr im Bundesligaunterhaus.

Das kann niemand wirklich wollen!

Und ja, ich bin und bleibe HSV-Fan, ich liebe den Verein, egal wo er gerade spielt. Aber Kritik, liebe Leute muss erlaubt sein!

So. Feuer frei 😉
(mg)

Der „man of the match“ war…

„Ich gucke heute Abend zum ersten Mal nicht HSV. Habe keine Lust darauf, die Kölner jubeln zu sehen.“
Das sagte mir ein Freund, kurz vor Anpfiff des Spitzenspiels des 29. Spieltages der 2. Bundesliga.
Und mal ehrlich. Die wenigsten haben mit einem Sieg gerechnet, ein paar mehr mit einem Unentschieden. Die meisten von uns gingen von einer Klatsche gegen den Tabellenführer aus.
Hunt nicht dabei, Holtby gelbgesperrt, Lasogga verletzt. Wer sollte es richten?

Ein bisschen komisch ist es schon, dass sich der HSV, nach Ablauf der Hinrunde noch unangezweifelter Direktaufsteiger, zum krassen Außenseiter gegen Köln runtergearbeitet hat.
Mit unnötigen Niederlagen, zweifelhaften Einstellungen, lauen Lüftchen vor dem Tor und verletzungsanfälligen Führungsspielern. Mit verdienten Niederlagen gegen Darmstadt und Magdeburg, mit einem enttäuschenden Unentschieden gegen Bochum.
Genau aus dem Grund gibt es für mich keinen „man of the match“ sondern „the Gesamtteam of the match“!

Denn während man im Kollektiv in der ersten Halbzeit meist damit beschäftigt war, sich von den aggressiven Kölnern nicht überrennen zu lassen und in der 26. Minute, nach einem Eckball den Führungstreffer hinnehmen musste, fand Wolf zum Pausentee wohl die richtigen Worte.

Das muss man sich mal geben: den ersten Torschuss der Hamburger führen die Statistiker in der 53. Minute!
Bis dahin fand Özcan, vom Trainer ganz nach vorne gestellt, kaum statt, leisteten sich „Neuling“ Lacroix und Sakai den ein oder anderen Ausrutscher und lediglich Jatta sorgte für ein wenig Geschwindigkeit in Richtung gegnerisches Tor.

Den Kölnern aber ging nach einer guten ersten Halbzeit langsam die Puste aus, die Hamburger drehten auf, wurden selbstbewusster. Zudem sorgte Trainer Markus Anfang mit seinem Wechsel in der 74. Minute für ein paar Kopfschüttler. Sobiech kam für Terrode.
Sein Plan, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen, ging nach hinten los.
In der 81. funktionierte endlich der mentale Austausch zwischen Hannes Wolf und mir. Er brachte Wintzheimer für Sakai. Endlich ein offensiver Wechsel! Für mich überfällig.

SEIN Plan funktionierte. Wintzheimer belohnte sich selber und die Mannschaft, mit einem Glücksschuß nach einer missglückten Ecke, der durch unzählige Spielerfüsse hindurch, letztlich im Tor zappelte.

Ein verdienter Punkt für Hamburg! Eine Mannschaftsleistung, die endlich mal wieder den Namen Leistung verdiente! Ein Jokertor als Geburtstagsgeschenk für den Trainer. Ein wichtiger Punkt auf dem Weg nach oben, der noch lange nicht zu Ende ist. Und der Beweis, dass man viel schaffen kann, wenn man an sich glaubt. Auch wenn einige wichtige Spieler fehlen! Oder dann erst recht.

Dass sich Anfang am Ende eher als schlechter Verlierer bewies, da er in der Englischen Woche und dem Schiedsrichter die Erklärung für die eher mäßige Leistung seiner Mannschaft suchte, lassen wir einfach mal unkommentiert.
By the way, Rot hätte es auf beiden Seiten geben KÖNNEN…

Wir müssen jetzt nur auf uns schauen und zusehen, diesen Punkt gegen Aue und folgende zu vergolden. Ausreden zählen nicht mehr. Denn wie sagte Hannes Wolf gestern so schön: „Wir leben noch!“
Und mit dem Team der Traum vom Aufstieg.
Ohne Relegation bitte!
(mg)

Europapokaaaaaaal

Ach ne, dazu müssen wir ja noch zweimal gewinnen. Zuerst ein Heimspiel gegen Leipzig, wo wir als Zweitligist nun mal Aussenseiter sind und dann müssten wir, vorausgesetzt, wir gewinnen gegen RaBa, den Sieger aus der Partie Werder gegen Bayern im Finale in Berlin schlagen.
Seien wir realistisch, Halbfinale ist schon geil und wird wahrscheinlich auch das Ende unserer Pokaltour in diesem Jahr sein. Aber, jedes Spiel fängt 0:0 an und Zuhause mit der Unterstützung der Fans … wer weiß.
Die Zeiten, wo man als Finalist in den Europacup kam, wenn der Sieger sich über die Liga für den Europapokal qualifiziert hat, sind seit einigen Jahren vorbei.

Also rufen wir erstmal Halbfinaaaaaale!

Die Aufstellung gegen Paderborn war ja nominell sehr defensiv. Erstaunt waren alle und viele haben schon vor dem Spiel am Trainer gezweifelt. Aber als das Spiel lief, sah man, unsere Jungs interpretieren das recht offensiv und haben seit langer Zeit mal wieder einen Gegner mehr oder weniger dominiert. Paderborn hatte kaum echte Torchancen und die, die sie hatten, hat Poller entschärfen können.
Ein verdientes 2:0 war das Ergebnis und fiel damit noch schmeichelhaft für die Gäste aus. Aber im Pokal zählt kein Torverhältnis, also egal.

Im Gegensatz zur Liga. Aber auch da wären wir froh, wenn wir zumindest mal dreifach punkten.
Gegen Bochum nur einen Punkt und gegen Darmstadt sogar punktlos. Ich weiß, die unter uns punkten auch nicht regelmäßig.
Berlin hat heute auch nur unentschieden gespielt, aber trotzdem sollten wir zusehen, daß wir das nutzen, um uns mal signifikant von den anderen absetzen zu können. Ein Herzschlagfinale am letzten Spieltag wäre nicht gut.

Und darum gilt es morgen, Zuhause gegen Magdeburg dreifache Punkte zu holen. Ein Sieg muß endlich mal wieder her.
Den Trainer Oenning kennen wir ja noch. Einen Sieg hatte er für den HSV damals im ersten Spiel erreichen können.
Dabei blieb es. Für Jarchow Grund genug seinen Vertrag zu verlängern.
Aber das ist Geschichte.
Nach einigen Stationen im Ausland ist er seit Herbst Trainer in Magdeburg und macht es unterm Strich besser als sein Vorgänger. Ob das in Anbetracht des Kaders eine gute Leistung ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
Während im Hinspiel noch der Ex-Hamburger Alexander Brunst im Tor stand, hat man sich dort in der Winterpause mit dem erfahrenen Giorgi Loria verstärkt.
Schaut man sich die Mannschaft an, dann erkennt man noch einige weitere Namen, die bekannt sind.
Angefangen mit Ignowski, den man im Sommer von Freiburg geholt hat und dann noch Lewerenz, der im Winter von Kiel kam. Letztendlich ist da noch der Ex-Bayernspieler Jan Kirchhoff, der nach seinem Engagement in England ein halbes Jahr vereinslos war, ehe man ihn nach Magdeburg geholt hat.
Diese Verstärkungen haben die Mannschaft stabilisiert und angefeuert von kolportierten 8-9.000 Fans wird man versuchen, die Punkte aus dem Volkspark zu entführen.
Schnelles Umschaltspiel ist das, was ich erwarte. Den Ball wird man weitestgehend uns überlassen.

Wie werden wir spielen? Ich will es kurz machen: Ich hab keine Ahnung. Für mich die wichtigste Nachricht: van Drongelen, der gegen Paderborn recht früh ausgewechselt werden musste, ist spielbereit.
Janjicic, der einen Infekt hatte und ausserdem eine „Reaktion im Knie“, wird wahrscheinlich auch auflaufen können, das entscheidet sich erst am Montagmorgen. Wolf war aber zuversichtlich.
Damit steht unserem Trainer im Grunde bis auf Hunt, jede taktische Variante zur Verfügung. Seit Papa und Gideon wieder einsatzbereit sind, können wir auch in der Abwehr taktisch variieren. Lassen wir uns überraschen (und hoffen, dass wir auch Michael Oenning überraschen können).

Nach Jan Gyamerah ist jetzt auch der Wechsel von Jeremy Dudziak von St Pauli fix. Der 23jährige ehemalige Jugendnationalspieler ist ursprünglich im Mittelfeld zuhause, spielt bei unserem Stadtrivalen aber meist als RV.
Damit ist er vielseitig einsetzbar. „So toll ist er ja gar nicht“ höre ich desöfteren von St Pauli-Fans. Allerdings sprechen die beleidigten Sprüchen von Sportdirektor Stöver oder auch das Banner der St Pauli-Fans, die ja so anders sind, als der normale Fußballfan (zumindest ist das ihre persönliche Meinung), da eine andere Sprache.

Ausserdem sollen wir uns mit David Kinsombi von Holstein Kiel einig sein. Die Verhandlungen mit dem Verein sollen schon weit gediehen sein, so daß er im Sommer für kolportierte 3 Mio wohl zu uns wechseln wird.

Bis jetzt bin ich von der Transferpolitik sehr angetan, aber letztlich müssen wir sehen, was am Saisonanfang bei uns auf dem Platz steht.
Wir stehen mit der Kaderzusammenstellung 19/20 erst am Anfang.
Die obigen Spieler sind gute Jungs und ich denke, sie werden auch in der Bundesliga bestehen können. Aber wenn wir die 1. Klasse halten wollen (vom Aufstieg gehe ich einfach mal aus) brauchen wir noch qualitative „Ausreisser nach oben“.
Spieler, die die Mannschaft aufwerten, sie bestenfalls auch als Führungsspieler in Flauten mal nach vorne bringen können. Allerdings sollten wir uns da auch bewusst sein, daß wir uns diese höchstens leihen können.

Unser neuer Kaderplaner, der die Mannschaft mit Becker und Spors zusammenstellen soll, hat anscheinend schon ein Auge auf den französischen und englischen Markt geworfen.
Gesucht werden junge Leihspieler mit Qualität und bestenfalls auch mit Kaufoption.
Solche Spieler haben Gladbach groß gemacht, Frankfurt und de Bruyne hat als Leihspieler auch Werder gerettet, als sie am Boden lagen. Das muß unsere Strategie sein, bis wir uns wieder soweit finanziell erholt haben, um selber in den Kauf von Spielern investieren zu können.

Aber erstmal müssen wir in dieser Saison unsere Hausaufgaben machen. Am besten schon gegen Magdeburg (fb)

Heute feiern, morgen arbeiten

Neben der Erkenntnis, dass ich vielleicht doch nicht ganz so bekloppt bin wie einige glauben, hat uns das gestrige Viertelfinale des DFB-Pokals vor allem eines gezeigt: nur mit einer komplett geschlossenen und konzentrierten Mannschaftsleistung bis zur letzten Minute ist es möglich, auch mal Siege einzufahren, mit denen wenige gerechnet haben.

Ich gebe es zu. Ich habe schon erschrocken geschluckt und ein paar Mal tief ein-und ausgeatmet, als die Aufstellung bekannt wurde.
Was wollen wir mit drei IVs?
Und warum steht ein Papadopoulus ohne jegliche Spielpraxis gleich in der Startelf?
Wo waren ein Narey, ein Özcan?
Und was machte ein Holtby auf der rechten Außenbahn?
Irgendwie sah das nach Angsthasenfussball aus.

Im Nachhinein muss ich Trainer Hannes Wolf für dieses Spiel jedoch ein glückliches Händchen bescheinigen und weiß, warum ich eben kein Profitrainer bin.
Wobei… in der ersten halben Stunde war das Spiel gegen Paderborn alles andere als ein Augenschmaus für Fußballästhetiker.
Viele Fehlpässe auf beiden Seiten, Unsicherheiten insbesondere im Mittelfeld und auch in der ungewohnten 5er-Kette, die Wolf mit Jung und Mangala vor dem IV-Trio geknüpft hatte.

Schiri Welz wirkte in den Anfangsminuten übereifrig. Er pfiff bei vielen Zweikämpfen völlig unnötig, machte das Spiel dadurch zerfahren.
Er war sich augenscheinlich der außerordentlichen Beobachtung der gesamten Nation bewusst. Alle hatten seinen „Kollegen“ Robert Hoyzer, der die DFB-Erstrunden-Begegnung Paderborn-HSV vor 15 Jahren für bare Münze verpfiff, noch im Hinterkopf.

Torchancen gab es in den ersten 45 Minuten wenig, aber auf beiden Seiten. Allerdings ohne Erfolg.
Ein Hoch auf Pollersbeck, der den wenigen echten Chancen mit einigen tollen Paraden den Garaus machte und so eine Führung der Gastgeber in der ersten Halbzeit verhinderte.

In der Kabine sei der Trainer laut geworden, gab ein sichtlich zufriedener Papadopoulus, der sich als Führungsspieler und Motivator, in seinem ersten Spiel nach fast einem Jahr (!) wirklich erstaunlich gut machte, nach dem Spiel bekannt.
Gut so!
Denn nur mit Toren, mehr Kampf und Einsatz war es möglich, sich das nötige Selbstbewusstsein, das in den letzten beiden Spielen zum Sieg gefehlt hatte, zu holen.
Wolfs Worte fruchteten in der 54. Minute, als Lasogga sich mit einem kräftigen Kopfball höher schraubte als die komplette Paderborner Abwehr. Das Tor war der erhoffte Brustlöser. Das Spiel wurde ansehnlicher.
Eigentlich hätte es bereits in der 61. Minute 2:0 stehen können. Allerdings verwehrte Welz dem HSV einen „Kann-Elfmeter“, als Jatta von Strohdiek im 16er zu Fall gebracht wurde.
Der sechste Pokaltreffer von Lasogga, in der 68. war ein tolles Zusammenwirken mit Mangala und ein Sahnetörchen.

Als Lasogga in der 72. Minute den Rasen verließ, ging nicht mehr viel nach vorne. Na gut…der eingewechselte Özcan hätte in der 76. eigentlich noch einnetzen müssen. Narey, inzwischen für Jatta auf dem Platz, hatte das 3:0 in der Nachspielzeit noch auf dem Fuß.
Ganz Hamburg zitterte sich durch die letzten 20 Minuten. Tief in den Knochen hing noch die späte Niederlage gegen Darmstadt…

Deshalb hörte man mit dem Schlußpfiff nach 94 Minuten auch tonnenweise Steine von hanseatischen Herzen plumpsen und große Erleichterung machte sich breit.

Dieser Sieg war sooooo wichtig!
Wichtig für die Mannschaft, die sich hoffentlich ein paar Körner Selbstbewusstsein und Teamgeist für die letzten sieben Spiele in der 2. Liga erarbeiten konnten.
Wichtig für geschundene Fanseelen, die so sehr nach Erfolgserlebnissen dürsten.
Wichtig für den klammen Verein, der mit dem ersten Einzug in ein DFB-Halbfinale nach zehn Jahren, knapp 2,7 Millionen Euro einstreichen kann.
Der HSV darf weiter träumen.
Wobei, sowohl in der Liga als auch im Pokal: die dicksten Brocken kommen noch.

Also lautet das Motto: Nun bloß nicht übermütig werden!
Heute noch mal kräftig freuen und morgen wieder arbeiten.
Nach der Kür kommt am ‪nächsten Montag‬ wieder die Pflicht. Mit einem (erneut) gaaanz wichtigen Spiel gegen Magdeburg.
Ich schließe den Kreis mit dem Eingangssatz: Mannschaftsleistung, Konzentration und so…
(mg)

P.S.: Übrigens gehöre ich nicht zu denen, die nach den beiden Lasogga-Toren jetzt nach einer alternativlosen Vertragsverlängerung unseres Sturmtanks schreie. Aber dazu demnächst mehr.

Völlig bekloppt

Der Blätterwald rauscht.
Nach der desolaten zweiten Halbzeit gegen Darmstadt und dem reichlich mauen Spiel gegen Bochum sehen viele das Saisonziel, den direkten Aufstieg, in Gefahr.

Christian Titz musste in der Hinrunde, nach dem 0:0 gegen die Ruhrpöttler gehen. Aus genau dem gleichen Grund, den die Medien aktuell bemängeln: die wackelige Punkteausbeute.

Doch während Titz bis zu dem Zeitpunkt der Saison sogar vier Punkte mehr holte, sitzt Hannes Wolf noch fest im Sattel. Ist er doch auch der Wunschtrainer des aktuellen Vorstandes.

Und das ist gut so.
Nichts würde dem HSV gerade mehr schaden, als eine erneute Trainerdiskussion.
Dieses Fass MUSS zu bleiben.

Was nicht heißen soll, dass sachliche Kritik unangebracht ist. Denn außer beim Spiel gegen St. Pauli konnte die Mannschaft von Hannes Wolf spielerisch wirklich selten überzeugen.
Und zwischen Weiß (Tenor: „wir putzen sie alle 5:0 aus dem Stadion“) und Schwarz („mit diesem Fußball steigt man nicht auf“) gibt es jede Menge Grau.
Warum schafft es der HSV eigentlich nicht mal ein paar Spiele hintereinander gute Leistungen abzurufen?

Einen Grund findet man sicherlich auf der psychologischen Ebene.
Der Druck steigt.
Zeitweise konnte man die vorhandene Unsicherheit auf dem Rasen quasi auch auf den Rängen mit den Händen greifen.
Bloß keinen Fehler machen, so die Devise.
Dass das oft nach hinten losgeht, haben wir am Samstag gesehen. Die Passquote lag gut zehn Prozent unter der, die wir sonst in der Statistik fanden. Die gut 73% wurden in der gegnerischen Hälfte noch einmal um fast 18% nach unten geschraubt. Die Mannschaft wirkte zeitweise langsam und behäbig.

Ein weiterer Grund ist, dass unser Mittelfeld aktuell selten in der Lage ist, sich durch den Gegner durchzuspielen und mit sauberen Pässe nach vorne, Torgefahr zu erzeugen. Es fehlt augenscheinlich an einem MF-Regisseur.
Und kommt der Ball mal gefährlich in die Strafraumzone, haben Latten, Pfosten oder der gegnerische Torwart etwas gegen einen Treffer. Selbst der Fußballgott scheint auf seinem Thron eingeschlafen. Das Glück, mal ein tolles Ding zu versenken, ist momentan wohl aufgebraucht.
Nur gut, dass sich die Bochumer (immerhin mächtig verletzungsgeschwächt) vor dem Tor gleichermaßen unglücklich zeigten und wir zudem einen Pollersbeck zwischen den Pfosten hatten.

Im Gegensatz zu vielen anderen sehe ich es übrigens überhaupt nicht so, dass wir mit diesem Spiel „einen Punkt auf Union gut gemacht haben“. Das hat der aktuell Vierte der Tabelle schon ganz alleine erledigt.

Ich befürchte, dass uns der ein oder andere verlorene Punkt, insbesondere aus den letzten beiden Spielen, noch richtig wehtun wird.

Umso wichtiger ist es jetzt, Selbstbewusstsein für die letzten Ligaspiele aus dem morgen anstehenden Pokalfight zu ziehen.
Haltet mich für völlig bekloppt, aber ich glaube wirklich daran, dass wir gegen Paderborn bestehen. Und sei es nur deshalb, weil der Pokal eben seine eigenen Gesetze hat.

Wichtig wäre das natürlich auch in Hinsicht auf das noch in der Liga anstehende Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften. Am vorletzten Spieltag könnte das Spiel gegen die Paderborner die entscheidenden Weichen stellen. Die Gastgeber werden mit geschwellter Brust aus der Kabine kommen. Ihr Sieg gegen Union hat sicherlich für reichlich positive Adrenalinausschüttung gesorgt.

Hannes Wolf und sein Team müssen nun dafür sorgen, dass die Mannschaft hocherhobenen Hauptes aufläuft und man die unterschwellige Angst vor Fehlern in die nötige Energie umwandelt.

Gespannt darf man sein, ob er sich dafür der Mentalität eines Papas bedient oder die eingespielte IV aus Bates und van Drongelen aufstellt.
Dass Arp, trotz eines in den letzten Spielen schwachen Lasoggas, nicht mal im Kader ist, wird seinen Grund haben.
Als Außenstehender kann man darüber nur spekulieren.
Außer Trainingsschwächen kommt für mich ein weiterer infrage. Womöglich hat man sich auf einen Bayern-Wechsel des jungen Stürmers bereits im Sommer dieses Jahres festgelegt und will seinen Platz freimachen für junge Talente, die uns weiter begleiten. So wie Mats Köhlert zum Beispiel.
Aber wie gesagt, das ist alles Spekulatius…
(mg)

Lieber Hannes Wolf.

Ich habe Sie bisher für Ihre Offenheit und Ehrlichkeit geschätzt. Mit einer gesunden Portion Realismus warnten Sie auch vor dem Spiel gegen Darmstadt. Sie sagten, dass das sehr eng werden könne und die volle Leistung abgerufen werden müsse.

Zu gerne würde ich dann wissen, was die Spieler im Pausentee hatten und welche Worte Sie an die Mannschaft gerichtet haben.

Wir haben nämlich gestern zwei verschiedene Teams in den beiden Halbzeiten auf dem Rasen gesehen.

Nach 16 Minuten führte der HSV bereits mit 2:0 gegen paralysiert wirkende Darmstädter. Spritzig, kampfbetont und mit dem Zug nach vorne begeisterte Ihre Elf die Fans. Es sah danach aus, als nehme man die Euphorie aus dem Derbysieg mit in den Volkspark.
Was habe ich mich für Bakery Jatta gefreut, als er in der 5. Minute, nach einem Freistoß von Özcan, den Ball ins Tor köpfte!
Für alle Zweifler an seiner Bundesligatauglichkeit: seine statistischen Werte sind beileibe nicht so schlecht, wie uns manch einer glauben machen will. Minimale Unterschiede in der Passgenauigkeit (79%) und eine mit seinen Kollegen ausgeglichene Zweikampfquote (50%) sind da zu finden.

Ein berechtigter Elfmeter, nach Foul am schnellen Narey, verwandelte Lasogga in der 16. zum 2:0. Der Strafstoß untermauerte den Eindruck, dass den Darmstädtern das Spiel zu diesem Zeitpunkt einfach zu schnell ging.

Nach 20 Minuten sind die Darmstädter aufgewacht und brachten ihren ersten gefährlichen Schuss aufs Tor.
Nach 30 Minuten hätten bei Ihnen, Herr Wolf, bereits die Alarmglocken angehen müssen. Denn beim HSV verlegte man sich auf die Defensive, schaltete offensiv einen deutlichen Gang zurück. Man verpasste es, das 3:0 aufzulegen.

Dann ging es in die Kabine. Zu gern würde ich wissen… aber das hatten wir ja schon.

Vielleicht hatte man die Ingridenzien für den Pausentee aber auch ganz einfach nur verwechselt.
Denn statt eines siegwilligen HSV kamen die Darmstädter mit breiter Brust aus der Umkleide.
Unsere Defensive lag noch in der 52. Minute im Tiefschlaf.
Anschlusstreffer.
Wieder einmal sah es nach einem Herzschlagsieg aus.
Doch Pustekuchen.
Bei uns fehlten plötzlich Tempo und Präzision.
Die Bestrafung folgte in der 82. Minute, mit dem Ausgleich.
Beide Tore kamen übrigens mit Ansage.

Die Wirkung des Pausentees ließ nach, die Mannschaft schien mit einem „Huch-Effekt“ wieder wach. Bisschen spät vielleicht.
Mangala (87.) und Jatta (89., 90.+2) verpassten es dann auch, den Deckel draufzumachen.
Das taten die Hessen in den letzten Sekunden der Nachspielzeit. Nach zehn (!) sieglosen Auswärtspartien, bewiesen sich die Rothosen als gute Gastgeber und mal wieder als Aufbaugegner.
Tolle Wurst!

Lieber Hannes Wolf.
Ich weiß, so ein Trainerleben in Hamburg ist nicht leicht.
Ständig beobachtet von der Medienlandschaft, unter Druck gesetzt durch die Lage, in die sich der Verein in den vergangenen Jahren hineingeschippert hat.
Zum Siegen verdammt.
Und, ja, ja, ich weiß, die jüngste Mannschaft ever.
Aber all das reicht mir nicht, um das gestrige Ergebnis unter der Kategorie „Mund abputzen und weiter“ abzulegen.
Oder, dass Narey lapidar nach dem Spiel was von „intensiv aufarbeiten“ phrast. Ich kann es nicht mehr hören!
Und Sie, Herr Wolf, meinten: „Mit der letzten Aktion das Spiel zu verlieren ist für uns bitter und tut extrem weh.“
Sie haben das Spiel nicht mit der letzten Aktion verloren, Herr Wolf. Die Mannschaft hat Sie (so es denn keine anderen Ansagen in der Pause gab) fast eine komplette Halbzeit einfach im Stich gelassen und pomadig gedacht, die Punkte wären schon im Sack!
Jugend hin oder her. Die Jungs haben gezeigt, dass sie es können. In den zweiten 45 Minuten sah es nicht danach aus, als ob sie es wirklich WOLLEN.
Da nutzt es dann auch nichts, dass der ein oder andere selber feststellt, dass man doch in der zweiten Halbzeit hätte so weiterspielen müssen, wie in der ersten.
Ach! Ehrlich?

Mit einem Sieg wäre man sechs Punkte von Union und bis zum Kölner Nachholspiel, erneut Tabellenführer gewesen.
Doch noch viel wichtiger: man hätte den Fans und allen Kritikern beweisen können, dass der Derbysieg nicht nur ein kurzes Leistungsaufflackern war.
Erneut wurden schön traditionsgemäß, trotz Vorlage von Union, drei wichtige BigPoints liegen gelassen.
So geht das Zittern weiter.
Und die wirklich schweren Spiele kommen noch.
Viel Mut auf den direkten Aufstieg hat das gestrige Match jedenfalls nicht gemacht. Und an eine mögliche Relegation mag ich erst gar nicht denken.

Lieber Hannes, ich beneide Sie nicht um Ihren Job. Es liegt jetzt auch ein großer Teil an Ihnen, denen, die es immer noch nicht begriffen haben, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, die nötige Einstellung zu vermitteln.
Denn nur im Team könnt ihr es vielleicht doch noch schaffen!
(mg)

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