Vorschau #HSVB04

Der Verein macht mich fertig. Ich merke, wie mich alles sehr mitnimmt. Und dabei meine ich nicht nur die sportliche Situation, sondern auch die Tatsache, daß die alten Seilschaften sich wieder aufgeschwungen haben, die Macht zu erobern. Und unser eV-Präsident lässt sich vor deren Karren spannen, nur um an der Macht zu bleiben.
Also Leute, wenn ihr Mitglied unseres schönen HSV seid, geht zur Wahl. Platz ist genügend vorhanden, lasst euch davon nicht abschrecken.

Zum Spiel: Letzte Woche haben wir mal wieder Lob von allen Seiten bekommen, aber keine Punkte. Umgekehrt wäre mir lieber.
Diese Woche sollten wir gerne endlich mal Punkte einfahren, es wäre sehr von Vorteil. Aber es wird auch sehr schwierig werden. Leverkusen hat sich schon im Vorfeld über die unfairen Hamburger beschwert (ausgerechnet die Leverkusener). Ausserdem sind sie sehr angefressen, daß sie in der letzten Woche Zuhause gegen Hertha verloren haben und sie deshalb aus den CL-Plätzen gerutscht sind. Letzte Woche haben sie aber auch Leon Bailey geschont, das wird Heiko Herrlich gegen uns wohl auf keinen Fall tun.

Wenn ich die Zeichen richtig deute, dann wird Fiete Arp wohl für Wood starten und Sahilovic soll auch gute Karten haben. Wahrscheinlich wegen seiner guten Standards, die gegen Bayer entscheident sein könnten.
Meiner Ansicht nach sollten wir Tah unter Druck setzen. Er hat in den letzten Spielen den einen oder anderen Wackler drin gehabt. Und wir müssen Bailey in Schach halten. Deshalb würde ich Dennis spielen lassen und nicht Sakai. Er ist schneller. Ausserdem ist Dennis einer, der Stimmung bringen kann. In einem Heimspiel nicht ganz unwichtig. Auch ein Grund, warum ich Holtby vermisse. Fußballerisch eher weniger, aber wir brauchen jetzt Stimmung in der Mannschaft und auf den Tribünen. Dennis und Lewis können das bringen.
Dennis wird uns ja anscheinend im Sommer verlassen. Ich empfinde das als sehr schade.
Er ist mit Abstand der dienstälteste Spieler im Kader und mit Leib und Seele HSVer. Der nächste in der Rangliste ist Gideon Jung, der es gerade mal auf 3,5 Jahre bringt. Ein Zeichen dafür, daß wir es nicht schaffen, Spieler auch mal zu halten.
Die einzigen, die bleiben, sind die, die so große Verträge haben, daß niemand sie zu den Konditionen verpflichten will.
Das macht mich traurig. Aber trotzdem werde ich die Entscheidung nicht kritisieren, denn ich kann nicht sagen, zu welchen Konditionen Dennis verlängern würde.

Papa wird wohl wieder helfen können und steht erneut bei neun gelben Karten. Er sollte versuchen, gegen seinen Ex-Verein ohne auszukommen und sich in der nächsten Woche gegen Bremen die Zehnte holen. Dann fehlt er gegen Bayern, wo wir eh keine Punkte holen werden.

Es wird schwierig, aber wir spielen Zuhause, haben das Publikum im Rücken und Leverkusen ist schlagbar. Hoffen wir auf das Beste (fb)

 

Miesepeter, Erfolgsfans und Vereins-Brillen-Aufhaber

Eigentlich könnte ich heute da weitermachen, wo mein Blog-Kollege am Freitag angefangen hat.

Bei der Spaltung des Vereins und der gesamten Fangemeinde.

Der HSV hat verloren.

2:0 gegen eher schwache Dortmunder.

Und schon geht es los.

Es gibt Dummschwätzer, Schwarzseher, Panikmacher und es gibt Vereinsbrillenträger, Realitätsverweigerer und Erfolgsfans. Da sind die Absolut-keine-Ahnung-Haber und auf der Gegenseite natürlich auch die, die absolut Ahnung haben.

Ich persönlich kann beide Seiten verstehen.

Aber: kein Mensch ist gleich gestrickt. Niemand geht mit Niederlagen unbedingt genau so um, wie sein Nachbar, Kollege oder Freund.

Jeder hat ein eigenes Gefühlsleben, Emotionsfeld, seine eigene Sichtweise auf das Spiel und wie er mit dem momentanen Tabellenstand umgeht.

Ich finde, man sollte jedem seine Meinung lassen und nicht versuchen, anderen seine eigene überzustülpen. Vielleicht auch noch mit unflätigen, beleidigenden Beinamen. Schlimm finde ich zudem die, die anderen, wegen ihrer Skepsis auf einen Klassenerhalt, das Fan-Sein komplett absprechen.

Wer sagt eigentlich, dass a) nur derjenige Fan ist, der 12×3 zusammenzählen kann und mit Inbrunst „weiß“, dass am Ende zwei, drei Mannschaften hinter uns stehen oder b) sieht, dass Engagement allein eben nicht reicht und es durchaus sein kann, dass wir am Ende in Schönheit sterben?

Wir sind alle Fans des Hamburger Sport Vereins.

Wir tragen alle die Raute im Herzen.

Und ich traue mich zu sagen, dass 99 Prozent von uns die Mannschaft auch in Liga 2 begleiten würden, um sie dort zu unterstützen!

Fakt ist, dass wir gestern erneut ein engagiertes Spiel sehen konnten, es aber wieder mal nicht für Punkte gereicht hat.

Man hat deutliche Verbesserungen im Mittelfeld gesehen, wo der Ball auch mal lief und nach hinten haben alle gut mitgearbeitet.

Die 1. Halbzeit hat eigentlich Mut auf die 2. gemacht. Da war was drin. Da lag was in der Luft.

Wood und Walace und Kostic versuchten sich im Abschluss, was bekannter Weise nicht funktioniert hat.

In der Kabine hat der BvB dann anscheinend einen dicken Einlauf bekommen. Denn es dauerte genau vier Minuten, da klingelte es im Kasten von Christian Mathenia.

Torschütze: Michy Batshuayi, der Neue in den Dortmunder Reihen trifft bereits zum 3. Mal, seitdem er Schwarz-Gelb trägt.

Hollerbach reagiert, wechselt Arp gegen Wood und Salihovic gegen Hunt (der in der 1. Halbzeit ein ordentliches Spiel gemacht hat).

Unsere Jungs gaben nicht auf. Auch in den letzten beiden Spielen hat man sich ja, nach einem Rückstand immerhin noch zum Unentschieden geschossen.

In der 71. Minute geht Hollerbach All-In und bringt Hahn für Ekdal.

Und auch wenn es besser aussieht. An der Passquote hat sich, statistisch gesehen, noch nicht viel geändert. Noch immer geht fast jeder dritte Ball direkt zum Gegner. Und auch in den Zweikämpfen lag man mit 37,25 gegen 62,75 Prozent deutlich hinten.

Zehn zu acht Torchancen sprechen eine deutliche Sprache über das gesamte Spiel. Nur, dass die Dortmunder zwei davon erfolgreich verwandeln konnten, während in ihrem Strafraum eher ein laues Lüftlein wehte, tut weh.

Fazit: die Torloszeit von Wood hält an. Fiete wirkt inzwischen fast auch ein wenig verkrampft. Der Druck der auf ihm lastet, ist ihm anzumerken.

Speziell in der 2. Halbzeit taten sich bereits im offensiven Mittelfeld immer größere Lücken auf, die es selbst dem besten Knipser schwer gemacht hätte, den Ball ins Tor zu befördern.

Die einzelnen Mannschaftsteile sind noch weit von einem harmonischen Miteinander entfernt oder auch mal mit Mann und Maus nur mit Verteidigen beschäftigt.

Die Reaktionen der Mannschaft, im Anschluss an die erste Niederlage unter Neutrainer Hollerbach, kann ich inzwischen leider auswendig.

Man hat sie nach den letzten Spielen rauf und runter gehört.

Gut gespielt, kein Vorwurf an die Mannschaft. Engagiertes Spiel, schade, dass wir uns nicht belohnt haben, jetzt schnell den Kopf frei und auf … konzentrieren.

In diesem Fall stehen die Pünktchen für die Leverkusenener, die gestern gegen Hertha verloren haben.

Aktuell stehen sie auf Platz 5 der Tabelle und natürlich will man die CL-Plätze erreichen.

Das wird ein heißer Tanz, nächste Woche im Volkspark.

Und ehrlich? Ich weiß nicht, wie Hollerbach es schaffen will, die Torflaute bis dahin in den Griff zu bekommen…

Ich persönlich fand es schon ein bisschen erschreckend, dass Sakai unter der Woche aus dem Ex-Trainer-Nähkästchen plauderte und erzählte, der neue Übungsleiter hätte ihnen erklärt, dass man sich (sinngemäß) auch mal ohne Ball bewegen müsste, um sich den Mitspielern anzubieten…

Sei es wie es wolle. Der HSV stagniert auf Platz 17, mit ebenso vielen Punkten, freut sich schon mal, dass auch Mainz gestern nicht gepunktet hat und zittert, dass weder Werda noch Stuttgart heute einen Dreier einfahren.

Das Zittern wird wohl bis zum Ende der Saison nicht aufhören.

Und zwar für alle.

Seien es für die Schwarzseher, die Vereinsbrillenträger oder auch für die mit einer Glaskugel, in der Hoffnung und Panik zeitgleich versammelt liegen.

Ach, eins noch. Ja. Die Mannschaft hat gekämpft und wollte sichtbar Zählbares mitnehmen.

Sich anschließend aber bei den Jungs dafür zu bedanken (und damit meine ich nicht den Applaus in der Kurve), geht für mich doch ein wenig weit. Schließlich ist Fußball spielen und dabei immer ihr Bestes geben verdammt noch mal ihr Job!

(mg)

P.S.: ein Hinweis für alle, die sich noch mehr Infos über die Wahl des e.V-Präsidenten, auf der MV, am kommenden Wochenende einholen möchten: heute Abend, im Sportclub, 22.50h, auf NDR und am Montag, um 22.30h, auf Sky Bundesliga HD1, die Kia-Fußballdebatte gucken. Bei Sky ist Bernd Hoffmann zu Gast.

Vorschau #BVBHSV

Ein Verein zwischen Selbstzerfleischung und Fatalismus.

Der HSV macht mich fertig. Und nein, es sind nicht die Leistungen der Mannschaft, die, um es vorsichtig auszudrücken, nicht sehr gut sind, sondern eher die Fans.
Seit einiger Zeit kokettieren viele Fans damit, daß sie den Verein nicht mehr unterstützen mögen, daß sie es leid sind, den ständigen Abstiegskampf zu ertragen, daß sie müde sind usw.
Ich verstehe diese Gefühle.
Was ich aber nicht verstehe, ist, daß sie dafür kämpfen, daß möglichst viele andere auch so fühlen.
Das will mir nicht in den Kopf.
Der Supporters Club, also die Vertretung der Fans, versucht, dem mit einem Aufruf entgegenzusteuern und erntet harsche Kritik.
Vornehmlich für Details.
Dem einen passt dies nicht, dem andern passt das nicht und alles wird mit einer Vehemenz kritisiert, die mich erschreckt.
Kann man nicht einfach mal cool bleiben?

Was mich betrifft, auch mich strengt das alles mal wieder sehr an.
Auch ich bin wütend ob der Leistung, die uns geboten wird.
Ich bin es leid, den HSV wieder und immer wieder unten am Boden zu sehen, zu sehen, wie die Mannschaft sich auf der einen Seite was aufbaut, nur um es im nächsten Moment wieder mit dem Arsch umzustoßen.
Auch ich bin müde, aber ich habe aus der Erfahrung der letzten Jahre eines mitgenommen: Wenn wir alle zusammenhalten, die Mannschaft bedingungslos unterstützen und nach vorne peitschen, dann werden wir es schaffen.
Davon bin ich auch dieses Jahr wieder überzeugt.
Ich bin mir sicher, wir werden am Ende über dem Strich stehen.
Aber das benötigt die Unterstützung der Fans.
Diese Emotionslosigkeit der letzten Wochen, was die Mannschaft angeht, ist erschreckend.
Deshalb auch der Aufruf

Auf der anderen Seite zerfleischen wir uns von innen heraus wieder mal selbst.
Sei es der Aufsichtsrat, der erneut einen Maulwurf innerhalb seiner Reihen hat(te) oder sei es beim Wahlkampf um das Präsidium des eV.
Man kann doch unterschiedlicher Ansicht sein, ohne dabei die Diskussionskultur zu verlassen, oder? Man kann doch Argumente austauschen und gerne diese mit Pro und Contra kommentieren. Sachlich.
Sollte das nicht möglich sein?
Statt dessen ist es in Mode, Leute mit anderen Meinungen zu beschimpfen, durch den Schmutz zu ziehen, es ist in Mode, mit Falschaussagen zu agieren usw.
So liebe Leute, machen wir den Verein kaputt.
Und das alles hat letztendlich auch wenig mit demjenigen zu tun, den man vielleicht persönlich gerne an der Spitze des Vereins sehen möchte.
Was die Falschaussagen angeht: Es ist immer möglich, daß man hier und da mal etwas nicht weiß, aber meint, man würde es genau wissen.
Das passiert mir auch. Aber so oft, wie das im Moment passiert, kann ich nicht umhin, zu behaupten, es hat Methode.
Und das macht mich fertig.
Viel mehr als der Fußball unserer Jungs. So machen wir uns kaputt, so machen wir unseren HSV kaputt.

Thema kaputt, kommen wir zum Spiel gegen H96: Dort hat Sascha Stegemnn den HSV kaputt gemacht. Er hat uns wieder einmal zwei Elfer verwehrt.
Das Foul von Sané an Kostic war so glasklar. Er räumt Kostic ab und trifft anschließend auch den Ball.
Bei Sky, wo ich mir bei anderen Entscheidungen als Begründung anhören muß, der Elfer wäre berechtigt, weil es da einen Kontakt gab, bestreitet sogar Hamann, daß es ein Elfer war. Ein Hohn!
Dietmar Hamann hat sich bei mir als Experte disqualifiziert. Es gibt wenige Elfer, die klarer waren, als dieser.
Und dann war da noch der Handelfmeter, der uns ebenfalls verwehrt wurde. Schwegler wird aus 10m Entfernung angeschossen. Wer es nicht schafft, die Hand bei einem Schuß aus 10m Entfernung wegzuziehen, der wollte es auch nicht. Sowas ist ein Elfer.
Kritiker werden jetzt kontern, Papa hätte wegen seines Fouls an Klaus Rot verdient. Dem ist nicht so.
Ja, Papa hat den Ellenbogen ausgefahren, gegen die Brust von Klaus. Und nur weil der den sterbenden Schwan mimt, heißt das noch lange nicht, daß sowas mit Rot geahndet werden muss.
Foul ja, Gelb ja, Rot nein.
Ansonsten war es gut zu sehen, daß Ekdal wieder dabei war. Wir haben zwar immer noch Schwierigkeiten, das Spiel zu machen. Erst recht, wenn der Gegner so tief steht. Trotzdem haben wir uns nach dem Rückstand wieder zurückgekämpft und den Ausgleich geschossen. Das zweite Mal, daß wir unter Holler nicht verloren haben.

Und nun kommen wir zum dritten Mal … zum dritten Mal, daß Holler Cheftrainer ist. Es geht nach Dortmund, wo der BvB unter Zugzwang steht. Der BvB ist unter Druck, gewinnen zu müssen. Viele werden behaupten, wir auch, aber dem ist nicht so. Niemand erwartet von uns auch nur einen Punkt. Also können wir nur gewinnen. Mental ne gute Ausgangslage.
Papa wird uns in der Abwehr fehlen. Ich bin gespannt, wer für ihn in die Mannschaft rutscht. Viele tippen auf Mavraj, ich hoffe auf Jung.
Und davor die Doppelsechs mit Ekdal und Walace. Ansonsten wird es wohl nicht allzu viele Änderungen im Vergleich zur letzten Woche geben.
Bobby und Kostic als Doppelspitze haben mir gut gefallen und ich könnte mir vorstellen, daß das auch ein gutes Mittel gegen die löchrige Abwehr des BvB sein könnte.
Bobby musste nach dem letzten Spiel wieder viel Kritik einstecken, weil er zwei sehr gute Chancen hat liegen lassen.
Ja, das war ärgerlich. Aber wir sollten nicht vergessen: Er hat inzwischen wieder klare Chancen.
Er ist gut gelaufen, hat gut gekämpft, gut gespielt, nur das Tor nicht getroffen. Macht er so weiter, dann klappt es mit dem Tor und wenn das erste gefallen ist, dann werden noch weitere folgen. Ich bin mir da sicher

Also, wir haben mal wieder keine Chance, nutzen wir sie.
Und bleibt friedlich und gesittet (fb) #nurderHSV

 

Leipzig, Hannover und ein Hollerbach

Kaum war er da, schon sorgte er für Gesprächsstoff.

Die Würzburger Kickers pochten plötzlich auf eine erhöhte Ablöse für ihren zurückgetretenen Trainer, Bernd Hollerbach, der zuvor beim Hamburger Sportverein unterschrieben hatte und holten dafür sogar die schwere Gerichtskeule raus, sollten sich die Hanseaten diesen Ansprüchen denn verwehren. Dass man dabei schlechte Karten gehabt hätte, verschwieg man wohlweislich.

Auf den HSV draufzuhauen ist nämlich gerade schwer in Mode.

 Wir befinden uns mal wieder im schweren Fahrwasser. Sportlich läuft es alles andere als gut, rund um den AR tobt ein Wahlkampf, mit der ein oder anderen Posse (es ist zum Beispiel alles andere als logisch, den neuen AR einzusetzen, wenn die Präsidentenwahl des e.V.s durch die Mitglieder, erst zwei Wochen später stattfindet) und nun gibt es auch noch Putschgerüchte. Ausgerechnet ein Mitglied des amtierenden ARs, der auch dem neuen (noch unter alter Führung) angehören sollte, hat, verschiedenen Medienberichten nach, versucht, Teile der AG-Vorstandsetage (Bruchhagen und Todt) abzuschießen. Zur Erinnerung: mit Bruchhagen hatte man erst Ende letzten Jahres verlängert…

Das alles sorgt für Auflage, das alles sorgt für Quote. Gewinner sind dabei (mal wieder) die Medien, Verlierer ist die Mannschaft, ist der HSV.

 Nun weiß man ja nie, welche und wieviel dieser Vorgänge bei den Spielern landet und man weiß auch nicht, wie jeder einzelne damit umgeht. Klar ist aber, dass Ruhe im Verein eine bessere Voraussetzung für alle wäre, sich ausschließlich auf den harten Abstiegskampf zu konzentrieren.

 Ein Abstiegskampf, in den der HSV ohne weitere Verstärkung geht.

Die Wintertransferphase ist beendet, der Kader bleibt.

Sportchef Todt, selber mächtig angezählt, flüchtet sich in verzweifelten Optimismus. Man vertraue der Mannschaft, sie sei allemal stark genug, den Klassenerhalt zu schaffen.

Inzwischen hat sich auch Klaus-Michael Kühne gemeldet. Er sei nicht gefragt worden, dem HSV erneut zu helfen, sagte er heute, in einem Gespräch mit der MoPo und prangerte damit eine verfehlte Transferpolitik an. Der HSV, so der Investor, sei für einen Klassenerhalt alles andere als gut aufgestellt.

 Puh.  Der gebeutelte Fan atmet mehrmals tief durch.

Nach den in der Hinrunde teils desaströsen Leistungen eben dieses Kaders ein schweres Brett, das da gebohrt werden muss. Von und mit Bernd Hollerbach gebohrt werden muss.

 Er dürfte die letzte Patrone des Duos Bruchhagen/Todt sein. Bekommt er nicht mehr Leben, mehr Leistung in jedes einzelne Mannschaftsglied, und formt schnellstens daraus eine Einheit, dürfte es für den HSV dieses Jahr in die 2. Liga und für die Führungsriege nach Hause gehen.

 Was kann man nun von Bernd Hollerbach erwarten?

Zunächst mal den allseits üblichen Trainerwechsel-Effekt. Unter einem neuen Übungsleiter muss sich jeder Spieler neu präsentieren, das Beste aus sich herausholen, sich anbieten, um im Kader und (hoffentlich bald) in einer Stammelf zu landen.

Das sorgt für neue Energien.

Im Spiel gegen Leipzig war davon das ein oder andere Mal etwas zu sehen. Mit einigen Überraschungen wartete Hollerbach in der Startelf auf. So bevorzugte er Mathenia, der nur zwei Spiele zuvor seinen Stammplatz an Pollersbeck verlor, setzte Hahn und Mavraj auf die Bank und ließ Holtby gar in Hamburg, während sich van Drongelen, Sakai und Walace von Anfang an auf dem Rasen wiederfanden.

 Walace hat, nach mehrfachen Gesprächen, wohl seine starre Abwehrhaltung aufgegeben und versichert, die Mannschaft im Abstiegskampf zu unterstützen.

Also irgendwie doch noch ein Neuzugang 😉

Positiv zu erwähnen ist, dass die Mannschaft nach einem Fehler von Hunt und dem daraus resultierenden 1:0 der Leipziger, in der 9. Minute, nicht wie gewohnt einbrach, sondern sich ins Spiel zurückkämpfte.

Das wurde in der 29. Minute, mit einem (im Nachhinein umstrittenen) Tor von Filip Kostic belohnt.

Endlich mal wieder ein Tor aus dem Spiel heraus!

Ob es nun Abseits war oder nicht, darüber mögen sich die Bremer und andere Experten gerne bis 2020 streiten. Der Schiri hat nicht gepfiffen. Es stand 1:1.

 In der 2. Halbzeit plätscherte das Spiel hin und her. Keiner der beiden Mannschaften wollte wirklich etwas einfallen, um die gegnerische Abwehrkette in ärgste Bedrängnis zu bringen.

 Der erste Wechsel von Hollerbach fand in der 77. Minute statt. Der wieder mal glücklose Bobby Wood ging, Fiete Arp kam.

Für meine Verhältnisse knüpfte Hollerbach da an, wo Gisdol aufgehört hatte: die Wechsel kamen zu spät. Jedenfalls wenn der Trainer nicht schon vorher mit einem Unentschieden zufrieden war.

 Man teilte sich die Punkte und Hamburg feierte das wie einen Sieg.

Doch was dieser eine Punkt wert ist, werden erst die nächsten Spiele zeigen.

Zugegeben, einen Trainer nach nur 12 Tagen und einem Spiel zu bewerten, wäre unfair.

 Mit Hannover kommt jetzt ein gefestigtes Team in den Volkspark. Mit erstaunlichen 27 Punkten steht der Aufsteiger auf Platz 10 der Tabelle.

Die Niedersachsen reisen mit einer Niederlage gegen den VFL Wolfsburg und dementsprechend heiß auf Punkte an.

Unsere Abteilung Sturm muss u.a. am hannoveranischen Eigengewächs Waldemar Anton vorbei. Der 21jährige Defensivmann gilt schon jetzt als eine der Entdeckungen der laufenden Spielzeit.

Pirmin Schwegler bewährte sich bisher im Mittelfeld als ordentlicher, aber nicht immer konstanter Ballverteiler. Von seiner Tagesform wird vieles abhängen. Denn genau dort, im Spielaufbau, liegt einer unserer Schwachpunkte. Jung und Walace werden es mit Schwegler wohl nicht leicht haben.

 Und vorne? Unsere Offensive sieht gegen Martin Harnik, Ihlas Bebou und Niklas Füllkrug (dem allein gelangen fünf Tore in den letzten vier Spielen) in der Statistik eher blass aus.

Das Offensivtrio wird zudem eine schwere Aufgabe für den in den letzten Spielen oft verunsichert wirkenden Papa. Er läuft außerdem Gefahr, bei einer weiteren Gelben Karte, für das nächste richtungsweisende Spiel, gegen Dortmund, gesperrt zu sein.

 Wood hängt in einer Torlosschleife, Kostic hat sich hoffentlich ein wenig mehr Selbstsicherheit aus seinem jüngsten Treffer geholt und Fiete Arp? Dem ist zu wünschen, dass er sich nicht durch den Hoffnungsdruck der jetzt, nach der Verkündung, dass keine Verstärkung mehr kommt, noch mehr auf ihm lasten dürfte, beeinflussen lässt.

 Gespannt darf man auf die genaue Hollersche Aufstellung sein. Denn, wie der Trainer verlauten ließ: es geht jede Woche nach dem Leistungsprinzip.

Mag also gut sein, dass ein Lewis Holtby wieder im Aufgebot steht. Albin Ekdal wird es, nach überwundener Verletzung wohl wenigstens in den Kader schaffen. Ebenso wie Arp, der unter der Woche zwar aussetzte, aber wohl auf der Bank auf Einwechslung wartet, während Jung, wegen eines Hexenschusses, wackelt.

Ich würde mir wünschen, dass auch ein Ito nicht wieder in der Versenkung verschwindet. Und mir fällt sogar spontan jemand ein, den ich gegen ihn in der Startelf tauschen würde 😉

 Hollerbach dagegen sei gewünscht, dass er schnell genug eine motivierte Stammelf ausmacht, die das mächtig verkokelte Eisen doch noch aus dem Feuer holt. Da bisher nur 44.000 Karten für das kleine Derby verkauft sind, gilt es für die, die da sind, noch ein bisschen mehr gute Stimmung zu machen, die sich dann hoffentlich auf den Rasen überträgt.

 Zusätzliche Spannung, hinsichtlich unserer Tabellensituation, dürfte das Spiel Werder gegen Stuttgart bringen. Gewinnen die Bremer und wir patzen gegen Hannover, ist selbst der Relegationsplatz 4 Punkte weit weg.

Köln steht gegen Dortmund auf dem Rasen. Auch da ist, nach den letzten Borussia-Spielen und der Aufholjagd der Kölner, alles möglich.

Hollerbach sah in der PK vor dem Spiel gute Chancen auf 3 Punkte im Volkspark. In dem Sinne: auf geht’s Jungs! Lasst euren Worten Taten folgen…

(mg)

Zu Besuch bei Bernd Hoffmann

Freitagmittag, ich sitze mit Ex-Blogperle und Klönstuver Krischan in der „Wahlkampfzentrale“, der Wohnküche von Bernd Hoffmann.
Sinn und Zweck des Treffens ist es, einen Podcast mit ihm aufzunehmen. Ihn etwas besser kennenzulernen, herauszufinden, was er will, was er denkt, was er plant.

Vorweg, ich bin tief beeindruckt.
Und das nicht vom Namen unseres prominenten Gegenübers, sondern von der Professionalität, mit der er das Projekt „HSV-Präsident“ angeht.
Wir sind umgeben von „schwarzen Brettern“ und Flipcharts.
Es ist ein Organigramm das den HSV aufgezeigt, die Mitgliederentwicklungen, aufgeteilt nach Sportarten und Abteilungen, die finanzielle Entwicklung vom HSV, seit 2014 unterteilt in eV und AG, die sportliche Entwicklung des HSV und vieles mehr.
Hier arbeitet ein Mann, der sich sehr viele Gedanken um den HSV und um das Amt, das er anstrebt, gemacht hat.
In diesen Flipcharts steckt viel Arbeit. Das macht man nicht mal so nebenbei. Und der Mann, der das ganze erklärt, ist mit solch einem Eifer dabei, das steckt an.

Besonders in Erinnerung ist mir das schwarze Brett geblieben.
Acht Bilder sind darauf zu sehen. Die Tabellenplatzentwicklung der letzten 10 Jahre, die Gewinne, die Umsätze, die Schulden usw.
Und unten rechts ein Bild seiner Familie.
Daß Bernd Hoffmann HSVer durch und durch ist, das wusste ich schon lange.
Wenn man sieht, wie er Spiele des HSV verfolgt, wie er Veranstaltungen des HSV verfolgt, alles mit Herzblut und wenn es haarig wird, dann fängt er an und beißt sich auf die Lippe.
Was aber auch noch deutlich wird: seine Jungs sind ebenfalls HSV-Fans. Und zu sehen, wie sie eine Enttäuschung nach der anderen verdauen müssen, das geht ihm als Vater an die Nieren.
Während viele von denen, die ihm vor Jahren abgesprochen haben, er sei ein echter HSVer, inzwischen schon lange nicht mehr da sind, Bernd Hoffmann lebt und leidet mit dem Verein.

Und da kommen wir zu dem, was ihn antreibt, sich als Präsident unseres HSVs zu bewerben: Er will es besser machen, er will die negative Entwicklung stoppen und umdrehen.
Uns gegenüber sitzt ein Mann, der seinem Verein helfen will und der von davon überzeugt ist, daß er es auch kann.
Ich bin auch davon überzeugt, daß er es besser machen wird.

Schwerpunkt seines Handelns wird die Begleitung der AG sein.
Er will ein aktiver Präsident sein, sich nicht nur um den Breitensport kümmern, sondern seinen Schwerpunkt auf die AG legen. „Hat die AG Husten, dann hat der eV ne Lungenentzündung“, sagt er.
Ein Spruch der nachvollziehbar ist.
3-3,5 Mio Mitgliedsbeiträge stammen von den Supporters. Dazu noch die Mieteinnahmen des Campus, den Alexander Otto dem eV gestiftet hat.
Landet der HSV in der Regionalliga, dann braucht man keinen Campus, dann sinken die Mitgliederzahlen. Vielleicht nicht kurzfristig, aber auf jeden Fall langfristig. Und dann wird es auch beim eV finanziell eng.
Aber Bernd Hoffmann hat Zeit zur Verfügung, deshalb wird sich um den eV nicht weniger gekümmert werden, als bisher.

Ich bin von Bernd Hoffmann überzeugt, ich werde ihn wählen und ich hoffe, daß am 18.02. möglichst viele Mitglieder zur MV kommen, um ihn zum zukünftigen HSV-Präsidenten zu wählen.
Es muß sich jedes Mitglied die Frage stellen: „Will ich, daß es bleibt wie es ist, oder will ich etwas ändern und dem im Sportmanagement erfahrenen und erfolgreichen Bernd Hoffmann und seinem Team meine Stimme geben?“

Das ganze Gespräch, das wir geführt haben, kann man ab Mittwoch im Podcast der „HSV Klönstuv“ hören. Es ist hörenswert

Nur der HSV (fb) #TeamHoffmann

Vorschau #RBLHSV

Moin
Die Vorschau kommt diese Woche etwas später, tut mir leid. Aber ich war für die Blogperlen unterwegs, soviel sei schon mal verraten.

Das Spiel gegen Köln … soooo schlecht war es eigentlich nicht.
Eigentlich…
Wir haben gut angefangen, dann aber schnell nachgelassen und nach dem Gegentreffer war aller Mut verpufft, alle Gegenwehr dahin.
Diese Mannschaft geht nicht mehr aufs Feld, um zu gewinnen, sondern nur noch, um Schaden zu begrenzen.
Und das ist fatal.
Nehmen wir mal die Bremer: Sie haben einen Kader, den ich als schlechter als unseren ansehe.
Sie spielen oft absolute Grütze zusammen. Aber sie spielen immer auf Sieg. und das ist der Grund, warum sie vor uns stehen.

Und von daher war der Trainerwechsel folgerichtig. Selten sag ich es, aber dieser Wechsel war richtig.

Ho Ho Hollerbach soll es richten.
Ich bin optimistisch, er wird es richten.
Vielleicht noch nicht heute, aber er wird den Abstieg verhindern.
Allerdings geht das nicht ohne unsere Hilfe, ohne die Unterstützung der Fans.

Aber es muss sich was ändern, und zwar grundlegend ändern.
Es kann nicht angehen, daß wir bei Abpfiff der Saison noch kein schlüssiges umsetzbares Konzept in der Tasche haben, sondern sich der AR und der Vorstand dann erstmal Gedanken darüber machen, wieviel Geld wir ausgeben wollen/müssen/dürfen.
Und es kann nicht angehen, daß wir dann erstmal betteln müssen, ob der Spieler, den man sich auserkoren hat auch die Zustimmung aus Malle erhält.
Wir müssen ein sportliches Team aufstellen, das das alles im Vorfeld schon koordiniert.
Und ich wäre dafür, wir installieren einen sportlichen Beirat, der die sportliche Führung im Transfergeschehen berät.
Und es kann auch nicht angehen, daß wir einen DM brauchen, unseren Verantwortlichen dann ein LV übern Weg läuft der nen guten Eindruck macht, und der wird dann gekauft.
Und wir stehen dann wieder ohne DM da (Beispiel, die Positionen sind beliebig auswechselbar)

Aber kommen wir zum Spiel:
Ich habe keine Ahnung, wie Holler spielen lassen will und auch keine Ahnung, wie Hasenhüttel darauf reagieren will und umgekehrt.

Ich rechne auch nicht mit einem Sieg, aber ich möchte eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die gewinnen will.
Die nicht statisch auf den Ball/Gegner wartet, sondern mit Spielern, die sich aufdrängen, die, wie es so schön heißt, ihrem Deckungsschatten entkommen, indem sie sich bewegen, damit ihre Mitspieler sie anspielen können.
Jeder muß den Willen haben, den Ball zu bekommen.

Ich hatte eigentlich mit Lewis Holtby gerechnet, aber der ist nicht mal im Kader.
Viele Experten hatten vorhergesagt, daß Waldschmidt spielen würde, auch er ist nicht im Kader. Es wird interessant.
Walace ist aber dafür mit dabei.
Er hat sich mit Todt und seinem Berater ausgesprochen, er hat ein Gespräch mit Holler gehabt und der hat ihm zugesichert, daß er mit ihm von vorne anfangen will. Die Zeichen stehen auf Reset, nun ist er dran zu liefern.
Er will zur WM, dann sollte er die Hacken in den Teer hauen und Leistung zeigen. Es ist nicht so, daß er nicht spielt, weil der HSV so böse ist, er hat die Chance auf einer Position, auf der wir große Probleme haben, seine Qualität zu zeigen.
Er hat die Chance und gewiss auch das Zeug, hier zum Stammspieler zu reifen. Es liegt ausschließlich an ihm. Und wenn er die entsprechende Leistung zeigt, dann hat er gute Chancen auf die WM.

Also, we trust in Holler … Nur der HSV (fb)

 

Saisonvorschau #HSVKOE

Moin
In der letzten Woche hat Augsburg uns klargemacht, wie man in Spiele um den Klassenerhalt reingeht.
Ok, personell gehen wir am Stock.
Gehen wir am Stock?
Ja, gehen wir.
Holtby, Hunt, Arp, Ekdal, Müller, alles Spieler, die offensiv was reißen können sind entweder krank oder nicht richtig fit.
Stattdessen spielen wir mit einem formschwachen Wood, Hahn und einem alten Sahilovic.
Kostic findet so auch nicht richtig ins Spiel. Er braucht Entlastung, sonst konzentriert sich die gegnerischen Abwehr zu sehr auf ihn.
Im Mittelfeld fehlen die schnellen Bälle in die Spitze, alles läuft zu langsam, zu pomadig ab.
Und Walace? Tja, der hat sich selber aus dem Spiel genommen. Jetzt, wo er sich in die Mannschaft spielen könnte, bockt er rum.
Dumm!
Spieler wie Schipplock erwähne ich lieber nicht.
Das Ergebnis: Keine vernünftige Torchance gegen Augsburg und durch eine einzige Unaufmerksamkeit des ansonsten guten Santos fangen wir ein Gegentor … Null Punkte.

Die Stimmung nach dem Spiel? Allerorts auf dem Tiefpunkt.
Und das macht mir Sorge.
Wir brauchen Energie, unsere Mannschaft bekommt diese Energie nur durch uns, durch die Stimmung.
Mit Energie läuft sie mehr, läuft sie schneller, alles geht etwas leichter von der Hand. Also, auch wenn wir selber müde sind: Wollen wir die Klasse halten, sind wieder mal wir Fans gefragt. #AlleMannAnBord die Vierte.

Es heißt: kein Trübsal blasen sondern Optimismus verbreiten und im Stadion die Mannschaft voll unterstützen.
Seid ihr unzufrieden, dann bitte nicht während des Spiels den Unmut äussern, sondern nach dem Abpfiff.
Auch Wut ist Energie! Sie ist zwar nicht so gut, wie positive Energie, aber immerhin. Das Schlimmste was wir tun können, ist resignieren! Ist, die schlechten Leistungen einfach hinnehmen und gar keine Stimmung machen, traurig sein und uns abwenden.
Das sind alles Stimmungen, die nichts voran bringen. Seien wir uns drüber im Klaren, wir müssen mal wieder die Mannschaft nach vorne zum Klassenerhalt peitschen. Ja, ich bin es auch leid. Aber ich will nicht absteigen. Und was Besseres fällt mir nicht ein.

Mittelfristig müssen wir zusehen, daß wir besser geführt werden. Der AR wird neu formiert. Am 18.02. wird auch der Präsident des eV neu gewählt.
Als Vertreter des größten Anteilseigners des eV im Aufsichtsrat kommt ihm eine besondere Rolle auch in der AG zu. Falls es Bernd Hoffmann wird, der als Gegenkandidat zum Amtsinhaber Jens Meier antritt, kann ich mir vorstellen, daß er eventuell auch den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen könnte. Aber das ist jetzt reine Spekulation meinerseits.

Kommen wir zum Spiel:
Das Lazarett der Kölner lichtet sich. So sind z. B. Hector und Horn wieder dabei. Dazu hat man sich auf dem Transfermarkt verstärkt.
Man hat mit Terodde einen reinen Mittelstürmer, der die Dinger reinmachen soll, und mit Kozielle einen jungen zentralen Mittelfeldspieler geholt, der das Spiel von hinten aufbauen soll.
Köln wird wahrscheinlich das Spiel machen (müssen). Sie sind es, die gewinnen müssen.
Ein Unentschieden hilft ihnen nicht recht weiter.
Uns sollte das entgegenkommen.
Köln wird wahrscheinlich viel über die Flügel kommen.
Dennis und Douglas sind also gefragt.
Die Flügel sind auch unsere Stärken, aber leider auch die der Kölner Abwehr.
Von daher wäre es nicht schlecht, wir könnten auch durch die Mitte nach vorne gehen. Hoffentlich findet Gisdol eine Möglichkeit, wie er den Spielern diesen Weg näher bringen kann.

Ich hab in der Woche viel drüber nachgedacht, wie wir wohl unsere Stärken am besten einbringen können.
Dabei bin ich zum Schluß gekommen, daß wir am besten Holtby wieder in die Mannschaft holen, in den Testspielen hat er mir gefallen.
Die Abwehr ist ok, da ändern wir nichts, im DM setzen wir auf den defensiv guten Jung.
Davor dann Hunt und Holtby, von denen sich einer jeweils fallen lässt, um das Spiel von hinten aufzubauen. Und das muß schnell gehen, mit vertikalen Pässen zu den drei schnellen Offensiven. Vorne spielen Kostic, Wood und Hahn. Und ich würde Kostic und Hahn schön rotieren lassen.
Mit dem Stadion im Rücken könnte es was werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem schnellen Spiel. In der letzten halben Stunde kann dann Ito kommen, und über die Dribblings Löcher reißen.

Das ist meine Idee zum Spiel. Was Gisdol sich denkt, ich weiß es nicht. Aber eines sollten wir uns vor Augen halten: Wir müssen auf Sieg spielen.
Und zwar in jedem der nächsten Spiele, sei der Gegner noch so stark.
Spiele wie gegen Freiburg nach dem Motto „Bloß nicht verlieren“ sollten wir uns schenken. Vor allem, wenn wir gerade mal Schwung haben sollten.

Also, wer im Stadion ist, brüllt unsere Mannschaft zum Sieg. Sie braucht das. Und falls wir es nicht schaffen, erst nach Abpfiff pfeifen, falls ihr meint, es muß sein.
Nur der HSV (fb)

Von Fan sein und Freundschaften

Stell dir vor, du hast einen guten Freund. Einen, der im Laufe der Jahre noch mehr geworden ist. Nämlich ein richtig guter Freund.

Und dann bekommt diese Freundschaft erste Risse und du weißt eigentlich gar nicht mehr so genau, wann es anfing, wann etwas anders wurde.

Langsam überlegst du länger, was du noch sagen kannst oder willst. Du kannst nachts nicht schlafen, weil du grübelst, was falsch gelaufen ist.
Schritt für Schritt findest du dich damit ab, dass das Verhältnis ein anderes geworden ist.
Und du reagierst entsprechend.
Mit der Zeit merkst du, es tut auch gar nicht mehr so weh. Schließlich war es ein schleichender Prozess, an dem immer zwei beteiligt sind. Und bestimmt geht es dir besser, wenn dieser Druck endlich weg ist, etwas ändern zu wollen, was anscheinend nicht mehr zu ändern ist.

Warum ich das alles schreibe?

Weil man als Fan des HSV momentan in genau dieser Lage ist.
Es gab das große Zeichen des Aufbruchs. Gemeinsam haben wir uns in den Armen gelegen, als HSVplus auf den Weg gebracht war. Gegen große Widerstände haben wir zusammengehalten, zusammen gekämpft. Haben unseren Verein, den wir so lieben, auf den für uns richtigen Weg gebracht.
Nach den schlechten Zeiten sollten endlich wieder gute folgen.
Voller Enthusiasmus ging es in die ersten Spielzeiten. Didi Beiersdorfer war back und die meisten von uns feierten diese Verpflichtung.
Bis die ersten Ernüchterungen kamen.
Denn statt nach oben, ging es stetig nach unten. Verpflichtungen, die nicht anschlugen, teure Trainer und Sportdirektorenwechsel…also eigentlich alles wie immer. Wie vor HSVplus, wie vor Didi Beiersdorfer.
Die Relegationen, 2014 und 2015. Was war das für eine Atmosphäre in der ganzen Stadt. Man litt gemeinsam, man konnte nach Niederlagen nachts nicht schlafen, machte sich Gedanken, grübelte, wie es soweit kommen konnte und was passiert, wenn… am Ende feierte man den Klassenerhalt, als sei der HSV gerade Meister geworden.
2016 beendeten wir die Saison auf Platz 10. Der Fußball war nicht immer schön, aber die Hoffnung lebte auf.
2017 zitterte man sich im letzten Spiel, gegen Wolfsburg, auf Platz 14.
Die Stimmung unter den Fans war noch immer gut, die in der Stadt hatte sich abgekühlt. Der HSV ist mal wieder im Abstiegskampf? *gähn*, ok, erzähl was Neues…

Und heute?
Wir haben den Vorstandsvorsitzenden, den Sportdirektor und natürlich die Trainer schon wieder mehrmals ausgewechselt. Nach van Marvjik und Mirko Slomka kamen Joe Zinnbauer (Peter Knäbel zähle ich nicht) und Bruno Labbadia.
Im September 2016 übernahm Markus Gisdol.
Warum? Weil man allen vor ihm keine weitere Entwicklung der zusammengewürfelten Mannschaft zutraute.
Ergebnis: Nach dem ersten Spiel der Rückrunde stehen wir auf Platz 17. Bremen hat einen, Mainz zwei und Wolfsburg (noch!) vier Punkte Vorsprung. Köln hat heute auch noch die Chance, auf 9 Punkte zu erhöhen.

Die Fans nehmen inzwischen die Niederlagen leiser hin.
Es zieht sowas wie Normalität ein. Sonntags aufstehen, mit einer Niederlage im Gepäck? Normal! Die Lästereien der Kollegen am Arbeitsplatz, von Nachbarn und Bekannten? Sie lassen nach. Die Blicke sind inzwischen eher mitleidig, denn schadenfroh.

Inzwischen ist das Trainerfass offen.
Kein Wunder. „Das Spiel hat uns gezeigt, woran wir arbeiten müssen“, sagte Gisdol gestern, in der Pressekonferenz, nach dem verlorenen Spiel gegen Augsburg. Äh, es hat gezeigt, woran man arbeiten muss? Was habt ihr vorher gemacht?

Seien wir ehrlich. Die neun in der Statistik aufgeführten Torschüsse waren eher welche, um den Torhüter warm zu schießen. Im Mittelfeld ging so gut wie gar nichts zusammen, und vorne fehlten die wirklichen Chancen. Zum Teil, weil die Offensive damit beschäftigt war, die Defensive zu unterstützen.
Das funktionierte bis zur 45. Minute.
Dann ging es, nach einem Freistoß über links schnell nach vorne, Caiuby flankte mit links an den Elfmeterpunkt. Dort gewann Koo das Duell mit Douglas Santos und netzte per Kopfball ins linke Eck. Pollersbeck blieb chancenlos.

Aber, was anderes hätte Gisdol, nach dieser bitteren Niederlage denn sagen sollen? Wir haben scheiße gespielt, aber wir können es halt nicht besser?
Am besten ist, du sagst gar nichts mehr weil du weißt, alles, WAS du sagst, kommt falsch rüber.

Und nun schließt sich der Kreis.
Es tut nicht mehr so doll weh, wenn „mein“ HSV verliert. Klar bin ich traurig. Aber eher deshalb, weil ich sehe, wie ein ehemals großer Verein sich immer kleiner macht. Wie hilflose Parolen von Spielern und Trainern Woche für Woche dieselben sind, ohne dass man am Ergebnis etwas ändern kann.
Der Verein hat sich und seine Fans über Jahre hinweg, Schritt für Schritt, selbst in diese Gefühlslage manövriert.
Die Situation ist ernst. Sehr ernst! Viele vergessen bei ihren Rechnungen zudem: auch die anderen Vereine haben noch 16 Spieltage und können an diesen punkten.
Verlieren wir nächste Woche gegen Köln, brennt die Hütte.
Das muss uns allen klar sein.

Auch wenn es in der Mannschaft noch so stimmig ist, wie alle Verantwortlichen immer behaupten: auf dem Platz geht noch immer wenig zusammen. Noch immer landet fast jeder 3. Pass beim Gegner, noch immer fehlt es vorne und im Mittelfeld an Kreativität.

Klar wäre ein Gang in Liga 2 sehr bitter. Ich beschäftige mich zum 1. Mal in den letzten Jahren ernsthaft damit und bin bereit, auch diesen Weg zu gehen, wenn nichts anderes mehr hilft. Natürlich bleibe ich Fan vom HSV und, klar werde ich auch am kommenden Wochenende wieder mitzittern, mich freuen oder ggf auch ärgern. Aber lange nicht mehr so, wie es früher mal war. Inzwischen schlafe ich auch nach Niederlagen nicht mehr mit negativen Gedanken ein. Wann das anfing? Ich weiß es nicht mehr so genau.
Es wird eben nie wieder so werden, wie es mal war! Vergangenheit wird Vergangenheit bleiben. Was die Zukunft bringt, müssen wir abwarten.
Das gilt im wahren Leben ebenso, wie für die schönste Nebensache der Welt!
Oder wie seht ihr das?
(mg)

Vorschau #FCAHSV

Die Winterpause ist vorüber, es geht wieder los.

Mal ehrlich, die Pause war sowas von wichtig … für uns Fans! Ich war nach den letzten Spielen der Hinrunde, in denen ich mir deutlich mehr erhofft hatte, reichlich bedient. Und entgegen sonstigen Hin- oder Rückrundenstarts muß ich gestehen, es kribbelt noch nicht.

Trotzdem müssen wir uns der Wahrheit stellen. Zu den letzten Spielen hab ich ja schon meinen Senf gegeben.
Am 1.1. sind wir ins Trainingslager gefahren. Neben dem Fitnessaufbau hatte es zwei grobe Ziele.
Erstens wollte Gisdol das Umschaltspiel verbessern.
Das ist auch teilweise gelungen, aber trotzdem haben unsere Spieler in den Testspielen nicht so wirklich reichlich getroffen.
Zudem wurde der Torwartzweikampf ausgerufen.
In den Testspielen hatte weder Mathenia noch Pollersbeck die große Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Ich sehe beide in etwa auf einem Level, schaun mer mal, wen Gisdol vorne sieht.

Was mir in den Testspielen auffiel, die individuellen Fehler haben wir nicht ausmerzen können. Das ist aber sehr, sehr wichtig, wenn wir die Klasse halten wollen.

Im Großen und Ganzen sind wir im Trainingslager von bösen Verletzungen verschont geblieben.
Nur traf es eben Ekdal mal wieder. Und wenn ich mir einen Spieler hätte aussuchen dürfen, der sich nicht verletzen soll, dann wäre er es gewesen.
Gerade in der Situation, in der Walace auch ausfällt.
Nach seiner Extratour ist er seelisch und körperlich nicht in der Lage dem Kader anzugehören.
Rumms. Das ist eine vernichtende Kritik des Trainers.
Und ein Merkmal dafür, daß die Zeichen sehr auf Abschied stehen. Hoffentlich bekommen wir das investierte Geld wieder raus (ich vermute nicht) und hoffentlich vermodert Walace bei seinem zukünftigen Verein auf der Bank.
Nicht, daß ich gehässig wäre, aber das hat er sich verdient.
Betrachten wir das als Chance, Spieler zu holen, die uns auch helfen wollen.
In der Presse wird das Geld ja schon reichlich ausgegeben: Jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Diese Unruhe können wir gar nicht gebrauchen. Ich glaub zwar nicht, daß das Thema Walace so sehr an die Mannschaft herankommt, trotzdem lenkt es vom Fokus, um den es geht, ab.
Direkt um die Mannschaft selber ist mir alles noch viel zu ruhig. Ich hab den Eindruck, viele sehen den Ernst der Lage nicht.
Wir spielen doch gut … so ist Stuttgart auch abgestiegen.
Wir spielen doch gut … so ist Wolfsburg in die Relegation gekommen.
Gut spielen ist gut. Aber im Moment sind wir in der Situation, daß wir Ergebnisse brauchen. Ergebnisse, Ergebnisse, Ergebnisse!

Kommen wir zum Spiel:
Bei Augsburg fällt Finnbogason aus. Das ist schon mal enorm wichtig, denn er hat bereits 11 Treffer auf dem Konto und ist auch ein wesentlicher Punkt dafür, daß Gregerl trifft.

Aber auch bei uns konnten Fiete das Abschlusstraining, wegen einer fiesen Erkältung und Aaron Hunt wegen Knöchelproblemen, nicht mitmachen.
Der Einsatz von beiden ist ungewiss. Holtby fällt wegen Knieproblemen auch noch aus. Naja, vielleicht kann man da mal mit Ito auf der 10 starten.
Das wäre für viele eine Überraschung.

Dennis bekommt es mit dem besten Vorbereiter der Liga zu tun, mit Max.
Er ist aber auch abgelenkt.
Er steckt in Vertragsverhandlungen.
Höre ich mich um, so ist der allgemeine Tenor, man solle verlängern, aber nur ein Jahr, höchstens zwei. Und an dieser Einstellung droht es zu scheitern. Er hat angeblich einen interessanten Vertrag aus England angeboten bekommen, der ihm vier Jahre bietet. Aber hoffen wir zunächst mal, daß er an seine guten Hinrundenleistungen anknüpfen kann.

Ansonsten kann man wenig sagen, die Mannschaften werden nach so einer Pause meist neu gemischt, man weiß nicht, wie die Trainer aufstellen werden. Ich bin mal gespannt. So oder so, es wird auf jeden Fall ne ganz haarige Nummer und wir können nur was mitnehmen, wenn wir 90 Minuten mit Vollgas und hochkonzentriert arbeiten. Hoffen wir das Beste (fb)

Fietes Hinrundenrückblick 17/18

Der Bauch tut weh vom vielen Essen, der Rücken vom liegen (ich erwarte von euch jetzt ein mitleidiges oooooohhhhh), es wird Zeit, sich an den Rückblick zu machen.

Hinter uns liegt eine Hinrunde, die viele Fragen offen lässt.

Sie fing gleich mit Druck an.
Pokal in Osnabrück an der Bremer Brücke, wir, der Erstligist, gegen den Drittligisten in Überzahl…. verloren.
Die Bundesliga hatte noch nicht mal begonnen und schon brannte es mal wieder lichterloh beim HSV.
Nun ja, zumindest keine Doppelbelastung mehr…

In den ersten beiden Spielen der Buli gab es Wiedergutmachung.
Wir gewannen gegen Augsburg und Köln, allerdings ohne wirklich zu überzeugen.
Im Heimspiel gegen Augsburg gelang Nicolai Müller nach 8 Minuten das 1:0. Er jubelte, und das war es dann für ihn, mindestens bis April 2018.

Im nächsten Spiel verletzte sich Hunt, Mavraj musste mit Gelb-Rot runter und wir gewannen trotzdem.
Diese beiden Spiele waren ein bisschen was Besonderes, denn sie waren die einzigen, die noch mit der Taktik der Vorsaison gespielt wurden.
In den folgenden Partien haben wir es dann weniger mit Bolzen, sondern mehr mit Fußball versucht.

Im darauffolgenden Heimspiel gegen Leipzig haben wir noch Kostic und van Drongelen verletzungsbedingt verloren. Van Drogelen hatte zuvor einige sehr gute Spiele als LV gemacht.
Im Grunde haben wir gegen Leipzig gut mitgehalten, aber durch eine Unaufmerksamkeit unserer Abwehr gelang Keita das 0:1, der Anfang der Niederlage.

Gegen Hannover mussten wir ohne vier Stammspieler ran, weil Bobby sich in der Zwischenzeit auch verletzt hatte.
Vorne mit zwei Stürmern, die Schipplock und Jatta hießen.
Holtby und Hahn auf den Aussen. Das erschwerte es gewaltig. Trotzdem wären Punkte möglich gewesen.
Beide Gegentore fielen über unsere linke Seite, wo Santos ein nicht besonders gutes Spiel machte.
„Funfakt“: Für den verletzten Felipe (der immer für nen Bock gut ist) wurde von Hannover der frisch von Düsseldorf verpflichtete Bebou eingewechselt, der seine gute Leistung mit einem Tor krönte.
Ich hätte ihn gerne als Ersatz für Müller gesehen, den man nach seinem Knieschaden noch hätte verpflichten können.
Aber uns fehlte dafür anscheinend das Geld.

Gegen Dortmund und Leverkusen spielten wir nicht schlecht, verloren aber trotzdem jeweils mit 3:0.

Das Heimspiel gegen Bremen ging 0:0 aus, wir schafften es einfach nicht, uns gegen tiefstehende Bremer Chancen zu erarbeiten.
Wir waren fast das gesamte Spiel am Drücker, bekamen aber den Ball nicht ins Tor.
Der junge Ito stand in der Startelf und wusste zu begeistern. Nach gut 50 Minuten musste er runter. Für ihn kam Holtby, der völlig von der Rolle war. Ich glaube, das war das schlechteste Spiel von ihm, im HSV-Dress.
In den Schlußminuten hatte der junge Fiete Arp sein Bundesligadebüt.

Auswärts gegen Mainz, waren wir erneut die bessere Mannschaft, schossen zwei schön herausgespielte Tore und verloren trotzdem, durch drei individuelle Fehler. Bitter! Oder soll ich lieber dämlich sagen?

Gegen Bayern gut mitgehalten, die Bayern durften sich beim Schiri wieder mal alles erlauben (besonders Vidal), bei uns fliegt Jung wegen einer Kleinigkeit mit Rot vom Platz.
Ein gutes Spiel, mal wieder ein Lob vom Gegner, aber kein einziger Punkt in Sicht.

Berlin, Berlin, wir fuhren nach Berlin. Und wie immer ohne Punkte zurück.
Wieder waren wir eigentlich die bessere Mannschaft, kassierten aber zwei identische Eckballgegentore, weil wir schlicht weg pennten.
Beide Male stieg ein Berliner unbehelligt in einer Traube Hamburger Spieler hoch und nickte das Ding ins lange Eck.
Im Stadion war ich bedient. Als ich das Spiel relive gesehen hab, war ich richtig angepisst. In unserer Situation sollten wir tunlichst in jedem Spiel 90 Minuten lang wach sein.

Danach folgten drei gute Spiele, von denen wir zwei gewonnen haben. Hoffnung auf ein versöhnliches Hinrundenende machte sich breit.

Und als man dachte, wir fahren mit Schwung in den Breisgau, mauerten wir uns gegen Freiburg ein. Die Devise war „Unentschieden reicht“ und es wurde auch nur ein Unentschieden.

Danach ermauerte sich Wolfsburg ein Unentschieden gegen uns.
Diese Truppe, die so gespickt mit herausragenden Einzelkönnern ist, mußte gegen den HSV mauern. Den Trainerwechsel haben sie schon hinter sich gebracht, ich vermute, es war nicht der letzte.

Englische Woche mit Partien gegen die Eintracht und Gladbach.
Beide Spiele waren gut. Aber wieder machten wir uns das Leben selber schwer und beendeten die Hinrunde mit einem Punkt aus drei Spielen.
Nicht nur ich hätte wohl eher mit vier, ev sogar sieben Punkten gerechnet.
Ein lausiger Punkt gegen schlechte Wolfsburger und damit berechtigterweise nur Platz 17.
Hätten wir zumindest das Spiel gegen Wolfsburg gewonnen, dann wären wir mit 17 Punkten auf Platz 16, punktgleich mit dem 13. Platz.
Für die Psyche wäre das enorm wichtig gewesen.
Aber wie geschrieben, es wären in dieser Hinrunde auch noch deutlich mehr Punkte möglich gewesen. Ich will nicht übertreiben, aber wir hätten mindestens mit 20 Punkten in die Pause gehen müssen, mindestens!

Erneut verkackten wir die Spiele gegen unsere direkten Tabellennachbarn und wieder mal verkackten wir die englischen Wochen.

Ja, wir spielen endlich Fußball, mehr Fußball als in den Jahren zuvor, aber wir gewinnen nicht.
Und das macht mich etwas ratlos, das belastet mich.
Wir schaffen es nicht, unseren Fußball in Punkte umzumünzen.
Ok, da sind wir in dieser bekloppten Bundesliga nicht die einzigen. Tendenziell stehen die Mannschaften besser da, die es gar nicht erst versuchen, Fußball zu spielen, sondern nur gegen den Ball arbeiten. Aber das kann es doch nicht sein.

Kommen wir zum Ausblick:
Brauchen wir Verstärkungen? Das Konto sagt nein, das Spiel sagt ja.
Das Konto können wir nur ausgleichen, wenn wir endlich mal mit dem eingeplanten Geld auskommen. Zudem muss realistischer geplant werden und nicht mit Platz 8, wie in der Vorsaison.
Schaffen wir unsere sportlich gesetzten Ziele mit diesem Kader? Das ist die entscheidende Frage.

Ich denke, wir können zumindest den Klassenerhalt ohne Neuverpflichtungen packen.
Platz 12, wie geplant, wird schon schwieriger, nachdem wir zu viele Punkte einfach hergeschenkt haben.
Wenn wir neue Spieler holen sollten, dann gibt es zwei Möglichkeiten, die ich akzeptabel (aber auch nur das) finde.
Die erste Möglichkeit wäre, Kühne gibt weiteres Geld und wir holen für die Zentrale eine Verstärkung.
Wir brauchen dort Spieler die es schaffen, unsere Offensive so in Position zu bringen, daß sie klare Abschlüsse tätigen können.
Uns mangelt es an klaren Torchancen.
Wir schießen statistisch gesehen oft genug aufs Tor, aber nur in Situationen, in denen unser Stürmer unter Druck stehen.
Es fehlt Kreativität im Mittelfeld.
Es ist nicht nur der letzte Pass, der fehlt.
Es ist auch sehr oft der Spielaufbau, die gute Idee, wie man den jeweiligen Gegner knacken kann.
Und uns fehlen Spieler, die passsicher sind, deren Pässe ankommen, die auch erahnen können, wo der Mitspieler hinläuft und dadurch das Spiel ein wenig von der Statik nehmen, um es in Fluss zu bringen.
Aber so ein Spieler kostet.
Zweite Möglichkeit wäre, wir ziehen einen geplanten Transfer vor.
Nehmen wir mal an, wir suchen einen guten 8er/10er, der Hunt und Holtby ersetzen soll, deren Verträge im Sommer auslaufen.
Würde man diesen Ersatz jetzt schon verpflichten, dann könnte er uns in der Rückrunde helfen.

Wir haben gute und sehr gute junge Talente. Sie werden von uns gut ausgebildet. Aber wir sollten wissen, sie sind nicht die Spieler, die uns den Kopf retten.
Das können sie nicht leisten, auch nicht, wenn sie Fiete Arp heißen. Wir müssen dringendst zusehen, daß wir die Mannschaft in ruhige erfolgreiche Bahnen lenken. Dann, und nur dann haben die Spieler die Chance, bei uns zu reifen, nur so können wir sie auch länger halten.
Erfolgreich heißt für uns, einen relativ sicheren Mittelfeldplatz zu ergattern.
Kämpfen wir die gesamte Zeit nur um den Klassenerhalt, müssen wir ev wieder von unserer spielerischen Linie weg, um die Klasse mit Kampf zu halten.
Aber, darüber müssen wir uns im Klaren sein, dann ist Fiete im Sommer weg. Und wir können ihm nicht mal böse sein!

Nur mit Talenten geht es nicht. Wir brauchen ein Gerüst von guten Spielern, an denen sich der Rest der Mannschaft orientieren kann.
Und dieses Gerüst, ist es erstmal aufgebaut, gilt es auch über längere Zeit mal zu halten.
Das ist enorm wichtig!
Von daher ist eine Verlängerung mit Dennis zB auch sehr wünschenswert. Und auch sonst müssen wir mit einigen Spielern, wie zB Jung, langfristig planen.
Spieler, die wir länger halten können, die auch die DNA der Mannschaft mit prägen können.
Einen Ekdal würde ich auch gerne dabei sehen, wenn er auch immer wieder mit Verletzungen zu tun hat, und Papa gehört für mich dazu.
Alles keine Spitzenspieler, die würde man uns eh wegkaufen, aber Spieler, die Beständigkeit in die Mannschaft bringen.
Nach Dennis ist Gideon Jung der „zweit-dienstälteste“ Spieler der Mannschaft, dabei ist er gerade mal dreieinhalb Jahre im Verein.
Eine richtige Basis fehlt uns im Moment total.

Wie gesagt, die Mischung macht es.
Nicht nur junge Spieler, sondern auch erfahrene, nicht nur Führungsspieler, sondern auch Mitläufer, nicht nur solide Arbeiter, sondern auch kreative Köpfe…
Aber die gesamte Mannschaft muß einen gemeinsamen Guss haben, zu einer Einheit zusammenwachsen.
Wo die „DNA“ beim HSV liegt, kann ich momentan nicht erkennen. Hmm, das klingt jetzt negativ. Ist aber nicht so negativ gemeint. Wir sind im Wandel und ich weiß nicht, wohin der Weg des Trainers uns bringt, wo der Weg letztlich enden soll, wo die Zukunft ist. Ich bin aber sicher, der Trainer weiß es und hat einen Plan für unsere „DNA“.

Immerhin ist sie näher an der Realität orientiert, als das, was Beiersdorfer dem HSV einimpfen wollte.
Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen.
Zumindest hoffe und erwarte ich es von der jetzigen Führung. Nicht wieder mit Gewalt versuchen, einige Schritte zu überspringen und dabei auf die Schnauze fallen.

Ich sprach vorhin die Passgenauigkeiten bei unseren Spielern an.
Ich bin dafür, wir investieren 2 Mio in einen „Skills Lab“ (das in Deutschland bekannteste ist der „Footbonaut“).
Ein „Werkzeug“, von dem man keine Wunder erwarten darf, aber das das Paßspiel verbessern würde und von allen Mannschaften im Verein genutzt werden kann.
Also auch die Jugend würde davon profitieren. Und soviel ich weiß, steht so ein Teil bei Peters auch auf der Wunschliste.
Zwei Millionen ist ne Menge Geld, aber ein Spieler, der gewisse bessere Qualität im Paßspiel mitbringt, kostet auch locker mal zwei Millionen mehr, ein Jugendspieler, der irgendwann mal ne höhere Ablöse bringt … ich denke, das könnte sich rechnen. Denn die Passgenauigkeit ist bei uns ein großes Manko.
Schaffen wir nur 3-4% mehr an den richtigen Mann zu bringen, dann wäre das schon ne ganze Menge. Denn da könnte dann der entscheidene Pass dabei sein, bzw der entscheidene Fehlpass verhindert werden.

Aber das ist Zukunftsmusik. Im Moment gilt es, die Rückrunde deutlich besser zu gestalten.
Ein Sieg gegen Augsburg wäre nicht schlecht.
Gegen Köln nachlegen, dann würden wir wieder etwas ruhiger agieren können.
Das momentan „gute“ aber unerfolgreiche Spiel, ist gefährlich.
Und wir sollten zusehen, daß wir in der Rückrunde gegen Frankfurt relativ safe sind, so daß wir nicht im Heimspiel gegen Gladbach zittern müssen, womöglich noch auf Schützenhilfe angewiesen sind.
Es ist ruhig im Verein.
Teilweise ist es mir auch zu ruhig.
Aber Gisdol hat sich schon den Frust von der Seele geredet. Und das macht Hoffnung. Denn das bedeutet, dass man sich der Gefahr bewusst ist.
Hoffentlich können sich unsere Spieler auch ohne den gnadenlosen Druck des Existenzkampfes aus dem Keller befreien.

Ich wünsche uns allen eine schöne ruhige erfolgreiche Rückrunde, euer Fiete