Störfeuer

Auswärtssieg!
Haut den Plastikclub weg!
3 Punkte aufholen. Und Mainz verliert am Montag!

Tja, leider ist Fußball kein Wunschkonzert.

Der HSV musste sich in Sinsheim ergeben und obendrein wird einer der Besten auf dem Platz, nächste Woche gegen Freiburg fehlen. Douglas Santos holte sich die 5. Gelbe Karte ab.
Zwei Tore, in der 18. (Gnabry) und 27. (Szalai), mit freundlicher Unterstützung unserer Defensive, machten die Hoffnungen, in Hoffenheim was mitzunehmen, zunichte. Ehrlich gesagt, ist dieses Ergebnis noch schmeichelhaft. Denn neben zwei nicht gegebenen Toren für die Gastgeber, hatten diese viel mehr Chancen (allein dreimal Aluminium), zeigten das bessere Konterspiel und gingen aggressiver ins Pressing.
Kaum zu glauben, dass sie „nur“ auf Platz 7 der Tabelle standen. Das Spiel unter Nagelsmann sieht einfach aus und die (eingespielte) Mannschaft hat erfrischenden Fußball gezeigt.
Hunt ging, anders als gegen Schalke, als Startelfstürmer unter, die Pässe, die durchaus von rechts und links in die Box flogen, blieben unbeantwortet.
Zudem taten sich im Mittelfeld unerwartete Löcher auf, die Matti Steinmann, als einziger 6er gestern nicht stopfen konnte.
Titz reagierte früh, wechselte ihn in der 32. Minute gegen den erfahreneren Ekdal aus und versuchte das Mittelfeld durch das Zurückziehen von Holtby zusätzlich zu stabilisieren. Dadurch entstanden die Lücken dann allerdings weiter vorne.
In der 63. kam Arp für Waldschmidt, in der 76. Salihovic für van Drongelen, der, zumindest in der 1. Halbzeit einen gebrauchten Tag erwischt hatte.
In der 2. Halbzeit ließ Hoffenheim das Spiel etwas schleifen, unsere Jungs wurden wacher. Keeper Baumann war in der 72. Minute, mit 52 Ballkontakten inzwischen der Fleißigste auf dem Platz.
Zu unserem Leidwesen verpufften die Schüsse auf das Tor der Gastgeber, viele davon zu ungenau. Weiterhin fehlte einfach die effektive Anspielstation im gegnerischen 16er.

Gegen diese Hoffenheimer zu verlieren ist wahrlich keine Schande. Und schon gar kein Rückfall in vergangene Zeiten.
Was haben wir denn erwartet?
Auch Christian Titz ist kein Magier und kann statt eines Mäuschens gleich einen Löwen aus dem Hut zaubern.
Die Jungs haben sich zu keinem Zeitpunkt des Spiels aufgegeben. Selbst nach dem 2:0 war der Wille was zu drehen durchaus da.
Wieder kamen gut 83 Prozent der Pässe da an wo sie hin sollten. Erneut hatten wir mehr Ballbesitz (knapp 57 Prozent) und liefen etwas mehr als der Gegner.
Allerdings sank die Zweikampfquote um rund 6 auf 44 Prozent.

Ich bin die Letzte, die unseren Jungs irgendeinen Vorwurf macht!
Keine Mannschaft schlägt jeden Gegner.
Und Hoffenheim war gestern einer, der eben nicht durch ständige Störfeuer, Trainerwechsel und Querelen in der Vorstandsetage auf Nebenkriegsschauplätzen kämpfen musste, dafür mit einem gefestigten Kader den guten Fußball der Saison fortsetzte.
Nur, und da wiederhole ich mich erneut: uns fehlt einfach die Zeit für solche Spiele.
Leider! Aber da können weder Christian Titz noch der Großteil der Mannschaft etwas dafür.
Ich sehe weiterhin eine gute Entwicklung, die (ligaunabhängig) Mut auf eine bessere Zukunft macht

Apropos Störfeuer.
Titz nach Kiel, Arp zu den Bayern.
Findet die Presse keine schlagkräftigen Themen, zieht sie selber welche an Land. Spekulationen ohne Ende, nicht bestätigte Meldungen im Konjunktiv und damit Unruhe in die Fangemeinde bringen. Das scheint Anliegen der örtlichen und auch überörtlichen Medien zu sein. Wir alle werden weder das eine noch das andere letztendlich verhindern können.
Da lob ich mir doch den Trainer, der mantraartig immer wieder betont, dass er momentan nur von Spiel zu Spiel arbeitet und ihn wenig interessiert, was sein könnte wenn…
Ich denke wir sollten uns alle ein Beispiel an ihm nehmen und einfach abwarten was kommt.

Trotz allem, der erste Abstieg rückt unweigerlich näher. Auch wenn immer noch das letzte kleine, rechnerische Quentchen Hoffnung lebt.
Das allerdings könnte empfindlich aus dem Gleichgewicht geraten, wenn Mainz morgen gegen Freiburg gewinnt. Leider können wir es nicht mehr alleine richten.

Apropos Störfeuer II:
Auch in Hoffenheim qualmte mal wieder die Hütte. Das wird dem Verein als Wiederholungstäter, erneut eine empfindliche Geldstrafe einbringen.
An die wenigen, die ihre Finger mal wieder nicht vom Zündeln lassen konnten: Pyro ist in deutschen Stadien verboten und IST somit ein Verbrechen! Und wer jetzt wieder mit den hohen Abfindungen oder Eintrittspreisen dagegenhalten möchte dem sei gesagt, spart euch diese kindischen Entschuldigungen!
Sollte die Strafe sechsstellig werden, denkt einfach mal darüber nach, dass unser neuster Neuzugang, David Bates, 120.000 Euro Ausbildungsvergütung kostet.
Diese Summe habt ihr längst für Nichts in eurem Rauch aufgelöst. Tolle Leistung und ein Bärendienst, den ihr da eurem ach so geliebten Verein beschert!
Stimmung geht auch ohne Pyro, wie ihr selbst es gegen Schalke und nach dem Spiel, mit dem Applaus für die Mannschaft, trotz Niederlage, bewiesen habt. Diesen Support dürft ihr gerne am kommenden Samstag gegen Freiburg wiederholen.
(mg)

Der Verein gibt die Philosophie vor

Als Reaktion auf zahlreiche Diskussionen der letzten Tage möchte ich noch eines vertiefen:
 
Der Verein gibt die Philosophie vor!
 
Wir sind jetzt alle begeistert, dass wir plötzlich ansehnlicheren Fußball beim HSV sehen.
Wie kommt es dazu, daß wir gerade jetzt diesen Fußball spielen?
Vordergründig mag man sagen, das liegt an Titz.
Schließlich ist er der Trainer, der so spielen lässt.
Wenn man sich das Ganze aber genauer betrachtet, dann stellt man fest, daß die Gründe dafür tiefer liegen.
 
Nach der Ausgliederung ist Didi VV geworden.
Er hat Knäbel als SpoDi und vor allem Peters als Direktor Sport installiert.
Alle drei haben zusammen ein Konzept entwickelt, wie man beim HSV Fußball spielen lassen will.
In der Jugend hat man dieses Konzept entwickelt, es sollte schon länger auch in den Profibereich übernommen werden.
Da man aber immer mit dem Rücken an der Wand stand und ausserdem die Trainer (Bruno und Gisdol) in ihrer TrainerDNA für einen anderen Fußball standen, hat man es nicht riskiert.
Erst jetzt, nachdem man gemerkt hat, mit dem bisherigen Fußball gewinnen wir keinen Blumenpott mehr, geschweige denn irgendwelche Spiele, hat man es umgesetzt.
Eine Art alles oder nichts, wohlwissend, ein „weiter so“ bringt den garantierten Abstieg.
Man hatte nichts mehr zu verlieren.
Bruchhagen war dagegen, also musste er gehen.
 
Das, was wir jetzt unter Titz sehen, ist das Ergebnis langjähriger Arbeit der sportlichen Führung des HSV, unter der Leitung von Bernhard Peters.
 
Somit lässt Titz zwar diesen Fußball spielen, aber auch nur, weil er gezielt für diesen Fußball ausgesucht und ausgebildet wurde.
Es ist anzunehmen, daß wir, wenn Christian Titz kein Trainer mehr beim HSV ist, trotzdem weiterhin diesen Fußball sehen und der Trainer entsprechend dazu ausgesucht wird.
Wir werden somit das erfüllen, was viele immer wieder gefordert habe: der Verein gibt die Philosophie vor, der Trainer setzt sie um.
Auch der Spielerkader wird nach den erforderlichen Kriterien zusammengestellt.
 
Dieses Wissen lässt mich ruhiger schlafen, als all die, die sich Sorgen machen, daß Christian Titz nach der Saison nicht mehr unser Trainer sein könnte.
Es heißt also nicht so sehr „In Titz we trust“, sondern eher „in Peters we trust“.
Immer wieder wird kolportiert, daß Bernd Hoffmann unbedingt einen großen Namen auf dem Trainerposten sehen möchte.
Nein, Namen sind ihm egal. Es sollen die Besten, die zum HSV passen, kommen.
Und im Moment ist Christian Titz das Beste, was dem HSV passieren konnte (fb)

Wenn man sich wünscht, dass vier Minuten des eigenen Lebens ganz schnell vergehen…

…dann spielt der HSV!

Das war nichts für schwache Nerven. Wie oft wurde das Pflänzchen Hoffnung auf einen Sieg, in den letzten Minuten wieder ersäuft?
So oft, dass ich wirklich bis zum Schlusspfiff nicht daran glauben konnte. In den vier Minuten ewig wirkender Nachspielzeit, in der Schalke noch mal richtig aufdrehte, hat bestimmt der ein oder andere in ein imaginäres Kissen gebissen.
Aber dank einer tollen Parade von Pollersbeck ist es wirklich passiert: Nach 132 Tagen ohne Sieg bringt der HSV drei überlebensnotwendige Punkte nach Hause.

Und WIE er sie nach Hause brachte!
Ich wiederhole mich gerne, denn, egal in welcher Liga wir uns in der nächsten Saison wiederfinden, was Christian Titz, innerhalb von vier Wochen aus dieser Mannschaft gemacht hat, ist unglaublich.
Der kleine Ito hat die wohl beste zweite Halbzeit seines Lebens gespielt.
Dass er überhaupt 90 Minuten durchhielt, spricht für eine super Trainingsleistung. „Wir haben Ito nicht in den Griff bekommen“, gab Schalke Trainer Tedesco, im Aktuellen Sportstudio zu.
Der japanische Wirbelwind spielte seinen direkten Gegner, Caliguri, ein ums andere mal schwindlig, war links wie rechts zu finden und lieferte den entscheidenden Pass, der in der 52. Minute zum 2:1, durch Holtby führte.
Skeptiker, die Ito in der Startelf zunächst bemängelt hatten, taten tatsächlich Abbitte, ob der gerade in den zweiten 45 Minuten gezeigten Leistung.

Hunt im Sturm? So mancher rieb sich verwundert die Augen. Ich, ich gebe es zu, bin eigentlich kein großer Freund des Ex-Bremers. So manches mal hat er das Spiel verlangsamt und eher durch Fehlpässe auf sich aufmerksam gemacht.
Aber als Sturmspitze macht er durchaus Sinn, um die Lücke zu füllen, die sich allzu oft im generischen 16er aufgetan hat.
Dass sein Hammertor dann aus 26 Metern im gegnerischen Netz zappelte ist umso schöner. Und ehrlich gesagt, ich gönne es ihm sogar. Denn er scheint einer derjenigen zu sein, der die von Titz geforderte Mentalität zeigt und sie auch auf den Platz bringt. Nebenbei: der Blick von Torwart Fährmann erinnerte mich ein wenig an das Relegationsspiel in Karlsruhe, nachdem Marcello Diaz seinen Freistoß ins Tor zauberte.
„Wenn wir Fußball spielen, dann kann ich das auch“, sagte Hunt in ein ZDF-Mikro. Das dürfte als Seitenhieb auf die ehemaligen Trainer und ihr defensives Spielsystem verstanden werden.

Apropos Fehlpässe.
Auch die Statistik des Spiels lässt sich durchaus sehen. Neben einem Ballbesitz von 59 Prozent und einer um sieben Kilometer höheren Laufleistung als die Schalker, glänzten die Hamburger mit einer Passquote von fast 80 Prozent. Das sind erneut 20 Prozent mehr, als unter Gisdol und Hollersbach.
18 zu 7 Torschüsse bekamen die Fans zu sehen. Das dürfte gefühlt die gesamte Ausbeute aus den sieben Spiele unter Hollerbach gewesen sein.
Schade, dass sich Lukas Waldschmidt oder auch Sakai bei ihren beiden 100prozentigen nicht belohnten. Und auch Holtby semmelte das Spielgerät nur Zentimeter am Netz vorbei.
Hach, es war einfach schön, dieser Mannschaft zuzugucken!
Zu sehen, wie der Ball durch das Mittelfeld gezaubert wurde und sich die Spieler in ihren Laufwegen immer wieder anboten.
Erneut arbeitete die gesamte Offensive gut nach hinten mit. Ärgerlich dabei, das nach einem Freistoß von Caliguri von Naldo verwandelte Kopfballtor. Weder van Drongelen, noch Pollersbeck schienen da gewarnt.
Dass „die Hand Gottes“ an dem Ball mit dran war, bestätigte anschließend nicht nur Sky-Schiri Markus Merk. Auch Naldo gab zu, dass wohl Kopf und Hand beteiligt waren. „Aber wenn der Schiedsrichter sagt, ist ein Tor, dann ist es auch eins“, meinte er lapidar.
Für mich unerklärlich, dass es aus Köln keinen Einspruch gab. Auch wenn einige meinen, das sei eben keine eindeutige Fehlentscheidung gewesen.
Was war das sonst?
Für mich ziehen sich die Fehlentscheidungen, zu Ungunsten des HSV, wie ein roter Faden durch die gesamte Saison.

Umso wichtiger war es, dass sich unsere Jungs eben nicht, wie schon so oft davor, nach dem frühen Führungstreffer aufgaben, sondern weiter anliefen und sich in der 17. Minute, durch Kostic´s kuriosen Kopfballtreffer mit dem Ausgleich belohnten. Auch nach Holtbys Tor zum 2:1, kreiste keine Angst vor dem Verlust der Führung durch die Mannschaft, so, wie es noch gegen Hertha zu sein schien.

Unterm Strich bleibt ein tolles Spiel, ein wichtiges Ergebnis, die Abgabe der „Roten Laterne“ an den FC Köln und „nur“ noch fünf Punkte bis zum Relegationsplatz.
Schade, wirklich schade, dass wir uns nicht allein auf uns verlassen können, sondern auch immer noch auf die Ergebnisse der Konkurrenz schauen müssen.

Euphorie? Ich bin weit entfernt davon. Aber ich traue Christian Titz durchaus zu, dass er die Jungs auf dem Boden hält und sich alle der Situation bewusst sind. Titz weiß, nur, wenn in jedem der noch ausstehenden fünf Spiele 110 Prozent auf den Platz gebracht werden, kann das kleine Pflänzchen Hoffnung weiter leben. „Heute feiern, morgen arbeiten“, sagte auch Bernhard Peters, der dem gesamten Trainerteam ein Lob und der Mannschaft eine neue Mentalität aussprach, nach dem Spiel.
Noch ist nicht viel gewonnen. Aber auch nichts verloren.

Und nächste Woche? Da geht es nach Hoffenheim. Das Hoffenheim, bei dem wir vor 132 Tagen den letzten Sieg feiern konnten. Sie werden es uns nicht einfach machen und versuchen, diese Scharte auszuwetzen. Fehlen werden den Jungs auch die Fans, die gestern als 12. Mann dicht hinter der Mannschaft standen. Und das ganz ohne Pyro…
(mg)

Vorschau #HSVS04

Moin
Viel diskutiert wird ja die Frage, ob Christian Titz unser Trainer bleiben soll, oder nicht. Teilweise wird sogar recht heftig diskutiert. Um diese Frage zu beantworten, muß man ein klein wenig ausholen.

Wir haben bisher ein System gespielt, das bedeutete, daß wir durch Pressen den Ball erobern wollten, den dann schnell nach vorne bringen und vorne hilft der liebe Fußballgott.
Also ein System das sehr gegen den Ball ausgerichtet war.
Vor einigen Jahren war das noch (mäßig) erfolgreich, aber in dieser Saison machen das fast alle Mannschaften mit mehr oder weniger gutem Erfolg.
Und weil alle gegen den Ball arbeiten, kann keiner mehr was mit ihm anfangen.
Und so spielen die erfolgreich, die zwar wie alle anderen auch gegen den Ball arbeiten, aber doch zumindest ein bisschen was damit anfangen was können.
Übrigens ist das in der zweiten Liga nicht viel anders.

Das kann nicht so weitergehen, die Vereine müssen sich was einfallen lassen.
Man braucht eine Art Innovation, um aus dieser Spirale rauszukommen.
Innovation ist zwar hier in diesem Fall sehr, sehr großzügig ausgelegt, aber passt trotzdem irgendwie.

In unserer Jugend spielen wir mehr Fußball und weniger gegen den Ball.
Und das ganz bewusst.
Auf der einen Seite um die Spieler möglichst gut auszubilden, auf der anderen Seite, weil es der Plan war, dieses System mittelfristig auch in den Profifußball zu übernehmen.
Weil dort aber keine gute Arbeit geleistet wurde und wir immer wieder mit dem Rücken an der Wand standen, hat man sich auf seine „Stärken“ konzentriert: Gegen den Ball arbeiten, den langen Hafer nach vorne und da sollte dann, wie bereits gesagt, der liebe Gott helfen.

Durch die Entlassung Hollerbachs und das Hochziehen von Titz hat man das neue System im Profifußball Einzug halten lassen.
Das hat mehrere Gründe: Einerseits haben wir es unseren Gegnern bisher zu einfach gemacht.
Man musste sich nur hinten reinstellen und schon hatten wir keine Chance.
Also mussten wir was ändern.
Der nächste Punkt ist, wir mussten die Mannschaft fordern und damit auch ein Stück weit ablenken, um ihnen auch wieder ein bisschen den Spaß am Fußball zu bieten. Und wir mussten den Konkurrenzkampf neu entfachen. Also hat man der Mannschaft ein neues Konzept an die Hand gegeben, das für HSV-Verhältnisse geradezu revoutionär ist: Fußball spielen.
Damit der Umbau schneller vonstatten gehen kann, hat Christian Titz viele junge Leute hochgezogen. Diese jungen Leute heizen den Konkurrenzkampf an und vor allem verstehen sie, was der Trainer von ihnen will. Schließlich spielen sie schon länger so.

Die Spieler hatten also Konkurrenzkampf und sie wurden gefordert, ihre Fähigkeiten zu verbessern und sie wurden zudem vom Abstiegskampf abgelenkt.

Wir erleben nun einen HSV der Fußball spielt, der auch die Fans begeistert.
Für Schalke werden wir nahezu ausverkauft sein, weil die Fans das Konzept mit Spannung begleiten.
Die Fans sind neugierig, ihnen gefällt was sie sehen, obwohl erst ein Punkt dabei rübergekommen ist.
Das System ist in der Lage, auch tiefstehende Gegner in Bedrängnis zu bringen. Noch sieht man davon nicht viel, aber es wird besser.

In der Sommerpause laufen 10 Verträge, teils mit sehr prägenden Spielern aus (von den Gehältern wollen wir mal nicht schnacken).
Einige Spieler werden uns verlassen, obwohl sie noch Vertrag haben.
Mathenia wird sehr wahrscheinlich nach England gehen, Walace ist quasi schon weg, Wood hat auch angedeutet, daß er den Verein verlassen möchte.
Und falls der extrem unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, daß wir für die zweite Liga planen müssen, werden noch mehr Spieler gehen.

Also, folgende Situation: Wir haben einen Kader, der das erste Mal seit Jahren einen Umbruch erleben wird, der dem Namen auch gerecht wird.
Wir müssen ein System spielen, das auf Fußball spielen fußt.
Wir haben ein solches System im Verein installiert. Wir haben im Moment mit Christian Titz einen Trainer, der dieses System beherrscht.

Die Folge kann nur sein: Egal in welcher Liga wir spielen, wir müssen jetzt Spieler holen, die fußballerisch gut genug sind, um spielen zu können.
Und wir brauchen einen Trainer, der Fußball spielen lassen kann.
Auch der neue Sportvorstand muß das auf seiner Agenda stehen haben. Ansonsten ist es der falsche.

Wir sind klamm, wir haben nicht viel Geld.
Sowohl Wettstein als auch Bernd Hoffmann betonen, daß die Lizenz nicht in Gefahr ist.
Ich glaube ihnen das. Trotzdem haben wir kaum Geld.
Machen wir aus der Not eine Tugend: spielen wir Fußball.
Die Anderen spielen entweder gegen den Ball oder sie haben einen solch guten Kader, daß sie eh ausser Reichweite sind.
Machen wir uns zum Ausbildungsverein.
Dazu benötigen wir einige gute, charakterstarke Spieler als Gerüst und füllen den Rest der Mannschaft mit guten jungen Spielern auf, die sich fußballerisch weiterentwickeln wollen.
Also keine Spieler wie Kostic, Hahn oder Halilovic kaufen, sondern unser eigenen Talente, plus einige junge Talente als Ergänzung zum Kader.
Unter Umständen können wir auch Spieler mit einer gewissen Qualität ausleihen.

War es bisher immer so, daß wir Spieler mit „Schmerzensgeld“ davon überzeugen mussten, hier in Hamburg zu spielen, locken wir sie mit einer guten Ausbildung.

Und das garantiert dann Christian Titz zwar nicht den Job für die nächste Saison, aber immerhin werden wir einen Trainer haben, der das Konzept mitträgt. Ein Jos Luhukay, der zwar als Aufstiegsgarant gilt, wird es nicht werden.

Kommen wir zum Spiel.
Schalke wird sich unsere letzten beiden Spiele genau angesehen haben. Ich bin mir sicher, Tedesco wird sich was für uns überlegt haben.
Auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, daß man dazu neigt, uns zu unterschätzen, daß die Spieler schon das Derby im Hinterkopf haben.
Zudem müssen sich fünf Spieler der Knappen auch ihre Gedanken darüber machen, daß sie keine Gelbe bekommen dürfen, weil sie sonst gegen Dortmund gesperrt wären.

Bei uns wird Papa wohl den Platz von Jung, neben Stephan Ambrosius einnehmen. Und auch vorne testet der Coach einiges aus. Gestern hat Waldschmit in der Viererreihe hinter der Spitze gespielt und Hunt war im Sturm zu finden.
Was hat Titz vor? Lässt er Hunt im Sturm? Will er das trainieren, damit man im Spiel rochieren kann? Oder hat Hunt einfach nur den Platzhalter für Arp gespielt?
Wir werden es sehen. Eines ist sicher, Schalke ist fällig. Also: Nur der HSV (fb)

7 Spiele verschenkt!

Wer hat eigentlich gesagt, dass diese Mannschaft untrainierbar ist?
Wer meinte denn, dass selbst ein Pep Guardiola aus dieser Truppe nicht viel mehr rausholen könnte?
Wenn wir ehrlich sind, dann meinten das die meisten von uns.
Denn eine Entwicklung war weder zuletzt unter Bruno, noch unter Gisdol und schon gar nicht unter Hollerbach zu entdecken.

Und dann kommt ein Christian Titz, ein Trainer aus der „zweiten Reihe“ und belehrt uns eines Besseren.

Es ist noch keine vier Wochen her, da war der Hamburger Fußball das Synonym für „Antifußball“.
Lange Bälle nach vorne, ohne dass dort eine geeignete Anspielstation zu vermuten war. Destruktiver Zerstörungsfußball ohne jeglichen technischen Ansatz.
Hauruck-Gepöhle vom Feinsten, gepaart mit immer wieder individuellen Fehlern, die uns die Punkte kosteten. Und vorne eine Flaute, die den versiertesten Segler auf dem Wasser zum Verzweifeln gebracht hätte.
Sieglos seit November letzten Jahres.
Überholt vom 1. FC Köln, der zum Rückrundenstart gerade mal 6 Punkte gesammelt hatte.
Träger der Roten Laterne, ohne Aussicht auf Besserung.

Trotz all dieser Tatsachen wurde der Kader im Winter nicht nachgebessert. Sparfuchs Bruchhagen und SpoDi Todt wiederholten mantraartig, dass die Mannschaft stark genug für einen Klassenerhalt sei. Ein fataler Fehler, wie wir heute wissen.
Nach dem 2:0 im Januar dieses Jahres, gegen Köln, musste Gisdol gehen.

Und jetzt kommt das, was ich überhaupt nicht verstanden habe und was mich im Nachhinein RICHTIG wütend macht: mit Hollerbach holte man einen ähnlichen Trainertypen, mit der gleichen Spielphilosophie wie Gisdol sie hatte.
Liebe Leute!
Sollten wir absteigen, und es sieht verdammt danach aus, war das der Kardinalfehler der damaligen Führung.

Hollerbach mag ein total liebenswerter Mensch sein. Aber er ist niemand, der Abstiegskampf kann.
Er vermittelt schon nach außen eher den Typ Schwiegermutters-Liebling, als Motivations-Couch, der Menschen in seinen Bann ziehen, Selbstvertrauen ausstrahlt und mitreißen kann.

Haben Bruchhagen und Todt das nicht gesehen?
Unter welcher Prämisse hat man Hollerbach geholt?
Hat der „Stallgeruch“ da schon wieder Einfluss genommen?
Oder war Holle „nur“ zu gutmütig, um Nein zu dieser Herkulesaufgabe zu sagen?

Wie dem auch sei.
Wir haben 7 Spiele verschenkt, in der auch weiterhin auf dem Rasen das Spiel nur zerstört wurde, die Fehlpassquoten gen Himmel gingen, immer und immer wieder die selben Spieler ihre Fehler machen durften.

Heute frage ich mich, wo wir stehen könnten, hätte man gleich auf Christian Titz gesetzt.
Wobei ich zugebe, skeptisch war ich auch. Allerdings nicht, wegen der Qualitäten, die der neue Trainer hat, sondern angesichts der Zinnbauer-Ära, die vom Ansatz her ähnlich gelaufen ist.

Fakt ist, bereits im Hertha-Spiel konnte man erste Veränderungen festmachen.
Nicht nur, dass plötzlich Stammspieler auf der Tribüne saßen und sitzen (oder ganz aus dem Kader geflogen sind), die Jugend hat Einzug gehalten.
Titz, der seine Schützlinge aus der U21 aus dem Effeff kennt, spricht der „zweiten Garde“ das Vertrauen aus.

Super, wie er immer wieder die Youngsters zum Training der Profis hochzieht. Hier haben sie Gelegenheit, ihn in der Woche von den vorhandenen Qualitäten zu überzeugen.
Ist es zu wenig, geht es zurück.
Zeigen sie Einsatz und Können, werden sie am Wochenende mit der Berufung in den Kader, ja sogar in die Startelf, belohnt.
Namen alleine reichen dafür nicht mehr. Und das ist gut so!

Gestern galt das für Gouaida und Ambrosius, die beide kein schlechtes Spiel ablieferten.
Ja, Ambrosius hat mit seiner unglücklichen Kopfballaktion die Vorarbeit zum 1:1 verzapft.
Aber das ist ja das Problem: wir haben keine Zeit mehr, für solche Fehler, die eben gerade bei Bundesligadebütanten passieren und somit eigentlich dazugehören.
Wir haben, ich wiederhole mich, SIEBEN Spiele verschenkt!

Und im zweiten Spiel unter Titz ist eine spielerische Entwicklung zu sehen, die ich in den letzten fünf Jahren beim HSV nicht mehr gesehen habe.

Lange Bälle vom Torwart über die Mittellinie sind tabu.
Pollersbeck mutiert beim Spielaufbau oft zum Feldspieler (wobei gestern einige Bälle dabei waren, da wurde mir schon ein wenig übel).
In aller Ruhe wird geschaut, wo sich eine Lücke auftut.
Wir hatten gestern eine Passquote von 81%, sind zehn Kilometer mehr gelaufen als die Stuttgarter und zur Zweikampfquote von 54% haben auch die Neuen ordentlich beigetragen. Hier sind besonders Jung und Steinmann zu nennen.
Das Spiel geht oft sauber durchs gesamte Mittelfeld, aber auch über außen, wo immer mehr Pässe im gegnerischen Strafraum ankommen.
Dass dort leider immer noch selten ein Abnehmer zu finden ist, liegt eben daran, dass uns ein richtiger Strafraumstürmer fehlt. Zudem arbeitet auch die Offensive sehr schön nach hinten mit.

Die Mischung aus „alt“ und jung funktioniert.
Leider ist nur ein Punkt dabei rausgekommen, dessen Wertigkeit sich erst heute, nach dem Mainz-Spiel, und nächste Woche gegen Schalke, herausstellen wird.

Den Spielern mag der Punkt trotzdem gut getan haben. Schließlich durften sie feststellen, dass sie sehr wohl in der Lage sind, einen Gegner auszukontern und Bälle an den eigenen Mann zu bringen.
Und Hamburg wäre ja auch irgendwie nicht Hamburg, würde nicht wieder mal dieses letzte Fünkchen Hoffnung auf Hoffnung bleiben.

Ach, könnte es jetzt doch erst der 20. Spieltag sein und wir hätten nicht sieben Spiele verschenkt…
(mg)

P.S.: fast vergessen: wir wünschen Christian Titz alles Gute zum heutigen Geburtstag und weiterhin ein glückliches Händchen…

Vorschau #VfBHSV

Und schwupps ist die Länderspielpause vorbei und ich hab noch keinen Blog geschrieben. Aber noch bin ich rechtzeitig.

Was ist passiert? Wir haben drei „Problemspieler“, sollten aber jeden Fall getrennt betrachten.
Fall 1 ist Walace.
Nachdem er in der Hinrunde schon gezickt hat und zu spät aus der Winterpause zurück gekommen ist, hat er sich geweigert unter Titz in die IV zu rücken. Also hat unser Trainer ihn im Kader nicht berücksichtigt. Statt auf der Tribüne mit dem Team zu fiebern, blieb er lieber zu Hause und postete Bilder auf Instragram. Daraufhin hat Titz ihn zur zweiten Mannschaft beordert. Letztes Wochenende hatte man beschlossen, nochmal mit ihm reden zu wollte, was wohl eine Rückkehr in den Profikader bedeutet hätte. Was macht er, er schwänzt das Training der Zweiten, fliegt nach Mailand und postet feine Bilder von sich.
Mehr Provokation geht kaum. Also Geldstrafe und er bleibt in der Zweiten. Am Spielbetrieb kann er nicht teilnehmen, denn er ist kein Spieler aus einem EU-Land.

Fall 2: Dort trifft man auf einen alten Bekannten. Mergim Mavraj wurde in die zweite Mannschaft versetzt.
Offiziell aus sportlichen Ggründen. Nun, seine Leistung war in der Rückrunde eher dürftig, trotzdem kann ich das nicht so recht glauben. Ich bin mir sicher, da ist intern irgendwas vorgefallen. Er wäre aber spielberechtigt, denn er hat neben der albanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Schließlich ist er in Deutschland geboren und aufgewachsen.

Und der Fall 3, Papa.
Papa hat sich nach dem Spiel gegen die Hertha öffentlich beschwert, daß er nicht gespielt hat. Nein, so ganz trifft es das auch nicht, er hat den Trainer kritisiert, daß dieser nur auf die jungen Spieler gesetzt hat, statt auf die abstiegskampferfahrenen Spieler.
Nun, er hat nicht ganz Unrecht. Nur die Jugend, das läuft nicht. Sie brauchen Spieler, die ihnen in genau solchen Situationen, wie der zweiten Halbzeit gegen Hertha, Halt geben.
Auf der anderen Seite kann ich Titz auch verstehen, denn er setzt auf passsichere Spieler, die das Spiel von hinten mit flachen kurzen Pässen aufbauen können. Eine Fähigkkeit die für seine Spielphilosophie unabdingbar ist.
Und genau da hat zB Papa seine Probleme. Wir haben gegen die Hertha nicht einmal den Ball von hinten nach vorne gepöhlt, sondern immer die spielerische Lösung gesucht. Ich bin mir sicher, Papa hätte schon allein aus Gewohnheit auch lange Bälle gespielt.
Nach seinen Aussagen fuhr er zur Nationalmannschaft. Als er wieder in Hamburg war, hat man sich zusammengesetzt. Er hat sich entschuldigt und eingesehen, daß es nicht ok war. Als Entschuldigung der Mannschaft gegenüber hat er alle zum Essen eingeladen.

Walace hätte ich persönlich noch härter bestraft. Was er tut, kann nicht angehen. Wir bezahlen viel, viel Geld dafür, daß er bei uns Leistungssport betreibt. Und er gibt nichts zurück. So eine verwöhnte Göre müsste im Grunde mal einen „an de Flutz“ kriegen, damit er rafft, was Sache ist.
Aber das kann man ja leider nicht machen. Ich wünschte mir, wir hätten genug Geld, ihn zumindest für den Rest seiner Vertragslaufzeit auf die Tribüne zu setzen.
Aber das geht nicht, und das weiß er auch ganz genau.
Was Mergim angeht, da kann ich es nicht beurteilen, ob der Schritt richtig und angebracht ist.
Und bei Papa finde ich es ok, wie der Verein reagiert hat. Papa ist ein emotionaler Typ. Genau deswegen haben wir ihn doch geholt. Ich hab das Gefühl, er hat in der Länderspielpause über sein Verhalten in Ruhe nachgedacht, hat erkannt, dass sein Verhalten nicht ok war und ich hoffe, er stellt sich jetzt voll in den Dienst der Mannschaft. Nimmt er diese Rolle an, dann kann er selbst dann sehr wertvoll sein, wenn er nicht auf dem Feld steht.

Auf jeden Fall merken die Spieler jetzt, es weht ein anderer Wind im Volkspark. Nicht mehr Bruchhagen und Todt, sondern Titz, von Heesen, Peters und Wettstein.
Alles Leute, die sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen.
Ich hatte erst Sorgen, aber diese differenzierte Betrachtung der Fälle hilft sicherlich, um sich den nötigen Respekt in der Mannschaft zu verschaffen, ohne groß auf Angst zu setzen. Im Moment sieht es danach aus, dass Titz Sieger der Auseinandersetzungen ist.

Das Spiel gegen Stuttgart: Papa ist nicht im Kader. Das hat aber nicht mit seiner Disziplinlosigkeit zu tun, sondern er ist angeschlagen von der Nationalmannschaft wiedergekommen.
Albin Ekdal ist auch noch nicht fit genug, um spielen zu können. Er war wieder im Training, hatte aber Anfang der Woche erneut Schmerzen im Gelenk und musste einen Tag pausieren.
Und auch Wood wird nicht im Kader sein. Nach seinem Tor bei der Nationalmannschaft ist er nicht fit zurückgekommen.
Einerseits der Jetlag, andererseits ist er auch körperlich angeschlagen (Knie?). Holtby war ebenfalls angeschlagen, ist aber im Kader. Gleiches gilt für Ito, der in Paraguay für Japan, als U23-Nationalspieler, an einem Vier-Länder-Tunier teilgenommen hat.
Auch er war angeschlagen und stand auf der Kippe.
Hahn ist wieder dabei, dafür spielt Jatta bei der Zweiten. Dennis sitzt auf der Tribüne. Mit dabei ist ein weiterer Jüngling. Der 19jährige Stephan Ambrosius hat so gut trainiert, daß es Leute gibt, die ihm sogar einen Startelfeinsatz zutrauen.

Spielen werden wir wieder in einem 4-1-4-1. Steinmann ist auf der 6 gesetzt, Poller im Tor und die linke Seite besteht aus Santos und Kostic.
Der Rest muß sich zeigen.
Waldschmidt soll gut trainiert haben und einige sehen ihn vorne im Sturm.
Dahinter vermute ich Holtby und Hunt, auf rechts Ito, wenn er fit genug ist, vielleicht auch Hahn, der spielerisch zwar nicht ganz so gut ist, aber zu Insua passen würde. Ito würde dann eingewechselt werden, vermute ich. Gespannt bin ich auf die Innenverteidigung.

in Stuttgart macht Korkut ja wider Erwarten einen guten Job. Viele hatten ihm ja gar nichts zugetraut.
Er setzt in erster Linie auf die alten Recken, die Jungen bleiben tendenziell eher auf der Bank. Damit gewinnt die Mannschaft Sicherheit.
Und vorne profitiert er von Gomez, Thommy und Ginczek. Offiziell spielt man mit einem 4-4-2, aber praktisch gesehen ist es, zumindest bei Ballbesitz eher ein 4-3-3. Interssant finde ich das neue „magische Dreieck“. Thommy, Ginczek und Gomez harmonieren recht gut und rotieren immer hin und her.
Das erfordert hohe Konzentration von unseren Abwehrspielern.
Und wir sollten versuchen, nicht in Rückstand zu geraten. Dann mauert Stuttgart gerne. Kommen wir in den Stuttgarter Strafraum, könnten wir davon profitieren, daß die Abwehr umgestellt werden muß.

Köln, Wolfsburg und Mainz haben schwere Aufgaben (leichte gibt es eh nicht für Kellerkinder). Läuft es gut, dann könnten wir auf 4 Punkte an Mainz und Wob ranrücken. Aber dazu müssen wir erstmal gewinnen. Und das wird nicht leicht, liegt der VfB doch in der Rückrundentabelle auf Platz drei. Aber nichts ist unmöglich. Nur der HSV (fb)

Der Muff verschwindet

Nach dem wenig inspirierenden Spiel unter Hollerbach hat Titz gegen Berlin ganz anders spielen lassen. Es war eine richtige Augenweide, unseren Jungs dabei zuzusehen, wie sie Fußball gespielt haben.
Wir haben uns Chancen erspielt, die ausnahmsweise mal nichts mit Zufall zu tun hatten, sondern genauso geplant waren.
Pollersbeck hat bei uns den Libero gespielt und in der Mitte der letzten Reihe die Bälle verteilt. Ruhig und abgeklärt am Ball, und im Kasten war er auch nicht schlecht.
Wenn man sich das Spiel anschaute, dann sah man, wie die Spieler ständig dabei waren, Dreiecke zu bilden. Jeder Spieler hatte so immer zwei Anspieloptionen. Das muß für einige vollkommen neu gewesen sein, denn oftmals hatten sie unter anderen Trainern noch nicht mal eine.
Und in das Tor von Santos hab ich mich ein bisschen verliebt.
Matti Steinmann leitet mit seiner sehr guten Spielübersicht den Spielzug ein, nachdem man den Gegner auf die rechte Seite gelockt hat. Einige kurze Pässe später spielt Kostic den Ball durch die Gasse auf Santos, den man auf diese Weise freigespielt hat. Und er verwandelt den Ball auch noch. Zum mit der Zunge schnalzen..
Das war nicht mehr mein HSV.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das. Wir kamen ängstlich aus der Kabine, Berlin presste höher und so kamen wir ins Straucheln. Die Pässe kamen nicht mehr so gut, das war der Knackpunkt, so bekamen wir kaum Entlastung.

Mich ärgert das 1:1 am meisten.
Erst darf Plattenhart unbedrängt flanken und dann lässt Holtby seinen Gegenspieler Lazaro alleine davonlaufen.
Zwei individuelle Fehler, die uns auf die Verliererstrasse brachten.
Das zweite Tor war einfach gut gemacht, sowohl von Meier, der sich gegen 3 Hamburger gut durchsetzen kann, als auch von Kalou, der genau im richtigen Moment den Laufweg kreuzt, so dass Sakai ihn kurzfristig aus dem Blick verliert.
Danach war die Messe gelesen, Hertha stellte sich hinten rein und wenn sie etwas können, dann ist es verteidigen mit Mann und Maus.

Daß wir nach dem Foul an Waldschmidt mal wieder keinen Elfmeter bekommen haben, zieht sich inzwischen auch schon wie ein roter Faden durch die Saison.

Auch wenn wir verloren haben, das Spiel war erfrischend.

Überhaupt muß man sagen, die Stimmung beim HSV ist wesentlich frischer geworden, seit man das Trio Bruchhagen, Todt, Hollerbach entlassen hat. Hoffentlich hält das an, hoffentlich verfällt man nicht wieder in den alten Trott.

Schon 2007 sagte Axel Formeseyn, der HSV sei nicht sexy.
Das hab ich damals nicht so empfunden.
Allerdings hat der HSV für mich dieses Attribut verloren, als Ertel, Hunke & Co in den AR kamen.
Ein schwacher Aufsichtsrat, der nichts Besseres zu tun hatte, als schnellstmöglich einen schwachen Vorstand zu installieren.
Auch der kompetente Frank Arnesen wurde schnell wieder rausgedrängt.
Man musste ja schließlich nicht 1000mal die Linie hoch- und runtergelaufen sein, um etwas von Fußball zu verstehen.
Diese Selbstüberschätzung vieler Leute beim HSV hat uns letztlich in die Lage gebracht, in der wir uns jetzt befinden. Schwache Leute, denen der ganze Verein auf der Nase rumtanzt.
Jarchow hat nie Griff auf den Verein bekommen, Didi auch nicht. Zu viele Leute haben einfach gemacht, was sie wollten.

Als Bernhard Peters in der Jugendabteilung aufgeräumt hat, war der Aufschrei groß, gechasste Trainer haben die Presse gesucht, um ihr Leid zu klagen.
Ich denke, nur das Ausmisten durch Peters hat dazu geführt, daß in der Jugendabteilung endlich wieder erfolgreich gearbeitet wird.
Dieses Ausmisten sollte Vorbild für die Arbeit in der restlichen AG sein.
Alle, die nicht mitziehen, die nicht dazu bereit sind, Leistungswillen an den Tag zu legen, sollten ihre sieben Sachen packen und gehen.
Und das gilt für jeden Bereich. Nur so erreicht man einen neuen erfrischenden HSV, einen HSV, der dann auch wieder ein bisschen sexy ist.

Bernd Hoffmann hat ja mit der Demission von Bruchhagen schon angefangen.
Todt und Hollerbach mussten ihm folgen. Man kann dazu nur sagen: Weiter so.
Auch im Kader muß auf diese Weise ausgemistet werden.
Denke ich an Papa oder Walace, die dermaßen respektlos gegenüber dem Verein agieren, kann es nur eine Trennung bedeuten.
Und das ist dann auch gut so. Gerade von Walace, der sicherlich sehr talentiert ist, müssen wir uns schon die gesamte Saison auf der Nase rumtanzen lassen.

Und auch für Michael Schroeder muß das gelten. Der Ex-HSVProfi und Mann von Uwe Seelers Nichte weigert sich laut Bild, mit Johannes Spors zusammenzuarbeiten. Mir scheint, auch hier muß ausgemistet werden.
Die ganzen Egoismen, egal ob es sich um die Scheels, Ertels und Hunkes handelt, um die Schroeders und Todts, oder um die Papas und Walaces, sie alle müssen gehen, damit der HSV wieder Erfolg haben kann. Es muß rigoros aufgeräumt werden. Ohne Rücksicht auf Rang und Namen.

Nach den Entlassungen von Bruchhagen, Todt und Hollerbach reagierte Britta Kehrhahn auf Twitter mit folgendem Tweet: „Man erfriert beim Gedanken an den #HSV Asoziale Kälte regiert diesen Verein.“

Ein Tweet, der viel über das aussagt, was beim HSV über lange Zeit wichtig war.
Man wollte menschlich sein, hat sich hintenrum aber immer nur zerstritten.
Man hat sich gescheut, Entscheidungen zu treffen, weil diese Entscheidungen auch Menschen treffen.
Verständlich, wenn man keine Weitsicht hat.
Durch die Misswirtschaft, die dadurch entstanden ist, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit in die zweite Liga absteigen.
Dann können wir uns viele Dinge nicht mehr leisten, die wir uns jetzt noch leisten.
Ein Abstieg führt zu Entlassungen im Verein. Und das nicht in dem Bereich, in dem es hunderttausende an Abfindungen gibt, obwohl man schlecht gearbeitet hat, sondern in dem Bereich, wo es Leuten an die Existenz geht.
Ist das sozial?
Nein.
Das ewige Festhalten an Leuten, die keine Leistung bringen, das ist asozial, denn das gefährdet die Arbeitsplätze vieler Leute, die auf den Job angewiesen sind.

Der Muff im Verein muß verschwinden, dann können wir auch wieder erfolgreich sein, dann spielen wir auch wieder attraktiv, dann wird der HSV auch wieder sexy. Ich bin froh, daß Bernd Hoffmann da ist, und endlich mal dafür sorgt, daß aufgeräumt wird. (fb)

ps: Gerade les ich, Lumpi Spörl, der bei uns als Scout angestellt war, muß auch gehen. Mir tut es für ihn leid, aber der Weg ist der richtige. Nicht nur das, es ist auch der einzige, wenn wir den Turnarround schaffen wollen

Wunder dauern etwas länger

Vorfreude. Zum 1. Mal seit langer Zeit mal wieder Vorfreude auf ein Spiel.
Und was für ein Gefühl war das, in der 26. Minute, als Kostic´s Pass von Santos sauber angenommen, zwischen Jarsteins Beinen hindurch geschossen, plötzlich im Netz zappelte!

Überhaupt. Die Statistik der 1. Halbzeit war ungewöhnlich. Fast 60 Prozent gewonnener Zweikämpfe, eben so viel Ballbesitz und die Pässe durch das Mittelfeld gingen an den eigenen Mann.
Wow! Das sah nach Fußball aus, was Titz´s Mannschaft da auf den Rasen zauberte.
Ja, zauberte. Denn als gebeutelter HSV-Fan sah man eher erstaunt auf das, was die jüngste Startelf seit 1974 da spielte.
Ich gebe es zu. Ich hatte ein wenig Angst.
Nach dem Tor hatte ich Angst, dass man die Führung wieder abgeben, in alte Schemata zurückfallen würde.
Aber das, was ich bis zur 45. Minute sah, machte Mut.
Sie wollten. Und sie konnten auch!

Diese Mischung aus erfahren und unbekümmert, zu der sich Christian Titz entschlossen hatte, machte Spaß. Man sah, dass die ersten Trainingsanweisungen umgesetzt wurden. Dass lange Bälle nach vorne der Vergangenheit angehören sollten und dass sich Bewegung auch ohne Spielgerät lohnte.
Der Spielaufbau ging über Jung, van Drongelen und Pollersbeck die sich, zugegeben von den Berlinern ziemlich in Ruhe gelassen, aussuchen konnten, über welche Seite der Ball nach vorne gehen sollte.
Wobei insbesondere Ito ziemlich viel Wirbel auf der linken Seite machte.
Ein ums andere Mal sah es gar so aus, als würde man die Führung ausbauen können. Mit schönen Pässen kombinierte man sich immer wieder in Richtung gegnerischem 16er. Leider blieb das Glück Kostic, Hunt und auch Holtby verwehrt.
Auf der anderen Seite zeigte Pollersbeck zweimal eindeutig, warum er den Vorzug vor Mathenia erhalten hatte.
Ich hätte nichts dagegen gehabt, wäre das Spiel nach den ersten 45 Minuten grundsätzlich abgepfiffen worden.

Man konnte sich denken, was für eine Ansprache sich die Herthaner in der Kabine anhören mussten.
Paul Dardai würde, er KONNTE, mit der Spielweise seiner Jungs nicht zufrieden sein.
Und er wusste, was für Hamburg auf dem Spiel steht.
Er wusste, dass sie auf Biegen und Brechen dieses Ergebnis würden halten wollen.

Vielleicht hat auch Titz diesen Umstand in den Katakomben einmal zu viel betont… Jedenfalls kamen die Jungs wie verwandelt aus der Halbzeit.
Die Hertha drehte auf und im Gegenzug ließen sich die Rothosen in ihrer Hälfte einschnüren. Ein bisschen sah es jetzt aus, als habe der Hase plötzlich Angst vor dem Wolf und macht sich deshalb klein. Ich konnte sie fast körperlich spüren, diese Angst. Zu fragil wirkte die gesamte Mannschaft plötzlich.

Es funktionierte nicht mehr viel nach vorne. Man hatte plötzlich etwas zu verlieren. Weg war die Leichtigkeit, die Kugel durchs Mittelfeld zu bugsieren. Weg war aber auch der Platz, den man vorher zum Spielaufbau bekommen hatte.
Es kam was kommen musste. Plattenhardts Flanke in den Strafraum fällt direkt vor Lazaros Füße, der aus fünf Metern, völlig frei stehend, nur noch einschieben muss.
In der 57. Minute, also gerade mal sechs Minuten später, die Entscheidung. Maier kommt, vom Gegner kaum belästigt über die rechte Seite in den Strafraum und legt den Ball flach in die Mitte. Kalou kommt angerauscht und knallt den Ball unter die Latte.

Titz reagierte offensiv, brachte Wood für Holtby, Jatta für Ito und Waldschmidt für Arp. Zuviel für vorne, zu wenig für das Mittelfeld, in dem so gut wie nichts mehr zusammenlief. Zu ungenau die Zuspiele und zu schlecht die Standards.
Nach einem Freistoß für Hamburg, pfeift der Schiri in der 93. Minute ab. Für mich unerklärlich, da der Spielzug nicht unterbrochen war. Einige haben ein Foul im Strafraum gesehen. Ich nicht.
Sei´s drum, am Schiri hat es letztlich nicht gelegen, dass wir ohne Zählbares den Platz verlassen mussten.
Auch Christian Titz schaffte es nicht, den Vorsprung auf den Relegationsplatz, mit drei weiteren Punkten zu verkürzen.
In der 2. Halbzeit hat sich der HSV selbst geschlagen.
Naja, es waren wohl eher die Köpfe der Spieler, die zu sehr mitspielten.

Doch Hamburg wäre nicht Hamburg, wäre es auf den Nebenschauplätzen ruhig geblieben.
Da polterte ein Papadopoulus gegen seinen Platz auf der Bank und Dana Diekmeier sah sich gar bemüßigt, mit einem kindischen Post auf Instagram den Rausschmiss ihres Mannes aus dem Kader kommentieren zu müssen.
Frank Wettstein hatte es angekündigt, dass der Trainerstab, hinsichtlich Engagement und Einstellung einige Spieler hinterfragen würde. Und dass man hinter Titz´s Entscheidungen stehen würde, käme es zu Veränderungen im Kader.
Für mich hat sich gerade Papa disqualifiziert. Seien wir ehrlich. Auch er war in den letzten Spielen nicht wirklich fehlerfrei.
Hat er Probleme mit dem Trainer, dann sollte er das intern klären und keine Vorlagen für die Medien schießen, um noch mehr Unruhe in den Kader, in den Verein zu bringen.
Profis sollten Profi genug sein, Entscheidungen zu akzeptieren und sich auch mal selber hinterfragen. Wie wir alle es Tag für Tag tun müssen. Auch wenn wir nicht Papadopoulus oder Diekmeier heißen.

Die 1. Halbzeit hat dem Trainer mit all seinen Entscheidungen Recht gegeben. Wir haben eine junge, freche Mannschaft erlebt, die gewillt war, die im Training erhaltenen Anweisungen umzusetzen.
Gut, die meisten von uns haben ein Wunder erwartet. Doch wer ehrlich ist der weiß, dass fünf Trainingseinheiten die begrenzten Qualitäten der Mannschaft nicht würden grundsätzlich verändern können. Wunder dauern eben etwas länger.
Titz hat jetzt 14 Tage Zeit, an den Laufwegen zu arbeiten, seine Spielweise in die Köpfe der Jungs zu pflanzen und vor allem verlorenes Selbstbewusstsein wieder auszubuddeln.
Auch wenn all das nicht zum Verbleib in Liga 1 reichen sollte, so bleibt doch die Hoffnung, dass man mit einem frischen, lebendigen Kader, der guten Fußball spielen will, in Liga 2 startet.

Dass nach dem Spiel Hamburger auf Hamburger losgehen, dazu fehlen mir die Worte. Es ist die traurige Fortsetzung der unsäglichen Banner- und Kreuzaktion aus den letzten Wochen. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen rechtzeitig zur Vernunft gebracht werden. Damit man in Hamburg endlich wieder über Fußball und nicht über die Vollpfosten berichten muss, die dem Verein von innen heraus Schaden zufügen!
(mg)

Vorschau #HSVBSC

Holler ist Geschichte, Titz ist unser neuer Trainer und die Hoffnung ist wieder da.
Die Entlassungen der letzten Woche, also Bruchhagen, Todt und vor allem Hollerbach haben den Club befreit, die Stimmung ist eine ganz andere geworden. Endlich ist wieder Leben drin.
Es war schon seit Monaten viel zu ruhig, also nicht positiv ruhig, sondern negativ ruhig.

Christian Titz ist der Nachfolger, unser bisheriger Trainer der U21.
Schaut man sich die Interviews/Presssekonferenzen an, fällt einem die gänzlich andere Art, im Vergleich zu seinem Vorgänger auf.
Titz wirkt sehr offen, aufgeräumt und kompetent, man hat den Eindruck, er weiß wovon er redet.

Ein weiterer Neuzugang im Verein ist Thomas von Heesen.
Er übernimmt Teile des Jobs von Spodi Jens Todt.
Er wird nicht den Kader planen, keine Verhandlungen mit Spielern und deren Beratern führen.
Er berät den Vorstand in sportlichen Belangen und ist das Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Verein.
Auch ist er der Ansprechpartner für die Spieler und deren Berater, falls es irgendwo Probleme geben sollte.

Zum Spiel letzte Woche sag ich lieber nichts.
Also widmen wir uns dem morgigen, gegen die Hertha.
Mit den Berlinern kommt eine Truppe, die nicht einfach zu bespielen ist, die allerdings im Moment auch eine gewisse Schwächephase hat.

Wie wir spielen werden kann ich nur raten, es wird auf jeden Fall offensiver gespielt werden, als unter Holler.
Interessant ist der Kader, den Titz für das Spiel benannt hat.
Steinmann und Seo sind drin.
Hahn ist nicht dabei, Schipplock und Mavraj auch nicht.
Aber das war schon fast zu erwarten.
Überraschend war für mich jedoch, daß er auf Dennis Diekmeier und vor allem auch auf Walace verzichten wird.
Das hätte ich nicht gedacht.
Vor allem beim Brasilianer war ich überrascht, der unter Holler eigentlich eine gute Entwicklung genommen hat.
Ach ja, Holtby ist auch im Kader und ich könnte mir auch einen Einsatz von ihm vorstellen.

Wichtig ist aber vor allem die psychische Komponente.
Die Jungs müssen den Kopf wieder hoch bekommen, müssen eine positivere Selbstwahrnehmung bekommen, Selbstbewusstsein tanken.
Das geht über das Training, das geht über Einzel- und Gruppengespräche und das geht auch über einen positive Support durch uns Fans.
Und deshalb hat es mich gefreut, daß heute ca 150 Fans beim Training waren, um die Mannschaft anzufeuern und, daß morgen der Bus wieder mit einem Spalier in Empfang genommen werden soll.
Dazu kommt, daß in den letzten Tagen noch viele Tickets für das Spiel verkauft worden sind.
Die HSVer kommen, um ihre, um unsere Mannschaft anzufeuern.
Auch Titz hat darauf hingewiesen, wie wichtig der Rückhalt der Fans für die Spieler ist.

Aktionen einiger Schwachköpfe mit Bannern und Kreuzen sind nur kontraproduktiv. Mal abgesehen davon, sind sie menschlich gesehen auch unterste Schublade und durch nichts zu rechtfertigen.
Durch gar nichts.

Ich bin gespannt, wie wir morgen spielen und ich freue mich seit langem endlich mal wieder auf ein Spiel, wohl wissend, daß wir unbedingt gewinnen müssen.
Wohl wissend, wie wichtig das Spiel ist.
Ich verspüre eine freudige Anspannung.
Noch sind wir nicht abgestiegen.
Sowohl Köln als auch Mainz und Wob haben schwere Spiele an diesem Wochenende. Gewinnen wir, sind es nur noch 4 Punkte auf Platz 16. Dann könnten wir mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen und Titz hat 14 Tage Zeit, mit den Jungs zu arbeiten, und das Momentum wäre auf unserer Seite.
Wir wären wieder im Geschäft.
Drücken wir die Daumen, daß wir nach dem Spiel auch noch gut drauf sind. Nur der HSV (fb)

Himmelfahrtskommando

Manchmal überholt das wirkliche Leben das geschriebene Wort schneller, als man glaubt.
Saß ich gestern noch über einem Blog, den ich anschließend verworfen habe, weil sich in meinem Kopf ein riesiges Gedanken-Karussell drehte, ist es jetzt amtlich.
Bernd Hollerbach ist HSV-Trainer-Geschichte, Christian Titz ist die Gegenwart.

Was wollte ich gestern nun ausdrücken, in dem Blog, der nie erscheinen wird?
Meinen Frust, meine Wut, meine Enttäuschung, die ich fühlte, nachdem sich der HSV bei den Bayern, gefühlt ohne Gegenwehr, in sein Schicksal ergab.

Klar ist es nicht verwerflich, in München zwei, drei, ja vier Dinger zu kassieren. Die Frage ist halt immer, wie man sich dabei verkauft.

Und ich habe eine Mannschaft gesehen, die sich mit dem Anpfiff bereits aufgegeben hatte.
Ich habe zudem eine Aufstellung gesehen, die nur auf Defensive baute.
Ich habe vor allem eine Aufstellung gesehen, die die siebte im siebten Spiel unter Bernd Hollerbach war.

Holler, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, mag ein lieber, netter Kerl sein. Er mag auch seine Qualitäten als Trainer haben. Was er jedoch nicht hat, ist die kämpferische Ausstrahlung die man braucht, um eine kaputte Mannschaft durch einen kräftezehrenden Abstiegskampf zu führen.

Versteht mich jetzt bitte nicht falsch. Klar kann Hollerbach nichts für die verpfuschte Zusammenstellung des Kaders.
Klar kann er nichts für die verkorkste Hinrunde. Nein, er ist sicherlich nicht alleine schuld daran, dass dem Klassendino der erste Abstieg seines Bundesligalebens droht.
Aber er wusste, worauf er sich einließ, als er den Vertrag unterzeichnete.
Er wusste, auf welches mediale Glatteis er sich begeben würde. Er wusste, dass man kein gutes Haar auch an ihm lassen würde, käme die Mannschaft kein Stück voran.

Und die Mannschaft ist kein Stück vorangekommen!
Im Gegenteil.
Ich habe, im Vergleich mit den Leistungen unter Markus Gisdol, keinerlei Verbesserungen wahrgenommen.
Was deutlich sichtbar war, war hingegen die wachsende Verunsicherung des Trainers, die sich nicht nur in den ständig wechselnden Aufstellungen ausdrückte, sondern auch in den immer wiederkehrenden, nach Entschuldigungen suchenden Sprüchen, während der Pressekonferenzen.

Mag sein, dass sich die Mannschaft in das ein oder andere Spiel reingehängt hat.
Nur leider niemals durchgehend 90 Minuten. Immer fehlte das gewisse Quentchen, das selbst die Spieler im Anschluss bei sich selbst bemängelten. Allein das ist schlimm genug! Ich weiß woran es liegt, ich tue es trotzdem immer wieder!

Lange Rede, kurzer Sinn: Bernd Hollerbach kann kein Abstiegskampf. Aus dem Grund begrüße ich die Entscheidung, ihn mit sofortiger Wirkung freizustellen.

Als neuen Mann an der Seitenlinie hätte ich mir allerdings einen anderen, als Christian Titz gewünscht.
Der U-21 Trainer ist erfolgreich. Seine Mannschaft führt die Regionalliga an, wird, so sie denn so weiterspielt wie bisher, in die 3. Liga aufsteigen.
Und genau jetzt zieht man den Jungs den Halt unter den Füßen weg, um eine anscheinend untrainierbare, angeschlagene Profimannschaft zu trainieren.
Hatten wir das nicht schon mal?
Auch als Joe Zinnbauer, in der Saison 2014/15 erfolgreich die U-21 trainierte, saßen die Profis in einer ähnlichen Lage wie heute. Von September 2014 bis Mai 2015 gab Zinnbauer den Übungsleiter und übergab den HSV dann auf dem Relegationsplatz stehend, wir erinnern uns…an Peter Knäbel.
Auch seine nächste Trainerstation, beim FC St. Gallen, wurde vorzeitig beendet.
Verbrannt.
Und die Lunte wurde bei den HSV-Profis gelegt…
Nun also Christian Titz.

Ich für meinen Teil hätte mir einen Vollprofi gewünscht. Einen, der nichts mehr zu verlieren hat und seine Aufgabe darin sieht, in den letzten Spielen der Saison das Beste aus dieser desolaten Mannschaft herauszuholen. Einer, der Abstieg kann und der nicht auf Geld, sondern auf Herausforderung steht. Vielleicht ohne Gehalt, dafür mit einer fetten Nichtabstiegsprämie.
So einer wie Jol oder wie Stevens…

Und ich sehe die Profis in der Pflicht, sich nach dem Auftritt in München, nach den Klagen über mangelnde Unterstützung und Unruhen an die eigene Nase zu fassen und den HSV nicht weiterhin zum Gespött von ganz Fußballdeutschland zu machen!
Reißt euch gefälligst den Allerwertesten auf! Zeigt, dass ihr außer hinterher zu wissen, woran es lag, vorher einen Plan habt! Nämlich den, zu kämpfen!
Am Samstag kommt die Hertha. Da will ich sehen, dass der Frühlingshauch auch in der Kabine angekommen ist. Alles andere lasse ich nicht gelten. Wir haben keine Chance. Nutzen wir sie!

Ja, ich gebe zu, nach den Freistellungen von Todt und Bruchhagen, in der vergangenen Woche, habe ich sowas wie Frühlingsluft geschnuppert.
Es ist alles noch machbar.
Und wenn nicht, liebe Leute, dann erwarte ich einen würdevollen Abschied aus der Liga! Und zwar von allen. Der HSV bezahlt euch bis zum Abpfiff des letzten Spieles. Also arbeitet gefälligst auch solange! Lasst frischen Wind in die Köpfe, geht raus und kämpft!
Allen Widrigkeiten zum Trotz wünsche ich Christian Titz nur das Beste! Und ich wünsche mir, dass er die Profis erreicht. Es wird nicht leicht. Aber das dürfte jedem klar sein. Er kann mit seiner Aufgabe zum Helden werden. Schafft er es nicht bleibt ihm zu wünschen, dass das Gastspiel bei den Profis seiner Trainerkarriere nicht schadet.
Und auch der u21 sei weiterhin viel Glück und Können, beim Erreichen ihrer Ziele gewünscht!

Last but not least.
Ja, ich bin sauer, enttäuscht, wütend und hilflos. Und ich bin mit meinen Gefühlen nicht alleine. Das, was allerdings ein paar völlig Versprengte auf dem Trainingsgelände des HSV aufgestellt haben, ist das allerletzte! Den Spielern Gewalt antun zu wollen, ja ihnen sogar mit dem Tod zu drohen ist eine Straftat, für die man die Täter hoffentlich mit aller Härte zur Verantwortung ziehen wird. Wir BlogPerlen distanzieren uns mit aller Vehemenz von diesem Vorgang!
(mg)