Wenn nicht jetzt, wann dann? Haben Sie mehr Mut, Herr Gisdol!

Es ist undankbar, einen Blog über die Niederlage in Leverkusen zu schreiben, wenn man persönlich merkbar angezählt ist.

Angezählt von diversen Abstiegskämpfen der vergangenen Jahre.

Angezählt von Emotionen, wenn es um die Art und Weise geht, WIE man Spiel um Spiel verliert und mal wieder auf die Tabelle schaut, auf der der HSV Stück für Stück erneut in Regionen rutscht, die ihm so wohlbekannt sein dürften.

Angezählt von den immer und immer wieder gleichlautenden Aussagen von Spielern und Management, die da was von „wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen“ oder „wir haben mit unseren Fehlern dem Gegner die Tore ermöglicht“ erzählen.

 

Wenn ich dann noch Aussagen im Netz lese, die Verbesserungen gesehen haben wollen dann frage ich mich: wie muss man spielen, um schlecht zu spielen?

 

Ja, wir haben mit Verletzten zu kämpfen. Allerdings haben das andere Vereine auch. Und selbst Jens Todt spulte in den vergangenen Wochen mantraartig „das darf kein Grund für unsere Leistung sein“ runter.

Hinzu kommt, dass es ja, wenn wir ehrlich sind, eigentlich „nur“ zwei Stammkräfte sind, die zurzeit nicht auflaufen können.

Kostic und Müller fehlen, als unsere effektive Flügelzange.

Jedoch macht ein Kostic allein, das hat das Spiel gegen Leipzig gezeigt, auch längst noch keinen Sommer und ein van Drongelen ist für mich nach zweieinhalb Spielen noch keine Stammkraft.

Aaron Hunt als solche zu bezeichnen… naja. Mal mehr, mal weniger. Ich halte ihn zudem noch immer für zu langsam, im geplant schnellen Umschaltspiel, das Markus Gisdol gerne sehen würde.

Schade ist, dass Ekdal erneut verletzt ist. Er war, gemeinsam mit Walace gerade dabei, sich einzugrooven.

Und obwohl Gideon Jung gestern für mich, ein gutes Spiel gemacht hat, (ja, ja, beim 1:0 hat er gepatzt…), darf man nicht vergessen, dass der Junge, aufgrund eben erwähnter Verletzungen, ständig seine Position wechseln muss.

 

Gisdol läuft, personell gesehen, auf dem Zahnfleisch. Und seine gestrige, ungewöhnlich offensive Aufstellung, in einem 4-3-3 System, verpuffte im Leverkusener Abendrot.

Wood kann man sein Engagement wahrlich nicht absprechen. Aber wenn über die Flügel so gar nichts kommt, dann kann auch der beste Stürmer nicht netzen.

 

12:0 Tore, in den vergangenen vier Spielen. Die Torflaute nimmt Fahrt auf.

André Hahn vergibt eine 100prozentige und auch Salihovic drischt lieber den Ball aus der 2. Reihe aufs Tor, als dass er versucht, vorne eine Anspielstation zu finden.

Die Statistik will 12 Torschüsse der Hanseaten gezählt haben.

Davon habe ich wohl zehn verdrängt.

 

Auch ansonsten haben die Statistiker eine ausgeglichene Bilanz aufgestellt.

Sie zählten 20:18 Freistöße, 51:49 Prozent Ballbesitz, gar eine Passquote von 82 Prozent und 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe für den HSV.

Aber, wie sagte es Dietmar Hamann gestern bei Sky so treffend: „dann haben sie die entscheidenden Zweikämpfe, in den jeweiligen 16ern wohl nicht gewonnen.“

 

Für mich fängt das Tordebakel nicht erst am 16er an. Klar, dort sind einige von den Rothosen versemmelten Bälle im Nirwana verschwunden, aber es hapert im Spielaufbau.

Ein Sakai ist noch immer zu viel mit sich selbst beschäftigt, ein Diekmeier ist zwar schnell, aber beim flanken haperte es erneut mit der Genauigkeit.

Im Mittelfeld wurden zwar lustig die Bälle hin-und herverschoben, ging es nach vorne, war das Spielgerät dann allerdings schneller beim Gegner, als man selber gucken konnte.

 

Und hinten stand die Abwehr rund 20 Minuten wie eine Eins. Aber man kann inzwischen Wetten darauf abschließen, wann der erste eindöst und die komplette Viererkette löchrig wird, um als Escorte den Gegner zum Tor zu begleiten. Auch hier lag Hamann richtig, als er mehr Leadership forderte, um die Abwehrkette zu dirigieren.

 

Richtig geärgert habe ich mich über die Situation, kurz vor der Pause. Ein Ball auf unser Tor trudelte in Richtung Seitenlinie. Er war noch nicht im Aus, aber ALLE Hamburger blieben einfach stehen! Ein Leverkusener jachtete hinterher, bekam ihn noch, brachte ihn aber unsauber auf unseren Kasten. Und das bei einem Spielstand von 2:0! Kinners! Das sagt viel über den Willen aus, doch noch was zu drehen!

 

Dann gibt es die Leute, die ständig danach schreien, der Jugend doch mal eine Chance zu geben, Jatta aber, bei seinem 2. Einsatz bereits die Bundesligatauglichkeit absprechen.

Ja, was denn nun?

Ich selber fordere auch immer wieder „Jugend auf den Platz“. Man muss Talente fördern. Stück für Stück. Auch in Hamburg.

Allerdings darf man dann auch nicht vergessen, dass denen die komplette Spielpraxis, unter Matchbedingungen fehlt!

Leider!

Ein Jatta kann seine Schnelligkeit nicht ausspielen, wenn er unsaubere Pässe erst einfangen muss, oder auf engstem Raum keine Unterstützung findet, um sich freizulaufen.

Aber ich hoffe, dass auch Gisdol es bemerkt hat, dass mit der Einwechslung von Jatta und Waldschmidt wesentlich mehr Bewegung auf dem Feld war. Ich hätte auch liebend gerne mehr von Bundesligadebütant Tatsuya Ito gesehen, hoffe, bald Jann-Fiete Arp wieder im Kader zu haben und Janjicic spielen zu sehen.

 

Jetzt wird der ein oder andere wieder sagen, es sei keine Zeit für Experimente. Ich allerdings frage: wenn nicht jetzt, wann dann?

Wann sollen die Jungen in Deutschlands höchster Fußballliga Erfahrungen sammeln, Automatismen üben, Laufwege kennenlernen und Selbstbewusstsein tanken? Immerhin ist die Saison noch jung und nicht hoffnungslos verfahren.

Ich befürchte, dass, wenn die Verletzten alle wieder fit sind, verschwinden die hoffnungsvollen Talente wieder im Kader der U21. Was sehr schade wäre!

 

Apropos Selbstbewusstsein, das hat der Trainer, nach dem gestrigen Spiel übrigens der kompletten Mannschaft abgesprochen. Man sei verunsichert, so Gisdol vor dem Sky-Mikrofon. Es sei an ihm, die Mannschaft jetzt wieder mental aufzubauen. Keine zuversichtliche Aussicht auf das so wichtige Nordderby, am kommenden Samstag!

Markus Gisdol sei hiermit viel Glück dabei gewünscht. Denn ich mag diese „wir waren nicht bei 100 Prozent-Phrasen“ wirklich nicht mehr hören!

Schon gar nicht nach dem Spiel gegen unseren Lieblingsfeind, Werder Bremen!

(mg)

Vorschau #B04HSV

Meine Meinung zum Dortmundspiel hab ich ja schon geschrieben. Das Spiel war gut, wir haben endlich mal Initiative gezeigt, nachdem wir in den letzten Monaten ausschließlich reaktiv gespielt haben. Lief zwar nicht optimal, aber es war eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung!

Die Frage ist jetzt aber, was erwartet uns am Sonntag? Eines erwartet uns auf keinen Fall, der Eurosportplayer. Das Spiel wird fein auf Sky zu sehen sein. Gut so.

Ok, aber was erwartet uns spielerisch?
Ich denke, wir werden personell ähnlich auflaufen, wie gegen Dortmund. Eigentlich sind eh nur zwei Positionen offen: wer spielt LV und wer im DM neben Walace?

Ich vermute, daß wir wieder mit Sakai und Jung spielen werden, sie haben ihren Job gut gemacht. Und gegen Bellarabi ist es mir lieber, wenn Sakai spielt. Er ist robuster.
Im DM ist Ekdal vielleicht der Bessere, aber nur, wenn er auch wirklich fit ist.

Bayer wird hart spielen, sie stehen unheimlich unter Druck.
Bellarabi, Kohr, Wendell, das sind alles keine Kinder von Traurigkeit. Da müssen wir gegenhalten. Schaffen wir das, dann steigt die Stimmung und wenn es heiß hergeht, dann steigen unsere Chancen. Da können wir besser mit um.
Bayer wird versuchen, schnell über die Flügel zu kommen und dann die Spitzen einzusetzen. Allerdings sind ihre Spitzen im Moment nicht sehr erfolgreich.
Die zweite Reihe trifft allerdings. Gespannt bin ich, ob Alario spielen wird, seit dieser Woche hat er endlich die Spielberechtigung.
Und wenn er spielt, bin ich gespannt, ob er trifft. Ich hoffe nicht…
Hinten steht Leno, der bislang auch alles andere als sattelfest war. Er kann sehr gut halten, patzt aber auch gerne mal. Darf er gerne weiterhin, gegen uns.

Da das Spiel in Leverkusen statfindet, Bayer eher heimstark und wir eher auswärtsschwach sind, sehe ich leichte Vorteile für die Werkself. Allerdings ist der Ausgang des Spiels offen.
Welche Bayermannschaft sehen wir und welchen HSV? Spätestens am Sonntag, kurz vor 20 Uhr, werden wir es wissen. (fb)

Klingt komisch, aber isso

Ich bin mit dem Spiel gestern zufrieden. Das klingt komisch, weil wir 0:3 verloren haben, aber es ist so. Ich habe ja eine klare Niederlage erwartet, und sie ist eingetreten. Wenn wir mehr erreichen wollen, dann bedarf es der Hilfe des Gegners und der BvB hat uns den Gefallen, wie auch RaBa vor 2 Wochen, nicht getan. Wir sollten uns auch nicht wegen der fehlenden Punkte grämen. Dortmund muß man nicht schlagen, das sind einfach nur Bonuspunkte, die wir nicht bekommen haben. Anders sieht es zB mit dem Spiel am letzten Freitag in Hannover aus. Das sind die Spiele, die wir für uns gestalten müssen.

Gestalten, das ist hier das Thema, das ich aufgreifen möchte. Während wir in den letzten Spielen, ja eigentlich die gesamte Zeit unter Markus Gisdol, den Ballbesitz weit von uns geschoben haben, haben wir gegen Dortmund den Mut gehabt,selber das Spiel gestalten zu wollen. Ich denke, jeder, der den HSV kennt und gestern das Spiel gesehen hat, hat sich erstmal verwundert die Augen gerieben. 47% Ballbesitz gegen den Meisterschaftsfavoriten (In meinen Augen ist er das noch vor den Bayern), das ist schon nicht schlecht. Und damit haben wir Dortmund vor eine Herausforderung gestellt, mit der sie zu Anfang Probleme hatten. Machen wir das erste Tor, geht das Spiel ganz anders aus. Spielen wir mit Müller und Kostic, sind die Chancen sehr groß, daß wir dieses Tor auch machen. In der aktuellen Besetzung sieht es da schon schlechter aus. Und obwohl der Fokus der Dortmunder auf der Offensive liegt, darf man nicht vergessen, sie haben in dieser Saison noch kein Bundesligator kassiert.

Ich hab mich nach dem Hannoverspiel gefragt, ob es gut ist, daß Markus Gisdol so zu 100% diese eine Taktik, vollkommen auf Ballbesitz zu verzichten, auf Balleroberung und das Umschaltmoment zu setzen bevorzugt. Nun haben wir gesehen, der HSV kann auch anders. Wir sind gestern Abend einen weiteren Schritt in unser Entwicklung gegangen. Das stimmt mich positiv.

Nun müssen aber bald mal wieder Punkte kommen. In Schönheit sterben ist nicht unbedingt das, was ich mir so vorgestellt hab. (fb)

ps: Ich bin verliebt in Yarmolenko ❤
pps: Den nächsten Blog nach dem Spiel gegen Leverkusen wird wieder unsere Manu schreiben, die derzeit im Urlaub weilt

 

Vorschau #HSVBVB

Englische Woche.
Man kommt mit dem Bloggen kaum hinterher 😉

Letzten Freitag haben wir in Hannover gespielt und verloren.
Verdient verloren.
Über das Leipzigspiel hab ich noch gesagt, daß ich mit dem Punktverlust leben kann, weil wir gut gespielt haben und der Gegner einfach besser war.
Hannover war auch die bessere Mannschaft. Aber wir waren nicht gut. Das mag ich nicht, um es vorsichtig auszudrücken.
Woran lag es? Auf der einen Seite kann man nicht leugnen, daß die Ausfälle massiv an der Qualität unserer Mannschaft nagen. Sieht man mal von van Drongelen ab, fehlt uns die komplette Stammbesetzung der Offensive. Wären alle fit, würden Müller, Hunt, Kostic, und vorne Wood spielen.
Statt dessen hieß die Offensive Hahn, Holtby, Jatta und Schipplock. Gerade bei den beiden letzteren ist der Qualitätsabfall schon gravierend.
Zumal sie beide, vor allem aber Jatta, noch nicht so in die Mannschaft integriert sind.

Man merkte es zudem am Zusammenspiel Holtby/Jatta, da hakte es sehr oft
Aber das war es nicht allein.
Die gesamte Mannschaft hat ihre Leistung nicht auf den Rasen gebracht. Es war nicht so, dass ich sagen würde: „Jau, das war ein gutes Spiel“.
Von niemandem.
Am ehesten vielleicht vom vielgescholtenen Dennis Diekmeier, der eine durchschnittliche Leistung brachte, während der Rest unterm Durchschnitt blieb.
Und das missfällt mir sehr! Was nutzt es, wenn wir gegen Leipzig top spielen und verlieren und anschließend gegen Hannover schlecht spielen und auch verlieren. Dann doch lieber umgekehrt und zumindest ein Spiel gewinnen. (wenn man schon nicht beide Spiele gut spielen und gewinnen kann).
Wie so oft spielen wir gegen gute Manschaften gut und gegen schlechte Mannschaften, gegen die wir eigentlich gewinnen müssten, schlecht. Gegen Darmstadt in der Rückrunde war es ähnlich. Wir bringen uns so immer wieder unter Druck.

Aber kommen wir auf das Spiel am Mittwoch: Im letzten Jahr fing gegen Dortmund unser Aufstieg an. 2:5 verloren. Passt das zusammen?
Ja, nachdem wir die erste Halbzeit mit 0:3 deutlich verloren haben, lief die zweite Halbzeit ganz anders und ging unterm Strich 2:2 aus. Der Anfang unserer Rettung, denn die zweite Halbzeit machte anscheinend unseren Spielern genügend Mut, so daß wir in der Woche darauf, gegen die TSG, unentschieden spielen konnten.

Ansonsten lag uns Dortmund eigentlich immer recht gut.
Trotzdem glaube ich nicht an Punkte aus dem Volkspark. Der BvB weiß inzwischen, daß wir gegen sie oft gut aussehen und wird uns nicht auf die leichte Schulter nehmen. Und sie kommen mit dem Rückenwind des 5:0 gegen den Effzeh. Wir haben dagegen an Selbstbewusstsein eingebüßt.

Was ist zu erwarten? Matthenia wird im Tor bleiben, auch wenn er bei den Gegentoren nicht gut ausgesehen hat.
Diekmeier ist im Moment gesetzt, aber es fragt sich, wer neben Papa spielen wird. Auch bin ich mir nicht sicher, wen Gisdol gegen Yarmolenko stellen wird.
Bosz wird sicherlich einige Spieler rotieren lassen, aber Auba und Yarmolenko sehe ich als gesetzt.
Und Yarmolenko ist gut drauf und vernascht einen LV nach dem anderen zum Frühstück. Mein Gefühl sagt mir, Sakai macht das Rennen. Aber wie gesagt, reine Gefühlssache.
Im DM sind Walace und Ekdal (wenn er fit ist) gesetzt. Allerdings musste Albin am. Montag pausieren. Man wird sehen, ob es nur Belastungssteuerung war, oder mehr.

Davor erwarte ich unseren Neuzugang Salihovic, nicht als 10er, sondern mehr als 8er, also etwas defensiver, als wir es gewohnt sind.
Holtby sehe ich auf links, Hahn auf rechts und in der Spitze wird wohl Wood auflaufen, der seine Kniereizung (vorerst) überstanden hat.

Wir werden am Mittwoch ein besseres Spiel des HSV sehen, als am Freitag. Aber ich denke nicht, daß wir gewinnen werden. Ich glaube, der BvB wird das Spiel klar gewinnen.
Einen Vorteil haben wir aber: Wie sind nicht auf den Eurosportplayer angewiesen (fb)

 

Ein HSV grüßt von der Tabellenspitze

Ist es nicht eigentlich schon symptomatisch, dass viele Aufsteiger zu Beginn der neuen Bundesligasaison an der Tabellenspitze zu finden sind?
So auch aktuell wieder. Während Hannover, nach Meinung einiger Sportexperten, schon vor der Saison zum ersten, feststehenden Absteiger ans Tableau genagelt wurde, spielten sie bisher völlig befreit auf und genießen es sichtlich, wieder Mitglied im Oberhaus des deutschen Fußballs zu sein.

Seit gestern haben die Niedersachsen zehn Punkte aus vier Spielen auf dem Konto und grüßen, zumindest bis morgen, als Spitzenreiter. Zudem sind sie seit über einem Jahr ungeschlagen im eigenen Stadion.

Unter diesen Vorzeichen spielten: der „kleine“ gegen den „großen“ HSV. Unter Flutlicht, in der HDI-Arena, mussten die Hamburger bereits zum dritten Mal in dieser noch jungen Saison freitags den aktuellen Spieltag eröffnen.
Die Chancen für weitere drei Punkte standen jedoch von Beginn an nicht besonders gut. Nach den Ausfällen der kompletten Flügelzange, Müller und Kostic, meldete sich gestern auch noch Bobby Wood, mit Kniebeschwerden, aus dem Kader ab.
Für ihn ließ Markus Gisdol Sven Schipplock in die Spitze rücken.
Mit wenig Erfolg, wie man heute weiß. Denn der blonde, ehemalige Hoffenheimer, blieb erneut schwach, wenn es darum ging, Torgefährlichkeit auszustrahlen. Auch Jatta, der für Kostic in die Startelf rutschte, konnte seine Schnelligkeit am Ball selten unter Beweis stellen und blieb blass.
Überhaupt war die erste Hälfte des kleinen Derbys eher gezeichnet von hektischem Ballgetreibe, das nicht selten begleitet wurde von Fehlpässen. So vermerkten die Statistiker, dass jeder dritte Ball der Hanseaten beim Gegner landete.
Aber auch die Hannoveraner zeigten sich erneut passunsicher. Für die Fans war deutlich spürbar, dass keiner den ersten entscheidenden Fehler machen wollte.

In der 4. Minute lagen sich dann viele blau-weiß-schwarzen Fans jubelnd in den Armen. Sie hatten den Freistoß von Holtby, nach einem Foul von Felipe, im Netz zappeln gesehen. Dem war aber nicht so. Die Kugel ging, knapp am Pfosten vorbei, ins Aussennetz.
Es sollte so ziemlich die einzige brandgefährliche Szene der Rothosen bleiben…

Und statt auf dem Rasen, brannte es (mal wieder) auf den Rängen. Einige unbelehrbaren HSVer zündeten Pyros und nebelten das Spielfeld dermaßen ein, dass der Schiri kurzfristig abpfiff, um den Stadionsprecher mahnende Worte finden zu lassen.
Super gemacht, Jungs (und Mädels)! Das dürfte den Verein wieder mehrere 10.000€ kosten. Und eventuell sogar einen Stadionausschluss, mit dem der DFB ja bereits letzte Saison, gedroht hatte! Damit leistet man der Mannschaft dann einen besonders großen Dienst!
Nach der Spielunterbrechung ging es munter weiter. Sport 1 tickerte: „Gelungene Angriffe und Harakiri halten sich die Waage“, das traf es ziemlich gut.
Mit einem verdienten 0:0 ging es in die Pause, aus der die Hannoveraner, so wie es aussah, siegeswilliger wiederkamen.
Es dauerte keine fünf Minuten, da traf Martin Harnik, nach einem Ausrutscher von Jung, an Mathenia vorbei, ins Tor.
Durch die Führung beflügelt, drehten die Niedersachsen jetzt richtig auf.
Gisdol reagierte und wechselte elf Minuten später den glücklosen Jatta gegen den Neuen im Team: Sejad Salihović betrat, nach fünf Jahren wieder deutschen Bundesligarasen.

Durch seine Auswechslung nahm das Spiel etwas an Fahrt auf. Die Hamburger hatten den ersten Schock, über den Führungstreffer verdaut und spielten wieder mit.
Zwölf Minuten später war das Spiel auch für Albin Ekdal vorbei. Für ihn feierte der 20jährige Törles Knöll sein Bundesligadebüt.
Nicht, dass ich ihm das nicht gönnen würde, aber die Auswechslung habe ich nicht so wirklich verstanden… ich hätte eher Sven Schipplock einen früheren Feierabend gegönnt.
Ebenso wenig verstanden habe ich die Einwechselung von Sakai für Santos, in der 86. Minute, in der es dann, durch einen Freistoß des gerade eingewechselten Felix Klaus und der Vollendung durch Bebou, schon 2:0 stand. Der Treffer hat Mathenia in dieser Nacht sicherlich unruhiger schlafen lassen. Denn seine unglückliche Freistossabwehr, hatte den erfolgreichen hannoveranischen Abstauber erst möglich gemacht.

Nachdem es Papadopoulus, in der dreiminütigen Nachspielzeit schaffte, den gegnerische Torwart doch noch mal kurzfristig in Bedrängnis zu bringen, ertönte auch schon der Schlusspfiff.

Und während für einige HSVer nun schon wieder ein bisschen die Welt untergeht, setzen die anderen auf altbekannte Durchhalteparolen. „Mund abputzen und gegen Dortmund punkten“ lautet die Devise der Unerschütterlichen.
Fakt ist aber: auch das muss erstmal geschafft werden! Und die Personalsituation bei den Hanseaten wird auch am kommenden Mittwoch nicht besonders viel besser aussehen.
Markus Gisdol sei ans Herz gelegt: Pässe üben, üben, üben!
Und vorne im Sturm über Alternativen nachdenken, bitte!
Für die Mannschaft heißt es weiterackern. Denn am Kampfgeist hat es nicht gelegen. Der war erneut mit auf dem Platz. Eher lag es an der Technik. Und die könnt ihr besser, Jungs. Ich weiß das!
(mg)

Vorschau #H96HSV

Und mal wieder freitags… Das dritte mal in Folge müssen wir freitags ran, das dritte mal in Folge sind wir darauf angewiesen, daß der Eurosportplayer funktioniert … ok, es gibt ja noch #HSVNetradio

Es steht das kleine Nordderby an, wir sind bei den befreundeten Hannoveranern zu Gast. Es kommen die Fans aus Leidenschaft zu den Fans, deren Job es ist, Stimmung zu machen.

Aber vorher noch ein paar kleine Worte zum Spiel gegen Leipzig. Wir haben sehr gut gespielt, Leipzig war besser. So muß man das einfach neidlos anerkennen. Bitterer als die Niederlage ist für mich, daß wir mit van Drongelen und Kostic zwei wichtige Spieler für mehrere Spiele verloren haben. Das tut weh.
Da der Kader eh schon recht klein ist, hat der HSV gestern nochmal reagiert und Sejad Salihovic verpflichtet. Damit haben wir personell etwas mehr Luft. Ich erwarte ihn Freitag im Kader, aber nicht in der Startelf.

Werden wir in der Startelf wieder Mergim Mavraj begrüßen dürfen, oder hat Jung ihn letzte Woche so gut vertreten, daß er bleibt?
Spannend.
Rechts erwarte ich erneut Dennis Diekmeier, von Papa brauch ich wohl nicht reden und links werden wir wahrscheinlich Douglas Santos sehen. Nach der Wechselgeschichte wird er erstmals wieder auflaufen. Ich glaube, 96 ist dafür auch der richtige Gegner.
Davor sehen wir das Duo Ekdal/Walace. Die entwickeln sich richtig stark, räumen nach hinten fast alles ab und nach vorne leiten sie die Angriffe klug ein.
In der Spitze erwarte ich Bobby Wood. Das große Fragezeichen ist die Reihe dazwischen. Meine Vermutung ist, sie wird aus Hahn, Holtby und Waldschmidt bestehen. Idealerweise werden alle drei lustig hin und her rochieren. Aber wie gesagt, Vermutung.

Was können wir von Hannover erwarten? Auf jeden Fall viel Leidenschaft.
96 ist mit zwei Siegen und einem Unentschieden gestartet und lebt ausserdem noch von der Aufstiegseuphorie.
Sie profitieren sehr vom bestehenden Kollektiv.
Knacken werden wir sie nur, wenn wir dem eine ähnliche Leidenschaft entgegenstellen.
Damit steht und fällt unser Spiel. Aber Leidenschaft ist ja eigentlich unsere Stärke.
Ihre Defensive funktioniert recht gut. Felipe, der normalerweise immer für nen Bock gut ist, hält sich diese Saison recht stabil und neben ihm kann man Sané erwarten.
Auf den Aussen Korb und Ostrzolek, der dort so Gas gibt, wie ich es mir lange Zeit auch in Hamburg von ihm gewünscht hab. Er wird besonders heiß sein.
Davor steht mit Anton ein Abräumer und dann kommen in der Regel zwei 8er. Vorne möchte ich Martin Harnik erwähnen, der gut in Form ist und auch gerne gegen uns trifft und der neue Brasilianer Jonathas, ne über 1.90m große Kante, die nicht nur Tore schießen kann, sondern auch die IV gut beschäftigt.
Hannover wird sich nicht hinten rein stellen. Das kommt uns entgegen. Es wird Fußball gespielt, das Spiel wird nicht langweilig werden.

Hannover ist im übrigen bei Anpfiff Tabellenführer. Gewinnen wir, sind wir zumindest für eine Nacht erneut Spitzenreiter. Ein Szenario, das mir schon jetzt gefällt (fb)

Frisches altes Blut

Kaum ein Thema bewegt den HSV, bzw seine Fans heute so, wie die kolportierte Verpflichtung von Sejad Salihovic. Ist das gut, oder ist das schlecht, es scheiden sich die Geister.

Der 32jährige Salihovic ist ehemaliger Spieler der TSG Hoffenheim. 2015 verschlug es ihn ins Reich der Mitte (China) am 1.2.2017 wurde er von St Gallen verpflichtet, Trainer war dort bis zum Mai unser guter Joe Zinnbauer.

Was ist zu erwarten? Sejad ist ein zentraler Mittelfeldspieler. Er kann unter Umständen auch auf den Flügel ausweichen, hat dort aber nie seine besten Spiele gemacht. Die Stärken des Linksfußes sind die Organisation des Spiels, das Einsetzen seiner Vorderleute und gute Standards. Probleme hat er vor allem mit der Geschwindigkeit, Kritiker behaupten, er wäre ein „Stehgeiger“. Fraglich ist, in wie weit er nach den Jahren im Ausland bundesligatauglich ist. Laut Joe ist er in einem guten Fitnesszustand aus China gekommen und hat schnell das Spiel der Schweizer gelernt. Er ist fleißig, muckt nicht auf, wenn er nicht spielt und gilt in all seinen Stationen als allseits anerkannter Führungsspieler. Gelobt wird auch sein Umgang mit den jungen Spielern. Hilfreich ist, daß er und Markus Gisdol sich gut aus Hoffenheimer Zeiten kennen.
Seit er vereinslos ist, hat er sich bei seinem alten Arbeitgeber der TSG fitgehalten. Es wird gemunkelt (und das hab ich schon vorher gehört), daß Nagelsmann durchaus überlegt hat, ihn nochmal zu verpflichten. In wie weit das der Wahrheit entspricht, kann ich nicht sagen, es ist halt ein Gerücht.

Die Kehrseite der Medallie ist, daß er einem unserer jungen Talente einen Platz nimmt und daß er, auch wenn er keine Ablöse kostet und sicherlich auch nicht mehr das höchste Gehalt bekommen wird, dennoch Geld kostet, von dem wir nicht viel haben.
Im Gespräch ist ein Vertrag bis zum Saisonende.

Viele sehen in ihm einen Notersatz für Kostic, einige sind der Ansicht, wir hätten mit Hunt schon so einen Spieler im Kader. Ich persönlich kann mir auch vorstellen, daß er eventuell auch als Ersatz für Albin Ekdal einzusetzen ist, während Jung dann in die IV zurückgezogen wird. Das würde dann nahelegen, daß Rick van Drongelen sich als linker Verteidiger festspielt.
Sejad ist ein intelligenter Spieler mit nem guten Pass. Ich denke, daß er unser Spiel gegen tiefstehende Gegner verbessern kann.

Meiner Ansicht nach steht und fällt der Erfolg einer Verpflichtung mit seiner Fitness. Kann er in der Bundesliga mithalten, könnte er eine Bereicherung unserer Mannschaft sein. Kann er es nicht, dann sehe ich ihn trotz des guten Charakter eher als Belastung. Ich bin zwiegespalten. Von daher vertraue ich unser sportlichen Führung, daß sie das Richtige machen. (fb)

Immer wieder Freitags …

Niederlage mit Sichtkontakt

Der HSV gegen RB Leipzig. Wieder Freitag, wieder Flutlicht, wieder Tabellenführer nach dem Anpfiff und wieder Ärger mit der Übertragung, durch den EurosportPlayer. Aber das ist eine andere Baustelle.
Sven Schipplock war gerade mal eine Minute auf dem Feld, da lief für mich die Schlüsselszene des Spiels.
Die, die es sehen konnten, erlebten eine Hereingabe von Waldschmidt und eine schöne Verlängerung von Wood in den 16er der Leipziger. Der Ball landete ein wenig überraschend auf Höhe von Schipplocks Oberschenkel. Leider landete das Runde trotzdem nicht im Eckigen.
Dafür gab es den schnellen Leipziger Konter, von Timo Werner. Usain Bolt ähnlich trieb er den Ball in einem irren Tempo über fast den gesamten Platz, tanzte dabei Diekmeier und Sakai locker aus. Mathenia hatte keine Chance, und plötzlich stand es 2:0 für die Gäste, statt 1:1, hätte Schipplock denn genetzt.

Dabei sah es 70 Minuten lang nicht danach aus, als könnten das Team Hasenhüttl irgendwas Besonderes im Volkspark reißen. Nachdem der Hsv, nach dem akademischen Viertelstündchen auch mitspielte, traf man sich mit dem Zweiten der letzten Bundesligasaison auf Augenhöhe. Es gab Chancen auf der einen wie auf der anderen Seite. Unsere Abwehr stand sicher und wurde von Papa Kapitän ordentlich zusammengehalten.
Eigentlich hätte das 1:0 für die Rothosen schon in der 24. Minute fallen MÜSSEN. Wood (erstaunlich agil, nach den Länderspielstrapazen) steckte die Kugel zu Hahn durch, der quer auf Kostic legt. Der Serbe versenkte die 100%ige Chance neben dem Pfosten. Das wäre es gewesen.
Hätte, wäre, wenn, denn hätte es den Videobeweise nicht gegeben, wäre Leipzig wohl in der 45. Minute, nach einem unberechtigten Elfmeterpfiff von Schiri Deniz Aytekin, in Führung gegangen.
Doch aus Köln, wo die Videozentrale sitzt, gab es ein Veto. Zu recht. Denn Albin Ekdal traf sehr wohl Werner im Strafraum, allerdings NACHDEM er ihn regelkonform vom Spielgerät befreit hatte.

Das 1:0 musste dann bis zur 67. Minute warten. Man muss zugeben, dass der Treffer, nach einem von Sabitzer ausgeführten Freistoß, den Keita abnahm und knallhart aufs Tor fleetzte, einfach klasse anzuschauen war. Da war unsere Abwehr wohl im Sekundenschlaf.
Einige meinen, den hätte Mathenia kommen sehen müssen. Doch ich mache unserer Nummer 1 überhaupt keinen Vorwurf. Er hat uns auch am vergangenen Freitag mehrmals, mit klasse Paraden im Spiel gehalten!
Überhaupt gibt es für mich, nach diesem 3. Spieltag keinen Grund, an irgendjemandem rumzumeckern. Die Mannschaft hält zusammen, kämpft füreinander. Im defensiven Mittelfeld raufen sich Walace und Ekdal immer besser zusammen, unser Duracelhäschen ist sich auch für Abwehrarbeiten nicht zu schade und dass der Gegner nicht freiwillig vom Platz marschiert, wenn Papadopoulus sein grimmiges Kämpfergesicht aufsetzt, wird mir immer ein Geheimnis bleiben 😉.

Einzig an der Chancenverwertung muss noch gearbeitet werden. Das dürfte gleichwohl in den nächsten Wochen noch schwerer werden, da mit Kostic nun auch noch die zweiten 50% unserer schnellen Flügelzange ausgefallen sind. Ein Muskelfaserriss legt ihn für voraussichtlich vier Wochen lahm.
Von hier aus gute Besserung an das immer größer werdende Hsv-Hospital. Jetzt darf wirklich nicht mehr viel passieren, sonst gehen Gisdol endgültig die Spieler aus.

Spannend wird sein, wie der Trainer in der kommenden Woche aufstellt. Dürfen die jungen Wilden, wie Jatta und vielleicht sogar Arp auf einen Buli-Einsatz gegen Hannover hoffen, oder gibt es, wie Spodi Todt jetzt in einigen Medien verriet, doch noch vertragslosen Mannschaftszuwachs? Die MoPo handelt dabei Namen wie Ebert, Dejagah und Hatira. In einigen Tagen sind wir schlauer.
Drei Punkte gegen Hannover wären schon gut, am kommenden Freitag, unter Flutlicht, ohne Tabellenführung aber dafür zur Abwechslung mal ohne Probleme bei der Übertragung durch den EurosportPlayer…
(mg)

Vorschau #HSVRBL

So, Länderspielpause ist vorbei, Zeit für uns, wieder mal Tabellenführer zu werden. Zumindest für die Anfangsminuten(-sekunden?) werden wir, wie am letzten Spieltag, die Tabelle anführen.
Nett anzusehen, aber letztlich irrelevant, denn wir alle wissen, am Ende zählt es. Am Ende des Spiels werden die Punkte vergeben und am Ende der Saison entscheidet sich, welche Platzierung man hat.

Nach der Länderspielpause legen wir mal wieder am Freitag vor. Für Stadiongänger ist das blöd, um es vorsichtig auszudrücken und seit der Eurosportgeschichte auch für die meisten Fernsehzuschauer. Hoffen wir, daß es zumindest diesmal klappt. Notfalls sitzen wir wieder vorm Fernseher und hören HSVNetradio.

Gerade nach den Länderspielen ist es nicht sehr schön, wenn man schon am Freitag spielt, die Nationalspieler waren unterwegs, richtiges Training war kaum möglich und oftmals, wie zB bei Bobby Wood, fehlt es auch an Regenerationszeit. Normalerweise neige ich dazu zu sagen, die Bedingungen gelten für beide gleichermaßen, aber in diesem Fall ist es so, daß wir mit dem oben genannten Bobby Wood einen sehr wichtigen Spieler haben, der erst sehr spät zurückgekommen ist und RaBa das besser verkraften kann. Unter anderem auch durch den breiteren Kader.

In der Defensive werden wir wahrscheinlich so antreten: Diekmeier, Papadoupolos, Jung (für Mavraj), van Drongelen.
Im DM stehen wohl wieder Ekdal und Walace.
In der Offensive bin ich mir eigentlich nur bei Kostic sicher. In der Spitze hängt es sehr davon ab, wie fit (physisch und psychisch) Bobby ist.
Falls er nicht spielen kann, könnte ich mir vorstellen, daß Schipplock reinkommt. Warum? Weil er das Pressen und Umschalten beherrscht wie kaum ein anderer und das gerade gegen RaBa wichtig ist.
Auf rechts würde ich Hahn setzen und hinter der Spitze mit Holtby arbeiten. Die Entscheidung für Holtby aus dem gleichen Grund wie für Schipplock. Ansonsten wäre Waldschmidt eine Alternative auf der 10 und Jatta einer für die rechte Seite, falls Hahn in der Spitze spielt.

Bei RaBa gehe ich davon aus, daß man mit der Aufstellung vom Freiburgspiel beginnt: Klostermann, Upamecano, Orban und Halstenberg hinten, dann mit Demme und Keita im DM, Sabitzer und Forsberg auf den Flügeln und Werner und Augustin in der Spitze. Ev auch Bruma anstelle von Augustin.

Unser Erfolg/Misserfolg hängt meiner Ansicht nach von zwei Faktoren ab: Brennt die Hütte? (nein, keine Pyros, sondern nur Stimmung) und schaffen wir es, Demme/Keita so unter Druck zu setzen, daß die sich nicht entfalten können?
Die Defensive Leipzigs ist deren Achillisferse und deren DM der Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Schaffen wir es also, ihnen die defensive Stabilität aus dem DM zu rauben, können wir uns Chancen erarbeiten und schaffen wir es, zu verhindern, daß die beiden ihre Vorderleute einsetzen können, dann können wir hinten den Laden leichter dicht machen. Ohne gutes Anspielen schießt auch ein Werner in Topform keine Tore.

Schiedsrichter ist Deniz Aytekin, der uns zuletzt im Pokal gepfiffen hat. Aber er hat meiner Ansicht nach eine Schwäche für die Heimteams, das ist eher gut.

Mein Tipp ist, daß wir 2:1 gewinnen. Sicher bin ich mir absolut nicht, auf jeden Fall hoffe ich, daß wir keine Packung bekommen. (fb)

ps: Schmähungen gegen Timo Werner sind nicht produktiv. Falls ihr im Stadion seid, dann supportet unseren HSV und versucht nicht, Werner auszupfeifen/beleidigen. Er steckt das weg und trifft trotzdem, es nervt eher unsere Spieler.

pps: Nun will ich das gerade veröffentlichen und da kündigt Hasenhüttl ne große Rotation an. Tja, da steckste halt nicht drin. Verstehen kann ich ihn, auch wenn er gerade davon schwafelt, daß der HSV der Favorit ist, wir sind es nicht. Aus seiner Sicht muß für den HSV auch die zweite Garde reichen, denn Mittwoch kommt schon Monaco, ein Umstand, den ich gar nicht bedacht hab, mein Fehler.
Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich noch unschlüssig, ob das unbedingt so gut für uns ist. Die zweite Garde von RaBa ist immer noch sehr gut und sie werden hochmotiviert sein, um dem Trainer zu zeigen, daß er auf sie bauen kann. Es gilt schließlich auch für sie, die CL-Spiele sind das Sahnehäubchen und davon möchte man auch welche haben.
Aber die spielerische Grundordnung wird die gleiche bleiben, also auch, der Schlüssel, die Mannschaft zu knacken.

Aber werter Herr Hasenhüttl: RaBa spielt CL, wir spielen um den Klassenerhalt, die Favoritenrolle gebürt allein der leipziger Mannschaft.

Transfersommer ’17

Ich weiß, ihr wartet sehnsüchtigst auf meinen Blog zum Transferfenster dieses Sommers. (Ok, wahrscheinlich nicht, ich schreib trotzdem einen)

Ich will mich verhältnismäßig kurz fassen, denn ich werde wohl demnächst noch einen etwas längeren Blog zur aktuellen Situation des HSV schreiben.

Uns haben nach der Saison die Spieler Adler, Djourou und Ostrzolek ablösefrei verlassen. Die Verträge wurden nicht verlängert. Bei Ex-Käpt’n Djourou bestand wohl auch nicht die Chance darauf. Er und Markus Gisdol kamen wohl nicht so gut klar, auch ich hatte all zu oft den Eindruck, gerade wenn es eng wurde, versagten bei ihm die Nerven. Für einen Spieler, der sich als Führungsspieler sieht und der hinten den Laden dicht machen soll, ist das ne schlechte Eigenschaft.

Bei René Adler war es wohl etwas anderes. Der HSV hatte wohl im Frühjahr ein Angebot gemacht, in dem sich Adler nicht genügend wertgeschätzt fühlte. Er war wohl sehr enttäuscht. Wegen der erneuten Zuspitzung der Lage am Ende der Saison hatte man vereinbart, nach der Saison miteinander weiterreden zu wollen. In der folgenden Zeit wuchs der Entschluß Adlers, den HSV zu verlassen. Im Laufe der Transferperiode hat er allerdings erkennen müssen, wie man raushören konnte, daß der HSV mit seinen Vorstellungen näher am Markt lag, als René es sich vorgestellt hatte. In Mainz verdient er dem Vernehmen nach weniger, als er bei uns verdient hätte. René Adler wird nicht jünger und ist desöfteren mal verletzt. Und ausserdem bin ich mir nicht sicher, ob er nicht auch zu denen gehört, die all zu leicht etwas zu früh zufrieden sind. Von daher bin ich nicht böse darüber, daß er gegangen ist. Trotzdem ist er ansonsten sehr professionell und ich wünsche ihm alles Gute in Mainz.

Der dritte ablösefreie Abgang ist der von Matthias Ostrzolek. Ich will ehrlich sein, ich bin froh, daß der Vertrag nicht verlängert wurde, auch wenn er zu denen gehört, die uns im letzten Jahr aus der Scheiße geholfen haben. Aber meiner Ansicht nach gehört er auch zu denen, die uns da rein geritten haben. Über Jahre haben wir gewartet, daß wir den Matze sehen, den wir in Augsburg bewundern durften. Aber erst als er mit Santos Konkurrenz bekam und auf die Bank musste, ist er durchgestartet.
Von daher, ich weine den Dreien, obwohl ich sie alle irgendwie mochte, kaum eine Träne nach.

Nach Saisonende musste man sich erstmal darüber klar werden, welches Budget dem HSV überhaupt zur Verfügung steht.
Dank Kühne konnten wir dann doch noch auf dem Transfermarkt aktiv tätig werden, ohne Leistungsträger verkaufen zu müssen.
Allerdings, und diese Kritik geht in Richtung Aufsichtsrat und auch Kühne: Man hätte sich das auch früher überlegen können und nicht erst im Mai, wenn die ersten Transfers schon hätten eingetütet sein sollen.

Michael Gregoritsch verließ den Verein in Richtung Augsburg. Dafür hat man in etwa für das gleiche Geld André Hahn von Mönchengladbach geholt. Ich finde, das ist ein guter Tausch. Gregerl ist ein reiner Mittelstürmer, der zur Not auch auf den Flügeln eingesetzt werden konnte. André Hahn ist ein Spieler, der auf allen 4 offensiven Positionen zu Hause ist und mit seinem Anlaufen und der Schnelligkeit und auch mit der Zielstrebigkeit besser zu unserem Spiel passt

Als Ersatz für Adler hat man sich für 3,5 Mio die Dienste des U21-Europameisters Pollersbeck gesichert. Ein Transfer mit Zukunft und ein Transfer, der Mathenia fordert. Polles Leistungsvermögen ist nicht so weit weg, von dem unserer Nr1.

In der Abwehr mussten wir viel investieren. Papadoupolos war nur geliehen, Djourou gegangen und wir waren eh etwas knapp besetzt. Da Papa sich hier sehr gut eingefügt hatte, Gisdol ihn wollte und er hier in Hamburg bleiben wollte, hat man sich bemüht, ihn fest zu verpflichten. Mit Erfolg, wie wir jetzt alle wissen.
6,5 Mio hat man überwiesen und falls er verletzungsfrei bleibt, müssen wir noch nachzahlen. Meiner Ansicht nach fair.

Als „vierter“ IV wurde Bjarne Thoelke geholt. Ablösefrei mit einem Einjahresvertrag, der sich leistungsbezogen verlängern kann.
In der Vorbereitung hat er sich bis zu seiner Verletzung gut gemacht. Als dritten IV hat man sich nach langer Suche für den jungen Rick van Drongelen entschieden.
Er ist 18 Jahre jung und kann zur Not auch auf LV eingesetzt werden.
Dort hat er bereits zwei ganz solide Spiele gezeigt.

Ausserdem kam Sven Schipplock von der Leihe aus Darmstadt zurück.
Sven ist ein Spieler, der wie die berühmte Faust aufs Auge für Gisdols System passen würde … wenn er denn ab und an mal das Tor treffen würde.
Nunja, treffen die anderen entsprechend, dann kann so ein Spieler trotzdem wertvoll sein, zumindest für die Bank. Aber wenn die anderen auch nicht treffen, dann kann man einen solchen Spieler nicht unbedingt gebrauchen.

Was auffällt: Alle Spieler haben eine gute Mentalität.
Von Papa wissen wir das ja eh. Aber auch André Hahn ist ein Kämpfer, van Drongelen heizt seinen Mitspielern ganz nett ein und auch Thoelke hat im Training nur Vollgas gegeben.
Und für Polle gilt das ebenso.Er ist jung, er macht Fehler, aber er hat eine Einstellung zum Fußball, die ausdrückt, daß ihn Fehler nicht belasten, sondern daß er versucht aus Fehlern zu lernen.
Ich mag den Kerl, der ist ne coole Sau.
Ich glaube, dieses Plus an Mentalität färbt auch auf den Rest der Mannschaft ab. Holtby ist nicht mehr der einzige, der alle heiß macht.

Lange Zeit suchte man noch einen LV. Man hatte zwei Spieler in die engere Auswahl gefasst, Roussillion aus Montpellier und Stafylidis aus Augsburg. Roussiollion hat sich mit der Zeit gegen einen Wechsel zum HSV entschieden und Stafylidis, der bei Baum fast nur noch auf der Bank saß, wollte gerne zum HSV.
Bei ihm war das Problem, daß Augsburg für ihn eine Summe aufgerufen hatte, die der HSV nicht stemmen wollte.
Reuter hatte anscheinend darauf gehofft, daß man in der typischen Manier der heissen Transferperioden, auf den letzten Drücker nochmal die Taschen aufmacht, zur Not mit Hilfe von Kühne.
Dem hat Heribert einen Riegel vorgesetzt. Zum Glück, auch wenn ich Stafylidis sehr gerne bei uns gesehen hätte.
Bezahlt werden sollte der Transfer letztlich durch den Verkauf von Douglas Santos, der den Verein (anscheinend auf Druck der Berater) verlassen wollte. Die ersten beiden Ligaspiele hatte er deshalb auch auf der Tribüne verbracht.
Nun ist er beim HSV geblieben. Es gibt nicht wenige, die darin ein Problem sehen. Ich gehöre nicht dazu. Ich hab überhaupt kein Problem damit, daß Santos beim HSV bleibt. Ich denke, wir haben den besten Santos noch lange nicht gesehen. Und er wird hier auch weiterhin Vollgas geben. Und sei es nur aus dem Grund, daß er sich für andere Vereine interessant machen will.

Ich hätte gerne noch eine Ergänzung für LV gehabt, auch wenn van Drongelen seinen Job dort gut erledigt hat.

Schaue ich mir die Summen an, die wir gezahlt haben, so empfinde ich sie allesamt als marktüblich.

Bei den Abgängen möchte ich noch zwei Spieler erwähnen.
Bahoui bekam eine Abfindung, damit er den Verein verlässt. Ursprünglich dachte ich, die Verpflichtung von Bahoui war ne gute kostengünstige Lösung, auch wenn sie ein gewisses Risiko barg. Inzwischen weiß ich, daß er ein Gehalt von 1,2 Mio bekommen hat. Und da war es mit kostengünstig vorbei. Und daran sieht man auch unser Dilemma: unsere Spieler bekommen zu viel Geld. Vor allem die, die noch von Didi eingestellt wurden. Ok, wir haben jetzt einmal gezahlt und einen Schlußstrich gezogen.
Lasogga hat uns auf Leihbasis verlassen. Ich bin großer Fan von Lasogga. Er ist ein guter Spieler in der Box und er ist charakterlich absolut einwandfrei! Ihm fehlt nur etwas die Spielintelligenz. Und er passt nicht in das jetzige Spiel des HSV.
Wir stehen tief und brauchen schnelle laufstarke Stürmer. Wie gesagt, Lasogga ist ein reiner Spieler für die Box.
Er ist zu Leeds gewechselt in die englische zweite Liga. Der HSV übernimmt dem Vernehmen nach das halbe Gehalt. Wir sparen das halbe Gehalt und wenn Leeds es schafft, ihn in der Box anständig zu füttern, dann steigt sein Marktwert und ich hoffe, er kann dann im nächsten Jahr verkauft werden. Ich bin da guter Hoffnung, denn seine Qualität kennen wir ja.
Wenn alles gut läuft, könnte das ein win-win-win-Deal werden.

Lange Zeit hatte man versucht mit Nicolai Müller den Vertrag zu verlängern. Aber dieser wollte nicht zu unseren Konditionen. Er liebäugelte mit einem Wechsel zu Wob. Hier ist der HSV hart geblieben. Nun hat er sich das Kreuzband gerissen und fällt ein gutes halbes Jahr aus. Der HSV hat trotzdem sein Angebot aufrechterhalten und vorraussichtlich wird der Vertrag verlängert. Ich finde das gut so.

Alles in allem empfand ich unsere sportliche Führung, inklusive Bruchhagen als wohltuend ruhig und unaufgeregt.
Auch wenn nicht alles so geklappt hat, wie man es sich vorgestellt hat.
Die Unruhe kam erst durch die Presse und zuletzt auch durch Kühne in den Verein.

Zu erwähnen sei noch, daß ich hier nur die wichtigsten Spieler behandelt habe. Im Ergänzungsbereich ist noch einiges passiert, auf das ich hier aber nicht weiter eingehen möchte.

Der Kader ist im Vergleich zum letzten Jahr wesentlich ausgewogener. Die Stimmung und die Mentalität ist besser als vor einem Jahr, die jungen Spieler, hier möchte ich namentlich Waldschmidt, Jatta und Walace nennen, sind einen Schritt weiter gekommen. Ich finde den Kader besser, als den von vor einem Jahr.
Allerdings muß man wissen, dass die Konkurrenz auch nicht gerade geschlafen hat.
Trotzdem denke ich, daß wir eine gute Saison spielen können.
Wie weit wir uns letztendlich von den Abstiegsplätzen fern halten, das kann ich nicht sagen, dazu ist es alles viel zu eng.
Aber eines weiß ich ganz genau: Diese Mannschaft weiß inzwischen, wie man die letzten Reserven mobilisiert, um den Plätzen 16-18 zu entkommen. (fb)