Deal or No Deal?

Jetzt ist es also raus. Was in den vergangenen Wochen vor allem durch die Redseligkeit von Calmund täglich Thema war, ist offiziell vom HSV bestätigt: Gönner und Edelfan Klaus Michael Kühne unterstützt den HSV die kommenden Jahren bei den Transfers und trägt auch das Risiko dafür.
In der laufenden Transferperiode hat der HSV bisher ca. 4,3 Mio für die Neuzugänge Bobby Wood (3,5 Mio) und Christian Mathenia (0,8 Mio) ausgegeben. Einnahmen stehen dagegen bisher nicht.
Diese 4,3 Mio Euro waren wohl ein „Vorschuss“ auf noch zu generierende Transfereinnahmen.
Im Finanzplan für die kommenden Jahre steht für diese Sommerperiode eine weitere Reduzierung der Kaderkosten und ein ausgeglichenes Transferergebnis auf dem Plan.
In der Presse werden fast alle Spieler als potentielle Verkaufskandidaten gehandelt.
Um weiter aktiv zu werden, müssten, für eine ausgeglichene Bilanz jetzt also zunächst einmal Verkäufe stattfinden.
Die Mehreinnahmen von 4,3 Mio Euro hätten dann wieder in Neuverpflichtungen einfliessen können.
Durch die Unterstützung von KMK kann der HSV jetzt weiter aktiv auf dem Markt werden und Verhandlungen mit gewünschten Neuzugängen und den abgebenden Vereinen aufnehmen.

Was aber bedeuten diese neuen Möglichkeiten und welche Auswirkungen haben diese für den HSV?
Wie erwähnt, kann der HSV weiter an einem leistungsfähigen Kader basteln, ohne auf vorherige Verkäufe angewiesen zu sein.
Das stärkt die Verhandlungsposition bei Verkäufen, man muss nicht auf das erstbeste Angebot reagieren.

Die Unterstützung von KMK werden aber in den kommenden Jahre weitere bilanzielle Verluste bedeuten. Auch wenn KMK das Risiko übernimmt und, sollten die gesteckten Ziele nicht erreicht werden, auf Rückzahlungen verzichtet, so sind die vorgestreckten Millionenzahlungen in der Bilanz zu berücksichtigen.
Sie werden als normale Darlehen aufgeführt und somit die Schuldenlast zunächst erhöhen. Bei eintretendem Erfolg muss der HSV die Millionen zurück zahlen. Im Gegensatz zu der aufgestellten These in einem der zahlreichen anderen Foren, wird KMK mögliche Transfererlöse NICHT erhalten. Dieses ist rechtlich nicht möglich. In der Vereinbarung mit KMK werden die Darlehen aus den Mehreinnahmen zurück gezahlt (z.B. höhere TV Gelder, höhere Zuschauereinnahmen etc.)
Durch die höheren TV Gelder in England und auch im kommenden Jahr in Deutschland, werden die Ablösesummen weiter steigen. Bereits jetzt werden Unsummen für teils mittelmäßige Spieler gezahlt. Aktuelles Beispiel: der Wechsel für ca. 14-15 Mio von Jannik Vstergaard zu Mönchengladbach, bei einem aktuellen Marktwert von ca. 7 Mio Euro!
Daher ist es von Vorteil, bereits in diesem Jahr in neue Spieler investieren zu können.
Ist Didi Beiersdorf gescheitert? Ein klares JEIN. Persönlich finde ich die Entlassung von Peter Knäbel sehr bedauerlich. Ich hätte gerne gesehen, wie er in der vor uns liegenden Transferperiode gearbeitet hätte.
Von seinen Transfers bin ich überzeugter als von den Transfers, bei denen Didi die Hauptverantwortung trägt, bzw er der Hauptinitiator war. (Dazu zählen u.a. die Transfers von Olic, Hunt, Behrami, bei Knäbel u.a. Gregoritsch, Sakai und Hirzel)
Für die kommende Saison hat Knäbel die Transfers Mathenia und Wood zu verantworten. Mit dem Geld von Kühne ist Beiersdorfer jetzt zum Erfolg verdammt. Sein Vertrag läuft noch 1 Jahr. Es müssen jetzt Transfers folgen, die der Mannschaft kurz UND langfristig helfen können. Weitere junge, ausbaufähige Spieler müssen kommen. Aber auch der ein oder andere „gestandene“ Profi, der sofort mehr Qualität in die Mannschaft bringt und zur Stabilität beiträgt. Gerade diese Stabilität ist wichtig, um junge Spieler einzubauen.
Mein Fazit zu der Unterstützung von KMK:
Es ist eine große Chance, die es dem HSV ermöglicht, den sportlichen Aufschwung weiter und schneller voran zu treiben. Aber es ist auch ein Risiko: Sollte das Vorhaben misslingen, besteht die Gefahr, sportlich unten fest zu hängen, da weitere Investitionen von KMK dann auf der Kippe stehen und vieles von notwendigen Neuausrichtung im Vorstand und Aufsichtsrat entschieden wird.

Man sollte Beiersdorfer & Co jetzt unterstützen und hoffen, dass das Vorhaben gelingt. Wenn es gelingt, wäre ein Abbau der Gesamtverbindlichkeiten durch die erhöhten Fernseheinnahmen auch deutlich einfacher.

#nurderHSV

(CM)

Fietes Saisonrückblick 2015/16 Teil 3

Eigentlich wollte ich etwas zu den Finanzen schreiben, aber dann hab ich gemerkt, es steht im Grunde genommen alles in meinen Bemerkungen zur Bilanz. Deshalb geht es weiter mit dem Resümee

Wir haben im letzten Jahr mit der Mannschaft einen Umbruch hinter uns gebracht. Ja, werden viele sagen, wir haben doch jedes Jahr einen Umbruch, im Moment brechen wir schon wieder alles um, aber das sind alles Sachen, die ich nicht als Umbruch sehe. Im letzten Jahr haben Stammspieler den Verein verlassen, die den Kader geprägt haben. In all den anderen Jahren hat man nur versucht, den Kader zu verändern. Mal so und mal so, aber selten mit Erfolg. Im letzten Jahr konnte man das aber ernsthaft einen Umbruch nennen.

Der Kader ist nicht komplett neu gestaltet worden, aber man arbeitet dran, der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben. Bis man fertig ist, gehen halt einige Transferperioden ins Land. Und weil das so ist, ist Kontinuität wichtig. Konzept A oder Konzept B, die Frage ist weniger entscheidend, als daß man endlich mal ein Konzept klar zuende führt. Dazu ist Geduld erforderlich. Geduld, die viele im Verein nicht haben. Vor allem viele Fans nicht, darunter auch unser Edelfan K. M. Kühne. Ich hoffe inständigst, daß Didi Beiersdorfer diese Geduld hat und nicht den Verlockungen erliegt.

Platz 10, 41 Punkte. Das liest sich gut. Ist es auch gut? Da scheiden sich die Geister. Wir haben zuviele Punkte leichtfertig verschenkt, es ist keine Entwicklung in der Mannschaft zu sehen usw usw. Die Kritik reißt nicht ab. Ist diese Kritik aber berechtigt?

Zwei Dinge ziehen sich wie ein Faden durch die Saison: erstens die Verletzungen der Leistungsträger und zweitens die Entwicklung des Spiels, wie Bruno es sich vorstellt.
Punkt 1:
Wir haben sehr erfolgreich gespielt, bis sich die Verletzungen einstellten. Ekdal in Dortmund, Lasogga in Bremen, Jungs Rückenprobleme und Hunts Mandelentzündung/muskuläre Probleme sind hier speziell zu nennen.

Ekdal war bis zu seiner Verletzung der Motor und der Kopf im Mittelfeld. Ihn zu ersetzen fiel schwer, aber ein Jung in Topform konnte der Mannschaft gut helfen.
Danach hat sich Lasogga verletzt. Ich weiß, Lasogga ist ne Niete, hat höchstens Kreisliganiveau, aber bis zu seiner Verletzung im 14ten! Saisonspiel hatte er 6 Tore und 2 Vorlagen auf dem Leistungszettel. Ich finde, für einen Stürmer ist das nicht schlecht, 0,43 Tore pro Spiel.
Nach der Verletzung hat er wieder lange gebraucht, um auch nur annähernd in Form zu kommen. Neben der fehlenden körperlichen Topform, die er für sein Spiel braucht, hatte er zu Anfang noch Hemmungen dorthin zu gehen, wo es auch mal wehtun kann. Aber genau dort ist sein Platz auf dem Feld, in der Box, im Getümmel.
Alle Kandidaten, die sich anstelle dessen in der Spitze versuchen durften, konnten Lasogga nicht ersetzen. Rudi hatte nur ein Zwischenhoch und Schipplock traf gar nicht. Die Tore mussten also andere machen.
Drmic, den man dafür in der Winterpause geholt hatte, verletzte sich auch bald und das Thema hatte sich dann auch erledigt.
Hunt sollte das Kreativproblem der Mannschaft lösen. Selbst in den besten Spielen tat er sich damit etwas schwer. Im Hinspiel gegen Bayer holte er sich einen Muskelfaserriss, anschliessend hatte er eine Mandelentzündung. In der gesamten Rückrunde hatte er immer wieder muskuläre Probleme, mal Oberschenkel, mal Rücken … zum Schluß hat man ihm dann die Mandeln rausgenommen. Hoffen wir, daß sie die Ursache für diese Probleme waren, auf jeden Fall, so geht es nicht weiter.
Dazu kommt, daß Gideon Jung die gesamte Rückrunde mit Rückenproblemen zusaß. Teilweise hat er schlechte Spiele abgeliefert, teilweise konnte er gar nicht spielen, es stand immer auf der Kippe, ob er überhaupt im Kader sein konnte und zum Schluß der Saison ist er ganz ausgefallen.

Punkt 2, die Entwicklung des Spiels.
In der Vorbereitung konnte man sehen, wie Bruno sich das Spiel des HSV wünscht. Ein 4-3-3, das mit einem Dreiermittelfeld arbeitet, das rotiert, in dem jeder Spieler den DM machen kann und jeder Spieler vorne den OM machen kann. Das erfordert viel von den Spielern, es ist nicht einfach zu spielen.
Und weil das nicht einfach ist, hat er zum Saisonbeginn die Taktik geändert, schließlich brauchten wir in erster Linie Punkte: Ein 4-2-3-1 bei dem die beiden DM sich die Balle erkämpfen und durch schnelles Umschaltspiel nach vorne treiben. So haben wir recht erfolgreich gespielt. Vor allem Jung scheint für dieses Spiel wie gemacht. Große Probleme bekamen wir immer dann, wenn sich die Gegner hinten reinstellten. Dann war dieses System sinnlos. Und weil Bruno das erkannt hat, ist er von diesem System abgewichen. Wir haben mehr auf Ballbesitz gespielt, auch wenn die dafür nötigen Spieler verletzt waren. Auch musste die Mannschaft dieses System noch erlernen und vor allem lernen, diesem System zu vertrauen. In Verbindung mit den Verletzten hat uns das Punkte gekostet. Aber andersrum hätte uns ein Verbleib bei der alten Taktik auch Punkte gekostet. So hat man sich zumindest entwickelt. In Augsburg hat man dieses System dann schon recht gut umgesetzt. Interessanterweise ohne viele der Stammspieler.

Daß wir Punkte verloren haben, lag oft auch daran, daß die Mannschaft Schwierigkeiten hatte, 90 Minuten konzentriert zu spielen. Meist hatte man immer wieder Phasen, in denen die Mannschft durch Fehlpässe aufzufallen wusste und nicht durch Tore. Teilweise hat uns das auch Punkte gekostet, die richtig weh taten. Schauen wir uns das Hinspiel gegen Hannover an, oder das Rückspiel gegen Darmstadt. Gegen Darmstadt legte der HSV eine 20minütige Pause ein in der er die beiden Gegentore kassierte. Ohne diese Pause hätten wir gewonnen.

Bis auf Nicolai Müller und Lasogga vor der Verletzung hatten wir Probleme damit, Tore zu schießen. Egal wer vorne im Sturm dran war, hat einen nach dem anderen versemmelt. Schipplock, Rudi, Gregerl, alle. Das muß sich in Zukunft ändern. Wer allein vorm Tor ist, der muß in de Lage sein, den Ball zu versenken.

Aber man merkte der Mannschaft an, daß sie wollte: Gregerl hat Freistöße trainiert, mit dem Ergebnis, drei direkt versenkt (ok, zweimal brauchte er die Hilfe der Abwehrspieler) Bahoui hat Ecken schlagen trainiert. So gute Ecken hab ich selten einen HSV-Spieler schlagen sehen. Das macht Hoffnung.

Sieht man mal von der Rucksackaffaire ab, hatten wir eine relativ ruhige Saison. Das konnte ich gut haben, das war richtig erholsam nach den letzten Jahren.

Ich sehe die 41 Punkte und den Platz 10 durchaus positiv. Natürlich, es wäre mehr drin gewesen, aber was mit gut gefallen hat, ist, daß wir durchaus in der Lage zu mehr waren, wenn die erste Elf fit ist. Das bedeutet, auf den Kader kann man aufbauen.
Was negativ aufgefallen ist, daß der zweite Anzug bei weitem nicht gut genug ist. Vor allem im Offensivbereich muß dringend nachgebessert werden, überhaupt, etwas mehr Qualität in der Breite würde uns gut tun. Und wir müssen auf die Mentalität bei den Zugängen achten. Die Spieler müssen über 90 Minuten auch gegen Darmstadt und Ingolstadt um jeden Preis gewinnen wollen. Aber Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, eine Mannschaft wird auch nicht an einem Tag zusammengestellt. Wir müssen nun kontinuierlich daran arbeiten, den eingeschlagenen Weg zuende zu gehen. Denn wenn ich auch in diesem Jahr mit dem Ergebnis zufrieden war, im nächsten Jahr muß es besser werden (fb)

Fietes Saisonrückblick 2015/16 Teil 2

In diesem Teil widme ich mich den Spielen und dem Saisonverlauf.

In der Vorbereitung haben wir einen recht flüssigen Fußball gezeigt. Wir haben ein 4-3-3 gespielt in dem wir das Dreiermittelfeld ohne feste Positionen rotieren ließen. Ich hatte mich für die Saison schon auf dieses System gefreut, aber kurz bevor es losging stellte Bruno wieder auf ein System mit relativ festen Positionen für die Spieler um. Er traute ihnen wohl nicht so recht.

Motiviert durch die durchweg guten Testspiele freute ich mich auf den Saisonbeginn. Traditionell ging es mit dem Pokal los. Und da war die Vorfreude auch schon verschwunden. Das Pokalspiel war ein Rückfall in die alten Zeiten. “Es geht schon wieder los, das darf doch wohl nicht wahr sein”, mir fiel der alte Klassiker von Roland Kaiser ein. Es war grausam. Ich weiß nicht, was schlimmer war: Die Tatsache, daß wir in Runde 1 ausgeschieden sind, oder der grausame Fußball, der dazu geführt hat.

Eine Woche später beim Spiel gegen die Bayern sah es schon ganz anders aus. In der ersten Halbzeit konnten wir uns erfolgreich wehren. Das einzige Tor entstand aus einem Einwurf, den es gar nicht hätte geben dürfen. In der zweiten Halbzeit wollte Bruno offensiver spielen, das ging allerdings gewaltig in die Hose. Zeitweise wurden wir vorgeführt, aber das war ok. Bayern spielte in der zweiten Halbzeit richtig gut. Unterm Strich war ich zufrieden.

Danach kamen die Spiele, die man erfolgreich gestalten musste: Stuttgart und Köln. Gegen Stuttgart haben wir drei Punkte geholt und gegen Köln verloren wir wegen eines unberechtigten Elfmeters … und weil wir nicht diszipliniert gespielt haben. Gegen Gladbach lief es wie geschmiert. Danach kam eine Phase mit sehr engen Spielen (sieht man mal von der obligatorischen Klatsche in Berlin ab). Das Heimspiel gegen Hannover hätten wir gewinnen MÜSSEN, statt dessen standen wir nach 90 Minuten mit hängenden Schultern da. Aber dafür haben wir gegen Dortmund und in Bremen gewonnen.
Platz 7 und 21 Punkte (11 Punkte vor Platz 16), es loift. Die Rede ist vom Europapokal. Alle, die sich insgeheim darauf Hoffnungen gemacht haben, hatten eines vergessen: Mit Ekdal und Lasogga hatten sich zwei sehr wichtige Spieler langfristig verletzt. Deren Fehlen machte sich bemerkbar und wir haben bis Weihnachten nur noch einen Punkt geholt.

In der Hinrunde haben wir unsere besten Spiele gemacht, wenn wir uns hinten reinstellen konnten, auf Ballgewinn lauern und dann schnell umschalten. Mit Ekdal, Holtby und der Saisonüberraschung Jung lief dieses System wie geschmiert. Ohne Ekdal und Jung mussten wir anders spielen. Wir mussten klassisch das Spiel machen und das gelang uns nur selten erfolgreich.

Die Rückrunde lief nicht ganz so gut, was allerdings auch so zu erwarten war. Nach der obligatorischen Niederlage gegen die Bayern folgte eine verdiente gegen Stuttgart. Das tat weh. Weniger, weil weil wir verloren haben, sondern in erster Linie wie wir verloren haben. Hier zollten wir Tribut für die nicht sehr erfolgreiche Vorbereitung. Immer wieder wurden Spieler von Verletzungen geplagt, so daß sie nicht an der Vorbereitung teilnehmen konnten. Einer der wenigen, die positiv aufgefallen sind, war Finn Porath, der sich allerdings auch bald wieder verletzte. Erst ein Muskelbündelriss und als der überstanden war folgte ein Kahnbeinbruch und damit das Saisonaus.

Lasoggas Schulter war zwar offiziell wieder ok, aber man merkte ihm deutlich an, daß er noch nicht bereit war, dorthin zu gehen, wo es auch mal weh tut. Fatal für einen Stürmer wie ihn.
Ekdal konnte erst am 25. Spieltag wieder mitmischen, aber auch nur, weil uns die Leute ausgingen. Im Grunde war er noch nicht so weit.
Jung hatte seit Weihnachten mit Rückenproblemen zu kämpfen. Sebst wenn er spielte, war er weit von seiner Form aus der Hinrunde entfernt.
Hunt war auch dauerverletzt/dauernichtfit. Irgendwas stimmt mit seinem Körper nicht. Immer wieder muskuläre Probleme. Mal Oberschenkel, mal Rücken, mal … jetzt hat er die Mandeln rausbekommen, vielleicht waren sie ja die Ursache. Auf jeden Fall war er die gesamte Rückrunde angeschlagen und fehlte der Mannschaft, selbst wenn er auf dem Spielfeld stand.
Und zu guterletzt verletzte sich unsere Leihgabe Drmic auch noch am Knie. Knorpelschaden und damit Saisonaus.

Die Mannschaft verfügt nicht über genügend Breite, um das alles auffangen zu können. Die Leistungen wurden dürftiger, die Ergebnisse blieben aus.
Richtig eng wurde es zwar nicht mehr, aber die Tendenz war nicht gut. Das führte dazu, daß es nochmal spannender wurde, als man es lange Zeit gedacht hat. Mehrere Matchbälle wurden nicht verwandelt. Erst der 38ste Punkt nach dem Unentschieden in Mainz brachte soetwas wie Sicherheit, daß man die Klasse halten würde … ohne Relegation. (fb)

Fietes Saisonrückblick 2015/16 Teil 1

Moin, die Saison ist Geschichte, aber mein Rückblick fehlt noch. Erinnern wir uns kurz, wo kommen wir her?

Wieder einmal Relegation, die wir dank Bruno noch erreicht haben, Klassenerhalt nicht zuletzt wegen des grandiosen Freistoßes von Marcelo Diaz!

Danach wurden viele Stammkräfte der Mannschaft abgegeben, weil die Verträge (endlich) ausliefen. Die sportliche Führung musste dem Kader ein neues Gesicht geben und ursprünglich musste dazu auch noch ein Transfergewinn erzielt werden. Das zeugt davon, wie knapp die Kassen gefüllt waren. Durch die drei Millionen , die uns der Weiterverkauf Sons von Bayer zu Tottenham einbrachte, waren wir in der Lage netto 2 Mio für Transfers auszugeben.

Bevor es daran ging Spieler zu verpflichten, musste im Kader erstmal Klarschiff gemacht werden. Man trennte sich neben den auslaufenden Verträgen von Behrami und vom Wiederkehrer Tah. Das tat sehr weh, weil er ein eines unserer jungen Talente war, auf die wir im Grunde doch bauen wollten. Aber wollten wir im Kader was machen, brauchten wir die Transfereinnahmen. Ohne die 7,5 Mio wären wir handlungsunfähig gewesen.

Von Maxi Beister und Lasse Sobiech konnten wir uns nur trennen, indem wir Abfindungen gezahlt hatten. Gerade bei Publikumsliebling Beister war die Empörung der Fans groß. Aber wenn man sich Maxis Weg anschaut, in Mainz wurde er kaum eingesetzt, dann wurde er zum Kellerkind der zweiten Liga, 1860 München, verliehen. Acht Spiele hat er dort gemacht, nur eines über die volle Distanz, kein Tor, keine Vorlage. Zum Schluß saß er nur auf der Bank, bzw war noch nicht mal im Kader. Alles richtig gemacht.

Die ersten Zugänge waren Ivo ilicevic und Gojko Kacar. Mit ihnen hat man die Verträge um ein Jahr zu deutlich geringeren Bezügen verlängert. Dazu holte man den vereinslosen Bad Boy Emir Spahic. Nicht immer ganz einfach, aber die Leistung stimmt und auch wenn seine Hand mitunter etwas locker sitzt, scheint die Mannschaft seine Authorität anzuerkennen. Bei Valon Behrami war das nicht der Fall.

Weitere Zugänge waren unter anderem Michael Gregoritsch, Sven Schipplock und der Königstransfer Albin Ekdal. Gregerl hat sich gut gemacht, aber er muß (und wird) sich noch steigern. Schipplock hat enttäuscht. Wenn er spielte war er zwar immer sehr mannschaftsdienlich, aber als Stürmer muß er zumindest ab und an mal das Tor treffen. Albin Ekdal ist ein sogenannter box to box-Player. Er ist für den Spielaufbau verantwortlich und auch für die Defensivarbeit im Mittelfeld. Er hat seine Arbeit gut gemacht, nur fehlte er ganze 20 Spiele. Ich hoffe, das wird nächste Saison besser. Auf den Aussenpositionen sollte der beidfüssige Sakai Druck auf die etablierten Spieler ausüben. Links gelang es ihm weniger, aber auf Rechts hat er mit guten Spielen Dennis Dieckmeier auf die Bank verbannt.

Als die Transferperiode fast zuende war, konnten wir durch den oben genannten Son-Transfer nochmals drei Mio extra ausgeben. Dieses Geld hat man in Aaron Hunt investiert. Er war in der Saison oft verletzt oder zumindest angeschlagen und hatte auch sonst seine Probleme ins Spiel zu finden. Sehr steigerungsfähig würde ich seine Leistung bezeichnen.

Enttäuscht hat mich der Rückkehrer Kerim Demirbay. Ich fand, er hat in den Testspielen gute Leistung gezeigt. Aber er hatte Bedenken, daß er sich beim HSV nicht durchsetzen kann und deshalb auf eine weitere Leihe gedrängt. Wäre er nicht gegangen, hätte man Hunt nicht geholt. Und ohne Hunt hätte Kerim seine Spielanteile auf jeden Fall bekommen. Ich denke, es war ein Fehler von ihm.

Im Winter lieh man sich den Offensivallrounder Drmic von Gladbach, nachdem eine Leihe von Mané wegen der Höhe der Kaufoption geplatzt war. Drmic hatte sich gerade in die Mannschaft gespielt als ein Knorpelschaden im Knie für ihn das Saisonaus bedeutete.
Eine Verpflichtung von Sékou Sanogo scheiterte in letzter Minute, weil die Mail mit den Verträgen nicht rechtzeitig angekommen ist.

Dazu verpflichtete man noch den ehemaligen schwedischen Nationalspieler Nabil Bahoui. Er war dem Lockruf des Geldes in die Wüste gefolgt und ist in seinen Leistungen nicht nur stehengeblieben, sondern hat sich rapide zurückentwickelt. Er muß erst wieder aufgebaut werden. Eine ablösefreie Verpflichtung für die kommende Saison. Am Ende dieser Saison hat er sein Können angedeutet. Vor allem seine Ecken sind besser als das, was wir sonst gewohnt waren. (fb)

Wir sagen DANKE und ihr könnt was gewinnen

 
Sommerpause beim HSV? Nicht wirklich. 2 Freundschaftsspiele werden noch absolviert, bis Bruno seine Spieler in die Sommerpause “entlässt”. Trainingsauftakt wird dann in der letzten Juni Woche sein. Mit welcher Mannschaft werden wir die nächste Saison angehen? Wer kommt noch, wer geht? All das erfahrt ihr auf unserer Internetseite, die regelmäßig aktualisiert wird. Hier findet ihr auch den aktuelle Kader mit den Vertragslaufzeiten.
 
Nach der abgelaufenen Saison ist es auch für uns BlogPerlen mal an der Zeit, danke zu sagen. Danke an all die treuen Leser, die uns mit sachlicher Kritik, positiv und negativ, stets Feedback gegeben haben und uns zeigen, dass ihr Spaß an unseren Beiträgen habt. Zugleich begrüßen wir zahlreiche neue Leser. Wir hoffen, euch auch in der nächsten Saison, mit unseren Gedanken, Gefühlen und Eindrücken, rund um unseren HSV gut zu unterhalten.
 
Als kleines Dankeschön an euch verlosen wir 2 Armbänder von “Du musst kämpfen”. Was ihr dafür tun solltet? Einfach diesen Beitrag liken und teilen bis Sonntag, 22.06.2016 um 18.87 Uhr (19.27 Uhr). Für die Twitter Freunde: Beitrag auf Twitter retweeten
 
Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Montag, 23.06.2016.
 
Wir wünschen euch eine tolle, sonnige Sommerpause, mit einer spannenden EM und werden natürlich ab und zu von uns hören lassen.
 
Eure drei BlogPerlen:
Christian, Manu und Fiete

Ein Jahr ohne Relegation

Gestern vor zwei Jahren hatten wir gerade ganz knapp in der Relegation gegen Fürth den Klassenerhalt klargemacht. So etwas möchte ich nie wieder erleben müssen, auch wenn ich mir darüber klar bin, daß es besser ist, als abzusteigen. So etwas gönne ich auch keinem Feind, ausser den Bremern.

Das war ganz schlimm!
 
Vor zwei Jahren war ich noch der Meinung, ich müsse den HSV im Stadion unterstützen. Ein Fehler.
Ok, den HSV zu unterstützen ist kein Fehler, aber meine Gesundheit hat extrem gelitten.
Im letzten Jahr war ich schlauer, ich hab das Rückspiel mit einem Freund zusammen gesehen, damit wir uns nach dem Spiel zur Not trösten können … oder wie geschehen, zusammen feiern. Aber es ist am Fernseher nicht so ein Druck, wie im Stadion. Alle, die mit nach Fürth oder Karlsruhe gefahren sind, haben meine Hochachtung.
 
Ich bin ja eigentlich ein positiver optimistischer Mensch. Ich habe nie dran gezweifelt, ok, fast nie, daß wir die Klasse halten. Aber im letzten Jahr, das gebe ich zu, hab ich mir das erste Mal in meinem Leben überlegt, wo Sandhausen liegt. Ich weiß es immer noch nicht, und das ist gut so!
 
Heute drücke ich den Nürnbergern den Daumen. Warum? Ganz einfach, ich bin ein egoistischer HSVer.
 
Im Grunde ist es mir egal, welche der beiden Mannschaften im nächsten Jahr in der Bundesliga spielt. Ich bin der Meinung, beide Mannschaften gehören in die Buli, dafür dürften gerne einige andere absteigen. Und besonders Heribert Bruchhagen würde ich es gönnen, daß er einen Bundesligisten übergibt und keinen Absteiger. Aber wenn der FCN aufsteigt und die Eintracht absteigt, dann gibt das für unseren HSV ne gute Million mehr Fernsehgelder. Das ist nicht zu verachten, besonders da der HSV so klamm ist.
Also, ich bin für den HSV und damit für Nürnberg
 
Aber auf jeden Fall werde ich es genießen, heute und Montag ganz entspannt vor dem Fernseher ein gutes, weil hart umkämpftes, Fußballspiel zu sehen (fb)
 
ps: Wir Blogperlen senden Marco Russ die besten Wünsche zur Genesung

Versöhnliches Ende in Augsburg. Ab jetzt “think big”?

“Klotzen statt kleckern, soll die neue Devise lauten. Milliardär Klaus-Michael Kühne soll es möglich machen, indem er sein Portemonnaie in einer noch nicht dagewesenen Form öffnet.” (Mopo)

Think big, solle demnächst das Motto beim HSV lauten, mit diesen Worten schließt der Artikel.
Da dreht sich jedem normalen HSV-Fan ja schon mal der Magen um!
War es nicht fast genau vor einem Jahr, als die gesamte Führungsspitze das anschließend inflationär gebrauchte D-Wort in den Ring schmiss?
Demut sollte man zeigen, nach den zwei vergangenen Jahren bedenken, wo man herkam! Kleine Schritte sollten getan werden, mit jungen, hungrigen Spielern! Keine Wunder würden geschehen, aber man würde solch eine Saison nie wieder erleben wollen.
Nun, keine 365 Tage später, ist man diese kleinen Schritte gegangen. Wir wissen, es waren manchmal zwei nach vorne und dann wieder einen zurück. Die Geduld der Fans wurde, insbesondere im Volkspark, immer wieder auf die nächste Stufe der Geduld gestellt. Die man im übrigen auch forderte.
Geduld! Schließlich sei Rom ja auch nicht…
Aber lassen wir das.
Nun ist ja alles wieder anders.
Es war ein versöhnlicher Abschluss der Rothosen in Augsburg, bei dem Bruno Labbadia aus den verschiedensten Gründen die halbe Mannschaft umkrempeln musste. Er sollte sich fragen, warum diese “Rumpfmannschaft” größtenteils mehr Fußball ablieferte, als die müden Profis der vergangenen Woche, im heimischen Volkspark!
Bahoui zeigte sich engagiert und genoss sichtlich die Kulisse, aus der ihn wohl auch die Rufe der über 3000 HSVer beflügelten. Überhaupt wusste die Achse Bahoui, Gregoritsch und Müller zu gefallen. Ich für meinen Teil habe einen Aaron Hunt überhaupt nicht vermisst! Und Gregerl hat eh schon öfter gesagt, auf Mitte fühle er sich wohler, als auf außen.
Nach einem kapitalen Missverständnis zwischen Djourou und Mickel, der sein BuLi-Debüt ebenso genoss, stand es plötzlich 1:0 und man dachte schon, “na gut, alles wie immer”. Doch Gregerl bewies sein Freistoß-Talent, glich in der 36. Minute direkt aus und sorgte damit zugleich für einen Saisonrekord. Mit drei dieser Zauberschüsse beförderte er mehr als jeder andere Spieler den Ball direkt ins Netz.
Das 1:2 ging an einen aufgedrehten Nicolai Müller, der sich mit seinem unermüdlichen Einsatz und 9 Toren, in der abgelaufenen Saison mehr als wertvoll für die Mannschaft erwiesen hat. Den Deckel drauf machte Gregerl, in der 74. Minute, während auch Mickel auf der anderen Seite, nach dem 1:0 seinen Job gut erledigte.
Schön: auch Altintas durfte in der 64. Minute nochmal BuLi-Luft schnuppern. Er kam für einen an dem Tag doch eher mal wieder unauffälligen Lasogga.
Platz 10 für den HSV. Die 40 Punkte-Marke geknackt. Bruno Labbadia erklärte das Saisonziel für erreicht.
Auch wenn dieser 10. Platz für mich schmeichelhaft klingt (zu oft kickte man sich regionalligareif über den grünen Rasen. Manchmal fehlte wohl auch das letzte bisschen Wille), wäre das die richtige Position, um von da aus das letztes Jahr ausgegebene Ziel weiter zu verfolgen: mit kleinen Schritten nach oben. Mit jungen, hungrigen Spielern etwas aufbauen, was vielleicht in zwei, drei Jahren ein Ausgangspunkt für Europa wäre, das Freiräume schafft, gut entwickelte Spieler zu verkaufen, ohne das Gerüst der Mannschaft insgesamt zu gefährden oder immer wieder neu anfangen zu müssen. Mit Bahoui und Altintas hat man bereits zwei aussichtsreiche Kandidaten im Kader (falls man Altintas nicht wieder auf Nimmer-Wiedersehen verleiht!)
Aber nein. Nun soll ja geklotzt, statt gekleckert werden.
Mir wird schlecht!
Ich sehe schon einen Miroslav Klose im Trikot des HSV oder einen anderen großen Namen, der vielleicht nicht mehr DIE Leistung wie früher mitbringt, aber den Glanz und den Glamour, den man in Hamburg, in gewissen Kreisen wohl so schmerzlich vermisst.
Bitte Didi, bitte Herr Kühne! Tretet nicht wieder auf das zarte Pflänzchen, das sich da, unter schweren Geburtswehen entwickelt hat!
Kauft mit Bedacht und vor allem Maß! Und findet damit ein Wort zwischen Demut und Größenwahn!
Die Fans wollen gar nicht, dass der HSV 2017 wieder Championsleague spielt! Sie wollen lediglich endlich wieder ein gelungenes Passspiel, schöne Kombinationen, eine sichere Abwehr und vorne Tore, von einem Team, von einer bissigen Mannschaft, die harmoniert, sehen!
Hier ist dann auch besonders Labbadia gefragt, der entwickeln und fördern muss. Mal schauen, wie weit ihm das mit jungen Talenten gelingt.
Den Zeiten von Keagan und Co trauern zwar viele irgendwie immer noch hinterher. Aber auch sie kamen nicht von heute auf morgen. Und der Verein lag vor zwei Jahren noch in Schutt und Asche, war zerstritten und zeitweise führungs- weil ahnungslos.
Deshalb: vor dem Portemonnaie aufmachen: bitte Kopf einschalten!
Danke!
(mg)

Saisonfinale in Augsburg #FCAHSV

Während die Augsburger am Sonntag für 3 Tage nach Malle aufbrachen, um ein wenig zu feiern, sorgte Didi Beiersdorfer am Tag darauf, in Hamburg, für einen Paukenschlag, in dem er Peter Knäbel vor die Tür setzte und ab sofort in Doppelfunktion als Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor tätig sein wird. Fortan geht es nur noch um Beiersdorfer, Knäbel, Eier,Spannung, Leistungszerrung, Million, Kühne usw…
 
Mir persönlich fehlen noch immer ein wenig die Worte und ich werde mir die Entwicklung der kommenden Tage ganz genau ansehen, bevor ich mich hier im Detail äussere.
 
Für Samstag erwarte ich nichts. Die Vorschau auch etwas kürzer als gewohnt.
 
Zum Spiel:
34. Spieltag
Anstoß: Sa. 14.05.2016, 15:30 Uhr, WWK-Arena, Augsburg
 
Der Tabellen-Elfte trifft auf den Tabellen-Zwölften.
 
In der Heimtabelle steht der FCA auf Platz 16 (3 Siege, 6 Unentschieden und 7 Niederlagen).
 
Die Hamburger belegen in der Auswärtstabelle Platz 9. (5 Siege, 4 Unentschieden und 7 Niederlagen)
 
Schiedsrichter: Florian Meyer
Assistenten: Willenborg, Bornhorst
Vierter Schiedsrichter: Bibi Steinhaus
 
sky: Bundesliga 8 & HD 8
Kommentar: Toni Tomic
 
Bilanz aus Sicht des HSV:
9 Spiele 2 Siege 1 Unentschieden 6 Niederlagen 8:13 Tore
 
Letzter Sieg in Augsburg
26.10.2012 2:0 Torschütze: Son, Rudnevs (Trainer: Fink)
 
Formtabelle der letzten 5 Spiele:
HSV: Platz 15: 1 Siege / 1 Unentschieden / 3 Niederlagen 4 Pkt 3-7 Tore
FC Augsburg: Platz 3: 3 Siege / 2 Unentschieden / 0 Niederlage 11 Pkt 6-2 Tore
 
Kader:
HSV: Mickel, Dehmelt, Spahic, Bahoui, Schipplock, Diekmeier, Holtby, Djourou, Lasogga, Ostrzolek, Gregoritsch, Müller, Cleber, Sakai, Kacar, Altintas
Trainer: Bruno Labbadia
 
FC Augsburg: Hitz, Opare, Hong, Klavan, Max, Baier, Kohr, Bobadilla, Halil Altintop, Caiuby, Finnbogason Gelios, Manninger, Janker, Stafylidis, Feulner, Moravek, S. Parker, Er. Thommy, To. Werner, Al. Ajeti, Ji
Trainer: Markus Weinzierl
 
Meine Wunschelf: Mickel – Ostrzolek, Spahic, Djourou, Sakai –Kacar, Holtby – Gregoritsch – Müller– Lasogga, Cleber
 
#NurderHSV
(CM)

Die letzte Patrone

Meine Mitbloggerin hat ja schon ihren Standpunkt zu den Dingen, die jetzt um unseren HSV passieren, kundgetan. Nun versuche ich meine Meinung in Worte zu fassen.

Der Vorstand hat sich vom Direktor Sport getrennt, weil Dietmar Beiersdorfer und Peter Knäbel sich uneins über die zukünftige Ausrichtung der Mannschaft waren.

Wenn man die Situation beurteilen will, muß man die PK gesehen haben. Didi fängt mit erhobenem Haupt an, kämpferisch, verschmitzt will er sagen: “Schaut, ich kann handeln, ich bin ein Entscheider”
Schnell wird er aber wieder in die Defensive gedrängt, wird grantig, als man ihn damit konfrontiert, daß die Entwicklung doch recht dürftig wäre. Ok, er hat nicht ganz Unrecht, der HSV entwickelt sich in die richtige Richtung. Daß es nicht schneller geht, das ist nicht seine Schuld. Dazu hätte es eines richtigen Managers bedurft, der die Ärmel hochkrempelt und die Aufbruchstimmung nach der Ausgliederung nutzt, um was aufzubauen, einen Macher. Das ist Didi nicht, aber das hat man anscheinend bewusst in Kauf genommen, um den Namen Beiersdorfer zu bekommen.
Allerdings hatte Dietmar Beiersdorfer auch nicht den Mumm, um Ziele zu formulieren. Ihm war nicht zu entlocken, wie es nun mit dem HSV weitergehen soll. Das halte ich für bedenklich, äusserst bedenklich.

So oder so, es kann nur ein Ziel geben: Die Fortsetzung des Umbruchs der Mannschaft bei höchstens gleichbleibenden Kosten. Für diese Saison war das Erreichte ok, in der nächsten Saison MUSS es nach oben gehen.
Sportliche Konsolidierung UND wirtschaftliche Konsolidierung. Schafft er eines von beiden nicht, ist er auf die Hilfe von Kühne angewiesen, um die Mannschaft aufzuwerten, dann hat er versagt! Dann muß er gehen!

Schaue ich nun mal in die Vergangenheit: Die Mannschaften unter Didi hatten immer ein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis. Auch früher beim HSV war die Mannschaft für das Erreichte schon zu teuer. Ausgeglichen wurde das immer wieder durch das Geschick Hoffmanns, Gelder aufzutreiben. Bei Red Bull und in St Petersburg war das ebenfalls so und die Transfers, die er 2014 geholt hatte, waren auch sehr teuer. Ein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis pflastert seinen Weg.
Es wurde ihm immer zu Gute gehalten, daß er Spieler günstig geholt hat und am Ende wieder teuer verkauft. Dabei sollte man bedenken, die Verhandlungen mit den Vereinen waren Hoffmanns Anteil an den Transfers. Hatte Didi den Spieler überzeugt, war es an Hoffmann, den Transfer einzutüten ohne zuviel zu zahlen, bzw ohne zuwenig zu bekommen.

Bedenke ich, wie Didi sich bisher immer verhalten hat, so sehe ich für den HSV dunkle Zeiten aufkommen. Es wird wieder viel Geld verbrannt.

Ich weiß Peter Knäbel besitzt bei vielen nicht den besten Ruf. Seine Trainertätigkeit war überflüssig, aber man muß ihm zugute halten, daß ER es war, der in dieser Situation gehandelt hat, während alle anderen noch gezögert haben. Er war es auch, der auf Bruno gedrängt hat, als sich abgezeichnet hat, daß es mit Tuchel nichts wird.
Die Rucksackaffaire nehmen ihm viele auch krumm. Ich habe eigentlich nur Bedenken gehabt, wenn er mit der Presse sprach.

Ich halte ihn allerdings für einen klugen Kopf, für jemanden, der ein Konzept hatte und der relativ schmerzbefreit war, dieses Konzept auch gegen Widerstände durchzusetzen. Er hat, auch wenn viele es nicht glauben, der Mannschaft im letzten Jahr ein neues Gesicht verpasst, ein Gerüst, auf dem man aufbauen kann. Dabei musste er noch Didis Altlasten tragen.
Natürlich war Käbel kein perfekter SpoDi, aber ich hätte ihm zugetraut, daß er es schafft, ein guter Sportdirektor zu werden. Das hätte aber Kontuinität erfordert. Und diese Kontinuität hat die HSV-Führung, sprich Vorstand und Aufsichtsrat, gebrochen. Wir haben im Kader Spieler, die wurden von Didi geholt, dann von Hoffmann/Labbadia, dann von Hoffmann/Basti, dann von Arnesen, dann von Kühne und dem Restvorstand, dann von Kreuzer, dann wieder von Didi, dann von Knäbel und jetzt wieder von Didi. Und jeder verfolgt eine andere Strategie. Die Entlassung von Knäbel schmeisst uns wieder zurück. Zumal ich mir auch nicht vorstellen kann, daß Didi als SpoDi ein Konzept mit Zukunft ist.

Interessant finde ich, daß Beiersdorfer betont, er hätte ja die Gesamtverantwortung und deshalb wäre es seine Aufgabe, Dinge zu hinterfragen, wenn etwas nicht so läuft, wie gewünscht und gegebenenfalls zu handeln. Als Bernd Hoffmann das in Bezug auf die Jugendarbeit im Verein getan hat, war er es, der sich empört jegliche Einmischung verbeten hat.

Ich halte die Entscheidung, Peter Knäbel zu entlassen, für falsch. Dietmar Beiersdorfer muß jetzt liefern, sportlich wie wirtschaftlich. Frisches Geld von Kühne wäre ein Zeichen dafür, daß er versagt, daß er nicht in der Lage ist, den Verein aus der Krise zu führen. Dies ist Didis letzte Patrone. Und wenn ich ehrlich sein soll, im Grunde auch Gernandts, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß er diese Entscheidung ohne den Vorsitzenden des AR getroffen hat. (fb)

ps: Wer glaubt, wir haben zum Beginn der Vorbereitung den Kader auch nur ansatzweise zusammen, der wird sich täuschen. Aber tröstlich ist: Ende des Transferfensters ist der 31.8., das erste Saisonspiel ist erst am 26.8. Also nur 5 Tage ohne vollständigen Kader