Der „man of the match“ war…

„Ich gucke heute Abend zum ersten Mal nicht HSV. Habe keine Lust darauf, die Kölner jubeln zu sehen.“
Das sagte mir ein Freund, kurz vor Anpfiff des Spitzenspiels des 29. Spieltages der 2. Bundesliga.
Und mal ehrlich. Die wenigsten haben mit einem Sieg gerechnet, ein paar mehr mit einem Unentschieden. Die meisten von uns gingen von einer Klatsche gegen den Tabellenführer aus.
Hunt nicht dabei, Holtby gelbgesperrt, Lasogga verletzt. Wer sollte es richten?

Ein bisschen komisch ist es schon, dass sich der HSV, nach Ablauf der Hinrunde noch unangezweifelter Direktaufsteiger, zum krassen Außenseiter gegen Köln runtergearbeitet hat.
Mit unnötigen Niederlagen, zweifelhaften Einstellungen, lauen Lüftchen vor dem Tor und verletzungsanfälligen Führungsspielern. Mit verdienten Niederlagen gegen Darmstadt und Magdeburg, mit einem enttäuschenden Unentschieden gegen Bochum.
Genau aus dem Grund gibt es für mich keinen „man of the match“ sondern „the Gesamtteam of the match“!

Denn während man im Kollektiv in der ersten Halbzeit meist damit beschäftigt war, sich von den aggressiven Kölnern nicht überrennen zu lassen und in der 26. Minute, nach einem Eckball den Führungstreffer hinnehmen musste, fand Wolf zum Pausentee wohl die richtigen Worte.

Das muss man sich mal geben: den ersten Torschuss der Hamburger führen die Statistiker in der 53. Minute!
Bis dahin fand Özcan, vom Trainer ganz nach vorne gestellt, kaum statt, leisteten sich „Neuling“ Lacroix und Sakai den ein oder anderen Ausrutscher und lediglich Jatta sorgte für ein wenig Geschwindigkeit in Richtung gegnerisches Tor.

Den Kölnern aber ging nach einer guten ersten Halbzeit langsam die Puste aus, die Hamburger drehten auf, wurden selbstbewusster. Zudem sorgte Trainer Markus Anfang mit seinem Wechsel in der 74. Minute für ein paar Kopfschüttler. Sobiech kam für Terrode.
Sein Plan, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen, ging nach hinten los.
In der 81. funktionierte endlich der mentale Austausch zwischen Hannes Wolf und mir. Er brachte Wintzheimer für Sakai. Endlich ein offensiver Wechsel! Für mich überfällig.

SEIN Plan funktionierte. Wintzheimer belohnte sich selber und die Mannschaft, mit einem Glücksschuß nach einer missglückten Ecke, der durch unzählige Spielerfüsse hindurch, letztlich im Tor zappelte.

Ein verdienter Punkt für Hamburg! Eine Mannschaftsleistung, die endlich mal wieder den Namen Leistung verdiente! Ein Jokertor als Geburtstagsgeschenk für den Trainer. Ein wichtiger Punkt auf dem Weg nach oben, der noch lange nicht zu Ende ist. Und der Beweis, dass man viel schaffen kann, wenn man an sich glaubt. Auch wenn einige wichtige Spieler fehlen! Oder dann erst recht.

Dass sich Anfang am Ende eher als schlechter Verlierer bewies, da er in der Englischen Woche und dem Schiedsrichter die Erklärung für die eher mäßige Leistung seiner Mannschaft suchte, lassen wir einfach mal unkommentiert.
By the way, Rot hätte es auf beiden Seiten geben KÖNNEN…

Wir müssen jetzt nur auf uns schauen und zusehen, diesen Punkt gegen Aue und folgende zu vergolden. Ausreden zählen nicht mehr. Denn wie sagte Hannes Wolf gestern so schön: „Wir leben noch!“
Und mit dem Team der Traum vom Aufstieg.
Ohne Relegation bitte!
(mg)

Europapokaaaaaaal

Ach ne, dazu müssen wir ja noch zweimal gewinnen. Zuerst ein Heimspiel gegen Leipzig, wo wir als Zweitligist nun mal Aussenseiter sind und dann müssten wir, vorausgesetzt, wir gewinnen gegen RaBa, den Sieger aus der Partie Werder gegen Bayern im Finale in Berlin schlagen.
Seien wir realistisch, Halbfinale ist schon geil und wird wahrscheinlich auch das Ende unserer Pokaltour in diesem Jahr sein. Aber, jedes Spiel fängt 0:0 an und Zuhause mit der Unterstützung der Fans … wer weiß.
Die Zeiten, wo man als Finalist in den Europacup kam, wenn der Sieger sich über die Liga für den Europapokal qualifiziert hat, sind seit einigen Jahren vorbei.

Also rufen wir erstmal Halbfinaaaaaale!

Die Aufstellung gegen Paderborn war ja nominell sehr defensiv. Erstaunt waren alle und viele haben schon vor dem Spiel am Trainer gezweifelt. Aber als das Spiel lief, sah man, unsere Jungs interpretieren das recht offensiv und haben seit langer Zeit mal wieder einen Gegner mehr oder weniger dominiert. Paderborn hatte kaum echte Torchancen und die, die sie hatten, hat Poller entschärfen können.
Ein verdientes 2:0 war das Ergebnis und fiel damit noch schmeichelhaft für die Gäste aus. Aber im Pokal zählt kein Torverhältnis, also egal.

Im Gegensatz zur Liga. Aber auch da wären wir froh, wenn wir zumindest mal dreifach punkten.
Gegen Bochum nur einen Punkt und gegen Darmstadt sogar punktlos. Ich weiß, die unter uns punkten auch nicht regelmäßig.
Berlin hat heute auch nur unentschieden gespielt, aber trotzdem sollten wir zusehen, daß wir das nutzen, um uns mal signifikant von den anderen absetzen zu können. Ein Herzschlagfinale am letzten Spieltag wäre nicht gut.

Und darum gilt es morgen, Zuhause gegen Magdeburg dreifache Punkte zu holen. Ein Sieg muß endlich mal wieder her.
Den Trainer Oenning kennen wir ja noch. Einen Sieg hatte er für den HSV damals im ersten Spiel erreichen können.
Dabei blieb es. Für Jarchow Grund genug seinen Vertrag zu verlängern.
Aber das ist Geschichte.
Nach einigen Stationen im Ausland ist er seit Herbst Trainer in Magdeburg und macht es unterm Strich besser als sein Vorgänger. Ob das in Anbetracht des Kaders eine gute Leistung ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
Während im Hinspiel noch der Ex-Hamburger Alexander Brunst im Tor stand, hat man sich dort in der Winterpause mit dem erfahrenen Giorgi Loria verstärkt.
Schaut man sich die Mannschaft an, dann erkennt man noch einige weitere Namen, die bekannt sind.
Angefangen mit Ignowski, den man im Sommer von Freiburg geholt hat und dann noch Lewerenz, der im Winter von Kiel kam. Letztendlich ist da noch der Ex-Bayernspieler Jan Kirchhoff, der nach seinem Engagement in England ein halbes Jahr vereinslos war, ehe man ihn nach Magdeburg geholt hat.
Diese Verstärkungen haben die Mannschaft stabilisiert und angefeuert von kolportierten 8-9.000 Fans wird man versuchen, die Punkte aus dem Volkspark zu entführen.
Schnelles Umschaltspiel ist das, was ich erwarte. Den Ball wird man weitestgehend uns überlassen.

Wie werden wir spielen? Ich will es kurz machen: Ich hab keine Ahnung. Für mich die wichtigste Nachricht: van Drongelen, der gegen Paderborn recht früh ausgewechselt werden musste, ist spielbereit.
Janjicic, der einen Infekt hatte und ausserdem eine „Reaktion im Knie“, wird wahrscheinlich auch auflaufen können, das entscheidet sich erst am Montagmorgen. Wolf war aber zuversichtlich.
Damit steht unserem Trainer im Grunde bis auf Hunt, jede taktische Variante zur Verfügung. Seit Papa und Gideon wieder einsatzbereit sind, können wir auch in der Abwehr taktisch variieren. Lassen wir uns überraschen (und hoffen, dass wir auch Michael Oenning überraschen können).

Nach Jan Gyamerah ist jetzt auch der Wechsel von Jeremy Dudziak von St Pauli fix. Der 23jährige ehemalige Jugendnationalspieler ist ursprünglich im Mittelfeld zuhause, spielt bei unserem Stadtrivalen aber meist als RV.
Damit ist er vielseitig einsetzbar. „So toll ist er ja gar nicht“ höre ich desöfteren von St Pauli-Fans. Allerdings sprechen die beleidigten Sprüchen von Sportdirektor Stöver oder auch das Banner der St Pauli-Fans, die ja so anders sind, als der normale Fußballfan (zumindest ist das ihre persönliche Meinung), da eine andere Sprache.

Ausserdem sollen wir uns mit David Kinsombi von Holstein Kiel einig sein. Die Verhandlungen mit dem Verein sollen schon weit gediehen sein, so daß er im Sommer für kolportierte 3 Mio wohl zu uns wechseln wird.

Bis jetzt bin ich von der Transferpolitik sehr angetan, aber letztlich müssen wir sehen, was am Saisonanfang bei uns auf dem Platz steht.
Wir stehen mit der Kaderzusammenstellung 19/20 erst am Anfang.
Die obigen Spieler sind gute Jungs und ich denke, sie werden auch in der Bundesliga bestehen können. Aber wenn wir die 1. Klasse halten wollen (vom Aufstieg gehe ich einfach mal aus) brauchen wir noch qualitative „Ausreisser nach oben“.
Spieler, die die Mannschaft aufwerten, sie bestenfalls auch als Führungsspieler in Flauten mal nach vorne bringen können. Allerdings sollten wir uns da auch bewusst sein, daß wir uns diese höchstens leihen können.

Unser neuer Kaderplaner, der die Mannschaft mit Becker und Spors zusammenstellen soll, hat anscheinend schon ein Auge auf den französischen und englischen Markt geworfen.
Gesucht werden junge Leihspieler mit Qualität und bestenfalls auch mit Kaufoption.
Solche Spieler haben Gladbach groß gemacht, Frankfurt und de Bruyne hat als Leihspieler auch Werder gerettet, als sie am Boden lagen. Das muß unsere Strategie sein, bis wir uns wieder soweit finanziell erholt haben, um selber in den Kauf von Spielern investieren zu können.

Aber erstmal müssen wir in dieser Saison unsere Hausaufgaben machen. Am besten schon gegen Magdeburg (fb)

Heute feiern, morgen arbeiten

Neben der Erkenntnis, dass ich vielleicht doch nicht ganz so bekloppt bin wie einige glauben, hat uns das gestrige Viertelfinale des DFB-Pokals vor allem eines gezeigt: nur mit einer komplett geschlossenen und konzentrierten Mannschaftsleistung bis zur letzten Minute ist es möglich, auch mal Siege einzufahren, mit denen wenige gerechnet haben.

Ich gebe es zu. Ich habe schon erschrocken geschluckt und ein paar Mal tief ein-und ausgeatmet, als die Aufstellung bekannt wurde.
Was wollen wir mit drei IVs?
Und warum steht ein Papadopoulus ohne jegliche Spielpraxis gleich in der Startelf?
Wo waren ein Narey, ein Özcan?
Und was machte ein Holtby auf der rechten Außenbahn?
Irgendwie sah das nach Angsthasenfussball aus.

Im Nachhinein muss ich Trainer Hannes Wolf für dieses Spiel jedoch ein glückliches Händchen bescheinigen und weiß, warum ich eben kein Profitrainer bin.
Wobei… in der ersten halben Stunde war das Spiel gegen Paderborn alles andere als ein Augenschmaus für Fußballästhetiker.
Viele Fehlpässe auf beiden Seiten, Unsicherheiten insbesondere im Mittelfeld und auch in der ungewohnten 5er-Kette, die Wolf mit Jung und Mangala vor dem IV-Trio geknüpft hatte.

Schiri Welz wirkte in den Anfangsminuten übereifrig. Er pfiff bei vielen Zweikämpfen völlig unnötig, machte das Spiel dadurch zerfahren.
Er war sich augenscheinlich der außerordentlichen Beobachtung der gesamten Nation bewusst. Alle hatten seinen „Kollegen“ Robert Hoyzer, der die DFB-Erstrunden-Begegnung Paderborn-HSV vor 15 Jahren für bare Münze verpfiff, noch im Hinterkopf.

Torchancen gab es in den ersten 45 Minuten wenig, aber auf beiden Seiten. Allerdings ohne Erfolg.
Ein Hoch auf Pollersbeck, der den wenigen echten Chancen mit einigen tollen Paraden den Garaus machte und so eine Führung der Gastgeber in der ersten Halbzeit verhinderte.

In der Kabine sei der Trainer laut geworden, gab ein sichtlich zufriedener Papadopoulus, der sich als Führungsspieler und Motivator, in seinem ersten Spiel nach fast einem Jahr (!) wirklich erstaunlich gut machte, nach dem Spiel bekannt.
Gut so!
Denn nur mit Toren, mehr Kampf und Einsatz war es möglich, sich das nötige Selbstbewusstsein, das in den letzten beiden Spielen zum Sieg gefehlt hatte, zu holen.
Wolfs Worte fruchteten in der 54. Minute, als Lasogga sich mit einem kräftigen Kopfball höher schraubte als die komplette Paderborner Abwehr. Das Tor war der erhoffte Brustlöser. Das Spiel wurde ansehnlicher.
Eigentlich hätte es bereits in der 61. Minute 2:0 stehen können. Allerdings verwehrte Welz dem HSV einen „Kann-Elfmeter“, als Jatta von Strohdiek im 16er zu Fall gebracht wurde.
Der sechste Pokaltreffer von Lasogga, in der 68. war ein tolles Zusammenwirken mit Mangala und ein Sahnetörchen.

Als Lasogga in der 72. Minute den Rasen verließ, ging nicht mehr viel nach vorne. Na gut…der eingewechselte Özcan hätte in der 76. eigentlich noch einnetzen müssen. Narey, inzwischen für Jatta auf dem Platz, hatte das 3:0 in der Nachspielzeit noch auf dem Fuß.
Ganz Hamburg zitterte sich durch die letzten 20 Minuten. Tief in den Knochen hing noch die späte Niederlage gegen Darmstadt…

Deshalb hörte man mit dem Schlußpfiff nach 94 Minuten auch tonnenweise Steine von hanseatischen Herzen plumpsen und große Erleichterung machte sich breit.

Dieser Sieg war sooooo wichtig!
Wichtig für die Mannschaft, die sich hoffentlich ein paar Körner Selbstbewusstsein und Teamgeist für die letzten sieben Spiele in der 2. Liga erarbeiten konnten.
Wichtig für geschundene Fanseelen, die so sehr nach Erfolgserlebnissen dürsten.
Wichtig für den klammen Verein, der mit dem ersten Einzug in ein DFB-Halbfinale nach zehn Jahren, knapp 2,7 Millionen Euro einstreichen kann.
Der HSV darf weiter träumen.
Wobei, sowohl in der Liga als auch im Pokal: die dicksten Brocken kommen noch.

Also lautet das Motto: Nun bloß nicht übermütig werden!
Heute noch mal kräftig freuen und morgen wieder arbeiten.
Nach der Kür kommt am ‪nächsten Montag‬ wieder die Pflicht. Mit einem (erneut) gaaanz wichtigen Spiel gegen Magdeburg.
Ich schließe den Kreis mit dem Eingangssatz: Mannschaftsleistung, Konzentration und so…
(mg)

P.S.: Übrigens gehöre ich nicht zu denen, die nach den beiden Lasogga-Toren jetzt nach einer alternativlosen Vertragsverlängerung unseres Sturmtanks schreie. Aber dazu demnächst mehr.

Völlig bekloppt

Der Blätterwald rauscht.
Nach der desolaten zweiten Halbzeit gegen Darmstadt und dem reichlich mauen Spiel gegen Bochum sehen viele das Saisonziel, den direkten Aufstieg, in Gefahr.

Christian Titz musste in der Hinrunde, nach dem 0:0 gegen die Ruhrpöttler gehen. Aus genau dem gleichen Grund, den die Medien aktuell bemängeln: die wackelige Punkteausbeute.

Doch während Titz bis zu dem Zeitpunkt der Saison sogar vier Punkte mehr holte, sitzt Hannes Wolf noch fest im Sattel. Ist er doch auch der Wunschtrainer des aktuellen Vorstandes.

Und das ist gut so.
Nichts würde dem HSV gerade mehr schaden, als eine erneute Trainerdiskussion.
Dieses Fass MUSS zu bleiben.

Was nicht heißen soll, dass sachliche Kritik unangebracht ist. Denn außer beim Spiel gegen St. Pauli konnte die Mannschaft von Hannes Wolf spielerisch wirklich selten überzeugen.
Und zwischen Weiß (Tenor: „wir putzen sie alle 5:0 aus dem Stadion“) und Schwarz („mit diesem Fußball steigt man nicht auf“) gibt es jede Menge Grau.
Warum schafft es der HSV eigentlich nicht mal ein paar Spiele hintereinander gute Leistungen abzurufen?

Einen Grund findet man sicherlich auf der psychologischen Ebene.
Der Druck steigt.
Zeitweise konnte man die vorhandene Unsicherheit auf dem Rasen quasi auch auf den Rängen mit den Händen greifen.
Bloß keinen Fehler machen, so die Devise.
Dass das oft nach hinten losgeht, haben wir am Samstag gesehen. Die Passquote lag gut zehn Prozent unter der, die wir sonst in der Statistik fanden. Die gut 73% wurden in der gegnerischen Hälfte noch einmal um fast 18% nach unten geschraubt. Die Mannschaft wirkte zeitweise langsam und behäbig.

Ein weiterer Grund ist, dass unser Mittelfeld aktuell selten in der Lage ist, sich durch den Gegner durchzuspielen und mit sauberen Pässe nach vorne, Torgefahr zu erzeugen. Es fehlt augenscheinlich an einem MF-Regisseur.
Und kommt der Ball mal gefährlich in die Strafraumzone, haben Latten, Pfosten oder der gegnerische Torwart etwas gegen einen Treffer. Selbst der Fußballgott scheint auf seinem Thron eingeschlafen. Das Glück, mal ein tolles Ding zu versenken, ist momentan wohl aufgebraucht.
Nur gut, dass sich die Bochumer (immerhin mächtig verletzungsgeschwächt) vor dem Tor gleichermaßen unglücklich zeigten und wir zudem einen Pollersbeck zwischen den Pfosten hatten.

Im Gegensatz zu vielen anderen sehe ich es übrigens überhaupt nicht so, dass wir mit diesem Spiel „einen Punkt auf Union gut gemacht haben“. Das hat der aktuell Vierte der Tabelle schon ganz alleine erledigt.

Ich befürchte, dass uns der ein oder andere verlorene Punkt, insbesondere aus den letzten beiden Spielen, noch richtig wehtun wird.

Umso wichtiger ist es jetzt, Selbstbewusstsein für die letzten Ligaspiele aus dem morgen anstehenden Pokalfight zu ziehen.
Haltet mich für völlig bekloppt, aber ich glaube wirklich daran, dass wir gegen Paderborn bestehen. Und sei es nur deshalb, weil der Pokal eben seine eigenen Gesetze hat.

Wichtig wäre das natürlich auch in Hinsicht auf das noch in der Liga anstehende Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften. Am vorletzten Spieltag könnte das Spiel gegen die Paderborner die entscheidenden Weichen stellen. Die Gastgeber werden mit geschwellter Brust aus der Kabine kommen. Ihr Sieg gegen Union hat sicherlich für reichlich positive Adrenalinausschüttung gesorgt.

Hannes Wolf und sein Team müssen nun dafür sorgen, dass die Mannschaft hocherhobenen Hauptes aufläuft und man die unterschwellige Angst vor Fehlern in die nötige Energie umwandelt.

Gespannt darf man sein, ob er sich dafür der Mentalität eines Papas bedient oder die eingespielte IV aus Bates und van Drongelen aufstellt.
Dass Arp, trotz eines in den letzten Spielen schwachen Lasoggas, nicht mal im Kader ist, wird seinen Grund haben.
Als Außenstehender kann man darüber nur spekulieren.
Außer Trainingsschwächen kommt für mich ein weiterer infrage. Womöglich hat man sich auf einen Bayern-Wechsel des jungen Stürmers bereits im Sommer dieses Jahres festgelegt und will seinen Platz freimachen für junge Talente, die uns weiter begleiten. So wie Mats Köhlert zum Beispiel.
Aber wie gesagt, das ist alles Spekulatius…
(mg)

Lieber Hannes Wolf.

Ich habe Sie bisher für Ihre Offenheit und Ehrlichkeit geschätzt. Mit einer gesunden Portion Realismus warnten Sie auch vor dem Spiel gegen Darmstadt. Sie sagten, dass das sehr eng werden könne und die volle Leistung abgerufen werden müsse.

Zu gerne würde ich dann wissen, was die Spieler im Pausentee hatten und welche Worte Sie an die Mannschaft gerichtet haben.

Wir haben nämlich gestern zwei verschiedene Teams in den beiden Halbzeiten auf dem Rasen gesehen.

Nach 16 Minuten führte der HSV bereits mit 2:0 gegen paralysiert wirkende Darmstädter. Spritzig, kampfbetont und mit dem Zug nach vorne begeisterte Ihre Elf die Fans. Es sah danach aus, als nehme man die Euphorie aus dem Derbysieg mit in den Volkspark.
Was habe ich mich für Bakery Jatta gefreut, als er in der 5. Minute, nach einem Freistoß von Özcan, den Ball ins Tor köpfte!
Für alle Zweifler an seiner Bundesligatauglichkeit: seine statistischen Werte sind beileibe nicht so schlecht, wie uns manch einer glauben machen will. Minimale Unterschiede in der Passgenauigkeit (79%) und eine mit seinen Kollegen ausgeglichene Zweikampfquote (50%) sind da zu finden.

Ein berechtigter Elfmeter, nach Foul am schnellen Narey, verwandelte Lasogga in der 16. zum 2:0. Der Strafstoß untermauerte den Eindruck, dass den Darmstädtern das Spiel zu diesem Zeitpunkt einfach zu schnell ging.

Nach 20 Minuten sind die Darmstädter aufgewacht und brachten ihren ersten gefährlichen Schuss aufs Tor.
Nach 30 Minuten hätten bei Ihnen, Herr Wolf, bereits die Alarmglocken angehen müssen. Denn beim HSV verlegte man sich auf die Defensive, schaltete offensiv einen deutlichen Gang zurück. Man verpasste es, das 3:0 aufzulegen.

Dann ging es in die Kabine. Zu gern würde ich wissen… aber das hatten wir ja schon.

Vielleicht hatte man die Ingridenzien für den Pausentee aber auch ganz einfach nur verwechselt.
Denn statt eines siegwilligen HSV kamen die Darmstädter mit breiter Brust aus der Umkleide.
Unsere Defensive lag noch in der 52. Minute im Tiefschlaf.
Anschlusstreffer.
Wieder einmal sah es nach einem Herzschlagsieg aus.
Doch Pustekuchen.
Bei uns fehlten plötzlich Tempo und Präzision.
Die Bestrafung folgte in der 82. Minute, mit dem Ausgleich.
Beide Tore kamen übrigens mit Ansage.

Die Wirkung des Pausentees ließ nach, die Mannschaft schien mit einem „Huch-Effekt“ wieder wach. Bisschen spät vielleicht.
Mangala (87.) und Jatta (89., 90.+2) verpassten es dann auch, den Deckel draufzumachen.
Das taten die Hessen in den letzten Sekunden der Nachspielzeit. Nach zehn (!) sieglosen Auswärtspartien, bewiesen sich die Rothosen als gute Gastgeber und mal wieder als Aufbaugegner.
Tolle Wurst!

Lieber Hannes Wolf.
Ich weiß, so ein Trainerleben in Hamburg ist nicht leicht.
Ständig beobachtet von der Medienlandschaft, unter Druck gesetzt durch die Lage, in die sich der Verein in den vergangenen Jahren hineingeschippert hat.
Zum Siegen verdammt.
Und, ja, ja, ich weiß, die jüngste Mannschaft ever.
Aber all das reicht mir nicht, um das gestrige Ergebnis unter der Kategorie „Mund abputzen und weiter“ abzulegen.
Oder, dass Narey lapidar nach dem Spiel was von „intensiv aufarbeiten“ phrast. Ich kann es nicht mehr hören!
Und Sie, Herr Wolf, meinten: „Mit der letzten Aktion das Spiel zu verlieren ist für uns bitter und tut extrem weh.“
Sie haben das Spiel nicht mit der letzten Aktion verloren, Herr Wolf. Die Mannschaft hat Sie (so es denn keine anderen Ansagen in der Pause gab) fast eine komplette Halbzeit einfach im Stich gelassen und pomadig gedacht, die Punkte wären schon im Sack!
Jugend hin oder her. Die Jungs haben gezeigt, dass sie es können. In den zweiten 45 Minuten sah es nicht danach aus, als ob sie es wirklich WOLLEN.
Da nutzt es dann auch nichts, dass der ein oder andere selber feststellt, dass man doch in der zweiten Halbzeit hätte so weiterspielen müssen, wie in der ersten.
Ach! Ehrlich?

Mit einem Sieg wäre man sechs Punkte von Union und bis zum Kölner Nachholspiel, erneut Tabellenführer gewesen.
Doch noch viel wichtiger: man hätte den Fans und allen Kritikern beweisen können, dass der Derbysieg nicht nur ein kurzes Leistungsaufflackern war.
Erneut wurden schön traditionsgemäß, trotz Vorlage von Union, drei wichtige BigPoints liegen gelassen.
So geht das Zittern weiter.
Und die wirklich schweren Spiele kommen noch.
Viel Mut auf den direkten Aufstieg hat das gestrige Match jedenfalls nicht gemacht. Und an eine mögliche Relegation mag ich erst gar nicht denken.

Lieber Hannes, ich beneide Sie nicht um Ihren Job. Es liegt jetzt auch ein großer Teil an Ihnen, denen, die es immer noch nicht begriffen haben, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, die nötige Einstellung zu vermitteln.
Denn nur im Team könnt ihr es vielleicht doch noch schaffen!
(mg)

Who the Fuck Is Alex Meier?

Ja, ja, ich weiß. Dieser Sieg ist nur einer auf dem noch weiten Weg Richtung Aufstieg.
Aber heute darf man doch nochmal, oder?
DÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖRBYSIIIIIIIIIEEEEEG!
Ein Sieg…
Und WAS für einer!
Wir haben am Millerntor von Anfang an eine geschlossene Mannschaftsleistung gesehen. Wir haben den geforderten Kampf -und Teamgeist und endlich mal wieder den Siegeswillen gespürt.
Und wir haben einen Lasogga erlebt, der genau das tat, wofür er da ist: Tore schießen!

Dazu hat sich unsere Abteilung Defensive, van Drongelen, Bates, Santos und auch der so oft kritisierte Sakai, mit herausragenden Passquoten von bis zu 90%, einige Fleißsternchen erarbeitet.
Insbesondere unsere beiden IVs haben den selbsternannten Stadtteil-Fußballgott, Alex Meier, von seinem Thron gehauen. Herausragende Aktionen? Fehlanzeige. Gruselig seine Passquote, von gerade mal 54 %.
Ok, weiß einer zufällig genau, ob er überhaupt auf dem Platz stand?
Apropos Gott.
Der des Fußballs hat jedenfalls gestern seinen Job gemacht und nicht auf die unnötige Aufforderung seines Fast-Namenspartner vom Millerntor reagiert. Ein Fußballgott lässt sich eben nicht zu Blödsinn auffordern .

Spaß beiseite.
Die Statistik der vergangenen Woche ist Vergangenheit. Die aktuelle liest sich zudem viel besser.
80% Passquote, bei 62 % Ballbesitz.
Als Santos, in der 88. Minute, sein Zuckerschüsschen im rechten Eck von Himmelmanns Tor ablegte, war es das Sahnehäubchen auf einem Spiel, auf das die Braun-Weißen eigentlich selten Zugriff hatten.
4:0 schossen die Rothosen St. Pauli aus dem eigenen Stadion.

Balsam für uns geschundene HSV-Seelen, die sich im Vorfeld des Derbys gefühlt noch 1887mal das Tor zum 1:0 Sieg des Stadtteilvereines, aus dem Jahr 2011 anschauen mussten.
Tom Mickel markierte gleich mal das Revier, indem er seinem damaligen Torwartkollegen Piquet, mit einem herzhaften Tritt gegen die Eckfahne nacheiferte.
Die Spieler waren heiß wie Frittenfett. Das merkte man auch Lewis Holtby an, der sich anfangs auf der Bank wiederfand und erst in der 81. Minute ins Geschehen eingreifen durfte. Mit seinem Freistoß, der anschließend zum Endstand führte, fügte er sich nahtlos in die gute Mannschaftsleistung ein.
Die Startelfpause hat ihm wohl gut getan.

Lustige Kabinenvideos, die sich kurz nach dem Spiel auf den Weg ins World Wide Web machten, beweisen: auch bei den Spielern ist wohl der ein oder andere Stein vom Herzen geplumpst.

Ob der Knoten nun geplatzt ist, das wird sich allerdings erst in den nächsten Wochen beweisen.
Denn von diesen verdient gewonnenen und auch mit einer vorzeigebaren Tordifferenz abgeschlossenen Spielen brauchen wir noch mehr.
Wie wichtig auch die Tordifferenz ist, haben wir gerade schmerzvoll erlebt. Union Berlin stand plötzlich über uns, auf Rang 2 der Tabelle. Trotz Punktegleichheit.

Liebe HSV- Spieler. Ich hoffe, ihr habt gestern so VIEL Selbstbewusstsein tanken können, um euch in den kommenden Partien auch gegen hochstehende Teams besser durchsetzen zu können. Aber auch nicht ZU viel, um in die in Hamburg so beliebte Arroganz zu verfallen, Gegner nicht ernst zu nehmen und damit wichtige Punkte liegen zu lassen.
Mein Herz und ich, und ich nehme an, mit mir alle HSVer, können sehr gut auf ein weiteres Relegationsspiel verzichten!
„Wir haben endlich unser wahres Gesicht gezeigt“, sagte Lasogga nach dem Spiel. Ich würde ihn gerne beim Wort nehmen!

Was gab es noch zu sagen?
Den Pyrovollpfosten auf beiden Seiten, mit mehr als ein paar Zeilen Aufmerksamkeit zu zollen, wäre zu viel des Guten.
Die Aktionen beider Fanlager waren einfach nur daneben und haben dem Spiel alles andere als gut getan. Und wenn sogenannte Pauli-Fans ihre eigenen Leute mit Pyros beschießen, dann spricht auch das Bände.

Last but not least: wer kritisieren kann, der sollte auch loben: ein fettes Like geht in dieser Woche an den Schiri, Dr. Brych, der im gesamten Spiel ein feines Händchen mit seinen Entscheidungen bewies.
Wer weiß, was z.B. ein Spielabbruch nach dem Abpfiff noch für Auswirkungen gehabt hätte?

Einen Wermutstropfen gibt es dann aber doch. In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit musste unser Kapitän, Aaron Hunt, verletzt die Segel streichen.
Was genau ist und ob wir erneut länger auf den Mittelfeldregisseur verzichten müssen, zeigt sich erst im Laufe des Tages. Hunt muss noch in die Röhre…
Wir wünschen ihm von hier aus schon mal alles Gute, dass es nichts Schlimmeres ist.
(mg)

Druck

Es war der 21. Spieltag der Bundesliga, in der Saison 2017/18.

Der HSV kam bei seinem zweiten Spiel unter Neutrainer Bernd Hollerbach, gegen Hannover, nicht über ein 1:1 hinaus.

Mit mageren 17 Pünktchen stand man auf dem vorletzten, also auf einem direkten, Abstiegsplatz.

Fünf Spieltage später war das Punktekonto gerade mal um einen Zähler gestiegen.

Nach einem desaströsen 6:0 gegen die Bayern durfte der zweite Trainer der Saison seine sieben Sachen, nach ebenso vielen Spielen, insgesamt drei Unentschieden und vier Niederlagen, packen.

Der wohl größte Fehlgriff des sportlichen Gespannes, Bruchhagen und Todt, Bernd Hollerbach, war bestimmt irgendwie erleichtert.

Zu groß die Altlasten seines Vorgängers Gisdol, zu hoch die Erwartungen vonseiten der Verantwortlichen und Fans.

Er hatte sich am Dino der Bundesliga sichtlich überhoben.

Der Druck auf alle Beteiligten war immens.

Der damalige, frischgebackene Aufsichtsrat Bernd Hoffmann, hatte kurz zuvor bereits das Duo Bruchhagen/Todt freigestellt. Hollerbach machte das Trio innerhalb von nur fünf Tagen komplett. Der HSV schlingerte in einem angeschlagenen Boot direkt auf den Abstieg zu.

Was danach kam, bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Christian Titz wurde nicht nur zum neuen Hoffnungsträger, er startete auch eine immense Aufholjagd, die am Ende jedoch nicht mehr reichte.

Am vergangenen Montag fand der 21. Spieltag der 2. Liga in der Saison 18/19 statt.

Mit einem knappen 1:0 (auch dank einer tollen Parade von Julian Pollersbeck) gingen die Jungs von Trainer Hannes Wolf vom Grün. Es war kein glanzvolles Spiel. Es war mehr Krampf. Gegen tiefstehende, gut sortierte Dresdner hatten die Rothosen häufig Schwierigkeiten, die Bälle nach vorne durchzustecken und somit überhaupt abzuschließen. Hinten wackelte es bei schnellen Kontern der Dresdner oftmals in der Abwehrabstimmung.

Bis uns Lewis Holtby, nach einem slapstickreifen Patzer von Rechtsverteidiger Wahlqvist und Torwart Schubert, in der 84. Minute erlöste, dürfte so manch einer herzinfarktgefährdet gewesen sein.

Immerhin wurde mit diesem Arbeitssieg vorerst die knappe Tabellenführung des HSV gehalten. Zwar beträgt sie gerade vier Punkte, aber der 1. FC Köln hat ein Spiel weniger als die Konkurrenz.

Was bleibt ist der Druck.

Ob du unten in der Liga 1 stehst oder oben in Liga 2.

Du bist zum Siegen verdammt.

Stopp. Einen Unterschied gibt es. Nämlich den, dass man mit einem Aufstieg einem positiven, mit einem Abstieg einem negativen Ereignis entgegensieht.

Das sollte allen unseren Spielern einen zusätzlichen Schub Antrieb verleihen.

Zumal jeder auch weiß, dass sich der HSV eigentlich kein zweites Jahr im Unterhaus der Bundesliga leisten kann.

Irgendwie ist eben alles anders. Und irgendwie ist es doch alles gleich…

Zumindest einer, nämlich Hannes Wolf, ist für mich der, der für ein kleines Quentchen Ruhepuls sorgt.

Seine Aussagen sind klar, sind deutlich und sind wohltuend realistisch.

Es mag eine Phrase sein, aber „von Spiel zu Spiel zu denken“ ist wohl nicht nur gesünder für unser aller Nerven, es ist genau das, was die Mannschaft braucht und was die Fans tun sollten.

Also schauen wir jetzt auf den nächsten Samstag, wo unser HSV auf den Tabellenvierten Heidenheim trifft. Die Heidenheimer sind punktgleich mit Union Berlin und St Pauli. Erneut wird es kein leichtes Spiel und der Druck auf das Team immens sein.

(mg)

P.S.: Ein dickes Lob geht an unsere Fans, die Jann – Fiete Arp, bei seiner Einwechslung fair und mit Applaus, statt wie befürchtet mit Pfiffen, begrüßten. Eine bewusste und gute Entscheidung von Wolf, den Youngster, nach den schlagzeilenträchtigen Tagen rund um seinen Wechsel zu den Bayern, auflaufen zu lassen.

P.P.S.: Leider glänzten einige der Dresdner Fans nicht unbedingt mit fairem Verhalten. Ihre Störungen bei unserer Stadionhymne, das Zünden von zahlreichen Bengalischen Feuern und eine eher geschmacklose Choreo zerstörten das doch positive Bild, das man von ihnen, nach der Absage des Hinspieles, erhalten hatte.

Kaltstart mit Bus im Tor

Nach der gemeinsamen Barkassenfahrt, zu der die Hamburger Supporters ihre Sandhausener Gästefans, im Vorfeld auf das Zusammentreffen ihrer beiden Profimannschaften, einlud, war die Stimmung gut.
Man verstand sich. Wie eigentlich schon seit dem Hinspiel, als die Sandhausener mit ihren originellen Wegbeschreibungen im Hamburger Hauptbahnhof auf sich aufmerksam machten.
Klar ging die Fanfreundschaft dann doch nicht so weit, dass man sich gegenseitig die 3 Punkte der Partie gönnte.

Für den HSV ging es bei eisigen Temperaturen und Schneefall (mal wieder) um Big Points.
Die Sandhausener dagegen erwarteten sich Entlastung im Tabellenkeller, in dem sie auf Platz 16, mit 13 Punkten nach 19 Spielen festhängen.

Mal wieder zum Siegen verdammt.

Um es vorweg zu nehmen: das wird in jedem Spiel so sein. Denn geschenkt wird einem in Liga 2 nichts.
Zwar konnten wir unseren Vorsprung zu Platz 2 auf 4 Punkte ausbauen, da auch Köln gestern, gegen Union Berlin patzte. Aber was sind schon vier Punkte?
Neben Köln hängen uns auch Union Berlin und Pauli, mit 6 Punkten Abstand, im Nacken.

Woran Hannes Wolf arbeiten muss? Ganz klar an der Chancenverwertung. Denn bereits nach zehn Minuten hätte es, nach einem Zuckerpass von Santos auf Holtby, 1:0 stehen müssen.
Die Chancen kamen anschließend fast im Minutentakt. Khaled Narey (14.), Tatsuya Ito (18.) und zweimal Lasogga (15., 34.) hatten es auf dem Fuß.
Trotzdem dauerte es bis zur 45. Minute, bis die Hamburger jubeln durften.
Ob Jatta bei seinem Pass auf Lasogga hauchdünn im Abseits stand? Mag sein. Mir ist es allerdings lieber, nach Toren nicht erst minutenlang zittern zu müssen, weil der Schiri vom Feld aus Köln zurückgepfiffen wird.
Im Laufe der Saison gleicht sich alles aus. Auch das mit der knappen Abseitsposition.

Nehmen wir doch ganz einfach den von Dennis Diekmeier herausgeschundenen Elfer, der den Gästen, knapp 20 Minuten nach Wiederanpfiff, das 1:1 bescherte, als Ausgleich.
Er stellte seinen Körper vor Jatta rein und wartete darauf, dass der versuchen würde, den Ball zu spielen. Dann fiel Dennis um und bekam den Pfiff…
Nicht wirklich fair.
Dennis Diekmeier. Arbeitslos seit Mai, nun bei Sandhausen und auch sofort in der Startelf gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.
Für meine Begriffe hat er mit dieser Aktion auch ein gutes Stück Frust abgebaut. Denn gegen Jatta sah er oftmals nicht wirklich gut aus. Der pfeilschnelle, frisch „verlängerte“ Rechtsaußen, zeigte, was aus ihm werden kann, wenn er weiterhin hart arbeitet und Selbstbewusstsein tankt. Toll sein Solo-Sprint, vom eigenen auf das gegnerische Tor. Leider mit schwachem Abschluss. Aber das mit den Abschlüssen hatten wir ja schon …

Insbesondere in der 1. Halbzeit hätte man sich die Sandhausener eigentlich „zurechtlegen“ können. Die Tatsache, dass der Elfmeter die erste gute Torchance der Sandhausener war, spricht Bände.
In die Pause ging man laut Statistik mit 10:0 Torschüssen für den HSV!

Gut für die Spielerpsyche und natürlich die Punkteausbeute: bereits drei Minuten nach dem Ausgleich sorgte ein Zusammenspiel von Holtby und Lasogga für die erneute Führung der Gastgeber, bei der es dann auch blieb.

Durchschnaufen ist allerdings nicht. Schon morgen geht es, um 13 Uhr, gegen den Tabellen 14ten, Bielefeld.
Ein Selbstgänger, sollte man meinen, ging doch auch das Hinspiel mit einem 3:0 für die Hamburger aus.
Für mich ist es alles andere als ein Selbstgänger. Denn wie bereits oben erwähnt, wird niemand uns etwas schenken.
Dass die Bielefelder kämpfen können, bewiesen sie nicht zuletzt am Mittwoch, als sie einen 3:1 Rückstand mit viel Willen noch in einen 4:3 Sieg gegen Dresden gedreht haben. Herausragend dabei: Fabian Klos, der nach der Pause allein auf drei Assists und einen Treffer (FE) kam.
Auf ihn wird aufzupassen sein.

Und ändert sich nichts an der Chancenverwertung, dann wird es insbesondere gegen Mannschaften wie vorgestern gegen Sandhausen, die sich gerne mit einem Punkt zufriedengeben, und dafür einen Bus ins Tor stellen, enorm schwer.
Ja, ja, ich weiß. Noch vor ein paar Monaten hatten wir nicht mal diese Chancen. Aber Fakt ist nun mal, dass nur Bälle zählen und zu Punkten führen, die IM Netz zappeln.

Wir alle, Fans, Mannschaft und Führungsteam, sollten aufhören, schon vom Rathausbalkon zu träumen. Denn wie sang schon Xavier Naidoo vor ein paar Jahren: „Dieser Weg wird kein leichter sein…“
Und ich bin sehr froh, dass Hannes Wolf ähnlich denkt.

Wir haben gesehen, wie eng es in jedem Spiel werden kann, wenn die Konzentration nicht zu jeder Zeit bei 100 Prozent liegt. Zudem haben wir die härtesten Nüsse in der Rückrunde auswärts.
Gespannt bin ich darauf, wie wir uns im Pokalspiel am Dienstag gegen Nürnberg schlagen. Ein Erstligist aus den unteren Tabellenregionen kommt in den Volkspark. Wird man den Klassenunterschied sehen?

Was ich grundsätzlich von diesem Gedanken halte, den eventuellen Aufstieg auf dem Hamburger Rathausbalkon zu feiern, und ob dieser Kader meiner Meinung nach erstligatauglich ist, davon erzähle ich euch später mal 😉
(mg)

Es geht wieder los

Ja, ich weiß, ich bin reichlich spät dran, aber es ging leider nicht anders.

Ein paar Worte noch zur MV. 10 Tage ist sie erst her, aber trotzdem haben die meisten das Thema schon abgehakt.
Marcel Jansen ist jetzt unser Präsident, und er geht mit viel Elan an den Job.
Er hat einen sehr großen Vorteil: er gehört keiner Gruppe, keiner Seite an, hat also das Potential, den Verein näher zusammenzubringen.

In den Beirat sind meine Wunschkandidaten gekommen. Patrick Ehlers war ja schon vorher drin und für Jan Wendt, der ein Überbleibsel der alten Zeit mit allen Nachteilen war, ist Mike Schwerdtfeger gekommen. Gut so. Von sechs Kandidaten sollten fünf in den Ehrenrat gewählt werden. Der eine, der es nicht geschafft hat, ist Peter Gottschalck. Auch gut so.

Auch bei den Anträgen lief fast alles vernünftig ab. Es wurde der Vorstand beauftragt, dafür zu sorgen, daß die 24,9% in die Satzung kommen. Und es wurde der „Antirassismus- und -diskriminierungsantrag“ beschlossen. Einstimmig, was ich klasse finde, aber leider nur noch von 400 Mitgliedern von über 1300, die in der Spitze da waren.

Auffällig war der ruhige besonnene Umgang miteinander. Es gab durchaus strittige Szenen, aber alle haben sich anständig benommen. So wie es sein soll. Kai Esselsgroth hat die Versammlung sehr gut geleitet. Ich betone das jetzt so sehr, weil ich ihn im letzten Jahr noch kritisiert habe.

Zum Fußball:
In der Winterpause haben wir nochmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Berkay Özcan ist vom VfB Stuttgart gekommen. Ich würde sagen, er ist ein Aaron Hunt in jung. So ganz grob gesehen.
Ansonsten haben wir eher interne Zugänge, Lasogga und vor allem Jung sind wieder dabei. Das ist schon ein Qualitätsgewinn.
Papa kommt auch demnächst wieder, deshalb stehen bei Lacroix die Zeichen auf Trennung.

Wo stehen wir und wo stehen die anderen?
Köln hat sich in der Winterpause wieder mal verstärkt. Das fällt aber bei deren Kader eh nicht mehr auf.
Union hat sich mit Carlos Mané für die Flügel verstärkt. Viele kennen ihn sicherlich, er war schon in Stuttgart und wir waren auch mal an ihm dran.
St Pauli hat sich unter anderem mit Alex Meier verstärkt. Er ist immer mal wieder für ein Tor gut, auch wenn er ins Alter gekommen ist.
Kiel hat auch ne Menge gemacht, unter anderem Bénes von Gladbach geliehen, um Kinsombi zu ersetzen, der sich langfristig verletzt hat.

Wir sehen also, alle haben noch etwas unternommen, um uns das Leben schwer zu machen.

Unser nächster Gegner hat sich mit unserem guten alten Dennis Diekmeier verstärkt. Das macht durchaus Sinn.

Das Spiel heute Abend wird eh spannend.
Wie kommen die Mannschaften aus der Winterpause?
St Pauli hat gestern schon mal Punkte liegen gelassen, wir sollten gewarnt sein. Sandhausen ist auch nicht mehr der schwache Gegner aus der Hinrunde. Ich bin gespannt.
Schlagen können wir uns nur selber. Wir haben genügend Qualität um klar zu gewinnen, aber zB Kiel hat uns gezeigt, daß es nur geht, wenn wir auch mit ganzer Kraft agieren. Lassen wir auch nur ein bisschen nach, gewinnen wir nicht.

Wo stehen wir am Ende?
Aufgrund der enormen Qualität ist Köln für mich der Meisterschaftsfavorit.
Berlin, St Pauli, Kiel und Heidenheim sind auch stark.
Wollen wir aufsteigen, müssen wir in jedem Spiel Vollgas geben und nicht mit einer Leistung, wie gegen Kiel, aufwarten.
Ich bin aber zuversichtlich. Es herrscht wieder zunehmend eine Kultur im Verein, die Leistung fordert und fördert.
Und obwohl nicht alles rund gelaufen ist, stehen wir immer noch an der Spitze. Wir haben noch Luft nach oben und das werte ich positiv.
Ob Rathausmarkt oder nicht ist mir im Moment wurscht. Erstmal den Bären erlegen, bevor wir das Fell verteilen.

Endlich geht es wieder los (fb)

Die Dinos treten ab und der Vorstand muss jetzt liefern

Einige waren gekommen, um Jürgen Hunke scheitern und Marcell Jansen siegen zu sehen oder dafür zu sorgen, dass die 24,9% – Anleihenveräußerung in der Satzung verankert und somit ein weiterer Verkauf von Anteilen ausgeschlossen wird. Andere wiederum saßen auf den wenig bequemen Stühlen in der Arena in Wilhelmsburg solange, bis die Fernwahlanträge mal wieder ins Nirwana befördert waren.

Leute, Leute. Mit dieser Mitgliederversammlung ist der HSV ein Stück weit in dunkle Zeiten zurückgetaucht. Damals, als in jedem Jahr bis in die späten Abendstunden debattiert und diskutiert wurde.
Damals, als sich unwichtige Menschen plötzlich wichtig fühlten, die Geschicke des Vereines fast ausschließlich in den Händen der Mitglieder lag und damals, als wir wohl der einzige Verein waren, der sich bemüßigt fühlte, eine zweite ordentliche MV im Jahr einzuberufen, weil ansonsten eine Übernachtung am Austragungsort hätte angesagt werden müssen.

Und damals, als bereits mehrere Fernwahl-Anträge, unter großem Getöse abgelehnt wurden, da sich viele stimmberechtigte Mitglieder bereits auf dem Heimweg befanden. Befinden MUSSTEN, weil der letzte Zug, die letzte Fähre oder das letzte Flugzeug startete.
Für mich ist und bleibt dieser Tagesordnungspunkt ein Makel, der wie eine dicke schwarze, tote Fliege auf allen Protokollen liegt. Die erneute Ablehnung ist (sorry) ein Arschtritt. Ausgeteilt an alle Mitglieder, die nicht aus Hamburg oder Umgebung kommen.

In Zeiten von Livestreams, Online-Abstimmungen und Briefwahlmöglichkeiten dem Verein nicht mal die Möglichkeit zu geben, verschiedene Modelle zu PRÜFEN, um danach sachlich darüber zu diskutieren, ist für mich ein No-Go!

Schade in dem Zusammenhang war wirklich, dass fast 1000 Leute, bereits nach der Präsidentenwahl fast fluchtartig den Saal verließen.
Ebenso schade aber auch, dass die Fernwahlanträge wieder mal erst ganz am Schluss der MV, nämlich nach neuneinhalb Stunden (!) auf der Agenda erschienen.
Ernsthaft, wer nach dieser Zeit noch 100%ig aufnahmefähig ist, der ist Sitzungsmarathons entweder gewohnt oder hat die Hälfte der Zeit nicht aufmerksam zugehört.

Ich weiß, dass eine Diskussion über dieses Thema so gut wie aussichtslos ist. Die Pro-und Contraseiten sind verhärtet.
Für mich ist und bleibt die Ablehnung das letzte Machtspielchen der Ewig-Gestrigen. Wenn man ihnen, durch HSVplus schon so viel an Entscheidungsbefugnissen abgenommen hat, dann wollen sie wenigstens vermeiden, auch noch das letzte Quentchen zu verlieren. Hamburger stimmen für Hamburg. So und nicht anders.

Lasst uns eine Gruppe bilden, mit Leuten, die sich im Satzungsrecht auskennen (für die richtige Formulierung) und die wissen, wie man auf der nächsten Sitzung diesen TOP ganz nach oben bringt!
Denn ehrlich: mir ist es langsam müßig, jedes Jahr aufs Neue stundenlang auf etwas zu warten, was aus formalen oder anderen Gründen anschließend abgelehnt wird. Zudem wird es immer schwieriger, die Mitglieder von außerhalb in Scharen zu motivieren, genau dieses Vorhaben durch ihre Stimme zu unterstützen. Meine Meinung!

Was war noch?
Dass Marcell nun unser Präsi ist und Jürgen Hunke schauspielreif erst Zeit stahl und dann Ralph Hartmann mit seinem Rückzug puschen wollte, wissen inzwischen alle.
Für mich ein durchschaubarer Akt, den es wirklich nicht gebraucht hätte und Hartmann, der eine wirklich gute Rede hielt, wohl auch Stimmen gekostet haben mag.

Gut, dass der unsägliche Antrag auf Abwahl des „Restpräsidiums“ Schäfer, Schulz krachend gescheitert ist und Mike Schwerdtfeger ab sofort Jan Wendt im Beirat ablöst. Zu viele Internas sind in den letzten Wochen wieder ex-statt intern aufgeploppt und die Auswahl der Kandidaten für das Präsidentenamt war alles andere als transparent oder nachvollziehbar.
Ich begrüße auch die Wahl von Patrick Ehlers im Beirat und dass Peter Gottschalk NICHT im neuen Ehrenrat sitzt.
Gemeinsam mit Jürgen Hunke haben sich damit wohl zwei weitere „Dinos“ hoffentlich von der öffentlichen Bühne verabschiedet und einer neuen Generation, mit dem jüngsten Präsidenten der Vereinsgeschichte, die Tür geöffnet.

Der muss jetzt, gemeinsam mit dem Vorstand der AG aber auch liefern.
Man sagt Jansen eine Nähe zum Vv Hoffmann nach. Sollte Thomas Schulz dauerhaft in den AR nachrücken, sind die Wellen des ehemaligen Haifischbeckens AG sehr glatt.

Auf mich machte zudem das Gespann Schäfer, Schulz und auch Wettstein einen harmonischen Eindruck.
Und auch wenn viele jetzt sicherlich mit dem Einwand kommen, dass man mit den vorgelegten Zahlen und Wortbeiträgen des Finanzvorstandes versucht habe, die Mitglieder zu beruhigen, so frage ich mich auf der anderen Seite: wäre es besser, man hätte uns mit einem kurzfristig nicht zu ändernden Horrorszenarion nach Hause geschickt?

Es wurde viel versprochen, nun muss hart und am besten erfolgreich gearbeitet werden.

Dafür die Fananleihe erneut aufzulegen halte ich persönlich für alles andere als verwerflich. Es ist durchaus üblich, dass sich angeschlagene Unternehmen damit behelfen. Und nichts anderes ist unser HSV: ein Unternehmen und angeschlagen.
Durch jahrelange Misswirtschaft, die die aktuell amtierenden Mitglieder von der Schieflage wieder in die Senkrechte bringen müssen.

Aber auch hier war es am Wochenende wie anderswo üblich: der Überbringer der schlechten Nachrichten wird an den Pranger gestellt. Jeder sollte mal darüber nachdenken, dass verschiedene Mächte jahrelang an diesem langsamen Sinken des HSV-Schiffes „gearbeitet“ haben.
Dass für einen dringend notwendigen Aufstieg gerade auch die Mannschaft ihr Scherflein hinzufügen muss, wissen die Jungs hoffentlich genau.
Denn nur alle gemeinsam werden wir das Unmögliche möglich machen!

Diese Gemeinsamkeit herzustellen und damit konstruktiv zu arbeiten, dafür steht seit Samstag auch Marcell Jansen, dem wir BlogPerlen an dieser Stelle alles Gute für seine Amtszeit wünschen.
(mg)

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