Ostrzolek klagt: „Mental ist es in Hamburg sehr schwer“

Zu dem Thema möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben, wohlwissend, daß mir nicht jeder zustimmt.

Natürlich sind die Umstände in Hamburg nicht immer optimal gewesen, aber es hindert keinen Spieler sich voll reinzuhängen und dafür zu sorgen, daß es mental leichter wird in Hamburg.

Gerade Matze Ostrzolek hat 2 Jahre lang ohne jegliche ernstzunehmende Konkurrenz auf LV gespielt. Angefangen Leistung zu zeigen, hat er erst, nachdem man Douglas Santos verpflichtet hat und Matze dann erstmal auf der Bank Platz nehmen musste. Über zwei Jahre haben wir darauf gewartet, daß er mal annähernd die Leistung zeigt, die wir von ihm in Augsburg sehen konnten. Die ganze Zeit kam es so rüber, als wären Frisuren, Tattoos usw wichtiger als das Training für seinen Arbeitgeber

Falls die Trainer nicht das Wahre sind, sind die Spieler noch mehr gefragt. Dann ist Eigenregie gefragt, dann muß man ev auch mal was extra machen. Überhaupt, erfolgreiche Spieler arbeiten in Eigenregie (meist aber in Absprache mit dem Trainerteam). Ein Arjen Robben, man muß ihn nicht mögen, ist unter anderem deshalb so erfolgreich, weil er selbst im Urlaub fast täglich an der Säbener Strasse zu finden war. Dort hat er an seiner Fitness gearbeitet, aber auch an seinen technischen Fähigkeiten, indem er jeden Tag noch auf dem Trainingsplatz Flanken und Schüsse geübt hat. Ein Daniel van Buyten hatte damals ein Kopfballpendel im eigenen Garten, Rafa hat nach dem Training Freistöße usw bis zum Abwinken geübt, oftmals haben sich unsere Spieler damals dann noch zu einem Match Fußballtennis getroffen, wobei er dann meist nur mit rechts gespielt hat, um seinen schwachen Fuß zu stärken. (ps: Nur in seiner ersten Zeit beim HSV, nachher war er zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt)
Die Spieler haben an sich gearbeitet, um besser zu werden. In Eigenregie. Und das hätten unsere Spieler in den letzten Jahren auch ruhig mal machen können. Dann wäre es mental für alle etwas leichter geworden. Von nix kommt nix, wie meine Oma früher immer sagte.

Und auch in der Rückrunde hätten unsere Spieler es mental leichter haben können, wenn sie nicht nach dem Spiel gegen Hoffenheim ein paar Prozent runtergeschraubt hätten. So hat man letztlich Bremen abgeschenkt und Darmstadt noch dazu. Und plötzlich war man wieder mittendrin statt nur dabei und es war wieder mal mental nicht leicht, da wieder rauszukommen.

Es ist vielleicht mental nicht immer leicht in Hamburg, aber zu einem nicht unbedeutenden Teil haben sich die Spieler, und dabei möchte ich gerade Spieler wie Matze Ostrzolek hervorheben, das selber zuzuschreiben.

Die Fußballer verdienen viel Geld, ok, dafür bleiben sie trotzdem immer noch Menschen. Und ich bin der letzte, der es ihnen nicht abnimmt, wenn sie wegen zu hohen Drucks ihre Leistung nicht abrufen können. Aber sie können durchaus im Vorfeld viel dafür tun, daß sie genügend Fähigkeiten automatisiert haben, daß es trotz mentaler Belastung geht. Und daß man gar nicht erst in die Situation kommt, daß die mentale Belastung zu groß wird. (fb)

Kühne – Beifall klatschen oder auspfeifen?

Spätestens seit der Rückholaktion von van der Vaart zurück zum HSV 2013 wird über das Engagement von Klaus Michael Kühne für den HSV diskutiert. Wobei die Diskussionen sich oftmals am Rande der Sachlichkeit und darüber hinaus abspielen.

Kühne und seine Gattin waren große Fans von Rafa und so kam es, dass er van der Vaart gerne wieder beim HSV sehen wollte. In England bei den Tottenham Hotspurs war van der Vaart unglücklich. Der HSV immer noch „sein“ Club. Die Auftritte des HSV in der Bundesliga waren mehr als dürftig. Und so machte er seinen Geldbeutel weit auf und gab dem HSV ein Darlehen für die Rückholaktion. Hier muss man bedenken, dass auf der einen Seite Kühne mit seinem Geld steht und auf der anderen Seite Verantwortliche des HSV. Bei van der Vaart: Pro: Kühne, Hilke, Jarchow. Kontra: Frank Arnesen, damals sportlicher Leiter der Hanseaten. Leider konnte Arnesen sich nicht durchsetzen. Aber kann man dafür KMK verantwortlich machen? Es wurde keiner gezwungen, das Geld anzunehmen und den Transfer abzusegnen.

Nach der Ausgliederung 2014 hat Kühne dem HSV Geld für notwendige Transfers zur Verfügung gestellt. Ein halbes Jahr später folgte die Umwandlung in Anteile. Gleichzeitig kaufte sich Kühne für 4 Jahre die Namensrechte am Stadion für 4 Mio Euro / Saison. Hier gab es Kritik, dass KMK den Wert des HSV solange herunter beschworen hätte, bis der HSV weichgekloppt war. Ernsthaft? Sorry, aber das halte ich für an den Haaren herbeigezogen. KMK hat immer für weitere Investoren geworben. Dazu gehört es, dass der Wert dementsprechend attraktiv für Anleger ausgegeben wird. Eine Überbewertung hätte eine noch höhere abschreckende Wirkung erzielt. Selbst bei der angeblich zu niedrigen Bewertung hat der HSV es bis jetzt nicht geschafft, weitere größere Anteilseigner zu gewinnen. Ausserdem darf man bei einer Überwertung steuerliche Auswirkungen nicht ausser acht lassen.

In den Folgejahren musste KMK immer wieder für Darlehen herhalten (u.a. 25 Mio Darlehen für die Ablösung des Stadionkredites) oder auch um die Lizenz zu retten oder auch eine mögliche Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Von den Darlehen wurden insgesamt weitere 25,1 Mio in Anteile umgewandelt. Die 25 Mio für den Stadionkredit wurden nach 1 Jahr durch die Neuauflage der Anleihe (40 Mio) zurückgezahlt. Bei der Anleihe hat KMK NICHT investiert.

Insgesamt kommt man nach der Ausgliederung auf 43,80 Mio für Anteile, 16 Mio für den Stadionnamen. Weitere 25 Mio für das genannte Darlehen. Dieses entsprechen 84,80 Mio. Damit „verdient“ KMK lediglich für kurzfristige Zinsen. Wenn man hier einen Zinssatz von 5 % ansetzt werden es ca. 2 Mio an Zinsen sein. Über 3 Jahre verteilt entspricht dieses eine Gesamtrendite von 2,35% ! Auf 3 Jahre!!! Weitere Einnahmen sind die kommenden Jahre so gut wie ausgeschlossen. Gewinne wird die AG wohl kurzfristig nicht erzielen können.

Weiterhin hat KMK dann noch im letzten Jahr mit dem HSV ein Vereinbarung über mehrere Jahre getroffen, um Geld für Ablösesummen zur Verfügung zu stellen. Die Rückzahlung ist an den sportlichen Erfolg in den kommenden 6 Jahren geknüpft. (3x erreichen des europäischen Wettbewerbes. 1 Saison ist bereits beendet.) Hierfür werden lediglich marktübliche Zinsen fällig werden. Wenn man hier mit 3-5% kalkuliert wären dass bei jetzt insgesamt ca. 50 Mio 1,5-2,5 Mio / Jahr an Zinsen, die KMK erhält. Jeder kann jetzt für sich entscheiden, on KMK ein Investor ist, der mit dem HSV Geld verdienen möchte/will, oder eben ein (positiv) verrückter HSV Fan mit „zu viel Geld“.

Es werden auch Vorwürfe laut, dass der Kader zu teuer ist. Ja, aufgrund der Leistungen der vergangenen Jahre sind die Kaderkosten deutlich zu hoch. Er soll, so hat es Heribert Bruchhagen vor ein paar Tagen bestätigt, auf 48 Mio Euro heruntergefahren werden. Und das ist auch gut so! Dieses Vorhaben begrüße ich absolut. Die Kaderkosten müssen im Einklang mit dem Ertrag (Bundesligaplatzierungen) stehen. Kühne hat immer gesagt, der HSV müsse für die Gehälter selbst aufkommen. Damit hat er absolut recht. Dieses ist ein MUSS. Durch die Neuverpflichtungen in der aktuellen Saison geht der HSV natürlich ein Risiko ein, dieses Ziel erneut zu verfehlen. Aber das Risiko halte ich für absolut überschaubar. Die Verträge der „Hochverdiener“ laufen in 2018 und 2019 aus. (Holtby, Lasogga, Hunt, Ekdal) Dieses wird zwangsweise zu einer Etatentlastung führen. Die jetzigen Neuzugänge werden natürlich auch gutes Geld verdienen, liegen aber nicht in der oberen Gehaltsklasse. Ausgenommen wahrscheinlich Papadopoulos. Wobei ich hier auch denke, dass der Vertrag leistungsbezogen sein wird und er seine kolportierten 3 Mio nur bei dementsprechenden Einsatzzeiten erhält. Aber das ist nur eine Vermutung aufgrund der Ablösemodalitäten mit Bayer Leverkusen.

Welche „Baustellen“ ich in dem Kader sehe, habe ich vor einigen Wochen bereits aufgeschrieben. Von daher sehe ich noch Bedarf auf der IV und auf LV. Andere Neuzugänge sicher nur, wenn Personal abgegeben wird.

Mein Fazit zu Klaus Michael Kühne:

Ich bin sehr froh und dankbar, dass er dem HSV finanziell zur Seite steht. Diese Berichte, dass KMK Druck auf den HSV und den Aufsichtsrat ausgeübt hat und ihn womöglich noch erpresst habe, halte ich für reine Spekulation und teile diese Auffassung absolut NICHT.

Im Moment ist die Abhängigkeit aber absolut zutreffend. Das kann man nicht von der Hand weisen. Und in meinen Augen  ist die Annahme der Unterstützung auch notwendig. Der Anspruch des HSv ist es, dauerhaft unter den ersten 15 Mannschaften der Bundesliga zu stehen. Ohne Verstärkungen sehe ich nicht, dass die Mannschaft wettbewerbsfähig für genau dieses Ziel gewesen wäre. Aktuell sind sie auf einem guten Weg. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Für die Zukunft, die gerne schnell erfolgen darf, erhoffe ich auf Transferphasen OHNE Kredite / Darlehen von außen. Spieler wie Wood, Pollersbeck, Jung, Kostic usw. sollten und werden den HSV sicher als Sprungbrett sehen, um sich für andere Vereine zu empfehlen. Mit dementsprechenden Ablösesummen kann eine Unabhängigkeit erfolgen. Vielleicht ja schon schneller als erwartet. Persönlich rechne ich noch mit 2-3 weiteren schwierigen Jahren. Danach müssen wir aber spätestens in der Lage sein um Danke zu sagen. Danke Klaus Michael Kühne für die Unterstützung. Danke dass Sie uns aus der finanziellen Not herausgeholt haben.

Dafür benötigt es besonnene Entscheidungen in der Führungsregie des HSV. Insbesondere beim Vorstandsvorsitzenden und dem Finanzchef. Weiterhin benötigen wir auch ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Neuzugänge und natürlich auch ein wenig Glück in der Liga.

Nur der HSV

Jung und heiß. Ich könnt schon wieder…

Nun beginnt sie wirklich, die fußballlose Zeit.
Bis gestern hatte der hartgesottene Freund des Ballsportes noch Programm. Und während der ein oder andere mit einem mitleidigen Lächeln und großer Vehemenz die Spiele des Confed Cups in Russland erst gar nicht einschaltete, erfreuten sich andere von Spiel zu Spiel mehr an den jungen Wilden, die Jogi zum Turnier gebeten hatte.

Die Stammspieler sollten sich ausruhen. Müller, Boateng und Co durften also urlauben, während Draxler, Kimmich und der von vielen noch immer für seine Schwalbe ausgepfiffene Timo Werner das Warm Up für die WM im kommenden Jahr bestreiten durften. Ja, sie DURFTEN. Denn im Laufe des Turniers mag bestimmt so mancher „Stammspieler“ verwundert geschaut haben, läuft er doch inzwischen Gefahr, dass ihm der ein oder andere Bubi den Rang abgelaufen hat.
Dass Deutschland eine Turniermannschaft ist, das ist bekannt. Dass sich die bunt zusammengewürfelte und zudem mit einem Durchschnittsalter von 23,9 Jahren jüngste Mannschaft des Cups, durchaus harmonisch auf dem Feld präsentierte, damit hatten wohl die Wenigsten gerechnet (zum Vergleich: der gestrige Endspielgegner, Chile, schickte mit einem Durchschnittsalter von 30,9 Jahren, die älteste Mannschaft auf den Rasen).

Inzwischen betrachtet auch Trainer Jogi Löw, der mit sieben Neulingen im Team, bei seinem 6. Turnier den 2. Sieg einfahren konnte, diesen Confed Cup als Glücksfall. So bin ich mir sicher, dass eben dieser vielgeschmähte Timo Werner 2018 mit den deutschen Farben auflaufen wird und Löw vor einem Luxusproblem steht, wenn es um die Kaderauswahl geht.
Das war kein lockerer Test, wie ursprünglich gedacht. Das war Teamgeist, der sich da entwickelt hat, da war bedingungsloser Siegeswillen und da war ein Trainer, der endlich mal wieder Trainer sein durfte (was soll er einem Kedira oder Müller schon noch beibringen?).

Die übrigen Teilnehmer, ließen ihre besten Spielern auflaufen und verloren im Laufe des Turniers das müde Lächeln, mit dem man die „B-Elf“ der Deutschen Nationalmannschaft zuvor oft bedacht hatte.
Von der Presse viel zu schnell als Vorrundenausscheider ausgemacht, zum Confed Cup Sieger. Das schafft wirklich nicht jeder.
Deshalb für mich ein dicker Daumen hoch für Jogi Löw, der (vielleicht unbewusst) genau das Richtige tat, als er die „satten“ Weltmeister fast alle zuhause die Beine hochlegen ließ.
Auch die Auswahl passte. Die Jungs verstanden sich anscheinend prächtig und sie hatten alle ein Ziel vor Augen: am 2. Juli den Pokal in die Luft zu halten und im goldenen Lametta zu stehen. Ich freue mich für Spieler wie Joshua Kimmich, der im Luxuskader des FC Bayern München bisher nie groß zeigen durfte, was er kann. Ich hoffe, Ancelotti hat genau hingeguckt!
Timo Werners und Draxlers Gepäck dürfte auf der Rückreise noch ein Kilo schwerer sein. Denn den Torjägerschuh für den einen und die Auszeichnung als „Bester Spieler des Turniers“ wiegen eben ein paar Gramm. Ich freue mich für beide. Sie dürften nicht nur wegen der beiden Zusatzpreise in den letzten Wochen viel gelernt haben und ein Stück weit gereift sein. Ich gebe zu, ein bisschen Schadenfreude schwingt mit, wenn ich daran denke, dass der selbsternannte „beste Stürmer Deutschlands“ ohne den goldenen Schlappen nachhause fährt. Tja Herr Wagner, Sie hingegen dürften ein Stück weit geerdet sein. Gut so. Denn Diven braucht keine Mannschaft.

Mit einem Titel zu Ende gegangen ist am vergangenen Freitag ein weiteres Turnier. Die U21 schoss die favorisierten Spanier ab und darf sich, erstmals seit 2009, erneut Europameister nennen.
Dabei hatte es Trainer Stefan Kuntz noch einen Ticken schwerer, als sein Gegenüber, Jogi Löw. Denn da beide Turniere zeitgleich stattfanden, lud Löw einige potentielle U21 – Spieler nach Russland und Kuntz musste sehen, „was übrig bleibt“. Dass das bei Weitem nichts Schlechtes war, bewiesen die Youngsters in einem spannenden Turnier, bei dem sie nicht mal ein Elfmeterschießen gegen England ausließen. Mit kollektivem Willen zum Titel. Im Kader Namen wie Max Meyer, Mitchel Weiser und Marc-Oliver Kempf. Da mag der ein oder andere Trainer sich zu Hause wohl verwundert die Augen gerieben haben, während er stolz die Leistungen seiner Schützlinge in Polen verfolgte.

Nicht vergessen wollen wir, dass mit Gideon Jung und Neuzugang Julian Pollersbeck auch zwei HSVer im Kader und teilweise sogar in der Startelf standen. Ob Christian Mathenia den Sieg der Jungs und vor allem die Paraden seines direkten Konkurrenten wohl mit einem weinenden und einem lachenden Auge verfolgt hat? Man wird sehen, was Gisdol aus SEINEM Luxusproblem macht.
Wenn mir ein kleines Fazit erlaubt sei, so mache ich mir um die Zukunft des deutschen Fußballs keine Sorgen. Der Bundestrainer kann aus dem Vollen schöpfen. Und die Stammspieler im kommenden Jahr beweisen, dass sie mindestens noch genauso heiß auf Titel sind, wie es ihre jungen Kollegen vorgemacht haben.

Gleiches wünsche ich mir für den HSV. Natürlich träume ich nicht gleich vom Meistertitel. Aber diese Lust auf Fußball, den Willen zu siegen und alles für sein Team zu geben, das sollte drin sein.
Markus Gisdol seinerseits wird beweisen müssen, dass er aus den Spielern, die ihm zur Verfügung stehen, ein eben solches Team formen kann, wie auch immer das dann aussieht. Denn die Gerüchteküche steht ja noch lange nicht still. Und auch einige Abgänge, mit denen wir vielleicht noch gar nicht rechnen, dürften anstehen.
Es ist zu hoffen, dass bis zum Trainingslager im österreichischen Leogang, das Gros der Mannschaft steht und dass man an den bekannten Mankos, wie zum Beispiel der Eckenverwertung und dem Spielaufbau arbeitet.

Wir werden euch aktuell davon berichten, denn zwei BlogPerlen fahren mit nach Österreich. Freut euch auf viele schöne, hautnahe Berichte. Ich bin jedenfalls schon in Fußballstimmung. Meinetwegen kann es morgen wieder losgehen…
(mg)

Das ist wieder mein HSV

Wie schnell sich alles ändern kann, wie schnell der HSV es schafft, mögliche Euphorie immer wieder abzublocken, das ist schon erstaunlich.

Ich denke, die sportliche Führung des HSV, inklusive Bruchhagen bildet ein gutes Team. Man hat den Eindruck, hier wird endlich mal an einem Strang gezogen.

Und, schwupp, macht der AR von sich reden … warum können nicht mal ALLE an einem Strang ziehen?

Nur damit wir uns klar verstehen, so wie unter Didi können wir nicht mehr agieren, das geht nicht. Die Kosten müssen gesenkt werden, wir müssen den Kader intelligenter zusammenstellen, als in den letzten Jahren. Das erfordert aber Vorbereitung. Ok, es war eh schwer, Transfers vorzubereiten, solange man noch nicht wusste, in welche Richtung der Zug fährt. Trotzdem hat man sich schon umgesehen, welche Spieler in welchem Fall zum HSV passen könnten.

Und nun, wo die Transfers finalisiert werden könnten, da kommt der Aufsichtsrat und bremst den Vorstand aus. Sorry Leute, aber das fällt euch reichlich spät ein. Transfers sollen getätigt werden und alle stehen in der Warteschleife, weil man sich beim HSV mal wieder nicht einig ist. Wie lange stehen sie dort? Wie lange warten die Spieler auf den HSV?

Offensiv sind wir leidlich gut sortiert, das ist bundesligatauglich (vorrausgesetzt, wir können Bobby Wood halten). In der Defensive hapert es. Wir brauchen einen Torhüter (Und wenn auch nur der Platz in der Zweiten aufgefüllt werden muß), wir brauchen zwei Innenverteidiger, von denen einer ein gestandener sein sollte und wir brauchen einen LV. Das sind meiner Ansicht nach die Transfers, die wir dringend in Angriff nehmen müssen.

Ich weiß, daß unser Kader recht teuer an Gehältern ist. Dort muß gespart werden. Die teuren Spieler muß man versuchen an den Mann zu bringen, eventuell den Kader mit den passenden günstigeren Alternativen besetzen. Bereitet man sich gut vor, dann kann man das ohne großen Qualitätsverlust machen.

Mit wahrscheinlich nur etwas höheren Kosten, als der Aufsichtsrat plant, könnte man den Kader durchaus konkurrenzfähig gestalten. Eventuell bekommt man genügend Topverdiener verkauft, daß man sogar die Wünsche des AR erfüllen kann. Im nächsten Jahr verlassen uns so oder so einige Topverdiener.

Dieses Hüh und Hott, das der Verein mal wieder spielt, ist symptomatisch für den HSV und verhindert im schlimmsten Fall den Erfolg, mal NICHT um den Abstieg spielen zu müssen!.Von einem Extrem ins nächste, nie mit Augenmaß und vor allem nicht ruhig uns besonnen. (fb)

Fietes Saisonrückblick 2016/17 Teil 4

Die Saison ist geschafft, wir haben die Klasse gehalten. Wie soll es jetzt weitergehen?

Auf der einen Seite haben wir kein Geld, auf der anderen Seite muß am Kader was getan werden. Glaubt man den Gerüchten, dann will der Aufsichtsrat, oder zumindest Teile des Aufsichtsrats intensiv sparen. Gerüchten zufolge können wir 3 Mio ohne Hilfe ausgeben, für jeden weiteren Cent müssen wir erst Mittel freischaufeln

Uns verlassen, Stand jetzt, die Spieler Adler, Djourou, Ostrzolek, Papadopoulos, Götz, Oschkenat und Mickel. Alle sieben Verträge laufen aus.Oschkenat konnte sich im Profikader nicht durchsetzen, für die Zweite wird er zu alt, er muß gehen und den Platz für einen jüngeren Spieler räumen. Götz fehlt auch das Niveau für die Bundesliga, ich denke, er wird sich wohl einem Zweitligisten oder guten Drittligisten anschließen. Der Vertrag von Mickel wird wohl verlängert werden, gut so. Djourou spielt bei Gisdol schon länger keine Rolle mehr. Damit verlässt uns einer der Topverdiener. Adler und Ostrzolek wollte der Verein stark reduzierte Angebote machen. Beide haben abgelehnt und werden den Verein verlassen, Und dann ist da noch Papa. Ausgeliehen von Leverkusen und begehrt bei den Offiziellen des HSV, schon allein aufgrund seiner Mentalität. Ihn möchte man halten, aber das scheint nur mit Hilfe möglich zu sein.

Dann wird uns wahrscheinlich Lasogga noch verlassen. Die Zeichen stehen eindeutig auf Trennung, er sucht schon einen Verein auf der Insel. Das wäre für uns auch gut, denn er gehört zu den Spielern, die ein nicht geringes Gehalt beziehen.
Und aus dem Grund möchte sich der HSV am liebsten auch von Lewis Holtby und Aaron Hunt trennen.Zusammen verdienen sie ca 7Mio per anno.
Hab ich wen vergessen? Ach ja, Bahoui wird uns sicherlich auch verlassen. Er hat anscheinend mehrere Angebote aus dem skandinavischen Raum und aus der Schweiz.

Mit Bobby Wood möchte man verlängern und dabei die feste Ablöse hochsetzen, damit wir nicht all zu sehr in die Röhre gucken, falls er gehen will. Gerüchten zufolge haben wir das auch schon gemacht. Wir haben das Gehalt auf 3 Mio angehoben und auch die feste Ablösesumme erhöht.

Und dann möchte ich noch erwähnen, mit Nicolai Müller haben wir einen interessanten Spieler im Kader, der Torgefahr, den Blick für den Nebenmann und Mentalität mitbringt. Er war unser bester Scorer und auch derjenige, der mit seinen Toren das Ende der Flaute im Herbst eingeleitet hat. Als er verletzt war, hat er uns extrem gefehlt. Ich vermute, das ist anderen Vereinen nicht verborgen geblieben und hab hier meine Bedenken.
Auch bei Luca Waldschmidt hab ich Bedenken, daß er bleibt. Er hat mehrere Angebote von Europacupteilnehmern. Bei 4 Mio soll der HSV Nein gesagt haben. Ob es das letzte Angebot war? Kommt man irgendwann an die Schmerzgrenze?

Kommen wir zum Bedarf:
Adler muß ersetzt werden. Hier gibt es unterschiedliche Auffassungen, wie dies geschehen soll. Einige Fans sind der Ansicht, man solle Mickel zur Nr2 machen und den jungen talentierten Jakob Golz in die zweite hochziehen. Ich gehöre einer anderen Gruppe an, die der Auffassung sind, man solle eine 1b holen, die mit Mathenia um den Platz im Tor kämpfen kann. Im Gespräch ist der 22jährige Julian Pollersbeck aus der „Gerry Ehrmann-Schmiede“ von Kaiserslautern. Schon viele gute Torhüter kamen von dort, Roman Weidenfeller, Tim Wiese oder auch Kevin Trapp. Diese Lösung würde allerdings einige Millionen kosten. Günstiger wäre eventuell Robin Olsen aus Kopenhagen, schwedischer Nationaltorhüter. Aber auch er ist nicht umsonst.

In der IV muß auch einiges getan werden. Stand jetzt haben wir in der IV Mergim Mavraj und Gideon Jung, den ich eher als DM sehe. Hier brauchen wir zwei Spieler. Einer davon könnte Papa sein, wenn man sich mit Leverkusen einigt. Allerdings geht auch das nicht ohne Hilfe.
Als zweiten Neuzugang würde ich mir Ohis Felix Uduokhai wünschen, zu dem es auch schon Gerüchte gibt. Der 19jährige Innenverteidiger war Stammspieler bei den Löwen aus München. Allerdings hat er keinen Vertrag für die dritte, und erstrecht nicht für die vierte Liga und ist somit ablösefrei. Er gilt als großes Talent, es gibt nicht wenige, die ihn mit dem jungen Boateng vergleichen. Falls das nicht klappt, muß man schauen, wen man noch als Ergänzung zu den beiden gesetzten IV verpflichtet.

Aussenverteidiger. Auf Rechts haben wir Diekmeier und Sakai. Da ist kein Bedarf. Auf Links haben wir Santos und bräuchten dort einen zweiten. Im Gespräch sind Nico Schulz (24) aus Gladbach und Jannes Horn (20) aus Wolfsburg. Schulz wäre eher die solidere Lösung, Horn ist eher noch ein talentierter Spieler, aus dem mal was werden kann, wenn er sich so weiter entwickelt.

Das Mittelfeld. Wir haben im DM im Moment Ekdal, Jung, Walace, Janjijic und Sakai. Auf der 10 haben wir Holtby, Hunt, Porath und ev Gregerl und Waldschmidt. Verlässt uns hier jemand, muß was getan werden. Kandidat wäre der 20jährige Niklas Hauptmann aus Dresden.Absoluter Stammspieler in der zweiten Liga, könnte ev auch auf die 6 ausweichen. Kommt in Dresden eh eher von etwas weiter hinten.

Aussenstürmer. Kostic, Müller, Jatta, Waldschmidt, Gregerl. Die beiden letzteren sind eher Mittelstürmer, richtige Aussen haben wir nur die drei. Hier soll man Interesse an Hwang, einem Südkoreaner aus Salzburg und Dawid Kownacki von Lech Posen haben. Beide sind 20/21Jahre alt, und können alle drei Positionen vorne spielen

Vorne in der Mitte ist Bobby Wood unsere Nummer 1. Danach kommt Gregerl und dann Waldschmidt. Stark und Knöll aus der Zweiten könnte man zur Not Einsatzzeiten geben, Fiete Arp, der oft gefordert wird, ist noch nicht so weit. Auch hier wären die eventuellen Neuzugänge Hwang und Kowniack einzusetzen.

Wie ich schon fragte: Wie soll es jetzt weitergehen? Die Abwehr ist das Fundament der Mannschaft, die Defensive verschafft der Offensive Sicherheit, verschafft ihr die Freiheit, auch mal Fehler zu machen und damit mehr ins Risiko zu gehen. Hab ich ne anständige Abwehr hinter mir, kann ich eher mal den riskanten überraschenden Pass spielen, der den Unterschied machen kann. Muß ich Angst haen, daß der Ball in unserem Tor landet, wenn ich nen Fehler mache, dann neige ich dazu, mir zweimal zu überlegen, ob ich den Pass spiele. Eine gute Abwehr fördert also die Offensive. Von daher bin ich der Ansicht, wir sollten hinten nicht zu sehr sparen. Pollersbeck, Papa, Uduokhai und Schulz oder Horn sollten kommen … oder natürlich vergleichbare Spieler. Damit hätten wir ein gutes Fundament, auf dem wir ein ganz anderes Spiel aufbauen können. Das kostet aber Geld. Wir bräuchten dann in etwa eine Unterstützung von Kühne in Höhe von ca 10 Mio€. Für die Investitionen vorne müsste man dann erstmal Geld verdienen, indem man Spieler verkauft. Die Mannschaft, die so zusammengestellt wäre, wäre bundesligatauglich. Mehr nicht! Sie hätte allerdings Entwicklungspotential. Die Mannschaft wäre ausgeglichen, ausbalanciert, ohne große Stärken, ohne große Schwächen. Allerdings wäre sie auch recht jung.

Mal unabhängg von Namen: Wir müssen die Mannschaft in der Defensive verstärken und wenn es geht noch einen weiteren Aussenstürmer mit der nötigen Geschwindigkeit verpflichten. Das geht nicht ohne Geld. Wir dürfen uns nicht zu sehr abhängig von Kühne machen, aber letztlich muss die Mannschaft qualitativ besser werden. Dazu sind nicht unbedingt die großen Namen notwendig. Wir brauchen auch keine Stars. Papa sollte verpflichtet werden, weil er mit seiner Mentalität die anderen anstecken kann. Seine eigentliche Qualität kann man auch anders bekommen. Auch Uduokhai wäre wünschenswert, aber ein Decarli aus Braunschweig zB würde es auch tun. Namen wie Didavi, Dimata oder Guilavogui müssen es nun wirklich nicht sein. Wichtig ist, daß die Mannschaft ausgeglichen besetzt ist und die richtige Mentalität hat. Und wir dürfen uns qualitativ nicht zu dieser Saison verschlechtern. Lassen wir uns nicht vom 7. Platz in der Rückrunde täuschen, der wurde extrem intensiv erkämpft.
Im Winter hab ich angemahnt, wir müssten spielerisch zulegen, weil nur über den Einsatz kommend, das würden sehr sehr schwer werden. So ist es auch gekommen, wir haben spielerisch nicht zugelegt, wir haben alles über den Willen geschafft. Und das war ein ganz knappes Höschen. Das halten weder unsere Spieler, noch unsere Trainer und auch nicht die Fans nochmal durch.

Also, zusammenfassend gesagt: Wir müssen die Defensive stärken, wir dürfen im Kader auf keinen Fall an Qualität verlieren, es müssen keine großen Namen sein, der Kader muß stimmig sein. Und dann spielen wir wahrscheinlich ne ruhige Saison im langweiligen Mittelfeld. Ziel muß es sein, am 34. Spieltag nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Dazu brauchen wir gewisse Mittel und die bekommen wir hoffentlich von Kühne. Keine Unsummen, ca 10 Mio müssten langen.Hätten wir den Einbruch in der Rückrunde nicht gehabt, dann hätten wir mit diesen 10 Mio an Fernsehgeldern planen können. So sind wir auf Kühne angewiesen.
Ein Verzicht auf die Gelder von Kühne könnte gefährlich werden, denn wir haben in der nächsten Saison nicht mehr Darmstadt und Ingolstadt als erste Kandidaten für die Abstiegsplätze. Stand jetzt sind wir diese Kandidaten. Und in der zweiten Liga können wir keine Kredite zurückzahlen.
Lasst uns einfach mal Mittelmaß wagen, denn in diesem Mittelmaß liegt unsere Chance, dieses Mittelmaß kann die Basis für zukünftige Erfolge sein. Aber machen wir uns nichts vor: Es wird immer schwieriger, an die Fleischtöpfe zu kommen (fb)

ps: Natürlich wäre es wünschenswert mit jungen Spielern zu agieren. Aber wenn es passt, dann kann meinetwegen auch ein Aogo kommen, auch wenn ich kein Freund von Rückholaktionen bin. Es muß passen, es muß bezahlbar sein

Fietes Saisonrückblick 2016/17 Teil 3

In diesem Teil wird es unangenehm, es geht um den sportlichen Verlauf der Saison.
Diese fing relativ gut an, wir haben ausnahmsweise mal nicht in der 1. Runde des Pokals verloren.
Ok, das war sarkastisch, aber wir haben gewonnen, über das WIE will ich mich nicht auslassen.

Interessanter wird es im folgenden Spiel gegen Ingolstadt. Wir trennten uns 1:1 in einem Spiel, das wir hätten gewinnen müssen.
Aber uns fehlte die komplette Überlegenheit in der Zentrale.
Jung, der noch nicht ganz fit war nach seinen Rückenproblemen, spielte mit Hunt, dem die Position nicht liegt, auf der 6 und Gregerl auf der 10.
Daß das nicht die Optimalposition für ihn ist, wissen wir alle. Müller und Kostic nahmen nicht genügend am Spiel teil, um ihre Qualität auf den Platz zu bringen.
Überhaupt war alles Stückwerk, die Kombi Djourou/Cléber war eh nie die sicherste und Matze war auch fast ein Totalausfall.
Daß wir doch noch das 1:1 geschafft haben, verdanken wir Adler und Bobby Wood.
Adler hat hinten (fast) dichtgemacht und mit nem langen Ball auch noch den Assist zu Bobbys Tor.
Ein enttäuschender Start, denn gegen Ingolstadt waren die Punkte eingeplant.

In der Woche drauf waren wir in Leverkusen zu Gast. Das Spiel fing gut an. Spahic konnte für Djourou mitwirken, was der Abwehr große Stabilität verlieh und Holtby war nach langer Verletzung wieder auf dem Platz.
Sein Laufpensum war wieder mal enorm und hat die Leverkusener in Schwierigkeiten gebracht.
Bobby hat das 1:0 geschossen, alles sah gut aus. Dann musste Holtby raus und der nächste Wiedergenesene, Albin Ekdal kam rein.
Allerdings war Albin alles andere als fit und seine Leistung schlecht.
Es kam, was kommen musste, der Ausgleich.
Die Kräfte ließen nach und in der Nachspielzeit kassierten wir sogar noch Treffer 2 und 3. Alle drei Treffer von Palimpalim (oder ähnlich).
Der Fehlstart war komplett, die Mannschaft nicht fit und total verunsichert.
Es rächte sich, daß man nicht in DM/IV investiert hatte.
Aber auf der Bank saß ein neuer LV: Santos. Und nach der erneut schlechten Leistung von Matze war klar, im nächsten Spiel kommt er.

Leipzig hat uns abgeschossen, Didi gibt ein Interview, bei dem jedem klar wird, Bruno muss gehen, es ist nur die Frage wann.

In Freiburg ist nichts zu holen, unter anderem, weil Adler einen seiner wenigen Patzer der Saison gemacht hat.

Dann zuhause gegen die Bayern, die Mannschaft spielt gut, die Mannschaft spielt endlich mit der richtigen Besetzung im Mittelfeld, der Kopf ist klar, man hat nichts zu verlieren.
Es nutzt nichts, Kimmich netzt die Flanke von Ribery, der zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfte, ein.

Bruno wird entlassen, Gisdol übernimmt die Mannschaft.

Es folgen vier verdiente Niederlagen und ein glückliches Unentschieden.
Für mich war die Mannschaft abgestiegen, das will ich ganz ehrlich sagen. Auch war ich mir nicht sicher, daß Gisdol für uns der richtige Trainer ist.
Aber Gisdol hat durchgegriffen, einiges verändert und es folgen erst zwei Unentschieden und dann noch drei Siege in vier Spielen.
Wir haben auf Platz 16 mit 13 Punkten überwintert.
Das war wichtig, wir hatten aufgeholt, wir waren endlich wieder im Geschäft.

Im Winter hat man Cléber verkauft, Halilovic verliehen und Spahic sogar suspendiert, die große Überraschung.
Als Ersatz holte man Mavraj, Papadopoulos und Walace.
Nach der Winterpause wollte man loslegen. Im ersten Spiel 2017 legten wir wieder typisch HSV-mäßig los.
Anstatt, daß wir so engagiert zur Sache gingen, wie noch vor Weihnachten, kam wieder der alte HSV durch.
Eine dumme Rote Karte von Albin oben drauf und wir verloren gegen schlechte Wölfe 1:0.

Auch das Spiel gegen Ingolstadt ging verloren und es wurde wieder ernst, wir rutschten erneut auf einen direkten Abstiegsplatz.

Es folgte eine Reihe von guten Spielen, die nur durch das Desaster von München unterbrochen wurden.
Auch im Pokal konnten wir Köln im Achtelfinale deutlich besiegen.
Es ging aufwärts, man war durchaus guten Mutes.

Anscheinend zu guten Mutes.
Nach dem Hoffenheimspiel, das 2:1 für uns endete, lagen wir auf Platz 13. Vier Punkte Abstand auf Platz 16 und nur sechs Punkte zu Europa.
Wow, die Erfolge der letzten Wochen als Rückenwind, das leichteste Restprogramm und ein neues positives Ziel vor Augen, das man ohne Druck erreichen könnte.
Geht da noch was?
Naja, ihr kennt die Antwort. Gegen Bremen spielt man das Derby mit der Einstellung eines Freundschaftsspiels, gegen Darmstadt denkt man sich anscheinend, den Tabellenletzten vernaschen wir mit links und gegen Augsburg geht der Mannschaft wieder die Düse …

Platz 16, wir waren wieder da. Danach haben sich Teile der Mannschaft mit Gisdol getroffen, um die letzten Kräfte zu mobilisieren, um zu retten, was noch zu retten ist. Auch die Fans haben sich wieder in den „Kampfmodus“ begeben, Choreos, Spalierstehen usw, die Unterstützung war riesig.
Man bekam das „Endspiel gegen Wolfsburg und wir gewannen das Spiel, weil wir es mehr wollten, weil alle endlich wieder an einem Strang zogen.
Der gesamte HSV hat sich diesem einen Ziel untergeordnet.
Ein Kraftakt, mit dem die erneute Relegation verhindert werden konnte.
Wow, was fiel von allen an Ballast ab, die Freude war riesig, diese verfluchte Saison haben wir noch mit einem direkten Klassenerhalt abschließen können.
Alle haben gefeiert.
Auch ich hab gefeiert. Aber nun, fast 14 Tage später, ist es Zeit, das einzuordnen.

Ja, es war ein Kraftakt, die Klasse am Ende noch zu halten. Und ja, nach dem 10. Spieltag hätte ich das Ergebnis blanko unterschrieben. Aber nach dem 28. Spieltag waren wir fast gerettet und die Mannschaft fährt in ihrem Engagement runter.
Europa war vor Augen und man versucht gar nicht mal, dort anzugreifen. Egal, ob man es geschafft hätte, man hätte es versuchen können.
Es geht nicht um Europa, es geht einfach nur darum, daß man (mal wieder) zu früh zufrieden war.
Ich hätte sogar noch Verständnis dafür aufbringen können, wenn man sich nach Spieltag 30 hängen lässt, wenn man 39 Punkte hat und damit nur noch sehr theoretisch auf einen der letzten Plätze hätte rutschen können. Wäre zwar im Hinblick auf das mögliche Ziel Europa schade gewesen, aber auch das wäre verständlich gewesen. Aber nein, man lässt sich schon kurz vor dem Ziel hängen und wird von anderen überholt. Der anschließende Kraftakt war dann noch größer, als es bedurft hätte.
Und das ist nicht das erste Mal, daß unsere Mannschaft zu früh zufrieden ist. Letztendlich ist es genau das, was sich die letzten Jahre durch den HSV zieht.
Falscher Ehrgeiz ist nicht gut. Realismus ist auch wichtig. Und man darf nicht damit rechnen, daß alles optimal läuft und man ohne Hänger durch die Saison kommt. Aber dieses Versagen, weil man zu früh zufrieden ist, das ist anscheinend zur HSV-DNA geworden.
Und genau da müssen wir ansetzen! (fb)

Fietes Saisonrückblick 2016/17 Teil 2

Dieser Teil wird sicherlich sehr kontrovers diskutiert werden, denn er handelt von unserem Führungsteam, Schwerpunkt sportliche Führung.

Wie ich im letzten Teil schon angemerkt habe, herrschten Differenzen über die sportliche Ausrichtung der Mannschaft.
Während Peter Knäbel und Bruno Labbadia eine relativ konventionelle Ausrichtung wollten, mit soliden Spielern und einer soliden defensiven Basis, wollte Didi junge, hippe Offensivspieler.
Am besten solche, die später eine gute Wertentwicklung verbuchen können.
In der Theorie war Didis Weg der richtige, in der Praxis wurde er schlecht ausgeführt. Junge entwicklungsfähige Spieler zu holen ist gut. Aber das ist nicht genug. Das darf nicht auf Kosten anderer wichtiger Punkte gehen. Man muß die Balance der Mannschaft in jeglicher Hinsicht im Auge behalten. Und die war absolut nicht gegeben. Die erfahreneren Spieler waren nicht in der Lage, die jungen Spieler zu führen, Ofensive und Defensive waren vollkommen ausser Balance geraten, auf die Verletztensituation wurde keinerlei Rücksicht genommen. Die Mannschaft war nicht im Gleichgewicht. Junge Spieler nur der Jugend wegen zu holen, das kann nicht gut gehen. Der Rest muß auch passen.

Und man muß einen Weg auch mal zuende gehen.
Schauen wir mal drei Jahre zurück: Am 25. Mai 2014 haben wir mit einer überwältigenden Mehrheit das Konzept HSVPlus beschlossen, und Karl Gernandt hat angekündigt, daß er Didi Beiersdorfer als VV zum HSV holen wollte.
Gernandt und Beiersdorfer interessierte der Inhalt von HSV plus augenscheinlich wenig.
Kernpunkte waren: Schulden reduzieren und eine Mannschaft aufbauen, die sich an den Einnahmen orientiert. Mit einem guten Teil an jungen, entwicklungsfähigen Spielern.

Ergebnis ist: Schulden wurden gar nicht reduziert.
Ohne die aktuellen Zahlen genau zu kennen denke ich, wir haben mehr Schulden denn je.
Und was für meinen Blog hier das Hauptthema ist: Die Mannschaft wurde vollkommen konzeptlos zusammengestellt.

Im ersten Jahr kaufte Didi für viel Geld überteuerte Spieler.
An sich sind die Spieler größtenteils nicht schlecht, ein echtes Konzept kann man jedoch nicht erkennen.
Ein Jahr und drei Trainer später steht weniger Geld denn je zur Verfügung.
Das Hamburger Urgestein und Eigengewächs Tah mußte verkauft werden, damit man überhaupt handlungsfähig bleibt, denn neben nicht vorhandenem Geld mußte man ja auch noch Lewis Holtby bezahlen, der offiziell nur geliehen war, dessen Kaufoption aber sofort gezogen wurde.
In dieser Phase war viel Fantasie gefragt, um eine Mannschaft zusammenzustellen. Didi hat dieses Feld Labbadia und Knäbel überlassen, die ihren Job für die Verhältnisse eigentlich ganz passabel gemacht haben.

Wieder ein Jahr später ist Geld zum Ausgeben da. Knäbel und Bruno verpflichten zunächst mit eigenen Mitteln Mathenia und Bobby Wood für relativ wenig Geld. Ursprünglich war der Plan, noch weitere Transfers ähnlicher Größenordnung durchzuführen.
Die Namen Gondorf und Kevin Vogt geisterten recht glaubwürdig durch die Gazetten. Dann kamen Kühne mit seinem Berater Struth und mit Didi. Plötzlichen sollten junge Stars geholt werden.
Knäbel wurde vor die Tür gesetzt, Didi übernahm zusätzlich den SpoDi-Posten.
Kostic (14 Mio) und Halilovic (5 Mio) wurden geholt. Die Fans jubelten.
Dazu kamen noch Waldschmidt und Ferati von Stuttgart, der auch gleich wieder verliehen wurde.
Ok, die Spieler waren nicht schlecht und sie passten in das Konzept. Insgesamt wurde zwar etwas teuer eingekauft, aber wenn es noch Spieler für die kränkelnde Defensive gegeben hätte, dann wäre man nicht schlecht aufgestellt gewesen.

Schnell stellte sich dann aber herraus, daß sich bei diesen Transfers Beiersdorfer und Labbadia alles andere als einig gewesen waren.
Was Bruno da wohl schon wusste: Es würden kaum noch Verstärkungen für die Defensive kommen. Die von ihm ausgemachte Schwachstelle der Mannschaft wurde nicht beseitigt. Da half auch die späte Verpflichtung von Santos, einem Brasilianer, der wie einst Berg ein gutes Tunier gespielt hatte und dann für viel Geld zum HSV kam, nichts mehr.

Jeder Spieler für sich betrachtet war nicht schlecht. Aber die Mannschaft war alles andere als stimmig zusammengestellt.
Der Zwist zwischen Trainer und SpoDi war nicht zu übersehen, man konnte ihn fast körperlich spüren.
Streiten sich Mama und Papa, leiden die Kinder. Streiten sich SpoDi und Trainer, dann leidet die Mannschaft. Es mußte also gehandelt werden … nicht Didis Stärke.

Wir gingen das zweite Mal innerhalb von drei Jahren mit einem Trainer in die Saison, der SpoDi Didi nicht passte. Er unternahm trotzdem nichts.

Heidel hat es damals in Mainz besser gemacht: Man war mit Anderson aufgestiegen und hat ihn entlassen. Es passte nicht, obwohl man erfolgreich gewesen war. Die Entscheidung war richtig. Didi fehlte der Mumm für eine solche Entscheidung. Es kam, was kommen musste: Der Kader nicht stimmig, weil man sich nie einigen konnte, die Mannschaft von der Stimmung verunsichert, die verletzten Spieler stellten ein weiteres Problem dar…
Man startete mies in die Saison und wieder wurde dem Trainer nicht der Rücken gestärkt, er wurde alleingelassen.
Konsequenzen hat man aber auch nicht wirklich gezogen. Am Tag nach dem Leipzigspiel hat Didi ein denkwürdiges Interview gegeben. Er wirkte seltsam durcheinander und total verunsichert.
Danach war klar, Bruno war faktisch schon entlassen, es drehte sich nur noch um den Zeitpunkt. Der war zwei Spieltage später gefunden, nach einem guten Spiel gegen die Bayern. Nun könnte man meinen, der neue Trainer stand schon in den Startlöchern … mitnichten.

Und unser AR-Vorsitzender? Der machte auch eine erbärmliche Figur in dieser Krise. Er gab mehrere Interviews. Mal riss er Didi den Rücken auf, dann stärkte er ihm den Rücken wieder, dann zog er über die Mannschaft her, dann riss er Didi mal wieder den Rücken auf … vollkommen planlos. Da konnte man erkennen, warum der HSV nicht von der Stelle kam. Ein planloser Aufsichtsrat traf auf einen planlosen Vorstandsvorsitzenden.

Dazu mehrten sich dann noch Indiskretionen.
Beiersdorfer bekam den Auftrag, einen SpoDi zu verpflichten, aber man merkte ihm an, er wollte nicht. Er wollte SpoDi sein und bleiben.

Es kam, was kommen musste: Ein neuer Vorstandsvorsitzender, der dann einen SpoDi verpflichtete. Didi wurde erlöst.

Und wie es schon fast üblich ist beim HSV: Die Bekanntgabe erfolgte über die Medien. In einer Sendung von Sky90 wurde von Rainer Calmund bekanntgegeben, daß Heribert Bruchhagen neuer VV wird.
Der Wechsel allerdings wurde von Bruchhagen und Didi sehr professionell durchgeführt.
Bei allem, was ich hier und jetzt an Dietmar Beiersdorfer zu kritisieren habe: Er hat sich gegenüber dem HSV nie schäbig verhalten, er hat den Wechsel top mitgestaltet und er hat auch noch die Geschäfte des Sportdirektors bis zum Jahreswechsel weitergeführt, damit Bruchhagen Zeit hatte, einen passenden SpoDi zu finden. Dafür danke ich Didi.
Er ist ein HSVer, er ist ein symphatischer Mensch, er hat allerdings zu viele Fehler gemacht.
Seine Auswechslung war richtig, sie war konsequent, sie war gut.

Mit Heribert Bruchhagen haben wir einen alten Haudegen verpflichtet. Er kennt das Geschäft aus dem FF, er ist ein solider Vorstandsvorsitzender.
Allerdings darf man von ihm nicht erwarten, daß er visionär den HSV voranbringt.
Das muß er auch nicht. Er hat die Aufgabe, die man nach der Ausgliederung auch schon hätte durchführen sollen, den Verein zu beruhigen, dem Verein ein verlässliches Konzept zu geben, eine Basis zu schaffen, auf der sein Nachfolger dann aufbauen kann.
Mir Markus Gisdol zusammen hat er einen SpoDi verpflichtet, den er für passend hält. In Todt scheint er ihn gefunden zu haben.
Was auffällt ist, daß das Trio viel Ruhe in den Verein gebracht hat. Die Drei machen den Eindruck, als würden sie gut harmonieren.
Das haben wir beim HSV schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehabt.
Alle, auch Jens Todt, machen einen souveränen Eindruck, sie vermitteln, dass sie wissen was sie tun.
Für Jens Todt kommt jetzt aber erst die Bewährungsprüfung: Er muß es schaffen, den Kader so umzubauen, daß auf der einen Seite Kosten gesenkt werden und auf der anderen Seite die Qualität nicht zu sehr leidet.
Und er muß endlich mal einen stimmigen Kader zusammenstellen. Einen Kader, der sportlich und menschlich passt und der auch dem System entspricht, das der Trainer spielen lässt. Ob er es schafft, wir werden sehen. Ich vertraue unserem neuen Team.

Ich möchte noch auf einige weitere wichtige Personalien eingehen: Im letzten Herbst hat mit Jörn Wolff unser langjähriger Pressesprecher den Verein verlassen. Man merkte ihm zuletzt auch an, wie sehr er unter dem Zwist in der sportlichen Führung litt. Till Müller ist sein Nachfolger.
Mit Joachim Hilke hat uns ein weiteres Vorstandsmitglied verlassen. Ihm wird im Nachhinein vorgeworfen, er habe sich persönlich am Verein berreichert. Ob dem so ist? Warten wir das Gerichtsurteil ab.

Und wegen der Indiskretionen hat Karl Gernandt den Aufsichtsratsvorsitz abgegeben. Ich empfinde diesen Schritt als positiv. Ich muß ehrlich gestehen, ich habe mir von ihm viel mehr erwartet. Ich finde es aber gut, daß er noch Mitglied des Aufsichtsrats ist. Schliesslich bleibt er die Verbindung zu Kühne.
Jens Meier wäre allzugerne sein Nachfolger geworden, so hatte man zumindest den Eindruck. Dem hat aber sein Arbeitgeber, die Hamburger Bürgerschaft, einen Riegel vorgeschoben.
Daraufhin ist „Eiche“Nogly aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten, um den Platz für unseren ehemaligen Ehrenratsvorsitzenden Dr Andreas Peters zu schaffen.
Dr Peters ist dann der neue AR-Vorsitzende geworden. Ein Mann, der 100%ig korrekt ist.
Ob er Führungseigenschaften hat, man muß schaun. Was ich als ausgesprochen angenehm empfinde: Er hat seit seiner Amtseinführung, wenn ich mich recht entsinne, noch kein Interview mit der Presse geführt.
Hoffentlich bleibt das auch so. Wenn man einen guten Aufsichtsrat hat, dann ist es in der Regel so, daß man selbst als Kenner des Vereins ohne Google nicht sagen kann, wer im AR vertreten ist. Schaffen die jetzigen 6 Mitglieder das, haben sie schonmal einen Erfolg errungen.

Unterm Strich: Es hat sich im letzten Jahr in der Führung des Vereins viel getan. Fast alle wichtigen Posten wurden neu besetzt. Und die Neuen sind ruhig und solide. Ich denke, es wird ihnen gelingen, den HSV in ruhigere Gewässer zu bringen. Dort kann man dann Kräfte sammeln und mal wieder angreifen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. (fb)

ps: Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Auch Bruno Labbadia ist nicht unschuldig, auch er hat Fehler gemacht, von denen ich ihn nicht freisprechen möchte. Aber ich sehe Didi in der verantwortung, denn er war zu der Zeit der Chef, sogar ziemlich unangefochten der Chef. Er muß handeln, wenn es nicht läuft, und zwar rechtzeitig. Harmonieren der SpoDi und der Trainer nicht, dann muß man was unternehmen. Einfach das Thema aussitzen wollen, das kann nicht gutgehen.

Fietes Saisonrückblick 2016/17 Teil 1

Puuh, da sind wir dem Abstieg noch gerade mal wieder von der Schippe gesprungen. Dabei war das doch alles ganz anders geplant.
Wir hatten doch so viel Geld investiert, es sollte doch alles besser werden.
Was war passiert? Für mich fing das Drama schon Ende letzter Saison an.
Bruno und auch Peter Knäbel hatten festgestellt, daß der größte Handlungsbedarf in der IV und auf der 6 bestand.
Das waren die Aussagen der Beiden im letzten März.
Aussagen, die ich sehr unterstützt habe, denn auch ich habe unsere Schwäche damals schon den Problemen auf der Königsposition, dem DM ausgemacht.
Und in der Abwehrreihe waren wir auch nicht gut genug besetzt.
Weder nach Maße, denn nach Klasse.
Djourou war schon immer ein Risikofaktor, Spahic hatte seine beste Zeit hinter sich und Cléber Reis hatte immer Schwierigkeiten das richtig Maß zu finden.
Ersatz-IV Nr 2, Gojko Kacar war auch mehr verletzt, als fit. Wie so oft in seiner HSV-Zeit.

Von den Problemen auf unseren Außenpositionen mal ganz abgesehen. All das hat Bruno dazu bewogen, defensiver spielen zu lassen, als er normalerweise spielen lässt.

Eine Stärkung der Defensive wäre also gleichzeitig eine Stärkung der Offensive gewesen. So die Ansicht von Knäbel und Bruno.
Didi sah es anders.
Knäbel musste also den Hut nehmen und in der Folgezeit gerieten Didi und Bruno wegen der Transfers aneinander.
Nicht nur wegen der einzelnen Spieler, sondern vor allem auch wegen der grundsätzlichen Strategie.
Noch von Knäbel unter Dach und Fach gebracht, wurden die Transfers von Mathenia und Wood.
Gut und günstig, allerdings nicht sehr sexy.
Dafür sorgten dann die Transfers von Kostic für sagenhafte 14 Mio und der Transfer von Halilovic, einem aussortierten Spieler des großen, glorreichen FC Barcelona.
Der Superstar der Bundesliga, das Wahnsinnstalent.
Für die Aussage, beide wären zu teuer eingekauft, wurde ich ausgelacht.
Auf den Hinweis, daß Halilovic noch sehr viel lernen muss, bevor er zu einem wertvollen Teil der Mannschaft werden kann, bekam ich zur Antwort, ich hätte keine Ahnung.

Ok. Nachdem die beiden relativ rechtzeitig eingetütet wurden, waren alle begeistert.
Ich war, abgesehen von den Kosten, auch zufrieden, denn es sollte ja noch ein IV und ein 6er von Format kommen.
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß Luca Waldschmidt noch relativ günstig der Eintracht abgekauft wurde.

Nun, die Vorbereitung lief … und wir hatten keinen etatmäßigen DM im Kader, der fit war. Bruno experimentierte viel, teils mit Sakai, teils mit Aaron Hunt, Finn Porath usw, jeder durfte dort mal spielen, keiner wirklich gut.
Am besten lief es noch mit Sakai auf der 6, woraufhin Dennis Diekmeier dann wieder in der Startelf stand. Ungeduld machte sich breit. Bei den einen, weil in der Defensive nichts passierte, bei den anderen, weil Bruno den neuen Fanliebling Halilovic nur sporadisch spielen ließ.
Die Saison rückte näher, es war keine Verstärkung in Sicht, man spürte förmlich körperlich die Dissonanzen in der sportlichen Führung des Vereins.
Nach dem Unentschieden gegen Ingolstadt, mit Jung (der in der Vorbereitung wegen Rückenproblemen nur fitgespritzt trainieren konnte) und Hunt auf der Doppel6 und Gregerl auf der 10, mussten wir die Hoheit im Zentrum komplett abgeben. Unser einziges Tor entstand nicht von ungefähr durch einen langen Ball von Adler direkt auf Bobby Wood. Danach ist Didi dann nochmal nach Brasilien geflogen, um Verstärkung zu holen … und kam nur mit einem LV zurück.
Ok, dort hatten wir auch Handlungsbedarf, trotzdem war das nicht die Hauptbaustelle. In der letzten Saison schon Probleme in IV und DM, in dieser Saison einen Spieler weniger (Kacar).
Ok, man braucht Glück und wenig Verletzungen, um eine solche Saison vernünftig spielen zu können.
Uns fehlte nicht nur das Glück, wir hatten auch noch Pech dazu. Der Kader hatte einige sehr gute Spieler, aber er war alles andere als ausgewogen zusammengestellt. Im Mai hatten wir gute Chancen, Kevin Vogt und Jerome Gondorf zu holen.
Beide zusammen hätten in etwa einen Halilovic gekostet.
Mit diesen Beiden, da bin ich überzeugt, hätten wir eine ruhige Saison spielen können.
Allerdings hätte das auch wieder den Aufschrei der Fans nach sich gezogen. Junge Talente sollten es sein und nicht so langweilige Neuverpflichtungen
(fb)

Ab in die Sommerpause mit euch!

Na, wenn das man keinen Ärger mit Mama Lasogga gibt 😉
Nach dem Siegtreffer wollte Pierre-Michel eigentlich nur mitjubeln.
Abgehalten davon haben ihn einige Ordner, die den gut „beschirmten“ Lasse, wohl wegen seines Baseballcaps nicht so wirklich erkannten, ihn für einen gemeinen Fan hielten, der den heiligen Rasen betreten hatte und ihn kurzerhand abführen wollten. Ebenso erging es übrigens auch Aaron Hunt, Finn Porath und dem neuen Pressesprecher, Till Müller (ohne Worte!)

Böse Zungen behaupten, bei Lasogga lag es daran, dass man ihn, ob seiner wenigen Einsätze, inzwischen einfach nicht mehr erkannte. Andere waren sogar ein bisschen froh, dass der bullige Stürmer, weil verletzt, mal wieder nicht im Kader stand.
Hätte er, dann wäre wohl er, statt des 21jährigen Luca Waldschmidt, in der 87. Minute eingewechselt worden. Und dann …

Hätte, wäre, wenn. So aber konnte Waldschmidt, von den Wolfsburgern sträflich vernachlässigt, nach einer Kostic-Flanke, mit seinem sauberen Kopfball einnetzen und den Hamburgern damit den Sieg und 3 Punkte sichern und den dritten Gang, innerhalb von vier Jahren, in die Relegation ersparen.
Vorausgegangen waren 90 Minuten Zitterpartie.
Den Willen konnte man unseren Jungs dabei nicht absprechen. Es fehlte eher am Können. Die weiten Pässe nach vorne wollten auch am Samstag oft genug keinen eigenen Anspielpartner finden und beim 1:0 für die Gäste sahen drei Hamburger, die um Robin Knoche Spalier standen, dem Ball ziemlich ratlos hinterher, als dieser sich, über Mathenia hinweg, in den Torwinkel schraubte.
Unser Ersatztorhüter war es denn aber auch, der mit einigen sauberen Paraden eine weitere Führung der Niedersachsen ein ums andere Mal vereitelte.

Wie aus dem Nichts entstand dann der Ausgleich für Hamburg. Eine Gemeinschaftsarbeit von Lewis Holtby und Filip Kostic, in der 32. Minute.

Die 2. Halbzeit sah dann geringfügig besser aus. Versuchten sich die Rothosen jetzt doch auch ab und an mal an einem Spielaufbau und durchliefen auch das Wolfsburger Mittelfeld erfolgreich.
Wolfsburg schaltete dagegen einen Gang zurück. Ihnen reichte das Unentschieden, das merkte man ihnen an.
Dumme Entscheidung. Denn, wie bereits bekannt, schickte Luca Waldschmidt sie dann doch noch in die Relegation und Hamburg in den 7. Fußballhimmel. Die Fans waren nicht mehr zu halten. Sie stürmten den Rasen und feierten, als sei man gerade Meister geworden. Auch der Fangemeinde fielen tonnenweise Steine, während der gesamten Saison gesammelt, vom Herzen.

Welchem Druck die Mannschaft unter Gotoku Sakai ausgesetzt, sah man nicht allein am Tränenausbruch des Kapitäns, gleich nach dem Schlusspfiff. Auch Trainer Markus Gisdol betonte das, im sonntäglichen NDR Sportstudio noch einmal.
Man sei völlig ausgepowert und das nicht erst seit dem letzten Spiel. Wer ihm dabei ins Gesicht schaute, der glaubte ihm jedes Wort.

Die Bundesliga-Saison 2016/17 ist Geschichte (außer für den VFL Wolfsburg 😉 )
Die Planungen für die kommende Spielzeit laufen bereits. Man werde sich punktuell verstärken, verriet Gisdol. An vier bis fünf Positionen sei dabei gedacht.

Fakt ist wohl, dass man sich von einigen Großverdienern trennen muss, um die immensen Kaderkosten zu senken.
Ob man sich in diesem Zusammenhang einen Kauf von Papadopoulus leisten kann, sei jetzt mal dahingestellt. So ein bisschen erinnert mich die Personalie an eben diesen Pierre-Michel Lasogga, der seinerzeit auch sowas wie der Motivator und anschließend auch Relegationsheld wurde und mit 8,5 Millionen (!) von Hertha losgeeist werden musste.
Leverkusen wird ebenfalls Mondpreise aufrufen. Nur wird es hoffentlich in Hamburg niemanden mehr geben, der diese noch einmal bezahlt.
So gern ich den kantigen Griechen auch weiterhin beim HSV sehen möchte, den Spruch „um jeden Preis“ kann und darf es nicht mehr geben!
Der erwähnte Spargedanke wird meines Erachtens auch Pierre-Michel Lasogga treffen. Ob und wohin man ihn verkaufen kann, auch das bleibt abzuwarten.

René Adler hat heute verkündet, dass er seinen Vertrag in Hamburg nicht verlängert. Aber um weniger Torhüterqualität muss man sich, wie gesehen, trotzdem keine Sorgen machen.
Ansonsten wird sich das Gespann Bruchhagen, Todt und Gisdol wohl in der 2. Liga umschauen, oder die Scouts finden anderweitig junge, hungrige Spieler, die schon immer mal diese eine Raute auf der Brust tragen wollten. Und dann sind da ja noch die eigenen „jungen Wilden“ (wie Jatta und Janjicic) die im kommenden Jahr den Sprung in die A-Mannschaft endgültig schaffen könnten. Nicht vergessen wollen wir Jan-Fiete Arp, der langsam an die Profis herangeführt werden soll.

Ein Wort noch zum Schiedsrichtergespann um Manuel Graefe. Sollten die drei angespannt gewesen sein, man merkte es ihnen nicht an. Graefe hat gut gepfiffen, ohne sich von Nicklichkeiten oder anderen Einsprüchen, auch von den Trainerbänken, beeinflussen zu lassen. Ein Profi halt…

Unsere Mannschaft hat sich den Sieg verdient. Ebenso, wie die jetzige Sommerpause, in die wir BlogPerlen nun auch unsere Leser schicken.
Natürlich folgt von uns noch der übliche Saisonrückblick, es gibt die gesamte Sommerpause über wieder die beliebte Gerüchteküche und wenn etwas Berichtenswertes geschieht, halten wir euch natürlich auf dem Laufenden… Nach der Saison ist eben immer auch vor der Saison.
(mg)