Und die Frage bleibt: Warum? #FCBHSV

Das Positive vorweg. René Adler sprach davon, dass das Spiel gestern vielleicht ein Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit gewesen sei.
Und eines muss man der Mannschaft lassen. Auch gegen München haben sie wieder als Team gespielt.
Im Sinne von gemeinsam untergegangen. Und alle waren gleich schlecht.
Was Adler jedoch auch sagte, und das ist für mich viel schlimmer: „Die Art und Weise wie wir gespielt haben tut nicht nur weh, sondern ist unerträglich.“
Mergim Mavraj, der sich gestern nahtlos in die Negativleistung seiner Teamkollegen einreihte ergänzte: „Wir haben mit einem Schlag den Ruf kaputt gemacht, den wir in den letzten vier Spielen aufgebaut haben.“
Leider kommen die Erkenntnisse, wie eigentlich nach jeder schlimmen Niederlage (wie zum Beispiel die gegen Ingolstadt) mal wieder zu spät.

Es wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben, warum gestern diese schlimmen Fehler, insbesondere in der Abwehr, gemacht wurden. Warum man immer das Gefühl hatte, dass die Hamburger einen Schritt zu langsam waren und man sich, speziell in der 2. Halbzeit, einfach in sein Schicksal ergeben hat. Ich für meinen Teil meine gesehen zu haben, dass man mit einem viel zu großen Respekt und vor allem ohne jegliche Körperspannung ins Spiel gegangen ist. Vom Zweikampfverhalten mal ganz zu schweigen. Auch das ist Adler sauer aufgestoßen. „In der ersten Halbzeit haben wir gefühlt keinen Zweikampf gewonnen. In der zweiten Halbzeit zwei oder so“, ist da von ihm zu lesen. Ich hoffe nicht, dass es mal wieder diese unsägliche Überheblichkeit war, zu der man, nach ein paar guten Spielen, immer mal wieder neigt.
8 zu 0! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!
„Die haben sich geschont für das Spiel gegen Gladbach“, habe ich im Netz gelesen. „Mund abputzen und weiter“, war vermehrt zu vernehmen.

Aber sorry, Kinners. Ja, man kann gegen die Bayern verlieren. Und wenn wir ehrlich sind, haben die meisten von uns ja auch nicht wirklich daran geglaubt, dass man was Zählbares aus München mitnehmen kann. Aber… ACHT zu NULL… Das tut einfach weh! Und das darf man kritisieren! Man darf die Einstellung der Mannschaft kritisieren! Man darf die Spielweise und die nicht vorhandene Abwehr kritisieren. Und man darf sich fragen, WARUM!

Und nochmal sorry, trotz (oder weil), ich noch immer stinksauer bin, lasse ich mir nicht meine Fanliebe absprechen. Ich liebe den HSV noch genau so, wie vorgestern. Und ich trage auch weiterhin die Vereinsfarben mit Stolz! Aber ich bin nun mal emotional. Und auch in jeder anderen Beziehung muss man über Probleme, über schiefgelaufene Aktionen, gemachte Fehler oder andere bestehenden Differenzen diskutieren. Und über die Art, wie man sich in München präsentiert hat, DARF man sauer sein!

Es gibt nichts zu beschönigen oder zu entschuldigen. Das Ergebnis bleibt Fakt. Wir haben uns mal wieder zur Lachnummer der gesamten Bundesliga gemacht! Letztendlich haben das ja selbst Adler, Mavraj und unser Sportchef selber kritisiert.
Dem Trainer obliegt es jetzt, die Truppe bis Mittwoch wieder auf Kurs zu bringen, seelische und körperliche Blessuren zu kurieren und die Spieler an ihren Stolz zu erinnern, den sie gestern in München komplett im Kabinenspind gelassen hatten. Ich will am Mittwoch eine Reaktion sehen!

Was mir allerdings fast noch mehr Bauchschmerzen bereitet, ist unser Torverhältnis. Das steht inzwischen bei Minus 24. Nach Darmstadt, die noch vier Zähler mehr im Minus stehen, ist das der schlechteste Wert der Liga.
Das, liebe Leute, kann am Ende noch mal ein ganz enges Höschen werden und ausschlaggebend sein! Denn wenn es dumm läuft, verlieren wir einen Platz, wegen dieses dämlichen Torverhältnisses.
Wollen wir hoffen, dass es dabei nicht um Platz 16 ODER 17 geht! Letzteren könnten uns heute übrigens noch die Ingolstädter zuschieben, die, so will es der Fußballgott, gerade auch noch gegen Gladbach spielen…
(mg)

Ach, eines noch: Liebes Sky, bitte entfernt endlich diesen unsäglichen Kommentator Fritz von Thun & Taxis aus eurem Moderatorenstamm. Der ist nicht nur völlig bayernaffin, der tut beim Zuhören, mit seinen dummen Sprüchen einfach nur noch mehr weh!

Zwei Bälle, ein Schütze, kein Tor… #HSVSCF

Wie soll man das gestrige Spiel gegen Freiburg jetzt zu den Akten legen? Einen Punkt gewonnen oder zwei Punkte verloren?
In der 88. Minute versemmelt Aaron Hunt einen Elfmeter, mit einem wahrlich grottigen Schuss aufs Tor von Freiburgs Torwart Scholow.
Klar ist: er vergibt damit den Sieg, der nach dem Pfiff von Schiri Dingert schon fast mit den Händen greifbar war. Klar ist aber auch: sowas kann jedem mal passieren.
Dumm nur, dass der HSV mit den 3 Punkten endlich mal sowas wie einen etwas größeren Schritt in Richtung unteres Mittelfeld hätte machen können.
So bleibt es, auch nach dem 21. Spieltag, in den unteren Rängen weiterhin mächtigst eng.
Einziges Plus: auch Wolfsburg und Augsburg sowie Mainz patzten in ihren Partien, konnten ihren Vorsprung nach oben nicht ausbauen.

Ich gebe zu, ich ärgere mich über die vergebene Chance.
Ja, der Trainer musste bereits im Vorfeld mehr Änderungen in der Startelf vornehmen, als geplant.
Und ja, mit Müller, Wood und anschließend noch Papadopoulus brachen gleich drei wichtige Stammelfsäulen weg und mussten von der Mannschaft aufgefangen werden.
Ja, noch vor ein paar Wochen wäre die Mannschaft schon allein damit nicht fertig geworden und ja, ein Punkt ist besser, als kein Punkt.
Aber der alte Aberglaube, dass ein gefoulter Schütze den anschließenden Elfmeter nicht selber schießen sollte, hat sich mal wieder bestätigt.

Zweimal sind die Hamburger in Führung gegangen. Zweimal hat man hinterher mehr oder weniger kollektiv gepennt und die Freiburger zurück ins Spiel geholt. Allein das 1:1, acht Minuten nach dem Führungstreffer von Hunt, war fahrlässig von der kompletten Abwehr, die, so drückte es der Sky-Reporter aus, einfach so zuschaute, wie die Gäste ihr Spiel aufbauten und schließlich sprintig den Hamburger Abwehrkanten einfach so wegliefen. Eiskalt und eher unbedrängt netzte der Freiburger Philipp schließlich ins Tor von René Adler.

Für Gregoritsch freut es mich, dass er so kurz nach seiner Verletzungspause, nahtlos an seine Leistung anschließen konnte und sich den ersten Einsatz danach gleich mit einem Tor versilberte.
Leider musste man sich 15 Minuten später den erneuten Ausgleich und damit den Jubel der Gäste gefallen lassen.
Bis, ja bis zu jenem bereits erwähnten Elfmeter, der meiner Meinung nach sehr wohl einer war. Hunt wird das Standbein im Lauf weggezogen, damit ein weiterspielen verhindert. Ob diese Möglichkeit torgefährlich geworden wäre, sei jetzt mal dahingestellt. Es war ein Elfer. Darum geht es. Punkt.

Was bleibt, ist auf der Positivseite, dass da auch gestern wieder ein Team auf dem Platz stand in dem der eine bereit war, auch mal für den anderen mitzulaufen.
Positiv ist auch, dass die „zweite Garde“, statt zu schmollen, wenn sie auf der Bank sitzt, genauso bemüht ist, sich in einer zusammenwachsenden Startelf zu integrieren.
Jung ist gestern, für meinen Geschmack, ein wenig untergegangen. Vielleicht hatte auch er nicht den besten Tag erwischt.
Mavraj hatte in einer Situation Glück, dass der Schiri seinen Sumotrick im Strafraum nicht bestrafte und Walace ging erneut auch mal dahin, wo es wehtut.
Kostic war leider nicht besonders auffällig. Mag sein, dass das auch daran lag, dass ihm die Anspielstation vorne, durch den Ausfall von Wood, fehlte.
Und auch Müller wurde schmerzlich vermisst. Diekmeier wird eben doch nie ein Außenstürmer…
An dieser Stelle gehen die herzlichsten Genesungswünsche an unsere IV-Kante, Papadopoulus. Wollen wir hoffen, dass er sich nichts langfristig Schlimmes zugezogen hat.
Nächste Woche geht es zu den Bayern. Da könnten wir ihn mehr als gut gebrauchen. Genauso wie Müller, Wood und einen hellwachen Adler. Denn der wird mit Sicherheit noch mehr zu tun bekommen, als gestern!
Bleiben wir sachlich und rechnen nicht wirklich mit etwas Zählbarem. Schon nächsten Samstag könnten wir den versenkten 2 Punkten von gestern mitleidig hinterherschauen…
Und, ach ja, es heißt Kondition tanken, Jungs! Denn das Spiel gegen die Bayern kann schon mal 97 Minuten und länger dauern. Je nach Spieltstand 😉
(mg)

Teamwork

Wir spielen endlich mal erfolgreich und gut. Warum ist das so? Wie auch der Misserfolg hat der Erfolg viele Ursachen.

Wir haben 3 Spiele in Folge gewonnen, eine „Serie“, die es zuletzt unter Armin Veh gab. Dreimal zu Null, das haben wir zuletzt unter Martin Jol gesehen. Da hatten wir aber noch ganz andere Kader.

In dem ganzen Chaos der letzten Jahre hat der Kader enorm an Qualität verloren. Aber durch die Investitionen im Sommer wurde die Qualität dank Kühne wieder angehoben. Trotzdem blieb der Erfolg aus.
Erstens war der Kader unausgegoren, zweitens war im Gefüge des HSV zuviel Disharmonie. Das gesamte Führungsteam war sich nicht grün, was sich auch intensiv auf den Sport ausgewirkt hat.

Das Führungsteam wurde fast komplett ausgetauscht, Wettstein ist der einzige, der noch geblieben ist. Ansonsten haben wir einen neuen Trainer, einen neuen Pressesprecher, einen neuen Vorstandsvorsitzenden und einen neuen Direktor Profisport.

Gisdol war der erste der Neuen und hat in der Mannschaft auf Teamgeist gesetzt. Natürlich hat er auch hier und da den Spielstil und einige sonstige Dinge verändert, aber in erster Linie ging es bei fast allem um das Team. Auch die Nichtberücksichtigung von Halilovic und die Entlassung von Spahic hatte mit dem Teamgeist zu tun. Ausserdem hat man Cléber auch aus diesem Grund bereitwillig gehen lassen. Alles fürs Team.

Und die Neuverpflichtungen wurden auch gezielt ausgesucht. Mit Mavraj hat man einen Teamplayer geholt, der dazu noch ne gute Mentalität mitgebracht hat. Ruhig und unaufgeregt, intelligent.
Dazu noch Papadopoulos. Auch wenn ein gewisses Risiko besteht, bezüglich seiner Verletzungsanfälligkeit, so bringt er nicht nur Qualität mit, sondern vor allem Mentalität. Die Mentalität, die uns seit Jahren fehlt, die Mentalität, immer Volldampf zu geben und jedes Spiel gewinnen zu wollen. Ein positiv Verrückter.
Und dann noch Walace. Ein Spieler, der unsere Lücke im DM stopfen sollte, auf Perspektive geholt, weil Soforthilfen nicht realisierbar waren. Alle waren skeptisch, weil wir im Grunde eine Soforthilfe brauchten, auch ich. Aber zwei wesentliche Punkte haben dazu beigetragen, daß er so schnell zum Teil dieser Manschaft wurde. Erstens haben wir ein Team. Wenn man ein Team hat, dann kann man eher mal Spieler wie ihn reinschmeissen. Falls er Fehler macht, fangen andere es auf. Und zweitens machte er von Anfang an einen unaufgeregten aufgeschlossenen Eindruck. Diese Art wird ihm bei der Integration in die Mannschaft geholfen haben.

Wir haben nach Gisdol mit Heribert Bruchhagen einen alten Fuchs als Vorstandsvorsitzenden bekommen. Er hat von Anfang an klargemacht, die Aufgabe ist nur zu bewältigen, wenn wir als Team agieren, nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz. Und so hat er auch am ersten Tag schon betont, man würde einen Sportdirektor suchen, der zum Trainer passt. Ungewöhnlich.Von Anfang an sollten Reibereien auf ein Minimum reduziert werden. Und so haben wir jetzt auch in der Führungsebene ein Team. Und jeder macht das, was er soll und jeder macht das, was er kann. Gisdol ist Trainer und konzentriert sich auf die Mannschaft. Jens Todt ist der Sportdirektor, der nahe an der Mannschaft ist, und der sich um den gesamten sportlichen Bereich der Profimannschaft kümmert. Und der das Verbindungsglied zum Vorstand ist. Und im Vorstand haben wir mit Heribert Bruchhagen jemanden, der über die Jahre gelernt hat, er kann nicht alles selber machen. Er trägt die Verantwortung, das weiß er, aber er kann trotzdem delegieren. Er lässt Todt und Gisdol machen und mischt sich nicht ein.

Und so wird von oben vorgelebt, was man von der Mannschaft erwartet: Teamgeist.

Und das Team des HSV spricht mit einer Stimme. Es gibt keine Disharmonien, die die Abläufe stören. Das Team ist der Schlüssel zum Erfolg. Und als Team kann man dann eben auch mal Mannschaften wie Leipzig in die Knie zwingen.

Wie ich oben schrieb, der Erfolg hat viele Ursachen. Der neue Teamgeist ist eine davon.
Eine weitere Ursache ist die Mentalität. Aber bevor ich die lobe, möchte ich gerne die nächsten Spiele abwarten, denn zu oft hat sich gezeigt, daß die Mannschaft zu früh zufrieden ist und dann gerne mal ein paar Prozent runterfährt.
Hoffen wir, daß die jüngste Entwicklung auch eine gewisse Nachhaltigkeit hat. Nur der HSV (fb)

ps: Gestern hatte ich eine Diskussion um die unterschiedlichen „Systeme“ von Bruno und Gisdol. Ich sehe die Unterschiede der Systeme eher als marginal. Im Grunde spielen wir das gleiche System, nur interpretiert Bruno es eher defensiv, während Gisdol eher offensiv spielen lässt.
Der Unterschied zwishen Brunos Mannschaft am Saisonanfang und Gisdols Mannschaft jetzt ist zum großen Teil, daß unsere Jungs jetzt auch wirklich 100% geben. Wie man gegen Ingolstadt gesehen hat: geben sie unter Gisdol keine 100%, dann fallen wir mit Gisdols Art zu spielen genauso auf die Nase, wie mit Brunos Art zu spielen.

Wundertüte entzaubert Leipzig

Wäre jetzt auch noch Dennis Diekmeier sein 1. Tor, im 169. Bundesligaspiel gelungen, die Welt, sie hätte auf dem Kopf gestanden.
Denn nach 93 Minuten Fußball im Stadion von RB Leipzig stand es 3:0. Allerdings nicht für die Gastgeber, sondern für die Hamburger, die sich an diesem Samstag anscheinend viel vorgenommen hatten.
Wenigstens Diekmeier zeigte sich „gastfreundlich“ und zimmerte den von Wood auf ihn quergelegten Pass brav an die Latte, statt ins Tor.
Es wäre wohl das i-Tüpfelchen auf einem kampfbetonten Spiel gewesen, in dem es allerdings auch so nicht besonders viel zu meckern gab.
Gisdol wechselte, im Vergleich zum Pokalspiel gegen Köln, auf einigen Positionen erwartungsgemäß durch und gab Papadopolus seinen inzwischen unumstrittenen Startplatz zurück, ließ Ostrzolek, Müller und Holtby wieder von der Leine und vertraute Jung im defensiven Mittelfeld einen Ticken mehr, als Albin Ekdal.
Insbesondere dem „Papa“ war deutlich anzumerken, dass er zeigen wollte, was er alles drauf hat. Und so wunderte es wohl die wenigsten, als gerade er es war, der nach einer Ecke von Müller, bereits in der 18. Minute, für das 1:0 aus Sicht der Gäste, sorgte. Mit dem Kopf. Mal wieder. „Schaut mal her“, schien er sagen zu wollen, als er provokativ seinen Bizeps in die Kamera hielt, „schaut mal her, was ihr hättet haben können, hätte ich nicht so oft nur die Bank drücken dürfen.“

Nun, all ihr Leipziger und Leverkusener Sportexperten, danke für die Beachtung, die ihr der neuen Hamburger Kopfballmaschine versagt habt. Nun bleibt Papa, wenigstens bis zum Sommer, in der Hansestadt und wird uns, hoffentlich verletzungsfrei bleibend, noch viel Freude machen.
Denn eines muss man ihm ja jetzt bereits lassen: neben seinem bewiesenen Torriecher kann der Junge auch noch abwehren. Mit dem ebenfalls im Winter zu uns gestoßenen Neuzugang, Mavraj, macht die Hamburger Innenverteidigung endlich einen sichereren Eindruck und wesentlich weniger individuelle Fehler.
Nicht so, dass man sich 90 Minuten im Sessel zurücklehnen könnte, weil der Gegner null Chancen hätte, aber immerhin so, dass man nicht bei jedem Konter gleich in Panik verfallen müsste. Dafür sorgen zudem unser Kapitän, der erneut ein solides Spiel gemacht hat sowie Jung und noch ein Neuzugang.

Der Brasilianer Walace hat am Samstag erneut bewiesen, dass er die neun Millionen Euro Ablöse durchaus wert sein kann, wenn er weiterhin so solide arbeitet, wie bereits gesehen.
Und nicht nur das. Denn er war es, der die Gästefans, in der 24. Minute, erneut zum Jubeln brachte. Geht es so weiter, werden wir wohl am Ende der Saison noch Kopfballkönige. Denn auch der 1.88m große defensive Mittelfeldspieler schraubte sich, nach einem erneuten Eckball Müllers (danke Herr Gisdol, dass jetzt auch die Ecken mal ankommen. Da scheint jemand geübt zu haben), neben Papadopoulus hoch und hatte den Kopf, gegen alle Leipziger Abwehrspieler vorne.
Mit einem 2:0 für die Hamburger ging es in die Kabine und als Fan zitterte man sich, leicht euphorisiert aber auch ebenso vorsichtig, in die 2. Halbzeit. Schon zu oft vergaben die Rothosen eine Führung noch, weil man leichtsinnig wurde.

Müller war es, der, an allen drei Toren beteiligt, dann in der Nachspielzeit auch dem gerade eingewechselten Aaron Hunt mal wieder ein Erfolgserlebnis auflegte. Danach war RB Leipzig, zum 1. Mal in der Saison, im eigenen Stadion endgültig erlegt. Die fast 5000 mitgereisten Hamburger jubelten. Und womit? Mit Recht! Fairerweise erwähnt sei die Tatsache, dass dieser verdiente Sieg natürlich nicht nur den Torschützen, sondern der gesamten Mannschaft zuzuschreiben ist. Hier stand erneut ein Team auf dem Platz, das diesen Namen auch verdient!
Hatte ich vor zwei Wochen noch dazu geraten, sich beim Pokalspiel doch bitte einen Glückshormonvorsprung einzuholen, da in Leipzig nur mit dem „Wundertütenbonus“ was Zählbares mitgenommen werden könne, so steht nun endgültig fest, dass in dieser hanseatischen Wundertüte noch so einiges drin ist, was der gemeine Fan nicht kennt.

Am Samstag geht es gegen Freiburg. Da könnte man sich, mit drei wichtigen Punkten, endlich ein ganz bisschen Richtung unteres Mittelfeld freispielen.
Der Statistik und Erfahrung nach geht es schief. Denn eigentlich ist es jetzt schon mehr als ungewöhnlich, dreimal hintereinander mit einem Siegeslächeln aufzuwachen.
Doch was sind schon Statistik oder Logik in der Saison 2016/17 wert?
Nicht viel, wie man sieht. Hoffen wir, dass das so bleibt!
(mg)

DFB-Pokal: Köln hat jetzt frei, Schmadke: „Zu viel HSV-Style“

Zugegeben, als die Aufstellung raus war, hatte ich den Abend, hatte ich den DFB-Pokal schon abgeschrieben.
Zu viele Unbekannte waren in der Gleichung zu finden, die Markus Gisdol da, sicherlich nicht ganz freiwillig, auf das Grün schickte.
Zumindest was meinen Geschmack betraf. Denn schließlich hatte mich beispielsweise ein Aaron Hunt noch nie so wirklich überzeugt und war ein Lucas Waldschmidt auf der Rechts-Außen-Position noch nie richtig positiv aufgefallen.
Aber auch diese Beiden wussten am gestrigen Abend durchaus zu überzeugen. Auch wenn es Waldschmidt verwehrt blieb, in einen von ihm ausgelösten Torjubel zu verfallen. Er hat es jedenfalls mehrere Male anständig versucht. Doch mal stand der Pfosten oder der gegnerische Torwart im Weg und manchmal, so schien es jedenfalls, fehlte noch das letzte Quentchen Selbstbewusstsein, um ein wenig raffinierter den letzten Kölner zu überwinden.

Sei es wie es wolle. In einer knochenharten Gemeinschaftsarbeit wuselten Wood und Jung, bereits nach gut fünf Minuten den Ball ins Tor. Grenzenloser Jubel breitete sich im Volksparkstadion aus, denn ernsthaft, damit hätte wohl fast niemand gerechnet.
Die Kölner anscheinend auch nicht, denn sie zeigten sich durchaus beeindruckt von der Spielfreude der Hamburger, denen inzwischen immer mehr Pässe und auch Kombinationen gelangen, die man so von ihnen gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte.

„Wir haben zu viel HSV-Style gespielt“, sagte Jörg Schmadke, im Anschluss an das Achtelfinale, das für seinen FC Köln das Aus im DFB-Pokal bedeutete.
Soll wohl heißen, man habe zu viele Bälle einfach von hinten nach vorne gedroschen, wo sie selten ankamen.
Soll wohl bedeuten, dass der HSV gestern nicht den erwarteten üblichen HSV-Style zeigte, die Kölner ihn dann aber übernahmen. Vielleicht übten sie schon mal Rollentausch für den bevorstehenden Karneval.
Muss wohl aber sehr wohl bedeuten, dass den Gästen einiges an Phantasie fehlte, um die massiv und konzentriert stehende Abwehr der Hamburger zu knacken.

Hier wussten vor allem Jung und der „Neue“, Walace, zu gefallen. Sie brachten Ruhe in den Spielaufbau. Einen Spielaufbau, den die Jungs in den letzten 14 Tagen gelernt haben müssen. Denn so habe ich den seit Saisonbeginn noch nicht gesehen.
Als Walace in der 65. Minute gegen Ostrzolek ausgetauscht wurde hatte er bereits bewiesen, dass er ein gutes Stück weit in Deutschland, in der Bundesliga, angekommen ist. Er schonte sich nicht, setzte Kopf und Körper ein (den Körper vielleicht ein wenig zu viel, denn er ging, da er massiv Gelb-Rot gefährdet war) und verstand es, klug die Bälle zu halten und aus dem Mittelfeld heraus zu verteilen.
Ein Lob auch an unseren ehemaligen Kapitän, Djourou, der ebenfalls sehr konzentriert und ansehnlich, an der Seite von Mavraj die Innenverteidigung bildete.
Der Statistik wegen sei noch erwähnt, dass auch das erlösende 2:0, in der 75. Minute, durch ein Zusammenspiel von Jung und Wood entstand. Küken Jung durfte sich anschließend über seinen ersten Titel „Man of the match“ freuen.

Eben jener Statistik geschuldet sollte man nicht unerwähnt lassen, dass die Kölner sehr wohl auch über Chancen berichten können.
Kurz vor der Halbzeitpause und die ersten 20 Minuten danach hätte es durchaus im Kasten von Adler scheppern können. Allerdings war der Fußballgott gestern wohl eher Hamburger und wusste genau das zu vermeiden.
Wäre auch irgendwie schade gewesen, wenn gerade Rudi Rudnevs für den Ausgleich oder gar irgendeinen Kölner Siegtreffer gesorgt hätte…

Vielleicht war es auch die seltsame Mystik des Pokals, der eben seine eigenen Regeln hat und manchmal eine totgesagte Mannschaft dermaßen aus der Asche des Phoenix steigen lässt. Oder einfach die Tatsache, dass man befreit aufspielen konnte, weil es eben mal nicht um Punkte, sondern „nur“ um das Viertelfinale und mindestens zwei Millionen Euro ging?
Egal. Es hat Spaß gemacht, endlich mal wieder Fußball im Volksparkstadion zu sehen. Und zwar nicht nur von der jeweils gegnerischen Mannschaft!

Doch ehrlich: in Gisdol seinem Trainingsanzug möchte ich jetzt eher nicht stecken. Denn wen will er, am Samstag, aus dieser Mannschaft wieder auf die Bank schicken?
Wir dürfen gespannt sein. Die HSV Wundertüte hat wohl noch längst nicht fertig…
(mg)

Ich will gewinnen!

Es wird im Moment viel darüber diskutiert, ob es besser wäre, heute zu gewinnen, oder lieber am 1.4. in der Liga gegen Köln. Es wird darüber diskutiert, ob man Spieler schonen sollte, um am Samstag gegen Leipzig in Bestbesetzung antreten zu können usw.

Mir geht das tierisch auf den Keks!

Ich will JEDES Spiel gewinnen! Ich will, daß die Mannschaft heute spielt, als gäb’s kein morgen. Und ich will, daß sie am Samstag auch so spielt und ich will, daß die Mannschaft am 1.4. auch so spielt. Ich will, daß die Mannschaft heiß darauf ist, jedes Spiel zu gewinnen. Ich will, daß die Mannschaft eine Siegermentalität entwickelt und in jedem Spiel alles gibt, um zu gewinnen. Das nächste Spiel ist das Spiel, das es zu gewinnen gilt. Was danach kommt, das sehen wir nach Abpfiff.

Nur so beginnen wir, uns endlich mal dauerhaft aus den Tiefen der Liga zu lösen. Nur so gewinnt man Spiele.

Gegen Ingolstadt haben wir verloren, weil der FCI heiß drauf war, das Spiel zu gewinnen. Gegen Bayer haben wir gewonnen, weil wir heißer darauf waren, das Spiel zu gewinnen. Bayer kackt in der Tabelle nicht deshalb ab, weil sie schlechte Spieler haben oder weil sich Roger Schmidt für eine schlechte Taktik entschieden hat. Nein, sie verlieren den Anschluß an die oberen Tabellenregionen, weil sie nicht mehr heiß drauf sind, zu gewinnen. Mit Wolfsburg ist es ähnlich. Und auch bei den großen Bayern. Es fehlt die Gier, jedes Spiel gewinnen zu wollen.

Natürlich spielt die Qualität der Spieler auch eine Rolle, es spielt eine Rolle, wie der Kader zusammengestellt wurde, wie gut der Trainer ist usw. Aber wenn die Gier aufs Gewinnen nicht da ist, dann erreicht niemand die Ziele, die er sich gesteckt hat.

Und deshalb nochmal: Wir müssen jedes Spiel gewinnen wollen. Nur dann erreichen wir unsere Ziele. Und das Pokalspiel gehört dazu. (fb)

Die (Un-)Logik der Rothosen

Allein die Szene kurz vor dem riesigen Torjubel, rechtfertigte die Aufstellung Bobby Woods, durch Markus Gisdol. Denn er war es, auf den sich drei Leverkusener konzentrierten, während sich ein Stück hinter ihm, nach einem eher lauen Pass von Müller, 85 Kilo in die Luft schraubten, um sauber und an Leno vorbei, in die untere, linke Torecke zu köpfen.

Ein Innenverteidiger, noch dazu ein vom Gegner verliehener, schoss das 1:0, das für den so überlebenswichtigen Sieg des HSV sorgte. Kyriakos Papadopoulos, kurz Papa, ist aber mal sowas von in Hamburg angekommen und entwickelt sich vom Leipziger Bankdrücker zum hanseatischen Fan-Liebling.

Zuvor waren es lediglich zwei Szenen, die die nur knapp über 40.000 Zuschauer zum Stöhnen veranlassten. Wood und Müller brachten das Runde nicht in das Eckige. Und eigentlich wird die Mannschaft, die solch fast 100prozentige nicht nutzt, am Ende oft mit einem Gegentor bestraft.
Doch bis auf einen Kopfball von Kießling, kurz vor Ende der Partie, hätte der für Mathenia ins Tor gewechselte René Adler gestern auch sein Strickzeug mitnehmen können.
Zu einfallslos waren die Leverkusener Offensivversuche. Und zu kompakt stand größtenteils auch die Hamburger Abwehr.

Papa und Mavraj gefallen mir gut! Obwohl sie kaum gemeinsame Spielpraxis haben, spielen sie so harmonisch zusammen, wie ein altes Ehepaar.
Zudem arbeitete die gesamte Mannschaft gestern auch endlich mal wieder geschlossen mit nach hinten.

Wobei sich der Hauptteil der 93 Minuten im Mittelfeld abspielte, in dem geholzt, gegrätscht und geschubst wurde. Das sorgte, vor allem in der 1. Halbzeit, für ein reichlich zerfahrenes, hektisches Hin und Her, bei dem beidseitig nicht viel rauskam. Was allerdings zu merken war, ist, dass wohl auch in den Hamburger Köpfen inzwischen das Wort Abstiegskampf buchstabiert werden kann. Und der leidensfähige Fan fragt sich (zu recht): WARUM ERST JETZT?
„Alle haben gemerkt, es geht nur mit 100%“, sagte Lewis Holtby in ein Reportermikrofon und lässt mit diesem Zitat eben erwähnten Fan ziemlich ratlos zurück.
Man, Jungs! Es ist der 19. Spieltag, ihr hattet 13 Punkte auf dem Konto und habt nicht gemerkt, dass auf der Autobahn nicht bremsen sondern Gas geben angesagt ist?
Da steckt dem ein oder anderen wohl noch ein Weihnachtskringel quer!
Dass sie es können, war ja bereits im Dezember zu sehen. Und genau das macht das Spiel gegen Ingolstadt ja auch so unbegreiflich.

Der HSV ist und bleibt eine Wundertüte. Logisch unlogisch, sozusagen. Denn während man die harmlosen (aber kampfbereiten) Ingolstädter nicht allzu ernst nahm, wehrte man sich erfolgreich gegen den Tabellen 9., Leverkusen, mit Mann und Maus gegen den drohenden Abstieg.

Genau aus dem Grund vermag ich keine Prognose abzugeben, was wohl am Dienstag für eine Mannschaft auf dem Platz steht.
Eine, die den Siegtaumel genossen hat und alles dafür tut, ihn gleich nochmal zu erleben oder eher eine, die DURCH den gestrigen Taumel wieder einen Gang zurückschaltet und gemächlich über den Rasen schaukelt.
Das Weiterkommen im Pokal wäre nicht nur für den Geldbeutel des klammen Vereins so wichtig, sondern auch für die Köpfe der Spieler, die sich damit ein Glückshormonpolster anlegen könnten. Denn am nächsten Wochenende geht es nach Leipzig. Und da trifft man dann auf ein noch anderes Kaliber, als letzte und diese Woche.
Wobei. Der logischen Unlogik des HSV folgend könnte man im Osten der Republik glatt auch mit Punkten rechnen…😉
(mg)

Das Ende der Transferperiode

Was ist passiert?
Wir haben Cléber Reis verkauft, den Vertrag mit Emir Spahic aufgelöst (seit heute auch rechtskräftig) und wir haben Alen Halilovic für 1,5 Jahre mit Kaufoption verliehen.

Bei Aaron Hunt und Nabil Bahoui gab es bis zuletzt noch Gespräche um einen Wechsel. Aber man konnte sich mit den jeweils anderen Vereinen nicht einigen.

Mergim Mavraj kam recht früh und verstärkt unsere Abwehr wohl in den nächsten Jahren, während Kyriakos Papadoupolos dieses nur für die Rückrunde tut. Ihn haben wir ohne Kaufoption ausgeliehen. In fast letzter Minute stieß dann noch Walace zu uns.

Mit Cléber, Spahic und Halilovic verlassen uns drei Spieler, die jeder auf seine Art für Unruhe gesorgt haben.
Die Mannschaft wurde mit den Abgängen somit auch ein Stück weit „befriedet“.
Cléber war meiner Ansicht nach nicht so richtig bei der Sache und wurde deshalb von Gisdol ausgebootet.
Spahic haben wir eine sehr gute Saison zu verdanken, in der er gute Leistung gezeigt und auch unsere Abwehr geführt hat. Das war notwendig, denn weder Djourou, Cléber, Jung noch Kacar hatten das Können dazu gehabt.
In dieser Saison lief es weniger gut. Er kämpfte mit Verletzungen und hat an Schnelligkeit verloren, so daß er oft zu spät an Gegner und Ball kam. Ihm hätte die Bank gedroht und das ist nichts für Emir.
Alen Halilovic war ein einziges Missverständnis. Didi wollte ihn unbedingt, Bruno weniger.
Das hat schon mal zu Schwierigkeiten geführt.
Er kam vom großen Barcelona und galt als Mini-Messi. Diesen Vorschußlorbeeren wurde er nicht mal ansatzweise gerecht.
Er ist in erster Linie ein 10er, wir spielen aber ohne 10er. Er kann RA spielen, aber da kann er seine Fähigkeiten nicht voll ausspielen und hat zudem Müller vor sich.
Dazu kommt, daß er gewisse Starallüren gehabt haben soll, die sich auch auf dem Platz äusserten. So war er sich wohl oftmals zu schade, für die Mannschaft auch defensiv mitzukämpfen. Einige sehenswerte Einzelaktionen, darunter der Siegtreffer im Pokal, gingen auf sein Konto, und das war es dann aber auch schon.
Viele gaben Bruno die Schuld dafür, dass Alen auf so wenig Einsatzzeit kam. Viele mussten dann aber nach dem Trainerwechsel feststellen, daß auch Brunos Nachfolger Gisdol nicht auf ihn setzte.
Er war unglücklich, wir waren unglücklich, die Trennung ist gut.

Mit Mergim Mavraj kam frühzeitig ein neuer Abwehrchef. Diese Aufgabe erledigt er bisher gut. Auch das Zusammenspiel mit Papadoupolos passt.
Eigentlich sollte Papa sich noch etwas aklimatisieren, aber durch die Verletzung von Djourou ist er frühzeitiger als geplant in die Startaufstellung gerutscht.
Und nun muß schon etwas Gravierendes passieren (was wir alle nicht hoffen), damit Johan erneut in die Startelf rutscht.
Mavraj war mit 1,8 Mio relativ günstig. Papa kostet für die halbe Saison 2 Mio. Bleibt er fit, ein Schnäppchen. Fügt er seiner dicken Krankenakte noch ein Blatt hinzu, ist das teuer. Lasst uns die Daumen drücken, daß er fit bleibt.

Last but not least, werfen wir einen Blick auf unseren jüngsten Neuzugang: Walace. Ein brasilianischer Nationalspieler für die 6er Position, der 9,2 Mio gekostet hat.
Und trotz der hohen Summe ist er keine Soforthilfe, obwohl wir dort sofort Hilfe bräuchten, wie sich in den letzten beiden Spielen wieder mal deutlich herausstellte.
Er kommt aus der Vorbereitung für die neue Saison, die in Brasilien erst in ein paar Wochen beginnt. Er kommt aus einer anderen Klimazone und wurde gestern auch gleich mit miesestem, nasskalten Schneewetter begrüßt.
Er kommt aus einer anderen Kulturzone zu uns und er kommt aus einer anderen Liga. Also braucht er Zeit um sich zu aklimatisieren.
Zeit, die wir nicht haben.
Er ist eh etwas ungestüm, was sein Zweikampfverhalten angeht. Die Bundesliga ist schneller, als er es gewohnt ist, und körperlicher.
Es wird also wahrscheinlich etwas dauern, bis er das Timing und die richtige Härte in den Zweikämpfen findet. Ich vermute, Mergim und Papa müssen das eine oder andere Mal seine Fehler ausbügeln.
Hoffentlich klappt das und hoffentlich lässt man ihn auch den einen oder anderen Fehler machen, damit er lernen kann. Und da ist das Problem, wir stehen gerade nach den letzten beiden Spielen mit dem Rücken zur Wand und können uns nicht viele Fehler erlauben. Das ist ein ernstes Problem.
Was mir aber Hoffnung gibt ist, dass er auf mich einen sehr aufgeräumten Eindruck macht. Von daher denke ich, daß es was werden kann, wenn man ihm die nötige Zeit gibt.

Unterm Strich: So richtig zufrieden bin ich mit der Transferperiode nicht. Ich hatte mir mehr Soforthilfe auf der 6 erhofft.
Aber letztlich sind unsere Spieler im Moment relativ fit und die jungen aus der Zweiten sind schon ein halbes Jahr weiter, als noch im Sommer. Von daher sehe ich uns stärker als zu Beginn der Hinrunde.
Wenn die Spieler jetzt noch einsehen, daß sie jedes Spiel, jeden Tag 100% geben müssen und nicht nur 90%, dann werden wir die Klasse halten.

Man muß auch bedenken, dass diese Transferperiode noch eindeutig den Stempel von Didi Beiersdorfer trägt. Todt und Bruchhagen haben auf seinen Vorbereitungen aufgebaut. Hoffen wir, daß wir mit Didis Transfers mehr Glück haben, als im Sommer. Und seien wir gespannt, wie die Transfers in Zukunft aussehen werden, wenn Todt sie plant.
Alles wird gut (fb)

Der typische Reflex der HSV Fans

Gestern haben wir in Ingolstadt verloren. Vor dem Spiel war ich überzeugt, dass wir als Sieger vom Platz gehen werden. Bis zum 0-1 war es von beiden Seiten ein sehr bescheidenes Bundesligaspiel.
Aber ich war überzeugt, dass wir das Spiel im Griff haben.
Auch nach dem glücklichen 0-1 für Ingolstadt sah ich keinen Grund, nervös zu werden. Erst nach dem wiederum glücklichen 0-2, durch einen abgefälschten Freistoss, musste ich meine Meinung korrigieren.
Das waren 2 Tore zu viel.
Aber solche Spiele passieren.
Was allerdings nicht passieren sollte ist, dass sich die Mannschaft aufgibt und keine wirkliche Einstellung an den Tag legt.
Aber auch das kann leider passieren.
Also: Abhaken, in Gisdol und sein Team vertrauen und machen lassen.
Das ist meine persönliche Meinung und meine Aufarbeitung zum Spiel in Ingolstadt.

Leider stehe ich mit meiner Meinung scheinbar ziemlich alleine da. In den sozialen Medien gibt es viele, viele Reaktionen. Gisdol raus, Mannschaft raus, Todt bekommt nichts auf die Reihe, Holtby raus, Diekmeier darf nie wieder spielen… Diese Aufzählung könnte ich noch weiter ausführen. Hab ich aber keine Lust zu. Es ist einfach ermüdend.
Auch wird sehr häufig geschrieben, die Mannschaft hätte keinen Charakter. Die Spieler würden sich zu sehr mit ihren eigenen sozialen Medien beschäftigen, anstatt sich auf ihren Job zu konzentrieren und so weiter und so fort.
Echt jetzt? Ist das euer Ernst?
Glaubt jemand ernsthaft, dass die Spieler nur das im Kopf haben? Es ist doch in den meisten Fällen so, dass die Spieler ein Management haben und die diese ganzen Posts vorbereiten. Es gehört heutzutage halt zum „Geschäft“ dazu. Das ist doch bei anderen Vereinen auch so.
Ich vergleiche die Spieler beim HSV und auch anderen Vereinen gerne mit einer Schulklasse. Schüler gehen in ihren 10-13 Jahren jeden Tag zu ihrem Job.
Ihr Job ist die Schule. Dort wird ihnen gezeigt wie man zB rechnet.
Vor der Klasse steht ein Lehrer, der dafür sorgt, dass die Klasse funktioniert und möglichst auf ein Level kommt.
Schüler, die nicht mitkommen, müssen die Klasse wiederholen oder wenn sie sehr gut sind, können sie sogar eine Klasse überspringen.
In den Pausen werden die Schulhöfe kontrolliert, dass sich alle den Regeln dementsprechend benehmen. Es gibt in einer Schule neben den Schülern ein ganzes Team: Lehrer, Sekretärinnen, Direktoren, Reinigungspersonal, Hausmeister usw. Wenn das Team gut ist, werden auch die Schüler immer besser.

Was hat das mit dem HSV zu tun?
Man kann es eigentlich 1 zu 1 kopieren:
Schüler = Fussballer, Lehrer = Trainer, Reinigungspersonal = Ärzte, Zeugwart, Direktoren = Sportdirektor, Teammanager usw.
Auch beim HSV und in jeder anderen Mannschaft gilt: Wenn das Team passt, die Regeln eingehalten werden, dann werden die Klassen = Mannschaft besser.
In den vergangenen 10 Jahren wurden alle Spieler, alle Trainer usw. ausgetauscht. Die Trainer, Manager, Direktoren usw. haben jeweils ihre eigenenRegeln mitgebracht. Es wurde immer wieder was erneuert.
Beim HSV wurden ganz frisch der Sportdirektor (Beiersdorfer) und der Vorstandsvorsitzende (Beiersdorfer) ausgetauscht. Also wieder neue Regeln…

Jetzt werden die Kommis kommen: Das sind alles Profis. Die sollen ihren Job machen. Usw.
Natürlich ist das ihr Job. Ich glaube, dass 90-95% aller Spieler ihren Job auch ernst nehmen.
Auch sie wollen immer besser und besser werden. Sie wollen erfolgreich sein. Ihre Spiele gewinnen. Glaubt ernsthaft jemand daran, dass die Spieler geil darauf sind, wieder auf einem direkten Abstiegsplatz zu stehen?
Was sollen sie tun? Weiterhin als Selbstschutz kaum Zeitung lesen? Lieber zuhause bleiben anstatt sich draussen anpöbeln zu lassen?
Ich glaube nicht! Alle Spieler sind auch Menschen. Menschen sind führbar, beeinflussbar. Auch Spieler brauchen Regeln. Regeln an die sie sich zu halten haben. Dafür braucht es Menschen die dafür sorgen und die Regeln auch kontrollieren.
In der jüngsten Vergangenheit war Bruno der „Alleinunterhalter“ der sich um alles, selbst die Außendarstellung, kümmern musste. Auch Gisdol musste dieses mit seinem Trainerteam die vergangenen Monate alleine machen.
Erst seit 3-4 Wochen haben wir endlich wieder einen Sportdirektor, der Gisdol viel abnehmen muss und auch wird.

Didi Beiersdorfer war als Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor nicht mehr tragbar. Das hat mittlerweile wohl die überwiegende Mehrheit verstanden / akzeptiert. Jetzt sind Bruchhagen und Todt im Amt.
Beide haben schon gesagt, dass sie mit Gisdol hart arbeiten werden. Jeder in seinem Bereich.
Bis Dienstag läuft noch die Transferphase. Dabei wird auch Todt sich zu 100% einbringen.
Ich persönlich würde es auch befürworten, wenn mal ein externer Teammanager geholt wird, der bereits bei einem anderen Verein erfolgreich tätig war.
Jemand, der den HSV nicht kennt. Also ohne Stallgeruch.
Der sich dann vielleicht auch mal eine härtere Gangart einschlägt und zB einen Strafkatalog, gemeinsam mit dem Trainer und der Mannschaft erstellt und auf die Einhaltung drängt.
Auch wir Fans müssen jetzt endlich mal die Leute machen lassen. Nicht immer wieder und wieder auf die Spieler einschlagen. In den vergangenen 10-12 Jahren wurde die Mannschaft mehrfach durchgewechselt. Und immer wieder und wieder wird auf die Mannschaft eingeprügelt oder sich vereinzelte Spieler zur Brust genommen.
Kritik ja. Aber mal etwas differenzierter.

#nurderHSV

(CM)

Wetterbericht aus Wolfsburg

Große Erwartungen, große Enttäuschung. Mit einer Niederlage startet der HSV ins neue Jahr und beendet eine Rückrunde der großen Enttäuschungen mit einer ebensolchen.
Mit viel Euphorie begonnen, zeigte man in den ersten 30 Minuten ein mehr oder weniger zerfahrenes Spiel, bei dem es besonders nach vorne nicht klappen wollte. Hier zog sich ein mittleres Tief mit lauen Lüftchen durch die kompletten 90 Minuten. Denn weder Kostic noch Müller wollte es so wirklich gelingen, in Richtung Wolfsburger Tor Gefahr auszustrahlen.
Wollen wir mal nicht so sein, denn ein Grund dafür dürfte der relativ früh stattgefundene Feierabend von Albin Ekdal sein, der innerhalb von fünf Minuten zwei Gelbe und damit eine Rote Karte kassierte.
Und während die erste farbige Pappe von Schiri Zwayer mächtig fehlinterpretiert war, wurde die vorangegangene Aktion mit der zweiten richtig ärgerlich. An Albin sei vermittelt: auch wenn man sich ungerecht beurteilt fühlt, Karte bleibt Karte und nach der ersten heißt es, vorsichtig sein! Das jedenfalls war ein Bärendienst, den Ekdal der Mannschaft, bei noch über 60 Minuten vor der Brust, mit der Ntep-Grätsche lieferte.
Um dem Thema Schiedsrichter dann doch nicht zu viel Platz zu schenken, nur noch die Anmerkung, dass: ja, Zwayer pfiff reichlich nicklig. Vor allem in Richtung HSV und, ja, Neuzugang Ntep beherrscht schon jetzt die leider in der Bundesliga inzwischen üblichen Schauspielkunst des theatralischen Fallens, Wälzens und Liegenbleibens.
Und während ein Zupfer am gegnerischen Trikot beim HSV gefühlt hundert Mal zu einem Freistoß führte, galt er (laut Sky Moderator) auf der Seite der Wolfsburger durchaus mal als „handelsüblich“.
Doch machen wir uns nichts vor. Schiri hin, Schauspiel her. Verloren haben wir durch die Dummheit Ekdals und der Tatsache, dass man dem Sturm der Wolfsburger, in der 2. Halbzeit, irgendwann nicht mehr standhalten konnten.
Mit Mann und Maus, mit einer tollen Teamleistung, in die sich unsere beiden Neuzugänge, Mavraj und Papadopoulus nahtlos und fast fehlerlos einreihten, verteidigte man das Hamburger Tor. Das sah nicht schlecht aus, kostete aber sicherlich viel Kraft und Laufleistung. So habe ich Kostic beispielsweise mehr hinten verteidigend, als vorne flankend, gesehen.
Ein, zweimal versuchte Holtby, mal mit Müller, mal mit Wood, einen Ausflug in die gegnerische Hälfte, leider war aber das offensive Mittelfeld dauerunterbesetzt, so dass das mit dem Kombinieren schon viel zu häufig allein daran scheiterte. Die Sonne über Benaglios Kasten mochte für die Hamburger einfach nicht aufgehen.
Damit war das einzige Tor der Partie, leider auf der anderen Seite, eine logische Konsequenz und zudem schön herausgespielt. Blankstehend brauchte Gomez in der 82. Minute nur noch an Mathenia vorbei, den Ball ins Netz schieben. Bittere Ironie, dass der Pass dafür gerade von besagtem Ntep kam, der den bis dahin erschöpften Hamburgern mit einem Sprint entkam…

Tja, Jungs, nun beginnt es erneut, das Zittern um den Ligaerhalt. Über dem Volkspark ziehen bereits wieder die ersten Gewitterwolken auf. Die erste Chance wurde völlig blöde verpasst und das Spiel gegen die Ingolstädter, die sich gestern bis in die Nachspielzeit, tapfer gegen Schalker wehrten, um dann doch noch einen Punkt zu verdaddeln, läuft mal wieder unter dem Motto „6-Punkte-Spiel“. Jedenfalls dürften die Oberbayern mindestens so heiß auf diese Punkte sein, wie die Rothosen.
Bis nächsten Samstag sollte Gisdol überlegen, ob Wood als einziger Stürmer, gestern wirklich eine so tolle Idee war, oder Gregoritsch nicht doch hätte früher eingewechselt werden müssen. Heiß ersehnt (wohl nicht nur von mir) ist noch immer ein defensiver Spielmacher, der das Spiel nach vorne sinnvoll eröffnen kann, damit sich die Seiten und der Sturm freilaufen können.
Hätte, hätte, Fahrradkette. Fakt ist: wenn es etwas Positives aus der gestrigen Niederlage gibt, dann die, dass der Mannschaftszusammenhalt augenscheinlich funktioniert, dass unsere beiden Neuen sich super geschlagen haben und dass es eigentlich nur noch besser werden kann.
Werden MUSS!
(mg)