Vorschau S04HSV

Endlich wieder Fußball, nach der Länderspielpause und diesem Aufsichtsratsgedöns, bei dem der HSV wieder mal schlecht aussieht.

Nachdem wir ein gutes Heimspiel mit drei gewonnenen Punkten hinter uns gebracht haben, frage ich mich, und da bin ich nicht alleine, wie dieser Sieg wohl einzuschätzen ist.
Sicher, es ging nicht ohne das nötige Glück.
In der ersten kniffligen Szene nach 3-4 Minuten hätte es schon die Führung für die Gäste geben können. Stattdessen muss in der 13. Minute ein Stuttgarter mit Gelb-Rot vom Platz, dessen zweite Gelbe nicht jeder Schiedsrichter gegeben hätte.
Am 1:0 war dann Ron-Robert Zieler nicht ganz unbeteiligt.

In der zweiten Halbzeit brauchten die Stuttgarter einen Handelfmeter (gut gesehen vom Videoassistenten, auch wenn es gegen uns war), um auszugleichen.
Kurzzeitig drohte das Spiel zu kippen, aber wir haben uns rausgearbeitet, -gekämpft, -gespielt, wie immer man das sehen mag. Als Folge davon haben wir das 2:1(Kostic) und 3:1(Arp) gemacht, beide durch Diekmeier vorbereitet, der zuvor den Elfer für die Gäste verursacht hatte.
Zwischenzeitlich hätte er auch treffen können (müssen?). Dann wäre sein Tag wohl perfekt gewesen.
Bis auf Sakai in der ersten Halbzeit hat die gesamte Mannschaft überzeugen können.
Angefangen bei Mathenia, der mit Ginczeks Chance auch mal einen Unhaltbaren entschärft hat.
Die Flügel scheinen sich inzwischen gut zu ergänzen.
Sowohl das Päarchen Santos/Kostic harmoniert gut, wie auch Diekmeier/Ito.
Hunt dirigiert das Spiel und Arp macht in der Spitze sehr vieles richtig, vom Tor mal abgesehen (Tore sind immer richtig). Er läuft gut, er bewegt sich taktisch gut, er steht immer richtig, weiß genau, wo das Tor steht.
Ihm und Ito zuzuschauen macht Spaß.

Wie werden wir gegen Schalke agieren?
Bis auf die Langzeitverletzten fehlt nur Ekdal. Gisdol hat also die Qual der Wahl. Bobby, der nicht zur Nationalmannschaft war, hat sein Knie geschont, es geht ihm besser. Er ist bereit für den Konkurrenzkampf und hat ihn auch angenommen.
Von daher ist die Frage in erster Linie, wie ist die Form der einzelnen Spieler und wie erwartet man Schalke.

Es fehlen dort auf jeden Fall Bentaleb und auf der Kippe steht Goretzka.
Schalke wird mit einer Fünferkette auflaufen, mit sehr offensiv agierenden Aussen und einem spielstarken Mittelfeld.
Das ist Chance und Gefahr gleichermaßen.
Mit Max auf der 6 hat man einen ballsicheren Verteiler, der aber doch noch gewisse Schwächen im Zweikampf hat. Überlaufen wir die Aussen und behalten den Ball flach im Spiel, dann könnten sich Lücken auftun, die wir nutzen können.
Die Gefahr ist in erster Linie das offensive Mittelfeld mit Kono und dem jungen McKennie.
Der Sturm mit Di Santo und Burgstaller ist nicht berauschend, wenn man ihnen nicht zuviel Platz lässt.
Tedesco gab in der Woche ein Interview, in dem er die Philisophie aufzeigte.
Man möchte weniger den Ball laufen lassen, sondern den Gegner, was immer das auch heißen mag.
Schalke spielt mit ballsicheren Spielern, das erfordert höchste Konzentration von unserer Seite. Aber trotz der ballsicheren Spieler, haben sie Probleme damit, dem Gegner das Spiel aufzudrängen. Man lebt in erster Linie von der individuellen Klasse und davon, daß der Gegner die Geduld verliert.
Schalke muß das Spiel machen.

Spielen wir mit Kostic, Hunt und Ito in der offensiven Mittelfeldreihe, dann kann es zu Problemen führen, wenn Ito und Kostic pressen wollen und Hunt das Timing verpasst.
Pressing ist nur gut, wenn alle mitmachen, am besten, wenn es wie auf Zuruf plötzlich geschieht (Pressingfalle). Das hat schon der alte Happel gelehrt. Viel Arbeit kommt auf das DM bei uns zu. Ekdal fällt aus, Sakai hat gegen Stuttgart geschwächelt … Jung ist wohl gesetzt. Ich bin gespannt, ob Gisdol unseren Käpt’n einsetzt, oder doch lieber draussen lässt.
Eine verlorene Halbzeit kann er sich gegen Schalke nicht wieder ungestraft nehmen. Janjicic wäre erste Alternative. Den Kader schätze ich wie zum Stuttgartspiel ein. Das bedeutet, daß Holtby wieder draussen vor wäre.
Verständlich, Lewis ist ein reiner 10er (noch dazu nicht in Topform), alle anderen sind flexibler einsetzbar, man könnte also individueller reagieren.
Vor 2 Wochen war ich mir nicht sicher, ob Sakai und Walace beide im Kader sind, durch den Ausfall von Ekdal sind sie wohl safe.

Gegen Stuttgart waren wir die bessere spielbestimmende Mannschaft. Wir hatten Passquoten, die recht gut waren, Zweikampfquoten, die recht gut waren. Das brauchen wir gegen Schalke auch, wenn wir gewinnen wollen.
Und wir müssen 90 Minuten konzentriert sein (plus Nachspielzeit).
Schalke hat zwar inzwischen schon 20 Punkte gesammelt, aber so richtig überzeugt haben sie mich nicht.
Da geht was, aber es wird nicht einfach.
Mit einer Leistung wie gegen Berlin oder Mainz holen wir nix. (fb)

WM ohne Holland und Italien … Muahahaha

Ok, das war es auch schon mit der Schadenfreude.
Eine WM sollte ein Tunier mit den besten Mannschaften der Welt sein. Deswegen muß man sich dafür qualifizieren.
Ok, es kommen trotzdem nicht nur die Besten mit, dazu ist das Leistungsgefälle zwischen Europa/Südamerika und dem Rest der Welt zu groß.

Wenn aber Fußballmächte wie zB Italien und Holland nicht bei den großen Tunieren dabei sind, dann ist das, entschuldigt die Wortwahl, scheiße.
Ja, ich freue mich, daß Island wieder dabei ist.
Ich freu mich auch für Länder wie Polen, Serbien und die Schweiz.
Aber ein eh schon langweiliges Tunier verliert noch mehr den Reiz, wenn die Topländer zu Hause bleiben müssen.

Ok, deren Probleme sind hausgemacht, das weiß ich auch, aber trotzdem finde ich es blöd.

Ich hoffe, daß die Topnationen sich endlich mal am Riemen reißen, und sich aus der Krise befreien, damit wir bei den nächsten großen Turnieren wieder auf sie als Gegner treffen.
Wie sagte Hägar der Schreckliche: Viel Feind, viel Ehr. Eine WM gegen Underdogs zu spielen ist also nicht das, was den Reiz ausmacht. Hoffen wir, daß die großen Nationen wieder in die Spur zurückfinden.

Besonders leid tut mir das Ausscheiden Italiens für einen der Größten des Fußballs, für DIE Torwartlegende schlechthin, für Gianluigi Buffon.
Der sportliche Erfolg machte ihn zu einem erfolgreichen Fußballer. Sein untadeliger Charakter als unheimlich fairer Sportsmann, an dem sich die Werners, Draxlers usw ein paar dicke Scheiben abschneiden können, haben ihn zu einem der größten Fußballer, die es je gegeben hat gemacht. Ohne ihn ist der Fußball wieder ein Stück ärmer geworden.

Und das Ganze lässt sich auch auf unsere Bundesliga übertragen. Egal ob HSV, Werder Bremen (jetzt gibts Haue), Köln oder Stuttgart, diese Clubs müssen für eine gute interessante Liga endlich wieder in die Spur kommen.
Die Plastikclubs mögen mehr Geld haben, aber sie sind beliebig. Sie sind austauschbar, sie sind langweilig, selbst wenn sie Fußball wie vom anderen Stern spielen. Sie berühren die Herzen der Fans nicht.

Bei all der Häme, die auch ich äußere (das gehört dazu), wünsche ich mir eine Liga oder auch Nationentuniere mit den Mannschaften, die da einfach hingehören, mit Mannschaften, die man lieben oder hassen kann, mit Mannschaften, die die Herzen der Fans berühren. (fb)

Es langweilt nur noch

Kühne hat sich mal wieder zu Wort gemeldet und ich stelle fest, es regt mich nicht so auf, wie es sollte. Mir scheint, man erwartet schon gar nichts anderes mehr.

Fakt ist, egal was beim HSV passiert, die Verantwortlichen, und dazu zähle ich auch Klaus Michael Kühne, haben ihre Streitigkeiten gefälligst intern zu regeln!
Egal was der Grund für den Weg an die Öffentlichkeit war, der jetzt eingeschlagene Weg ist und bleibt der falsche.
Mit jedem Gang an die Öffentlichkeit wird dem HSV Schaden zugefügt.

Kühne fordert HSVPlus2.0 … wenn ich einem solchen Projekt zustimmen sollte, dann höchstens um zu erreichen, daß Leute wie er endlich mal die Klappe halten.
Mir scheint, er ist sich gar nicht bewusst was er jedesmal anrichtet, wenn er sich an die Medien wendet.
Erst gibt er dem HSV Geld, um ihm zu helfen, dann haut er auf den selben HSV drauf und beschädigt ihn.
Wenn er Probleme im Leben hat, dann soll er zumindest den HSV aussen vor lassen. Eigentlich tut er damit sonst nichts anderes, als sich in die Gruppe von Hunke, Ertel, & Co einzureihen.
Wie sagte jemand neulich so passend(sinngemäß): „All die schlechten Ergebnisse verleiden mir nicht den HSV, aber diese öffentlich geführten Streitigkeiten. Wir haben die letzten Wochen gelitten, weil der HSV ein Spiel nach dem anderen verloren hat. Nun hatten wir mal Grund zur Freude und dann kommt Kühne“.
Ich kann ihn verstehen, obwohl ich, wie oben geschrieben, doch schon etwas mehr abgestumpft bin.
Klaus Michael Kühne kommt mir vor, wie meine Oma. Wenn sie mal einen Schein rüberwachsen ließ, konnte sie ihn nie ganz loslassen, man musste ihr den Schein, der einem hingehalten wurde, gefühlt richtig aus der Hand ziehen. Und ein paar Tage später hieß es dann „Dieses oder jenes kannst du für mich tun, du hast letzte Woche ja auch Geld bekommen“.
So nicht.

Zu Kühnes Forderungen:
Mir scheint, er ist muksch, weil sein Kandidat für den Aufsichtsrat nicht berücksichtigt wird.
Er möchte gerne, daß Gernandt Teil des neuen Aufsichtsrates bleibt. Der Verein, in Person von Jens Meier, ist dagegen.

Kühne steht meiner Ansicht nach ein Platz für einen seiner Vertrauten im AR zu.
Aber das heißt nicht, daß der Verein jedem Vorschlag von ihm zustimmen muß.
Karl Gernandt hat in den letzten drei Jahren gezeigt, daß er für diesen Posten nicht geeignet ist.
„Exzellent gewollt ist nicht exzellent gemacht“, sagte er vor drei Jahren bei seiner Wahl. Er ist exzellent gescheitert.
Also liegt es jetzt an Klaus Michael Kühne, ohne an die Öffentlichkeit zu gehen, für einen wählbaren Ersatzkandidaten zu sorgen.
Und hier empfehle ich keinen zu nehmen, der in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Kühne steht.
Es sollte eine Person sein, der er vertraut, die aber eine gewisse Neutralität inne hat.
Für einen direkten Vertrauten, der zB in einer seiner Firmen arbeitet, hat sich Kühne mit seinem Verhalten, meiner Ansicht nach, den Weg verbaut.

In der mopo fiel der Name Bernd Hoffmann. Dieser Mann wäre ein Glücksfall für den HSV.
Wir müssen nicht über seine Defizite im zwischenmenschlichen Bereich reden, aber er würde Sachlichkeit mitbringen, Leistungswillen und nicht zuletzt mehr Kompetenz, als viele andere Kandidaten.
Es wird nicht leicht mit ihm werden. Er ist schwierig. Aber das sind Leute, die etwas verlangen, nunmal oft.
Und der Aufsichtsrat ist kein Ponyhof, sondern dort soll gut und effizient für den HSV gearbeitet werden.
Daß Hoffmanns Herz immer noch für den HSV schlägt, das erkennt man schnell, wenn man ihn auf den Mitgliederversammlungen oder ähnlichen Veranstaltungen trifft.
Er wäre, dadurch daß er in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu Kühne steht, auch jemand, der ihm bei Bedarf seine Grenzen aufzeigen könnte.

Hoffen wir also, daß am Ende alles gut wird und wir einen AR bekommen, der besser ist als das, was wir in den letzten Jahren hatten. Oben werden die Weichen für Erfolg gestellt

Hoffen wir, daß das Thema Aufsichtsrat in Zukunft wirklich langweilig wird, weil es dort einfach flutscht und ruhig gearbeitet wird. (fb)

Unsere „kleinen Großen“: Fluch oder Segen?

Zwei Monate ohne Sieg. 7 Punkte aus zehn Spieltagen. Die Medien sägen am Stuhl von Markus Gisdol. Aus dem Verein heraus wird Ruhe suggeriert. Trotz allem wusste man: das Team war gestern zum Siegen verdammt, um dem Trainer eben diesen wackelnden Stuhl zu erhalten.

Sei es nun der Druck von außen oder die von Gisdol angedrohten strengeren Zügel, die Startaufstellung ließ beide Vermutungen zu.

 

So fand sich ein Lewis Holtby plötzlich auf der Tribüne, Bobby Wood auf der Bank wieder, während Jann-Fiete Arp und Tatsuya Ito in der Startelf standen.

Mit viel Feuer großem Willen auf beiden Seiten, wirkte das Spiel von Anfang an oft hektisch und vor allem kräftezehrend. Chancen gab es auf beiden Seiten. Leider fehlte es bei den Hamburgern zunächst erneut an Glück beim Abschluss.

 

Der erste Aufreger des Spiels: die Gelb-Rote Karte für Dženis Burnić. Der hatte erst kurz zuvor Gelb gesehen und legte sich nun mit Hunt an, der stolpert und fiel.  Die Geister scheiden sich noch heute: Foul oder nicht? Kann oder muss?

Ich gebe ehrlich zu, es hätte nicht unbedingt eine Gelbe sein müssen. Aber im Zuge der ausgleichenden Gerechtigkeit, die es ja bekannter Weise in jeder Saison gibt (geben MUSS), hatte ich in dem Moment kein Mitleid mit den Stuttgartern, die ab der 13. Minute in Unterzahl spielen sollten.

Im Übrigen weiß man in Hamburg ja aus leidvoller Erfahrung, dass man sich auch gegen Teams mit einem Mann weniger, nicht sonderlich viel leichter tut.

 

In der 20. Minute gab Zieler den Rothosen Schützenhilfe. Mit dem Knie lenkte er einen (gut) geschossenen Freistoß von Hunt ins eigene Tor.

 

Durch Ito und Arp kam gefühlt die doppelte Kreativität ins Spiel. Der wendige Japaner machte auf seiner rechten Seite mächtig Wirbel und Arp begeisterte mit überlegten Pässen und einigen guten Szenen im Stuttgarter 16er.

Dass Diekmeier, in der 28. Minute das 2:0 auf dem Fuß hatte… der Mantel des Schweigens hüllt die 100prozentige Chance kuschelig ein.

Dafür machte er das Geschenk der Gäste in der 55. Minute wieder wett. Der Videoschiri griff ein, hatte im 16er Hand von Dennis gesehen. Der anschließende Elfmeter brachte das 1:1.

 

Diekmeier die 3.: nach einem Pass von Ito auf Hunt, der, gefühlvoll geschossen zu Diekmeier fand, landete eine Flanke sauber auf Kostic. Der ließ sich nicht lange bitten und köpfte zum 2:1. Jubel im Volkspark und immerhin ein Scorrerpunkt für unseren rekordtorlosen Rechtsaussen..

Auch in der 69. Minute war Diekmeier beteiligt, als zum zweiten Mal in der Bundesliga die Stunde von Jann-Fiete Arp schlug. Er tanzte Pavard und Baumgartl, nach einem Zuspiel von Dennis  aus und schob aus 13 Metern den Ball ins linke Eck.

Sieg für Hamburg, 3 Punkte für Gisdol. Ein Trainerstuhlbein der bereits drei abgesägten, dürfte wieder dran sein.

 

Jann-Fiete Arp, Tatsuya Ito. Hoffnungsträger oder von Gisdol aus der Not heraus geboren? Segen oder Fluch für die beiden, die plötzlich von überall mit Lob überschüttet werden? Brechen sie unter den entstehenden Erwartungen ein oder trumpfen sie auf?

Ich persönlich denke, dass viel am persönlichen Umfeld liegen wird und natürlich am Charakter der zwei Youngsters selber, sich nicht von Beratern bequatschen und vom großen Geld zu früh verführen zu lassen.

Todt und Gisdol setzen dabei auf ein funktionierendes Team, das für Sicherheit und Bodenhaftung sorgen soll.

Wo der Weg hingeht, das weiß sicherlich nur der Fußballgott allein. Denn auch wenn sich „Uns Uwe“ mal wieder sorgt, man könne „seinen Fiete“ verheizen, gibt es für beide Möglichkeiten prominente Beispiele.

 

So debütierte auch ein Julian Draxler, im Januar 2011, mit 17 Jahren, bei Schalke (übrigens gegen den HSV). Er ist heute Kapitän der U21 und spielt, wenn er nicht gerade für Paris Saint-German aufläuft, auch unter Jogi Löw in der Nationalmannschaft.

 

Leroy Sané erhielt im Alter von 19 seinen ersten Profivertrag, bei Schalke, debütierte in der Liga aber bereits 2014 (aufgrund von Verletzungssorgen im Kader, kommt euch das bekannt vor ;-)), gegen, na, gegen wen? Genau, gegen Stuttgart. Heute, das ist bekannt, kickt er erfolgreich bei Manchester City und dürfte, ebenso wie Draxler, wohl zum WM-Aufgebot von Löw, im kommenden Jahr, zählen.

 

Und dann hätten wir da noch Marco Marin, der mit 18 Jahren, im Kader von Mönchengladbach, damals 2. Liga, debütieren durfte. In der Saison 2009/10 zählte er dann bereits zum Stamm der Bremer Weserelf. Von dort zog es ihn, bereits drei Jahre später auf die Insel, wo von Chelsea aus eine wahre Leihodyssee für den in Jugoslawien geborenen Marin begann. Er kennt, mit jetzt 28 Jahren, schon Fußballplätze in halb Europa. Unter anderem kickte er für Florenz, für Anderlecht und Trabzonspor, bevor er bei Oympus Piräus strandete. Nach der WM 2008, im deutschen Nationaltrikot, wurde es auch in der Natio still um den kleinen Flitzer. „Ja, ich könnte mir eine Rückkehr vorstellen und würde sicher vielen Vereinen mit meiner Spielweise helfen können“, so wurde der Linksaußen jüngst in der „Sport Bild“ zitiert.

 

Auch so kann es gehen…

 

Lieber Uwe Seeler. Sorge dich (mal) nicht. Ich habe das Gefühl, Arp, Knöll, Ito, Janjijic und wie unsere „kleinen Großen“ alle heißen, sind bei Markus Gisdol und auch den alten Hasen, rund um Papa Papa in guten Händen. Man merkt ihnen die Freude am Fußball an, man genießt die Sorglosigkeit, mit der sie den Ball verarbeiten, freut sich an ihren Ideen, die sie auf den Platz bringen und darüber, dass ihre Einsätze dafür sorgen, dass einige der Etablierten sich nicht mehr nur auf ihren gut dotierten Verträgen ausruhen können. Vielleicht ist das für sie eine schöne Art des Weckdienstes.

In dem Sinne: weiter so!

Kurz über die 3 Punkte freuen, trainieren, trainieren, trainieren und nach der (doofen) Länderspielpause den Schwung aus dem Stuttgart-Spiel mitnehmen, nach Schalke!

(mg)

Vorschau #HSVVFB

Der Druck wächst
Ob man will oder nicht, ob man der Meinung ist, wir sollen Ruhe behalten oder auch nicht, was sich nicht verleugnen lässt, ist, daß der Druck auf Gisdol und die Vereinsführung wächst. So langsam müssen Ergebnisse her.

Wir sind gut in die Saison gestartet, wir haben die Spiele, in denen man keine Punkte erwartet nicht gepunktet, wir haben allerdings auch dann nicht gepunktet, wenn man hätte punkten müssen. Und das ist unser Problem. Hannover hätte man auch „ohne 4“ schlagen können und müssen, Leverkusen hätte man schlagen können und vor allem die letzten drei Spiele, aus denen wir nur einen von neun möglichen Punkten geholt haben.

Gegen Berlin waren wir nicht gut, aber trotzdem waren wir klar die bessere Mannschaft. Besonders die letzten 20 Minuten, wo Gisdol Hunt, Ito und Arp eingewechselt hat.
Was aufgefallen ist: Wir stehen mit der 5erkette zwar defensiv besser, aber dadurch fehlt uns im Zentrum ein Ideengeber, der die drei Offensiven in Szene setzen kann. Um so ärgerlicher, daß wir schon wieder durch Konzentrationsmängel in Rückstand geraten ist. Sogar zweimal auf die gleiche Art und Weise. Wie schon gegen Mainz und einigen anderen Spielen. Und auch in der Offensive fallen immer wieder Konzentrationsmängel auf. Ein schlampiger Pass, ein Torabschluß, bei dem man merkt, der Spieler ist irgendwie nicht auf den Ball und den Schuss fokussiert.
In den Heimspielen sind die Spieler besser unter Spannung, gegen bessere Gegner sind sie auch besser unter Spannung. Da machen wir die besten Spiele.
Wie bekommen wir die Mannschaft auch gegen Gegner wie Mainz, Hertha und den VfB unter die nötige Spannung? Das ist die Kernfrage, die noch dringlicher ist, als wer gerade stürmt oder mit welcher Formation wir auflaufen.

Kommen wir auf das Herthaspiel zurück. Neben den beiden Standards, bei denen wir gepennt haben ist mir folgendes grundsätzlich aufgefallen: Wir sind mit der Fünferkette gestartet. Defensiv war das ne recht gute Leistung, von den beiden Aussetzern mal abgesehen. Aber dann hatten wir Probleme nach vorne. Hertha hat uns nicht einmal den Gefallen getan, die Ordnung im Spiel aufzugeben.
Dadurch kam ein langweiliges Spiel zustande.
Die einen wollten nicht, die anderen konnten nicht. Nach ca 70 Minuten kamen Ito, Hunt und Arp ins Spiel. Und ich hab die Rehenfolge der Nennungen ganz bewusst gewählt, auch wenn es nicht die zeitliche Abfolge war.
Mit Ito kam ein Spieler, der mit seinen Dribblings, seinen intensiven Läufen, seinen 1zu1-Zweikämpfen ne Menge Unordnung in das Spiel der sonst so auf Ordnung bedachten Berliner gebracht hat.
Mit Hunt kam ein Spieler, der diese Ordnung durch kluge Pässe ausnutzen konnte.
Ito riss die Lücken für Hunts Pässe auf.
Und Arp war dort, wo ein Stürmer sein soll: Am 16er wartete er auf seine Möglichkeiten und darauf, die von Hunt und Ito verursachten Fehler im Herthaner Abwehrverbund zu nutzen.
Einmal klappte das auch hervorragend.
Fiete Arp ist jetzt der Held.
Was viele dabei allerdings übersehen: Bobby musste sich vorher noch oft die Bälle and der Mittellinie abholen. Das erschwert einen Torabschluss für ihn besonders, weil er auf dem Weg zum Tor wertvolle Körner lassen muß.
Für Hahn und Kostic gilt Ähnliches. Die Art zu spielen ist kraftraubend und auch wenn wir kein Konditionsproblem haben, so fehlt den Spielern vorne oft die nötige Ruhe.

Unsere Schwäche ist das Zentrum. Wir haben mit Sakai und Ekdal gespielt, aber uns fehlte die Bindung zum gegnerischen 16er.
Vielleicht wäre es mal wieder angebracht, Walace eine Chance zu geben.
Ok, er hat defensive Probleme, aber er kann den Ball besser nach vorne bringen. Gegen Hertha war die Mannschaft zu defensiv ausbalanciert. Und, nun kommen wir wieder zum eigentlichen Problem: durch Unkonzentriertheit haben wir zwei dumme Tore gefangen.
Als wir offensiver aufgestellt waren, hatte man den Eindruck, die Hintermannschaft stand mehr unter Spannung und spielte konzentrierter. Zumindest war das meine subjektive Wahrnehmung.

Kommen wir zum Spiel am Samstag:
Ich denke, wir werden offensiver aufgestellt sein, als gegen Hertha. Viele erwarten Fiete und Ito von Beginn, ich bin mir da nicht so sicher.
Das Spiel wird von unserer Seite sicherlich intensiver geführt werden. Leider müssen wir noch einmal auf Jung verzichten, Danke Marco Fritz!
Bei Stuttgart fehlen in erster Linie Badstuber und der Gefangene von Ascobar (oder so ähnlich, der argentinische Treter, äh, 6er ist gemeint). Beide sind Verluste für die Stuttgarter.
Ich vermute, Aogo wird auf die 6 rücken und ein gutes Spiel machen. Leider ist Ginczek auch ausnahmsweise mal fit. Der hat eine brutale Qualität, wenn er nicht gerade verletzt ist. Aufpassen müssen wir auf Akolo und auch Terodde, der wohl später eingewechselt wird. Der trifft wieder. Diese drei Spieler dürfen keine Freiheiten bekommen. Dann ist das Spiel schon fast gewonnen.

Hoffen wir auf ein konzentriertes Spiel und damit dann auch drei Punkte (fb)

ps: Der Trainer, das merkt man genau, erreicht die Mannschaft noch vollkommen. Wir spielen taktisch das, was er will, wir lassen uns nicht hängen usw. Es fehlen sämtliche Zeichen, daß das Verhältnis nicht stimmen würde. Auch wenn die Ergebnisse fehlen, bin ich überzeugt, wir kommen mit Gisdol aus dem Keller raus

In eigener Sache

Ihr werdet gemerkt haben, dass die Blog-Beiträge der letzten Wochen nur noch von Fiete und Manu geschrieben wurden. Das liegt daran, dass eine BlogPerle, Christian, den Blog verlassen hat.
Ein Grund für Krischans Ausscheiden ist sein Projekt, die HSV Klönstuv, die in erster Linie ein Podcast ist und viel Zeit kostet.

Ein anderer Punkt ist, dass Krischan mit den Ansichten, die hier im Blog geschrieben wurden und werden, oft nicht konform geht.
Das finden wir schade, weil wir es eigentlich immer als eine Stärke unseres Blogs gesehen haben, dass wir eben durchaus mal verschiedene Ansichten haben.
Aber wir akzeptieren natürlich seine Entscheidung. Schließlich ist das, was wir schreiben nicht Gesetz, sondern nur Meinung. Meinung, die durchaus auch weiterhin von und mit euch kontrovers diskutiert werden darf und soll.

Wir wünschen Krischan alles Gute für sein Projekt und bleiben weiterhin freundschaftlich verbunden.

Fiete und Manu

Hunke

Der Name Hunke sorgt momentan für Wirbel unter den HSV Fans. Deshalb ein paar Worte von mir dazu:

Erstens: Das allerletzte, was wir jetzt gebrauchen können, ist eine Trainersdiskussion. Es läuft gut, es fehlen nur die Punkte, die werden aber kommen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ständige sind ständige Trainerwechsel auf Dauer absolut nicht viel bringen. Also, Gisdol bleibt. Wir spielen anständig, die Punkte kommen, da bin ich mir sicher.

Zweitens: Es gehört nicht zu den Aufgaben des Aufsichtsrats, zu entscheiden, wer Trainer beim HSV wird. Und damit wird mal wieder aufgezeigt, wie unser geliebter HSV in diese fatale Krise schlittern konnte. Es sind die Aufsichtsräte wie zB Hunke gewesen, die ihren Job falsch verstanden und ihn deshalb miserabel gemacht haben. Der Aufsichtsrat hat nichts mit dem operativen Geschäft zu tun. Trainer, Spieler usw sind operatives Geschäft. Hunke scheint das imer noch nicht verstanden zuhaben.

Drittens: Hunke, da bin ich mir sehr sehr sicher, steht als Aufsichtsrat nicht zur Disposition. Mein Vertrauen in die Führung des HSV ist sicherlich alles andere als groß, aber in diesem Fall wüsste ich nicht im Geringsten, was den HSV dazu bewegen sollte, Jürgen Hunke in den Aufsichtsrat zu wählen. Es sind nicht mehr die Jungs aus der Kurve, die sich seinerzeit mit Hunke verbündet hatten, um Bernd Hoffmann loszuwerden. Heute sind es Leute, die durchaus ein Minimum an Kompetenz haben und schon allein deshalb nicht mit Hunke zusammenarbeiten wollen. Es wird keinen Aufsichtsrat Jürgen Hunke geben, da können wir uns ziemlich sicher sein.

Viertens: Wer ein solches Interview gibt, der hat ne Menge im Sinn, aber unter Garantie nicht, dem HSV helfen zu wollen.

Fünftens: Thomas Doll hat es absolut nicht vedient, daß sein Name mit dem von Jürgen Hunke in Verbindung gebracht wird. (fb)

Vorschau #BSCHSV

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin …

Moin, heute kommt der Blog zum Wochenende mal etwas früher, weil ich am Wochenende aus privaten Gründen in Berlin bin. (Was für ein Zufall, daß da auch der HSV spielt). Das Pokalspiel gegen Köln hat die Hertha noch nicht hinter sich, dazu aber später.

0:1 gegen die Bayern, das Spiel war durchaus ansehnlich. Aber wie so oft, wenn das Spiel von uns gut war, der Gegner war besser.
0:2 gegen Leipzig, 0:3 gegen Dortmund und 0:1 gegen Bayern.
Spiele, die einerseits Hoffnung machen, weil es im Grunde unsere besten Spiele waren, auf der anderen Seite, 0 (in Worten Null) Punkte.
Gegen Hannover haben wir schlecht gespielt, aber die gesamte Offensive, Müller, Kostic, Hunt und Wood, alle waren ausgefallen.
Gegen Leverkusen schlecht gespielt und die Werkself eingeladen, gegen Bremen und Mainz besser, aber trotzdem unentschieden bzw verloren.
Es gibt für alles Gründe. Aber am Ende sind sie egal, es zählen die Punkte in der Tabelle. Die fehlen, also stehen wir zurecht da, wo wir stehen, und wo wir nicht stehen wollen.

Und bevor wir uns missverstehen, das ist keinesfalls eine Stellungnahme gegen Gisdol oder Todt.
Ich sehe hier vielmehr die Mannschaft in der Verantwortung.
Man muß vollkonzentriert in jedes Spiel gehen und da haben wir im Moment zahlreiche Probleme.
Bestes Beispiel ist das Spiel gegen Mainz, zweieinhalb individuelle Fehler versauen uns die ansonsten gute Leistung.
Auch gegen Bayern wäre ohne individuellen Fehler ein 0:0 möglich gewesen, wobei ich da geneigt bin zuzugeben, daß es sehr schwer war, dem Dauerdruck standzuhalten.

So oder so, es müssen so langsam mal Ergebnisse her.

Wir haben nicht mehr den Kader, den wir noch vor Jahren hatten. Der Wert der Mannschaft auf TM.de ist in den letzten Jahren kontinuierlich gefallen, während der anderer Mannschaften tendenziell gestiegen ist.
Haben wir uns früher noch mit Schalke & Co duelliert, stehen wir jetzt vom Wert mit Freiburg, Bremen, Mainz und Stuttgart auf einer Ebene. Wir stehen im Moment da, wo der Kader auch vom Wert her hingehört. Aber wir sind jetzt dazu verpflichtet, besser als die anderen zu performen. Ansonsten wird es am Ende eng.

Aber kommen wir zum Positiven: Die Verletzten sind zurück (bis auf Mü) und die Youngster machen Hoffnung.
Mit Kostic kommt wieder mehr Power ins Angriffsspiel, ohne daß die Defensive vernachlässigt wird. Er hat gelernt, mit nach hinten zu arbeiten.
Ito, unser „Wunderkind“, kann zwar keine 90 Minuten spielen und muß noch mehr Defensive lernen, aber wie erfrischend und respektlos er spielt macht Spaß. Noch klappt nicht alles, aber er wird sich in die Mannschaft spielen. Zudem kann ich mir gut vorstellen, daß man mal mit Kostic auf Links und Ito auf Rechts agiert, Hahn im Sturm und Bobby bekommt mal ne Pause.
Van Drongelen macht auch Spaß. Wie er (zusammen miit Santos) Robben aus dem Verkehr gezogen hat, war sehenswert. Mit ihm kommt endlich wieder eine Mentalität auf den Platz, die sich mit Papas messen kann. Der Junge ist heiß.

Nun fragt ihr euch, warum ich auf Gisdol nichts kommen lasse. Ganz einfach: Ich sehe eine gute Entwicklung.
Im letzten Jahr war die Mannschaft am Boden. Gisdol hat sie aufgerichtet und ihr eine spezifische DNA verpasst. Kämpfen, pressen und umschalten. Das beherrschen wir sehr gut.
Aber wir müssen feststellen, daß immer mehr Mannschaften es schaffen, sich darauf einzustellen.
Also müssen wir den nächsten Schritt gehen. Wenn ich sehe, wie sich unser Spiel in den letzten Monaten entwickelt hat, stimmt mich das positiv.
Wir gehen den nächsten Schritt! Natürlich klappt nicht alles von Anfang an perfekt, aber wir entwickeln uns. Und jetzt können wir etwas, was der HSV, solange ich denken kann, nicht gespielt hat: Die Fünferkette.
Wir werden damit für unsere Gegner schwerer auszurechnen. Und wenn auf dem LV nicht der volle Defensivdruck liegt, dann kann Santos auch eher seine Stärken einbringen, so wie es aussieht.
Eine weitere Option also. Und wenn es nachher richtig gut funktioniert, dann kann man vielleicht sogar im Spiel beliebig zwischen 5er- und 4erkette wechseln, je nachdem, wie sich das Spiel entwickelt. Am letzten Samstag haben wir das ja schon gesehen, als Ito für van Drongelen kam.

Diese beiden Punkte stimmen mich also zuversichtlich. Die Personallage entspannt sich und das Spiel des HSV entwickelt sich voran.

Kommen wir zum Spiel gegen die Hertha: Wie wir spielen werden? Keine Ahnung. Gisdol hat viele Möglichkeiten und oftmals wählt er eine überraschende. 4er- oder 5erkette? Santos, Sakai oder van Drongelen auf links? Für alle drei Spieler gibt es Gründe dafür und Gründe dagegen. … Also lassen wir uns überraschen.

Fakt ist nur, wir müssen auf unseren starken Gideon Jung verzichten, der von Fritz die harte rote Karte bekommen hat und vom DFB für zwei wichtige Spiele gesperrt worden ist.
Meine Meinung: Man kann die Karte durchaus geben. Man muß sie aber nicht geben. Und gerade vor dem Hintergrund, daß Marco Fritz bei den Bayernspielern sehr zurückhaltend mit den persönlichen Strafen war, muß man sagen, die Karte ist ne Frechheit.
Gideon hat in den 40 Minuten vorher nicht ein einziges Foul begangen, die Bayern durften treten und schlagen, aber bei der ersten zweifelhaften Aktion eines Hamburgers gab es Rot. Das passt nicht, das ist nicht ok.
Allerdings glaube ich nicht, daß es letztlich das Spiel beeinflusst hat. Notfalls hätte Fritz den Bayern einen zweifelhaften Elfer gegeben, damit sie als Sieger vom Platz gehen. Weh tuen mir in erster Linie die zwei Spiele Sperre.

Die Hertha spielt kontrolliert aus einer sicheren Position heraus und versucht dann, „Nadelstiche zu setzen“, wie man so schön sagt. Das machen sie sehr gut und sie sind auch recht heimstark.
Sie können im 4-2-3-1 spielen oder auch im 4-1-4-1, je nach Gegner.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man die Hertha knacken kann: Entweder man kauft ihnen von Anfang an den Schneid ab und setzt sie mit einem Offensivfeuerwerk so unter Druck, daß sie ihre schnellen Leute nicht einsetzen können, oder aber man agiert extrem sicher hinten, lässt sie das Spiel machen und kontert.
Das mögen sie nicht, weil sie so selber das Spiel machen müssen. Das liegt ihnen genausowenig, wie dem HSV und 10 anderen Vereinen der Liga.
Ich könnte mir auch vorstellen, das würde ich wahrscheinlich machen, daß wir erst hinten dicht machen und die Hertha sich aufreiben lassen. Ab der 60sten Minute, wechseln wir Ito für einen Defensivspieler und setzen sie dann unter Druck.
Gerade vor dem Hintergrund, daß die Berliner heute gegen Köln spielen (hoffentlich mit Verlängerung und Elfmeterschießen), hätten unser schnellen Leute so den nötigen Platz, um das Spiel zu entscheiden, also für uns zu entscheiden.

Lassen wir uns überraschen. Aber eines ist zu bedenken: Wir brauchen Punkte. (fb)

ps: Gerade wurde bekannt, daß Thoelke sich wieder verletzt hat. Diesesmal ist es aber nicht das Knie, sondern der Knöchel. Wie lange er ausfallen wird, ist noch nicht klar. Wir wünschen alles Gute

Eine Frage bleibt offen

Herrlich! Es gibt einen Vorstandsvorsitzenden eines großen, norddeutschen Fußballvereines, der eine ganze Runde von Journalisten außer Gefecht setzt.
Mit Schweigen!
Und dieser Vorstandsvorsitzende trägt die Raute im Herzen und gehört zum HSV. Wie erfrischend anders.
Mit einem Schmunzeln habe ich mir gerade das „Interview“ von Heribert Bruchhagen, beim gestrigen Doppelpass angesehen. Nach der Feststellung, dass die ewig selben Fragen nach Kühne und Gisdol ihn „ermüden“, hat er anschließend großartig mit Schweigen gepunktet. „Es ist von meiner Seite aus alles gesagt.“ Punkt.
Vielleicht ist keiner der „Experten“ drauf gekommen mal zu fragen, ob es gerade nach dem Spiel gegen die Bayern nicht einfach ziemlich doof wäre, den Trainer infrage zu stellen. Vielleicht sind sie aber auch schon auf Krawall gebürstet ins Studio gekommen, weil das ja Quote bringt, immer und immer wieder auf den HSV einzuprügeln. Vielleicht ist ihnen aber auch nichts Besseres eingefallen.
Ich gehe mal von Letzterem aus, weil es an der Leistung der Mannschaft am Samstag einfach mal nicht viel auszusetzen gab.

Als eine gute Stunde vor Beginn des abendlichen Topspieles die Mannschaftsaufstellung rausging, schaute ich ein wenig verwundert darauf. Gisdol mischte Beton an und stellte mit Diekmeier, Mavraj, Papa, van Drongelen, Jung, Santos und Sakai eine kompakte 7-er Defensivkette vor die Offensivabteilung.
90 Minuten zerstörerisches Abwehrspiel? Das, so dachte ich, kann nicht gut gehen.
Nun sieht man ja meist schon in den ersten fünf Minuten, wohin die Spielreise des HSV jeweils geht.
Und so war ich denn auch nach dieser Zeit bereits positiv eines Besseren belehrt.
Mit einem frühen Gegenpressing trumpften die Hanseaten gegen überraschte Bayern auf.

Abteilung Sturm, mit Hunt, Hahn und Wood wurde dabei auch aus der eigenen Defensive immer wieder unterstützt. Diekmeier und auch Santos gingen über außen mit nach vorne und versuchten, die Murmel in den gegnerischen 16er zu bekommen. Und so hätte es auch in der 3. Minute im Ulreichschen Tor schon klingeln können. Leider landete Hahns Nachschuss direkt in Ulreichs Armen.
Bereits in der 7. Minute hätte es das erste Gelb für die Bayern geben müssen, als Tolisso unsauber gegen Wood arbeitete. Die Pfeife des Schiris blieb aber stumm.
Die Bayern überwanden ihre Überraschung und wurden mobiler, blieben im Abschluss aber erfolglos.
Kämpferisch ist dem HSV überhaupt kein Vorwurf zu machen. In dem hart geführten Duell gegen den Rekordmeister gewinnen sie 53 Prozent der Zweikämpfe. Da nutzen auch 73 Prozent Ballbesitz der Telekom-Truppe nichts. Leider will es mit weiteren, guten Torchancen unserer Jungs aber auch nicht so wirklich klappen.

In der 39. Minute dann die Szene, die ganz Fußballdeutschland noch heute beschäftigt. Im Mittelfeld rutscht Jung Coman mit Anlauf in die Beine, verfehlt den Ball um Milisekunden und sieht für diese Aktion Rot.
Gerade Jung, der im gesamten Spiel eher unauffällig (aber effektiv) seiner Aufgabe nachkam! Leute, Leute, da gab es schon andere Szenen, die rotverdächtiger waren! Wie wäre es zum Beispiel mit dem Ellenbogencheck von Vidal an Hahn, in der 17. Minute? Das ist dem Schiri nicht mal eine Gelbe wert!
Mindestens so geschockt wie die Fans ist Jung selber, der sich nach dem Spiel, mit einer großartigen Geste noch bei Coman entschuldigt.

Zu Zehnt gegen die Bayern. Über eine Halbzeit lang. Man mag sich denken, was die meisten von uns erwarteten.
Mit 0:0 geht es in die Pause, aus der die Bayern aggressiver rauskommen. Nach sieben Minuten Spiel auf ein Tor fällt es. Das 1:0 für die Gäste. Eine kurze Unaufmerksamkeit in der Innenabwehr gibt Müller die Chance, zum ungedeckten Tolisso zu passen, der seine Chance eiskalt nutzt.
In der 54. Minute grätscht Süle Sakai im 16er aus dem Weg. Aber es ist ja der HSV, also: kein Elfmeter…

Wer jetzt dachte, Hamburgs Trainer würde sich mit der knappen Niederlage zufriedengeben, der sah sich getäuscht. Er wechselte offensiv Holtby gegen Hunt.
In der 76. Minute kommen Kostic und Ito für Hahn und van Drongelen.
Respekt Herr Gisdol! Das nenne ich mal mutig.
Aber im Nachhinein eine gute Entscheidung. Beide Spieler bringen nochmal Schwung ins Spiel der Rothosen, die wahrlich nicht nur zerstören, sondern lieber punkten wollen. Leider klappt das nicht mehr.

Nach 93 Minuten pfeift der Schiri ab. Ein gutes Spiel unserer Jungs, bei dem Einsatz, Wille und Kampf stimmten. Leider hat man es wieder nicht geschafft, sich mit einem Tor zu belohnen.
Das Team hat mit einer Gesamtleistung jedoch Schlimmeres verhindert und hätte ein Unentschieden durchaus verdient.
Eine Frage jedoch bleibt unbeantwortet (also außer die von Bruchhagen zum Thema Gisdol 😉) WARUM nicht öfter so?
Mit der gezeigten Spiellust und dieser Einstellung hätte man es locker gegen Mainz oder Hannover schaffen können!
Womit wir wieder im Konjunktiv wären, von dem auch Gisdol langsam genug haben dürfte. Es müssen Punkte her! Am besten gleich am kommenden Wochenende in Berlin!
(mg)
P.S.: ein dickes Lob gebührt auch dem 12. Mann. Die Fans haben unsere Jungs nach vorne gepuscht und mit lautem Applaus jede gute Aktion belohnt. Auch die vom vielgescholtenen Mathenia, der ein sauberes Spiel ablieferte.

Vorschau #HSVFCB

Wie ich letzte Woche schon sagte, Mainz kam ne Woche zu früh. Letzte Woche Bayern und diese Woche Mainz, das wäre für uns besser gewesen.
Aber das Leben ist kein Ponyhof.
Im Großen und Ganzen haben wir gar nicht mal so schlecht gespielt, wir haben nur hinten gepennt, und zwar so tief, daß man das Schnarchen schon im TV hören konnte.

Eine Bemerkung noch über unsere linke Seite, über die die meisten Angriffe der Mainzer liefen. Ito macht zu wenig defensiv. So geil seine Offensivaktionen auch sind, defensiv muß er noch zulegen. Sakai sah dadurch oft extrem schlecht aus. Das wurde erst besser, als Kostic eingewechselt wurde. Aber Ito ist ein junger Spieler, der wird es noch lernen. Kostic hat es ja auch bei uns gelernt, denn in Stuttgart musste er so gut wie gar nicht defensiv arbeiten.

Morgen geht es gegen den Rekordmeister (Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, der FCB ist die Mannschaft, die die meisten deutschen Meisterschaften gewonnen hat).
Der HSV hat im Moment eine Negativserie, die Bayern schlachten alles ab, seit der Jupp wieder Trainer ist.
Ich hätte ja lieber noch den Ancelotti auf der Bank sitzen gehabt, aber wie oben geschrieben, das Leben ist kein Ponyhof.
Über die Bayern will ich nicht viel schreiben. Egal wer auf dem Platz stehen wird, sie haben eine brutale Qulität.

Bei uns lichtet sich das Lazarett. Es fallen neben Müller nur Janjicic und Thoelke aus. Ersterer wegen Magen-Darm-Alarm und letzterer wegen Trainingsrückstand.

Das müssten meines Wissens nach alle sein.
Auch der gegen Mainz gesperrte Papa steht wieder zur Verfügung und damit auch sehr wahrscheinlich in der Startelf.

Im Tor wird es, entgegen der Forderungen vieler, keinen Wechsel geben.
In der Abwehr wird berichtet, daß wir mit einer Dreierabwehrkette trainiert haben. Viele sehen darin einen Fingerzeig auf die Aufstellung.
Ich bin mir da nicht so sicher.
Vielleicht hat Gisdol auch einfach nur die in der Vorbereitung trainierte Dreierkette aufgefrischt.
Der Zeitpunkt war günstig, im Training sind die Abwehrspieler endlich mal vollzählig. Lassen wir uns überraschen.

Spielen wir hinten mit einem Mann mehr, dann wird der 10er wegfallen müssen.
Im DM wird Albin gesetzt sein und ich vermute, daß Jung neben ihm spielen wird. Das wäre die defensivere Variante.
Möglich wäre auch, daß Walace in der Startelf steht, wenn Gisdol mit der Dreierkette spielen lässt. Er kann dann die Offensivkräfte mit seinen sauberen Pässen besser in Szene setzen.
Offensiv werden wir wahrscheinlich mit Hahn, Wood und Kostic anfangen.
Letzterer wird im Laufe des Spiels dann wohl von Ito abgelöst.

Spielen wir mit 10er und ner Viererkette, dann würde ich gerne Lewis Holtby spielen sehen. Viele werden das Entsetzen in den Augen haben und würden Gisdol dafür dann am liebsten lynchen, aber ich glaube, mit Holtby kann man am besten die Bayern anlaufen und sie so früh wie möglich im Spielaufbau stören. Das würde dann zu Lasten der eigenen Offensive gehen. Aber ich schätze eh, daß nicht wir das Spiel machen werden.

Wie geht das Spiel aus? Im Netz lese ich alles, vom 4:4 bis zum 1:11. Mir scheint, einen Sieg zieht niemand in Betracht. Ich vermute es gibt eine Niederlage mit 2-3 Toren und, so weit sind wir schon gesunken, ich könnte damit leben. Hertha nächste Woche wird wichtiger (fb)