Fietes Saisonrückblick 2016/17 Teil 1

Puuh, da sind wir dem Abstieg noch gerade mal wieder von der Schippe gesprungen. Dabei war das doch alles ganz anders geplant.
Wir hatten doch so viel Geld investiert, es sollte doch alles besser werden.
Was war passiert? Für mich fing das Drama schon Ende letzter Saison an.
Bruno und auch Peter Knäbel hatten festgestellt, daß der größte Handlungsbedarf in der IV und auf der 6 bestand.
Das waren die Aussagen der Beiden im letzten März.
Aussagen, die ich sehr unterstützt habe, denn auch ich habe unsere Schwäche damals schon den Problemen auf der Königsposition, dem DM ausgemacht.
Und in der Abwehrreihe waren wir auch nicht gut genug besetzt.
Weder nach Maße, denn nach Klasse.
Djourou war schon immer ein Risikofaktor, Spahic hatte seine beste Zeit hinter sich und Cléber Reis hatte immer Schwierigkeiten das richtig Maß zu finden.
Ersatz-IV Nr 2, Gojko Kacar war auch mehr verletzt, als fit. Wie so oft in seiner HSV-Zeit.

Von den Problemen auf unseren Außenpositionen mal ganz abgesehen. All das hat Bruno dazu bewogen, defensiver spielen zu lassen, als er normalerweise spielen lässt.

Eine Stärkung der Defensive wäre also gleichzeitig eine Stärkung der Offensive gewesen. So die Ansicht von Knäbel und Bruno.
Didi sah es anders.
Knäbel musste also den Hut nehmen und in der Folgezeit gerieten Didi und Bruno wegen der Transfers aneinander.
Nicht nur wegen der einzelnen Spieler, sondern vor allem auch wegen der grundsätzlichen Strategie.
Noch von Knäbel unter Dach und Fach gebracht, wurden die Transfers von Mathenia und Wood.
Gut und günstig, allerdings nicht sehr sexy.
Dafür sorgten dann die Transfers von Kostic für sagenhafte 14 Mio und der Transfer von Halilovic, einem aussortierten Spieler des großen, glorreichen FC Barcelona.
Der Superstar der Bundesliga, das Wahnsinnstalent.
Für die Aussage, beide wären zu teuer eingekauft, wurde ich ausgelacht.
Auf den Hinweis, daß Halilovic noch sehr viel lernen muss, bevor er zu einem wertvollen Teil der Mannschaft werden kann, bekam ich zur Antwort, ich hätte keine Ahnung.

Ok. Nachdem die beiden relativ rechtzeitig eingetütet wurden, waren alle begeistert.
Ich war, abgesehen von den Kosten, auch zufrieden, denn es sollte ja noch ein IV und ein 6er von Format kommen.
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß Luca Waldschmidt noch relativ günstig der Eintracht abgekauft wurde.

Nun, die Vorbereitung lief … und wir hatten keinen etatmäßigen DM im Kader, der fit war. Bruno experimentierte viel, teils mit Sakai, teils mit Aaron Hunt, Finn Porath usw, jeder durfte dort mal spielen, keiner wirklich gut.
Am besten lief es noch mit Sakai auf der 6, woraufhin Dennis Diekmeier dann wieder in der Startelf stand. Ungeduld machte sich breit. Bei den einen, weil in der Defensive nichts passierte, bei den anderen, weil Bruno den neuen Fanliebling Halilovic nur sporadisch spielen ließ.
Die Saison rückte näher, es war keine Verstärkung in Sicht, man spürte förmlich körperlich die Dissonanzen in der sportlichen Führung des Vereins.
Nach dem Unentschieden gegen Ingolstadt, mit Jung (der in der Vorbereitung wegen Rückenproblemen nur fitgespritzt trainieren konnte) und Hunt auf der Doppel6 und Gregerl auf der 10, mussten wir die Hoheit im Zentrum komplett abgeben. Unser einziges Tor entstand nicht von ungefähr durch einen langen Ball von Adler direkt auf Bobby Wood. Danach ist Didi dann nochmal nach Brasilien geflogen, um Verstärkung zu holen … und kam nur mit einem LV zurück.
Ok, dort hatten wir auch Handlungsbedarf, trotzdem war das nicht die Hauptbaustelle. In der letzten Saison schon Probleme in IV und DM, in dieser Saison einen Spieler weniger (Kacar).
Ok, man braucht Glück und wenig Verletzungen, um eine solche Saison vernünftig spielen zu können.
Uns fehlte nicht nur das Glück, wir hatten auch noch Pech dazu. Der Kader hatte einige sehr gute Spieler, aber er war alles andere als ausgewogen zusammengestellt. Im Mai hatten wir gute Chancen, Kevin Vogt und Jerome Gondorf zu holen.
Beide zusammen hätten in etwa einen Halilovic gekostet.
Mit diesen Beiden, da bin ich überzeugt, hätten wir eine ruhige Saison spielen können.
Allerdings hätte das auch wieder den Aufschrei der Fans nach sich gezogen. Junge Talente sollten es sein und nicht so langweilige Neuverpflichtungen
(fb)

Ab in die Sommerpause mit euch!

Na, wenn das man keinen Ärger mit Mama Lasogga gibt 😉
Nach dem Siegtreffer wollte Pierre-Michel eigentlich nur mitjubeln.
Abgehalten davon haben ihn einige Ordner, die den gut „beschirmten“ Lasse, wohl wegen seines Baseballcaps nicht so wirklich erkannten, ihn für einen gemeinen Fan hielten, der den heiligen Rasen betreten hatte und ihn kurzerhand abführen wollten. Ebenso erging es übrigens auch Aaron Hunt, Finn Porath und dem neuen Pressesprecher, Till Müller (ohne Worte!)

Böse Zungen behaupten, bei Lasogga lag es daran, dass man ihn, ob seiner wenigen Einsätze, inzwischen einfach nicht mehr erkannte. Andere waren sogar ein bisschen froh, dass der bullige Stürmer, weil verletzt, mal wieder nicht im Kader stand.
Hätte er, dann wäre wohl er, statt des 21jährigen Luca Waldschmidt, in der 87. Minute eingewechselt worden. Und dann …

Hätte, wäre, wenn. So aber konnte Waldschmidt, von den Wolfsburgern sträflich vernachlässigt, nach einer Kostic-Flanke, mit seinem sauberen Kopfball einnetzen und den Hamburgern damit den Sieg und 3 Punkte sichern und den dritten Gang, innerhalb von vier Jahren, in die Relegation ersparen.
Vorausgegangen waren 90 Minuten Zitterpartie.
Den Willen konnte man unseren Jungs dabei nicht absprechen. Es fehlte eher am Können. Die weiten Pässe nach vorne wollten auch am Samstag oft genug keinen eigenen Anspielpartner finden und beim 1:0 für die Gäste sahen drei Hamburger, die um Robin Knoche Spalier standen, dem Ball ziemlich ratlos hinterher, als dieser sich, über Mathenia hinweg, in den Torwinkel schraubte.
Unser Ersatztorhüter war es denn aber auch, der mit einigen sauberen Paraden eine weitere Führung der Niedersachsen ein ums andere Mal vereitelte.

Wie aus dem Nichts entstand dann der Ausgleich für Hamburg. Eine Gemeinschaftsarbeit von Lewis Holtby und Filip Kostic, in der 32. Minute.

Die 2. Halbzeit sah dann geringfügig besser aus. Versuchten sich die Rothosen jetzt doch auch ab und an mal an einem Spielaufbau und durchliefen auch das Wolfsburger Mittelfeld erfolgreich.
Wolfsburg schaltete dagegen einen Gang zurück. Ihnen reichte das Unentschieden, das merkte man ihnen an.
Dumme Entscheidung. Denn, wie bereits bekannt, schickte Luca Waldschmidt sie dann doch noch in die Relegation und Hamburg in den 7. Fußballhimmel. Die Fans waren nicht mehr zu halten. Sie stürmten den Rasen und feierten, als sei man gerade Meister geworden. Auch der Fangemeinde fielen tonnenweise Steine, während der gesamten Saison gesammelt, vom Herzen.

Welchem Druck die Mannschaft unter Gotoku Sakai ausgesetzt, sah man nicht allein am Tränenausbruch des Kapitäns, gleich nach dem Schlusspfiff. Auch Trainer Markus Gisdol betonte das, im sonntäglichen NDR Sportstudio noch einmal.
Man sei völlig ausgepowert und das nicht erst seit dem letzten Spiel. Wer ihm dabei ins Gesicht schaute, der glaubte ihm jedes Wort.

Die Bundesliga-Saison 2016/17 ist Geschichte (außer für den VFL Wolfsburg 😉 )
Die Planungen für die kommende Spielzeit laufen bereits. Man werde sich punktuell verstärken, verriet Gisdol. An vier bis fünf Positionen sei dabei gedacht.

Fakt ist wohl, dass man sich von einigen Großverdienern trennen muss, um die immensen Kaderkosten zu senken.
Ob man sich in diesem Zusammenhang einen Kauf von Papadopoulus leisten kann, sei jetzt mal dahingestellt. So ein bisschen erinnert mich die Personalie an eben diesen Pierre-Michel Lasogga, der seinerzeit auch sowas wie der Motivator und anschließend auch Relegationsheld wurde und mit 8,5 Millionen (!) von Hertha losgeeist werden musste.
Leverkusen wird ebenfalls Mondpreise aufrufen. Nur wird es hoffentlich in Hamburg niemanden mehr geben, der diese noch einmal bezahlt.
So gern ich den kantigen Griechen auch weiterhin beim HSV sehen möchte, den Spruch „um jeden Preis“ kann und darf es nicht mehr geben!
Der erwähnte Spargedanke wird meines Erachtens auch Pierre-Michel Lasogga treffen. Ob und wohin man ihn verkaufen kann, auch das bleibt abzuwarten.

René Adler hat heute verkündet, dass er seinen Vertrag in Hamburg nicht verlängert. Aber um weniger Torhüterqualität muss man sich, wie gesehen, trotzdem keine Sorgen machen.
Ansonsten wird sich das Gespann Bruchhagen, Todt und Gisdol wohl in der 2. Liga umschauen, oder die Scouts finden anderweitig junge, hungrige Spieler, die schon immer mal diese eine Raute auf der Brust tragen wollten. Und dann sind da ja noch die eigenen „jungen Wilden“ (wie Jatta und Janjicic) die im kommenden Jahr den Sprung in die A-Mannschaft endgültig schaffen könnten. Nicht vergessen wollen wir Jan-Fiete Arp, der langsam an die Profis herangeführt werden soll.

Ein Wort noch zum Schiedsrichtergespann um Manuel Graefe. Sollten die drei angespannt gewesen sein, man merkte es ihnen nicht an. Graefe hat gut gepfiffen, ohne sich von Nicklichkeiten oder anderen Einsprüchen, auch von den Trainerbänken, beeinflussen zu lassen. Ein Profi halt…

Unsere Mannschaft hat sich den Sieg verdient. Ebenso, wie die jetzige Sommerpause, in die wir BlogPerlen nun auch unsere Leser schicken.
Natürlich folgt von uns noch der übliche Saisonrückblick, es gibt die gesamte Sommerpause über wieder die beliebte Gerüchteküche und wenn etwas Berichtenswertes geschieht, halten wir euch natürlich auf dem Laufenden… Nach der Saison ist eben immer auch vor der Saison.
(mg)

Warten auf Godot

Um die Wartezeit bis zum Saisonfinale gegen Wolfsburg zu überbrücken, schreibe ich ein paar Zeilen über unsere Jugendarbeit.

In den letzten Tagen und Wochen höre ich immer wieder die Forderungen nach dem Einsatz unser jungen Talente. Moment mal, junge Talente, war da nicht was? Ach ja, es spielen schon junge Spieler bei uns im Kader. Die Forderung, an die ich mich hier besonders erinnere, stammt aus einem Post nach dem Mainzspiel. Dem Spiel, wo wir Janjicic und Jatta eingesetzt haben. Da fiel mir auf, daß viele Leute das Thema extrem subjektiv sehen.

Auf junge Talente zu setzen, ist vom Grundsatz her richtig. Aber wir sollten das mit Sinn und Verstand tun. Talente um der Talente willen, das kann nicht gut gehen. Und letztlich muß die Mischung stimmen. Nur Talente, das wird schiefgehen. Idealerweise hat ein Verein wie unserer einige Talente und einen Stamm von guten erfahrenen Spielern, die hochmotiviert und intelligent die jungen an die Hand nehmen und ihnen zeigen, worauf es im Profifußball ankommt. Ihnen zB auch aufzeigen, dass man es keinesfalls geschafft hat, nur, weil man im Kader steht, sondern dass damit die Arbeit erst anfängt, um sich darin zu etablieren also Spieler, die mit gutem Beispiel vorangehen können. Deshalb ist es für Ausbildungsvereine, wie wir es seien wollen, extrem wichtig, daß man auf den Charakter der erfahrenen Spieler achten muß. Sie müssen mit gutem Beispiel vorangehen, so wie einst Jarolim oder Zé Roberto, sie müssen sich idealerweise auch neben dem Platz um die jungen Spieler kümmern und nicht nur leistungsmäßig vorangehen. Ob aggressiv Leader wie Behrami oder Spahic da als Vorbilder dienen … ich weiß nicht recht.

Der Trainer muß natürlich auch in der Lage und auch Willens sein, junge Spieler einzubauen. Mit Gisdol sind wir da auf der richtigen Seite.

Und vor allem muß die Qualität der jungen Spieler entsprechend sein. Und hier hatten wir über mehrere Jahre ein Defizit.Und wenn wir Talente hatten, mussten wir sie aus finanziellen Gründen ziehen lassen. Son, Calhanouglu, Tah und Ötztunali konnten wir nicht halten, Leverkusen hatte eindeutig mehr Geld zur Verfügung.
Was übrig blieb, waren dann Spieler wie Götz, Steinmann, Marcos, Gouaida & Co.

Seit der Ausgliederung, das muß man anerkennen, hat die Jugendarbeit beim HSV einen Sprung nach vorne gemacht.Man hat mit Peters einen erfahrenen Mann geholt, der die gesamte Jugendarbeit umgekrempelt hat. So langsam sehen wir Erfolge. Ein Indiz ist die gestiegene Anzahl an Jugendnationalspielern. In der U15 haben wir mit Mirchev und Valasco zwei Spieler, in der U17 mit Fiete Arp einen hochtalentierten Stürmer, in der U18 mit Patric Pfeiffer einen IV, in der U19 spielt Christian Stark aus der Zweiten, in der U20 wurde gerade Torless Knöll für die WM nominiert und in der U21 spielt unser Gideon Jung. Nur in der U16 sind wir im Moment nicht vertreten.

Aber auch wenn die Jungs im Moment gut sind, heißt es nicht, daß sie diese Klasse halten. Nehmen wir zB Dren Feka: Er galt als großes Talent, hat in der Jugend für den DFB gespielt und im Grunde seit seiner Unterschrift unter den Profivertrag stagniert er. Nicht jeder talentierte Jugendliche schafft den Sprung in den Seniorenbereich und das ist auch nicht nur Schuld der Vereine.

Beim HSV arbeitet man daran, die Quote derer zu erhöhen, die es aus dem Jugendbereich in den Profibereich schafft. Eine Maßnahme ist zum Beispiel, daß unsere zweite Mannschaft von der U23 zur U21 wurde. Bis auf einige Ausnahmen, wie zB Torhüter Mickel oder auch Henrik Giese (ab nächster Saison), sind die Spieler zwischen 18 und 21 Jahre alt. Sie sollen damit rechtzeitig an das Spiel im Seniorenbereich gewöhnt werden. Wer bis 21 den Durchbruch bei uns nicht schafft, der wird es wahrscheinlich auch nicht mehr schaffen und muß dann eben den HSV verlassen.

Aber wir haben ja nicht nur die Spieler aus der eigenen Jugend. Mit Luka Waldschmidt, Jatta, Walace, Santos, Gregoritsch, Wood usw haben wir in den letzten Jahren sehr junge Spieler verpflichtet und arbeiten daran, sie in den Kader einzubauen

Unterm Strich:
Der HSV setzt schon jetzt teilweise auf die Jugend und das ist gut so.
Aber es gibt trotzdem noch viel Verbesserungsbedarf. Meiner Ansicht nach müssen wir in den nächsten Transferperioden daran arbeiten, daß wir einen Stamm an Spielern bekommen, die junge Spieler führen können und jedes Spiel, jedes Training extrem professionell angehen, die menschlich und leistungsmäßig vorangehen können und nicht, wie es bei uns in den letzten Jahren oft der Fall ist, mit sich selbst genug zu tun haben. (fb)

Alles nur geklaut: Der Tag der Aluhutträger

Endlich hat die Nation wieder Futter. Futter um sich aufzuregen, über den HSV. Jede Menge Videos kreisen durch das Internet. Die Posts dazu sind mal freundlich, mal bestimmend, mal pro, mal contra. Die kommentierenden Beiträge darunter sind jedoch nicht selten empört und gehen teilweise hin bis zu derben Beleidigungen Andersdenkender.

Es geht um ein nicht gegebenes Tor für Schalke, in der 4. Minute der Nachspielzeit gegen den HSV.

Beim Stand von 1:1 gibt es noch mal Ecke für die Gelsenkirchener. Diesen Ball sieht der Schiri-Assistent Thorsten Schiffner im Aus und hebt die Fahne.

Wohl gemerkt: BEVOR das Runde von Kolasinac, per Kopf, ins Eckige befördert wurde.

Ganz vorne beim Orakeln mit dabei, ob oder ob das Tor nicht hätte zählen dürfen: die Fraktion der Aluhutträger, die eine Verschwörung der DFL hinter dem Schiripfiff vermutet.  Man wolle den HSV „mal wieder ungerechtfertigt“ in der Liga halten.

Kinder! Ist das euer Ernst?

Besonders penetrant versuchte gestern der Fernsehsender Sport 1, mit seinen, (sorry, is so) bayernaffinen „Experten“, dem HSV das Unentschieden abzusprechen. Allen voran der alles andere als neutrale Moderator, Thomas Helmer. Der sezierte den Ball, anhand einer Videoanalyse so lange bis er sich festlegte: der Schiedsrichter stand eindeutig falsch. Und deshalb sah es für ihn so aus, als sei der Ball im Aus gewesen.

Doch bevor besagter Thomas Helmer in seinen Stuhl beißen musste, weil ihm partout nicht alle seiner Gäste zustimmen wollten, sprach Calli Reiner Callmund ein Machtwort. Fussball, so der beleibte Herr Callmund sinngemäß, sei immer noch ein Spiel der Tatsachenentscheidung. Und nun sei nun mal so entschieden und basta.

Vielfach war man sich inzwischen auch im Netz einig, dass es in dem Fall wohl nie ein eindeutiges falsch oder richtig geben könne, da die Sicht wirklich von jedem Punkt der Linie eine andere ist.

Immerhin brach der DFL-Schiedsrichter-Manager Hellmut Krug in der WELT eine Lanze für seinen Linienkollegen: „Darauf zu achten, ob die Flugbahn eines Eckballs die Torauslinie überschreitet, das sind Basics für die Assistenten. Und Thorsten Schiffner ist einer unserer erfahrensten Assistenten. Ich habe keinen Zweifel, dass er mit seiner Entscheidung richtig lag.“

Und noch etwas bewegt heute die Gemüter der Fußballgemeinde mehr, als das eigentliche Spiel, das auf dem Rasen stattfand.

Anscheinend hatten sich, schon während des Spiels, einige Vollhonks beider Vereine nicht im Griff und gingen aufeinander los. Dabei waren ihnen wohl auch Frauen und Kinder sowie andere Unbeteiligte, die eigentlich nur ein Fußballspiel sehen wollten, egal. Die Polizei musste mit Pfefferspray eingreifen.

Den traurigen Höhepunkt erreichten die Gewaltausschreitungen dann, laut Medien, im Anschluss an das Spiel, sowohl im Umfeld des Stadions und danach noch im Gelsenkirchener Hauptbahnhof. Bei dieser Auseinandersetzung gab es zwei schwer verletzte Hamburger, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

 

Da fragt man sich doch, was haben solche Leute im Kopf, die aus einem Bundesligaspiel einen Kriegsschauplatz machen?

Fußball ist zwar die schönste Nebensache der Welt, aber er sollte alles andere als Gewalt auslösen!

Erschreckend daran ist, dass man solche Meldungen inzwischen immer und immer wieder lesen muss. Und zwar vereinsübergreifend.

Wenn dafür nicht bald eine Lösung gefunden wird, ist es niemandem mehr anzuraten, Auswärtsspiele zu besuchen oder alleine ins Stadion zu gehen…

Die Schuldigen müssen dingfest gemacht und noch an Ort und Stelle mit einem lebenslangen Stadionverbot belegt werden! Nur so erreicht man einen Abschreckungseffekt. Es kann doch nicht sein, dass man Angst um seine eigene Gesundheit haben muss, nur weil man das falsche T-Shirt trägt!

 

Kurz nochmal zurück zu der Gerechtigkeitsdiskussion vom Anfang dieses Artikels. Ich möchte nur daran erinnern, dass gerade wir in Hamburg in den letzten Spielen genug Grund hatten, eine Verschwörung zu wittern. Ich habe verdrängt, wie viele eindeutige Elfer uns verwehrt wurden!

Darüber wurde kurz (oder auch mal etwas länger) gemotzt, aber letztendlich musste man die Entscheidung dann doch akzeptieren!

Und eines noch: der kleine Diaz-Freistoß, im letzten Relegationsspiel möchte endlich in Frieden ruhen. Sonst müssen wir uns vielleicht dringend nochmal und nochmal und nochmal über die vielen getanzten Schwalben eines bekannten Holländers oder das Kießling – Tor durch die Hintertür unterhalten.

Es ist wohl wirklich so: im Laufe einer Saison gleichen sich die Ungerechtigkeiten irgendwie immer aus. Gewöhnt euch dran!

 

Ach ja, Fußball gespielt wurde trotzdem noch. Dank Lasogga (!) konnten wir aus Gelsenkirchen einen Punkt entführen. Es hätten mehr sein können. Wieder mal wurden viel zu viele Chancen nicht genutzt. Hier seien nur Holtby, Wood und auch Jatta erwähnt, die jeder für sich eine 100%ige auf dem Fuß hatten!

Letzterer und auch der 18jährige Vasilije Janijcic sollen nicht vergessen werden, sie machten einen super Job und lassen Hoffnung aufkeimen, für eine bessere Saison im Jahr 2017/18. Hoffentlich dann noch in der 1. Bundesliga. Denn dank unseres Unentschiedens und das von Wolfsburg gegen Gladbach, kommt es am Samstag zu einem richtigen Endspiel im Volkspark. Gehen wir als Sieger vom Grün, bleibt uns sogar die Relegation erspart. Der Fußballgott möge uns gnädig und die Jungs voller leidenschaftlichem Siegeswillen sein! Die Leidenschaft wünsche ich mir auch auf den Rängen. Allerdings gewaltlos bitte!

(mg)

Ja, nein, vielleicht… #HSVM05 #Abstiegsk(r)ampf

Das mit dem Blog schreiben ist ja so ne Sache. Eigentlich weißt du schon von vorn herein, dass du mit deiner Sichtweise über bestimmte Dinge nie alle begeisterst. Das ist, wie mit dem berühmten Glas, das für einige halb voll, für die anderen 50 Prozent dann eben eher halb leer ist.
So sieht nach jedem HSV-Spiel auch die Internetgemeinde aus. Die einen legen schon den Zweitligagrabstein an, während sich andere in netten Rechenspielchen ergehen um die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Die dritte Fraktion ist fest davon überzeugt, dass der HSV gar nicht absteigen kann. Weil… ja, weil es eben der HSV ist.

Ehrlich? Einen anderen Grund sehe ich inzwischen auch nicht mehr.
Ich konnte nicht, wie unser wackerer Sportdirektor, eine Steigerung im Spiel sehen, die Hoffnung macht. Es sei denn er meinte die Tatsache, dass das Spiel der Hanseaten nicht gar so steif rüberkam, wie noch in den vergangenen beiden Wochen. Aber das war ja so schwer nicht, da etwas besser auszusehen. Man ging auch den Gegner schon mal an und versuchte, ihm das Spielgerät abzunehmen.
Allerdings dachte ich bisher, das wäre eh der Sinn der Sache. Nämlich samt Ball auf das Tor des Gegners zulaufen, um das ein oder andere Mal einzunetzen.

Erschreckend für mich, wie es auch am 32. Spieltag noch immer nicht möglich ist, von hinten ein Spiel aufzubauen. Mathenia blieb meist nichts anderes über, als den Ball weit in die gegnerische Hälfte zu bolzen, um dort vielleicht einen eigenen Mann zu treffen. Was selten gelang.
So gut wie immer überspielte man das Mittelfeld, da auch dort so gut wie keine Pässe gelangen, die zielführend hätten sein können! Die gezählten vier (4!) Torschüsse versickerten im Nirwana oder in den Armen des gegnerischen Torwarts!
Unsere Defensive wirkte nervös und agierte dementsprechend. Leider reihte sich auch Papadopoulus in die bittere Aufrechnung von gespielten Fehlpässen ein. 78% seiner Pässe landeten beim Gegner… sein Partner in der Innenverteidigung versuchte es mit übertriebener Härte (oder war es Frust?) und handelte sich damit die 5. Gelbe Karte ein.

Wie gut, dass wir kein Torwartproblem haben. Mathenia rettete mehr als den einen Punkt, der für Hamburg, rechnerisch (ein kleiner Gruß an die Mathefraktion 😉), doch nochmal die Welt bedeuten könnte. So denn die anderen Mannschaften mitspielen…

Auf der Suche nach Ausreden werden die Zuständigen immer kreativer. Gestern plötzlich zauberte Markus Gisdol die bösen Sonntagsspiele aus dem Hut, da müsse man ja schließlich immer nachlegen, während die anderen vorgelegt hätten. Ernsthaft, Herr Gisdol, ich halte (noch immer) ne Menge von Ihnen. Geben Sie doch einfach zu, dass die Mannschaft momentan nicht in der Lage ist, besseren Fußball zu zeigen! Sagen Sie doch einfach, dass man mit dem Punkt högschd zufrieden sein muss und es im Zusammenspiel noch immer mächtig harkt. Denn das haben sowieso alle gesehen.

Ja, mag sein, dass der Kopf ne große Rolle spielt. Niemand möchte in der Liste auftauchen, die in den Geschichtsbüchern den ersten Abstieg des Bundesliga-Dinos markiert. Ob man das mit Angsthasenfussball verhindert, lassen wir jetzt jetzt mal dahingestellt. Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, dass man auf Schalke oder gegen Wolfsburg, damit einen Sieg einfahren kann!

Es wird also spannend bleiben bis zum Schluss. Mit der Hoffnung, dass da vielleicht doch noch der ein oder andere in der Lage ist, das zu tun, was der Vorstandsvorsitzende in dieser Woche eingefordert hatte: als Profi auf dem Platz Leistung ein- und den Kopf auszuschalten! Denn der dritten der oben erwähnten Fraktionen muss ich jetzt leider mitteilen, dass es durchaus nicht reicht, einfach nur HSV zu heißen, um nicht abzusteigen!

Eines muss zur Ehrenrettung doch noch erwähnt werden: das Spiel hätte auch 1:0 ausgehen können (oder besser MÜSSEN). In der 73. Minute war es eindeutig Donatis Hand, die den Ball im Strafraum abwehrte. Und wäre Hamburg nicht Hamburg, man hätte den Elfer wohl gepfiffen. Aber auch der müsste unter Druck erstmal verwandelt werden…

Ich für meinen Teil merke, dass ich in diesem Jahr nicht weiß, wie ich die in mir wogenden Gefühle beschreiben soll. Sie schwanken von völlig leer, bis „kann und darf nicht sein“. Ich bin also von jeder Fraktion ein bisschen.
Zwischen der Angst, Teil der Fans zu werden, die den ersten Abstieg des Bundesliga-Dinos miterleben, das nervenaufreibendste aller Relegationsspiele verfolgen zu müssen oder zu sehen, wie man dem Schicksal noch einmal von der Schippe hüpft.
Sollte es zu Letzterem reichen, hoffe ich, einen Umbruch zu erleben, der seinen Namen endlich auch mal verdient. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg!
(mg)

Wissen, wo man herkommt… #HSVD98

So sieht es aus, in der Bundesliga 2016/17:

Bayern München

Leipzig, Dortmund, Hoffenheim

Hertha, Bremen, Köln, Frankfurt, Freiburg

Die 9 restlichen Mannschaften spielen gegen den Abstieg.

Darunter auch der HSV. Wir erinnern uns alle nochmal an die Hinserie.
Nach 10 Spieltagen: 2 Punkte 4-23 Tore , Tabellenplatz 18.
Noch nie hat es in der Bundesligageschichte eine Mannschaft geschafft, sich mit dieser Ausgangslage zu retten und die Klasse zu halten.

Jetzt, 20 Spieltage später, stehen wir mit 33 Punkten auf Platz 15. 1 Punkt vor Platz 16!!!
Von den 20 Spielen wurden sieben verloren. In der Hinserie waren es acht von zehn.

Gisdol hat die Mannschaft nach dem 5. Spieltag übernommen und brauchte auch acht Spiele um den ersten Sieg in dieser Saison einzufahren!
2-0 in Darmstadt. Zwei weitere Erfolge gab es noch bis zur Winterpause.

Zur Erinnerung: Die Stützen der Rückrunde sind Papadopoulos und Mavraj in der Innenverteidigung. Beide wurden erst im Winter verpflichtet.

Gisdol und sein Trainerteam haben es geschafft, die Mannschaft dorthin zu bringen, wo sie jetzt steht. Das alles ist unter großem Einsatz aller erfolgt.
Man fördert das ständige Pressen, bei dem jeder in der Mannschaft gefordert ist.
Sobald auch nur ein, zwei Spieler ausfallen, durch Verletzung und/oder durch eine schlechte Tagesform, leidet das Spiel.
Die Mannschaft ist an sich gefestigt und jeder kämpft für jeden. Das sieht man Woche für Woche. Aber kleine Nuancen können das Spiel beeinflussen…

Wir dürfen nie vergessen, dass die Mannschaft aus Menschen besteht. Das konnte man ganz besonders beim Nordderby erkennen.
Die Farbbeutel, Flaschen und wohl auch Steine, die vor dem Spiel auf den Bus geworfen wurden, hat die Psyche der Mannschaft belastet.
Gisdol hat es ganz gut beschrieben. Farbbeutel waren ja „noch nicht so schlimm. Das klatscht einmal und dann ist gut“. Aber Bierflaschen und Steine? Da sind alle im Bus ganz schön zusammengezuckt.
Wenige Tage nach dem Anschlag auf den Bus des BVB ist die Angst und die Anspannung sowieso um einiges höher gewesen. Irgendwo habe ich in einem Kommentar oder Blogbeitrag gelesen, dass schon die körperliche Anspannung beim Aufwärmen nicht vorhanden war. Und im Spiel konnte man es dann auch sehen. Da nützt es auch nichts, dass der Großteil der Fans beider Lager diesen Vorfall verurteilt haben.

Und gegen Darmstadt? Du konzentrierst Dich die ganze Woche auf das Spiel. Bist fokussiert. Brennst darauf, dass Spiel zu gewinnen. Wie in den vergangenen Wochen auch, ist die Marschroute klar, von Beginn an Dampf zu machen. Möglichst schnell ein Tor vorzulegen.
Plötzlich wird im EIGENEN FANBLOCK Pyro gezündet, das ganze Stadion ist voll Rauch, so dass sogar das Spiel unterbrochen werden muss!
Zack. Konzentration erst mal dahin und alles, was Du Dir vorgenommen hast natürlich auch.

Warum ich das schreibe? Weil ich gerade nach Spieltagen durchdrehen könnte, wenn ich einige Kommentare lese. Haben denn alle vergessen, wo wir herkommen? Ja, es wurde in den vergangenen Jahren über hundert Million in die Mannschaft investiert. Das Ergebnis ist nicht das, was wir alle erhofft haben. Aber dafür können die Spieler am wenigsten für. Es wurden so viele Fehler gemacht. Fast in jeder Transferphase. Aber das ist wiederum ein anderes Thema.

Ich wollte nur noch mal darauf hinweisen, wo wir herkommen!

Zusammen werden wir es auch in diesem Jahr schaffen und die Klasse halten. Danach müssen wir einfach darauf hoffen, dass jetzt die einzelnen Mannschaftsteile sinnvoll ergänzt und erweitert werden und die Mannschaft punktuell verstärkt wird, Dann kann in der folgenden Saison der nächste kleine Schritt erfolgen und wir können von Anfang an um Platz acht bis zehn mitspielen. Aber nicht jetzt.
Nur der HSV

PS: Zum Spiel gegen Darmstadt: es war eine schlechte Leistung der Mannschaft. Hinzu kamen eine Menge Fehlentscheidungen des Schiedsrichters.
Am Sonntag geht es in Augsburg wieder um Punkte. Und drei Niederlagen in Folge? Nein!
(CM)

Mit Fehlpässen zum Erfolg #HSVD98 Vorschau

Daß ich mich kurz vor einem Spiel melde um etwas über Taktik zu schreiben ist wahrlich nicht die Regel und wird es auch nicht werden. Aber ich bin gespannt, was Gisdol sich für morgen ausdenken wird. Wie werden wir die Lilien knacken?

Die Ausgangslage ist bekannt: Darmstadt hat in dieser Saison noch keinen Punkt auswärts geholt, der HSV hat seit November letzten Jahres kein Ligaspiel im Volkspark verloren. Der HSV ist der eindeutige Favorit.

Allerdings muß man den Lilien zugestehen, sie haben sich entwickelt. Der Lutscher leistet gute Arbeit, das muß ich zugeben. Zu Anfang der Saison war noch hinten reinstellen und dann hoch und weit nach vorn die Taktik. Das hat sich geändert. Inzwischen spielt man am Böllernfalltor Fußball und auch zunehmend auswärts. Damit hätte man auch schon fast ein paarmal gepunktet. Letzte Woche hat man sogar die Schalker geschlagen. Sie kommen, auch wenn es tabellarisch nicht so aussieht, mit Rückenwind nach Hamburg. Und sie haben nichts zu verlieren, sie spielen vollkommen ohne Druck.

Nichts desto trotz fehlt ihnen die Qualität, um das Spiel spielerisch zu beherrschen, also werden wir sie wahrscheinlich hinten reindrängen können. Und was dann? Das Spiel machen ist nicht so unser Ding, wir lieben das Gegenpressing, früh auf den Gegner gehen, ihn zu Fehlern zu zwingen, den Ball erobern und ab Richtung Tor.

Nun könnte man denken: Ok, das wird nichts, wenn sich Darmstadt hinten reinstellt.
Nun ist es so, wenn wir auf Sicherheit spielen, dann wird das nichts werden, dann spielen wir wie beim Handball um den 16er rum und kommen nie vors Tor. Ein erfolgreicher Konter und wir liegen hinten.
Aber auch dagegen gibt es ein Mittel, den gezielten Fehlpass. Ok, das ist jetzt etwas extrem, aber das kann durchaus ein Mittel sein. Man passt den Ball absichtlich zum Gegenspieler, setzt ihn dann so unter Druck, daß er den Ball verliert und man selbst den Ball bekommt und ist dann im 16er in gefährlicher Position, um abzuschließen. Damit könnten wir unsere Stärken ausspielen, obwohl Darmstadt sich hinten reinstellt. Gisdol hat schonmal angedeutet, daß man eine defensiv stehende Mannschaft so knacken könnte. Wer weiß, vielleicht wird das unsere Taktik für morgen?

Ich vermute eher, daß wir das nicht so konsequent spielen werden, wie die Theorie das aussagt. Aber ich denke, wir werden unsere Pässe mit hohem Risiko in den 16er passen. Entweder er kommt an, oder aber,wir können das tun, was wir können, sofort den Ballführenden angreifen, ihm den Ball abluchsen und so eine Torchance kreieren.

Vor allem aber beinhaltet das eines: Wir sollten als Fans nicht nervös werden, wenn es vorne in der Spitze viele Fehlpässe geben sollte. Sie könnten gewollt, bzw billigend in Kauf genommen, sein. Fehler sind unter Gisdol erlaubt.
Ich persönlich finde diese Taktik spannend und bin gespannt, ob Gisdol sich an diese taktische Finesse erinnert hat, als er den Matchplan für das Spiel gegen die Lilien konzipiert hat.
Nur der HSV (fb)

Noch ein paar Gedanken zum Nordderby

Meine Bloggerkollegin ist ja gestern schon mit einem Blog auf das Derby eingegangen, ich möchte trotzdem noch ein paar Worte sagen.

Vorweg: Die Welt geht von dem Ergebnis nicht unter!

An unserer Situation hat sich nichts geändert und an der Situation wird sich auch so schnell nichts ändern, weil die anderen sich auch noch nicht aufgegeben haben. Unser dickes Pfund: Wir haben das leichteste Restprogramm und dabei noch drei Heimspiele. Ein weiterer Punkt, der einfach für uns spricht: Wir kennen Abstiegskampf, wir wissen wie es geht und uns ist seit Anfang der Saison klar, daß wir uns zu diesem Zeitpunkt im Abstiegskampf befinden. Der Druck war schon immer groß und wir haben ihm standgehalten. Und das macht uns so locker, entspannt bei gleichzeitiger Fokussierung aufs Ziel, trotz Kampf um den Klassenerhalt. Schau ich mir die Konkurrenz an, von denen ist niemand locker und entspannt, da ist viel Krampf dabei.

Am lockersten ist, neben uns, unserer nächster Gegner. Darmstadt hat sich damit abgefunden, daß sie die Klasse nicht halten werden. Es war zwar schon länger klar, wenn sie auch noch die theoretische Chance haben, aber seit der englischen Woche haben sie es akzeptiert und spielen locker auf. Das Ergebnis ist ein Sieg gegen Schalke. Ein Schalke, auf dem jetzt wieder der Block brennt. Tönnies hat sich öffentlich geäussert und zwischen den Zeilen hat er den Trainer mal wieder angezählt. (Willkommen auf Schalke, Herr Heidel!) Dieser Sieg zeigt auf, daß Darmstadt durchaus Fußball spielen kann. So ganz ohne Druck können sie auch erfolgreich spielen. Die Tabelle ist ihnen inzwischen egal und sie haben ein Erfolgserlebnis im Nacken. Sie sind gefährlich. Aber das sollte unsere Mannschaft wissen, der Trainer weiß es, das hat er in der Presserunde am Ostermontag klargemacht. Wir müssen wieder alles geben und die Jungs brauchen die Fans. Es ist Heimspiel und die Jungs brauchen die Unterstützung der letzten Heimspiele, auch wenn vielleicht mal was nicht klappt.

Und nun wieder zum Thema, dem Derby: Bremen war besser. Der Sieg ging in Ordnung. Was ich Sonntag schon gesagt hab, wir sind nicht in der Lage die Ausfälle so vieler Leistungsträger zu kompensieren, wie es in Bremen nötig gewesen wäre. Papa fehlt hinten eindeutig, schon allein mit seiner Mentalität. Jung und Mavraj sind gute Spieler, aber gegen Papa können sie nicht anstinken. Und vorne fehlte uns Bobby. Gerade weil Müller auch fehlt. Kostic ist dann der einzige schnelle Konterspieler. Gregerl ist nicht der schnellste, Hunt hat Endgeschwindigkeit, aber nicht den Antritt und Holtby läuft immer, da fehlt die Kraft für Sprints. Und Kostic alleine ist verschenkt. Er verzettelt sich dann zu leicht. Auch fehlt mit Bobby ein Spieler, der unter Druck agieren kann und den Ball auch in Bedrängnis annehmen und verarbeiten kann.

Und dann waren die Bremer einfach galliger auf den Sieg. Beim HSV hat man die ganze Woche nur gehört „hoffentlich bleibt es friedlich, hoffentlich passiert nichts Schlimmes“ und aus Bremen kam eine Kampfansage nach der anderen. Und so haben es die Fans auch angenommen. Die HSVer waren größtenteils friedlich und die Werderaner bewerfen den Bus mit Farbe, Steinen und Flaschen. Und nicht unterwegs, sondern direkt am Stadion. Und kennt man die Polizei in Bremen, dann ist es nicht ausgeschlossen, daß sie bei der Aktion gezielt weggesehen hat. Und wenn man den Werderweg über lange Zeit verfolgt, dann kann man auch durchaus annehmen, daß Baumann & Co es durchaus recht ist, wenn sowas passiert, solange es nicht ausartet, wie in Dortmund. Werder ist jedes Mittel recht, um das Derby zu gewinnen. Der ganze Verein lebt das Derby. Giftpfeile im Vorfeld von Pizarro, Bartels, Kruse & Co, ganz gezielt, um die Fans heiß zu machen. Steine gegen den HSV-Bus … der grünweiße Verein ist nicht unschuldig.

Und genauso sind die Mannschaften ins Spiel gegangen. Bremen war heiß, wir wollten friedlich Fußball spielen.

Liebe Mannschaft des HSV: So gewinnt man kein Derby.

Wie sagte Nagelsmann in der Woche vorher: Hoffenheim hatte gegen den HSV nie emotionalen Zugriff auf das Spiel bekommen. So ging es dem HSV am Ostersonntag auch: Wir haben nie den emotionalen Zugriff auf das Derby bekommen. Das muß im nächsten Jahr anders werden!

Nur der HSV! (fb)

Ein Debüt, zwei Gegentore und drei Punkte weg #SVWHSV #Nordderby

Käpt’n Klartext Sakai: „So holen wir keinen Punkt! Jeder muss bereit sein, heute waren wir es nicht. Bremen hat verdient gewonnen. Wir hatten die gesamte Partie keinen Zugriff. Wir waren ganz schlecht, müssen alle mehr Verantwortung auf dem Platz übernehmen“

Markus Gisdol: „Bei uns hat es heute nicht zu 100% gepasst und eine durchschnittliche Leistung reicht hier nicht für einen Punkt. Die Situation ist für uns unverändert. Es wird bis zum letzten Spieltag alles ganz eng. Wir bleiben voll auf Spannung“
Warum ich immer das Gefühl habe, meine Eindrücke mit Zitaten von HSV -Spielern (oder Trainern) untermauern zu müssen?
Ehrlich?
Ich weiß es selber nicht!
Aber vielleicht ist es dieses unausweichliche „Mund abputzen und weiter“ oder „Krone richten und weiter“, das man gerne mal von vielen Seiten um die Ohren gehauen bekommt wenn man es wagt, kritisch zu sein.
Fakt ist: ja, es ist noch nicht alles verloren.
Fakt ist aber auch: jetzt ist ein Sieg gegen Darmstadt Pflicht und man hätte, mit einem, ja, gar mit 3 Punkten aus dem Derby gegen Bremen, wesentlich entspannter in die nächste Buli-Partie gehen können!
Nur noch ein Punkt trennt den HSV von dem ihm so bekannten Relegationsplatz. Und Darmstadt verkauft sich wahrlich nicht billig in der Endphase dieser Saison. Somit ist ein Sieg so selbstverständlich nicht!
Dabei fing alles so gut an. Bereits nach sechs Minuten durften die mitgereisten Hamburger jubeln. Michael Gregoritsch netzte, nach einem Sahnepass von Hunt, der bei seinem ehemaligen Arbeitgeber mit Pfiffen begrüßt wurde, per Kopf ein. Na gut, nach etwa 30 Sekunden hätte es auch genauso gut schon 1:0 für Bremen stehen können, als Max Kruse (gebürtiger Reinbeker), zum ersten Mal an dem Tag den Ersatz für den verletzten Adler, Mathenia, prüfte.
Eine hektische Halbzeit weiter, in der insbesondere Werder immer wieder gefährlich vor dem Gästetor auftauchte, kam in der 41. Minute das, was kommen musste: Kruse glich aus. Mit 1:1 gingen die Mannschaften in die Kabinen.
Und wer als Hamburger Fan ehrlich ist muss zugeben, dass diese 45 Minuten nicht unbedingt zur Beruhigung und Hoffnung auf drei Auswärtspunkte beigetragen hatten.
Irgendwie bekam man nicht so wirklich Zugriff auf das Spiel, verlegte sich eher aufs Stören, als aufs Kontern. Die Torabschlüsse waren unausgegoren, so man denn doch mal durch die Werderaner Abwehr kam. Einer der Besten auf dem Platz war für mich wahrlich Aaron Hunt. Der aber blieb mit seinen Bemühungen, den Ball in den eigenen Reihen nach vorne zu bringen, leider zu oft am Gegner hängen. Viel zu selten konnte man den Ball über mehr als zwei Stationen behaupten. Die Bremer wirkten gefestigter und griffiger.
Im Gegenzug war es eine Frage der Zeit, bis der quirlige Kruse, der ständig auf ein zweites Tor drängte, erfolgreich werden würde. War er es schließlich nicht selber, so sorgte er doch mit einer schönen Vorlage, in der 75. Minute, auf den gerade erst eingewechselten Florian Kainz für das letztlich entscheidende 2:1.
Weder die Hamburger Abwehr, noch Mathenia, machten dabei eine gute Figur.
Fazit: festzuhalten bleibt, dass man bei den Rothosen die zahlreichen Ausfälle dann doch irgendwann nicht mehr auffangen konnten. Insbesondere Papadopoulos wurde in der Abwehrzentrale schmerzlich vermisst. Und auch Kostic, sowie sein Gegenüber, Gregoritsch, überzeugten nicht wirklich. In der Mitte fehlte Wood. Lasogga, dem Gisdol in der 63. Minute mal wieder eine Chance gab blieb farblos, und auch Waldschmidt, der in der 83. Minute für den ausgepowerten Holtby kam, konnte keinerlei Ausrufezeichen hinter seinen Namen setzen.
Ein Lichtblick: die Einwechselung von Bakery Jatta. Der aus Gambia stammende 18Jährige feierte sein Bundesligadebüt für den HSV. Und fast, ja fast wäre es eine noch größeres Erfolgsgeschichte geworden. Leider stand Flankengeber Holtby für den Linienrichter im Abseits, bevor Jatta den Ball zum 2:2 ins Netz versenkte.
In dem Zusammenhang Hut ab vor Markus Gisdol, der mit seinen Auswechselungen durchaus Mut bewiesen hat. Allerdings brachten selbst drei Stürmer auf dem Platz letztendlich nicht den gewünschten Erfolg.

War noch was? Ach ja. Ein paar Bremer Vollpfosten die meinten, den HSV-Bus, im Vorfeld des Derbys, mit Farbbeuteln, Flaschen und sogar Steinen bewerfen zu müssen. Super Idee! Vor allem nach den Ereignissen der vergangenen Woche!
Gisdol über die Busattacke: „Ich finde es nach den aktuellen Vorkommnissen sehr unsensibel, man ist schon sehr angespannt. Dies ist aber keine Ausrede für unsere heutige Leistung.“
Auch dafür gebührt dem Trainer von meiner Seite ein „Hut ab“.

P. S. Einen dicken Pluspunkt darf sich, wohl nicht nur bei mir, auch Kapitän Sakai abholen, der sich auf seiner Instagram-Seite direkt an die Fans wendete und vollen Einsatz der gesamten Mannschaft, im laufenden Abstiegskampf versprach. Danke Gotoku! Genau das wollen wir hören. Und am nächsten Samstag natürlich auch sehen!
(mg)

Bayernsieger-Besieger! Der doppelte Hunt #HSVTSG

Seit neun Partien im Volkspark ungeschlagen, eine Mannschaft, die ein Team geworden ist und der Glaube daran, dass man gerade gegen die starken Hoffenheimer was reißen kann, weil kaum jemand im Vorwege daran glauben wollte. All das hat wohl mit dazu beigetragen, dass trotz der zahlreichen, wegen Verletzungen, nötig gewordenen Umstellungen, von Anfang an ein außergewöhnlicher Siegeswille in Hamburg spürbar war.
Was ich gesehen habe? Ich habe eines der besten Spiele des HSV in dieser Saison gesehen. Ein Spiel, bei dem von Anfang an klar war, wer den größeren Willen mit auf den Rasen getragen hatte.
Auch, wenn uns mein „Lieblingsmoderator“ von Sky, Herr von Thurn & Taxis klarmachen wollte, dass die Kraichgauer noch müde vom Bayernspiel wären (was natürlich Quatsch ist, wir hatten nämlich auch Englische Woche, Herr T&T!), mir kam es eher so vor, als würden uns die Hoffenheimer, nach dem Sieg gegen den Tabellenführer, nicht ganz so ernst nehmen. Vielleicht trug aber auch die Tatsache, dass es den Hanseaten seit Oktober 2015 nicht mehr gelang, in diesem Duell als Sieger vom Platz zu gehen, seinen Teil zu dieser laxen Leistung bei.
17 Punkte aus den letzten sieben Spielen, gestern war Schluss mit dem Höhenflug des CL-Anwärters, unter Trainer Nagelsmann, dank eines gut aufgelegten Aaron Hunt und eines risikobereiten Papadopoulus, der aus seiner Verletzungspause heraus, wieder das Zepter in der Abwehr übernahm.
Dumm, dass gerade er sich in der 68. Minute seine 5. Gelbe Karte abholte und damit im Derby gegen Bremen, am kommenden Sonntag, fehlen wird!
Nach einer hektischen Anfangsphase, in der der Ball schnell hin und her lief, gab es in der 23. Minute einen Freistoß für Hamburg. 20 Meter lagen zwischen dem Schützen, Aaron Hunt, und dem gegnerischen Tor.
Die Mauer versperrte Oliver Baumann die Sicht, Hunt netzte mit einem Superschuss direkt in die Torwartecke ein.
1:0! Hamburg lag sich jubelnd in den Armen.
Leider nicht lange. Denn bereits zehn Minuten später foulte Ostrzolek Ermin Bicakcic unglücklich im Sechzehner. Mal wieder ein Elfmeter IN Hamburg aber nicht FÜR Hamburg.
Zwei Minuten später steht es 1:1.
Nach der Halbzeitpause drehen die Hoffenheimer ein wenig mehr auf. Da gab es wohl Ansage in der Kabine. Glück für die Hamburger, dass der Schiri den Treffer von Wagner, in der 49. Minute, wegen Stürmerfouls wegpfiff. Das Spiel wurde hektischer. Kleine und auch größere Foulszenen ließen selten einen längeren Spielfluss zu.
Dass der HSV aber noch immer überlegener spielte beweist auch, dass die erste Ecke für Hoffenheim erst in der 66. Minute ausgeführt wurde. In der 75. Minute war Bobby Wood selbstlos und schlenzte den Ball, kurz vor dem gegnerischen Tor zum sich freigelaufenen Hunt rüber, der unbedrängt zur erneuten Führung einnetzte.
Es folgten noch ein, zwei gefährliche, aber Gott sei Dank, ergebnislose Angriffe der Hoffenheimer und vier (!) Minuten Zittern in der Nachspielzeit, dann war es gelungen: der Hamburger SV schlägt Hoffenheim mit 2:1 und sichert sich, zumindest bis zur nächsten Woche, Platz 13.

Mal wieder sorgte in der hanseatischen Fußballwelt ein schon so gut wie aussortierter Spieler für wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Wir erinnern uns an die von den jeweiligen Trainern ungeliebten Spieler wie Mancienne, Rajkovic, Ilicevic oder auch einen Kacar, die wesentlich dazu beitrugen, den Buli- Dino 2014 und 15 im Fußball-Oberhaus zu halten. Aaron Hunt hätte im Winter gehen können, Gisdol plante bereits ohne ihn. Durch Verletzungen in der aktuellen Stammelf (insbesondere Müller), rutschte er bereits in den letzten Spielen immer wieder in den Kader, jetzt sogar in die Startelf. Dort unterstrich er gerade gestern seine zuletzt gezeigten guten Leistungen.
Mal wieder hat die Wundertüte HSV zugeschlagen und gepunktet, wo sie für viele eigentlich chancenlos war.
Man will ihnen zurufen: macht es noch einmal, Jungs! Schenkt uns am kommenden Sonntag den Sieg im Derby gegen Bremen! Das würde sooo gut tun und weiterer Balsam sein, auf den geschundenen HSV-Seelen!
Damit erkläre ich die Derbywoche für eröffnet…
(mg)