Einer für alle, alle für einen

Moin. Es scheint ja so, als würde Jens Todt unser neuer Direktor Sport werden. Es ist zwar noch nicht amtlich, ich heiße ihn hier aber trotzdem schon mal willkommen.

Und das meine ich ernst!

Vielen HSVern ist er ja nicht gut genug. Einige meinen, man müsse einen größeren Namen verpflichten, einige meinen, es müsse ein (Ex)HSVer, wie zB Hoogma sein und wieder andere meinen, man dürfe ihn nicht holen, weil er ein Buddy von Beiersdorfer ist.
Dietmar Beiersdorfer ist Geschichte, von daher interessiert es mich nicht die Bohne, ob der neue SpoDi mit Didi kann, oder auch nicht.
(Ex)HSVer, das ist für mich eher ein Hinderungsgrund. Der Stallgeruch, den dieser Verein hat, tut ihm nicht gut. Und vor allem war dieser Verein in der Managementebene nicht besonders erfolgreich. Mir ist es da lieber, wir holen uns Leute von gut geführten Vereinen. Ok, Bochum und der KSC sind da auch nicht gerade die Vorzeigeobjekte, aber sie sind auch nicht schlechter geführt, als der HSV.
Nicht gut genug? Wir reden von einem Posten als „Direktor Sport“ und nicht vom „Sportvorstand“. Das heißt, der SpoDi, den wir holen, wird nicht im Vorstand vertreten sein. Für diesen Posten bekommst du nicht die Topgarde. Und erst recht nicht für einen Chaosclub wie den HSV. Denn wir dürfen nicht vergessen, so manchen potentiellen Kandidaten haben wir, namentlich der AR mit seinen Indiskretionen, schon vergrault.

Und hier kommen wir dann zum eigentlichen Punkt, den ich ansprechen möchte: Grundsetzlich ist die Qualität der einzelnen handelnden Personen wichtig. Aber wichtiger ist es, daß man ein Team hat, das an einem Strang zieht. Das zieht sich durch alle Instanzen, von oben nach unten. Der AR müssen keine Freunde sein, aber sie müssen ein Team sein. intern dürfen sie sich fetzen, aber extern, also nach aussen, müssen sie wie aus einem Guß agieren. Es darf nicht angehen, daß man in der Presse lesen kann, wie in geheimen AR-Sitzungen abgestimmt wurde, es kann nicht sein, daß die Presse weiß, mit welchen Kandidaten man gesprochen hat oder ähnliches. Es kann nicht sein, daß einzelne sich auf Kosten anderer profilieren wollen und/oder ihre eigene Politik am Rest-AR vorbei durchdrücken wollen. Es muß dort im Team zusammangearbeitet werden.

Und ein solches Team, das den Namen Team auch verdient, wird dann ein Team für die professionelle Führungsebene zusammenstellen.
Und wenn auch diese Ebene Teamwork lebt, dann schaffen wir es, daß wir dauerhaft ein Team auf den Rasen bekommen. Ein gutes Team ist stärker als die Summe der einzelnen Protagonisten. Das gilt immer und überall. Und deshalb müssen wir auch nicht unbedingt zwangsläufig einen absoluten Topmann als SpoDi holen, wichtiger ist es, daß die Führungsebene des HSV als Team zusammenarbeitet. Für den sportlichen Bereich bedeutet das, Bruchhagen, (wahrscheinlich) Todt und Gisdol müssen zusammen als Team agieren. Die Führung eines Vereins wie dem HSV ist keine One-man-Show. Und wenn Todt derjenige ist, der in dieses Team passt, dann ist die Qualifikation gar nicht mehr so sehr wichtig.

Woran erkennt man, daß ein SpoDi, bzw das Team, gute Arbeit leistet? +-25 Spieler verpflichten, die dann Fußball spielen sollen, dazu noch in der richtigen Verteilung nach den einzelnen Positionen, ist gar nicht mal so schwer. Das Geheimnis ist es, daraus eine gute Mannschaft zu machen. und das ist nicht nur Aufgabe des Trainers. Nein, die Spieler müssen auch schon nach diesen Gesichtspunkten verpflichtet werden.

Nehmen wir mal an, jeder Spieler hat die Stärke 10. Eine Mannschaft aus 11 Spielern müsste dann die Gesamtstärke von 110 haben. Stellt der SpoDi die Mannschaft schlecht zusammen, dann hat diese Mannschaft nur die Stärke 100. Wird die Mannschaft gut zusammengestellt, dann hat diese Mannschaft die Stärke 120. Unsere Mannschaften der letzten Jahre waren immer schlecht zusammengestellt.

Und unter diesem Gesichtspunkt gesehen, versteht man dann auch die Abgänge von Cléber und Spahic. Für sich genommen, sind beides Spieler, die uns weiterhelfen könnten. Aber sie passen nicht in das Mannschaftsgefüge. Cléber weil er ein „Bruder Leichtfuß“ ist, Spahic, weil er unter Umständen zu dominant ist und eher Unruhe in den Kader bringt, wenn er auf der Bank sitzt. Er will spielen, spielt er nicht, gibt es Probleme.

Wir haben in der Managementebene einen größeren Umbruch zu verzeichnen. Hilke weg, Jörn Wolf weg, Beiersdorfer weg und nehmen wir dann noch den Trainerwechsel dazu, dann sind das 4 relativ wichtige Positionen, die neu besetzt wurden/werden.Schaffen wir es, daß wir dort ein Team zusammenstellen, dann können wir uns endlich mal aus der Dauerkrise befreien. Bisher waren wir gerade auf dieser Ebene nicht einig, das hat unsere Entwicklung in die falsche Richtung (nach unten) getrieben.

Sehen wir diesen Umbruch also als Chance an, sehen wir auch die Verpflichtung von Jens Todt als Chance an, um den Kreis wieder zu schließen. Ein gutes Team ist mehr als die Summe der einzelnen Mitglieder. Hoffen wir auf ein solches Team (fb)

Fietes Saisonrückblick 16/17 Teil 2

In diesem Teil geht es um die Führung des HSV, insbesondere um Didi. Ich tu mich schwer damit, aber ein Rückblick ohne dieses Thema ist kein richtiger Rückblick.

Vorweg: Auch wenn es für manche so rüberkommt, hasse ich Didi nicht, oder ähnliches. Ich halte nur Gegenrede, wenn manche versuchen, ihn zu glorifizieren.

Didi ist ein netter Mensch, er ist ein menschlicher Mensch. Er hat viele Fehler, die man Leuten gerne verzeiht, weil man diese Fehler auch an sich selbst sieht, weil diese Fehler Menschen symphatisch machen. Niemand liebt Perfektionismus, auch wenn jeder doch irgendwie danach strebt.

Hier geht es aber weniger um Symphatie, denn er ist nicht unser Maskottchen oder ähnliches, sondern er ist, bzw war, unser Vorstandsvorsitzender und im letzten halben Jahr auch Direktor Sport.

Manche behaupten, Didi hätte keinen Plan. Dem möchte ich vehement widersprechen. Didi ist ein Mann mit Visionen und einem langfrsitigen Plan. Seine Schwäche ist das Tagesgeschäft. Gerade in einer Branche wie dem Fußball wird man immer wieder vor Situationen gestellt, wo man flexibel kurzfristige Entscheidungen treffen muß. Damit hat Didi Probleme.
Sein nächster Schwachpunkt, ist seine Menschlichkeit: er ist bei seinen Mitarbeitern unwahrscheinlich beliebt. Als Vorstandsvorsitzender muß man aber auch mal durchgreifen und darauf pochen, daß JEDER im Verein die nötige Leistung bringt. Von der Aushilfe beim Catering über die Reinigungskraft, den Greenkeeper oder auch die/den Angestellte/n in der Verwaltung, vom Maskottchen über den Trainer bis zum Spieler. ALLE müssen Leistung bringen, der Verein braucht in ALLEN Ebenen eine Leistungsmentalität. Um das durchzusetzen, macht man sich nicht nur Freunde. Didi scheut all zu oft, vor unangenehmen Schritten in diesem Bereich.
Der nächste Punkt entstammt auch seiner Menschlichkeit: Didi merkt jeder an, wen er mag und wen nicht. Mag er zB den Trainer nicht, dann ist er nicht bereit, ihm die nötige Rückendeckung zu geben. Jeder im Verein merkt das, jeder reagiert entsprechend drauf, auch die Spieler. Dieses Verhalten führt dann dazu, daß die Mannschaft nicht die optimale Leistung bringen kann.

Den Kader hat er auch anhand eines langfristigen Plans zusammengestellt. Nur das Problem ist, der Kader ist im Moment nicht vollständig und deshalb unausgeglichen. Die Defensive hat er im Sommer vollkommen vernachlässigt. In der Saison 14/15 zeigte sich bereits, daß er kurzfristig mit zweit- und drittklassigen Lösungen zu arbeiten bereit ist, um sein langfristiges Ziel zu erreichen. Das hat uns fast den Klassenerhalt gekostet. Und in diesem Jahr schon wieder.
Fehler macht jeder. Es ist aber wichtig, daß man aus Fehlern lernt. Beiersdorfer ist lang genug im Geschäft und trotzdem wiederholt er seine Fehler. Und das darf nicht sein. Er stellt sich aber auf den Standpunkt „So bin ich eben und wer mich will, der muß mich so nehmen, wie ich bin“. Ok, dann muß er damit leben, daß man ihn nicht mehr will.

Aber von seinen Visionen, von den Dingen, die er langsfristig angeschoben hat, werden wir noch profitieren.

Ich danke ihm für alles, was er für den HSV getan hat! Gescheitert ist er am Tagesgeschäft.

Heribert Bruchhagen ist genau das Gegenteil. Von ihm darf man keine Visionen erwarten. Er ist jemend, der das Tagesgeschäft aus dem FF beherrscht, er wird seine Sache hier gut und solide machen.
Er und der Aufsichtsrat haben jetzt 2,5 Jahre Zeit, um einen Nachfolger für Bruchhagen zu suchen und vor allem auch zu finden. Einen Nachfolger, der Tagesgeschäft und Visionen beherrscht.

Und damit komme ich zum unrühmlichsten Gremium des HSV.

Der Aufsichtsrat macht mal wieder eine ganz widerliche Figur. In Krisenzeiten sollte er das Ruder in der Hand behalten und ruhig und besonnen agieren. Gernandt, der bis kurz vor Weihnachten noch Vorsitzender war, hat sich in der Krise mehrmals zu Wort gemeldet. Nach einem guten Spiel haut er auf die Mannschaft drauf, und abwechselt stärkt er dem Vorstand den Rücken und reißt selbigen im nächsten Interview wieder auf. Völlig planlos und zerissen wirkt das Gremium.
Bei der Sportdirektorensuche plaudert der Aufsichtsrat wie in besten VorHSVPluszeiten mit der Presse. Höhepunkt war die Bekanntgabe der Beiersdorferdemission durch Rainer Callmund bei Sky90. Als Folge dessen hat Gernandt dann die Klotzen als Vorsitzender geschmissen (Er bleibt aber einfaches Mitglied des AR).
Besonders brisant: Er benennt Meier und Bönte als die Maulwürfe … und niemand widerspricht.

Im Moment hat der AR auch keinen Vorsitzenden. Es gibt zwei Kandidaten für Gernandts Nachfolge: Goedhart, der will aber nicht, und Meier, der darf aber nicht wegen seines Arbeitgebers.

Es bleibt spannend. Eigentlich hatten wir für HSVPlus gekämpft, damit genau solche Situationen nicht mehr vorkommen (fb)

Fietes Hinrundenrückblick 16/17 Teil 1

Moin Kinners, ich wünsche euch eine schöne Zeit zwischen den Tagen.
Die Hinrunde ist zwar noch nicht ganz vorbei, dazu fehlt noch das Spiel gegen Wolfsburg, aber die Winterpause ist erreicht, also ziehe ich jetzt mein persönliches Fazit.

Fangen wir mit dem Sportlichen an:
In der Vorsaison haben wir Platz 10 mit 41 Punkten erreicht. Seien wir ehrlich, vor der Saison hätten mindestens 95% von uns das blind unterschrieben, aber nach der Saison war der Großteil der Fans unzufrieden. Warum? Weil wir gut in die Saison gestartet sind, aber uns nicht weiterentwickeln konnten. Viele sahen Bruno als Grund dafür, ich habe schon nach der Saison gesagt, es lag daran, daß wir in der Defensive, besonders im Spielaufbau Probleme hatten. Das DM war in der Rückrunde schon ständig angeschlagen und ich halte das DM für die Schaltzentrale des Spiels. Dort wird optimalerweise die Defensive organisiert und auch das Spiel nach vorne aufgebaut. Dort entscheidet sich, wie man im nächsten Angriff die Abwehr des Gegners knacken will. Aus Mangel an Möglichkeiten, bei uns vorzugsweise lang hoch und weit, in der Hoffnung, der Ball kommt nicht so schnell wieder zurück.
Warum erwähne ich das? Ganz einfach, so wie Knäbel und Bruno (und ich) das als Schwachstelle unseres Spiels ausgemacht haben, hätte man in der Transferphase dort handeln müssen. Hat man aber nicht.
In der Vorbereitung, hier haben Hunt und Sakai im DM gespielt, hatten wir auf genau diesen Schwachstellen immer wieder mit Verletzungen zu tun.
Zu Beginn der Saison war Jung wieder fit, anschliessend kamen dann Holtby und Ekdal noch dazu, aber alle drei ohne nennenswerte Spielpraxis.
Personell hatten wir uns auf den Positionen IV und DM nicht verstärkt. Im Gegenteil, Kacar wurde abgegeben und nicht ersetzt.

Ein großer Philosoph hat mal gesagt: „Wer glaubt etwas zu sein, der hat aufgehört etwas zu werden“ (Ich bin gespannt, ob ihr wisst, von wem das ist. Unten werde ich es auflösen). Das lässt sich gut auf unsere Mannschaft übertragen. Immer, wenn unsere Spieler meinen, sie hätten es geschafft, dann kacken wir ab.
Und die Vorbereitung verlief auch nach diesem Gusto. Die Fans waren ursprünglich noch in ihrer Erwartungshaltung, daß sie sagten, wir wollen als Ziel besser sein, als in der letzten Saison.
Bis Kühne kam und was von 6-8 redete und Beiersdorfer zustimmend nickte.
Auch Djourou gab in einem Interview bekannt, daß man die Qualifikation für den Europacup wollte.
Aber bereits die Spiele der Vorbereitung sprachen eine andere Sprache.
Nun gut, sehr aussagekräftig sind solche Spiele nicht immer, aber sie machten wenig Hoffnung bei denen, die sie gesehen haben.
Dann kam noch unser „Minimessi“ dazu.
Halilovic kam vom großen FC Barcelona. Fazit: die Erwartungshaltung wuchs weiter, nicht wenige haben zumindest heimlich mit Europa gerechnet.

Der Trainer sah es nicht so, was zu Spannungen mit Beiersdorfer und auch den Fans führte. Alen muß spielen, damit er sich entwickelt meinte man, Bruno sah, daß er noch nicht so weit war, um in der Bundesliga zu bestehen. Erst recht unter dem Gesichtspunkt, daß die Defensive eh am Schwimmen war. Die Fanschaft nahm ihm das übel.

Dazu noch ein wenig Pech in den ersten beiden Spielen und das Unglück nahm seinen Lauf. Beiersdorfer hätte nach dem Spiel gegen Ingolstadt noch die Möglichkeit gehabt, zu reagieren, aber er wollte/konnte nicht.
Er hatte sich eh mit Bruno wegen der Transfers in der Wolle und ich hatte den Eindruck, daß er aus Bockigkeit keinen DM und/oder IV geholt hat. (Ich weiß, andere Leute haben andere Eindrücke).
Auf jeden Fall fehlte vom ersten Moment an die Rückendeckung für den Trainer.
Bruno merkte das und die Mannschaft merkte das. Und das gab Unruhe, die vor der Kabinentür nicht halt machte. Ich hatte den Eindruck, Beiersdorfer war es ganz recht, daß er sich von Labbadia trennen konnte.
Wer richtig zuhörte, der wusste es bereits aus einem Interview, zwei Spiele vor der Entlassung, dass „Bruno bald Geschichte“ sein würde.

Mit Gisdol kam ein Nachfolger, der einen anderen Spielstil pflegt … meinen viele.
Nun, so ganz stimmt das nicht. Bruno lässt auch gerne offensiv spielen.
Allerdings hat auch er schnell bemerkt, das man erstmal hinten alles dichtmachen sollte. Aufgrund von vielen individuellen Fehlern wurde es mit hinten dichtmachen allerdings nichts. Das Ergebnis war, dass vorne kaum mehr jemand ins Risiko gehen wollte, weil ein Ballverlust am gegnerischen Strafraum zum Gegentor führen konnte. Gisdol kam mit einem Lächeln, das ihm schnell vergehen sollte und hatte in den ersten Spielen mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie sein Vorgänger.

Der Knackpunkt kam anscheinend in der Halbzeitpause vom Dortmundspiel. Nachdem man durch grausames Spiel in der ersten Halbzeit 0:3 zurückgelegen hat, konnte man die zweite Halbzeit mit 2:2 ausgeglichen gestalten.
Ok, es war auch nicht mehr die große Gegenwehr vom BvB vorhanden, aber trotzdem, hatte die Mannschaft seit dem Moment wieder ein Stück weit den Glauben an sich selbst.
Gisdol hat noch einige kleine Schrauben gedreht (zB Sakai zum Käpt’n gemacht) und es ging aufwärts.
Nicht wegen der offensiven Ausrichtung, sondern weil der Kopf wieder klar war.
Hinten hatte er endlich eine beständige Formation gefunden, Ostrzolek und Sakai spielten im DM (nicht genial, sondern einfach nur solide) und man hatte kleine Erfolge, die der Mannschaft zeigten, es ist noch nicht vorbei, wir können es packen, uns am eigenen Schopf aus der Scheiße zu ziehen.
Vorraussetzung für unser Spiel war der Mannschaftsgeist und daß jeder für jeden gelaufen ist.
Wir waren schlechter als die Gegner in punkto Passquote und Zweikampfquote. Aber wir haben um jeden Ball gekämpft und wenn wir ihn nicht erobern konnten, so haben wir doch zumindest das Aufbauspiel des Gegners effektiv gestört.
Hatten wir den Ball, sind wir mit Dampf nach vorne, haben Pässe mit Risiko gespielt, die zwar nicht alle ankamen, aber wenn doch, dann wurde es gefährlich. Kam der Ball nicht an, haben die Spieler wieder sofort nachgesetzt. Das war eine Energieleistung, das war eine Frage des absoluten Willens.
Mit dem Willen und dem zurückgekehrten Selbstvertrauen haben wir uns Platz 16 erkämpft. Von Platz 13 trennen uns drei Punkte, von Platz 11 fünf. Nichts, was man nicht schaffen könnte, solange man nicht wieder in den alten Trott verfällt. (fb)

ps: der große „Philosoph“ war Olli Kahn

Hektik, Biss und Emotionen

Ja, auch Gisdol kann sehr wohl Emotion.
Während man ihm beim 1:0, in der 60. Minute, noch einen gewissen, zurückhaltenden Zweifel anmerkte, bot er beim Torjubel zum 2:0 die gesamte ihm zur Verfügung stehende Jubel-Palette. Eine geballte Faust und der Sprint zum Pulk seiner feiernden Jungs zeigte die Erleichterung, die ihn erfasst haben dürfte, als Bobby Wood, mit einem Traumtor, eines der wohl schönsten Weihnachtsgeschenke für den gebeutelten HSV-Trainer verpackte.
Vorausgegangen war in der 1. Halbzeit ein auf beiden Seiten von Hektik und kleinen Fouls geprägtes Fußballspiel.
Schalke versuchte, seinen Stürmerschwund mit zahlreichen Kurzpässen im Mittelfeld zu kompensieren, scheiterten aber allzu oft mit Fehlpässen, an aufmerksamen Hamburgern. So wirklich gefährlich war es dann aber in den ersten 45 Minuten weder hüben noch drüben. Da durfte man als HSV-Fan schon mal ein wenig Angst bekommen, waren die Jungs doch allzu oft bereits in der 2. Halbzeit eingeknickt und gaben in müden Spielen wertvolle Punkte ab.Doch was auch immer der Trainer ihnen in der Halbzeitpause gesagt haben mag, die Rothosen kamen ebenso bissig aus ihr zurück, wie sie hineingegangen waren.
Allein Djourou hatte, beim verschossenen Elfmeter, einen gebrauchten Tag erwischt. Wobei ich mich persönlich immer noch frage, WARUM um Himmels Willen hat man ihn den überhaupt schießen lassen?
Kurz wurde es noch mal spannend, als die Schalker in der 90. Minute auf 2:1 verkürzte. Der Jubel nach dem Abpfiff war dann grenzenlos. Von einer begeisternden Welle der Fans getragen geht der HSV mit 13 Punkten aus 16 Spielen in die Winterpause und belegt (mal wieder) den Relegationsplatz.
Wobei, wer hätte das nach den ersten 12 Spielen überhaupt gedacht, dass es „nur“ 3 Punkte auf den rettenden Platz 15 sein würden? Die Formkurve zeigt weiterhin nach oben und der ein oder andere mag sich wünschen, die Winterpause hätte noch nicht angefangen.
Denn wer weiß schon, wie die Mannschaft, gestärkt mit Lebkuchen und Co aus dem Urlaub kommt?
Und wer weiß schon, ob die angekündigten Neuzugänge sich nahtlos in das immer noch fragile Mannschaftsgefüge einreihen?
Noch immer ist die Situation brandgefährlich und der Abstieg nicht gebannt. Statistisch gesehen müsste man ab sofort jedes 2. Spiel gewinnen, um die rettenden 40 Punkte zu erreichen. Auf die Konkurrenz jedenfalls kann man sich in diesem Jahr nicht unbedingt verlassen, wie die Tabelle beweist.

Während bezüglich des spielerischen Erfolges in der Rückrunde die meisten Fragen offen bleiben, hat sich eine wichtige bereits geklärt: Didi Beiersdorfer wird den Verein verlassen, er wird nicht Sportdirektor.
Ich persönlich begrüße die Entscheidung, wer auch immer sie letztendlich getroffen hat, bietet sie doch die Chance, mit einem neuen Team von vorne zu beginnen. Bleibt zu hoffen, dass trotz Beiersdorfers Abgang alle nötigen Transfers sauber über die Bühne gebracht werden können.

Von dieser Stelle aus geht ein herzlicher Willkommensgruß an unseren neuen Vorstandsvorsitzenden, Heribert Bruchhagen. Möge er bei all seinen zu treffenden Entscheidungen ein glückliches Händchen beweisen, die richtigen Leute finden und vom HSV überzeugen können und der Erfolg ihm zur Seite stehen!

Euch allen, liebe Leser, danken wir für die Treue, die ihr uns Blog Perlen im ablaufenden Jahr gehalten habt. Wir danken für konstruktive Kritik und Lob und wünschen uns, das möge so bleiben.
Mit diesen Wünschen schicken wir euch in hoffentlich friedliche, besinnliche Weihnachtsfeiertage, im Kreise eurer Lieben und wünschen euch einen feucht-fröhlichen Rutsch in ein gesundes 2017, mit einem Klassenerhalt unserer Jungs!
Sollte noch was Spannendes passieren, halten wir euch natürlich auf dem Laufenden.
(mg)

Ja, nein, vielleicht?

Die Frage, ob Didi Beiersdorfer als Sportdirektor dem HSV verbunden bleibt wird zur Posse. Verlieren kann #nurderHSV

Der Grund für die Entlassung von Didi Beiersdorfer als Vorstandsvorsitzender: Das Kerngeschäft, die Bundesligamannschaft des HSV hat sich in 2 Jahren unter Beiersdorfer nicht positiv genug entwickelt.

Seit Tagen wird jetzt rumgeeiert. Weder Beiersdorfer, noch Bruchhagen haben sich wirklich zu 100% geäußert. Nach dem Spiel gegen Schalke soll Bilanz gezogen werden.

Das Fanlager ist zwiegespalten und erinnert an die Grabenkämpfe wo es um die Ausgliederung ging.

Was passiert wenn Beiersdorfer weiter als Sportdirektor tätig wird?
Er wurde für die nicht vorhandenen positive Entwicklung und vor allem für die Fehleinschätzung bei der Kaderplanung in dieser Saison verantwortlich gemacht. Dieses käme einer Bankrotterklärung des AR nach. Auch würde es ein weiteres Kapitel in der negativen Aussendarstellung aufschlagen. Einstellungsvoraussetzung: Raute im Herzen

Was passiert wenn Didi nicht weitermacht?
Dann haben wir 1 1/2 Wochen Theater umsonst gehabt. Die Befürworter von Beiersdorfer werden sauer sein. Gerade in den sozialen Netzwerken (FB, Twitter) gibt es viele die eine Weiterbeschäftigung sich wünschen. Wahrscheinlich werden sie dann Bruchhagen verantwortlich machen und der wird geschwächt in die schwierige Aufgabe starten.

Auf alle Fälle geben wir HSVer wieder einmal ein grottenschlechtes Bild ab. Für morgen kann ich nur hoffen, dass der Fokus der Mannschaft und der Fans auf das Spiel gerichtet wird. Ein Sieg wäre immens wichtig, um den direkten Anschluss zu halten. Ich hoffe nicht, dass es zu einer pro/Contra- Didi Veranstaltung verkommt.

#nurderHSV
(cm)

Die Raute im Kopf!

Rin in die Kartoffeln, rut aus den Kartoffeln. So oder zumindest ähnlich sieht die momentane Situation beim Hamburger SV aus.
Nachdem Didi Beiersdorfer in der letzten Woche seine Kündigung erhielt und man fast zeitgleich Heribert Bruchhagen als neuen Vorstandsvorsitzenden inthronisierte, ist eigentlich trotzdem noch immer alles beim Alten.
Bruchhagen geht seiner Aufgabe als Sky-Experte nach, Didi macht den Spodi, stellt sich bei Sport 1, im Doppelpass, als noch amtierender VV vor und die Mannschaft spielt in Mainz, laut dem verletzten René Adler, nur für den scheidenden Chef.
Äh.
Moment.
Die Mannschaft spielte für Beiersdorfer?
Dann sollten alle Klarheiten ja eigentlich beseitigt sein.
Denn genau das, was man Beiersdorfer in schöner Regelmäßigkeit vorwarf und was auch Teil seiner Kündigungsbegründung war, nämlich die falsche Kaderzusammenstellung, fiel ihm gestern, in der Karnevalshochburg, mal wieder mächtig vor die Füße.
Die Abwehr verfiel ein ums andere Mal in alte Muster und lud mit Ansage den Gegner geradezu zum Tore schießen ein. Und das lag sicherlich nicht allein an dem Umstand, dass Gisdol, wegen der Gelbsperre von Djourou umbauen musste!
Im Mittelfeld wurde Holtby schmerzlich vermisst. Erneut versuchte man zu oft mit langen Bällen sein Glück. Doch Gregoritsch, der eben wegen Holtby seine Position wechseln musste, war nicht da, wo er sonst immer war. Im Mittelfeld fehlte wieder mal ein spielaufbauender Regisseur an allen Ecken und Enden.
„Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“, mag zudem das ein oder andere Mal über den Rasen gerufen worden sein. Weder Santos, noch Spahic und schon gar nicht Jung bewiesen, dass sie den Kasten der Hamburger auf Dauer sauber halten können. Sie standen sich teils gegenseitig im Weg oder liefen nicht mit, wenn der Gegner durchsteckte. Da fehlt es nach 15 Spielen immer noch an der Abstimmung. Bezeichnend der Umstand, dass wieder einmal EIN Spieler für DREI Tore sorgen konnte. Irgendwie fühlte sich niemand so wirklich zuständig für den guten Danny Latza, der auch noch bezeichnenderweise ein defensiver Mittelfeldspieler ist!
Während die 1. Halbzeit, mit einem Sahnetor von Bobby Wood, durchaus noch als Fußball bezeichnet werden konnte, fehlte der kompletten Mannschaft in Runde 2 der letzte Biss. „Der unbändige Wille zu gewinnen war nicht da“, bestätigte selbst Beiersdorfer, nachgefragt, woran es denn nun gelegen habe.
Da fragt man sich doch, als Fan und Zuschauer: warum eigentlich nicht? Wo und wann genau ist der abhanden gekommen?
Klar ist, dass Hamburg erneut ein Elfmeter verwehrt wurde und Müller mindestens eine 100prozentige Chance nicht verwerten konnte. Doch das geschieht in der BuLi an jedem Spieltag des Öfteren und nicht jeder Verein, dem das passiert, verliert hinterher mit 3:1.
Fakt ist, der HSV bleibt auf dem so wohlbekannten Relegationsplatz, mit 10 Punkten aus 15(!) Spielen. Läuft es heute doof, ist noch ein Platz 17 möglich (dass Darmstadt gegen die Bayern gewinnt, glaub ich dann doch nicht).

Zurück zu Beiersdorfers Auftritt im heutigen DoPa.
„Ich seh das nicht so“, war einer der am meisten strapazierten Didi- Sätze, wurde er auf die in seiner Amtszeit gemachten Fehler angesprochen.
Wie widersprüchlich seine Argumentation war erkannte man nicht zuletzt daran, dass er den Fokus immer wieder auf die unbefriedigende sportliche Situation gelegt sehen wollte, für die er sich aber nicht zuständig fühlt.
Schließlich habe man doch so einiges angeschoben. Da sei ein funktionierendes Nachwuchskonzept (stimmt, für das Herr Peters zuständig ist!), der Campus sei im Bau (dank Herrn Otto!) die Mannschaft sei verjüngt worden (steht trotzdem auf Platz 16), der Gesamtverein sei insgesamt gut aufgestellt, eine neue Stadionanleihe sei aufgelegt (muss man darauf stolz sein?) und man sei auf einem guten Weg (3 Euro ins Phrasenschwein). Allerdings sei der Fußball ein Ergebnissport und nur das zähle.
Eben! Das bitte einfach mal verinnerlichen und zugeben, dass man fundamental eben keine gute Arbeit geleistet hat!

Jochen Coenen, von der SportBild (ja, ja, ich höre schon euren Aufschrei), brachte es auf den Punkt: „Es wäre besser gewesen, wärest du freiwillig zurückgetreten, statt jetzt als eine Art von Märtyrer zu gehen und auch noch Mitleid zu bekommen.“
Er riet ihm, am Dienstag zuhause zu bleiben, damit die Mannschaft frei aufspielen kann und sich auf das Spiel konzentrieren.
Zudem war man sich einig, dass in Hamburg Struktur und Strategie noch immer nicht erkennbar seien.

Ich finde auch, in der Hansestadt brauchts einen klaren Schnitt und keinen SpoDi, der aus Mitleid weiterbeschäftigt wird. Behaltet Beiersdorfer meinetwegen in eurem Herzen, aber gebt dem HSV die Möglichkeit, sich als Lachnummer der Nation von einem anderen Fussballclub ablösen zu lassen! Ich fordere die Raute im Kopf und nicht nur im Herzen. Und irgendwoher kommt mir das Motto bekannt vor…
(mg)

Neue Zeitrechnung ?

Heute wurde also Heribert Bruchhagen beim HSV als Vorstandsvorsitzender und damit Nachfolger von Didi Beiersdorfer vorgestellt. Selten hat man in den vergangenen Jahren so eine aufgeräumte, klare Pressekonferenz beim HSV von einem Präsidenten / Vorstandsvorsitzenden erleben dürfen.
Auf mich persönlich hat Bruchhagen den Eindruck gemacht, dass er einen Plan hat, wie er den HSV neu aufstellen will. Er hat keine Details rausposaunt. Trotzdem hat es bei mir Hoffnung geweckt. Hoffnung auf eine klare, neue Führung. Auch nimmt er sich zurück und lässt Didi & Co ihren Job bis zum letzten Spiel am 20.12. gegen Schalke 04 machen und wird erst danach sein Büro im Volkspark beziehen. Das Didi Beiersdorfer bis zum 30.12. seine Aufgaben wahrnehmen wird, rechne ich Didi sehr hoch an. Für mich ist er einer mit der sogenannten „Raute im Herzen“. Es wurde die Tage viel über diese Personalie geschrieben und berichtet. Auch hegen viele noch die Hoffnung auf eine Fortführung der Zusammenarbeit mit Bruchhagen UND Didi. Meine Hoffnung ist, dass im Januar / Februar / März ein neuer, unverbrauchter SpoDi kommt. Einer, der ohne „Stallgeruch“ kommt. Starke Führung ist in meinen Augen notwendig, um jetzt das gelegte finanzielle Fundament (siehe auch Statement von Wettstein) und auch den Nachwuchsbereich weiter fortzuführen. Didi hat als Oberhäupling mehrere Hauptverantwortung getragen. Das Fundament = Bundesligateam hat leider nicht die notwendigen Erfolge erzielen können. Daher hoffe ich jetzt auf ein Ende der Pro / Contra-Diskussionen um Didi Beiersdorfer und einen Neuanfang mit Bruchhagen. Gebt ihm das notwendige Vertrauen und die Unterstützung. Wenn alle an einem Strang ziehen, kann es auch gelingen, weiter da unten raus zu kommen und die Klasse zu halten. Gemeinsam stark sein, wenn es darauf ankommt. Wir haben es oft genug bewiesen, dass wir es können.

Also: Alle Mann an Bord

#NurderHSV

(CM)

Danke Didi!

Seit gestern Abend ist es amtlich: Heribert Bruchhagen wird ab kommendem Mittwoch den Vorstandsvorsitz des HSV von Dietmar Beiersdorfer übernehmen. Beiersdorfer wird noch bis zum Jahresende bleiben, um eine geordnete Übergabe zu garantieren.

Ich begrüße die Entscheidung des Aufsichtsrats, denn ich bin der Ansicht, daß Dietmar Beiersdorfer insgesamt zu viele Fehler gemacht hat.
Die Administration des Vereins ist teuer und ist ebenfalls auf mehreren Ebenen fehlerhaft gewesen. Zudem war Didi, seit er die Doppelfunktion VV und SpoDi inne hat, meiner Ansicht nach überlastet. Fazit davon: es mehrten sich die Fehler in allen Bereichen.

Kernpunkt: der Kader wurde nicht gut zusammengestellt.
Er ist mit einem Trainer in die Saison gegangen, mit dem er innerlich schon gebrochen hatte. Damit hat der den Trainer, sein Team und auch die Mannschaft allein gelassen.
Erst in den letzten Wochen hat er wieder die Nähe zu den Spielern gesucht.

Im Nachhinein muß man feststellen, die Rolle des Vorstandsvorsitzenden liegt ihm weniger als die Rolle des Sportdirektors.
Eigentlich saß er in einem Dilemma fest: Vorstandsvorsitz ist nicht sein Ding, SpoDi will er gerne, die Doppelfunktion wird ihm zu viel und zurück ins zweite Glied will er auch nicht.

Es wird aber eine vernünftige Übergabe geben, da bin ich mir sicher.
Beide, sowohl Bruchhagen, als auch Beiersdorfer sind Menschen, die pragmatisch mit dieser Situation umgehen können.
Didi hat sicherlich schon davon gewusst, daß seine Zeit beim HSV dem Ende zugeht.
Wenn man sich seine jüngsten Interviews anschaut, dann fällt einem auf, seit ca 4 Wochen wirkte er erlöst, befreit. Als sei eine große Last von ihm abgefallen.
Auch wenn Didi einige Fehler begangen hat, so denke ich, er wollte immer nur das Beste für den HSV.
Dass ihm der HSV viel bedeutet will ich ihm nicht absprechen. Aber viele Dinge sind nicht gut gelaufen, in einem Arbeitszeugnis würde ich schreiben: „Er war stehts bemüht“. Trotzdem gilt ihm mein Dank für die geleistete Arbeit.

Mit Heribert Bruchhagen kommt ein erfahrener Mann, der das Geschäft kennt. Seine Hauptaufgabe wird es sein, Ruhe, Ordnung und Struktur in den HSV zu bekommen. Seine pragmatische Art wird ihm dabei helfen. Auch wenn Frankfurt im letzten Jahr fast abgestiegen ist, so hat er dort doch geregelte Verhältnisse hinterlassen. Der Verein ist fast schuldenfrei, ist organisatorisch gut aufgestellt, arbeitet effizient mit dem eingesetzten Kapital, das dort allerdings nicht so reichlich fließt, wie beim HSV.
Dringlichste Aufgabe wird erstmal die Suche nach einem Sportdirektor sein.
Die Presse spekuliert auf Horst Heldt.

Gespannt darf man sein, was die Personalie Bernhard Peters angeht. Peters hat Kompetenzen, die in anderen Vereinen von Sportdirektoren übernommen werden. Dadurch ist ein Gerangel um Kompetenzen möglich.
Wenn Peters den Verein verlassen würde/müsste, würde ich es bedauern. Schaut man sich an, welche Aufgabenbereiche er innehat, so zählen sie eindeutig zu den erfolgreichen, der letzten Jahre.

Und Bruchhagen muß in den nächsten 2,5 Jahren seine eigene Nachfolge regeln. Sein Job ist es im Grunde, den HSV so „aufhübschen“, daß er nach getaner Arbeit interessant für gute Leute ist.
Sein Job ist es, den HSV bereit für den nächsten Level zu machen. Ich wünsche Heribert Bruchhagen viel Erfolg bei seiner Arbeit und wünsche mir, daß er dem HSV mit seiner ruhigen aber bestimmten Art seinen Stempel aufdrücken kann, dem Leitbild entsprechend.

Beim HSV wird es nie langweilig (fb)

Wrestling, Ellenbogen und ein Team

Sauber! Der HSV siegt gegen Augsburg, nach einem dreckigen Spiel.
Ich persönlich bin zwar riesig froh über die 3 Punkte, die, nachdem man sich die Ergebnisse der direkten Konkurrenz angesehen hat, nicht hoch genug bewertet werden können. Was für mich allerdings fast noch mehr zählt, ist die gezeigte Einstellung unserer Mannschaft.
Nach der (berechtigten) Roten Karte gegen Lewis Holtby war ich kurz der festen Meinung, Gisdol würde nun auf Unentschieden spielen.
Tat er aber nicht. Im Gegenteil. In der Kabine soll der Trainer die andere Marschrichtung vorgegeben haben: den Gegner seinerseits provozieren, um sie auch auf 10 Spieler zu reduzieren. Ob er es nun gesagt hat oder nicht. Fakt ist, es hat funktioniert. Fakt ist aber auch, dass Augsburgs Kohr spätestens an der Seite von Holtby hätte duschen gehen müssen. Sein Ringkampf erinnerte eher an die „Tim-Wiese-Wrestling-Gedächtnismedaille“, als an ein Fußballspiel.
Leider sah der Schiedsrichter das anders (oder gar nicht?). Kohr jedenfalls fühlte sich vogelfrei und foulte lustig weiter. Nachdem er bereits in der 9., mit einem herzhaften Einstieg gegen Kostic, um farbigen Karton gebettelt hatte, senste er in der 66. Minute noch unseren Kapitano um. Dafür zeigte man ihm dann doch den persönlichen frühen Feierabend auf.
Zu dem Zeitpunkt witterte ich bereits eine grundsätzliche Verschwörung gegen den HSV, der bereits die 4. Rote einstecken musste. Nur Schalke liegt in dieser Statistik, nach 14 Spieltagen, mit 5 Platzverweisen, noch vor den Hanseaten. Die meisten Experten sind sich einig: Kohr hätte mindestens Gelb sehen müssen.
By the way: Ich kann Lewis´ Reaktion durchaus verstehen. Man sieht noch, wie er am Boden liegend versucht, sich aus den Armen seines Gegners zu befreien. Dass er dann irgendwann wütend wird, ist logisch. Klar rechtfertigt das den Ellenbogenschlag nicht wirklich. Nur verständlich ist er, wie gesagt.
Ehrlich gesagt möchte ich dieser Tage auch kein Schiedsrichter sein. Jede Fehlentscheidung wird in diversen Talkshows bis ins Kleinste auseinandergenommen. Vergessen wird dabei aber allzu häufig, dass er innerhalb von Sekunden entscheiden muss. Fakt ist, so ganz unschuldig daran sind die Spieler nicht. Ihre schauspielerischen Künste nehmen immer oscarreifere Gestalt an. Da wird sich auf dem Grün gewälzt, bis sprichwörtlich der Arzt kommt. Bleibt der ersehnte Pfiff aus, kommt es oft zu wundersamen Spontanheilungen, die erahnen lassen, was da ursprünglich gewollt wurde.
Auch bei solchen Einlagen sollten die Schiedsrichter gerne mal eine Karte ziehen, um derartige Schauspielkünste nicht noch weiter einreißen zu lassen.

Doch zurück zum Spiel. Nachdem nun auch Augsburg nur noch mit zehn Leuten auf dem Platz stand, schüttete der HSV all sein vorhandenes Adrenalin aus und drückte immer öfter in Richtung gegnerisches Tor. Nach einem sehenswerten Alleingang von Müller, der leider nur den Pfosten traf, staubte Kostic den Schuss ab und versenkte ihn im Netz.
Erleichterung auf ganzer Linie. Und ein großes Lob an das Team, das sichtbar als solches auftrat. Alle für einen, einer für alle. Jeder ging selbstverständlich bei Bedarf mit nach hinten und selbst Djourou machte gestern einen gefestigten Eindruck. Ich mag eigentlich niemanden explizit zum „Man oft the Match“ ernennen. Die Tatsache, dass man bereits zum vierten Mal in derselben Aufstellung begann, trägt erste Früchte. Gisdol wechselte mit Bedacht und hatte die Jungs vor dem Spiel und in der Halbzeitpause sichtlich gut eingestellt. Von mir gibt es dafür ein dickes „Like“.

Klar ist die Abstiegskuh noch lange nicht vom Eis. Aber das Gesehene macht Hoffnung auf mehr. Ich hoffe, die Mannschaft ordnet den Sieg richtig ein, ohne in den nächsten Partien wieder abzuheben, wie es schon so oft der Fall war. Es liegt noch eine Menge Arbeit vor Trainer und Team, bevor sie fröhlich unter dem Tannenbaum ihre Geschenke austauschen können. Wenn es so läuft wie gestern, bin ich allerdings frohen Mutes.
Bleibt abzuwarten, ob die Aktiven die andauernden Querelen der Passiven weiterhin so gut wegstecken und ihren Job besser erledigen, als es ihnen von oben aktuell vorgelebt wird. Mit Platz 16 und einer weiteren nervenzehrenden Relegation darf und ist man hoffentlich nicht zufrieden.
(mg)