Nachbetrachtung #HSVFCI

Naja…

Wollen wir das erste Spiel der neuen Saison positiv bewerten, dann freuen wir uns über den Assist von René Adler, den Bobby Wood glänzend verarbeitete. Er kann es also, das Tore schießen.
1:0, völlig aus dem Nichts, denn wenn wir ehrlich sind, dann deutete zu diesem Zeitpunkt nicht viel darauf hin, dass unsere Jungs zeitnah einnetzen würden.
Wollen wir es negativ sehen, dann bleibt der Betrachter dieser 90 Minuten mal wieder völlig fassungslos zurück weil er sich fragt, warum man eine 1:0 Führung nicht mal ausbauen, sondern verwalten will.
Die Wahrheit liegt, wie so oft, mal wieder irgendwo in der Mitte.
Ich für meinen Teil habe einen sehr bemühten Kostic auf der linken Seite gesehen, dessen Flanken oft sehr gut in den Torraum kamen, dort aber leider keinen Abnehmer fanden.
Ich habe einen Nikolai Müller gesehen, der seine Position, um die er ja bekannter Weise inzwischen kämpfen soll, wie ein Löwenpapa sein Löwenjunges verteidigt. Leider blieb er gestern eher blass und entweder an der Ingolstädter Abwehr oder seiner eigenen Ungestümheit hängen.
Ich habe mal wieder einen Hunt gesehen, dessen Mittelfeldarbeit mehr als ausbaufähig ist, der Pässe oft ins Nirwana schickt oder ungeschickt den Ball einfach ins Aus verteidigt hat. Von Spielaufbau war nichts viel zu bemerken. Zumindest nicht aus dem Mittelfeld raus.
Und unsere Abwehr… naja…
Man mag drüber streiten, ob Cleber gestern einen gebrauchten Tag erwischt hat oder ob er inzwischen grundsätzlich als Risiko in der Innenverteidigung angesehen werden muss.
Ich habe den Eindruck, dass er brasilianische Lässigkeit immer wieder mit unnötiger Aggressivität abwechselt. Beides ist nicht besonders förderlich für einen Innenverteidiger in einer Bundesligamannschaft. Ich hoffe, Spahic ist bald wieder fit. Ich vermisse diese Kante immer schmerzlicher.
Wobei man aber auch sagen muss, dass unser derzeitig noch amtierende Kapitän sich gestern auch keineswegs mit Ruhm bekleckert hat. Von Spielaufbau also auch aus der Abwehrreihe keine Spur. Eher mal wieder dieses lustige Ball-Hin-und-Hergeschiebe, bevor ein langer Pass nach vorne chancenlos nach einem Abnehmer suchte.
Tja, woher soll er denn dann kommen, dieser Spielaufbau?
Außen mühten sich Sakai und Ostrzolek, das Spiel schnell zu machen. Aber, Leute, das war sowas von berechenbar. Wenn Brunos Trainerkünste beim Einüben von Kontern an der Stelle endet, dann Gute Nacht!
Aber vielleicht haben die Spieler auch alles, was er da von ihnen will, nicht verinnerlicht?
Schließlich wird er ihnen ja in der Halbzeit nicht gesagt haben „nun stellt euch mal schön hinten rein, stellt das eigene Spiel ein und verteidigt die knappe Führung“.
Oder hat er doch?
Adler jedenfalls schimpfte, im Anschluss an das Spiel in Richtung seiner Teamkollegen in bekannter Manier. Seine Worte („Wir hätten kompakter spielen müssen, waren zu weit weg vom Gegner, wir hätten den Gegner eigentlich kaputt laufen müssen“) sind nicht neu. Hätte, hätte, Fahrradkette. Ich habe diese Worte gefühlte 20x in der letzten Saison so oder ähnlich gehört.
Fakt ist: In der 2. Halbzeit HABEN sie das Spielen eingestellt. Und da ist sie wieder, die Frage, warum ein FC Bayern, nach einer 3 oder 4 zu 0 Führung nicht einfach aufhört, auf das gegnerische Tor zu ballern, wenn es der HSV doch schon nach einem kleinen Törchen macht um dann, verdienter Maßen, den Ausgleich zu kassieren.
Ein Wort noch zu den Auswechslungen. Dass ein Alen Halilovic nicht immer, wenn man ihn denn auf den Rasen lässt, trifft, ist für mich absolut normal. Das zu erwarten würde den Druck auf den 20Jährigen auch maßlos vergrößern.
Dass ein Lasogga reinkommt und Bruno auf zwei Spitzen umstellt, hätte ich eigentlich schon viel eher erwartet, da ja Kostic´s Flanken… aber das hatten wir ja schon. Warum man aber einen Diekmeier gegen Jung einwechselt und so erneut einen eigentlichen Außenverteidiger zu einem defensiven Mittelfeldmann ummodelt, das habe ich nicht wirklich verstanden! Für meine Begriffe war Matze eher fällig. Wobei…auch Jung war gestern eher unauffällig.
Man kann nur hoffen, dass Didi auf dem Transfermarkt noch mal zuschlägt und uns einen fähigen DM besorgt, damit nicht noch einer unserer Jungs umschulen muss. Ansonsten… naja…
Wieder mal die Chance verspielt, den Fans zuhause einen Dreier zu präsentieren.
Nun ist Länderspielpause (das allein verstehe, wer will. Aber das ist ein anderes Thema). Zeit, noch an vielen Schrauben zu drehen. Wobei, man hatte zwei Monate Vorbereitungszeit. Wie lange braucht man wohl noch, damit alle Schrauben festgezogen sind?
(mg)

P.S.: noch was vergessen. Ich wiederhole mich, aber: Herr Labbadia, bitte UNBEDINGT Ecken (und Standards überhaupt) üben lassen!!!
P.P.S: inzwischen ist wohl klar, dass Jung verletzt raus musste. Das macht die Suche nach einem DM noch dringend deutlicher!

MATCHDAY – HSV gegen FC Ingolstadt

Endlich wieder Bundesliga. Die scheinbar nicht endende Sommerpause ist vorbei. EM und Olympia haben wir überstanden. Es kann wieder losgehen.

Bereits gestern fand das Eröffnungsspiel in der Allianzarena in München statt. Weltweit mehr als 200 Länder haben das Spiel übertragen. Die DFL sollte sich mal überlegen, ob so ein Spiel wirklich Werbung für die Bundesliga ist. Der Meister gegen einen Verein, der in der vergangenen Saison nur knapp der Relegation von der Schippe gesprungen ist. Werbung? Gab es nur für den FCB…

Kommen wir jetzt aber zum Wichtigen. Unserem HSV.
Dank freundlicher Unterstützung von HSV Gönner Klaus Michael Kühne konnte der HSV auf dem Transfermarkt zuschlagen. Bisher steht ein Transferminus von ca. 23,30 Mio Euro zu buche.
Hier in der Übersicht:

Neuzugänge:

Filip Kostic – 23 Jahre – VFB Stuttgart Ablöse: 14 Mio
Alen Halilovic – 20 Jahre – FC Barcelona Ablöse: 5 Mio
Bobby Wood – 23 Jahre – Union Berlin Ablöse: 3,5 Mio
Luca Waldschmidt 20 Jahre – Eintracht Frankfurt Ablöse: 1,3 Mio
Arianit Ferati – 18 Jahre – VFB Stuttgart Ablöse 0,85 Mio
Christian Mathenia – 24 Jahre – SV Darmstadt 98 Ablöse: 0,8 Mio
Mats Köhlert – 18 Jahre – eigene Jugend Ablöse: 0 Mio
Frank Ronstadt – 18 Jahre – eigene Jugend Ablöse: 0 Mio
Bakery Jatta – 18 Jahre – vereinslos Ablöse: 0 Mio

Summe: 25,45 Mio Euro

Abgänge:

Kerem Demirbay – 23 Jahre – TSG Hoffenheim Ablöse: 1,7 Mio
Zoltan Stieber – 27 Jahre – 1. FC Kaiserslautern Ablöse: 0,25 Mio
Batuhan Altintas – 20 Jahre –Kasimpasa Leihgebühr: 0,1 Mio
Jaroslav Drobny – 36 Jahre – Werder Bremen Ablösefrei
Philipp Müller – 21 Jahre – Wehen Wiesbaden Ablösefrei
Gojko Kacar – 29 Jahre – FC Augsburg Ablösefrei
Ivo Ilicevic -29 Jahre – Anzhi Ablösefrei
Artjoms Rudnevs – 28 Jahre – 1. FC Köln Ablösefrei
Matti Steinmann – 21 Jahre – FSV Mainz 05 II – Ablösefrei
Ivica Olic – 36 Jahre – 1860 München – Ablösefrei
Arianit Ferati – 18 Jahre – Fortuna Düsseldorf Leihgebür: 0,05 Mio
Mohamed Gouadia – 23 Jahre – FC St. Gallen Leihgebür: 0,05 Mio
Sven Schipplock – 27 Jahre – SV Darmstadt 98 – Leihgebür: 0 Mio
Josip Drmic – 23 Jahre – Borussia Mönchengladbach – Leihende

Summe: 2,15 Mio Euro

Wenn man nur von den Spielern ausgeht, die in der vergangenen Saison auch beim HSV zum Einsatz kamen, muß man differenzierter vergleichen:

Stammpersonal:

Filip Kostic für Ilicevic
Bobby Wood für Sven Schipplock
Christian Mathenia für Jaroslav Drobny
Luca Waldschmidt für Artjoms Rudnevs

Ergänzungsspieler:

Alen Halilovic, Mats Köhlert, Frank Ronstadt, Bakery Jatta für Josip Drmic, Batuhan Altintas, Gojko Kacar, Ivica Olic

Als Fazit kann man sagen, dass man den Kader gerade in der Offensive sehr gut verstärkt hat und vor allem auf entwicklungsfähige Spieler baut.
Einzig im defensiven Bereich ist gerade die Innenverteidigung etwas dünn besetzt. Hier soll nach Möglichkeit noch ein „junger, weniger verletzungsanfälliger Kacar“ verpflichtet werden. Auch auf der linken Verteidiger Position könnte noch eine Ergänzung / Verstärkung folgen. Bis kommenden Mittwoch ist das Transferfenster noch geöffnet.

Zum aktuellen Spiel:

Anstoß: 27.08.2016 – 15.30 Uhr – Hamburg, Volksparkstadion

Beim HSV fehlen aufgrund verletzungsbedingtem Trainungsrückstand Albin Ekdal und Lewis Holtby.
Emir Spahic dagegen kann schon wieder eine Alternative sein und zur Not mit Gesichtsmaske spielen.
Der Kader ist derselbe wie beim Pokalerfolg in Zwickau:

Adler, Mathenia – Sakai, Cleber, Djourou, Diekmeier, Spahic, Ostrzolek – Jung, Hunt – Müller, Gregoritsch, Kostic, Bahoui, Halilovic – Wood, Lasogga, Waldschmidt

Dem FC Ingolstadt, mit seinem neuen Trainer Kauczinski, stehen folgende Spieler zur Verfügung:
Nyland, Hansen – Levels, Matip, Wahl, Suttner, Roger, Groß, Morales, Hartmann, Leckie, Lezcano, Bregerie, Hadergjonaj, Jung, Christiansen, Cohen, Multhaup, Rinderknecht, Hinterseer, Leipertz, Lex

Schiedsrichter: Fritz, Assistenten: Schaal, Pelgrim, 4. Schiedsrichter: Rohde

Einschätzung zum Spielverlauf:

In meinen Augen wird es ein ähnliches Spiel wie im Pokal gegen Zwickau werden.
Der HSV wird versuchen, das Heft in die Hand zu nehmen und möglichst früh ein Tor zu erzielen. Ingolstadt erwarte ich eher defensiv und eher darauf bedacht, das Spiel zu „zerstören“. Mit einem „Fußball Leckerbissen“ sollte man lieber nicht rechnen.
Auch erwarte ich nicht viele Tore.
Hoffen wir, dass die Mannschaft hinten sicher steht und vorne mit dem nötigen Quentchen Glück INS Tor trifft.
Die Zuschauer werden sicher mit sehr viel Vorfreude ins Stadion gehen und ihren HSV lautstark unterstützen. Gespannt darf man sein, wie sich die neue Ultragruppierung „Cast away“ einbringen wird.

Meine Wunschformation:
Adler –Ostrzolek, Spahic, Djourou, Sakai – Hunt, Jung – Müller, Kostic, Gregoritsch – Lasogga
Mein Tipp: 1-0

Ich freue mich, dass es endlich losgeht.
Nur der HSV
(CM)

Bundesliga Tippspiel

Auch wir Blog-Perlen bieten in diesem Jahr ein Tippspiel zur Bundesligasaison 2016/17 an.
Bisher haben sich über 30 Personen angemeldet. Wir haben versprochen, dass wir auch Preise vergeben werden. Und hier sind sie:

1. Platz: 50 Euro Gutschein für den HSV online Shop (alternativ für NICHT-HSVer gibt es einen Gutschein von Amazon )

2. Platz: 1-Jahres-Abbo von HSVTotal.de
3. Platz: 1 Riesenbecher von den Blog-Perlen

Mitmachen kann jeder. Einfach unter:

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Anmelden und lostippen.
Die Bonusfragen nicht vergessen.
Achtung! Bereits heute Abend ist das erste Spiel! Bis 1 Minute vor Anpfiff kann getippt werden.

Viel Spaß wünschen
Eure Blog-Perlen
Manu, Fiete und Krischan

1. Bundesligaspieltag 2016/17

Heute beginnt die 54. Bundesligasaison mit dem Spiel des amtierenden Meisters, FC Bayern München, gegen den SV Werder Bremen.

Hier eine kleine Einschätzung zu den gesamten Partien:

Fr. 20.30 Uhr FC Bayern München – SV Werder Bremen
Die Anzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein. Der #FCB mit dem lockeren 5-0 im Pokal, gegen Jena und der #SVW mit der Schmach und dem Offenbarungseid in Lotte. Generell halte ich die Veränderungen bei Werder fürzu extrem und traue ihnen in München nichts zu.
Mein Tipp: 5-0

Sa., 15.30 Uhr

1. FC Köln – SV Darmstadt 98
Die beiden Ballermänner aus der ersten Runde des DFB Pokals. Beide erfüllten
ihre Pflichtaufgaben jeweils mit einem 7-0 Auswärtserfolg. Darmstadt sehe ich
aufgrund der vielen Abgänge auf eine fast unlösbare Saison zusteuern.der #effzeh
ist schwer einzuschätzen.
Mein Tipp: 2-0

BVB Borussia Dortmund – FSV Mainz 05
Während der BVB seine Pflichtaufgabe im Pokal leicht und locker über die Bühne
brachte, quälte sich Mainz trotz 3-1 Führung erst übers Elfmeterschießen in die nächste Runde. Der BVB hat wichtige Leistungsträger abgegeben aber auch sehr viel
Qualität verpflichtet. Spannend, wie schnell die Integration funktionieren wird.
Bei Mainz 05 fällt mir eine Einschätzung ebenso schwer, wie beim 1.FC Köln.
Mein Tipp: 3-1

SG Eintracht Frankfurt – FC Schalke 04
Frankfurt mit Dusel und Schalke souverän im Pokal. Bei Frankfurt erwarte ich
eine schwierige Saison. Die Kovac Brüder mit ihrer ersten richtigen Spielzeit, dazu
die erste Saison ohne Bruchhagen, dafür mit Bobic. Und Schalke? Wieder mal
viel umgekrempelt. Mit Heidel und Weinzierl auf dem Papier alles richtig
gemacht. Bei Weinzierl bin ich mir allerdings sehr unsicher, da er auch nicht als
„einfach“ gilt.
Mein Tipp: 1-2

FC Augsburg – VFL Wolfsburg
Beide eher unspektakulär im Pokal in die nächste Runde gezogen. #FCA hat den
„vermeintlichen“ Vater des Erfolges an Schalke verloren und mit Dirk Schuster
von Darmstadt 98 einen neuen Trainer am Ruder. Beim VFL Wolfsburg sind die
Kaderplanungen noch voll im Gange.
Mein Tipp: 0-0

Hamburger SV – FC Ingolstadt
#pinkschockt gegen die Relegationstrikos 2014/15. Im Pokal der HSV mit teilweise unerwartet wenig Mühe und die Schanzer mit Glück im Elfmeterschießen. Nach
dem 1-1 in der vergangenen Saison im Volkspark erwarte ich ein ähnlich
schwieriges Spiel.
Mein Tipp: 2-1

Sa 18.30

VFL Borussia Mönchengladbach – Bayer 04 Leverkusen
Nach dem Galaauftritt im CL Rückspiel & dem unspektakulären Weiterkommen
im DFB Pokal treffen die Fohlen auf den Geheimfavoriten aus Leverkusen, die
ebenso erwartet in die 2. Runde des DFB Pokals eingezogen sind.
Mein Tipp: 2-2

So 15.30 Hertha BSC Berlin – SC Freiburg

Hertha mit dem Ausscheiden aus der EL Quali und dem schmeichelhaften
Weiterkommen im Elfmeterschiessen trifft auf die eingespielten Freiburger, die
im Pokal souverän in die nächste Runde zogen.
Mein Tipp: 1-3

So 17.30 TSG Hoffenheim – RB Leipzig

Die souveränen Hoffenheimer gegen die unglücklichen Verlierer im
Elfmeterschiessen. Beide Mannschaften sehe ich nicht im direkten
Abstiegskampf. Ich hoffe für den Fussball, dass sich Szenen wie in Dresden nicht
Wiederholen und die Kritik an RBL im erlaubten Rahmen bleiben.
Mein Tipp: 2-2
Eine umfangreichere Vorschau auf HSV gegen Ingolstadt folgt morgen.

(CM)

Alen macht das Ding

Aber: da ist noch Sand im Getriebe!

81.210 Minuten Vorbereitung waren gestern, um 18.30 Uhr, endlich zu Ende. Gut zwei Monate vor dem ersten Pflichtspiel rief Bruno Labbadia die Spieler des HSV bereits zum Trainingsstart.
Zwei Trainingslager, einige schwer durchschaubare Testspiele und unzählige Liter Schweiß später ging es endlich los. Die Fans inzwischen: heiß wie Frittenfett. Insbesondere auf einen Spieler, der, so die meisten Medien verkündeten, „den Unterschied machen“ sollte: Alen Halilovic. 20jähriger Jungspund, vom spanischen Fußballriesen Barcelona, der bei einigen weiblichen Fans, mit seinem doch erheblich jünger aussehenden Gesicht, noch Mütterinstinkte auslösen dürfte.
Und doch ist er sowas, wie der Hoffnungsträger der geschundenen HSV-Seele, die in den vergangenen Jahren nicht viel Anlass zum Jubeln hatte. Selbst so mancher optimistischer Optimist hatte seine Bedenken, was den Ausgang des Spieles anging. Zu behäbig und phantasielos hatte sich die Labbadia-Elf in den Testspielen gezeigt und Bruno selber, nach dem „Härtetest“ gegen eine B-Auswahl des dänischen Superliga-Teilnehmers, Lyngby Boldklub, die Einstellung einiger Rothosen bemängelt.
Ich gebe zu, als ich die Aufstellung sah, war ich enttäuscht. Nix zu sehen war von der angekündigten Umstellung. Mit Kostic und Wood nur zwei Neue in der Startelf. Ansonsten dieselben Nasen, die mich in der vergangenen Saison mehrmals um den Schlaf gebracht hatten.
Und natürlich fehlte der neue Hoffnungsträger. Halilovic schmorte auf der Bank, musste seinen Platz zunächst Nikolai Müller überlassen. Denn, dass Alen nicht auf „seiner“ Lieblingsposition, der 10, spielen darf, sondern sich rechts mit Müller einem Konkurrenzkampf stellen sollte, hatte Labbadia ja bereits mehrfach angekündigt. Die meisten verstehen es nicht. Ich muss erneut gestehen: ich auch nicht!
Nikolai Müller gehörte für mich zu den besten Spielern in der letzten Saison. Wieso gerade er sich einem ungleichen Wettbewerb unterwerfen soll… für mich schwer nachvollziehbar.
Lange Rede, kurzer Sinn. Die erste Halbzeit war, angesichts eines tief stehenden Gegners, der nur auf Konter lauerte, ok. Allerdings mangelte es (meine Meinung!) an Schnelligkeit, speziell im Mittelfeld, und insbesondere der Zug zum Tor sah für mich allzu durchschaubar aus. Kostic war zwar gefühlt ständig in Bewegung, aber seine Pässe fanden keine Abnehmer, zudem scheiterte Gregoritsch entweder am Pfosten, an der Latte oder am gegnerischen Torwart. Von Wood war zu dem Zeitpunkt auch nicht viel zu sehen. Zudem, lieber Filip, bitte, bitte noch mal dringend Ecken üben! Deine Standards sind viel zu kurz, zu niedrig und damit verpufft.
Leider zu durchschaubar auch das Spiel, das er, zusammen mit Ostrzolek ein ums andere Mal über die linke Seite aufzog. Da fehlt es mir noch an schnellen Variationen. Denn nicht immer wird man auf einen so defensiv eingestellten Gegner treffen. Und auch die anderen machen Videoanalysen.
Und rechts? Machte Sakai für mich ein sehr gutes Spiel und Müller war ein paar Mal ebenso glücklos, wie das Gregerl. Weiter hinten begeisterte mich erneut ein Gideon Jung, mit seiner ruhigen Art und Abgeklärtheit. Selbst wenn mal ein Ball verloren ging, er tat alles dafür, seinen Fehler wieder gut zu machen.
Und unserem stets gut gelaunten Brasilianer, Cleber Reis, darf gerne mal jemand einen Weckstoß verpassen: HALLO! Wir sind nicht mehr im Testspielmodus!
Und dann kam er doch noch: in der 62. Minute wechselte Labbadia (und da bin ich mir sicher) den zukünftigen Fanliebling der HSV-Gemeinde ein. Alen Halilovic betrat das Spielfeld und zog sofort die meisten Bälle auf sich. Wirklich erstaunlich, was der Bengel mit der Kugel schon veranstalten kann! Es sieht so einfach aus, wie er seine Gegner austanzt, um dann, aus gefühlten 40 Metern, mit einer Manni Kaltz – Gedächtnisflanke einzunetzen!
Tooooooooor! Und was für ein schönes!
Den Befürchtungen, doch noch in die Verlängerung gehen zu müssen, da die Zwickauer jetzt doch noch mal das Spiel aufzogen, machte René Adler zum Glück doch noch den Garaus.
Abpfiff in der 93. Minute, Hamburg eine Runde weiter und viele Fragezeichen in den Gesichtern der Fans. Wie wird Bruno jetzt damit umgehen? Bekommt Alen mehr Spielzeit oder bleibt er Joker? Und wenn er mehr (erfolgreiche) Spielzeit bekommt, muss er dann nächstes Jahr wieder zurück nach Spanien?
Bleibt Hunt in der Startelf, wenn Holtby und Ekdal wieder einsatzbereit sind? Und was ist eigentlich mit Finn Porath, der dieses Mal nicht mal im Kader stand?
Haben die Jungs noch andere Spielzüge drauf, als die bereits gesehenen? Und wer wird eigentlich Kapitän?
Eins scheint allerdings seit gestern klar: der HSV wird in der kommenden Spielzeit mächtig viel Kohle beiseitelegen müssen, um den Pyroschwachsinn zu bezahlen, der sich, nicht nur durch die Gründung der Castaways, denen wohl einige der ehemaligen Chosen Fews angehören sollen, ankündigt.
Für mich gehört so ein Block sofort geräumt! Nach zwei, drei Mal hätte sich das erledigt.
Es wird eine spannende Saison! Und ich bin gespannt auf Samstag. Ob die Jungs gegen Ingolstadt nachlegen können? Es wäre der 2. Sieg in Folge. War ja nicht so oft der Fall in den vergangenen Jahren…
(mg)

Matchday, der erste der Saison 16/17

Es ist wieder soweit, die neue Saison beginnt und das traditionell mit dem Pokalspiel der ersten Runde. Nachdem die meisten schon gespielt haben (und Werder gut vorgelegt hat), sind wir endlich dran, heute um 18.30 Uhr.
Es ist für den Drittligisten FSV Zwickau nicht nur ein Pokalspiel, es ist auch das Eröffnungsspiel ihres neuen Stadions. Nach dem dritten Spieltag haben sie ein ausgeglichenes Konto: Einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Übertragen wird das Ganze auf Sky-Sport, der Kommentator ist Karsten Petrzika.

Der 18er Kader: Adler, Mathenia, Diekmeier, Cléber, Djourou, Spahic, Wood, Lasogga, Gregoritsch, Hunt, Waldschmidt, Kostic, Bahoui, Ostrzolek, Halilovic, Sakai, Müller, Jung.

Die wahrscheinliche Aufstellung:
Adler – G. Sakai, Cleber, Djourou, Ostrzolek – Jung, Hunt – N. Müller, Gregoritsch, Kostic – Wood

Meine Wunschaufstellung: Die gleiche nur Lasogga anstelle von Wood.

Die wahrscheinliche Aufstellung des FSV Zwickau:
Brinkies – R. Berger, Gebers, R. Paul – Wachsmuth, Lange – P. Göbel, Könnecke, C. Göbel – König, M.-P. Zimmermann

Es pfeift Schiedsrichter Kempter mit seinen Assistenten Gasteier und Beitinger. So viel ich weiß, ist das sein erstes HSV-Spiel, das er leitet. Vierter Offizieller ist Marcel Unger.

Hoffen wir auf ein schönes Spiel mit dem richtigen Ausgang
‪#‎NurderHSV‬ (fb)

Das gibt Stress … Saisonvorschau Teil 3

Nun bin ich dran, mit der Saisonvorschau. Die letzten Testspiele sind gespielt, das Pokalwochenende steht an. Und ich kann euch prophezeien, es wird schrecklich. Aber ich kann euch auch trösten, für fast jeden Bundesligisten wird es schrecklich. Die Bundesligisten sind alle Favorit, die Fans erwarten, daß man den Unterschied deutlich sieht. Die unterklassigen Gegner sind seit einigen Wochen im Spielbetrieb, während wir noch in der Vorbereitung stecken. Gepaart mit der Erwartungshaltung der Fans kann man nur verlieren, es sei denn, man schießt den Gegner zweistellig aus dem Stadion. Aber das wird nicht geschehen, also bereitet euch schon mal auf die gefühlte Niederlage vor.

Danach beginnt sie endlich, die Bundesligasaison. Man was hab ich sie vermisst, keine EM, keine Testspiele, kein Pokal, sondern endlich wieder Liga!

Wir haben uns seit Ende der letzten Saison von einigen Spieler getrennt, Drobny, Kacar, Rudnevs, Olic, Schipplock, Ilicevic und einige mehr und dafür haben wir andere verpflichtet, Mathenia, Wood, Waldschmidt, Kostic, Halilovic, aus der eigenen Jugend hat Finn Porath sich aufgedrängt.
Ausserdem sucht man noch einen Spieler, der von der Position her Kacar ersetzen kann, also ein defensiver Spieler für IV und DM. Allerdings soll die Qualität etwas besser sein und etwas weniger oft verletzt, das wäre auch wünschenswert.

Der Kern der Mannschaft ist geblieben!
Das ist wichtig zu wissen. Das bedeutet, daß wir wissen, woran wir sind. Der Großteil der Mannschaft ist eingespielt, aber wir werden trotz der Verstärkungen keine Sprünge nach oben machen.

Wir haben vor allem im Bereich unserer Schwachstellen investiert. Die linke Seite ist mit dem Wechsel von Ilicevic zu Kostic stark verbessert worden, allerdings muß Kostic noch besser mit seinen Mitspielern, besonders Ostrzolek, harmonieren, um die optimale Leistung zu bringen. Im Sturm arbeiten wir jetzt mit Lasogga und Wood, dazu noch Gregoritsch und Waldschmidt in Reserve. Das Team ist mir lieber, als Lasogga mit Schipplock und Rudnevs.
Dazu haben wir für die offensive noch den jungen Halilovic geholt, an dem sich die Geister scheiden. Für die einen der absolute Spielergott, dem sich der Verein unterzuordnen hat, für andere wiederum ein junger talentierter Spieler, der sich noch die Hörner abstoßen muß, damit er zu einem guten Spieler reifen kann. Bruno setzt ihn auf Rechts ein, oder versucht es zumindest, Halilovic sieht sich in der Mitte und seine Groupies sind böse auf Bruno, weil er es nicht auch so sieht … Bruno kann ja nicht mit jungen Spielern, wie man jetzt immer wieder hört, Bruno macht sich angreifbar, so die unverhohlene Drohung.

Mit einer vernünftigen Verstärkung im Defensivbereich, ist der Kader im Grunde nicht schlecht für einen Verein im Mittelfeld. Man könnte also von einer ruhigen Saison träumen.

Aber die wird nicht kommen. Halilovic macht Stress. Selbst wenn er das nicht will, aber er hat seine Fans, seine Groupies, die ihn über die Mannschaft stellen, die in ihm einen Superstar sehen. Er selber zeigt aber nicht, daß er diesen Vorschußlorbeeren auf dem Rasen auch gerecht wird. Schuld kann da natürlich nur der Trainer haben (der ihn nicht in der Mitte einsetzt und zudem erwartet, daß er auch Defensivaufgaben unternimmt) … also Stress. Lasogga ist wieder unsere Nummer eins im Sturm, ausgerechnet der Lasogga, der bei den Fans nicht sonderlich beliebt ist … das gibt Stress. Hunt, der nach Ansicht der Fans im letzten Jahr nur Mist gespielt hat, scheint bei Bruno einen Stammplatz zu erhalten … das gibt Stress. Man erwartet, wie ich gerade eben erst lesen durfte, aus den ersten drei Spielen (Ingolstadt, Bayer und Leipzig) mindestens 7 Punkte … das gibt Stress.

Ich erwarte alles in allem eine Platzierung am Ende zwischen 7 und 9. Allerdings darf das Umfeld dafür nicht zu unruhig sein.

Wie gesagt, wir könnten eine ruhige stressfreie Saison spielen, die Erwartungen der Fans sprechen aber dagegen. Willkommen beim HSV (fb)

ps: 7-9 wird den Fans nicht genug sein. Naja, im Grunde schon, wenn wir dabei gegen die Großen gewinnen und die Kleinen aus dem Stadion fegen, zwei Derbysiege inklusive. Aber dann würden wir um die Meisterschaft spielen.

Gestern, vorgestern ist vorbei. Jetzt gilt es.

Saisonerwartung der BlogPerlen, Teil 2.

Nach Teil 1, von Manu, am Sonntag nach dem Testspiel gegen Stoke, nun mein Vorausblick auf die kommende Bundesligasaison unseres HSV.
Ich selbst habe das Spiel nicht gesehen und genieße gerade meinen Urlaub im wunderschönen Kroatien.
Auch von den vergangenen Freundschaftsspielen habe ich sehr wenig gesehen.
Warum nicht?
Weil ich diesen Freundschaftsspielen, gerade in der ersten Trainingsphase, wenig bis gar keine Bedeutung beimesse.
Wir als Fans und Zuschauer wissen nicht, was, wie trainiert wurde und mit welcher Intensivität. In den letzten 1 1/2 bis 2 Wochen geht es erst um den Feinschliff.
Jetzt muss sich die Elf finden, die im DFB Pokal in Zwickau und zur Saisonpremiere zuhause gegen Ingolstadt erfolgreich starten soll und muss.

Was erwarte ich von der Saison 2016/17?

Natürlich, dass es einen weiteren Sprung nach oben geht.
Nicht unbedingt in der Tabelle, sondern vor allem im spielerischen Bereich.
Das Team muss stabiler werden.
Gegen Gegner, die in erster Linie auf Spielzerstörung und Sicherung des eigenen Tores aus sind, muss die Mannschaft zwingender in der Lage sein, eigene Chancen zu kreieren. Ich erwarte auch, dass versucht wird, das eigene Spiel zu finden und durchzusetzen.
Die Chancenausarbeitung muss besser und die Stürmer effektiver eingesetzt werden.
Bei Aaron Hunt sind seine körperlichen Probleme durch die Mandel-OP hoffentlich beseitigt und er kann aus dem vollen Schöpfen.
Für mich ist er als Spieler sehr wichtig, wenn es darum geht, Tempo aus dem Spiel zu nehmen und Ruhe in die Aktionen zu bringen. Durch seine Pässe mit sehr hohem Risiko wirkt sein Spiel oft pomadig und arrogant. Auch seine Zeit der Eingewöhnung ist auch vorbei, er muss liefern.
Bei Ekdal hoffe ich auf eine Saison ohne Verletzungen. Dann werden wir in der Defensive mehr Ruhe bekommen und auch das Aufbauspiel wird deutlich an Niveau gewinnen.

In der Abwehr sind wir qualitativ gut aufgestellt, wenn alle fit sind. Hoffen wir, dass es noch einen Neuzugang geben wird. Sollte es zum Beispiel zu einer Verpflichtung von Ndidi kommen, wäre die Kaderplanung wahrscheinlich abgeschlossen.
Durch die Verpflichtungen von Halilovic, Kostic & Co. ist die Mannschaft deutlich flexibler geworden. Auch ist der Konkurrenzkampf deutlich erhöht worden.

Meine Erwartungshaltung an die Neuen ist relativ bescheiden. In den vergangenen Jahren wurden viele Spieler zu früh abgeschrieben und ihnen ist wenig bis gar keine Eingewöhnungszeit gegönnt worden.
Die Neuen sind fast alle sehr, sehr jung, was man ebenfalls bedenken muss. Generell sehe ich in allen Neuzugängen sehr gutes und großes Potential. Wie schnell wir das auf dem Platz sehen werden, wird sich zeigen.

Was auf alle Fälle gilt: Bruno Labbadia und sein Trainerteam sind jetzt, nach etwas mehr als einer kompletten Saison, in der Pflicht, die Mannschaft spielerisch zu verbessern.
Ebenso wird die Arbeit von Didi Beiersdorf zu bewerten sein. Er hat den Job von Knäbel übernommen und nach nun knapp 24 Monaten kann und darf es keine Ausreden mehr geben.

Als Saisonziel sollte ein einstelliger Tabellenplatz ausgegeben werden. Und genau diese Tabellenregion erwarte ich auch.

Mein Team für die ersten Spiele sehe ich wie folgt:

Adler – Ostrzolek, Djourou, Cleber, Sakai – Jung, Ekdal – Hunt – Kostic, Müller – Lasogga.

Zu den Neuen:

Wood hat sehr gute Ansätze. Allerdings hat er bisher in der 2. Bundesliga gespielt und er muss sich hier an die Bundesliga gewöhnen.
Halilovic: Wahnsinn, was der Junge drauf hat. Aber auch er ist noch jung und auch er muss sich an die Bundesliga gewöhnen. „Nur“, weil er beim FC Barcelona gespielt hat, ist er nicht zwangsweise der sofortige Heilsbringer. Allerdings gratuliert hier in Kroatien jeder, der sich mit Fußball beschäftigt, dem HSV zu dieser Verpflichtung. Für die Kroaten ist er das größte Talent der letzten 30/40/50 Jahre. Den Schritt zum FC Barcelona haben viele nicht verstanden, den HSV sehen sie allerdings als bestmöglichen Verein für ihn, um den nächsten Schritt zu machen.
Mathenia: ein Torwart mit Potential, wird es aber schwer haben, an Adler ran- bzw vorbeizukommen. Wenn seine Chance kommt, muss er sich zeigen.
Kostic: ihn sehe ich im Moment als einzigen, der sofort in der ersten Elf zum Einsatz kommen wird.
Waldschmidt: für mich ein junger Spieler mit großem Potential. Er fackelt nicht lange und sucht den direkten Weg zum Tor. Er muss auf seine Chance geduldig warten und dann zuschlagen.
Jatta: hat ansatzweise gezeigt, was möglich sein kann. Ein außergewöhnliches Talent. Hoffe, dass es irgendwie möglich sein wird, dass er in der U21 (HSV Zwote) eingesetzt werden darf.
Köhlert: ihn habe ich zum Abschluss der Saison 15/16 in Rothenburg gesehen. Für mich ein Riesentalent. Glaube, in den kommenden Jahren werden wir sehr viel Spaß mit ihm haben. Ich bin schon jetzt ein Riesenfan von ihm.
Porath: wenn er weiter dran und von Verletzungen verschont bleibt, traue ich ihm einen ähnlichen Weg wie Jung zu.

Meine persönlichen Erwartungen an die Neuzugänge der vergangenen Saison:

Schipplock: Er hat es gerade bei den Fans sehr schwer. Er ist mehr ein Vorbereiter. Sven muss Leistung / Tore bringen, wenn er weiterhin eine Chance beim HSV haben will.
Hunt: für gefühlt 90% der Fans ein „Markenzeichen“ für die Verlangsamung unseres Spieles. Ich sehe es anders und zähle mich zu den 10% die auf ihn als Spielmacher setzen. Auch er ist aber in der Pflicht und muss deutlich zulegen.

Insgesamt bin ich sehr zuversichtlich und freue mich auf die kommende Saison. Wer weiß, vielleicht werden wir ja die Überraschungsmannschaft der kommenden Spielzeit 😉

#nurderHSV
(CM)

Lasst die jungen Wilden von der Leine!

Saisonerwartung der BlogPerlen, Teil 1

Mit Testspielen ist es wie mit dem pinkfarbenen Ausweichtrikot, das der HSV in der kommenden Saison tragen wird: sie spalten die Fangemeinde.
Während die eine Hälfte bei Sieg schon den Duft von Europa zu riechen glaubt, orakelt die andere Hälfte bei einer Niederlage bereits erneuten Abstiegskampf mit Grottenfußball á la Relegationssaison.
Für mich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen. Wobei ich eigentlich immer Einsatz und Siegeswillen erwarte. Sonst bräuchte man ja keine Testspiele veranstalten, oder wie seht ihr das?
Zudem sind diese Spiele auch eine gute Gelegenheit für jeden einzelnen Spieler, sich beim Trainer für die erste ernsthafte Startelf, im DFB-Pokal, zu empfehlen. Den Konkurrenzkampf hat Labbadia ja schon zur Genüge angefacht.
Und wenn er gestern beim Spiel gegen Stoke City genau hingesehen hat, dürfte er schon jetzt wissen, wer in diese erste Startelf gehört und wer auf der Bank beginnt.
Während man in der 1. Halbzeit den bekannten, schwerfälligen Fußball sah, der meist im toten Mittelfeld mit einem Ballverlust endete, bei dem die weiten Pässe ein ums andere Mal im Nirwana landeten und René Adler gefühlt bester Mann auf dem Platz war, kam in der 2. Halbzeit viel mehr Spritzigkeit und Kreativität ins Team. Das 1:0 durch Gregoritsch war logische Folge mehrerer Versuche, die nicht selten erst am Aluminium oder am gegnerischen, guten Torwart scheiterten.
In der 1. Halbzeit blitzte ein-zweimal das Können eines Kostic´s auf. Zu mehr reichte es aber leider nicht. Wie gesagt, die Kugel kam auch selten genug durch das Mittelfeld. Ok, Stoke stand sehr kompakt und lauerte eigentlich nur auf Konter, die aber auch ein paar Mal sehr gefährlich gelangen.
Mein Fazit: Ein Halilovic wirkte sehr belebend (schade, dass er mit Müller auf rechts konkurrieren soll. Ich würde sie gerne mal gemeinsam auf dem Platz sehen). Für mich ein Highlight: Finn Porath. Ihm merkte man den Spaß am Job an. Im Gegensatz zu seinem Pendant, Aaron Hunt, machte er das Spiel schneller und fummelte sich gerne auch mal durch das Mittelfeld nach vorne. An Bahoui werden wir noch viel Spaß haben, wenn Bruno ihn denn von der Leine lässt! Auch bei Wood merkte man, dass ihm irgendwie der passende Partner fehlte, um vor dem Tor gefährlich zu werden. Ein Jung machte seine Sache mal wieder sehr gut. Abgeklärt und ruhig, wie ein „Alter“ sorgte er dafür, dass der Gegner so manches Mal an ihm hängenblieb. Ich habe im Ernst einen Djourou nicht wirklich vermisst. Bei Luca Waldschmidt bin ich mir noch nicht sicher. Er war wesentlich unauffälliger als seine anderen, neuen Kollegen.
Labbadia jedenfalls sagte selber, dass der zweite Durchgang besser war als der erste. Allein mir fehlt der Glaube, dass diese Erkenntnis dafür sorgt, dass am 22. nicht doch wieder dieselben Nasen auflaufen, wie in der letzten Saison. Der Virus der „fehlenden Eingewöhnung“ ist im aktuellen Trainerstab doch noch akut. Aber ich lasse mich da sehr gern eines Besseren belehren. Meine Erwartungen an die neue Saison? Nicht nur ein Beiersdorfer auch ein Labbadia wird sich an den Leistungen seiner bevorzugten Elf und der Entwicklung der Einkäufe messen lassen müssen! Und klar ist auch: in der Abwehr muss noch nachgelegt werden. Man sieht aktuell ganz gut, dass es eben doch sehr schnell gehen kann, dass zwei IV´s und selbst ihr „Ersatzmann“ ausfallen. An dieser Stelle: gute Besserung an Emir, Johan und Cleber.
Ich kann mich jedenfalls zum aktuellen Zeitpunkt noch auf keinen Platz festlegen, auf dem ich den HSV im Mai kommenden Jahres sehe. Die ersten Spiele werden ersten Aufschluss darüber geben, wohin und vor allem mit wem es geht.

Ein Wort noch zu den Geschehnissen rund um den Bundesliganeuling, RB Leipzig. Was da bereits im Vorfeld abgeht, lässt nichts Gutes erwarten. Wer die Gesundheit der gegnerischen ebenso wie die der eigenen Mannschaft mit dem Ausstreuen von Nägeln (!) auf dem Spielfeld gefährdet, der gehört in kein Bundesligastadion! Ohne Geld, sprich ohne Kommerz, ist im heutigen Fußball nun mal keine Gießkanne mehr zu gewinnen. Gewöhnt euch dran! Und akzeptiert endlich, dass auch ein Team aus Leipzig die 1. Bundesliga mit Fußball erreicht hat und nicht durch Schiedsrichterbestechung. Man muss sie ja nicht lieben. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es ohne einen KM Kühne keinen Waldschmidt, Kostic oder Wood im pinkfarbenen Rauten-Shirt geben würde!
Ach und eins noch: Mit dem Boykott der Spiele gegen RB Leipzig schadet man nur der eigenen Mannschaft, die 90 Minuten ohne jeglichen Support auskommen muss!
Schließen möchte ich mit einem Satz, den Thomas Tuchel dieser Tage aussprach: „Wir dürfen die Bodenhaftung zu den Fans nicht verlieren.“ Wie wahr, wie wahr. Doch wer soll damit beginnen, bevor die Blase platzt?
(mg)

Gastbeitrag von Christian A. Hoch***

Moin, liebe BlogPerlen-Leser. Heute haben wir einen Gastbeitrag von Christian Hoch *** für euch, um die laaaange Sommerpause zu verkürzen. Viel Spaß beim lesen.
 
„Für unsere Bundesliga-Mannschaft fokussieren wir uns auf Spieler zwischen 18 und 23 Jahren, die ihren Leistungshöhepunkt noch vor sich haben und deren Wert während der Vertragslaufzeit zunimmt.“ Dieser so wunderbar klingende Satz ist ein fester Bestandteil im Leitbild des HSV. Die Realisierung dieses so simpel wirkenden Ziels glich beim HSV in der Vergangenheit einer Utopie. Nun aber scheint der Hamburger SV als Verein aus seinen zahlreichen Fehlern gelernt zu haben und kehrt zurück zu einer Vorgehensweise, die dem Verein einst half an Europas Spitze zu gelangen. Im Juli 2005 ging alles ganz schnell – Rafael van der Vaart wurde für rund 5 Millionen Euro von Ajax Amsterdam an die Elbe geholt. Im Januar, beziehungsweise Juli 2006, folgten dann unter anderen noch Nigel de Jong und Vincent Kompany. De Jong kostete schlappe 1,5 Millionen und Kompany stolze 10,5 Millionen Euro. Diese drei Verpflichtungen in der jüngeren Vereinsgeschichte gelten wohl – neben Khalid Boulahrouz und Ivica Olic – als Paradebeispiel für gelungene Transferpolitik. Dietmar Beiersdorfer verstand es in seiner ersten Amtszeit, den guten Draht in die BeNeLux-Länder zu intensivieren und neben zahlreichen Trainern auch hoffnungsvolle Talente nach Hamburg zu holen. Die sogenannte „Holland-Fraktion“ schlug voll ein und Hamburg war für sie Wegbereiter einer steilen Karriere. Nigel de Jong wechselte später für 18 Millionen Euro zu Manchester City, Rafael van der Vaart für 15 Millionen nach Madrid und Vincent Kompany schloß sich Manchester City an und reifte dort zum Weltstar und Kapitän. In dieser Zeit entwickelte sich der Hamburger SV vom Abstiegskandidaten zum Bayern-Jäger Nummer eins. Am Ende der Spielzeit 2005/2006 schaffte man die erste Champions League-Teilnahme seit sechs Jahren. Auch in der Folgezeit waren die Hanseaten, bis zum Jahre 2011 – also fünf Spielzeiten nacheinander – jeweils Teilnehmer im UEFA-Cup bzw. der Europa-League. Im Jahre 2010 platzte gar erst im Halbfinale der Traum vom Heim-Finale im Volkspark. Der HSV war national wie international ein hoch angesehener Verein und für junge Talente eine attraktive Adresse. Den Rest der Geschichte bis zum heutigen Tag kennen alle zur Genüge. Sie muss nicht wiederholt werden. Warum der HSV sich von diesem erfolgreichen Denkmuster löste und viel Kapital in große Namen investierte, bleibt wohl ewig ungeklärt. Die Spätfolgen dieser missratenen Transferpolitik mündeten, zwei Jahre hintereinander, fast im Abstieg des Bundesliga-Dinos. Nun richtet Dietmar Beiersdorfer in seiner zweiten Amtszeit den Blick erneut auf die alte Tugend, junge, hoffnungsvolle Spieler für geringes Geld verpflichten und mit Wertsteigerung verkaufen. Dass das nach Jahren des Misserfolgs und der Misswirtschaft nicht ganz so einfach ist, ist klar. Dennoch schaffte er es, dank gütiger Mithilfe von Klaus-Michael Kühne, Volker Struth und Rainer Calmund. Alen Halilovic wechselte – wie einst Rafael van der Vaart, für 5 Millionen Euro vom FC Barcelona zum HSV, Luca Waldschmidt so wie Arianit Ferati schloßen sich an. Bobby Wood soll für 3,5 Millionen das Sturmzentrum beleben und Christian Mathenia als Nachfolger für Rene Adler aufgebaut werden. Dazu verpflichtete man den Gambia-Flüchtling Bakery Jatta. All diese Namen entsprechen spannenden Projekten und Geschichten, die den Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft erhöhen, die Qualität mittelfristig steigern, die Mannschaft verjüngen, aber auch den Gehaltsetat steigern werden. Der HSV hat, mit nunmehr 29 Kaderspielern, Gehälter in Höhe von ungefähr 50 Millionen Euro zu zahlen. Er greift damit die Top-Platzierten der Bundesliga an, schürt aber auch einen gewissen Erwartungsdruck. Für mich sind diese scheinbar negativen Begleiterscheinungen zwingend notwendig und alternativlos. Um dem Finanz-Chaos zu entfliehen, muss der HSV zwangsweise in das internationale Geschäft, um dort neues Geld zu generieren und zeitgleich mit guten Auftritten neue Spieler anzulocken. Kurzum: Der HSV muss wieder zurück zu internationaler Größe – im sportlichen und finanziellen Sinne. Im Unterschied zur Saison 2014 investiert Beiersdorfer die Millionen nun in frische und hungrige Spieler. In jeder Trainingseinheit sieht man, dass die Jungs richtig Lust auf die neue Spielzeit und den HSV haben. Das erhöht naturgemäß den Druck auf die etablierten Kräfte, die sich ebenfalls weiterentwickeln müssen. So kommt mehr Qualität in die Mannschaft und man verbessert das gesamte Spiel des HSV. Vergleicht man alleine das Training, unter früheren Trainern, so ist eine klare Steigerung zu sehen. Als der HSV und der VFL Wolfsburg unter Bert van Marwijk die Zelte des Trainingslagers in Abu Dhabi nebeneinander aufschlugen, staunte der HSV-Fan nicht schlecht. Im Gegensatz zu den Einheiten des HSV, lebte das Training des VFL von Feuer und Leidenschaft. Die Spieler pushten sich immer wieder gegenseitig und überzeugten durch schnelles Passspiel. Beim HSV trotteten lustlose und zusammen gewürfelte Spieler über den Rasen und wussten eigentlich nicht so recht was sie taten. Doch das hat sich geändert. Mit Bruno Labbadia und seinem Team herrscht aus meiner Sicht eine klare Struktur in der Vorbereitung. Dank all dieser Veränderungen zum Positiven sollte man in dieser Saison zwar noch nicht zwangsweise von einer Teilnahme am Europapokal ausgehen – dennoch verspricht der neue/alte HSV eines: offensiven, schnellen und aggressiven Fußball, der die Massen elektrisieren kann. Wenn dann mal ein Spiel trotz großem Kampf verloren geht, dann verzeiht der Fan den jungen Spielern dies bestimmt. Nur so kann das Team lernen und sich weiterentwickeln. Wenn sich der neue/alte Hamburger Weg wiederholt, gelangt der HSV auch zurück zu alter Stärke!
 
*** Christian ist Chefmoderator beim RBR – RautenBeatz Radio , Freier Mitarbeiter bei Radio Emscher Lippe und Redakteur von Kart-Magazin.de, dazu lebenslanger und leidenschaftlicher HSV-Fan ***