3 Punkte, 3 Tore, ein Sieg

„Der HSV ist angekommen in der 2. Bundesliga“, titelten verschiedene Medien am Tag nach dem Sieg gegen Sandhausen.

Aus dem 2. Spiel im Unterhaus des deutschen Fußballs brachten unsere Rothosen 3 Punkte mit nach Hamburg.

Sie wiegen schwer. Denn hätte man auch dieses Spiel versiebt, nicht nur die Köpfe der Spieler wären noch ein Stück tiefer zwischen die Schultern gesunken.

So aber hat es Trainer Christian Titz in der vergangenen Trainingswoche wohl geschafft, der jungen Truppe die nötige Portion Selbstbewusstsein mit auf den Weg zu geben.

Und das war auch gut so. Denn wenn es auch „nur“ gegen den SV Sandhausen, im fünftkleinsten Stadion der Liga, ging, aus verschiedenen Pokalerfahrungen heraus weiß man beim HSV ganz genau, dass es eben keine Vereine gibt, denen man mal eben so im Vorbeigehen Siege abluchsen kann.

Christian Titz, der eine Art „Heimspiel“ hatte, ist er doch im 20 Kilometer entfernten Edingen-Neckarhausen aufgewachsen, veränderte, im Gegensatz zur vergangenen Woche, an der Startelf nicht viel.

Lediglich Lasogga trat zu seinem Zweitligadebüt an und der von Stuttgart ausgeliehene Orel Mangala sollte im Mittelfeld für Ruhe sorgen.

Da der SV Sandhausen saisonübergreifend bereits seit fünf Spielen auf einen Sieg wartete, durfte man im Vorfeld keine großen Gastgeschenke erwarten.

Die verteilten die Baden-Württemberger lieber noch vor dem Anpfiff. Für jeden angereisten HSVer gab es mit der Eintrittskarte gleich mal ein Freibier dazu. Eine feine Geste der Sandhäuser, die bereits mit einer plakativen Anreiseempfehlung, am Hamburger Hauptbahnhof mächtig Sympathiepunkte gesammelt hatten.

Allerdings gab es dann doch noch Gastgeschenke, auch auf dem grünen Rasen. Zwei Torwartfehler von Marcel Schuhen, in der 7. und 59. Minute sorgten mit für den 3:0 Erfolg für den HSV.

Das 2:0 fiel in der 30. Minute. Rick van Drongelen versenkte den Ball, nach einer Hereingabe durch Santos, per Kopf im Tor der Sandhäuser, die bereits ihre 7. Zweitligasaison bestreiten.

Nun mag der ein oder andere erneut die „nur Sandhausen-Keule“ auspacken, einige noch immer vorhandene Abwehrschwächen der Hamburger aufzählen und vergebenen Bällen hinterherschauen.

Fakt ist, wir haben gewonnen.

Und auch die vermeintlichen Gastgeschenke müssen erstmal erfolgreich angenommen werden. Gerade wir HSVer haben das schmerzlich in der vergangenen Saison erlebt, dass das auch anders laufen kann.

Khaled Narey verwandelte allerdings mit eiskalter Abgeklärtheit. An dem 24jährigen Deutsch-Togolesen, der für 1,7 Millionen von Greuther Fürth zum HSV kam und Nikolai Müller auf der rechten Außenposition ersetzen soll, werden wir noch viel Freude haben.

Auch Neuzugang Orel Mangala wusste sich zu behaupten. Obwohl der erst in der vergangenen Woche ins Mannschaftstraining einstieg, scheint er seinen Platz im Gefüge der jungen Truppe bereits gefunden zu haben.

Der Unterschied zur vergangenen Woche?

Christian Titz brachte es auf den Punkt: „Wir haben unsere Chancen genutzt.“

Mehr gab es nicht zu sagen.

Es war ein Sieg nach einer bitteren Niederlage. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Der HSV steht nach dem 2. Spieltag auf einem nicht aussagefähigen Platz 8, die jetzt ausgeglichene Tordifferenz macht es möglich.

Nun gilt es, Konstanz in den Kader zu bringen, weiter zu arbeiten und jedes Spiel anzugehen, als wäre es ein Endspiel. Leichter wird es nicht werden.

Und sollte es denn wirklich so sein, dass der HSV angekommen ist in Liga 2. Ich bin es irgendwie noch nicht.

So berühren mich die übrigen Partien so gut wie gar nicht. Vielleicht kommt das ja noch, wenn wir jeden Gegner einmal bespielt haben. Wie geht es euch damit?

In diesem Zusammenhang mein ureigenster Senf zum morgigen Testspiel des HSV gegen die Bayern:

Ich kann diese Ansetzung absolut nicht nachvollziehen.

Zum einen kann man von einem hohen Sieg der Bayern ausgehen (wer bitte will das wirklich sehen?), der weder für das anstehende Pokalspiel gegen Erndtebrück das Prädikat „besonders wertvoll“ verdient, noch für das gerade erst belohnte Selbstbewusstsein der Mannschaft praktisch erscheint.

Zum anderen besteht immer die Möglichkeit, dass sich einer unserer Spieler verletzt und dann bei den wichtigeren Ligaspielen fehlt.

Aktuell sollen erst 23.000 Tickets verkauft, das Stadion somit am Mittwoch nur halb voll sein. Wer es trotz allem sehen möchte: die Partie wird morgen live auf Sport1, ab 17 Uhr, übertragen…

Last but not least noch ein persönliches Wort zu Kostic.

Lieber Filip. Ich kann dein Verhalten in keinster Weise nachvollziehen. Du stehst bei einem Verein unter Vertrag, der dir regelmäßig jeden Monat dein Gehalt überweist. Du kamst 2016 für 14 Millionen vom VFB Stuttgart und hast seitdem deinen Marktwert mehr als halbiert. Hast du dich mal gefragt, woran das wohl liegen mag?

Meinst du nicht, dass dein Arbeitgeber es zumindest verdient hat, dass du bis zuletzt alles gibst, auch wenn du am liebsten sofort weg willst?

Es gebietet die Regel der Höflichkeit, sich nicht mit einem Boykott, sondern mit Leistung zu verabschieden! Und dem HSV endlich Planungssicherheit zu verschaffen. Das funktioniert aber nicht mit dem Ablehnen von Vertragsangeboten oder einer Null-Bock-Einstellung.

Ich habe fertig!

(mg)

Wo liegt eigentlich Sandhausen?

Tja, letzte Woche gegen Kiel, das war wohl nix.

Die Stimmung war gut, wir der absolute Favorit.
Es stimmte eigentlich alles.
Zuhause in unserem Wohnzimmer, ausverkaufte Hütte, das Wetter top, ein schönes munteres Spiel … nur das Ergebnis war mies.
Und damit meine Stimmung auch.

In der ersten halben Stunde hätten wir eigentlich ein paar Tore machen müssen. Nicht eins, sondern ein paar.
Dann hätte Holstein auch nicht mehr den Kopf hoch bekommen.
Stattdessen fingen wir an zu denken, die Ordnung ging leicht verloren, die Pässe kamen nicht mehr so genau, wir gerieten ins Schwimmen und Kiel bekam Oberwasser.

Hut ab vor Walter, daß er es geschafft hat, seine Mannschaft schon so gut zusammenspielen zu lassen.
Lee und Meffert waren man grad mal ne Woche da.
Aber das war es dann auch schon.
Weder hat er unser Spiel entschlüsselt oder uns sonst irgendwie besonders gut bespielt.
Es war eine reine Kopfsache.
Daß man gegen unser Spiel hoch pressen muß und/oder den Bus vor dem Tor parkt, dafür muß man kein Scoutinggott sein, das kann ich als Laie erkennen.
Das hohe Pressing ist unsere Archillesferse.
Im Training können wir uns davon locker befreien, aber unter dem Druck des wichtigen Spiels hat das nicht geklappt.
Das müssen wir lernen, das kann man nicht trainieren, nicht simulieren, das bekommt man nur durch Spielpraxis.

Und da kommen wir zu unserem Problem, das wir in diesem Jahr haben werden. Jeder Trainer wird seinen Spielern vor dem Spiel gegen den HSV sagen: „Wir haben nichts zu verlieren, der Druck liegt allein beim HSV. Verlieren wir, war es vorrauszusehen, holen wir Punkte, dann sind das Bonuspunkte, die keiner erwartet hat.“

Von vielen Kritikern kam die Aussage, uns fehlt der Plan B. Welcher Plan sollte das sein? Daß wir wieder anfangen, den Ball blind nach vorne zu holzen?
Nein, das System ist gut. Das hat die erste halbe Stunde auch gezeigt.
Wir müssen pressingresistenter werden, wir müssen nervenstärker werden.

Dann müssen wir hier und da noch ein wenig korrigieren und anschließend sollte das laufen.
Junge Spieler, neues anspruchsvolles System … daß es da Rückschläge gibt, ist natürlich.

Nun gehts nach Sandhausen. Ein symphatischer Verein, der für viele der Inbegriff für „2te Liga“ ist.
Ein Dorf mit 14.000 Einwohnern, ein Stadion mit 15.000 Plätzen, das so gut wie nie ausverkauft ist.
Der Zuschauerschnitt liegt bei 6.500 Besuchern.
Sonntag kommt der HSV und man rechnet damit, daß die Hütte ausverkauft sein wird und der HSV mit knapp 10.000 Fans aufschlägt.

Sandhausen spielt normalerweise aus einer gesicherten Defensive heraus.
Zentrum der IV ist Markus Karl, den vielleicht der eine oder andere HSVer noch kennt. Eigentlich gelernter 6er, aber macht sich in der IV auch sehr gut.
Aus dieser Defensive heraus versuchen sie normalerweise zügig nach vorne zu spielen.
Allerdings kann es sein, daß man gegen uns versucht, ähnlich hoch zu pressen, wie Kiel es getan hat.
Ausserdem sieht man es dort als ein Fest an, daß der große HSV zum Pflichtspiel kommt. Es wird was von Pokalcharakter haben, wie jedes Spiel dieser Saison.
Ausserdem hat man sich in diesem Jahr mit Mo Gouaida verstärkt, der im letzten Spiel allerdings auf der Bank saß.

Der HSV hat sich in dieser Woche zwei neue Spieler geliehen.
Mangala aus Stuttgart, der Spielpraxis sammeln soll und morgen wahrscheinlich schon für den verletzten Steinmann auflaufen wird. Leider ohne Kaufoption. Das ist zwar nicht optimal, aber es fehlt uns für Alternativen das Geld.
Wie ernst es um die Finanzen des HSV steht, kann man auch an den Preisen für das Derby ablesen. Das ist fast höchste Erstligakategorie.
Ich denke, das war ursprünglich nicht so geplant, aber auch durch die Verletzungen von Papa und Jung fehlt uns Geld.
Ekdal wird auch wahrscheinlich nur 1,5-2 Mio bringen, obwohl er eine sehr gute WM gespielt hat, und was mit Kostic passiert, ist auch noch fraglich.
Die hohen Preise für Karten, Trikots usw nimmt man, weil man Geld braucht, dringend Geld braucht. Zweite Liga ist ein hartes Brot.

Der zweite Spieler, den wir geliehen haben, ist Leo Lacroix. Auf die Frage, wie man das ausspricht, hat Becker nur geantwortet: „Leo“.
Leo kommt von St Etienne. Das letzte halbe Jahr war er bereits nach Basel verliehen. Den Gerüchten nach zahlt der HSV nicht das volle Gehalt und besitzt auch eine Kaufoption.
Ich bin gespannt, ob er morgen auch spielen wird. Van Drongelen ist gesetzt, aber wer neben ihm den Laden dichtmachen soll, ist noch fraglich.

Hunt fällt erneut aus.
Er hat einen Riss der Faszien (wenn ich richtig informiert bin, ist das die Haut um die Muskeln. So ganz laienhaft ausgedrückt).
Gegen Sandhausen wird es noch nichts, aber danach könnte er eventuell wieder mitmischen.

Vorne werden wir wahrscheinlich diesmal mit einem echten Stürmer spielen.
Man munkelt, daß Lasogga in der Startelf stehen wird.
Die Spielweise ansich wird sich nicht ändern, und das ist gut so.

Sandhausen freut sich aufs Spiel, aber hoffentlich ist es mit der Freude am Sonntagabend vorbei.
Für uns wäre es schon allein deshalb wichtig, um den psychologisch belastenden letzten Platz zu verlassen. Hoffen wir das Beste (fb)

ps: Die Überschrift ist nicht abwertend gemeint. Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit, die in Sandhausen geleistet wird und ich werde einen Teufel tun, und die Mannschaft unterschätzen. Das ist ein wenig das, womit sie spielen. „Wir sind der arme kleine Underdog, wir sind lieb und symphatisch, wir tun doch nichts“. Sandhausen spielt einen klaren harten (nicht unfairen) Fußball, hatte im letzten Jahr die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Wir sollten alle gewarnt sein. Die Punkte müssen hart erarbeitet werden.

Willkommen in Liga 2

Es war 22.05 Uhr, die 78. Minute der Auftaktpartie in der 2. Bundesliga, da geschah das, wovor zahlreiche Fußballtaktiker und auch andere Medien schon im Vorfeld ein wenig Bammel hatten, so sie es denn mit dem HSV hielten.

„Hamburg verkünstelt sich beim Versuch, fußballerisch hinten rauszuspielen. So landet der Ball beim freistehenden Lee. Der Südkoreaner behält die Übersicht und bedient den eingewechselten Kinsombi in der Mitte. Der braucht nur noch einzuschieben“, das stammt aus der Liveberichterstattung von Sky und bedeutet nichts anderes, als dass Pollersbeck und seine Vorderleute sich beim  Versuch, ein sauberes Spiel von hinten aufzubauen mächtig verrechneten. Der Ball landete beim Gegner und führte zu einem schnellen Konter in der eigenen Hälfte.

Unsanft ist der Bundesliga-Dino bei seiner Premiere im Unterhaus der Liga auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Mit 0:3 schickte ein in der zurückliegenden Sommerpause spielermäßig ziemlich zerpflückter Kieler Kader die Rothosen in die Kabine und nahm einen großen Sack der zuvor über den Hanseaten ausgeschütteten Euphorie gleich mit.

HSV-Kapitän, Lewis Holtby, der Aaron Hunt an der Binde vertrat, sagte am Sky-Mikrofon: „Das hatte nichts mit dem zu tun, wie wir spielen wollten. Wir waren mutlos, haben als Mannschaft nicht gut gespielt und verdient verloren. Das werden wir aufarbeiten müssen und nächste Woche ein anderes Gesicht zeigen. Das war ein Spiel, in dem wir desaströs waren. Wir müssen eine Reaktion zeigen.“

Und so manch einer fragte sich, ob das nicht einfach ein Einspieler aus der vergangenen Saison war.

Wie oft haben wir HSV-Fans, gerade in der vergangenen Saison, gleichlautende Sätze gehört?

Wie oft blieb die Mannschaft nach eigener Aussage hinter ihren eigenen Erwartungen zurück?

Ja, da waren Chancen. Gerade in der 1. Halbzeit sorgten Tatsuya Ito (3.), Neuzugang Jairo Samperio (5.) und Holtby (12.) vorne für mächtig Wirbel. Und auch Khaled Narey versuchte, nach gelungener Premiere gegen Monaco, erneut sein Glück als Torschütze, in der 35. Minute. Seine Chance in der 74., nach einer Flanke von Rick van Drongelen, bei dem er versuchte mit dem rechten Fuß im Fünfmeterraum zu netzten, hätte ebenfalls drin sein müssen.

Und wer weiß wie sich die Partie entwickelt hätte, wäre wenigstens einer dieser Bälle im Netz gelandet.

Hätte, wäre, wenn. Da sind wir wieder, bei dem so ungeliebten Konjunktiv, der die Abschlussschwäche der HSVer auch in der abgelaufenen Saison schon in bester Regelmäßigkeit begleitete.

Und dann war da ja noch Kiels Königstransfer, der bereits oben erwähnte südkoreanische WM-Teilnehmer Jae Sung Lee, der immer wieder für mächtig Unruhe im Titzschen System sorgte.

Damit wären wir aus meiner Sicht beim eigentlichen Problem.

Denn im Gegensatz zu vielen anderslautender Meinungen habe ich sehr wohl gesehen, dass die Kieler von ihrem (auch neuen) Trainer, Tim Walter, hervorragend auf dieses System eingestellt waren.

Ein ums andere Mal störten sie das in den letzten Spielen der 1. Liga und auch in den Testspielen so locker (manchmal zu leger) aussehende Aufbauspiel, mit Pollersbeck als „Libero“, machten dem Kurzpassspiel durch das Mittelfeld mit aggressivem Anlaufen schnell ein Ende und zwangen den HSV so erneut zu langen Bällen, die, mangels Anspielstationen viel zu oft wieder nur in der gegnerischen Hälfte landeten, wo sie zu schnellen Kontern führten.

Täusche ich mich, oder wirkten die Titzschen Schützlinge überrascht davon?

Klar ist es eine junge Mannschaft, und klar ist auch, dass diese Youngsters immer mal wieder Fehler machen werden.

Trotzdem sah es oft so aus, als fiele ihnen, insbesondere in der 2. Halbzeit, keine Antwort auf die anstürmenden Kieler ein, die eben jenes eintrainierte System so manches Mal unterbanden.

So blieb dem HSV teils nichts anderes über, als einem verlorenen Ball hinterherzujagen, um Schlimmeres zu vermeiden.

Dabei half dann auch Pollersbeck, der mehrmals (z.B. in der 46. und 86. Minute) hervorragend parierte.

Irgendwie fehlte mir letztlich aber öfter auch der letzte Biss in den Zweikämpfen und im Laufen ohne Ball. Ich will glauben, das war nur eine schlechte Tagesform und hatte nichts mit mangelnder Kondition zu tun.

Mein Fazit:

Plan A ist mächtig in die Hose gegangen. Und auch die kommenden Gegner werden versuchen, sich der Hamburger Spielweise anzupassen und gegenzuhalten.

Es mangelte an einem Spielemacher im Mittelfeld und ich hoffe, dass nicht nur der fehlende Hunt diese Lücke ausgleichen kann.

Sollte dem so sein, hat Becker nicht nur die Aufgabe, sich noch nach einem IV umzuschauen, um die instabile Defensive zu stabilisieren.

Für mich war es auch eine überraschende Aufstellung, ohne richtigen Stürmer. Vielleicht doch keine so gute Idee.

Ich hoffe, Titz hat noch ein Plan B in der Tasche. Sonst könnte diese Saison für den leidgeprüften HSV-Fan eine noch härtere werden und schnell für Unruhe im Umfeld sorgen, die, wie wir nur zu gut wissen, kontraproduktiv ist.

Noch ist nicht viel passiert. Außer der Tatsache, dass der HSV mit aller Realität in der 2. Liga angekommen ist.

Und vielleicht liegt ein Großteil des vorherrschenden Frustes in den Tiefen der vergangenen Spielzeiten begründet. Denn man kann noch so oft sagen, schaut voran und nicht nach hinten.

In unseren Köpfen befinden sich noch immer jede Menge dieser unnötigen Niederlagen, die uns letztendlich dorthin brachten, wo wir jetzt spielen.

Und ich möchte nicht irgendwann wieder damit anfangen, die Spiele aufzuzählen, in denen man noch so und so viel Punkte machen kann, um nicht erneut in einen nach unten zeigenden Strudel zu geraten.

Ich brauche keine Durchhalteparolen mehr. Sie alle sind ausgelutscht. Wie in einer Beziehung, in der ein Thema totgeredet ist.

Ich baue auf sachliche (angebrachte) Kritik, eine realistische Analyse. Unter uns Fans und erst recht innerhalb der Mannschaft.

Diese Kritik hat auch nichts damit zu tun, dass wir nicht trotzdem uneingeschränkt hinter unseren Jungs und dem Trainer stehen.

Einem Trainer, der die Mannschaft bis zum nächsten Wochenende auch mental wieder aufbauen kann, um den entstandenen Schwung aus der Vorbereitung in die nächsten Spiele mitzunehmen.

Herr Titz, übernehmen Sie! Wir brauchen Reaktionen: Selbstbewusstsein ohne Arroganz, Taktik mit Variabilität, Mut ohne Übermut. Und das alles am besten schon nächste Woche gegen Sandhausen. (mg)

Kicken mit fliegendem Torwart

Am Freitag geht es endlich wieder los. Endlich wieder richtiger Fußball und nicht nur WM oder Testspiele.
Es ist zwar leider nur 2. Liga, aber dafür hat das Warten jetzt schon ein Ende. Das Abenteuer beginnt.

Die Frage ist, wo stehen wir im Vergleich zu den anderen?
Der Kader sieht wie folgt aus:

Tor: Pollersbeck, Mickel und Behrens

RV: Sakai und als Ersatz Ambrosius, Knost oder auch Narey

IV: Jung wäre gesetzt gewesen, fällt aber erstmal ein halbes Jahr aus.
Man hat überlegt, Papa als Ersatz zu halten, aber er fällt mit der gleichen Verletzung aus.
Stamm-IV wird somit vorraussichtlich van Drongelen/Bates.
Die beiden machen ihre Sache gut.

Dahinter haben wir junge Talente wie Ambrosius, Pfeiffer und Jonas David.
Moritz wurde in der Vorbereitung auch ausprobiert, aber mich konnte er nicht überzeugen.
Weil das alles durch den Ausfall von Gideon qualitativ etwas dünn ist, überlegt man seitens des HSV, noch einen gestandenen IV zu verpflichten.
Der Ex-Braunschweiger Baffo war im Gespräch, aber weil er nach seinem Kreuzbandriss noch nicht weit genug genesen ist, nimmt man von einer Verpflichtung Abstand.

LV: Noch spielt dort Santos als erste Wahl vor Vagnoman.
In der Vorbereitung wurden auch Narey und van Drongelen dort getestet.
Santos ist ein absoluter Leistungsträger unserer Mannschaft.
Allerdings ist seine Qualität anderen auch nicht verborgen geblieben.
Im Moment soll Schalke an ihm baggern. Der HSV hat mindestens 25 Mio aufgerufen, wenn man der Presse glauben darf.
Wenn ich ehrlich bin, ich hoffe er bleibt.

Das DM mit Steinmann und Moritz.
Moritz ist ein Spieler, von dem Titz viel hält, aber Steinmann hat leistungsmäßig die Nase vorn.
Matti hat das gewisse Gespür für die Räume, seine Spieleröffnung ist dadurch besser. Fallen beide aus, wären die Alternativen Janjicic und Jonas David, dessen Stammposition das DM ist.

RM: Auf rechts ist Narey erste Wahl.
Danach kommen Jatta und Jairo. Der Spanier kann beide Seiten gleichermaßen spielen.

OM: Dort ist Holtby der Platzhirsch. Neben ihm sollte Hunt gesetzt sein, wenn Titz ihn nicht in den Sturm zieht.
Ansonsten setzt der Trainer dort auch gerne Janjicic ein, der den Job sehr gut erledigt.
Danach kommen Kwarteng, Ferati oder auch Moritz.

LM: Dort ist Ito erste Wahl, gefolgt von Jairo und Jatta.
Und Opoku sollte man auch nicht vergessen, der in 2-3 Monaten wohl wieder voll mitmischen kann.

Sturm: Lasogga, Wintzheimer, Arp oder auch Hunt heißen hier die Alternativen.
Alle auf einem recht hohen Zweitligalevel, alle leicht verschieden, so daß man die Spieler auch nach taktischen Vorgaben austauschen kann.
Lasogga hat wohl die Nase vorn, aber er ist reiner Strafraumstürmer.
Die anderen drei sind spielerisch stärker und auch dabei noch verschieden. Ich denke, Titz wird mit diesen taktischen Möglichkeiten spielen.
Aber egal wer spielt, ich hab bei jedem ein gutes Gefühl.

Ekdal und Kostic sind auch noch da, spielen aber in den Planungen wohl keine Rolle mehr.

Der Kader umfasst 28 Spieler, von denen viele polyvalent einsetzbar sind.
Der erste Anzug sitzt meiner Ansicht nach sehr gut, der zweite Anzug fällt nicht sehr viel ab.
Lediglich wenn man mehrere Ausfälle auf einer Position hat, fällt die Qualität ab.
Ich sehe uns mit der Breite des Kaders gut gerüstet.
Viele unserer künftigen Gegner haben einen größeren Qualitätsabfall nach der ersten Elf.

Die Mannschaft ist auch aus anderen Gründen recht gut zusammengestellt.
Sie ist eine Einheit, es gibt eine gesunde Hierachie und auch eine Achse.
Ursprünglich bestand sie aus Pollersbeck-Jung-Steinmann-Holtby-Hunt.
Auch wenn Jung jetzt wegfällt, die vielen jungen Spieler können sich an dieser Achse aufrichten.

Wir spielen nicht mehr wie in den letzten Jahren, nur auf „Ball erobern-Ball nach vorne holzen-vorne hilft der liebe Gott“, sondern wir versuchen, das Spiel vernünftig flach von hinten nach vorne aufzubauen.
Der lange Hafer ist dabei dann nur ein Stilmittel von vielen, der gezielt gesetzt werden soll, wenn der Gegner sehr hoch presst.
Hier muß Poller allerdings noch lernen, wann man lang schlägt und wann kurz spielt. Seine Entscheidungsfindung ist noch nicht ausgereift.
Aber das kommt mit der Zeit. Ziel ist immer der gegnerische 16er, den wir mit möglichst viel Leuten besetzen.
Aber auch wenn die Wahrscheinlichkeit ein Tor zu erzielen am höchsten ist, wenn man im 16er ist, so hat Titz das nicht zur Religion erklärt, wie zB Jogi Löw oder Pep Guardiola.
Wenn die Möglichkeit da ist, mal von weiter weg abzuziehen, dann dürfen die Spieler das auch.
Das halte ich für gut, denn so wird der Gegner gezwungen, sich um jeden Spieler in Schlagdistanz zu kümmern.
Sich nur in den 16er zurückziehen kann gefährlich werden, denn es wird immer mal ein abgefälschter Ball durchkommen.

Pollersbeck rückt beim Spielaufbau sehr oft fast bis zur Mittellinie auf.
Das ist nicht ohne Risiko, aber unsere Spieler haben eine Anspielstation mehr auf dem Platz.
Es erinnert mich an das Spiel mit fliegendem Torwart auf dem Bolzplatz, früher in meiner Kindheit.

Die beiden IV rücken meist beim Spielaufbau nach außen, die AV sind in der Linie davor zu finden.
Das defensive Zentrum beherrscht Matti Steinmann. Er steht meist richtig und hat ein gutes Auge für die Situationen vor ihm.
Er ist nicht der Schnellste, aber macht das damit wett, dass er meist richtig steht.
In der Defensive stehen wir in der Regel im 4-4-2, wie viele Mannschaften

Man versucht durch kurze Pässe, die je weiter man in der gegnerischen Hälfte ist, immer risikoreicher gespielt werden, die Spieler vor dem Tor in Position zu bringen. Verliert man den Ball, dann geht es sofort daran, ihn wieder zurückzuerobern.
Oft bekommt man ihn und falls nicht, so kann der Gegner zumindest nicht in Ruhe das Spiel aufbauen. Man zwingt ihn zu Fehlern.

Mit Spielern wie Steinmann, Hunt und Janjicic kann man die gegnerischen Mannschaften durch gutes Passspiel aushebeln, durch Spieler wie Ito und Narey schafft man sich durch Dribblings Räume.
Holtby ist immer und überall zu finden. Das ist wertvoll, weil er immer wieder Überzahl schafft.
Und er hat seinen Drang zum Tor wiedergefunden.
Mit dem offensiven Santos, der auch mal an der Grundlinie ein Dribbling ansetzt und dem etwas defensiveren Sakai, spielt man auf außen mit einer leichten Asymetrie.
Das ist gut so, denn ein Spieler wie Santos auch auf rechts würde es schwieriger machen, defensive Kompaktheit zu halten.
Das Spiel würde leicht vogelwild.
Das haben wir in den Testspielen gesehen, wenn Narey und Santos auf den Aussenverteidigerposten gespielt haben.

War das Spiel unter Gisdol eindimensional und ausrechenbar, so sind wir heute viel flexibler.
Funktioniert das eine nicht, suchen wir ne andere Möglichkeit, die Abwehr des Gegners zu knacken.

Dafür, daß Großteile der Mannschaft neu hinzugekommen sind, ist die Truppe schon recht gut eingespielt.
Aber da geht noch mehr. Wir sind überall gut besetzt, es gibt kaum Schwachstellen.
Ich denke, die Mannschaft kann eine gute Rolle in der zweiten Liga spielen.

Der Gegner Kiel hat eine sehr gute Saison hinter sich. Es ist allerdings nicht zu erwarten, daß sie dieses Ergebnis auch nur ansatzweise reproduzieren können. Neuer Trainer, viele neue Spieler, die Mannschaft wegen des Wechsels auf der Position des SpoDis spät zusammengestellt, der Leistungsträger in der Zentrale, Kinsombi, ist verletzt … es wird schwer.
Zumal sie auch nicht die Aufstiegseuphorie des letzten Jahres tragen wird.

Es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn Kiel im vollbesetzten Volkspark am Freitag was Zählbares holt.

Die zweite Liga
Unsere Zielsetzung ist der Wiederaufstieg. Es wird wahrscheinlich sehr hart, aber es ist ein realistisches Ziel.
Allerdings ist anzunehmen, daß Köln den 1. Platz macht.
Das bedeutet, daß wir keine andere Mannschaft an uns vorbeilassen dürfen.
Wie gesagt, es wird hart.
Wir haben das Potential, aber kann unsere junge Mannschaft das auch konstant ausschöpfen?
Im letzten Jahr sind viele Mannschaften in der zweiten Liga an der Konstanz gescheitert.
Köln ist absoluter Favorit auf die Felge. Sie hatten den teuersten Kader und haben sich am teuersten verstärkt. Mit Markus Anfang haben sie auch einen sehr guten Trainer.
Die Frage ist, wie gelingt ihnen der Start?
Sie sind noch nicht so eingespielt, wie wir.

Dahinter sehe ich Ingolstadt. Sie haben letztes Jahr einen guten Kader gehabt und galten als Underperformer.
Ausserdem haben sie sich gut verstärkt.
Dann kommen noch Union und Bochum. Das sind meiner Ansicht nach die Kandidaten für den Aufstieg. Es kann natürlich auch immer wieder eine Überraschungsmannschaft hochkommen, so wie Kiel im letzten Jahr.
Einige sehen Dresden mit im Kampf um den Aufstieg.
Die Mannschaft ist nicht schlecht, aber trotzdem glaub ich nicht recht dran.

Um den Abstieg werden Fürth, Aue, Kiel, Heidenheim und St Pauli spielen.
Fragt mich bei St Pauli nicht, warum ich das denke, ich hab nur irgendwie das Gefühl, daß sie nicht so performen werden, wie sie es sich wünschen. (ps: Ich hab nichts gegen St Pauli)
Der Rest wird wahrscheinlich die Saison im Mittelfeld beenden.

Wir werden gut in die Saison starten, davon bin ich überzeugt.
Aber ich denke, daß wir auch Krisen zu überstehen haben werden.
Und diese Krisen dürfen nicht all zu groß sein, damit wir unser Ziel nicht verfehlen. Von daher wird es eine harte Saison. Die Konstanz die wir brauchen, wird unsere junge Truppe wahrscheinlich nicht immer bringen können.
Was in der Natur der Sache liegt. Unser Kader ist ca 1 Jahr jünger, als die zweitjüngste Mannschaft der Liga und ca 4 Jahre jünger, als die älteste.
In unserer Mannschaft steckt enorm viel Potential, aber Potential schießt keine Tore. Und wenn es mal eine Leistungsdelle gibt, sollten wir Ruhe bewahren und unsere Jungs weiter anfeuern. Das ist das, was sie dann braucht.

Hoffen wir also auf eine Saison, die ein glückliches Ende für uns bereithält. Endlich wieder Fußball, endlich wieder HSV (fb)

„Jeheheja, hehe, auf geht’s Hamburg“!

Nicht allzu oft haben die Fans des HSV in den vergangenen Jahren dem Torjubel von Scooter, über dem Volksparkstadion lauschen dürfen.
Gestern durften sie schon mal üben, für eine hoffentlich torreichere Saison, als die letzten, in denen es eigentlich ständig nur um den Klassenerhalt ging.
Ganze dreimal drückte Lotto, in der Kabine des Stadionsprechers auf den entsprechenden Jingle-Knopf.

„Jeheheja…“ Nach einem schönen Zuspiel unseres neuen Kapitäns, Aaron Hunt, war es ausgerechnet der Neuzugang aus Fürth, Khaled Narey, der über rechts seinen Gegenspieler außer Gefecht setzte und mit einem sehenswerten Schuss den Ball aus 15 Metern, in der 29. Minute, zum 1:0 im Tor versenkte.
Als Auftakt zur neuen Saison lud der HSV zum traditionellen Volksparkfest. Rund um das letzte Testspiel, gegen den AS Monaco, hatten die Organisatoren ein buntes Programm aus Sport, Spaß und Musik geflochten, bei dem für jeden etwas dabei war.
Auch die Spieler mischten sich unter das Volk und erfüllten einmal mehr das Motto von Trainer Christian Titz, eine „Mannschaft zum Anfassen“ sein zu wollen.

Endlich geht es wieder los.
Nach dem bitteren Abstieg unseres Vereins, in die 2. Liga, geht es ab kommenden Freitag in diesem Jahr um den Aufstieg. Den Aufstieg ins Oberhaus der Bundesliga.
Und ich kann es gar nicht abwarten.

Was eigentlich erwarte ich?
Nun, zunächst mal eine Saison, in der wir uns endlich mal wieder über mehr schöne Tore freuen dürfen. Auswärtssiege, die Spaß machen, eine Mannschaft, die endlich wieder diesen Namen verdient. Die kämpferisch ist, läuferisch alles aus sich rausholt und auch mit besserem Fußball überzeugt, als wir inzwischen gewohnt waren.
Mein Motto lautet: Schauen wir nach vorne und nicht zurück.

Das, was in den vergangenen Testspielen (und auch im Trainingslager im österreichischen Bad Erlach) zu sehen war, macht Mut.
Mit Christian Titz an der Seitenlinie haben wir einen Trainer, der zwar Fehler erlaubt, aber sofort daran geht, diese möglichst schnell auszumerzen.

Klar wird es Rückschläge geben. Insbesondere gegen Mannschaften, die sehr defensiv aufgestellt sind und auf Konter lauern. Da sind wir noch sehr anfällig.
Wobei gestern sehr schön zu beobachten war, dass selbst ein Lasogga dazu angehalten ist, mit nach hinten zu arbeiten.
Mannschaftlich geschlossen lautet die Devise.
Dafür spricht auch das 2. Tor des Tages, das erneut durch den im rechten Mittelfeld „beheimateten“ Narey erzielt wurde. Übrigens wieder nach einer Vorlage von Hunt. Hier scheinen sich zwei gefunden zu haben 😉

Und es gab einen weiteren Scorrerpunkt für den Neukapitän.: in der 73. Minute war es Lasogga, der mit einem satten Schuss ins lange Eck den Endstand zum 3:1 erzielte.

Ach ja: die Monegassen schlossen in der 47. Minute zum 2:1 auf. Auch der Treffer war durchaus sehenswert. Und wäre das Tor ein paar Zentimeter breiter gewesen, hätten die Gäste glatt schon in der 1. Halbzeit aufgeschlossen. Der Pfosten aber hielt stand.
Und auch Pollersbeck zeigte einige Male mit tollen Paraden, warum er den Vorzug vor Tom Mickel im Titz´schen System erhalten hat.

Apropos Titz und Pollersbeck.
Der Spielaufbau über unseren Torhüter und seine IVs (gestern Bates und van Drongelen) sieht schon ganz gut aus. Andererseits wird einem als Zuschauer manchmal schon ein wenig schwummrig, wie verspielt und leger der Spielaufbau teilweise wirkt.
Die Gegner werden sich schnell darauf einstellen und dann kann bereits ein kleiner, zu kurzer oder langer Fehlpass reichen, um in einen gefährlichen Konter in der eigenen Hälfte zu geraten.
Auch muss aufgepasst werden, dass im Spiel durch das Mittelfeld nicht zu viel klein/klein gepasst wird.
Hier fehlt manchmal noch die Präzision der Laufwege und die nötige Routine.
Aber, die Saison ist ja lang und Titz sieht alles das, was wir versuchen zu analysieren, noch besser und professioneller.

Ein Wort noch zu unseren Neuzugängen, die mir ausnahmslos gut gefallen haben. So mag ich beispielsweise die „bulligen“ Einsätze eines Nareys und Kwartengs, wenn Opoku wieder fit ist, werden wir auch an ihm viel Spaß haben.
David Bates hat sich klasse in das Mannschaftsgefüge hineingearbeitet und übernimmt teils bereits Führungsaufgaben in der Abwehr.
Auch Samperio und Moritz haben ihren Platz schon gefunden. Und warum die Bayern haben Wintzheimer gehen lassen, wird wohl ihr ewiges Geheimnis bleiben.
Matti Steinmann wird an den Etablierten weiter wachsen. Gleiches gilt für Ito, der als Kleinster in dieser Saison ein ganz Großer werden kann.
Last but not least gehen die besten Genesungswünsche an unser Krankenlager. Papa, Jung und Opoku, werdet schnell wieder gesund, wir werden euch alle noch brauchen…
…beim Abenteuer 2. Bundesliga, das jetzt endlich beginnt.
Ich kann es gar nicht abwarten.
(mg)

Abstiegsfrust, Abenteuerlust und eine Reise nach Österreich

Vorfreude, Wehmut, oder Euphorie?
Mehrere Herzen schlagen gerade in meiner Brust.
Nunmehr sind es bereits acht Wochen, seitdem der HSV den bitteren Abstieg in Liga 2 besiegelte.
Acht Wochen, in denen ich versuchte zu realisieren, was da geschehen war.

Unabsteigbar?
Niemals 2. Liga?
Vorbei!

In meiner Trauer wurde ich aufgefangen, durch die aufkeimende Euphorie, die sich rund um den Verein, kaum einen Tag nach dem Spiel gegen die Fohlen erhob.
Über 5000 neue Vereinsanträge gingen ein.
„Mein Hamburg lieb ich sehr“ klang in meinen Ohren nach.
Ein „Jetzt erst recht“-Gefühl keimte auf.

Neue Spieler kommen, bekannte Gesichter gehen.
Einige konnten es sich leider nicht verkneifen, noch einmal gegen den ehemaligen Arbeitgeber nachzutreten.
So tun die Worte von Hahn und Co zwar weh, sie zeigen uns trotzdem einiges.

Ja, es herrschte eine Zeitlang Unruhe, speziell auf der Führungsebene. Doch so wie es scheint, sind diese Tage gezählt, in denen die BILD oder das Abendblatt vor der Vereinsführung wusste, wer kommt und wer geht.
In denen von außen noch mehr Unruhe nach innen getragen werden konnte und sich die handelnden Personen davon beeinflussen ließen.
Ruhig und sachlich wird augenscheinlich an einem Kader gearbeitet, der die bevorstehende Herkulesaufgabe angeht und bewältigen kann.
Gemeinsam und Hand in Hand.
Im Gegensatz zu vorherigen Transferperioden werden sogar Spieler VERKAUFT. Für den ein oder anderen beurlaubten SpoDi dürften das ein Schlag ins Gesicht sein.

Ja, so manch ein Trainer vercoachte sich in der letzten Saison mächtig und überging dabei manch einen Spieler wortlos.
Aber hey. Seid ihr Jungs nicht alle erwachsen genug, eure Interessen in einem INTERNEN Gespräch anzubringen und nach Lösungen zu suchen?

Raus aus der Komfortzone, rein in die Selbstständigkeit eines Profispielers, der weiß, was er will, der zeigt, dass er kann! Der sich eben nicht zu schade ist, im Sinne der Mannschaft auch mal Platz auf der Bank zu nehmen, um in der Woche danach doppelt Vollgas im Training zu geben.
Ein „es hat niemand mit mir gesprochen“ ist mir da zu einfach!

Sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Stellvertretend dafür sei hier Lewis Holtby erwähnt, der ohne großen Medienrummel die Durststrecke auf der Bank überstand und anschließend eben NICHT zu einem Gesicht des Abstiegs, sondern mit seiner Vertragsverlängerung eher eines der Hoffnung auf bessere Zeiten wurde.

Und wenn ich von mehreren Herzen in meiner Brust spreche, dann meine ich auch das, was am 1. Spieltag der 2. Liga nochmal traurig darauf schaut, dass die Liga, die man bisher kannte, erst Stunden später angepfiffen wird.
Ich hoffe, dass unsere Jungs, unser Trainerteam und auch die Vereinsspitze mich (und mit mir sicherlich zigtausend weitere) mit erfrischendem Fußball auffängt.
Wir HSVer gieren nach gutem Fußball.
Wir gieren nach Erfolgserlebnissen.
Wir gieren nach Toren und wir haben es auch verdient.

Somit habe ich mir vorgenommen, mich ab sofort ganz einfach zu freuen. Auf das Abenteuer 2. Liga, das hoffentlich nicht länger als dieses eine Jahr dauert.

Es wird kein Selbstgänger.
Aber es wird spannend sein zu sehen, wie sich der HSV auf unbekanntem Terrain entwickelt.

Einen ersten Eindruck auf die kommenden 34 Spieltage erhaltet ihr ab kommendem Sonntag von uns.
Die BlogPerlen begleiten die Mannschaft nach Österreich, ins Trainingslager.
Dort wird uns hoffentlich nicht nur der Wettergott und der Greenkeeper wohl gesonnen sein, sondern wir lernen den ein oder anderen von euch sicher auch mal persönlich kennen.

Auf viele schöne Momente, die wir mit euch teilen können.
Ich freue mich wie ein kleines Kind auf die neue Mannschaft.
(mg)

Ecken und Kanten

Unsere deutsche Nationalmannschaft ist ausgeschieden.
In der Vorrunde.
Als Letzter in einer Gruppe, eigentlich ohne die ganz großen Namen.

Nun stelle ich mir ein wenig die Frage nach dem Warum und viel wichtiger: Was kann man daraus lernen?
Und damit meine ich durchaus auch unseren HSV.

Die Spieler, die Löw mit nach Rußland genommen hat, waren alle gut.
Nun kann man streiten, ob sie besser als die Spieler der anderen Favoriten waren, aber für die Gruppe hätte es locker reichen müssen.
Also hat die Mannschaft nicht funktioniert oder die Taktik hat nicht gestimmt. Wahrscheinlich beides.
Fangen wir taktisch an: Die drei Gegner haben sich hinten reingestellt auf schnelle Konter gewartet.
Das ist im Übrigen auch etwas, was dem HSV in der Liga oft passieren wird.

Dann hat die deutsche Nationalmannschaft meiner Ansicht nach drei Fehler gemacht.
1. hat man die Halbräume nicht anständig besetzt.
Erinnern wir uns, dort lauerte fast immer einer der Gegner. Es kam ein Ball von hinten aus der Abwehr geschlagen und dann ging es mit Tempo los und die Abwehr kam ins Schwimmen.
Dabei haben wir es versäumt, schnell genug, mit genügend Leuten hinter den Ball zu kommen.
Das war schon so in den Vorbereitungsspielen und in den Gruppenspielen zu beobachten.
2. man hat sich immer wieder auf die Flügel drängen lassen, anstatt es übers Zentrum zu versuchen.
Aber das war eben auch von den Gegnern gut gemacht. Man hat unser Spiel ganz gezielt auf die Flügel gedrängt.
Und 3. hat man auf Teufel komm raus versucht, im Strafraum Überzahl zu entwickeln.
Das hört sich erstmal richtig an, aber wenn der Gegner schon mit 6 Spielern im Strafraum steht und wir noch mit 4 Spielern reindrängen, dann wird es einfach alles zu eng.
Erinnert ihr euch an unser Mainz-Spiel? Da hat Holler auch einen Stürmer nach dem anderen eingewechselt, alle haben sich im Weg gestanden und niemand war da, der diese Stürmer hätte in Szene setzen können.
Hier war es ähnlich. Wir hätten unsere Spieler zurückziehen müssen (was nebenbei auch der Defensive mehr Stabilität gebracht hätte) und dann wären Räume frei gewesen für Werner, Müller und Reus, in die sie hätten stoßen können.
Alle drei haben das Auge für solche Räume. Auch mit Özil und Kroos hätte man Spieler gehabt, die das Auge für die Räume gehabt hätten um genau dorthin die Bälle zu passen.
Und dann muß man auch einfach mal abziehen, auch aus der Entfernung.
Warum war Brandt so gut? Weil er genau das getan hat (mal, nicht nur).
Dann kommt der Ball zumindest mal aufs Tor und man hat die Chance, daß er, eventuell auch mal abgefälscht, reingeht.

Was hat das nun mit dem HSV 18/19 zu tun?
Ganz einfach: auch wir müssen aufpassen, daß wir die Räume nicht zu eng machen.
Geht es Richtung gegnerischem Strafraum, dann können wir mit Ito eins gegen eins, mit Holtby, der auch den Drang in diese Räume hat und auf der anderen Seite mit dem blitzschnellen Narey in die Räume hinter die Abwehr gehen, oder eben auch in die Mitte ziehen, um abzuschließen.
Beidfüßig kann er. Ich hoffe er erkennt auch die nötigen Räume.

Die Mannschaft. Es fehlte bei der Nationalmannschaft an mannschaftlicher Geschlossenheit auf dem Platz.
Anscheinend hatten die Spieler alle zu sehr mit sich selbst zu tun.
Dann fehlten Typen wie Poldi, die die anderen auch mal auflockern, Typen wir Klose, Mertesacker, die immer und überall zu 100% professionell sind und ein Schweinsteiger, der eben auch mal drüber hinweggeht und damit die anderen mitreißt.
Leider hat man es zu sehr im Schongang versucht.
Zu wenig Bewegung ohne Ball, somit fehlte es an Anspielstationen.
Nach Fehlpässen ist zB ein Toni Kroos nicht richtig hinterhergegangen, um den Fehler wettzumachen.
Viel entlädt sich auf Özil, aber auf den Zug sollten wir nicht aufspringen. Sicher, auch er hat nicht geglänzt, aber trotzdem war er nicht schlecht.
Nur ohne Bewegung im Strafraum hat er keine Lücken, in die er passen kann. Und lasst euch nicht von seiner Körpersprache täuschen. Mit genau dieser Körpersprache ist er vor 4 Jahren Weltmeister geworden.
Die ganze Mannschaft wirkte bocklos.
Warum? Unter anderem auch deshalb, weil sich viele Fans von ihr abgewandt haben.
Oder andersrum, man hat es seitens des DFB versäumt, die Fans mit ins Boot zu nehmen.
Diesen Schuh muß sich der aalglatte Bierhoff anziehen.
Die Presse wird von den Spielern und vom Trainer ferngehalten, Nachfragen sind nicht erwünscht.
Und auch die Erdoganaffaire, ist krisenmanagementmäßig saumiserabel behandelt worden.
Es wird versucht nirgendwo anzuecken, mit dem Ergebnis, man wird gesichtslos, austauschbar.
Im Eintrachtpodcast hat man es mit ner Scheibe Brot verglichen. Der eine mag keine Marmelade, der nächste keinen Käse und der übernächste keine Wurst.
Also gibt es nur trocken Brot.

Viele meinen, die Nationalmannschaft bekäme nichts davon mit, was hier in Deutschland abgeht. Das stimmt nicht. Man merkt immer wieder, sie registrieren ganz genau, wie die Stimmung unter den Fans ist.
Und eine gute Stimmung zuhause hätte den Jungs in Rußland auch geholfen, die richtige WM-Stimmung in der Mannschaft aufkommen zu lassen.

Als Folge der AfDisierung der Gesellschaft gibt es beim DFB auch keine Aktionen mehr, wie die „Wir sind Deutschland“-Geschichte, in der auch Nationalspieler mitgemacht haben (zB Gerald Asamoah). Warum gibt es sie eigentlich nicht mehr? Ganz einfach, man hat Angst, durch die Positionierung Leute zu verschrecken.

Hier sind ganz eindringlich Bierhoff und auch Grindel gefragt.
Was will man in Zukunft? Wie sieht sich die Nationalmannschaft in Zukunft? Mit Wischiwaschi kann man vielleicht kurzfristig Erfolg haben, aber man wird austauschbar.
Mit entsprechenden Aktionen hätte man die Möglichkeit klar auszudrücken: Scheißegal, was so manche Idioten sagen, wir stehen hinter euch, wir stehen zu 100% hinter der Mannschaft.
Und man hätte die Möglichkeit klar auszudrücken: Scheißegal, was die Idioten sagen, wir stehen hinter euch, wir stehen zu 100% hinter der Mannschaft. Und dann werden nämlich auch Loddar, Basler und wie die Pseudoexperten alle heißen, ruhig, wenn sie merken, da in Rußland ist eine Einheit

Und hier kommen wir erneut zum HSV: Wofür steht der HSV der Zukunft? Wo will man hin?
Hier könnte man ja aufs Leitbild verweisen. Aber das ist so umfangreich, da ist für jeden was drin, dadurch ist es aber eben wischiwaschi. Hier hat man es versäumt, sich ein Profil zu geben. Bei dem ganzen Socialmedia, HSV-tv, usw. muß man jedoch aufpassen, daß man nicht zu glatt wird, wie ein rundgelutscher Kieselstein, sondern daß man sich die Ecken und Kanten bewahrt, die nötig sind.

Neulich hätte man die Möglichkeit dazu gehabt, als man erst Albin Ekdal, mit seinen Schweden, viel Glück gewünscht hat, dann den Tweet wieder zurückgezogen, weil das ja gegen die deutsche Nationalmannschaft ging. Man hätte zeigen können: Wir sind der HSV, wir stehen hinter unseren Spielern, auch wenn sie gerade mal nicht für uns, sondern für ihr Land spielen.
Aber stattdessen hat man es vorgezogen, mit dem Strom zu schwimmen.

Ein gesundes Selbstbewusstsein täte uns gut. Selbstbewusst und aufrecht sollten wir unseren Weg gehen, gegen all die Leute, die sich von Bild, AB, Mopo und/oder DoPa aufhetzen lassen.
Ich wünsche mir beispielsweise einen Lewis Holtby, der dann eben im Fieldinterview, wie das so schön neudeutsch heißt, auch mal einen raushaut. Spieler, die mal klar Stellung beziehen. Das kann man nämlich auch, ohne Leute anzuprangern.

Uns fehlt in Deutschland und auch beim HSV der Mut zu Ecken und Kanten. Und ein bisschen von dem, was in Bayern das „mia san mia“ ist. „wi sinn wi“ (fb)

Europapokaaaaaaaal

Sorry, ne andere Überschrift fiel mir gerade nicht ein.
Aber ich bin mir sicher, ich hab jetzt eure Aufmerksamkeit.

Normalerweise kommt von mir ja immer eine Saisonrückschau. Nach der Saison fehlte mir die Zeit dazu, jetzt hab ich keinen Bock mehr, nach hinten zu gucken.

Abstieg, 2. Liga.
Ich glaube, so richtig begriffen hab ich es immer noch nicht.
Aber eines weiß ich, ich freu mich auf die neue Saison, wie schon lange nicht mehr.

Das hat allerdings weniger mit dem Abstieg zu tun, sondern eher damit, daß beim HSV seit der Wahl von Bernd Hoffmann sehr viel richtig gemacht wird.
Den Abstieg konnte er nicht mehr verhindern, aber er hat die Weichen stellen können, damit wir quasi in der schwärzesten Stunde des Vereins optimistisch und voller Vorfreude nach vorne schauen können.
Die Spitze des Vereins ist neu geordnet worden. Bernd Hoffmann ist Interimsvorstandsvorsitzender.
Ob er den Job demnächst wieder abgibt oder irgendwann zum regulären VV wird, muß man sehen.
Die Hauptsache ist, es wird dort wieder anständig gehandelt.
Mit Ralf Becker haben wir zudem einen neuen Sportvorstand.
Und allen Unkenrufen zum Trotz: Bernhard Peters ist noch da und leitet wie zuvor die Ausbildung der Jugend.
Alle drei sind sich ähnlicher, als man auf den ersten Blick meinen könnte.
Sie sind zielstrebig, konsequent, klar in ihren Entscheidungen, leistungsorientiert und alle sind bereit, Entscheidungen ohne langes Zögern auch zu treffen.
Das wird unweigerlich zu Reibungen führen.
Aber das sollte uns keine Sorgen bereiten, denn diese Reibungen führen dazu, daß bessere Entscheidungen getroffen werden. Alle drei werden diese tolerieren, weil sie wissen, daß nur so Topleistungen erzielt werden können. Und darauf kommt es ihnen an.

Der HSV macht im Moment vieles richtig. Nicht alles, wie man zB am Trainingslager sehen konnte, aber doch sehr viel.
Das gefällt mir, das gefällt aber auch den anderen Fans. Das Ergebnis ist eine Euphorie, wie wir sie lange nicht mehr hatten.
Wir HSVer lechzen förmlich nach gutem Fußball.
Seit Titz unser Trainer ist, spielen wir gut. Das heißt nicht, daß wir alles gewinnen, sondern erstmal nur, daß wir gut spielen.

Viele Spieler werden uns verlassen, einige haben verlängert und andere kommen neu zu uns.
Ob Alen Halilovic zurückkehr? Ich denke nicht. Er wird den Verein verlassen, bzw nicht zurückkommen. Christian Titz hat gesagt, er würde es gerne mit ihm mal versuchen, aber der Spieler will nicht. Zwei Anmerkungen dazu: Ich glaube, für Alen wäre es gut könnte er etwas runterfahren, sich etwas erden und dann unter einem Trainer wie Titz mit einem Fußball wie er spielen lässt, ein bisschen von vorne anfangen. Das würde seiner Karriere sicherlich gut tun. So wie es Sandro Wagner auch gut getan hat, als er in Darmstadt war. Der zweite Punkt ist, ich traue ihm diesen Neuanfang nicht zu, ich traue ihm nicht zu, daß er clever genug für einen solchen Schritt ist. Und deshalb bin ich erleichtert, daß er augenscheinlich nicht mehr bei uns spielen möchte.

Es wird seit Jahren immer von Umbruch geschrieben, aber diesmal werden wir wirklich einen Umbruch in der Mannschaft erleben.
Der Charakter der Mannschaft verändert sich. Es bleiben nur Spieler die bereit sind, den Weg mit dem HSV zu gehen.
Spieler wie Hahn, Waldschmidt, Kostic und Ekdal verlassen uns, bzw haben den Verein schon verlassen.
Spieler, die nicht mehr zum Verein passen, wie unser guter alter Dennis Diekmeier oder einige andere müssen gehen.
Faule Äpfel werden aussortiert, Walace zB geht für 6 Mio nach Hannover.
Und dafür kommen neue Spieler dazu.
Ich habe bei der ganzen Geschichte ein sehr gutes Gefühl.
Sakai hat am letzten Spieltag bereits bekundet, daß er bleibt. Holtby und Hunt bleiben auch.
Ich bin mir sicher, gerade die beiden letztgenannten könnten woanders mehr verdienen.
Damit entsteht ein Novum, das wir beim HSV bisher nicht kennen: Die Spieler bleiben, weil wir der HSV sind und nicht, weil wir am meisten zahlen.
Die Identifikation ist größer als in den letzten 10 Jahren.
Und die Jungs scheinen gut zusammenzupassen.
Schau ich mir die Trainingseinheiten, das Auftreten der Mannschaft an, dann sehe ich ein Team, das Lust hat zu spielen.
Es ist nicht der Job, der notwendigerweise gemacht werden muß, sondern sie haben Spaß.
Sie freuen sich, daß es wieder losgeht.
Die Körpersprache ist anders, sie haben Lust, mit dem Ball was zu machen.
Alle sind fit aus dem Urlaub zurückgekommen (ausser Janjicic).

Der Kader scheint mir auch sonst gut zusammengestellt.
Wir haben eine Achse von Spielern, die die Führung übernehmen werden. Wer das ist, das kann man jetzt schon feststellen: Pollersbeck, Gideon Jung, Go Sakai, Christoph Moritz, Lewis Holtby und Aaron Hunt.
An diesen Spielern werden sich die anderen orientieren können, sie werden der Anker in unserer Mannschaft sein, an ihnen können die jungen Spieler wachsen.
Viele Fans haben die Vertragsverlängerungen von Holtby, Hunt und Sakai kritisiert. Mit den Absteigern, die sich über Jahre die Taschen vollgemacht haben, sollte man nicht verlängern. Ich freue mich. Sie haben Qualität, sie sind hochmotiviert und sie sind erfahren.
Nur mit jungen Spielern würde man Schiffbruch erleiden.

Hinten im Tor ist Pollersbeck die unumstrittene Nr.1.
Er genießt das volle Vertrauen von Titz, das kann man ruhig wörtlich nehmen.
Und „Libero“ Julian, der von hinten das Spiel mit aufbaut, zahlt das mit Leistung zurück.
Mit Mickel und Behrens haben wir auf dieser Position anständigen Ersatz.

In der Abwehrreihe spielen wir mit Santos, van Drongelen, Jung und Sakai.
Mit 23 Jahren recht jung und trotzdem qualitativ nicht schlecht.
Dazu Vagnoman, Bates, Ambrosius und Knost.
Auf der einen 6, mit der wir spielen, haben wir Steinmann, Moritz und Janjicic (wenn er sich zusammenreißt).
Vorne im Zentrum stehen Holtby, Hunt, Ferati und Kwarteng.
Außen spielen wir mit Ito, Jatta, Narey (den wir heute aus Fürth verpflichtet haben) und Drawz.
Vorne in der Mitte finden wir wohl Lasogga, Arp und Wintzheimer.
Die beiden letzteren scheinen sich gut zu verstehen.
Zumindest ist das mein Eindruck.
Unterm Strich ist das ein anständiger Zweitligakader. Trotzdem denke ich, wird man versuchen, ihn hier und da noch zu verbessern.
Außerdem ist der Kader mit 25 Spielern bisher etwas dünn besetzt. Aber weitere Spieler werden erst gekauft, wenn wir auch wieder Einnahmen aus Verkäufen haben.

Mit Kostic, Ekdal, Papadoupolos und Wood haben wir noch 4 Spieler, die ein bisschen Geld in die Kasse spülen könnten.
Ich schätze die Einnahmen auf ca 15 Mio, wovon die Hälfte wohl wieder reinvestiert werden würde.
Auch wird man versuchen, ein passendes Leihgeschäft zu tätigen. Ich bin also durchaus optimistisch.
Der Wiederaufstieg ist möglich und sollte auch anvisiert werden
Köln ist der klare Favorit, dann kommen wir, dann kommt der Rest der Liga. Zumindest nach der Kostenlage auf dem Papier.
Und so sollten wir am Ende auch ins Ziel rollen.
Einige meinten, wir sollten der Mannschaft den Druck des Wiederaufstiegs nicht aufbürden.
Dazu möchte ich ein paar Worte sagen: Druck ist an sich nichts Schlimmes.
Er trägt dazu bei, daß wir Höchstleistung bringen.
Wir betreiben Leistungssport, da kommt man nicht ohne Druck aus.
Andere Mannschaften haben auch Druck.
Sei es der Abstiegskampf, der Aufstieg, der Kampf ums internationale Geschäft usw., usw.
Man kommt im Fußball nicht ohne Druck aus.
Wichtig ist, daß man sich die richtigen Ziele setzt.
Jarchows Platz 6 war wahnwitzig. Ein sofortiger Wiederaufstieg ist es dagegen nicht. Die Mannschaft dafür haben wir. Das Ziel zu erreichen wird jedoch nicht einfach.
Die gesamte Liga wird uns jagen. Je stärker der Gegner, desto süßer der Sieg.

Dann muß man sich auch erst an die Spielweise in der 2. Liga gewöhnen. Auch das wird nicht einfach. Aber einfach kann jeder.
Am Freitag wird der Spielplan präsentiert. Ich bin gespannt, wer die ersten Gegner sind. Mir ist es relativ egal, viele andere haben schon ihre speziellen Wünsche. Ich wünsche mir eigentlich nur, daß es bald wieder losgeht.
Nur der HSV (fb)

P.S.:Kühne. Tja, was soll man sagen? Eigentlich nichts. Es langweilt inzwischen. Also belassen wir es dabei.

Mediales Mobbing

Er ist kaum eine Woche im Amt und schon sorgt er für die meisten Schlagzeilen in den Medien.
Ralf Becker, frisch gekürter Sportdirektor beim HSV und gemeinsam mit Bernd Hoffmann und Frank Wettstein der komplettierte Vorstand in der AG des Vereins.

Während der vergangenen Tage gab er Interviews, die für viel Beachtung in den Zeitungen der gesamten Republik sorgten. Viele von diesen Blättern übernahmen ungefiltert Zitate, fügten Vermutungen hinzu und dichteten gar Untertöne ein, die sie meinten, rausgehört zu haben.
„Das kann man als Seitenhieb auf Bernhard Peters verstehen. Denn der vornehmlich für den Nachwuchsbereich zuständige Direktor Sport hat beim HSV Trainer wie Joe Zinnbauer und auch Titz gecoacht“, lautete beispielsweise eine Formulierung, die es auf zig Seiten on-und offline zu lesen gab.
Dabei hatte Becker „nur“ bestätigt, der wichtigste Mann im operativen Bereich sei für ihn Trainer Christian Titz.
„Ihm gilt meine komplette Unterstützung. Ich bin an seiner Seite, wenn er mich braucht. Ich bin aber nicht der, der ihm erklärt, wie er seine Dinge machen muss.“
Punkt.
Wer darin einen Seitenhieb zu lesen vermag hat für mich nur eines im Sinn: den HSV bloß nicht zur Ruhe kommen lassen. Zoff in der Führungsetage, in den vergangenen Jahren ja nichts Ungewöhnliches, kommt ja auch viel besser, als ein sachliches, zielorientiertes Zusammenwirken aller Beteiligten, das so gar nicht berichtenswert erscheint. Zu eben dieser hatte übrigens gerade Frank Wettstein alle Beteiligten, über die offiziellen Kanäle des HSV, aufgefordert.

Bernhard Peters und Ralf Becker sind beide erwachsene Menschen. Mit genügend Intelligenz und dem Willen, eventuell bestehende Probleme aufzuarbeiten, würde im Sinne aller gehandelt werden. Soviel sollte man ihnen zumindest zutrauen.
Doch das, was gerade medial abläuft, grenzt fast an Mobbing. Mobbing sowohl gegen Peters als auch gegen Becker.

Becker wird zum harten, herzlosen „Hund“ hochstilisiert, der sowohl das Büro seines „Konkurrenten“, als auch seinen Platz in der Kabine und auf der Trainerbank einnehmen will. Peters hingegen wird so lange kleingeschrieben, bis er vielleicht selber nicht mehr in den Spiegel gucken kann und seinen Hut nimmt.

Zum Teil hat er sich sicherlich selber in diese Situation gebracht. Seine Ambitionen auf das Amt des SpoDis, die er in einem Abendblatt-Interview erkennen ließ, gehörten einfach nicht in die Öffentlichkeit. Mit einem intern geführten Gespräch hätte sich dieses unschöne Gebashe, das nun entbrannt ist, vermeiden lassen und den Druck auf den HSV UND Peters gar nicht erst in Gang gesetzt.

Fakt 1 ist: wir alle wissen nicht, was genau intern gelaufen ist.
Fakt 2 ist: Peters besitzt einen gültigen Arbeitsvertrag, in dem seine Aufgaben detailliert beschrieben sein dürften. Werden diese beschnitten, hat er das gute Recht, darauf zu bestehen. Sind sie es nicht, sollte er in seinen alten Job, in dem er durchaus gute Arbeit geleistet hat, zurückkehren und das tun, wofür er bezahlt wird.
Erfolge sind das, was am schnellsten Gras über diese mediale Posse wachsen lässt und so manchem Reporter die Tinte schnell vom Füller nehmen dürfte.
Dass dafür allerdings erst die neue Saison angepfiffen werden muss, ist wohl auch jedem klar.

Im Übrigen haben wir beim HSV für meine Begriffe gerade ganz andere Probleme. Wir bereiten uns auf eine Saison vor, die für alle Neuland ist.
Und bin ich durchaus Willens, dem bestehenden Team Vertrauen auszusprechen, so ist mir doch eine Aussage unseres neuen SpoDis aufgestoßen:
„Wir wollen eine Struktur schaffen, in der die Richtung klar ist und das Ergebnis am besten im nächsten Sommer eintritt. Wir wollen das aber nicht mit Arroganz angehen, sondern mit Demut. Wir wollen bescheiden sein und vor allem arbeiten.“ (BILD)

Lieber Herr Becker. Weder mit Arroganz NOCH mit Demut gewinnt man Spiele. Wie lange sich der HSV schon in Demut begeben soll? Ich habe die Jahre nicht gezählt.
Ich mag es nicht mehr hören.
Viel mehr erwarten doch wohl alle eine schlagkräftige Mannschaft, die weiß was sie will, bissig auf den Platz geht und die verinnerlicht hat, dass sie allerorten als Favorit gesehen wird, den es zu schlagen gilt.
Weder gegen Aue, noch gegen Sandhausen, Köln oder Kiel wird Demut helfen.
Viel mehr werden Respekt vor jedem Gegner, Konzentration, Einsatz, Spieltaktik sowie Kampfgeist gefordert sein! Und eine Prise Bodenständigkeit, die es gilt, nicht nur auf der finanziellen Ebene wiederzuerlangen.
In diesem Sinne: herzlich willkommen Herr Becker und allzeit ein glückliches Händchen. Gegner überzeugt man am besten mit Leistung. Aber, wem sage ich das…
(mg)

Zweite Liga und nu?

Tja, es ist so weit, wir sind abgestiegen. Wie geht es mir nun? Irgendwie komisch. Es ist eine ganz seltsame Situation.

Als Wolfsburg das 3:1 geschossen hatte, da wusste ich, es ist vorbei.
Auch die Fans im Stadion wussten es. Sie haben dann etwas ganz Besonderes gemacht, sie haben „Mein Hamburg lieb ich sehr“ angestimmt. Das ganze Stadion hat gesungen … und ich hab vor dem Fernseher mit Gänsehaut auf den Armen gesessen und Rotz und Wasser geheult.
Das war der Moment, in dem es raus musste.

Ansonsten habe ich den Abstieg bisher gut verkraftet, denn auch wenn ich immer noch optimistisch war, mit jedem Punktverlust von uns, mit jedem Punktgewinn unserer Konkurrenten, wuchs die Wahrscheinlichkeit, daß es uns in diesem Jahr trifft.

Den emotionalen Tiefpunkt haben wir aber eigentlich schon viel früher erlebt.
Das Spiel gegen Mainz und die Klatsche gegen Bayern, die letzten beiden Spiele unter Bernd Hollerbach, das war für mich der Tiefpunkt.

Bernd Hoffmann hat anscheinend ähnlich empfunden und gehandelt. Und dadurch hat er den Weg für Christian Titz frei gemacht.
Und mit Titz kam der Aufschwung.

Die Spielweise von Titz war überraschend. Wir haben Fußball gespielt, wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr.
Dabei ist uns Fans das Herz aufgegangen und wir haben erst dadurch gemerkt, wie sehr uns das gefehlt hat.
Und dieser Fußball hat auch den Nerv von vielen anderen Fans getroffen.
Wenn sie bislang sagten „erlöst uns doch endlich mal von diesem HSV“ waren ihre Worte mehr und mehr „schade, daß dieser HSV jetzt die Liga verlassen muß“.

Der HSV geht erhobenen Hauptes

Als alles mehr und mehr auf das Ende zulief, wurde der Schulterschluß zwischen Mannschaft und Fans immer enger.
Andere wurden nervös, haben sich zerstritten… wir haben den Schulterschluß gesucht.
Haben die Mannschaft voll und ganz unterstützt.
Und auch vor und während des Spiels hat sich der gesamte HSV von seiner besten Seite gezeigt.
Bis auf ein paar Idioten.
Kinder, die sauer waren, weil wir nicht an die alten, an die erfolgreichen Zeiten anknüpfen konnten … die sie selbst aber nie erlebt haben.
Kinder, deren Empathie von der Tapete bis zur Wand reicht, die den magischen Moment mit ihren Pyroaktionen zerstört haben.
Es war, als würde man auf einer Beerdigung einen Böller in die Menschenmenge werfen … pietätlos.

Aber ich denke lieber an die anderen Fans, an den Moment vorher, als das Stadion mit seinem Gesang die Gladbacher verstummen ließ.
Als die Fußballer unten auf dem Feld sich den Ball nur noch alibimäßig zugeschoben haben, weil ihnen klar war, das ist ein ganz besonderer Moment.
Und ich denke an den Moment, wo sich das Stadion zum Applaus erhoben hat, um die Mannschaft zu feiern, die in den letzten Wochen alles versucht und uns viel Freude mit ihrem Fußball bereitet hat.

Der Verein macht im Moment vieles richtig.
Das Marketing trifft die Gefühle der Fans (was in Köln wohl nicht so geklappt haben soll).
Mit Titz wurde der Vertrag verlängert, es wurden viele Jugendspieler mit Profiverträgen ausgestattet (und das nicht nur pro forma, sondern damit sie Teil der Mannschaft werden). Es wurden junge Talente verpflichtet und man will alte erfahrene Spieler halten, aber nicht zu jedem Preis … es zeichnet sich ab, daß wir eine junge hungrige Mannschaft, gespickt mit einigen guten Führungsspielern bekommen werden.

Die Fans honorieren das. Seit Abpfiff sind über 3000 Mitglieder neu in den Verein eingetreten … Wahnsinn. Die Stimmung ist seltsamerweise so gut, wie schon lange nicht mehr. Wohl auch deshalb, weil wir noch gar nicht realisiert haben, was es wirklich heißt, 2.Liga.
Das fängt an mit den Anstoßzeiten, die nicht immer optimal sind. Es geht weiter mit der Berichterstattung, die in der zweiten Liga doch oft recht stiefmütterlich ist. Und an vielen Kleinigkeiten merkt man, wir sind nicht mehr erste Liga. Und das tut dann doch weh.

Und darum sollten wir uns hier gar nicht erst häuslich einrichten und allen von Anfang an klar machen, wir sind nur zu Besuch.
Und das meine ich nicht hochnäsig in Richtung der Gegner, sondern das meine ich als Kampfansage, oder sagen wir lieber Ansporn, an unsere Mannschaft und an alle Verantwortlichen.
Das hat auch nichts mit Demut oder Hochmut zu tun.
Wir sind nunmal mit Köln zusammen der Krösus und Favorit.
Das ist so.
Und da kann es dann auch nur eine Zielsetzung geben: sofortiger Wiederaufstieg. Daran führt kein Weg vorbei. Denn wenn wir wirklich den Umbruch wollen, dann muß dieser erstmal im Kopf stattfinden.
Allein mit Demut gewinnt man keine Spiele.
Also muß es heißen, daß wir in Zukunft versuchen müssen, mit allen Mitteln JEDES Spiel zu gewinnen.
Und wenn wir in der zweiten Runde des Pokals nach München zu den Bayern reisen müssen, dann will ich sehen, daß die Mannschaft alles tut, um das Spiel zu gewinnen.
Das muß unser Anspruch sein. Und haben wir diesen Anspruch nicht, dann wird es schwer, denn auch in der zweiten Liga spielt man Fußball.

Aber erstmal denken wir noch an die Zeilen, mit denen wir unseren Abstieg besiegelt haben und die ich in einem Jahr wieder singen möchte, wenn wir wieder aufgestiegen sind

Mein Hamburg lieb ich sehr
sind die Zeiten auch oft schwer,
weiß ich doch, hier gehör ich her!
Hier, wo ich geboren bin,
wo ich spielte schon als Kind,
in den Straßen die mein Zuhause sind!

(fb)

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