Wenn das Kind im Brunnen liegt und was die Fernwahl damit zu tun hat

Es heißt, Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Doch manchmal wird er nur noch zur Nebensache. Dann nämlich, wenn ein Mensch verletzt wird.
Und so gelten die ersten Zeilen meines Blogs demjenigen HSV-Fan, der sich nach dem Abpfiff in Aue, beim Abnehmen einer Zaunfahne, schwer verletzte.
Gott sei Dank soll es ihm inzwischen besser gehen. Auch von uns kommen herzliche Genesungswünsche.

Nach dem Sturz fiel es den meisten Fans schwer, sich über die so wichtigen Punkte, die der HSV aus dem Erzgebirge mitbrachte, unbeschwert zu freuen.
Wir sollten es trotzdem tun, denn die Mannschaft hat sich den Sieg redlich verdient.

Herausheben möchte ich an dieser Stelle endlich mal Sakai, der nicht nur in der 50. Minute, mit einem tollen Sprint gegen Hochscheidt, den Ball entsorgen und somit den Rückstand vermeiden konnte, sondern gestern auch mit der höchsten Passquote punktete.
In der Zweikampfstatistik standen auch nur Mangala und Narey noch vor ihm.

Alles in allem war das eines der besten Spiele, die ich in dieser Saison von der gesamten Mannschaft gesehen habe.
Gegen einen Gegner, der sich mal NICHT nur hinten postierte, sondern mitspielte. Das führte zu einigen gefährlichen Situationen, die Aue jedoch nicht verwerten konnte. Etwas, was mir in der gesamten 2. Liga häufiger auffällt.
Da sind gute Chancen, die einfach nicht genutzt werden.

Natürlich gilt das auch noch für unsere Mannschaft. Denkt man nur an das vergebene Führungstor in der 41. Minute, als Narey, sichtlich überrascht, dass der verlängerte Kopfball von Santos ihn noch erreichte, die Kugel aus zwei Metern an den Pfosten setzte.
Trotzdem erhält Khaled von mir auch in dieser Woche ein dickes Fleißkärtchen. Nicht nur wegen seines Traumtores, in der 62.
Gefreut habe ich mich für Jatta. Sein Tor zum Endstand muss man aus dieser Position heraus erstmal versenken!
Mit mehr Spielpraxis könnte er uns in Zukunft noch öfter positiv überraschen.

Mit drei Punkten Vorsprung auf Köln und vier auf Pauli geht es jetzt in die Länderspielpause. Zwei Wochen Zeit für Hannes Wolf, an einigen rauen Stellen noch zu feilen. Auch wenn einige unserer Jungs mal wieder auf Reisen gehen.

Stell dir vor es ist Länderspielpause und niemanden interessiert es.
Naja, jedenfalls weniger als angedacht.
Gerade mal 25.000 Tickets waren am vergangenen Donnerstag, für das Freundschaftsspiel gegen Russland, in Leipzig, verkauft.
Und auch das vier Tage später in Gelsenkirchen stattfindende „Endspiel“ für die Deutschen gegen die Niederlande, in der (völlig unnötigen) Nations League, trifft den Fußballnerv der Fans nicht wirklich.
Jogi Löw (und der DFB) schieben das auf die verkorkste WM und das eher lustlos erscheinende Gekicke, das man uns in den Monaten davor bot.
Ich denke, der gemeine Fußballfan hat sich schon länger abgewendet.
Begonnen hat es mit dem überheblichen Marketinggag, die Mannschaft „Die Mannschaft“ zu nennen. Weiter ging es mit einem völlig abgehobenen Fanclub, in dem man Mitglied sein musste, um leicht an Karten zu kommen, über lächerliche Preise für die Spiele und eine nicht angemessene Arroganz, wenn es um die Abschirmung der teuren Profis ging.

Der Fan wurde mehr und mehr zur Melkkuh und der DFB, Löw und auch Bierhoff übersahen die ersten Zeichen des Unmutes.
Da bedarf es mehr, als nun ein paar örtliche Fußballschulen zu besuchen und hier und da ein öffentliches Training anzuberaumen.
Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, bekommt man es schwer wieder raus.

Und hier schließe ich den Bogen zur Überschrift und unserem HSV.
Denn wie schwer es ist, das sprichwörtliche Kind wieder hochzuziehen, merken wir gerade am eigenen Leib.
Da die Fangemeinde seit HSV plus gespaltener denn je ist, wird in JEDER Mitgliederversammlung versucht, an den zuständigen Gremien zu sägen.
Sei es mit der Verhinderung (oder Absetzung) von Bernd Hoffmann oder der Installation von ewig gestrigen Traditionalisten, die schon immer alles besser wussten.

Da ich mich noch gut daran erinnern kann, wo uns ein Aufsichtsrat aus pressegierigen Fans und plauderfreudigen „Experten“ hingeführt hat, kann man gar nicht früh genug damit beginnen, vor dem erneuten Anfang vom (endgültigen?) Ende zu warnen.

Zu diesen Anfängen zähle ich auch Heinrich Höper, der den Medien nach, zum Sprung in den Aufsichtsrat (auf den Präsidententhron?) des e.V.s ansetzt.
Wir regen uns über die Magaths dieser Welt auf, die ständig versuchen, von außen Einfluss zu nehmen, während von innen anscheinend erneut ein giftiges Süppchen angerührt wird.
Höper hat bei Hamburg1, im Januar, öffentlich den Rausschmiss von Gisdol gefordert und damit gedroht, ansonsten aus dem Verein auszutreten.
Man bezeichnet ihn als „Edelfan“, was auch immer das ist.
Aber wäre er auch nur eine Spur von Fan, er würde für mein Verständnis wohl nicht in den Medien über seinen Lieblingsverein herziehen, sondern eher mit vorhandenem Unmut den Weg zu den Verantwortlichen suchen.
Wir brauchen keine neuen Sprachrohre im Aufsichtsrat. In einem Aufsichtsrat, in dem es übrigens momentan ruhiger ist, als in all den Jahren zuvor!

Und es ist nicht nur mühsam, sondern auch extrem anstrengend, Jahr für Jahr die Massen zu mobilisieren und dazu zu bewegen, Reise-und Übernachtungskosten auf sich zu nehmen, um wieder mal Schlimmes vielleicht zu verhindern.
Und warum?
Weil es im 21. Jahrhundert noch immer keine Fernwahl beim HSV gibt!
Die Fans werden gezwungen, ihre Stimme am Veranstaltungsort abzugeben.
Entsprechende Anträge über die Stimmabgabe per Briefwahl oder über das Internet, wurden mit absurden Mitteln bisher stets verhindert.
Aus diesem Grund hoffe ich sehr, dass es uns im kommenden Januar gelingt, diesen Tagesordnungspunkt (möglichst weit oben) endlich auf den Weg zu bringen.
Jeder, der sich mit der korrekten Antragsstellung auskennt möchte ich hiermit bitten, sich dessen anzunehmen.

Fußballerisch befinden wir uns auf einem guten Weg. Es wird noch ein weiter und kein leichter sein.
Lasst uns dafür sorgen, dass auch Ruhe in die AG, in den Verein, kommt und denen, die momentan einen guten Job machen, zusichern, dies auch ohne störende Nebengeräusche weiterhin tun zu können.
Damit das Kind, damit unser HSV, aus dem Brunnen, in den wir ihn selber geschubst haben, langsam und stärker als zuvor rauskrabbeln kann!
(mg)

Wie Helene Fischer in Buxtehude

Was der Unterschied ist, zwischen der Fangemeinde von Deutschlands Schlagerqueen und der des HSVs?

Ganz einfach.

Zahlreiche Zuhörer von Helene Fischer wären am vergangenen Montag wohl nach 20 Minuten vom Veranstaltungsort geflohen, weil sie zu viele schiefe Töne zu hören bekamen, während die HSV-Fans längst wissen, dass es sich oft genug lohnt, bis zum Ende auszuharren.

Es war der Sky-Moderator himself, (von dem man im Übrigen häufig nicht wusste, ob er dasselbe Spiel sah) der sich im Vorhinein mit Superlativen zum Spitzenspiel HSV-Köln überschlug. Unter anderem gab er zum Besten, das 95. Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine in Liga 2, sei, als würde Helene Fischer in Buxtehude trällern.

Tagelang hatten die Medien die Stimmung geschürt, hochgepuscht, was es hochzupuschen gab.

Nun gut, letztendlich brachte das Spiel dem Pay-TY-Sender Sky eine Spitzenquote ein. Mehr als 500.000 Zuschauer erwarteten gespannt den Kampf um die Tabellenspitze vor dem Fernseher. Zum Vergleich: Bochum gegen Regensburg, in der vergangenen Woche, wollten lediglich 70.000 Fußballfans mitverfolgen.

Beide Trainer waren, im Gegensatz zu den Medien, im Vorfeld bewusst zurückhaltend, sprachen zwar auch von Spitzenspiel, reduzierten die Erwartungen hinsichtlich der Tabellenführung allerdings zur Momentaufnahme.

Im Grunde ist es das auch. Eine Momentaufnahme.

Trotz allem war sich insbesondere Hannes Wolf sehr wohl bewusst darüber, dass sein HSV nach drei torlosen Heimspielen nicht nur bei den Fans in der Pflicht stand.

Und so war das 1:0, in der 86. die Erlösung nach 363 torlosen Minuten im Volkspark. Douglas Santos darf sich, nach einem tollen Solosprint, einen Scorrerpunkt notieren. Lasogga stand dort, wo ein Strafraumstürmer stehen muss und staubte mit einem harten Schuss aus drei Metern, den Treffer ab.

Überhaupt. Douglas Santos dürfte nach diesem Spiel erneut Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt haben. Er war an zehn Torschüssen beteiligt, dreimal davon versuchte er sich selber am Abschluss. Seine sowohl offensiven als auch defensiven Aktionen brachten ihm ein Sonderlob vom Trainer ein.

In den ersten 20 Minuten war es wirklich kein gutes Fußballspiel. Beide Mannschaften tasteten sich ab und versuchten, keine Fehler zu machen.

Für einige sorgte zudem die Aufstellung von Léo Lacroix, der für den gelb-rot gesperrten Bates in die Startelf rutschte, bereits vor Anpfiff für Bauchschmerzen.

Völlig zu Unrecht, wie sich im Nachhinein herausstellte. Der Schweizer gewann über 80 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte 91 Prozent seiner Pässe an den eigenen Mann und sorgte erheblich mit dafür, dass Kölns Toptorjäger, Simon Terodde an diesem Abend lediglich eine Statistenrolle einnahm und die beste Offensive der 2. Liga torlos blieb.

Interessant wird zu beobachten sein, wie Wolf in den kommenden Spielen auf diese Topwerte reagiert.

Und während, wie oben erwähnt, Helenes Konzert wohl nach nicht mal einer halben Stunde sein Ende gefunden hätte, wurde der HSV, insbesondere in der 2. Halbzeit immer stärker.

Dafür sprechen auch die Statistikwerte. Hier stehen insgesamt 23:11 Torschüsse und 8:1 Ecken geschrieben. 57 Prozent gewonnener Zweikämpfe sind zwar noch ausbaubar, neun mehr gelaufene Kilometer beweisen jedoch eindrucksvoll, dass Hamburg den Kölnern (nicht nur) läuferisch überlegen war.

12,9 Kilometer der insgesamt 123,8, gehen übrigens auf das Konto von Khaled Narey, der (nicht nur) mich erneut von seiner Wichtigkeit für die Mannschaft überzeugte.

Er beackerte die komplette Spielfläche und war sich für nichts zu schade.

So war es ihm zu verdanken, dass die Führung, in der 59. Minute, nicht an die Gäste ging. Er kratzte einen Ball von Höger von der Torlinie, nachdem Pollersbeck schon geschlagen schien.

Habe ich noch was vergessen?

Ach ja. Den eindeutigen Handelfmeter in der 16. Minute, den Schiri Dingert nicht gepfiffen hat. Czichos bekam aus einem Meter den Ball an den Arm, der eindeutig ausgestreckt war.

Das war das 1. Mal in dieser Saison, dass ich einen Videoschiedsrichter vermisst habe.

Insgesamt war es eine engagierte Mannschaftsleistung, die man in den vergangenen Heimspielen öfter vermisst hat.

Hannes Wolf bleibt bescheiden und ruft zur Disziplin. Denn auch Aue, derzeit auf Platz 13 der Tabelle, wird gierig sein auf Punkte gegen Hamburg. Uns wird weiterhin nichts geschenkt werden.

Nun gilt es, den knappen Vorsprung auszubauen.

Die von Geschäftsführer Veh hart gescholtenen Kölner treffen auf Dresden. Trainer Markus Anfang steht unter Siegdruck.

St Pauli, derzeit 2. der Tabelle, bekommt es mit Heidenheim zu tun. Beide Partien könnten die Tabellenspitze ordentlich durcheinanderruckeln. Alle drei Spiele finden zeitgleich statt.

Das wird ein spannender Samstag…

(mg)

 

P.S.: Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich BlogPerle Fiete anhört, der sollte sich den neusten unter allen Podcasts anhören. Einfach www.volksparkgefluester.de anklicken.

 

Ultras, Segen oder Fluch?

Mit zwei Tagen Abstand wird man ruhiger.

Obwohl die Wut, dass die eigenen Fans beinahe für einen Spielabbruch gesorgt hätten, mich noch immer nicht ganz loslässt.

Die 2. Runde DFB-Pokal vor der Brust. Der SVWW mit stolzgeschwellter Brust, haben sie doch St. Pauli, in der 1. Runde, mit einem 2:3, nach Verlängerung, vorzeitig aus dem Wettbewerb gekegelt.

Vor dem Spiel die großen Ansagen des Gastgebers, Pauli sei stärker zu bewerten als der HSV. Somit erwartete man bereits vor Anpfiff einen heißen Kampf.

Das mit dem „heiß“ erledigten dann zunächst mal die Pyropfeifen aus dem Gästeblock.

Nach dem 1. und auch dem 2. Tor für die Hamburger leuchtete der Block und qualmte es selbst bis weit auf den Rasen.

Als Lasogga in der 51. Minute zum zweiten Mal netzte (nach einem schönen Zusammenspiel mit Holtby und Arp), sah sich Schiri Jöllenbeck gar bemüßigt, wegen der starken Rauchentwicklung, die Spieler vom Feld zu holen.

Die Stadionsprecherin machte deutlich: noch einmal und das Spiel wird abgebrochen.

Ich weiß wirklich nicht, ob es denen, die für das Spektakel zuständig sind klar ist, WAS das den Verein gekostet hätte.

Die Aussicht für das Erreichen der Runde 3, über 660.000€ einzustreichen, wäre mit dem vorzeitigen Abpfiff gestorben und automatisch in den Kassen von Wiesbaden gelandet.

Ganz davon ab, dass der DFB mal wieder ermittelt und saftige Strafen drohen.

Und dabei ist es wahrlich keine Entschuldigung, das harte Durchgreifen des Schiedsrichters mit der Anwesenheit von DFB-Präsi Grindel zu entschuldigen.

Man munkelt, dass die Aktion eine Reaktion auf das „Hoffmann, du wirst noch von uns hören“-Plakat war, das vor dem Ultra-Block, nach der Entlassung von Christian Titz aufgehängt wurde.

Sei´s drum. Irgendeinen Grund findet man ja immer, bewusst gegen geltendes Recht  zu verstoßen, und damit nicht nur sich, sondern auch andere zu gefährden.

Man muss stark bezweifeln, dass weitere Gespräche, die man nun suchen will, großartige Ergebnisse hervorbringen.

Zu festgefahren sind die Meinungen auf beiden Seiten.

Während die einen Fackeln stimmungsvoll finden, wissen die anderen nicht, was Qualm und schädlicher Rauch, mit eben dieser Stimmung zu tun haben soll.

Selbst die Spieler, insbesondere machten am Dienstag keinen Hehl daraus, dass es eindeutig zu viel des „Guten“ war. Holtby  suchte auf dem Zaun gar das Gespräch mit dem Capo und mahnte vor dem drohenden Spielabbruch, bei weiterer Zündelei.

SpoDi Ralf Becker unterstrich im Anschluß: „Das ist kein Ausdruck von Freude, sondern schlecht für den Verein. Damit tut man uns keinen Gefallen. Unterstützung ist super, aber so macht es keinen Sinn.“

Der DFB will mal wieder auf die Vereine zugehen, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Lachhaft.

Als ob man das nicht schon mehrfach angekündigt hätte, sich aber bis dato nichts bewegt hat.

Dabei wäre die Sache aus meiner Sicht so einfach: einen Kameramann vor dem Gästeblock abstellen, die entstandenen Bilder anschließend auswerten und die Verantwortlichen zur Kasse bitten. Schließlich weiß man ja, wer Karten bestellt hat.

Mir kommt es eher so vor, als wolle man bestimmte Gruppen nicht reizen, schließlich werden Ultras ja auch immer mit Stimmung, mit tollen Choreos, in Verbindung gebracht, die die Mannschaft unterstützen sollen.

Ich für meinen Teil kann mir jedoch nicht vorstellen, dass Ultras gleich Pyrozündler bedeutet. Nicht jeder KANN das toll finden, was in schöner Regelmäßigkeit auf den entsprechenden Rängen abgeht.

Für mich sind Ultras Fans, die den Verein tief im Herzen tragen, die keine Kosten und Mühen scheuen, bei möglichst vielen Spielen dabei zu sein und die Mannschaft mit Gesängen und Applaus zum Sieg tragen.

Hut ab dafür!

Die wenigen, die dabei ständig aus der Reihe tanzen, gehören knallhart aussortiert. Ob das der Verein, der DFB oder die OFCs selber übernehmen, ist mir dabei egal.

Fakt ist, es muss etwas passieren, damit sowas möglichst nicht nochmal passiert.

War sonst noch was?

Ach ja, wir haben die 3. Runde des DFB-Pokals mit einem 3:0 gegen Wehen erreicht. Mit einem durchwachsenen Spiel, bei dem lediglich das erweiterte Spiel über die Außen und der Einsatz der Doppelspitze Lasogga/Arp in der Startelf, den Wolf- Unterschied ausmachten.

Nach einem guten Beginn lud man den Gegner mehr und mehr dazu ein, aktiv zu werden. Deshalb fiel das 1:0 auch recht überraschend. Holtby darf sich einen Scorrerpunkt, Lasogga seinen 3. Pokaltreffer notieren.

Dass es mit dem knappen Vorsprung in die Kabine ging, verdanken wir nicht zuletzt der mangelnden Verwertung der Wehener Chancen, vor dem Tor von Pollersbeck.

An der Zweikampfquote (48%) muss Wolf mit seiner Mannschaft auch noch hart arbeiten.

Für Douglas Santos freut mich sein Treffer zum Endstand besonders. Der Brasilianer, der seine linke Seite mal wieder von oben bis unten beackert hat, belohnte sich nach einem Abstauber selber.

Jubeln ist also angesagt.

Und sonst?

Hat sich unser Vv im NDR-Sportclub zu Wort gemeldet. Was ich persönlich sehr begrüßt habe, waren die warmen Worte, die er in Richtung Titz sendete. Ob der Plan, die sportlichen Ziele mit Hannes Wolf eher zu erreichen, aufgeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Zumindest hat er für die Öffentlichkeit den Aufstiegsdruck von Mannschaft und Trainer genommen, indem er klar betonte, auch ein weiteres Jahr in Liga 2 bekäme man gestemmt. Näheres dazu erwarten sich Experten mit der in den kommenden Wochen zu veröffentlichen Bilanz, die ein erneutes Minus ausweisen dürfte.

Nun steigert sich Tag für Tag aber zunächst mal die Spannung auf das Spitzenspiel gegen Köln, am kommenden Montag. Die Kölner sind gestern gegen Schalke aus dem Pokal geflogen. Sie haben zwar eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen mehr in den Knochen, dafür aber sicherlich eine Menge Wut im Bauch. Allein schon wegen des entscheidenden Treffers von Mark Uth, der mit einer Gelb-Roten Karte, wegen Handspiels, längst hätte auf der Bank sitzen müssen.

Es bleibt spannend.

(mg)

Es ist ein bisschen wie Liebeskummer

Morgens nach dem Aufwachen der erste Gedanke. „Da war doch was.“

Und dann kommt es wieder, dieses Gefühl, dass es eben nicht mehr so ist, wie noch vor ein paar Tagen.

Dass „er“ nicht wiederkommt. Ersetzt durch einen Neuen. Einfach so.

Na ja, vielleicht nicht ganz „einfach so“. Denn gemunkelt wurde ja schon lange, dass die AG-Führung mit den aktuellen Entwicklungen nicht ganz glücklich ist.

Nach dem hart erkämpften Sieg gegen Magdeburg schallte der Name von Christian Titz tausendfach durch die MDCC Arena und machte die Enttäuschung deutlich, die bei den meisten HSV-Fans, auch drei Tage nach seinem Rausschmiss noch tief sitzt.

Unnötig zu betonen, dass das Anti-Hoffmann-Banner von uns BlogPerlen nicht gutgeheißen wird.

Ebenso wie die Pyro, die von den Gästerängen mal wieder für Qualm und Gestank durch ein paar Vernebelte sorgte und den Verein erneut Geld kosten wird, welches er eigentlich nicht hat.

Und jetzt kommt mir nicht damit, dass „wer vier Trainer bezahlt, diese Strafe auch noch löhnen kann“.

Das wäre so, als wenn ihr euch mit Absicht ins Halteverbot stellt und ihr bei Zustellung des Strafzettels eurem Bankmitarbeiter erklärt, er solle die paar Kröten einfach auf eure Schulden draufrechnen.

Wie mag Hannes Wolf sich gefühlt haben, nach dem Spiel?

Nicht besonders prickelnd, wenn ihr mich fragt.

Allerdings traue ich ihm durchaus zu, dass er Verständnis hat, für die Reaktion.

Schließlich kann man die Zuneigung, die sich Christian Titz in den vergangenen Monaten durch seine herzliche, offene Art erarbeitet hat, nicht einfach so wegatmen.

Es wird dauern, bis der Name des Neuen durch die Arena schallt.

Dann, wenn klar ist, dass er den HSV positiv positionieren kann, wenn sein System greift und dann, wenn ebenso klar ist, dass die Tür zwischen Fans und Mannschaft offen bleibt.

Kurz: dann, wenn er alle Ebenen überzeugt hat.

Dass der 37jährige Nachwuchstrainer (schönen Gruß an Herrn Magath) ein guter Übungsleiter ist, hat er bereits unter Beweis gestellt. Zudem kennt er sich gut in Liga 2 aus, weiß, worauf es ankommt.

Ich bin die Letzte, die nach einem Spiel beurteilen will, ob das klappt mit dem HSV und Wolf, oder eben nicht. Schon gar nicht da ich weiß, dass der Neue mal gerade zwei Tage Zeit hatte, die Mannschaft kennenzulernen und ihnen zu erklären, was er von ihr erwartet und wie er sich das Spiel in der Zukunft vorstellt.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich nach Bekanntgabe der Aufstellung kurz geschluckt habe.

Außer Lasogga habe ich keine wesentlichen Änderungen erkennen können.

Geschluckt habe ich auch, als die ersten Bälle von Pollersbeck wieder lang nach vorne gingen, erneut oft beim Gegner landeten oder erst gar keinen Abnehmer fanden.

Hatte diese Taktik nicht erst Gisdol und dann auch Hollerbach, vor einigen Monaten den Job gekostet?

Wir taten uns schwer in der ersten Halbzeit.

Zumal es eigentlich war wie immer: Magdeburg staffelte dicht und sich hinten rein. Die Hamburger wirkten mal wieder gehemmt und unsicher.

Für mich eine nennenswerte Ausnahme: Narey. Der ging dahin wo es wehtut, in jeden noch so harten Zweikampf und machte ordentlich Wirbel auf der rechten Seite. Und auch Hwang auf links scheiterte so manches Mal nur noch am Magdeburger Torwart Brunst.

Am befreienden Punch mangelte es jedoch mal wieder bis zur Halbzeit, trotz einer Passquote von über 82 Prozent.

In der 53. Minute sah Bates seine zweite Gelbe Karte (nebenbei: die erste war ein Witz, nur erklärbar dadurch, dass Schiri Gerach gleich zu Beginn zeigen wollte, wer die Pfeife hat…).

Wer nun erwartet hatte, dass der HSV einknickt, sah sich getäuscht. In Unterzahl drehte man richtig auf und belohnte sich selber, in der 77. Minute, mit dem Führungstreffer.

Scorerpunkt für Lasoggas sehenswürdigen Lupfer, Tor durch Abnehmer Narey und einem knallharten Torwarttunnler.

Die druckvolle Endphase der Magdeburger sicherte Wolf mit dem Wechsel von Lacroix gegen Lasogga ab.

Somit geht der neue Trainer mit drei Punkten an den Start und ist damit der erste, dem diesen nach Mirko Slomka (Saison 2013/14, 22. Spieltag, 3:0 gegen Dortmund) gelingt.

Es bleibt abzuwarten, wie und mit welcher Mannschaft es auf dem Platz weitergeht.

Hannes Wolf hat nun bereits am Dienstag das nächste Spiel vor der Brust. Im Pokal geht es gegen Wehen.

Auch dieses Spiel wird noch nicht unbedingt die Handschrift des neuen Trainers tragen.

Bis sein Name von der Tribüne schallt, das wird eben dauern (ja, ja, ich wiederhole mich).

Denn es ist ein bisschen wie Liebeskummer. Nur die Zeit heilt alle Wunden.

In diesem Fall aber auch Ergebnisse. Und nur die zählen.

Der Druck, der auf Christian Titz lastete, wird bleiben.

Mit einem Unterschied. Denn die Führungsetage ist nun mit dem Wolf-Schicksal verbunden. Scheitert er, werden die Rufe nach einem Wechsel ganz oben noch lauter werden.

Wünschen wir uns einen erfolgreichen Trainer, der dem Saisonziel auf den Fersen bleibt und dem Druck standhält. Wünschen wir der Mannschaft, dass sie aus sich rausholt, was in ihr steckt. Und wünschen wir uns friedliche Fußballspiele mit einer fairen Chance für alle Beteiligten.

(mg)

P.S.: Ein Wort noch zum verweigerten Titz-Abschiedsessen mit der Mannschaft. Diese Bitte, die wohl der Vorstand an den scheidenden Trainer herangetragen hat, das Essen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, kann ich durchaus nachvollziehen. Einen Tag vor dem Magdeburg-Spiel frische Wunden nochmal aufzureißen wäre kontraproduktiv gewesen. Das hat nichts mit schlechten Manieren, sondern mit Vernunft zu tun.

Der König ist tot, es lebe der König

Die BlogPerlen sagen Danke!
Danke für ein halbes Jahr intensiven Fußball, für die Wiederbelebung des HSV, nachdem er am Ende der Zeit unter Hollerbach klinisch tot war, danke für die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Ende der letzten Saison, danke dafür, daß wir mit Würde absteigen durften, danke für das Menschliche.
 
Gestern wurde Christian Titz beurlaubt.
Der Vorstand ist zu der Ansicht gekommen, daß die Gefahr zu groß ist, die Ziele der Saison zu verfehlen.
Ich persönlich bin anderer Ansicht. Allerdings bin ich nicht so nah an der Mannschaft, an dem Trainerteam und vor allem bin ich nicht derjenige, der am Ende den Kopf für Ergebnisse hinhalten muß.
Aber ich persönlich bin der Ansicht, wir hätten die Ziele, also den Aufstieg, mit Christian Titz erreichen können.
Ich bin überzeugt, er hätte die Mannschaft so weiterentwickelt, daß die momentanen Schwachpunkte hätten ausgemerzt werden können.
Aber, wie gesagt, der Vorstand ist anderer Meinung und der Vorstand muß letztlich auch die Entscheidung verantworten.
Und wenn der Vorstand vom Trainer nicht überzeugt ist, dann hat er alles richtig gemacht.
Er hat gehandelt und nicht gezaudert, es war kein elendiges Hingehalte, wie bei Labbadia.
Jetzt stehen mit Magdeburg und dem Pokalspiel machbare Aufgaben an, bei denen es mehr auf die Einstellung zum Spiel ankommt, als daß das taktische Spiel zu 100% sitzt.
Danach kommt Köln nach Hamburg, die erste echte Bewährungsprobe.
Wäre Titz geblieben, dann hätte er gegen Magdeburg ein Endspiel gehabt, dann gegen Wehen im Pokal, dann gegen Köln usw. Wie soll sich eine Mannschaft entwickeln, wenn es nur Endspiele gibt?
 
Sein Nachfolger, also unser neuer Cheftrainer, ist Hannes Wolf.
Ein unheimlich sympathischer Mensch, aber das wird wohl nicht der Grund gewesen sein, ihn zu verpflichten.
Die Gründe sind andere.
Fangen wir mit seiner Vita an: Er ist dreimal als Trainer Deutscher Meister geworden. Zweimal mit der U17, einmal mit der U19.
Mit dem VfB Stuttgart wurde er Zweitligameister. Er kennt also die Liga und weiß, wie man aufsteigt.
Anschließend hat er ein gutes halbes Jahr lang den VfB auch in der Bundesliga betreut.
Was hat ihn dort ausgezeichnet?
In der Bundesliga war auffällig, daß er fast alle Heimspiele gewonnen hat und fast alle Auswärtsspiele verloren.
Der Dezember lief schlecht für ihn und in der Rückrunde hat er das Heimspiel gegen Schalke verloren.
An dem Punkt hat er angeblich selber gesagt, er wüsste nicht mehr weiter, woraufhin man sich von ihm getrennt hat.
Kenner des VfB (insbesondere Kenner Michael Reschkes) zweifeln diese These stark an.
Er hat meist mit einer Dreier/Fünferkette spielen lassen, seine Mannschaft beherrschte aber auch die Viererkette.
Teilweise war man auch in der Lage, das System im Spiel zu wechseln.
Ein Stürmer war bei ihm Standard und im Mittelfeld hat er je nach Bedarf variiert.
Er wird sein Spiel nach der Mannschaft ausrichten und nicht versuchen, auf Teufel komm raus ein System zu installieren, für das die Mannschaft nicht geeignet ist.
Auffällig war, daß der VfB zu seiner Zeit in der ersten Halbzeit immer sehr diszipliniert, kontrolliert und defensiv gut gespielt hat, in der zweiten Halbzeit hat er dann aufgemacht. Es gab mehr Chancen nach vorne, aber man hat hinten auch mehr zugelassen.
 
Man munkelt, daß er am Ende aber auch Probleme mit den Führungsspielern des VfB hatte.
Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, aber es gibt eben diese Gerüchte.
 
Die Zeit nach seiner Trainertätigkeit beim VfB hat Hannes Wolf genutzt, um sich weiterzubilden. Unter anderem hat er bei Jürgen Klopp hospitiert
 
Wie ich oben schon schrieb, ich hätte den Trainer nicht gewechselt.
Aber ansonsten hat der Vorstand vieles richtig gemacht. Er hat gehandelt und nicht gezaudert, er hat gar nicht erst ein Vakuum aufkommen lassen, sondern hat einen Trainer verpflichtet, der von den verfügbaren und bezahlbaren Übungsleitern, meiner Ansicht nach der beste ist.
 
Ich weiß, viele von euch sind traurig, sind enttäuscht oder gar wütend.
Lasst das aber bitte nicht an der Mannschaft oder gar an Hannes Wolf aus.
Gerade unser neuer Trainer kann am allerwenigsten dafür.
Also, wenn ihr nach Magdeburg fahrt, unterstützt die Mannschaft, wo ihr nur könnt.
 
Thema Magdeburg: Dazu weiß ich nicht sehr viel zu schreiben. Als Gegner gehörten die Magdeburger zu denen, die wir schlagen müssen.
Sie haben 9 Punkte auf dem Konto, aber nur einen Sieg erringen können. Dafür aber sechs Unentschieden.
 
Wie der HSV spielen wird, ich hab keine Ahnung. Ich kann nicht einschätzen, wie Wolf spielen lassen wird. Aber ich erwarte keine großen Umbrüche (fb)

Doll im Volkspark?

Heute Morgen, um 9.20h, soll es soweit gewesen sein: Thomas Doll wurde am Volkspark gesichtet.

Das Problem daran?

Diese Aussage stammt aus einer FB-Gruppe.

Sie ist weder belegt, noch bestätigt.

Ob sich da jemand einen Scherz gemacht hat, bleibt wohl das Geheimnis desjenigen, der diesen Post abgesetzt hat.

Ich schätze mal, wäre an diesem Umstand wirklich etwas dran, die Zeitung mit den vier Buchstaben hätte bereits (verschwommene) Fotos gemacht und die wildesten Expertenkommentare eingesammelt.

Fakt ist aber, die Medien, die Christian Titz seit Wochen aus seinem Job schreiben wollen, haben es zumindest geschafft, erneut einen Keil in die Fangemeinde zu treiben.

Nach dem zugegebenen schmalen Null-zu-Null-Mahl gegen Bochum, das gestern im Volkspark gereicht wurde, werden die Rufe nach einem neuen Übungsleiter lauter.

Gehen wir das doch mal in Ruhe durch.

Seit Frank Pagelsdorf 2001 das Ruder aus der Hand gegeben hat, gaben sich 22 Übungsleiter, teils mehrfach, die Klinke in die Hand.

Das zeigte mal mehr, mal weniger Wirkung. Kurzfristigen Verbesserungen folgten mit schöner Regelmäßigkeit Rückfälle in „alte Grottenkickzeiten“ und führten somit zur Unzufriedenheit aller Beteiligten.

Die Trainer gingen, die Spieler blieben. Wo es uns letztendlich hingeführt hat, wissen wir alle.

Der HSV ist so klamm wie nie. Monströse Spieler-und SpoDi-Verträge sowie Wechsel in der Führungsetage trugen erheblich dazu bei. Aber nicht nur die:

Nach einer Hochrechnung der „Welt“ liegen die Abfindungen für alle entlassenen Mitarbeiter der letzten zehn Jahre bei insgesamt 18 Millionen Euro (bis 2017). Hierbei bleiben die laufenden Gehaltszahlungen für aktuell beurlaubte Trainer noch unberücksichtigt.

Nun sollte man ja sicher nicht an einem Vertrag festhalten, „nur“ um Kohle zu sparen. Aber seien wir mal ganz ehrlich, WAS erwarten wir eigentlich von einem erneuten Trainerwechsel (außer, dass er wieder Geld kostet, das wir nicht haben)?

Er macht die Mannschaft um kein Jahr älter.

Er ändert nichts an den vorhandenen individuellen Stärken oder Schwächen einzelner Spieler.

Er wird eine Systemumstellung bedeuten, die Zeit zum Einspielen braucht, die wir nicht haben.

Er wird keinen Druck von den Spielern nehmen. Im Gegenteil!

Der HSV ist in seiner eigenen Vita gefangen.

Die vielen Fehler der Vergangenheit fallen uns auf die Füße.

Abgestiegen, mit dem Stempel „sofortiger Aufstieg“ auf der Stirn.

Und zwar auf JEDER Stirn!

Auf der vom VV Bernd Hoffmann, der zum Erfolg verdammt ist, weil ihn viele gerne sofort wieder in der Abfindungskiste wiederfinden würden.

Auf der vom SpoDi Becker, der von vielen die Schuld am Ausscheiden von Peters geben und seine Transferbilanz, somit die Qualität des Kaders infrage stellen.

Auf der von Christian Titz, der, als Cheftrainer einer Profimannschaft noch genauso „grün hinter den Ohren“, mit seinem Trainerteam eine Taktik spielen lässt, die anspruchsvoll ist und damit Konzentration über 90+ Minuten fordert. Da diese oft fehlt, fehlen auch einige Punkte auf der Habenseite.

Auf der Stirn aller Spielern, die bei jedem Anpfiff wissen, dass nur Siege zählen.

Und last but not least auf der der meisten Fans, die nach Jahren Abstiegskampf lechzen nach Torjubel, nach besserem Fußball.

Und so groß der Segen dieser Fans auch als Unterstützung gebraucht und gewollt ist, so sehr hemmt er anscheinend, wenn die Rothosen im eigenen Stadion, vor dieser erwartungsvollen Kulisse auflaufen.

Kontraproduktiv ist es zudem, wenn lange vor dem Spielende Pfiffe von den Tribünen kommen.

Ganze zwei von sechs Spielen konnten die Hanseaten in der laufenden Saison zuhause gewinnen. Zehn von 14 Gegentoren kassierten sie hier.

Dem entgegen stehen in der Auswärtsbilanz aus fünf Spielen vier Siege mit 11:4 Toren.

Untermauert wird diese meine These durch das Auftreten, das die Mannschaft auch gestern wieder zeigte.

Ängstlich in den Zweikämpfen, viel Bewegungs-, ja fast ideenlose Hilflosigkeit im Spielaufbau und zu harmlos im Abschluss. Es fehlte am letzten Biss, am letzten Willen.

Bei einer Flankenquote von unter 16 Prozent wäre jeder Lasogga in der Startelf, im Strafraum verhungert.

Bei den Leitwölfen Holtby und Hunt, ist man immer abhängig von deren Tagesform, die gegen Bochum mal wieder unter dem Durchschnitt lag.

Zu viele Ballverluste in den eigenen Reihen drückten dem Spiel letztendlich den Stempel auf.

Die meisten Gegner des HSV machen es sich einfach. Mit zwei Viererketten wird jeder Vorstoß im Keim erstickt. Dazu kommt, dass ein Ito seit Wochen seiner Form hinterherläuft und Hwang auf der anderen Seite einen leicht überspielten Eindruck macht.

Wobei…ich verstehe nicht, warum man einen Narey nach vorne beordert, nachdem er rechts einen größeren Wohlfühlfaktor zu haben scheint.

Vom Trainingslager weiß ich, dass Titz sehr wohl am kreativen Spiel durch die Mitte und auch über außen gefeilt hat. Es liegt also nicht am Trainer. Es liegt an der Ausführung. Pollersbecks Liberodasein hat sich inzwischen ebenso reduziert. Den Gegnern ist es schlicht egal, wie oft man sich den Ball hinten untereinander hin-und herschiebt. Man wartet einfach ab, bis der HSV Fahrt aufnimmt und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Ball im Mittelfeld, spätestens vor dem 16er, abluchsen lässt. Da die Jungs, wie oben bereits erwähnt, sich dann auch noch unsicher im Abschluss zeigen, fährt man lustig, mit einem Punkt im Gepäck (der den meisten gegen den HSV reicht) wieder nach Hause.

Für mich ist das Spiel gegen Köln, am 5. November, wegweisend. Denn auch Köln steht unter dem Druck der Aufstiegserwartung.

Um den Kreis zu schließen: Titz muss in die Köpfe der Jungs, muss sich der Unterstützung vom Team und der Führungsriege sicher sein und insbesondere am Knacken der stets auf die Mannschaft wartenden Viererketten arbeiten.

Denn DOLL war das gestern wirklich nicht.

Der darf übrigens immer wieder gerne in den Volkspark kommen.

Als  Zuschauer…

(mg)

Lieber Herr Magath.

Sie haben eine beeindruckende Vita. Aber leider gehören Sie für mich zu denen die nicht merken, wann ihr Stern gesunken ist.

Sie waren mit dem HSV so erfolgreich, wie selten jemand. In 306 Bundesligaspielen erzielten Sie 46 Tore, konnten dreimal die Salatschüssel der Deutschen Meisterschaft in den Himmel heben.
Ihr wichtigstes Tor brachte dem Hamburger Sportverein 1983 den Europapokal der Landesmeister.

Als Trainer erreichten Sie 1996 Platz 5 und 1997 Platz 13.
Danach mussten Sie gehen.

Sie sind ein Machtmensch.
Selten gaben Sie sich mit nur einer Position im Fußballgeschäft zufrieden. Sie strebten, während Ihrer aktiven Trainerkarriere stets auch das Amt des Sportdirektors sowie einen führenden Posten im Vorstand an.
Deshalb mag es nicht verwundern, dass gerade Sie gegen den HSV grollen.

Denn trotz der beeindruckenden Karriere an der Elbe hat Sie nie jemand gefragt, ob „der große Felix Magath“, mit dabei sein will.
Selbst dann nicht, als das blau-weiß-schwarze Schiff mächtig strauchelte und letztendlich in die Tiefen der 2. Liga schipperte.

Nun stehen Sie da gestern bei Sky.
Der einstmals so bewunderte „Quälix“ ist ein verbitterter, alter Mann geworden, der gegen alles und jeden schießt. Selbst vor einer Verbrüderung mit denen, die am Untergang des Vereins mit schuld sind, war Ihnen Mittel genug, doch noch irgendwie einen Zipfel der Macht beim HSV zu erhaschen. Bisher Gott sei Dank erfolglos.

Klar wird all das was Sie von sich geben von den Medien dankbar mitgehört. So saugte die Zeitung mit den vier großen Buchstaben Ihre Worte gierig auf und fügte Ihre Kritik an Trainer, Mannschaft und Vorstand, grinsend als weiteres Kapitel des laufenden Absägeprozesses von Christian Titz hinzu.

Sie betitelten Titz als „Märchenerzähler“ und wünschten sich einen „namhaften“ Trainer für den großen HSV.
Aber ist es nicht GENAU DAS, was den HSV dorthin gebracht hat, wo er heute ist?

Ist der Neuanfang, ohne Kohle aus Malle, mit Jugend und neuen Ideen nicht genau das, was viele noch vor ein paar Monaten rigoros gefordert haben?

Und, ist es wirklich Ihr Ernst, einen Mann als Märchenerzähler zu betiteln, der in den letzten acht Spielen der 2. Bundesliga 17 Punkte holte?
Haben Sie gesehen, wie Lewis Holtby, nach einem klasse Zusammenspiel mit Narey und einem sehenswerten Tor, Christian Titz in die Arme fällt?
Ich wage zu behaupten, dass die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft stimmt.
Es mag ein glückliches 2:1 für den HSV gewesen sein, die Endphase spannender als sie hätte sein müssen. Doch am Ende sah man, dass sich Titz die Kritik an seinem hohen Torwart und die kurzen, oft ihr Ziel verfehlenden Pässe im Mittelfeld, zu Herzen genommen hat.

Auch das Festhalten an den beiden „Oldies“, Hunt und Holtby hat sich ausgezahlt. Beide durften torjubeln und bei beiden merkte man den Willen, es den zahlreichen Misstrauischen ihrer Fußballfähigkeit zu beweisen.
Mag sein, dass noch nicht alles Gold ist was glänzt. Mag auch sein, dass das defensive Auswechseln und das damit gewollte Halten des Ergebnisses ein Vabanque-Spiel war.
Aber was zählt, sind die drei Punkte, die sich gestern mit auf den Weg nach Hamburg machten.
Auch wenn es zwischenzeitlich, insbesondere in den letzten 20 Minuten an der so wichtigen Konzentration mangelte. Die Zweikampfquote (47 Prozent) ist ausbaufähig, ebenso wie die Schussgenauigkeit (44 Prozent). Aber die Mannschaft arbeitet daran. Sie weiß, wo Ihre Schwächen liegen.

Es wäre ein Wahnsinn, diesen Trainer jetzt abzusägen und erneut auf „große Namen“ setzen zu wollen!
Titz hat jetzt zwei Wochen Zeit an den noch lockeren Stellschrauben zu drehen. In dieser Zeit würde ich mir ein klärendes Wort von der Vereinsspitze wünschen, der Ruhe in den Medienkarton bringt. Damit auch die Mannschaft davon profitiert und man den Druck von ihr nimmt. Denn nur dann kann sie, mit dem Selbstbewusstsein des letzten Sieges, mit erhobenem Kopf in das nächste Spiel gehen.

Lieber Herr Magath. Setzen Sie sich zur Ruhe. Spielen Sie eine Runde Schach mit Herrn Kühne und sinnieren Sie über gute alte Zeiten.
Denn beim HSV hat eine neue Zeitrechnung begonnen und er kommt gut ohne Sie aus.
Ohne Sie und ohne die ständige Meckerei über all das, was Sie vielleicht gerne anders oder selber hätten.
Demontieren Sie sich nicht weiter. Das haben Sie doch nicht nötig, oder?
Herzliche Grüße, Ihre
(mg)

Spätestens seit dem letzten Wochenende …

… sollte auch dem letzten klar geworden sein, daß Kai-Uwe Hesse und Babak Milani von der Bild-Zeitung dem HSV unbedingt schaden wollen.

Anders sind ihre hirnverbrannten Artikel nicht mehr zu erklären.
Immer wieder schüren sie mit hanebüchenen Storys Unruhe beim HSV, nur um Klicks zu generieren. Im Sommer haben sie die ganze Zeit davon berichtet, daß Fiete zu den Bayern geht, es sei nur noch die Frage, ob sofort oder erst 2019.
Sie provozierten die Fans mit einer lächerlichen Ablösesumme … und am Ende zeigte sich: Sie hatten mal wieder keine Ahnung, sie haben nur blind im Nebel gestochert.
So provoziert man, so generiert man mit Gerüchten Klicks!

Und nun machen die selben Leute, die in der Woche vorher noch die Tabellenführung gefeiert haben, ne Trainerdebatte auf.
Man könnte über den Schwachsinn lachen, wenn nicht so viele drauf anspringen würden

Nach dem zweifelsfrei schlimmen 0:5 gegen Regensburg hagelte es Kritik an unserem Trainer.
Mir scheint, viele haben vergessen, wie der HSV in der Zeit vor Titz gespielt hat.
Und damit meine ich nicht nur die dunkle Zeit unter Hollerbach, sondern auch die zu Spielweise unter Gisdol.

Sicher, auch Christian Titz hat am Sonntag gegen Regensburg Fehler gemacht, wer ist schon fehlerfrei?
Aber meiner Ansicht nach waren seine Fehler nicht ausschlaggebend für die Niederlage.
Die ganze Mannschaft hatte am letzten Sonntag einen gebrauchten Tag. Ob ein Pass über 5m den Empfänger findet, hat nichts mit System, Taktik oder ähnlichem zu tun. Die Mannschaft war nicht mit dem Kopf voll bei der Sache.
DAS ist der absolute Hauptgrund für die Niederlage. Später kam noch Verunsicherung dazu.

Das hohe Torwartspiel: Wir ziehen das eh nicht bei jedem Gegner durch, mitunter spielt Polle auch ganz „normal“.
Es birgt Vorteile und Risiken.
Von den Vorteilen haben wir im Spielaufbau schon profitieren dürfen, aber Nachteile haben wir noch nicht gehabt. Der Patzer von Polle gegen Regensburg war nicht das Ergebnis des taktischen Systems, sondern er ist zu sehr ins Risiko gegangen, hat seinen Gegenspieler ausspielen wollen und das ist schief gegangen.
Hätte er höher gestanden, wäre für seine Mitspieler vielleicht sogar noch die Chance dagewesen, den Patzer auszubügeln.

Die Rotation: Ja, es leidet an Eingespieltheit.
Aber der Trainer hat nicht nur das nächste Spiel zu sehen, sondern muß durch die gesamte Saison kommen.
Das heißt, er muß die Kräfte der Mannschaft einteilen, er möchte gerne, daß sich alle in das System einspielen, das dauert dann eben etwas länger und er muß auch die Leute, die auf der Bank sitzen, immer wieder bei Laune halten.
DEN EINEN WEG gibt es da nicht und ich persönlich hüte mich davor zu sagen, dieser oder jener Weg ist der einzig wahre. Auch wenn ich persönlich auch der Ansicht bin, etwas weniger Wechseln wäre die bessere Alternative gewesen.

Hunt: An ihm scheiden sich ja mal wieder die Geister.
Einige fragen sich, was er überhaupt im Kader macht und andere sehen in ihm den Leistungsträger schlechthin.
Was mir auffällt: Die Gegner stehen ihm meistens auf den Füßen, er hat oft recht wenig Platz.
Um da rauszukommen, muß er mehr laufen, aber auch seine Mitspieler müssen sich ohne Ball mehr bewegen.
Was meiner Ansicht aber nicht gut ist, ist wenn Titz ihn auf Linksaussen einsetzt. Das ist nicht die optimale Position für ihn, da haben wir bessere Alternativen im Kader.
Was seine Elfer angeht: Bevor er zum HSV kam, hat er seine Elfer serienweise sicher versenkt. Bei uns fehlt ihm so ein bisschen die Fortune. Er wollte den Keeper ausgucken, aber das hat nicht funktioniert.
Gerade in der zweiten Liga bin ich der Ansicht, daß man den Ball mit Wucht ins Tor hämmern sollte.
Topkeeper halten die unter Umständen doch noch, aber in der zweiten Liga muß man den Keeper schon fast anschießen.

Noch kurz was zu Fürth: Zu Anfang waren wir sehr nervös, wurden aber immer besser. Unterm Strich hab ich uns als die bessere Mannschaft gesehen.
Wir hatten die besseren Chancen und meiner Ansicht nach auch ein reguläres Tor erzielt.
Bates geht zum Ball und es ist eher der Torhüter, der das Foul begeht. Er versucht Bates zu schubsen, allerdings steht der wie ne schottische Eiche und der Torhüter rennt dann halt gegen ihn.
Ich hab da kein regelwidriges Verhalten entdecken können.
Aber Sascha Stegemann ist halt ein Schiedsrichter, der konsequent bei seinen Linien bleibt.
Eine Linie für normale Mannschaften und dann seine HSV-Linie, in der nur glasklare Entscheidungen für uns getroffen werden und alles andere gegen uns ausgelegt wird.
Ich erinnere da auch an das Halten gegen Lasogga. Er will im 16er zum Ball, wird deutlich am Trikot gezogen, so daß er nicht zum Ball kommt,
Stegemann stand bestens, hätte es sehen müssen und hat es mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit auch gesehen.
Aber einen Elfer gibt es nicht. Und all das zog sich durch das ganze Spiel. Nicht zum ersten Mal.
Ich empfinde es als Skandal, daß der uns immer wieder verpfeifen darf.
Wir haben defensiver als normal gespielt. Darunter hat auch der Spielaufbau gelitten. Würden unsere Jungs konzentriert spielen, dann täte diese Umstellung nicht nötig.

Und deshalb möchte ich noch ein paar Worte zur Spielweise von Titz sagen.
Das Spiel ist intensiv und verlangt nach einem hohen Konzentrationslevel.
Ist der vorhanden, dann ist dieses System nicht weit vom perfekten Fußball entfernt. In der Sommerpause haben wir all das sehr gut eingeübt.
Dann ist Jung ausgefallen, der die Abwehr leiten sollte, dann haben wir Mangala und Hwang geholt, die beide eine sehr hohe Qualität haben, aber mit denen das Zusammenspiel im Sinne des Systems noch hapert.
Die eine 6, mit der wir häufig spielen, erfordert auch einiges von der Mannschaft.
Der Schwachpunkt liegt in der Defensive, die die Halbräume nicht anständig besetzt. Also müssen die Aussenverteidiger auch dort Räume übernehmen. Sind die Aussenverteidiger mit in den Angriff eingebunden, dann müssen die 8er die Halbräume mit abdecken, oder die letzte Reihe drängt so weit nach vorne, daß es keinen Platz zwischen den Linien gibt.

Und wenn man gegen tiefstehende Gegner spielt, dann müssen sich die Spieler in den vorderen Linien mehr bewegen.
Wir wollen eigentlich über das Paßspiel Lücken erzeugen, die wir dann nutzen können.
Aber dazu muß man Dreiecke bilden, damit der ballführende Spieler immer zwei Optionen zum Spielen hat.
In den letzten Spielen bewegen wir uns zu wenig ohne Ball, das Spiel wird statisch und der ballführende Spieler hat keine Möglichkeit, den Ball vorne an den Mann zu bringen.
Also muß er wieder nach hinten spielen und neu aufbauen.

Wir kommen von einer ganz anderen Art Fußball, das sollten wir nicht vergessen.
Ich vergleiche das immer wieder gerne mit Streichs Freiburgern.
Von ihnen wird behauptet, daß ein Spieler, der Streichs System lernen soll, ein halbes Jahr braucht.
Bei uns wird es nicht viel anders sein. Wir haben einen Weg eingeschlagen, an dessen Ende ein sehr guter Fußball steht.
Aber der Weg geht nicht nur vorwärts, er wird auch immer wieder hier und da einen Rückwärtsgang haben. Gegen Regensburg war es ein solcher Rückwärtsgang.
Es wird auch wieder vorwärts gehen.

Und noch ein paar Worte zu dem Namen, der letzte Woche durch den Volkspark schwirrte: Roger Schmidt. Wir haben nicht das Geld für Schmidt, wir haben nicht die Mannschaft für sein Spiel, sein Spiel ist „entschlüsselt“, jeder Trainer hat inzwischen gute taktische Mittel gegen ihn im Köcher.
Mal abgesehen davon, daß er unsymphatisch ist, wäre er für uns der grundlegend falsche Trainer. Ich wüsste also nicht, was für ihn sprechen sollte.
Von daher, lasst euch nicht wild machen.
Titz wird bleiben. Ja, hier und da macht er auch Fehler. Aber das ist nunmal so, jeder lernt mit der Zeit und in der Regel durch Fehler. Optimalerweise durch die Fehler der anderen, aber eben mal auch durch eigene Fehler.
Jeder Fehler ist eine Investition in die Zukunft, wenn man draus lernt. Und Titz lernt.

Also nochmal zusammengefasst: Wir machen eine Transformation von einer reinen Kontermannschaft zu einem Team, das auch sehr gut mit dem Ball umgehen und das Spiel machen kann. Und bis wir die Metamorphose vollendet haben, wird es immer Unsicherheiten geben, um letztlich auch die Balance zu finden. Wir sollten als Fans ruhig bleiben und den Weg der Mannschaft unterstützen.

Unsere Mannschaft muß konzentrierter spielen, muß sich mehr bewegen und sollte vielleicht auch ein wenig körperlicher spielen.
Dann kommen auch die Erfolge wieder.
Köln führt dank Terodde in Bestform die Tabelle deutlich an, aber dort ist auch nicht alles Gold, was glänzt.
Stuttgart vor zwei Jahren stand schlechter da, als wir zu diesem Zeitpunkt und hatte sich noch lange nicht gefunden.
Am Ende waren sie klarer Zweitligameister. Sieht man mal von Köln ab, bei denen zwar auch nicht alles läuft, aber deren individuelle Klasse auf allen Positionen die Creme de la Creme der zweiten Liga darstellt, sehe ich kein Team, das in dieser Linie dauerhaft gewinnen wird.
Auch wenn wir gegen St Pauli verlieren, geht die Welt nicht unter und die Chancen aufzusteigen, sind immer noch sehr gut.
Hektik, Panik, Unruhe, Trainerwechsel werden den Weg in die erste Liga nicht beschleunigen. Von daher ruhig bleiben.

Über das Spiel gegen St Pauli sag ich nicht viel. Es wird ein intensives Spiel, niemand wird groß ins Risiko gehen, denn niemand wird dieses Spiel verlieren wollen.
Allen ist die Brisanz bewusst. Von daher erwarte ich ein Spiel, das wenig Tore haben wird. Und ich denke, die individuelle Klasse wird entscheiden. Also ein dreckiges 1:0 für den HSV.
Nur der HSV (fb)

Ich mag Sascha Stegemann

Jaha! Ich mag Menschen, die konsequent ihrer Linie treu bleiben und das aus vollster Überzeugung, immer und immer wieder.
Sollten wir unter Stegemanns Regie irgendwann mal wieder einen Elfmeter bekommen, wird der gefoulte HSV-Spieler wohl mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden müssen.
Wir denken da an Spiele wie das im Februar dieses Jahres, gegen Hannover, wo Sané Kostic im Strafraum umsemmelte und kurz zuvor ein Handspiel von Schwegler nicht geahndet wurde. Nix mit Elfmeter, liebe Hamburger. Ich, der Sascha, entscheide das. Und niemand anderes.
Auch gestern hatte meine gerade frisch gekürte FIFA-Pfeife wieder einen tollen Einfall. Er pfiff das Führungstor des HSV, in der 56. Minute (nach einem tollen Freistoß von Janjicic) einfach weg.
Puff.
Torwartbehinderung durch Bates, so das Votum des „Unparteiischen“.
Ok, Bates hatte den im Rücken angeflogen kommenden Burchert nicht gesehen und sich nicht schnell genug in Luft aufgelöst. Selber schuld also…

Äh. Stopp mal. Dabei gibt es für Torwarte keinen besonderen Schutz mehr. Selbst im Fünfmeterraum nicht.
Im Regelwerk des DFB heißt es dazu: „Eine weit verbreitete Meinung auf nahezu jedem Fußballplatz der Republik ist, dass der Torwart in seinem Torraum einen besonderen Schutz genießt. Blickt man ins Regelwerk, stellt man fest, dass dem gar nicht so ist. Neben dem Schutz, dass der Torwart nicht angegriffen werden darf, wenn er den Ball hält, gibt es keine weiteren Bestimmungen dazu.“
Fazit: das Tor hätte durchaus gegeben werden können.
(Wer im oberen Absatz Ironie findet, darf sie behalten 😉

Nun bin ich allerdings die letzte, die das gestrige Unentschieden nur dem Schiedsrichter zuschieben will.
In den ersten 20 Minuten merkte man den Hamburger deutlich an, dass da sehr viel Verunsicherung mit auf den Platz getragen wurde.
Fehlpass reihte sich an Fehlpass und bereits in der 3. Minute klatschte ein klasse von Wittek getretener Freistoß glücklich nur an unsere Torlatte.
Die insgesamt gut 85 Prozent betragene Passquote der Rothosen hat man nicht zuletzt dem Dreiergespann Pollersbeck, van Drongelen und Bates zu verdanken. Die ließ man lustig den Ball in der eigenen Hälfte hin-und herkicken.
Sobald man jedoch die Mittellinie überwunden hatte, standen die Fürther gut gestaffelt und waren ein ums andere mal nur allzu schnell und oft genug wieder im Ballbesitz.

Die Zweikampfquote lag zu diesem Zeitpunkt bei 55 Prozent. Allerdings kam trotzdem nichts Zählbares dabei heraus, weil es für den Abschluss oft genug an Präzision fehlte.
Für mich die Verlierer der 1. Halbzeit: Lasogga (hatte irgendwie 8x Ballkontakt) und Hunt, der neben Passschwächen auch im Sprint nicht immer gut aussah.
Gewinner, einmal mehr: Douglas Santos und auch Orel Mangala und Janjicic wussten mit guten Aktionen zu gefallen.

Santos musste allerdings, weil Gelb-Rot-gefährdet, nach der Halbzeit in der Kabine bleiben. Für ihn kam Tatsuya Ito, dem ich das 1:0 für die Gäste in der 55 Minute von Herzen gegönnt hätte.
Abgefälscht landete der Ball allerdings nicht im, sondern überm Tor.
In der 62. Minute holte Titz den schwachen Kapitän vom Feld und schickte Whang ins Rennen. In der 78. ging er all in und brachte Arp für Lasogga.

Die Partie blieb aber weiterhin torlos. Weder Fürths Ruel-Keita noch Hamburgs Lasogga (beide fünf Saisontore) konnten erfolgreich abschließen. Und vielleicht sollte man Lasogga mal zu einer Nachschulung über die Abseitsregeln anmelden. Auffällig, wie oft er hinter der gegnerischen Abwehrreihe rumturnte.

Ab der 85. Minute hatten sich die Fürther wohl mit der Punkteteilung angefreundet. Für Christian Titz ist es somit das erste 0:0 seiner Amtszeit, als Profitrainer beim HSV.

Mein Fazit: Es war kein schönes Spiel. Da war zwar viel Wille aber oft zu wenig Können. Noch immer habe ich das Gefühl, das die Hamburger die in Liga 2 herrschende Robustheit nicht verinnerlicht haben.
Ich wünsche mir ein kürzeres Ballgeschiebe hinten und mehr schnelle Kreativität nach vorne. Irgendwie sehen die Angriffsversuche immer gleich aus und man läuft oft an den gleichen Stellen in gefährliche Konter.
Warum Christian Titz weiterhin versucht, aus Hunt einen Stürmer zu machen, entzieht sich meiner Phantasie.
Mit Ito, Whang und auch Arp kam mehr Bewegung ins Spiel. Unsere Abwehr hat etwas solider agiert. Weiter so!
Allerdings war es erneut mal wieder ein Spiel, das hätte auch anders ausgehen können. Für Fürth und für Hamburg.
Mit dem 0:0 kann keine der beiden Mannschaften zufrieden sein. Schon gar nicht im Hinblick auf das Derby.
In der Statistik hatte der HSV allerdings die Nase vorn: 14:8 Torabschlüsse, 70:30 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 53:47 Prozent stehen da zu Buche. Die wenigen Chancen, die man auf beiden Seiten gesehen hat, konnten jedoch nicht genutzt werden.
Das muss am Sonntag anders werden!

Wobei… ganz ehrlich. Ich habe ein wenig Angst vor dem Stadtderby. Zu viel Hass und Gewaltandrohungen sind da von beiden Seiten unterwegs.
Ganz übel, zu was einige Vollpfosten die schönste Nebensache der Welt gerade verkommen lassen.
Ich mag mir fast gar nicht vorstellen wie es sein wird, wenn eine der beiden Mannschaften die andere aus dem Stadion schießt. Für die Ruhe wäre ein Unentschieden wahrscheinlich das Beste. Für die Tabelle allerdings nicht.
Um dem erklärten Klassenziel näher zu kommen, braucht der HSV diesen vermaledeiten Dreier.
Ich würde es ja mal mit der Elf der zweiten Halbzeit gegen Fürth versuchen.
Meine Meinung. Und die muss man ja nicht teilen.

Einen werde ich jedoch übermorgen vermissen: meinen Freund, Sascha Stegemann…. Nicht… 😉
In dem Sinne: auf ein ruhiges, faires aber spannendes Derby gegen den Stadtteilverein!
(mg)

P.S.: Eins noch: wer an dieser Stelle das Trainerfass aufmacht, hat den Fußball nie geliebt…

Hoffmann raus…

…Titz am besten gleich hinterher!

Und wenn wir gerade dabei sind, Lacroix zurück nach Saint-Étienne, Steinmann in die U21 verfrachten und Hunt soll die Kapitänsbinde am besten als Grillanzünder ins Feuer schmeißen, auf dem die Würstchen brutzeln, die der HSV den geschundenen Fans natürlich am kommenden Wochenende kreieren darf! Allerdings erst, wenn sie alle ihr Eintrittsgeld zurückerhalten haben.

Liebe Leute!

Letzte Woche war es der Aufstieg, der greifbar nah schien, ja, für einige sogar schon feststand.

Diese Woche werden alle zum Abschuss freigegeben, die kurz zuvor noch gefeiert wurden.

Das ist der HSV, wie er leibt und lebt.

Natürlich hat Pollersbeck sich mit seinem laxen, ja arrogant wirkenden Spielgeplänkel das 0:1 persönlich verpackt.

Aber hat er uns nicht vor wenigen Tagen den Sieg gegen Dresden, mit einigen tollen Paraden gerettet?

Ja, unser Trainer hat mächtig rotiert. Insgesamt sechs Neue erhielten das Startelftrikot, im Vergleich zum Nachholspiel gegen die Sachsen.

Vielleicht ein wenig zu viel der Rotation. Denn wir sind halt nicht die Bayern, dessen zweite Garde nahtlos das zeigen kann, was die vermeintliche A-Mannschaft auf den Rasen zaubern kann.

So, wie ich den Trainer kennengelernt habe dürfte er gestern der erste gewesen sein, der seine Entscheidungen, mit Groll im Bauch, zumindest auf den Prüfstand gestellt hat.

Und: wurde Christian Titz nicht in den vergangenen Wochen, ach was sag ich, MONATEN, gerade für sein mutiges Spielsystem mit dem Tor-Libero gelobt und die Mannschaft insgesamt für ihre Lauf-und Kampfbereitschaft bewundert?

Haben nicht die meisten von euch beklatscht, dass Hunt zum Kapitän gewählt wurde? Einer mit Erfahrung. Einer mit Führungsqualitäten und, wenn er gute Tage erwischt, auch einer, der mit Taktik ein Spiel entscheidend führen kann.

Er hatte gestern einen gebrauchten Sonntag erwischt. Und, ja, sein Elfmeter war eigentlich eine Frechheit für den gegnerischen Torwart.

Achtung, es folgt erneut ein Konjunktiv: hätte er diesen vermaledeiten Elfer versenkt, wer weiß schon, wie das Spiel geendet hätte.

Ich werde sie jetzt nicht alle durchgehen, die am gestrigen Sonntag letztendlich dafür sorgten, dass wir sang-und klanglos, mit dem höchsten aller Zweitliga-Heimniederlagen vom Grün schlichen.

Da waren zu viele individuelle Fehler zu beklagen.

Da gab es wieder die so bekannte Eskorte, die man dem Gegner bot, wenn dieser auf das Tor zueilte. Manndeckung? Fehlanzeige! Konzentration? Reichte gerade für die ersten 20 Minuten.

Da war mannschaftlich zu wenig Bewegung auf dem Platz und da war vor allem zu wenig Plan, den gut gestaffelten Jahnern aus Regensburg, mit schussgenauen Pässen (40 Prozent!), Tore abzuluchsen.

Und wer gedacht hatte, dass mit der Einwechselung eines Lasoggas jedes Spiel die Wende bringt, der plumpste spätestens gestern mit seinem Hinterteil auf den harten Boden der Realität.

Also gilt für das gesamte Team und den Trainer: Setzen, 6!

Was mir ein bisschen Sorgen macht ist die Aussage Hunts, nach dem Spiel, dass sich diese Niederlage angedeutet habe, da die Regensburger eben die Chancen die man ihnen anbot, ausnutzten. Im Gegensatz zu den Gegnern, die man davor bespielte.

Mit diesem Wissen ausgestattet, hätte man eigentlich einen anderen Ansatz auf dem Rasen erwarten dürfen.

Die 2. Liga spielt harten Fußball. Manchmal sehr harten Fußball, der auch mal direkt gegen den Mann geht. Daran muss man sich schnellstens gewöhnen und dagegenhalten. Auch wenn man dafür dahin muss, wo es wehtut.

Was mir noch mehr Sorge bereitet ist die Null, die auf der anderen Seite der Fünf steht.

Es ist den Hamburgern nicht einmal gelungen, das Runde im Eckigen zu versenken. Im Heimstadion! Vor einer tollen Fankulisse!

Gegen Jahn Regensburg!

Mit dem Zuckerli im Rücken, erneut die Tabellenführung übernehmen zu können!

Was strapazierte man noch vor dem Saisonstart gebetsmühlenartig rauf und runter?

„Auch in der 2. Liga gibt es keine schwachen Gegner“ und der HSV wird IMMER der Gejagte sein.

Für die Regensburger war es gestern das Spiel des Jahres.

Das für Fürth folgt am Donnerstag, auf das Spiel ALLER Spiele warten die Paulianer am kommenden Sonntag.

Und so wird es weitergehen. Woche für Woche, Spieltag für Spieltag.

Ginge es nach mir, dann würde sich Titz schnellstens für eine Stammelf entscheiden, die dann, egal gegen wen wir antreten, von Anfang an auf dem Platz stehen würde. Soweit keiner angeschlagen ist, versteht sich. Wenn man dann den ein oder anderen für ein Spiel reinrotiert, trifft er auf ein gestärktes System, das ihn mitnehmen kann.

Insbesondere unsere Defensive braucht endlich jemanden, der den Ton angibt und sich verantwortlich für seine Vorderleute fühlt.

Jedes Spiel ist gleich wichtig. Und jeder Gegner wird sich die Zunge aus dem Hals rennen, um dem HSV Punkte abzuluchsen.

Hoffentlich jedoch nie wieder so erfolgreich wie am gestrigen Tag.

Verlieren wird man immer mal wieder. Keiner kann ernsthaft einen Durchmarsch erwarten. Es kommt nur auf das WIE an.

Und das war gestern einfach unter aller Kanone. Punkt.

Leider.

Aber so, wie die Spieler sich heute an die eigene Nase fassen müssen, sollten auch wir Fans es halten und nicht gleich die Stühle sämtlicher Beteiligten fordern.

Alles braucht Zeit für Entwicklung.

Allerdings ist diese Zeit eben nicht grenzenlos.

Auch leider.

Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, Fehler festmachen und bestenfalls schon am kommenden Donnerstag das zeigen, was man kann und WILL.

Ich hätte da zudem mal einen Vorschlag für den Spruch an der Kabinentür: „Konzentriert euch. Und zwar 90 Minuten plus X!“

(mg)

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