„…mach ein Bier auf und den Kopp zu…“

So, wie man Wetten darauf abschließen kann, dass im HSV immer irgendein Klüngel Unruhe vorbereitet, so ist es Tatsache, dass es Leute gibt, die zwischen „guten und schlechten“ Fans unterscheiden.

Die „guten“ sind wohl die, die (fast) jedes Auswärtsspiel auf sich nehmen. Die, die keine Kosten und Mühen scheuen, Wochenende für Wochenende in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Natürlich haben sie auch eine Dauerkarte, denn die gilt ja eh als notwendiges Zeichen dafür, ein „echter“ Fan zu sein.

Die „schlechten“ setzen sich einfach vor die Glotze und beobachten das Geschehen auf dem Rasen vom Sofa aus.

Oft auch die Spiele, die im heimischen Volkspark ausgetragen werden.

Nun ist es aber so, dass es meistens Leute aus der ersten Gruppe sind, die Mitmenschen der zweiten Gruppe, ohne auch nur einen davon persönlich zu kennen, abstempeln und nur sich selber als „wahren Fan“ erkennen.

Erst gestern brandete die Diskussion um echte und schlechte Fans neu auf.

Im Zusammenhang mit dem Stimmungsboykott, hinsichtlich der Absetzung der ungeliebten Montagsspiele.

Originalzitat (auf Twitter): „Heul nicht rum. Du glotzt doch eh nur vor der Mattscheibe. Klar ist dann ein Protest, wo es darum geht, montags nicht durch halb Deutschland zu gurken, dich nicht interessiert. Also setz dich in deinen Sessel, mach n Bier auf und Kopp zu.“

Als dann darauf hingewiesen wurde, dass man doch ne Dauerkarte besäße, und zudem Montagsspiele als Verlängerung des BuLi-Wochenendes sehe, kam: „Glückwunsch. Montags Zeit, 500 km auswärts zu fahren? Lieblingstag? Ich tippe auf arbeitslos.“

Echt jetzt?

Leute, Leute!

Wer gibt euch das Recht, eure Mitmenschen so zu deklassieren und derart zu beleidigen?

Es gibt 1000 und einen guten Grund, warum man eben NICHT jedes Wochenende dem Reisen und dem Fußball unterordnet.

Neben dem fehlenden Kleingeld kann das durchaus auch die Familie sein, auf die man eben nicht zwei von sieben Tagen verzichten möchte. Es mag jobbedingt sein oder daran liegen, dass man krank ist, dass es dem Partner schlecht geht, man nicht mobil ist oder auch, es einfach nur als anstrengend empfindet, alle 14 Tage viele Stunden auf überfüllten Straßen zu verbringen.

Macht all das oder auch nur ein Grund davon jemanden zum „unechten oder schlechten“ Fan?

Nein!

Man ist ein echter Fan, wenn man zum HSV hält. Wenn man die Farben Blau-Weiß-Schwarz mit Stolz trägt. Egal in welcher Liga der HSV gerade spielt und egal ob ein Spiel eben mal einfach nur schlecht war!

Man ist ein echter Fan, wenn man mitfiebert. Egal ob im Stadion oder vor dem Fernseher. Man ist ein echter Fan, wenn man bei Toren jubelt und sich bei Gegentoren ärgert.

Man ist ein echter Fan, wenn man das Beste für seinen Verein will. Wenn man sich informiert, mitdiskutiert, wenn man die eigene Meinung, von der man überzeugt ist, auch (sachlich) gegenüber anderen vertritt.

Und das gilt nicht nur für das Geschehen auf dem Rasen!

Das Motto lautet „leben und leben lassen“. Egal wo und egal wann.

Es gibt schließlich auch noch ein Leben außerhalb des Fußballs.

Ich weigere mich, all diejenigen, die zum HSV halten, in zwei Klassen einzuteilen. Wir alle sind HSV! Ob zu Hause auf dem Sofa, in der Kneipe mit Freunden oder im Stadion!

Es gibt nichts, was den einen besser oder den anderen schlechter macht. Respekt heißt das Zauberwort. Respekt dem anderen gegenüber. Dem, der gute Gründe hat, sein Fanleben anders zu gestalten, als man selber es tut.

Wenn das nicht mal unter Fußballfans funktioniert, wie soll das dann auch nur ansatzweise im Alltag klappen?

Ach ja, gespielt haben wir ja gestern auch noch.

Es war ein dreckiger, es war ein Arbeitssieg. Und soooo wichtig. Denn gerade in den letzten Spielzeiten waren es gerade potentielle „schwächere“ Gegner, also Abstiegskandidaten, gegen die wir ganz schlimm aussahen und versagten.

Hinzu kam der Trainerwechsel der Schanzer, der im Vorweg viele Spekulationen offen und potentielle Unsicherheitsfaktoren, nicht nur in der Startelf, auftauchen ließen.

Ingolstadt spielte für mich nicht wie ein Abstiegskandidat. Im Gegenteil. Sie hielten mit, präsentierten die ein oder andere schöne Kombination nach vorne. Nur am Abschlussglück mangelte es.

Sie hatten eine bessere Zweikampfquote und eine höhere Schussgenauigkeit.

Was sie zusätzlich unbequem machte, war ihr teilweise recht unfaires Spielverhalten. Da wurde schon mal geschwalbt oder sich recht robust in die Zweikämpfe geworfen.

Dafür kassierten sie im Spielverlauf auch zu Recht fünf Gelbe Karten.

Ein super Freistoß von Hunt, aus 25 Metern (für den HSV das erste direkte Freistoßtor seit November 2017)  und ein tolles Zusammenspiel von Jatta, Holtby und einem starken Hwang brachten den Hamburgern die beiden Tore ein, die zum Sieg reichten. Für Hwang freut es mich besonders, dass er sich für seine unermüdliche Laufarbeit endlich mal wieder belohnt hat.

Das Gegentor, in der 54. Minute, bei der unsere Abwehr mal wieder nicht besonders gut aussah, machte das Spiel dann noch unnötig spannend.

Jatta hat mir gestern wieder gut gefallen. Auch Santos zeigte endlich wieder, was in ihm steckt. In Halbzeit 1 waren wir, aus dem Spiel heraus, vor dem Tor wieder nicht konsequent genug. Zudem fehlte vorne sichtlich eine direkte Anspielstation.

Trotzdem wirkte der HSV vor allem in den ersten 45 Minuten reifer, schneller, sicherer und hatte die bessere Kondition. Das zeigte sich zum Ende der ersten Halbzeit auch kräftemäßig bei den Ingolstädtern.

Leider verpassten wir es in dieser Phase, den Torvorsprung auszubauen.

Viel Zeit zum Freuen über Platz 1 in Liga 2 bleibt dem HSV allerdings nicht.

Die Verfolger stehen uns auf den Füßen. Köln und auch Union gewannen gestern ihre Spiele souverän.

Bereits am kommenden Freitag eröffnen wir, um 18.30 Uhr, den 16. Spieltag, gegen Paderborn und das Rennen um die Spitzenplätze geht weiter.

Paderborn steht mit 22 Punkten auf Platz 7 und auch der wird alles dafür tun, drei Punkte aus dem Volkspark zu entführen.

Auf geht’s Jungs, auf geht’s, Fans, ob auf dem Sofa oder im Stadion, nur gemeinsam sind wir stark…

(mg)

Ein Wechselbad der Gefühle

Es läuft die 89. Minute, Hwang hat den Ball, sprintet los, vorbei an vom Konter überrascht scheinende Berliner. Er ist kurz vor dem Strafraum. Er schlägt Haken. Einen, zwei… Hwang müsste schießen.

Hwang schießt.

TOOOOOOOOOR!

Der Hamburger Sportverein führt mit 3:1. Tabellenplatz 1, mit vier Punkten Vorsprung vor dem Kölner FC.

Das Stadion tobt und…

…ich wache auf.

Shit.

So hätte es gewesen sein können. Wenn, ja wenn Hwang nach seinem tollen Solo nicht letztendlich doch noch an Torwart Gikiewicz gescheitert wäre. Das war eine 100%ige.

Hätte, wäre, wenn.

Der HSV muss sich, im Spitzenspiel der 2. Liga, mit einem Unentschieden zufriedengeben.

Und ich muss ganz ehrlich sagen: zu Recht. Union war ein Gegner, der mitspielte, der gegenhielt, der herausforderte.

Während der ersten 45 Minuten war nicht viel Esprit bei den Hamburgern zu sehen. Selbst Santos, normalerweise einer der Besten auf dem Platz, ließ sich zu dem ein oder anderen gruseligen Fehlpass animieren.

Auch Kapitän Hunt und Schnurbartträger Holtby waren nicht präsent.

Der einzige, der für etwas Wirbel sorgte, war der auf links gesetzte Bakery Jatta.

Bei ihm liegen allerdings Genie und Wahnsinn noch sehr dicht beieinander.

Das Führungstor für die Gäste war ein schwaches Zusammenspiel unserer Abwehr. Mees ist schneller als Sakai, van Drongelen und Lacroix zusammen. Pollersbeck ruht in der Mitte des Tores, so knallt der Ball in die unbewachte kurze Ecke.

Vorne wirken wir harmlos und das nötige Zielwasser haben die Jungs wohl erst in der Pause erhalten.

Da nutzen auch die 86% Passquote der ersten Halbzeit nichts, da diese auf 14% sank, wenn es ins letzte Drittel des Feldes ging.

Man muss zugeben, dass die Eisernen ihrem Namen alle Ehre machten. Sie standen hinten kompakt, so dass selten ein Durchkommen möglich war.

Nicht umsonst führen sie, gemeinsam mit dem BVB, die Tabelle der „Unbesiegbaren“ aller Ligen an.

Der Ausgleich fällt ebenso gerecht.

Denn die Hamburger drehen nach der Halbzeitpause auf.

Hunt ist inzwischen auch mit dem Kopf auf dem Platz und versenkt den Ball, nach einem Fehler von Reichel, aus acht Metern im Tor.

Holtby profitiert in der 65. Minute von einem nicht geklärten Jatta-Schuß und drischt das Leder ins Netz.

Tja, und dann folgt eine Auswechselung, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Hannes Wolf nimmt den erstarkten Hunt vom Platz und bringt in der 74. Minute…Bates!

Der HSV bietet drei Innenverteidiger auf. Das Ziel von Wolf ist deutlich. Man will das Ergebnis halten.

Das ging, wie man nun weiß, in die Hosen.

Daran änderte dann auch die Auswechselung von Narey gegen Arp, in der 79., nichts mehr.

In der 77. Minute erfolgt ein Wunder.

Schiri Frank Willenborg zieht die 1. Gelbe Karte des Spieles. Marcel Hartel hatte Hwangs Trikot eindeutig zu heftig gedehnt.

In den 76 Minuten zuvor hatte man das Gefühl, Willenborg legt lediglich Wert darauf, seine Schiedsrichterbälle kontrolliert ausführen zu lassen.

Das, WAS er pfiff war teilweise nicht der Rede wert, während er eindeutige Fouls ungeahndet ließ.

Und eigentlich hätten die Berliner ab der 87., nach einer eindeutigen Tätlichkeit von Trimmel gegen Jatte, nur noch mit neun Feldspielern auf dem Rasen stehen müssen.

Es kam, was kommen musste, Bates und Lacroix waren wohl schon mit den Gedanken in der Kabine.

Suleiman Abdullahi bedankte sich mit dem Ausgleich…

Mein Fazit: es war ein Spitzenspiel, das seinen Namen wirklich verdient hatte. Ich habe in der 2. Halbzeit einen guten HSV gesehen, der sich nach dem Rückstand nicht aufgegeben hat.

Warum nicht gleich von Beginn an so?

Die Auswechselungen waren für mich kontraproduktiv. Auch Mangala gegen Moritz habe ich nicht verstanden. Es sei denn, Wolf wollte Moritz endlich mal wieder das Gefühl geben, auf dem Volksparkrasen zu stehen.

Gut fand ich, dass Jatta bis zum Abpfiff spielen durfte. Das stärkt sein Selbstbewusstsein.

Wie meinte Holtby am Sky-Mikrofon: „Das war ein Wechselbad der Gefühle“. Recht hat er…

Wolf wird aus dem Spiel viel mitgenommen haben, muss am Lasogga-Ersatz noch arbeiten und beim nächsten Mal die Parole „NACHLEGEN“ statt halten ausgeben.

Am Sonntag geht es gegen Schlusslicht Ingolstadt.

Die haben gerade ihren Trainer, Alexander Nouri, nach nur zwei Monaten, geschasst.

Aber das muss ja nicht unbedingt was heißen, wie man an Magdeburg gesehen hat.

Die Aufgabe kann, mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, durchaus bewältigt werden.

Auf geht’s, Hamburg!

(mg)

Präsidentenwahl und Beirat

In genau zwei Monaten wird, während unserer Mitgliederversammlung, ein neuer Präsident für den eV gewählt, und dieser Tagesordnungspunkt schlägt mal wieder bereits jetzt hohe Wellen.
Naja, wir sind schließlich auch der HSV, ein Verein, der niemals schläft.
Letzte Woche hatten wir im Podcast „Volksparkgeflüster“ den Vizepräsidenten und Schatzmeister unseres Vereins zu Gast.
Neben einigen anderen Themen haben wir dabei recht ausführlich das Thema Präsidentenwahl beleuchtet.
Hier einige Punkte, die für den einen oder anderen sicherlich interessant sind:

Normalerweise wird ein Präsidialteam, bestehend aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und Schatzmeister gewählt.
Dieses Mal ist es nur eine Nachwahl des Präsidenten, da Bernd Hoffmann ja bekanntermaßen auf den Stuhl des Vorstandsvorsitzenden wechselte.
Sein Team, bestehend aus Moritz Schäfer und Thomas Schulz, bleiben also im Amt. Der Präsident wird auch nur für die restlichen zwei Jahre der dreijährigen Periode gewählt.

Es bewerben sich aktuell eine ganze Menge Leute.
Der Beirat wird nun prüfen, wer für den Posten geeignet ist und er wird auch, wenn alle Bewerber die Vorraussetzungen erfüllen sollten, eine Vorauswahl treffen.
Es ist also kaum zu erwarten, daß wir uns auf der MV die Bewerbungsreden von 20 Kandidaten anhören müssen.
Wie viele und wer letztlich zur Wahl stehen, das entscheidet allein der Beirat. (Jan Wendt, Patrick Ehlers, Kai Esselsgroth, Frank Mackerodt, Oliver Voigt)

Allerdings gibt es keine genau festgelegten Vorgaben, nach denen sich die Beiratsmitglieder richten sollen.

Eines hat der Vorsitzende des Beirats, Jan Wendt, aber schon verkündet. Und allein das hat mich in zweifacher Weise sehr verwundert: Man werde bei der Vorauswahl nicht danach gehen, wer sich gut mit den beiden Vizepräsidenten verträgt und wer nicht.

Erstens verwundert mich, daß der Vorsitzende des Beirats sich überhaupt dazu öffentlich äussert. Und zweitens verwundert es mich, daß das kein Kriterium ist.
Die Väter der Satzung haben sich ganz bewusst dafür ausgesprochen, daß der Verein von einem Team geführt wird, das sich gemeinsam präsentiert, das gemeinsam gewählt wird.
Im letzten Jahr standen das Team Hoffmann, mit Moritz Schäfer und Thomas Schulz und das Team Meier, mit Henning Kinkhorst und Ralph Hartmann zur Wahl.
Die Teams haben sich in dieser Konstellation zusammengefunden, weil sie der Ansicht sind, daß sie effektiv zusammenarbeiten können.
Und nun zählt das nicht mehr? Ok, satzungskonform ist das Verhalten, aber ist es im Sinne des Vereins? Ich denke nicht.

Ein Dutzend Kandidaten soll sich bisher beworben haben, es steht dem Beirat frei, proaktiv noch zusätzlich geeignete Leute anzusprechen.
Man geht davon aus, daß am Ende ca 20 Kandidaten auf der Bewerbungsliste stehen werden. Sollten es weniger sein, haben wahrscheinlich einige ihre Kandidatur nicht abgegeben (oder zurückgezogen), weil sie sich keine Chancen ausrechnen.
Man weiß von Rainer Ferslev (einige werden sich erinnern, er hatte mit den Leuten von „Rautenherz“ ein eigenes Ausgliederungskonzept erarbeitet), Heinrich Höper und Jürgen Hunke sind ziemlich sicher unter den Bewerbern. Die Presse geht davon aus, daß Katrin Sattelmair, Ralph Hartmann und Marcell Jansen ebenso dazu gehören.

Die Bewerbungsfrist läuft am 30.11. ab und am 17.12. sollen die Kandidaten veröffentlicht werden.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht in die Geschichte bringen. Wer mehr wissen möchte, in naher Zukunft werden wir beim „Volksparkgeflüster“ Patrick Ehlers, den Fandelegierten im Beirat, zu Gast haben. Ich denke, die Wahl wird da auch ein Thema sein, auch wenn er nicht über Personen sprechen wird. Und das ist gut so.
Wir halten euch auf dem Laufenden.
(fb)

Wenn das Kind im Brunnen liegt und was die Fernwahl damit zu tun hat

Es heißt, Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Doch manchmal wird er nur noch zur Nebensache. Dann nämlich, wenn ein Mensch verletzt wird.
Und so gelten die ersten Zeilen meines Blogs demjenigen HSV-Fan, der sich nach dem Abpfiff in Aue, beim Abnehmen einer Zaunfahne, schwer verletzte.
Gott sei Dank soll es ihm inzwischen besser gehen. Auch von uns kommen herzliche Genesungswünsche.

Nach dem Sturz fiel es den meisten Fans schwer, sich über die so wichtigen Punkte, die der HSV aus dem Erzgebirge mitbrachte, unbeschwert zu freuen.
Wir sollten es trotzdem tun, denn die Mannschaft hat sich den Sieg redlich verdient.

Herausheben möchte ich an dieser Stelle endlich mal Sakai, der nicht nur in der 50. Minute, mit einem tollen Sprint gegen Hochscheidt, den Ball entsorgen und somit den Rückstand vermeiden konnte, sondern gestern auch mit der höchsten Passquote punktete.
In der Zweikampfstatistik standen auch nur Mangala und Narey noch vor ihm.

Alles in allem war das eines der besten Spiele, die ich in dieser Saison von der gesamten Mannschaft gesehen habe.
Gegen einen Gegner, der sich mal NICHT nur hinten postierte, sondern mitspielte. Das führte zu einigen gefährlichen Situationen, die Aue jedoch nicht verwerten konnte. Etwas, was mir in der gesamten 2. Liga häufiger auffällt.
Da sind gute Chancen, die einfach nicht genutzt werden.

Natürlich gilt das auch noch für unsere Mannschaft. Denkt man nur an das vergebene Führungstor in der 41. Minute, als Narey, sichtlich überrascht, dass der verlängerte Kopfball von Santos ihn noch erreichte, die Kugel aus zwei Metern an den Pfosten setzte.
Trotzdem erhält Khaled von mir auch in dieser Woche ein dickes Fleißkärtchen. Nicht nur wegen seines Traumtores, in der 62.
Gefreut habe ich mich für Jatta. Sein Tor zum Endstand muss man aus dieser Position heraus erstmal versenken!
Mit mehr Spielpraxis könnte er uns in Zukunft noch öfter positiv überraschen.

Mit drei Punkten Vorsprung auf Köln und vier auf Pauli geht es jetzt in die Länderspielpause. Zwei Wochen Zeit für Hannes Wolf, an einigen rauen Stellen noch zu feilen. Auch wenn einige unserer Jungs mal wieder auf Reisen gehen.

Stell dir vor es ist Länderspielpause und niemanden interessiert es.
Naja, jedenfalls weniger als angedacht.
Gerade mal 25.000 Tickets waren am vergangenen Donnerstag, für das Freundschaftsspiel gegen Russland, in Leipzig, verkauft.
Und auch das vier Tage später in Gelsenkirchen stattfindende „Endspiel“ für die Deutschen gegen die Niederlande, in der (völlig unnötigen) Nations League, trifft den Fußballnerv der Fans nicht wirklich.
Jogi Löw (und der DFB) schieben das auf die verkorkste WM und das eher lustlos erscheinende Gekicke, das man uns in den Monaten davor bot.
Ich denke, der gemeine Fußballfan hat sich schon länger abgewendet.
Begonnen hat es mit dem überheblichen Marketinggag, die Mannschaft „Die Mannschaft“ zu nennen. Weiter ging es mit einem völlig abgehobenen Fanclub, in dem man Mitglied sein musste, um leicht an Karten zu kommen, über lächerliche Preise für die Spiele und eine nicht angemessene Arroganz, wenn es um die Abschirmung der teuren Profis ging.

Der Fan wurde mehr und mehr zur Melkkuh und der DFB, Löw und auch Bierhoff übersahen die ersten Zeichen des Unmutes.
Da bedarf es mehr, als nun ein paar örtliche Fußballschulen zu besuchen und hier und da ein öffentliches Training anzuberaumen.
Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, bekommt man es schwer wieder raus.

Und hier schließe ich den Bogen zur Überschrift und unserem HSV.
Denn wie schwer es ist, das sprichwörtliche Kind wieder hochzuziehen, merken wir gerade am eigenen Leib.
Da die Fangemeinde seit HSV plus gespaltener denn je ist, wird in JEDER Mitgliederversammlung versucht, an den zuständigen Gremien zu sägen.
Sei es mit der Verhinderung (oder Absetzung) von Bernd Hoffmann oder der Installation von ewig gestrigen Traditionalisten, die schon immer alles besser wussten.

Da ich mich noch gut daran erinnern kann, wo uns ein Aufsichtsrat aus pressegierigen Fans und plauderfreudigen „Experten“ hingeführt hat, kann man gar nicht früh genug damit beginnen, vor dem erneuten Anfang vom (endgültigen?) Ende zu warnen.

Zu diesen Anfängen zähle ich auch Heinrich Höper, der den Medien nach, zum Sprung in den Aufsichtsrat (auf den Präsidententhron?) des e.V.s ansetzt.
Wir regen uns über die Magaths dieser Welt auf, die ständig versuchen, von außen Einfluss zu nehmen, während von innen anscheinend erneut ein giftiges Süppchen angerührt wird.
Höper hat bei Hamburg1, im Januar, öffentlich den Rausschmiss von Gisdol gefordert und damit gedroht, ansonsten aus dem Verein auszutreten.
Man bezeichnet ihn als „Edelfan“, was auch immer das ist.
Aber wäre er auch nur eine Spur von Fan, er würde für mein Verständnis wohl nicht in den Medien über seinen Lieblingsverein herziehen, sondern eher mit vorhandenem Unmut den Weg zu den Verantwortlichen suchen.
Wir brauchen keine neuen Sprachrohre im Aufsichtsrat. In einem Aufsichtsrat, in dem es übrigens momentan ruhiger ist, als in all den Jahren zuvor!

Und es ist nicht nur mühsam, sondern auch extrem anstrengend, Jahr für Jahr die Massen zu mobilisieren und dazu zu bewegen, Reise-und Übernachtungskosten auf sich zu nehmen, um wieder mal Schlimmes vielleicht zu verhindern.
Und warum?
Weil es im 21. Jahrhundert noch immer keine Fernwahl beim HSV gibt!
Die Fans werden gezwungen, ihre Stimme am Veranstaltungsort abzugeben.
Entsprechende Anträge über die Stimmabgabe per Briefwahl oder über das Internet, wurden mit absurden Mitteln bisher stets verhindert.
Aus diesem Grund hoffe ich sehr, dass es uns im kommenden Januar gelingt, diesen Tagesordnungspunkt (möglichst weit oben) endlich auf den Weg zu bringen.
Jeder, der sich mit der korrekten Antragsstellung auskennt möchte ich hiermit bitten, sich dessen anzunehmen.

Fußballerisch befinden wir uns auf einem guten Weg. Es wird noch ein weiter und kein leichter sein.
Lasst uns dafür sorgen, dass auch Ruhe in die AG, in den Verein, kommt und denen, die momentan einen guten Job machen, zusichern, dies auch ohne störende Nebengeräusche weiterhin tun zu können.
Damit das Kind, damit unser HSV, aus dem Brunnen, in den wir ihn selber geschubst haben, langsam und stärker als zuvor rauskrabbeln kann!
(mg)

Wie Helene Fischer in Buxtehude

Was der Unterschied ist, zwischen der Fangemeinde von Deutschlands Schlagerqueen und der des HSVs?

Ganz einfach.

Zahlreiche Zuhörer von Helene Fischer wären am vergangenen Montag wohl nach 20 Minuten vom Veranstaltungsort geflohen, weil sie zu viele schiefe Töne zu hören bekamen, während die HSV-Fans längst wissen, dass es sich oft genug lohnt, bis zum Ende auszuharren.

Es war der Sky-Moderator himself, (von dem man im Übrigen häufig nicht wusste, ob er dasselbe Spiel sah) der sich im Vorhinein mit Superlativen zum Spitzenspiel HSV-Köln überschlug. Unter anderem gab er zum Besten, das 95. Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine in Liga 2, sei, als würde Helene Fischer in Buxtehude trällern.

Tagelang hatten die Medien die Stimmung geschürt, hochgepuscht, was es hochzupuschen gab.

Nun gut, letztendlich brachte das Spiel dem Pay-TY-Sender Sky eine Spitzenquote ein. Mehr als 500.000 Zuschauer erwarteten gespannt den Kampf um die Tabellenspitze vor dem Fernseher. Zum Vergleich: Bochum gegen Regensburg, in der vergangenen Woche, wollten lediglich 70.000 Fußballfans mitverfolgen.

Beide Trainer waren, im Gegensatz zu den Medien, im Vorfeld bewusst zurückhaltend, sprachen zwar auch von Spitzenspiel, reduzierten die Erwartungen hinsichtlich der Tabellenführung allerdings zur Momentaufnahme.

Im Grunde ist es das auch. Eine Momentaufnahme.

Trotz allem war sich insbesondere Hannes Wolf sehr wohl bewusst darüber, dass sein HSV nach drei torlosen Heimspielen nicht nur bei den Fans in der Pflicht stand.

Und so war das 1:0, in der 86. die Erlösung nach 363 torlosen Minuten im Volkspark. Douglas Santos darf sich, nach einem tollen Solosprint, einen Scorrerpunkt notieren. Lasogga stand dort, wo ein Strafraumstürmer stehen muss und staubte mit einem harten Schuss aus drei Metern, den Treffer ab.

Überhaupt. Douglas Santos dürfte nach diesem Spiel erneut Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt haben. Er war an zehn Torschüssen beteiligt, dreimal davon versuchte er sich selber am Abschluss. Seine sowohl offensiven als auch defensiven Aktionen brachten ihm ein Sonderlob vom Trainer ein.

In den ersten 20 Minuten war es wirklich kein gutes Fußballspiel. Beide Mannschaften tasteten sich ab und versuchten, keine Fehler zu machen.

Für einige sorgte zudem die Aufstellung von Léo Lacroix, der für den gelb-rot gesperrten Bates in die Startelf rutschte, bereits vor Anpfiff für Bauchschmerzen.

Völlig zu Unrecht, wie sich im Nachhinein herausstellte. Der Schweizer gewann über 80 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte 91 Prozent seiner Pässe an den eigenen Mann und sorgte erheblich mit dafür, dass Kölns Toptorjäger, Simon Terodde an diesem Abend lediglich eine Statistenrolle einnahm und die beste Offensive der 2. Liga torlos blieb.

Interessant wird zu beobachten sein, wie Wolf in den kommenden Spielen auf diese Topwerte reagiert.

Und während, wie oben erwähnt, Helenes Konzert wohl nach nicht mal einer halben Stunde sein Ende gefunden hätte, wurde der HSV, insbesondere in der 2. Halbzeit immer stärker.

Dafür sprechen auch die Statistikwerte. Hier stehen insgesamt 23:11 Torschüsse und 8:1 Ecken geschrieben. 57 Prozent gewonnener Zweikämpfe sind zwar noch ausbaubar, neun mehr gelaufene Kilometer beweisen jedoch eindrucksvoll, dass Hamburg den Kölnern (nicht nur) läuferisch überlegen war.

12,9 Kilometer der insgesamt 123,8, gehen übrigens auf das Konto von Khaled Narey, der (nicht nur) mich erneut von seiner Wichtigkeit für die Mannschaft überzeugte.

Er beackerte die komplette Spielfläche und war sich für nichts zu schade.

So war es ihm zu verdanken, dass die Führung, in der 59. Minute, nicht an die Gäste ging. Er kratzte einen Ball von Höger von der Torlinie, nachdem Pollersbeck schon geschlagen schien.

Habe ich noch was vergessen?

Ach ja. Den eindeutigen Handelfmeter in der 16. Minute, den Schiri Dingert nicht gepfiffen hat. Czichos bekam aus einem Meter den Ball an den Arm, der eindeutig ausgestreckt war.

Das war das 1. Mal in dieser Saison, dass ich einen Videoschiedsrichter vermisst habe.

Insgesamt war es eine engagierte Mannschaftsleistung, die man in den vergangenen Heimspielen öfter vermisst hat.

Hannes Wolf bleibt bescheiden und ruft zur Disziplin. Denn auch Aue, derzeit auf Platz 13 der Tabelle, wird gierig sein auf Punkte gegen Hamburg. Uns wird weiterhin nichts geschenkt werden.

Nun gilt es, den knappen Vorsprung auszubauen.

Die von Geschäftsführer Veh hart gescholtenen Kölner treffen auf Dresden. Trainer Markus Anfang steht unter Siegdruck.

St Pauli, derzeit 2. der Tabelle, bekommt es mit Heidenheim zu tun. Beide Partien könnten die Tabellenspitze ordentlich durcheinanderruckeln. Alle drei Spiele finden zeitgleich statt.

Das wird ein spannender Samstag…

(mg)

 

P.S.: Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich BlogPerle Fiete anhört, der sollte sich den neusten unter allen Podcasts anhören. Einfach www.volksparkgefluester.de anklicken.

 

Ultras, Segen oder Fluch?

Mit zwei Tagen Abstand wird man ruhiger.

Obwohl die Wut, dass die eigenen Fans beinahe für einen Spielabbruch gesorgt hätten, mich noch immer nicht ganz loslässt.

Die 2. Runde DFB-Pokal vor der Brust. Der SVWW mit stolzgeschwellter Brust, haben sie doch St. Pauli, in der 1. Runde, mit einem 2:3, nach Verlängerung, vorzeitig aus dem Wettbewerb gekegelt.

Vor dem Spiel die großen Ansagen des Gastgebers, Pauli sei stärker zu bewerten als der HSV. Somit erwartete man bereits vor Anpfiff einen heißen Kampf.

Das mit dem „heiß“ erledigten dann zunächst mal die Pyropfeifen aus dem Gästeblock.

Nach dem 1. und auch dem 2. Tor für die Hamburger leuchtete der Block und qualmte es selbst bis weit auf den Rasen.

Als Lasogga in der 51. Minute zum zweiten Mal netzte (nach einem schönen Zusammenspiel mit Holtby und Arp), sah sich Schiri Jöllenbeck gar bemüßigt, wegen der starken Rauchentwicklung, die Spieler vom Feld zu holen.

Die Stadionsprecherin machte deutlich: noch einmal und das Spiel wird abgebrochen.

Ich weiß wirklich nicht, ob es denen, die für das Spektakel zuständig sind klar ist, WAS das den Verein gekostet hätte.

Die Aussicht für das Erreichen der Runde 3, über 660.000€ einzustreichen, wäre mit dem vorzeitigen Abpfiff gestorben und automatisch in den Kassen von Wiesbaden gelandet.

Ganz davon ab, dass der DFB mal wieder ermittelt und saftige Strafen drohen.

Und dabei ist es wahrlich keine Entschuldigung, das harte Durchgreifen des Schiedsrichters mit der Anwesenheit von DFB-Präsi Grindel zu entschuldigen.

Man munkelt, dass die Aktion eine Reaktion auf das „Hoffmann, du wirst noch von uns hören“-Plakat war, das vor dem Ultra-Block, nach der Entlassung von Christian Titz aufgehängt wurde.

Sei´s drum. Irgendeinen Grund findet man ja immer, bewusst gegen geltendes Recht  zu verstoßen, und damit nicht nur sich, sondern auch andere zu gefährden.

Man muss stark bezweifeln, dass weitere Gespräche, die man nun suchen will, großartige Ergebnisse hervorbringen.

Zu festgefahren sind die Meinungen auf beiden Seiten.

Während die einen Fackeln stimmungsvoll finden, wissen die anderen nicht, was Qualm und schädlicher Rauch, mit eben dieser Stimmung zu tun haben soll.

Selbst die Spieler, insbesondere machten am Dienstag keinen Hehl daraus, dass es eindeutig zu viel des „Guten“ war. Holtby  suchte auf dem Zaun gar das Gespräch mit dem Capo und mahnte vor dem drohenden Spielabbruch, bei weiterer Zündelei.

SpoDi Ralf Becker unterstrich im Anschluß: „Das ist kein Ausdruck von Freude, sondern schlecht für den Verein. Damit tut man uns keinen Gefallen. Unterstützung ist super, aber so macht es keinen Sinn.“

Der DFB will mal wieder auf die Vereine zugehen, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Lachhaft.

Als ob man das nicht schon mehrfach angekündigt hätte, sich aber bis dato nichts bewegt hat.

Dabei wäre die Sache aus meiner Sicht so einfach: einen Kameramann vor dem Gästeblock abstellen, die entstandenen Bilder anschließend auswerten und die Verantwortlichen zur Kasse bitten. Schließlich weiß man ja, wer Karten bestellt hat.

Mir kommt es eher so vor, als wolle man bestimmte Gruppen nicht reizen, schließlich werden Ultras ja auch immer mit Stimmung, mit tollen Choreos, in Verbindung gebracht, die die Mannschaft unterstützen sollen.

Ich für meinen Teil kann mir jedoch nicht vorstellen, dass Ultras gleich Pyrozündler bedeutet. Nicht jeder KANN das toll finden, was in schöner Regelmäßigkeit auf den entsprechenden Rängen abgeht.

Für mich sind Ultras Fans, die den Verein tief im Herzen tragen, die keine Kosten und Mühen scheuen, bei möglichst vielen Spielen dabei zu sein und die Mannschaft mit Gesängen und Applaus zum Sieg tragen.

Hut ab dafür!

Die wenigen, die dabei ständig aus der Reihe tanzen, gehören knallhart aussortiert. Ob das der Verein, der DFB oder die OFCs selber übernehmen, ist mir dabei egal.

Fakt ist, es muss etwas passieren, damit sowas möglichst nicht nochmal passiert.

War sonst noch was?

Ach ja, wir haben die 3. Runde des DFB-Pokals mit einem 3:0 gegen Wehen erreicht. Mit einem durchwachsenen Spiel, bei dem lediglich das erweiterte Spiel über die Außen und der Einsatz der Doppelspitze Lasogga/Arp in der Startelf, den Wolf- Unterschied ausmachten.

Nach einem guten Beginn lud man den Gegner mehr und mehr dazu ein, aktiv zu werden. Deshalb fiel das 1:0 auch recht überraschend. Holtby darf sich einen Scorrerpunkt, Lasogga seinen 3. Pokaltreffer notieren.

Dass es mit dem knappen Vorsprung in die Kabine ging, verdanken wir nicht zuletzt der mangelnden Verwertung der Wehener Chancen, vor dem Tor von Pollersbeck.

An der Zweikampfquote (48%) muss Wolf mit seiner Mannschaft auch noch hart arbeiten.

Für Douglas Santos freut mich sein Treffer zum Endstand besonders. Der Brasilianer, der seine linke Seite mal wieder von oben bis unten beackert hat, belohnte sich nach einem Abstauber selber.

Jubeln ist also angesagt.

Und sonst?

Hat sich unser Vv im NDR-Sportclub zu Wort gemeldet. Was ich persönlich sehr begrüßt habe, waren die warmen Worte, die er in Richtung Titz sendete. Ob der Plan, die sportlichen Ziele mit Hannes Wolf eher zu erreichen, aufgeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Zumindest hat er für die Öffentlichkeit den Aufstiegsdruck von Mannschaft und Trainer genommen, indem er klar betonte, auch ein weiteres Jahr in Liga 2 bekäme man gestemmt. Näheres dazu erwarten sich Experten mit der in den kommenden Wochen zu veröffentlichen Bilanz, die ein erneutes Minus ausweisen dürfte.

Nun steigert sich Tag für Tag aber zunächst mal die Spannung auf das Spitzenspiel gegen Köln, am kommenden Montag. Die Kölner sind gestern gegen Schalke aus dem Pokal geflogen. Sie haben zwar eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen mehr in den Knochen, dafür aber sicherlich eine Menge Wut im Bauch. Allein schon wegen des entscheidenden Treffers von Mark Uth, der mit einer Gelb-Roten Karte, wegen Handspiels, längst hätte auf der Bank sitzen müssen.

Es bleibt spannend.

(mg)

Es ist ein bisschen wie Liebeskummer

Morgens nach dem Aufwachen der erste Gedanke. „Da war doch was.“

Und dann kommt es wieder, dieses Gefühl, dass es eben nicht mehr so ist, wie noch vor ein paar Tagen.

Dass „er“ nicht wiederkommt. Ersetzt durch einen Neuen. Einfach so.

Na ja, vielleicht nicht ganz „einfach so“. Denn gemunkelt wurde ja schon lange, dass die AG-Führung mit den aktuellen Entwicklungen nicht ganz glücklich ist.

Nach dem hart erkämpften Sieg gegen Magdeburg schallte der Name von Christian Titz tausendfach durch die MDCC Arena und machte die Enttäuschung deutlich, die bei den meisten HSV-Fans, auch drei Tage nach seinem Rausschmiss noch tief sitzt.

Unnötig zu betonen, dass das Anti-Hoffmann-Banner von uns BlogPerlen nicht gutgeheißen wird.

Ebenso wie die Pyro, die von den Gästerängen mal wieder für Qualm und Gestank durch ein paar Vernebelte sorgte und den Verein erneut Geld kosten wird, welches er eigentlich nicht hat.

Und jetzt kommt mir nicht damit, dass „wer vier Trainer bezahlt, diese Strafe auch noch löhnen kann“.

Das wäre so, als wenn ihr euch mit Absicht ins Halteverbot stellt und ihr bei Zustellung des Strafzettels eurem Bankmitarbeiter erklärt, er solle die paar Kröten einfach auf eure Schulden draufrechnen.

Wie mag Hannes Wolf sich gefühlt haben, nach dem Spiel?

Nicht besonders prickelnd, wenn ihr mich fragt.

Allerdings traue ich ihm durchaus zu, dass er Verständnis hat, für die Reaktion.

Schließlich kann man die Zuneigung, die sich Christian Titz in den vergangenen Monaten durch seine herzliche, offene Art erarbeitet hat, nicht einfach so wegatmen.

Es wird dauern, bis der Name des Neuen durch die Arena schallt.

Dann, wenn klar ist, dass er den HSV positiv positionieren kann, wenn sein System greift und dann, wenn ebenso klar ist, dass die Tür zwischen Fans und Mannschaft offen bleibt.

Kurz: dann, wenn er alle Ebenen überzeugt hat.

Dass der 37jährige Nachwuchstrainer (schönen Gruß an Herrn Magath) ein guter Übungsleiter ist, hat er bereits unter Beweis gestellt. Zudem kennt er sich gut in Liga 2 aus, weiß, worauf es ankommt.

Ich bin die Letzte, die nach einem Spiel beurteilen will, ob das klappt mit dem HSV und Wolf, oder eben nicht. Schon gar nicht da ich weiß, dass der Neue mal gerade zwei Tage Zeit hatte, die Mannschaft kennenzulernen und ihnen zu erklären, was er von ihr erwartet und wie er sich das Spiel in der Zukunft vorstellt.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich nach Bekanntgabe der Aufstellung kurz geschluckt habe.

Außer Lasogga habe ich keine wesentlichen Änderungen erkennen können.

Geschluckt habe ich auch, als die ersten Bälle von Pollersbeck wieder lang nach vorne gingen, erneut oft beim Gegner landeten oder erst gar keinen Abnehmer fanden.

Hatte diese Taktik nicht erst Gisdol und dann auch Hollerbach, vor einigen Monaten den Job gekostet?

Wir taten uns schwer in der ersten Halbzeit.

Zumal es eigentlich war wie immer: Magdeburg staffelte dicht und sich hinten rein. Die Hamburger wirkten mal wieder gehemmt und unsicher.

Für mich eine nennenswerte Ausnahme: Narey. Der ging dahin wo es wehtut, in jeden noch so harten Zweikampf und machte ordentlich Wirbel auf der rechten Seite. Und auch Hwang auf links scheiterte so manches Mal nur noch am Magdeburger Torwart Brunst.

Am befreienden Punch mangelte es jedoch mal wieder bis zur Halbzeit, trotz einer Passquote von über 82 Prozent.

In der 53. Minute sah Bates seine zweite Gelbe Karte (nebenbei: die erste war ein Witz, nur erklärbar dadurch, dass Schiri Gerach gleich zu Beginn zeigen wollte, wer die Pfeife hat…).

Wer nun erwartet hatte, dass der HSV einknickt, sah sich getäuscht. In Unterzahl drehte man richtig auf und belohnte sich selber, in der 77. Minute, mit dem Führungstreffer.

Scorerpunkt für Lasoggas sehenswürdigen Lupfer, Tor durch Abnehmer Narey und einem knallharten Torwarttunnler.

Die druckvolle Endphase der Magdeburger sicherte Wolf mit dem Wechsel von Lacroix gegen Lasogga ab.

Somit geht der neue Trainer mit drei Punkten an den Start und ist damit der erste, dem diesen nach Mirko Slomka (Saison 2013/14, 22. Spieltag, 3:0 gegen Dortmund) gelingt.

Es bleibt abzuwarten, wie und mit welcher Mannschaft es auf dem Platz weitergeht.

Hannes Wolf hat nun bereits am Dienstag das nächste Spiel vor der Brust. Im Pokal geht es gegen Wehen.

Auch dieses Spiel wird noch nicht unbedingt die Handschrift des neuen Trainers tragen.

Bis sein Name von der Tribüne schallt, das wird eben dauern (ja, ja, ich wiederhole mich).

Denn es ist ein bisschen wie Liebeskummer. Nur die Zeit heilt alle Wunden.

In diesem Fall aber auch Ergebnisse. Und nur die zählen.

Der Druck, der auf Christian Titz lastete, wird bleiben.

Mit einem Unterschied. Denn die Führungsetage ist nun mit dem Wolf-Schicksal verbunden. Scheitert er, werden die Rufe nach einem Wechsel ganz oben noch lauter werden.

Wünschen wir uns einen erfolgreichen Trainer, der dem Saisonziel auf den Fersen bleibt und dem Druck standhält. Wünschen wir der Mannschaft, dass sie aus sich rausholt, was in ihr steckt. Und wünschen wir uns friedliche Fußballspiele mit einer fairen Chance für alle Beteiligten.

(mg)

P.S.: Ein Wort noch zum verweigerten Titz-Abschiedsessen mit der Mannschaft. Diese Bitte, die wohl der Vorstand an den scheidenden Trainer herangetragen hat, das Essen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, kann ich durchaus nachvollziehen. Einen Tag vor dem Magdeburg-Spiel frische Wunden nochmal aufzureißen wäre kontraproduktiv gewesen. Das hat nichts mit schlechten Manieren, sondern mit Vernunft zu tun.

Der König ist tot, es lebe der König

Die BlogPerlen sagen Danke!
Danke für ein halbes Jahr intensiven Fußball, für die Wiederbelebung des HSV, nachdem er am Ende der Zeit unter Hollerbach klinisch tot war, danke für die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Ende der letzten Saison, danke dafür, daß wir mit Würde absteigen durften, danke für das Menschliche.
 
Gestern wurde Christian Titz beurlaubt.
Der Vorstand ist zu der Ansicht gekommen, daß die Gefahr zu groß ist, die Ziele der Saison zu verfehlen.
Ich persönlich bin anderer Ansicht. Allerdings bin ich nicht so nah an der Mannschaft, an dem Trainerteam und vor allem bin ich nicht derjenige, der am Ende den Kopf für Ergebnisse hinhalten muß.
Aber ich persönlich bin der Ansicht, wir hätten die Ziele, also den Aufstieg, mit Christian Titz erreichen können.
Ich bin überzeugt, er hätte die Mannschaft so weiterentwickelt, daß die momentanen Schwachpunkte hätten ausgemerzt werden können.
Aber, wie gesagt, der Vorstand ist anderer Meinung und der Vorstand muß letztlich auch die Entscheidung verantworten.
Und wenn der Vorstand vom Trainer nicht überzeugt ist, dann hat er alles richtig gemacht.
Er hat gehandelt und nicht gezaudert, es war kein elendiges Hingehalte, wie bei Labbadia.
Jetzt stehen mit Magdeburg und dem Pokalspiel machbare Aufgaben an, bei denen es mehr auf die Einstellung zum Spiel ankommt, als daß das taktische Spiel zu 100% sitzt.
Danach kommt Köln nach Hamburg, die erste echte Bewährungsprobe.
Wäre Titz geblieben, dann hätte er gegen Magdeburg ein Endspiel gehabt, dann gegen Wehen im Pokal, dann gegen Köln usw. Wie soll sich eine Mannschaft entwickeln, wenn es nur Endspiele gibt?
 
Sein Nachfolger, also unser neuer Cheftrainer, ist Hannes Wolf.
Ein unheimlich sympathischer Mensch, aber das wird wohl nicht der Grund gewesen sein, ihn zu verpflichten.
Die Gründe sind andere.
Fangen wir mit seiner Vita an: Er ist dreimal als Trainer Deutscher Meister geworden. Zweimal mit der U17, einmal mit der U19.
Mit dem VfB Stuttgart wurde er Zweitligameister. Er kennt also die Liga und weiß, wie man aufsteigt.
Anschließend hat er ein gutes halbes Jahr lang den VfB auch in der Bundesliga betreut.
Was hat ihn dort ausgezeichnet?
In der Bundesliga war auffällig, daß er fast alle Heimspiele gewonnen hat und fast alle Auswärtsspiele verloren.
Der Dezember lief schlecht für ihn und in der Rückrunde hat er das Heimspiel gegen Schalke verloren.
An dem Punkt hat er angeblich selber gesagt, er wüsste nicht mehr weiter, woraufhin man sich von ihm getrennt hat.
Kenner des VfB (insbesondere Kenner Michael Reschkes) zweifeln diese These stark an.
Er hat meist mit einer Dreier/Fünferkette spielen lassen, seine Mannschaft beherrschte aber auch die Viererkette.
Teilweise war man auch in der Lage, das System im Spiel zu wechseln.
Ein Stürmer war bei ihm Standard und im Mittelfeld hat er je nach Bedarf variiert.
Er wird sein Spiel nach der Mannschaft ausrichten und nicht versuchen, auf Teufel komm raus ein System zu installieren, für das die Mannschaft nicht geeignet ist.
Auffällig war, daß der VfB zu seiner Zeit in der ersten Halbzeit immer sehr diszipliniert, kontrolliert und defensiv gut gespielt hat, in der zweiten Halbzeit hat er dann aufgemacht. Es gab mehr Chancen nach vorne, aber man hat hinten auch mehr zugelassen.
 
Man munkelt, daß er am Ende aber auch Probleme mit den Führungsspielern des VfB hatte.
Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, aber es gibt eben diese Gerüchte.
 
Die Zeit nach seiner Trainertätigkeit beim VfB hat Hannes Wolf genutzt, um sich weiterzubilden. Unter anderem hat er bei Jürgen Klopp hospitiert
 
Wie ich oben schon schrieb, ich hätte den Trainer nicht gewechselt.
Aber ansonsten hat der Vorstand vieles richtig gemacht. Er hat gehandelt und nicht gezaudert, er hat gar nicht erst ein Vakuum aufkommen lassen, sondern hat einen Trainer verpflichtet, der von den verfügbaren und bezahlbaren Übungsleitern, meiner Ansicht nach der beste ist.
 
Ich weiß, viele von euch sind traurig, sind enttäuscht oder gar wütend.
Lasst das aber bitte nicht an der Mannschaft oder gar an Hannes Wolf aus.
Gerade unser neuer Trainer kann am allerwenigsten dafür.
Also, wenn ihr nach Magdeburg fahrt, unterstützt die Mannschaft, wo ihr nur könnt.
 
Thema Magdeburg: Dazu weiß ich nicht sehr viel zu schreiben. Als Gegner gehörten die Magdeburger zu denen, die wir schlagen müssen.
Sie haben 9 Punkte auf dem Konto, aber nur einen Sieg erringen können. Dafür aber sechs Unentschieden.
 
Wie der HSV spielen wird, ich hab keine Ahnung. Ich kann nicht einschätzen, wie Wolf spielen lassen wird. Aber ich erwarte keine großen Umbrüche (fb)

Doll im Volkspark?

Heute Morgen, um 9.20h, soll es soweit gewesen sein: Thomas Doll wurde am Volkspark gesichtet.

Das Problem daran?

Diese Aussage stammt aus einer FB-Gruppe.

Sie ist weder belegt, noch bestätigt.

Ob sich da jemand einen Scherz gemacht hat, bleibt wohl das Geheimnis desjenigen, der diesen Post abgesetzt hat.

Ich schätze mal, wäre an diesem Umstand wirklich etwas dran, die Zeitung mit den vier Buchstaben hätte bereits (verschwommene) Fotos gemacht und die wildesten Expertenkommentare eingesammelt.

Fakt ist aber, die Medien, die Christian Titz seit Wochen aus seinem Job schreiben wollen, haben es zumindest geschafft, erneut einen Keil in die Fangemeinde zu treiben.

Nach dem zugegebenen schmalen Null-zu-Null-Mahl gegen Bochum, das gestern im Volkspark gereicht wurde, werden die Rufe nach einem neuen Übungsleiter lauter.

Gehen wir das doch mal in Ruhe durch.

Seit Frank Pagelsdorf 2001 das Ruder aus der Hand gegeben hat, gaben sich 22 Übungsleiter, teils mehrfach, die Klinke in die Hand.

Das zeigte mal mehr, mal weniger Wirkung. Kurzfristigen Verbesserungen folgten mit schöner Regelmäßigkeit Rückfälle in „alte Grottenkickzeiten“ und führten somit zur Unzufriedenheit aller Beteiligten.

Die Trainer gingen, die Spieler blieben. Wo es uns letztendlich hingeführt hat, wissen wir alle.

Der HSV ist so klamm wie nie. Monströse Spieler-und SpoDi-Verträge sowie Wechsel in der Führungsetage trugen erheblich dazu bei. Aber nicht nur die:

Nach einer Hochrechnung der „Welt“ liegen die Abfindungen für alle entlassenen Mitarbeiter der letzten zehn Jahre bei insgesamt 18 Millionen Euro (bis 2017). Hierbei bleiben die laufenden Gehaltszahlungen für aktuell beurlaubte Trainer noch unberücksichtigt.

Nun sollte man ja sicher nicht an einem Vertrag festhalten, „nur“ um Kohle zu sparen. Aber seien wir mal ganz ehrlich, WAS erwarten wir eigentlich von einem erneuten Trainerwechsel (außer, dass er wieder Geld kostet, das wir nicht haben)?

Er macht die Mannschaft um kein Jahr älter.

Er ändert nichts an den vorhandenen individuellen Stärken oder Schwächen einzelner Spieler.

Er wird eine Systemumstellung bedeuten, die Zeit zum Einspielen braucht, die wir nicht haben.

Er wird keinen Druck von den Spielern nehmen. Im Gegenteil!

Der HSV ist in seiner eigenen Vita gefangen.

Die vielen Fehler der Vergangenheit fallen uns auf die Füße.

Abgestiegen, mit dem Stempel „sofortiger Aufstieg“ auf der Stirn.

Und zwar auf JEDER Stirn!

Auf der vom VV Bernd Hoffmann, der zum Erfolg verdammt ist, weil ihn viele gerne sofort wieder in der Abfindungskiste wiederfinden würden.

Auf der vom SpoDi Becker, der von vielen die Schuld am Ausscheiden von Peters geben und seine Transferbilanz, somit die Qualität des Kaders infrage stellen.

Auf der von Christian Titz, der, als Cheftrainer einer Profimannschaft noch genauso „grün hinter den Ohren“, mit seinem Trainerteam eine Taktik spielen lässt, die anspruchsvoll ist und damit Konzentration über 90+ Minuten fordert. Da diese oft fehlt, fehlen auch einige Punkte auf der Habenseite.

Auf der Stirn aller Spielern, die bei jedem Anpfiff wissen, dass nur Siege zählen.

Und last but not least auf der der meisten Fans, die nach Jahren Abstiegskampf lechzen nach Torjubel, nach besserem Fußball.

Und so groß der Segen dieser Fans auch als Unterstützung gebraucht und gewollt ist, so sehr hemmt er anscheinend, wenn die Rothosen im eigenen Stadion, vor dieser erwartungsvollen Kulisse auflaufen.

Kontraproduktiv ist es zudem, wenn lange vor dem Spielende Pfiffe von den Tribünen kommen.

Ganze zwei von sechs Spielen konnten die Hanseaten in der laufenden Saison zuhause gewinnen. Zehn von 14 Gegentoren kassierten sie hier.

Dem entgegen stehen in der Auswärtsbilanz aus fünf Spielen vier Siege mit 11:4 Toren.

Untermauert wird diese meine These durch das Auftreten, das die Mannschaft auch gestern wieder zeigte.

Ängstlich in den Zweikämpfen, viel Bewegungs-, ja fast ideenlose Hilflosigkeit im Spielaufbau und zu harmlos im Abschluss. Es fehlte am letzten Biss, am letzten Willen.

Bei einer Flankenquote von unter 16 Prozent wäre jeder Lasogga in der Startelf, im Strafraum verhungert.

Bei den Leitwölfen Holtby und Hunt, ist man immer abhängig von deren Tagesform, die gegen Bochum mal wieder unter dem Durchschnitt lag.

Zu viele Ballverluste in den eigenen Reihen drückten dem Spiel letztendlich den Stempel auf.

Die meisten Gegner des HSV machen es sich einfach. Mit zwei Viererketten wird jeder Vorstoß im Keim erstickt. Dazu kommt, dass ein Ito seit Wochen seiner Form hinterherläuft und Hwang auf der anderen Seite einen leicht überspielten Eindruck macht.

Wobei…ich verstehe nicht, warum man einen Narey nach vorne beordert, nachdem er rechts einen größeren Wohlfühlfaktor zu haben scheint.

Vom Trainingslager weiß ich, dass Titz sehr wohl am kreativen Spiel durch die Mitte und auch über außen gefeilt hat. Es liegt also nicht am Trainer. Es liegt an der Ausführung. Pollersbecks Liberodasein hat sich inzwischen ebenso reduziert. Den Gegnern ist es schlicht egal, wie oft man sich den Ball hinten untereinander hin-und herschiebt. Man wartet einfach ab, bis der HSV Fahrt aufnimmt und sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Ball im Mittelfeld, spätestens vor dem 16er, abluchsen lässt. Da die Jungs, wie oben bereits erwähnt, sich dann auch noch unsicher im Abschluss zeigen, fährt man lustig, mit einem Punkt im Gepäck (der den meisten gegen den HSV reicht) wieder nach Hause.

Für mich ist das Spiel gegen Köln, am 5. November, wegweisend. Denn auch Köln steht unter dem Druck der Aufstiegserwartung.

Um den Kreis zu schließen: Titz muss in die Köpfe der Jungs, muss sich der Unterstützung vom Team und der Führungsriege sicher sein und insbesondere am Knacken der stets auf die Mannschaft wartenden Viererketten arbeiten.

Denn DOLL war das gestern wirklich nicht.

Der darf übrigens immer wieder gerne in den Volkspark kommen.

Als  Zuschauer…

(mg)

Lieber Herr Magath.

Sie haben eine beeindruckende Vita. Aber leider gehören Sie für mich zu denen die nicht merken, wann ihr Stern gesunken ist.

Sie waren mit dem HSV so erfolgreich, wie selten jemand. In 306 Bundesligaspielen erzielten Sie 46 Tore, konnten dreimal die Salatschüssel der Deutschen Meisterschaft in den Himmel heben.
Ihr wichtigstes Tor brachte dem Hamburger Sportverein 1983 den Europapokal der Landesmeister.

Als Trainer erreichten Sie 1996 Platz 5 und 1997 Platz 13.
Danach mussten Sie gehen.

Sie sind ein Machtmensch.
Selten gaben Sie sich mit nur einer Position im Fußballgeschäft zufrieden. Sie strebten, während Ihrer aktiven Trainerkarriere stets auch das Amt des Sportdirektors sowie einen führenden Posten im Vorstand an.
Deshalb mag es nicht verwundern, dass gerade Sie gegen den HSV grollen.

Denn trotz der beeindruckenden Karriere an der Elbe hat Sie nie jemand gefragt, ob „der große Felix Magath“, mit dabei sein will.
Selbst dann nicht, als das blau-weiß-schwarze Schiff mächtig strauchelte und letztendlich in die Tiefen der 2. Liga schipperte.

Nun stehen Sie da gestern bei Sky.
Der einstmals so bewunderte „Quälix“ ist ein verbitterter, alter Mann geworden, der gegen alles und jeden schießt. Selbst vor einer Verbrüderung mit denen, die am Untergang des Vereins mit schuld sind, war Ihnen Mittel genug, doch noch irgendwie einen Zipfel der Macht beim HSV zu erhaschen. Bisher Gott sei Dank erfolglos.

Klar wird all das was Sie von sich geben von den Medien dankbar mitgehört. So saugte die Zeitung mit den vier großen Buchstaben Ihre Worte gierig auf und fügte Ihre Kritik an Trainer, Mannschaft und Vorstand, grinsend als weiteres Kapitel des laufenden Absägeprozesses von Christian Titz hinzu.

Sie betitelten Titz als „Märchenerzähler“ und wünschten sich einen „namhaften“ Trainer für den großen HSV.
Aber ist es nicht GENAU DAS, was den HSV dorthin gebracht hat, wo er heute ist?

Ist der Neuanfang, ohne Kohle aus Malle, mit Jugend und neuen Ideen nicht genau das, was viele noch vor ein paar Monaten rigoros gefordert haben?

Und, ist es wirklich Ihr Ernst, einen Mann als Märchenerzähler zu betiteln, der in den letzten acht Spielen der 2. Bundesliga 17 Punkte holte?
Haben Sie gesehen, wie Lewis Holtby, nach einem klasse Zusammenspiel mit Narey und einem sehenswerten Tor, Christian Titz in die Arme fällt?
Ich wage zu behaupten, dass die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft stimmt.
Es mag ein glückliches 2:1 für den HSV gewesen sein, die Endphase spannender als sie hätte sein müssen. Doch am Ende sah man, dass sich Titz die Kritik an seinem hohen Torwart und die kurzen, oft ihr Ziel verfehlenden Pässe im Mittelfeld, zu Herzen genommen hat.

Auch das Festhalten an den beiden „Oldies“, Hunt und Holtby hat sich ausgezahlt. Beide durften torjubeln und bei beiden merkte man den Willen, es den zahlreichen Misstrauischen ihrer Fußballfähigkeit zu beweisen.
Mag sein, dass noch nicht alles Gold ist was glänzt. Mag auch sein, dass das defensive Auswechseln und das damit gewollte Halten des Ergebnisses ein Vabanque-Spiel war.
Aber was zählt, sind die drei Punkte, die sich gestern mit auf den Weg nach Hamburg machten.
Auch wenn es zwischenzeitlich, insbesondere in den letzten 20 Minuten an der so wichtigen Konzentration mangelte. Die Zweikampfquote (47 Prozent) ist ausbaufähig, ebenso wie die Schussgenauigkeit (44 Prozent). Aber die Mannschaft arbeitet daran. Sie weiß, wo Ihre Schwächen liegen.

Es wäre ein Wahnsinn, diesen Trainer jetzt abzusägen und erneut auf „große Namen“ setzen zu wollen!
Titz hat jetzt zwei Wochen Zeit an den noch lockeren Stellschrauben zu drehen. In dieser Zeit würde ich mir ein klärendes Wort von der Vereinsspitze wünschen, der Ruhe in den Medienkarton bringt. Damit auch die Mannschaft davon profitiert und man den Druck von ihr nimmt. Denn nur dann kann sie, mit dem Selbstbewusstsein des letzten Sieges, mit erhobenem Kopf in das nächste Spiel gehen.

Lieber Herr Magath. Setzen Sie sich zur Ruhe. Spielen Sie eine Runde Schach mit Herrn Kühne und sinnieren Sie über gute alte Zeiten.
Denn beim HSV hat eine neue Zeitrechnung begonnen und er kommt gut ohne Sie aus.
Ohne Sie und ohne die ständige Meckerei über all das, was Sie vielleicht gerne anders oder selber hätten.
Demontieren Sie sich nicht weiter. Das haben Sie doch nicht nötig, oder?
Herzliche Grüße, Ihre
(mg)

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